Wo Krefelds Azubis Handwerke lernen

Über moderne Ausstattung, Ausbildungsmethoden und Frauenquote in der chemischen Industrie diskutierte Oberbürgermeister Frank Meyer in der vergangenen Woche mit dem Chempark-Manager und -Betreiber Currenta.

Beim Besuch des größten Ausbildungsbetriebs Krefelds äußerte er sich positiv über die Vielfältigkeit der Berufsbilder und die modernen Räumlichkeiten: „Die Zukunft Krefelds hängt an gut ausgebildetem Fachpersonal. Wir als Stadt setzen uns dafür mit verschiedenen Initiativen ein. Ich freue mich, dass durch Currenta rund 500 junge Menschen hochqualifiziert ausgebildet werden und so mit einer guten Perspektive in die Berufswelt starten können“, sagte Meyer. 

Vom Ausbildungskonzept von Currenta profitieren auch mittelständische Betriebe in Krefeld und Umgebung. Denn mit der „Ausbildungsinitiative Rheinland“ bildet Currenta auch für Unternehmen außerhalb des Uerdinger Chemieparks aus. „Viele kleinere Betriebe haben nicht die Ausstattung oder Möglichkeit eine Ausbildung in derselben Qualität anzubieten. Wir als Chemiepark-Betreiber, aber auch Unternehmen in der Region profitieren davon, wenn es im Umkreis viele hochqualifizierte Fachkräfte gibt“, sagt Wilhelm Heuken, Bildungsleiter bei Currenta. Aktuell übernimmt Currenta die Ausbildung von 42 Azubis im Rahmen der Ausbildungsinitiative Rheinland.

Über drei Millionen Euro wurden in den vergangenen zweieinhalb Jahren in die Modernisierung des Ausbildungszentrums investiert. Auf seinem Rundgang besuchte Oberbürgermeister Meyer die Räumlichkeiten, Labore und Werkstätten der Metall-, Elektro- und Laborberufe. Bei den verschiedenen Berufsbildern wird nicht nur technisches Wissen, sondern auch Selbstständigkeit und Sozialkompetenz vermittelt. „Zu einer guten Ausbildung gehören für uns mehr als die Lehrinhalte. Unsere Azubis sollen während der dreieinhalb Jahre auch ihre Persönlichkeit stärken und weiter entwickeln“, sagt Heuken. Bei verschiedenen Aktionen lernen die Nachwuchskräfte Verantwortung zu übernehmen und auf ihre körperliche und seelische Gesundheit zu achten.

Im Anschluss an die Tour diskutierte der Oberbürgermeister mit Betriebsräten über aktuelle Themen und Bildung. Auch der Frauenanteil in der chemischen Industrie wurde thematisiert: Bei den Laborberufen werden in einigen Jahrgängen mehr Frauen als Männer ausgebildet. In den technischen Berufen allerdings gibt es noch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: „Wir müssen junge Menschen frühzeitig an Naturwissenschaften heranführen und uns weiter dafür einsetzen, dass sich mehr Mädchen das Erlernen eines technischen Berufs vorstellen können“, sagte Rennings.

Quelle und Foto: Currenta, beeindruckt durch die Vielfältigkeit: Oberbürgermeister Frank Meyer (Mitte) auf seinem Rundgang durch das Currenta-Ausbildungszentrum mit Wilhelm Heuken, Leiter der Bildung, und dem Betriebsratsvorsitzenden Detlef Rennings (von links nach rechts). 




Rotterdam schafft Raum für Polymere

Der Hafenbetrieb und Rotterdam Polymer Hub (RPH) haben einen Vertrag zur Herausgabe von Grundstücken unterzeichnet, auf denen zwei Gebäude zur Lagerung und zum Vertrieb von Polymeren gebaut werden.

RPH ist der erste Logistikknotenpunkt im Rotterdamer Hafen, der speziell der Lagerung von Polymeren dient. Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative des Hafenbetriebs, der Euro-Rijn Group und des Unternehmers Geert Van De Ven.

