BÖB würdigt Mannheimer Akte

Unter dem Titel „150 Jahre Mannheimer Akte – Motor für eine dynamische Binnenschifffahrt“ fand der sechste Kongress der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) statt. Unter den geladenen Gästen waren Vertreter aus Politik, Verbänden und der verladenden Wirtschaft im Bereich der Binnenschifffahrt.

Die ZKR stellte sich auf diesem Kongress den Fragen der Bedeutung der Mannheimer Akte von heute und morgen sowie den Perspektiven und Herausforderungen der Rhein- und der Binnenschifffahrt im Allgemeinen.

Mannheims Hafendirektor und Präsidiumsmitglied des BÖB, Roland Hörner, begrüßte, dass zum 150. Jahrestag der Unterzeichnung der Mannheimer Akte nicht nur der Jubiläumskongress in Mannheim stattfand, sondern die historischen Originaldokumente der Mannheimer Akte öffentlich im Mannheimer Schloss ausgestellt wurden. Dort verbleiben Sie bis Ende November. Auf dem Kongress wurde die Mannheimer Erklärung von den Ministern der ZKR-Staaten unterzeichnet. Hiermit wird die Bedeutung der 150 Jahre alten Vereinbarung für den Freihandel bekräftigt. Alle Unterzeichner formulierten weitergehende und der Zeit angepasste Zielsetzungen sowie Aufgaben für die ZKR.

Die Zentralkommission wird aufgefordert, die Fortentwicklung der Digitalisierung, Automatisierung und anderer moderner Technologien voranzutreiben und damit zur Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit der Binnenschifffahrt beizutragen. Vereinbart wurde auch, dass die Rolle der Binnenschifffahrt als wirtschaftlich relevanten Verkehrsträger mit hohem Entwicklungs- und Innovationspotenzial zukünftig gestärkt werden soll. Eine beschleunigte Einbindung der Binnenschifffahrt in digitale und multi- modale Logistikketten ist hier von Nöten.

Die Mannheimer Akte hat den Grundsatz der Erhaltung, Instandhaltung und Verbesserung der Wasserstraße Rhein. Sie sichert und verbürgt bis heute die Freiheit der Schifffahrt auf dem Rhein. Hierzu zählt unter anderem, dass keine Abgaben erhoben werden. Die dazu notwendigen Arbeiten werden von den Uferstaaten durchgeführt. Zu ihnen gehören neun Staaten. Sein größter Flächenanteil liegt in Deutschland, gefolgt von der Schweiz, Frankreichs, Österreich und den Niederlanden. Die Zentralkommission stellt die Begleitung und Abstimmung der entsprechenden Maßnahmen zum Erhalt, Instandsetzung sowie der Verbesserung der Wasserstraße sicher. So prüft sie beispielsweise Arbeiten, die die Schifffahrt beeinträchtigen können. Hierzu zählen unter anderem der Bau von Brücken oder Änderungen der Schifffahrtsrinne.

Der BÖB unterstützt die Unterzeichnung der Mannheimer Erklärung und die darin zum Ausdruck gebrachte Fortsetzung der Grundfesten der Mannheimer Akte.

Im Rahmen des Kongresses haben sich Repräsentantinnen und Repräsentanten der Rheinanliegerstaaten, der Europäischen Kommission sowie der ZKR bei einem kurzen Empfang in das Goldene Buch der Stadt Mannheim eingetragen.

„Wenn wir heute vom Verkehrskorridor Rotterdam-Genua sprechen, so wäre diese weit gefasste Perspektive nicht möglich ohne die historische Entwicklung der Befreiung der Rheinschiene aus den Fesseln der Klein- wie Großstaaterei“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bei dem Empfang. „Der Rhein erfüllt nicht nur Wirtschaftszwecke und trägt zur Lebensqualität der Menschen mannigfaltig bei. Er ist vor allem ein so lebendiges wie geschichtsträchtiges Integrations- und Friedensprojekt in einem vereinten Europa, zu dem das Mannheimer Regelwerk seinen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet hat und weiterhin leistet.“

Quelle: BÖB, Stadt Mannheim, Foto: Stadt Mannheim, Bild: Thomas Rittelmann

 




Krimi-Erlebnis im Stadthafen

Ein führerloses Geisterschiff unter norwegischer Flagge versetzt den Dortmunder Hafen in helle Aufregung. Woher kommt der über 100 Jahre alte Trawler? Was ist mit der Besatzung passiert?

Und warum taucht das Schiff ausgerechnet in Dortmund auf? Antworten auf diese Fragen gibt es bei der Premiere des Hörspiels „Die letzte Fahrt des Geisterschiffs“, zu der die Dortmunder Hafen AG am 26. Oktober um 15 Uhr herzlich auf das Fahrgastschiff Santa Monika am