Die beiden Lager mit einer Gesamtfläche von 35.000 m2 (Lagerungskapazität 550.000 t) werden auf der Maasvlakte errichtet. Durch die unmittelbare Nähe von Deepsea-Containerterminals, ultramoderner Infrastruktur und guten Verbindungen zum europäischen Hinterland ist dieser Standort bestens geeignet.

Der RPH umfasst ein Lager zur Lagerung verpackter Waren, eine Außenfläche für Lagerungszwecke in 30-Fuß-Containern und auf längere Sicht auch Hochsilos zur Massengutlagerung. Die Lager werden voraussichtlich im dritten Quartal 2019 in Gebrauch genommen.

Emile Hoogsteden, Geschäftsführer für Container, Massenstückgut und Logistik des Hafenbetriebs Rotterdam: „Die Idee für ein Lagerungszentrum speziell für Polymere in Rotterdam entstand durch die wachsenden Importströme aus dem Mittleren Osten und den Vereinigten Staaten. Ich bin stolz darauf, dass der Unternehmer Geert Van De Ven gemeinsam mit der Euro-Rijn Group beschlossen hat, den Hub im Rotterdamer Hafen anzusiedeln.“

Geert Van De Ven, Geschäftsführer von Rotterdam Polymer Hub: „Der Hafenbetrieb Rotterdam war von Anfang an eng an diesem Projekt beteiligt und die Infrastruktur auf der Maasvlakte passt perfekt in das Konzept von RPH. In Kombination mit dem richtigen Partner Euro-Rijn Group und Gesprächen mit Dienstleistern in diesem Geschäftsbereich ist die Entscheidung für Rotterdam selbstverständlich.“

RPH wird in den nächsten Monaten auf der EPCA in Wien, dem GPCA Annual Meeting in Dubai und der Petrochemical Supply Chain-Konferenz in Houston vorgestellt.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 




Schnellster Feuerwehrmann Deutschlands

Körperlich vollkommen erschöpft kommt Ralf Sikorra, Werkfeuerwehrmann im Chempark, ins Ziel. Die Muskeln brennen schon seit einer Weile, aber das gehört eben dazu, wenn man die wohl härteste Challenge der Welt macht.

„Man muss seine Zähne zusammen beißen, dem Gegner geht es ja genauso.“ Als er seine Zeit sieht, kann er es kaum glauben – 1:39 Minuten, neue persönliche Bestzeit. Prompt ist der Schmerz vergessen, die Freude über die eigene Leistungssteigerung ist größer. „Als ich vor sieben Jahren mit dem Sport angefangen habe, hätte ich nie gedacht einmal so eine Zeit zu erreichen.“ Bei der internationalen „FireFit Challenge“ in Kanada gewinnt er den vierten Platz. Und: So schnell wie Sikorra ist kein anderer Deutscher. 

Die Challenge verlangt trainierten Feuerwehrmännern alles ab. In voller Ausrüstung, was ungefähr 30 Kilogramm Zusatzgewicht bedeutet, muss ein 20 Kilogramm schweres Schlauchpaket zunächst einen Turm über drei Etagen hochgetragen werden. Oben angekommen ziehen sie ein weiteres ebenso schweres Schlauchpaket hoch. Danach geht es die Treppe wieder runter. Aus Sicherheitsgründen muss jede Stufe einzeln genommen werden und die ganze Zeit eine Hand am Geländer sein. Unten angekommen schnappt sich der Feuerwehrmann einen circa fünf Kilogramm schweren Hammer und muss damit ein 75 Kilogramm schweres Gewicht 1,50 Meter nach hinten schlagen. Ist das geschafft, rennt er 30 Meter Slalom zu einem mit Wasser gefüllten Schlauch, der wieder die 30 Meter zurückgezogen werden muss, um dann mit dem Wasserstrahl ein Ziel zu treffen. Die letzte Herausforderung ist eine 80 Kilogramm schwere Puppe, die 30 Meter rückwärts laufend ins Ziel gezogen wird. 

Die „FireFit Challenge“ ist nicht der einzige Wettkampf, an dem Sikorra sich beteiligt. Regelmäßig trifft man ihn – ähnlich wie einige seiner Kollegen auch aus dem Chempark – bei Wettkämpfen in ganz Deutschland und auf Europa- oder Weltmeisterschaften. Anfang Mai reiste er für den Stairrun (Treppenlauf) nach Berlin. Beim Stairrun rennen die Teilnehmer in voller Ausrüstung und mit angeschlossenem Atemschutzgerät vom Startpunkt circa 400 Meter bis zu einem Hoteltreppenhaus und dort 770 Stufen, das entspricht 39 Etagen, nach oben. Angetreten wird in Zweierteams – wichtig: Die Teamkollegen müssen gemeinsam oben ankommen. Dieses Jahr konnten Sikorra und sein Teamkollege den ersten Platz in ihrer Altersklasse erzielen.

Für die Wettkämpfe opfert der Werkfeuerwehrmann fast all seine Urlaubstage, die Reisen in ferne Länder, in die ihn seine Wettkämpfe führen, finanziert er aus eigener Tasche. 

Ralf Sikorra möchte zeigen, dass man auch mit über 50 noch fit sein kann. „Ich möchte ein gutes Beispiel sein und zeigen, wie leistungsfähig wir sind. Als Feuerwehrmänner sind wir alle fit, ich mache es nur für mich zum Sport und habe Freude an Höchstleistungen“, erzählt Sikorra. 

Seit 25 Jahren brennt sein Herz für seinen Beruf: Ausgebildet wurde er im Chempark Krefeld-Uerdingen und blieb dort über 22 Jahre, seit zweieinhalb Jahren ist er Wachabteilungsleiter am Chempark-Standort in Leverkusen. In seiner Freizeit unterstützt er zusätzlich die freiwillige Feuerwehr der Stadt Neuss. 1983 hat der damals 17-Jährige in Krefeld eine Ausbildung zum Schlosser gemacht. Als dann zehn Jahre später eine Stelle zum Werkfeuerwehmann im Chemiepark ausgeschrieben war, bewarb er sich. „Ich wusste überhaupt nicht, was auf mich zukommen würde. Aber seit dem ersten Tag mache ich diesen Job unglaublich gerne, weil er so abwechslungsreich ist. Kein Tag ist wie der andere“, sagt Sikorra. 

Um sich auf die zahlreichen Wettkämpfe vorzubereiten, macht Sikorra mindestens drei Mal pro Woche Cross Fit. Dabei wird vor allem die Kraftausdauer trainiert. „Das hilft enorm, gerade bei der Challenge. So kann ich gegen Ende des Wettkampfes nochmal Gas geben statt müde zu werden“. Mit seiner Frau versucht der 52-Jährige trotz seines Berufes und seiner Leidenschaft für den Sport so viel Zeit wie möglich zu verbringen. Sie begleitet ihren Mann zum Beispiel zu jedem Wettkampf, egal wo auf der Welt. „Sie ist mein treuester Fan“, lacht er. 

Quelle und Foto: Currenta, Fast geschafft: Nur noch wenige Sekunden trennen Ralf Sikorra vom Ziel. Als vorletzte Station der Challenge muss er einen unter Wasserdruck stehenden Schlauch 30 Meter weit tragen, um am Ende ein Ziel zu treffen.




Ab sofort können sich Teilnehmer anmelden

Die Vorbereitungen für das Deutsch-Niederländische Wirtschaftsforum am 14. November im Borussia-Park in Mönchengladbach laufen auf Hochtouren. „Ab sofort können sich Teilnehmer anmelden und Unternehmen für das Firmen-Matching registrieren lassen“, sagt Jörg Raspe, Außenhandelsreferent der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein.

„Beim Matching bringen wir Unternehmen passgenau zusammen, damit sie Kooperationsmöglichkeiten oder Geschäftsbeziehungen ausloten können.“ Daneben erläutern Experten in Workshops, welche Fördermöglichkeiten für grenzüberschreitende Wirtschaftsaktivitäten bestehen oder wie das Marketing für eine erfolgreiche Kampagne im Nachbarland konzipiert sein muss. Das Unternehmen Picnic wird über seine Erfahrungen beim Einstieg in den deutschen Markt berichten, und die Firma Gerlicher wird ein Zwischenfazit ihres Engagements in den Niederlanden ziehen. „Außerdem wird es in diesem Jahr zum ersten Mal ein Start-up Match geben“, berichtet Raspe. „Dabei stellen sich mehrere Start-ups aus Deutschland und den Niederlanden jeweils in einem Pitch vor.“  

Daneben bietet die Messe mit rund 70 Ausstellern vielfältige Anknüpfungspunkte, um mit Unternehmen aus den Niederlanden und aus Deutschland in Kontakt zu kommen. Das Deutsch-Niederländische Wirtschaftsforum ist das größte grenzüberschreitende Treffen dieser Art in der Region. Im vergangenen Jahr folgten rund 700 Besucher der Einladung der IHK Mittlerer Niederrhein und ihrer Partner.

Das Deutsch-Niederländische Wirtschaftsforum wird von der IHK Mittlerer Niederrhein, der IHK Aachen, der Niederrheinischen IHK Duisburg – Wesel – Kleve zu Duisburg, der Kamer van Koophandel Nederland, der Standort Niederrhein GmbH, der Deutsch-Niederländischen Handelskammer, der NRW.International GmbH und den Vertretungen des Königreichs der Niederlande organisiert.

Weitere Informationen sind im Internet zu finden:
www.wirtschaftsforum-ihk.de

Quelle und Archiv-Foto: IHK, beim Firmen-Matching werden Unternehmen passgenau zusammengebracht, damit sie Kooperationsmöglichkeiten oder Geschäftsbeziehungen ausloten können.  

 

 




Aktuelle Schifffahrtsnachrichten – BDB-Report Nr. 3/2018 online!

Aktuelle Nachrichten über die Binnenschifffahrt finden Interessierte im BDB-Report, der kostenlosen Verbandszeitschrift des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB).

Die aktuelle Ausgabe Nr. 3/2018 aufder Website www.binnenschiff.de in der Rubrik „Service/Report“ als PDF-Datei heruntergeladen werden (Acrobat Reader erforderlich). Zum Download hier klicken

Im Heft berichtet der BDB unter der Überschrift „Schifffahrtspolitik des Bundes nimmt Formen an“ unter anderem über:

Neuer BDB-Internetauftritt: Noch besserer Service für die Mitglieder

Masterplan Binnenschifffahrt: Arbeiten laufen auf Hochtouren

Bundeshaushalt 2019: Entwurf mit Licht und Schatten

Haushalt 2018 beschlossen: Mehr Personal für die WSV bewilligt

PG BiSchi in Berlin gegründet: Bündnis zur Stärkung der Binnenschifffahrt 

Verzögerungen beim Donauausbau: Verwaltungsverfahren nicht nachvollziehbar

BMBF-Vorhaben „Smart St@rt“: BDB arbeitet in Integrationsprojekt mit

Leitzentrale Hannover eröffnet: BDB-Präsident Staats mit Grußwort

Aktuelles vom Schulschiff

Kurz gemeldet.

Quelle und Foto: BDB




Antwerpen auf dem Weg zum sechsten Rekordjahr

Der Hafen Antwerpen verzeichnet weiter steigende Umschlagzahlen. Der Gesamtumschlag nach neun Monaten liegt bei 177.026.550 Tonnen – mit 6 Prozent ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Dank dieser Ergebnisse nimmt der Hafen Kurs auf das sechste Rekordjahr in Folge. Zugleich bestätigt die jüngste Investitionswelle die Attraktivität Antwerpens und bekräftigt seine Rolle als Welthafen.

Der Containerverkehr ist von Januar bis September gegenüber den ersten neun Monaten 2017 erneut kräftig gewachsen, um 7,1 Prozent auf 98.436.773 Tonnen. Bezogen auf 20-Fuß-Standardcontainer (TEU) stieg der Umschlag um 6,8 Prozent auf 8.333.523 TEU.

Alle Fahrtgebiete verzeichneten Zuwächse im Import und im Export, mit der einzigen Ausnahme Export nach Zentralamerika, der leicht zurückgegangen ist. Mit 12,4 Prozent den stärksten Zuwachs verzeichnete das Transshipment mit der bedeutendsten Wirtschaftsregion Europa. Der Güterumschlag für Nordamerika stieg um 8,2 Prozent und für Asien um 2,2 Prozent. Die Importe aus China liegen nach acht Monaten in etwa auf Vorjahresniveau, während die Exporte um 6,7 Prozent niedriger waren. Aufgrund des chinesischen Importstopps für Altpapier und Kunststoffabfälle ging der Export von Vollcontainern nach China zurück und es werden mehr Leercontainer exportiert.

Jacques Vandermeiren, CEO der Antwerp Port Authority: „2018 ist bereits jetzt ein Spitzenjahr für unseren Hafen. Nicht nur wegen der Rekordwerte, die wir erneut vorlegen können, sondern auch wegen der Welle von Investitionen in den letzten Monaten. Dass sich Großunternehmen der Chemischen Industrie wie Borealis, Ineos, Nippon, Sea-Mol und Oiltanking/AGT für Antwerpen entscheiden, bestätigt und festigt unsere Attraktivität als größter Chemiecluster Europas. Die Bedeutung dieser Investitionen in Höhe von insgesamt rund zwei Milliarden Euro kann nicht oft genug betont werden. Sie werden wesentlich zur nachhaltigen Zukunft unseres Hafens und zur Kontinuität unserer Rolle als größte wirtschaftliche Triebkraft unseres Landes beitragen.“

Hafenschöffe Marc Van Peel ergänzt: „Nachhaltiges Wachstum ist für unseren Hafen nur möglich, wenn wir gewährleisten, dass er für Menschen und Güter immer zugänglich ist und bleibt. Hier bekennen wir uns gemeinsam mit der Hafengemeinschaft zu unserer Verantwortung. Die jüngste Erweiterung des Streckennetzes für das Erfolgsmodell Wasserbus ist ein gutes Beispiel für eine strukturelle Bewältigung der Mobilitätsherausforderungen im Personenverkehr. Im Güterverkehr streben wir bis 2030 einen Modal Shift zu Bahn und Binnenschiff an, mit einer Rückführung des Anteils der Güterverkehre auf der Straße und einem deutlichen Anstieg der Verkehrsanteile von Eisenbahn und Binnenschifffahrt.“

Der Breakbulk-Umschlag hat in den ersten neun Monaten 2018 insgesamt wieder einen leichten Zuwachs erzielt und zeigt damit nach einer langen Periode negativer Zahlen wieder erste Anzeichen einer Erholung.

Die RoRo-Fracht stieg insgesamt um 5,6 Prozent auf 3.960.845 Tonnen. Die Zahl der von Januar bis September ausgelieferten Pkw war um 4,1 Prozent, die Zahl der Lkw und sonstiger schwerer Fahrzeuge um 2,6 Prozent höher.

Nachdem das konventionelle Stückgut in den ersten sechs Monaten 2018 im Vergleich zu dem außergewöhnlich starken ersten Halbjahr 2017 noch einen Rückgang von 6,5 Prozent zu verzeichnen hatte, ist der Umschlag in diesem Segment im dritten Quartal leicht angestiegen. Dadurch wurde das Minus auf Jahresbasis auf 2,7 Prozent zurückgeführt. Hintergrund ist eine Erholung der Eisen- und Stahlimporte. Die Stahlimporte aus China verzeichneten im dritten Quartal ein starkes Wachstum, während die Stahlimporte aus der Türkei und Indien weiter zurückgingen. Der Anstieg der Stahlimporte aus China lässt sich als Reaktion auf die quotenbasierten Schutzmaßnahmen der Europäischen Kommission erklären. Sie wurden im Juli eingeführt, um den europäischen Stahlmarkt vor möglichen Überschwemmungen infolge der von den Vereinigten Staaten von Amerika auf Stahl erhobenen Einfuhrzölle von 25 Prozent zu schützen.

Die Exporte von Eisen und Stahl stiegen in den ersten drei Quartalen um 4,9 Prozent. Die Eisen- und Stahlexporte in die USA lagen dabei 8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumschlag von Eisen und Stahl wuchs von Januar bis September um 1,9 Prozent.

Flüssiggut verzeichnete im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein starkes Wachstum von 5,7 Prozent auf 57.652.877 Tonnen. Die Importe stiegen um 9,1 Prozent, die Exporte um 0,5 Prozent, was eine deutliche Erholung nach dem Rückgang um 12,2 Prozent im ersten Quartal bedeutet.

Der Umschlag von Rohöl war um 7,1 Prozent niedriger, wohingegen der Anstieg bei Erdölderivaten (+6 Prozent) und Chemikalien (+10,1 Prozent) die Ergebnisse im Flüssiggut-Segment weiter gesteigert hat.

Der Schüttgut-Umschlag wuchs im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 um 1 Prozent. Dies ist insbesondere auf den höheren Umschlag von Düngemitteln (+11,2 Prozent), Sand und Kies (+23,9 Prozent) sowie Kohle (+3,3 Prozent) zurückzuführen, da der sonstige Umschlag (Erze, Kaolin, Getreide und Schrott) im Vorjahreszeitraum volatil war und derzeit einen Rückgang verzeichnet.

10.901 Seeschiffe (+1,9 Prozent) haben in den vergangenen neun Monaten den Hafen Antwerpen angelaufen. Die Bruttotonnage der Schiffe, die Antwerpen angelaufen haben, stieg um 2,3 Prozent auf 314.200.283 Tonnen.

Quelle und Foto: Antwerp Port Authority




HPA präsentierte innovatives Hafenentwicklungskonzept

Die Hamburg Port Authority (HPA) stellte auf der Immobilienmesse Expo Real in München (Stand-Nr. B2.430) ihr innovatives Hafenentwicklungskonzept für den Bereich Steinwerder Süd vor. Nach unterschiedlichen Planungskonzepten und einem im Jahr 2017 erfolgten internationalen Ideenwettbewerb soll dieser zentrale Bereich des mittleren Hafens nun in einem mehrstufigen Prozess bedarfsgerecht und zukunftsfähig entwickelt werden.

Derzeit wird geplant, in einem ersten Schritt eine effiziente und flexible Flächenstruktur zu entwickeln, die modernen Hafennutzungsansprüchen entspricht. Nachfolgend würden der Endausbau und damit das Nutzungskonzept definiert.

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg und die HPA haben zuvor beschlossen, die im Stadtteil Steinwerder gelegenen Flächen des Hansa-Terminals und des Roß-Terminals – alles zusammen als Steinwerder Süd bezeichnet – umzustrukturieren. Die im mittleren Freihafen liegenden Terminals sind renovierungsbedürftig und teilweise baufällig. Sie bieten mit ihren vorhandenen Flächenstrukturen nur noch wenig Potenzial für zeitgemäße Hafennutzungen.

Zur Herrichtung neuer, bedarfsgerechter und effizient nutzbarer Hafenflächen sollen die vorhandenen Kaizungen aus Gründen des Hochwasserschutzes auf ein Niveau von derzeit etwa 5,5 Meter Normalhöhennull (NHN) auf 8 Meter NHN aufgehöht werden. Weiterhin ist geplant, die Höftspitzen Roßhöft und Oderhöft zurückzubauen. Der dazwischenliegende Bereich des Oderhafens soll verfüllt und ebenfalls auf ein Niveau von 8 Meter NHN gebracht werden.

Durch die Maßnahmen würde im Zuge einer Vorbereitungsmaßnahme eine rund 33 Hektar große, zusammenhängende Fläche geschaffen, die zur Wasserseite mit Uferböschungen abschließt. Die angrenzenden Terminals und die geplanten Hafennutzungen geben die äußeren Grenzen der Fläche und den Abstand zu den benachbarten Hafenanlagen und Planungsprojekten vor. Bei der Planung werden Entwicklungsperspektiven und Ausbaupotenziale der Nachbarn berücksichtigt.

Die neu entstehende Hafenfläche soll so konzipiert und bautechnisch ausgestaltet sein, dass sie entsprechend der konkreten Marktnachfrage zum Fertigstellungszeitpunkt für verschiedene und nach gegenwärtigem Stand prognostisch zu erwartende Hafennutzungen entwickelt werden kann.

Quelle und Grafik: HPA




BDB reist royal

Hoher Besuch aus dem Nachbarland: Königin Máxima und König Willem-Alexander der Niederlande haben im Rahmen ihres Staatsbesuches in Deutschland an einer Schifffahrt auf dem Mittelrhein zwischen Oberwesel und Boppard mit Vertretern aus Binnenschifffahrt, Politik, Verwaltung, Industrie und der See- und Binnenhäfen teilgenommen. Mit an Bord: der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB).

An zwei Thementischen – „Greening“ und „Klimafeste Infrastruktur“ – führte das Königspaar dabei intensive Gespräche mit den Teilnehmern der Schifffahrt auf der „MS Rhenus“ der Bingen-Rüdesheimer Fähr- und Schiffahrtsgesellschaft und hörte sich die jeweiligen Standpunkte an.

Für den Bundesverband waren BDB-Vizepräsident Dr. Gunther Jaegers (Reederei Jaegers) und Thomas Maaßen (Rhenus Logistics) bei dem Arbeitsbesuch vertreten und lobten den intensiven fachlichen und konstruktiven Austausch mit dem niederländischen Königspaar, das sich die einzelnen Standpunkte nicht nur anhörte, sondern auch in der Sache nachfragte und kommentierte.

Der Besuch unterstreicht die freundschaftliche Verbundenheit zwischen Deutschland und den Niederlanden und die engen wirtschaftlichen Beziehungen, gerade auch in der Binnenschifffahrt. Die gemeinsame Schifffahrt bot in den Augen des BDB eine hervorragende Gelegenheit, dem niederländischen Königspaar die aktuellen und langfristigen Probleme der Binnenschifffahrt vorzutragen und zu erläutern. Dazu zählen unter anderem das dringende Erfordernis einer bedarfsgerechten Sanierung und Modernisierung der Wasserstraßeninfrastruktur, um künftig mehr Güter auf das Wasser verlagern zu können. Besprochen wurde auch das Thema „Greening der Flotte“, insbesondere im Zusammenhang mit den von der EU verordneten, äußerst strengen Abgasgrenzwerten für die Binnenschifffahrt, die das Gewerbe vor große Herausforderungen stellen und die Innovationspotenziale der Schifffahrt eher hemmen als fördern.

„Binnenschiffsmotoren, die den neuen Vorschriften entsprechen, sind derzeit am Markt nicht verfügbar. Die EU muss zusammen mit der Branche nach kurzfristigen Lösungen suchen, um eine Verbesserung der Emissionen zu erreichen. Vorher ist jedoch eine profunde Untersuchung der Flotten- und Maschinenstruktur in der Binnenschifffahrt erforderlich“, so Dr. Gunther Jaegers.

Der rheinland-pfälzische Verkehrs- und Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) unterstrich die Bedeutung des Exports sowohl für die Niederlande als auch für Rheinland-Pfalz und die dabei wichtige Rolle der Transportwege über das Wasser. Der Rhein ist insbesondere im Hinterlandverkehr der Westseehäfen eine bedeutende Transportachse.

Quelle: BDB




Optimodal erhöht die Taklung nach Rotterdam

Zum 1. Oktober hat Optimodal B.V. die Zugfrequenz zwischen den Maasvlakte Deep-Sea-Terminals in Rotterdam und dem Binnenhafen Neuss erfolgreich von sieben auf elf Rundläufe die Woche erhöht.

Als Grund für die Steigerung um mehr als 50 Prozent nennt Geschäftsführer Karsten Scheidhauer das ungebrochen wachsende Interesse der Kunden an Verbindungen zwischen den beiden Standorten im Allgemeinen sowie die hohe Akzeptanz der Angebote des niederländischen Unternehmens im Besonderen.

Konkret gibt es jetzt importseitig sonntags bis donnerstags jeweils zwei Abfahrten und am Freitag eine Abfahrt sowie im Export von Montag bis Freitag je zwei Abfahrten und samstags eine Abfahrt zwischen der Nordsee und dem Rheinland im so genannten Quirinus-Express.

Optimodal Nederland B.V. ist ein neutraler Logistik-Dienstleister für Hinterlandtransporte per Bahn, Schiff und LKW, Anteilseigner sind zu 24,3 Prozent DB Cargo Nederland N.V., zu 75,7 Prozent Kombiverkehr Intermodal Services AG, Basel.

Neben der Unternehmenszentrale in Rotterdam und dem Standort in Neuss unterhält das Unternehmen noch einen Standort in Hamburg. Insgesamt 46 Mitarbeiter erschließen Spediteuren, Schifffahrts- und Logistikunternehmen sämtliche ökologischen und ökonomischen Vorteile der maritimen und kontinentalen Verkehrsketten. Dabei arbeiten sie mit den führenden und etablierten Terminals zusammen und nutzen neben den Hauptverkehrsträgern Bahn und Lkw das Binnenschiff, um die größtmögliche Qualität, Flexibilität und Zuverlässigkeit zu erreichen.

Aufgrund des stark ausgebauten Netzwerkes der Kombiverkehr Deutsche Gesellschaft für den kombinierten Verkehr mbH & Co. KG verbindet Optimodal die Nordseehäfen mit vielen wichtigen Wirtschaftsstandorten in ganz Europa.

Quelle und Foto: Optimodal




E.ON, TRIMET und DeltaPort schließen Partnerschaft

Auf der internationalen Immobilien-Fachmesse EXPO REAL in München präsentierten E.ON, die Hafenkooperation DeltaPort und der Aluminiumhersteller TRIMET das Projekt „EcoPort 813“. Die Partner planen, Abwärme aus der Produktion von Aluminium zu einer ressourcenschonenden Energiequelle umzuwandeln, um so Logistikimmobilien am Rheinhafen Voerde-Emmelsum zu versorgen.

Die günstige und CO2-neutrale Energie in Form von Wärme oder Kälte soll Anreize für die Ansiedlung weiterer Unternehmen schaffen.

Darüber hinaus wollen die Partner die Logistikkette für Lebensmittel klimafreundlich gestalten. Üblicherweise werden temperaturgeführte Container, die per Seeschiff im Seehafen anlanden, in Kühlzentren entladen und werden dann auf der Straße per Kühlkoffer-Lkw in das Hinterland gebracht.

„EcoPort 813“ will diese Lieferkette ökologisch optimieren. Zukünftig sollen Kühlcontainer mit Binnenschiffen oder per Bahn in das Hinterland transportiert werden. Die Entladung der Container wird in einem temperaturgeführten Distributionscenter im Hafen Emmelsum ermöglicht, um erst von dort aus die Verteilung per Lkw zu starten. Der Lkw wird somit nur noch auf der „letzten Meile“ eingesetzt.

E.ON wird das Herzstück des Projekts beisteuern: Eine Energiezentrale mit Wärmerückgewinnung. Hier wird die überschüssige Wärme aus der Aluminiumherstellung von TRIMET wiederverwertet. Sie kann, umgewandelt in Kälte, Kühllogistik-Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, aber auch in Form von Wärme für produzierendes Gewerbe. Die Unternehmen erhalten Kälte oder Wärme zu einzigartig günstigen Energiekosten, ohne das Klima mit CO2 zu belasten. Die Anlage gewinnt bis zu 136 Gigawattstunden (GWh) nutzbare Wärme im Jahr. Mehr als 27.000 Tonnen CO2 lassen sich dabei einsparen. Bereits Anfang des Jahres hat E.ON ein vergleichbares Projekt im Hafen von Dortmund initiiert.

In der Voerder Aluminiumhütte stellen rund 300 Mitarbeiter der TRIMET Aluminium SE jährlich 95.000 Tonnen Rohaluminium her. In den Produktionsprozessen entsteht heiße Abluft, die TRIMET als Ressource zur Verfügung stellt.

Die Partner des Projektes „EcoPort 813“ sind sich einig, dass durch Kooperationen wie diese, bedeutende Meilensteine einer nachhaltigen Hafenlogistik erreicht werden können.

Die Ziffer im Projektnamen „EcoPort 813“ steht für den Rheinkilometer, an dem sich der Standort befindet.

Quelle: E.ON SE, Foto: DeltaPort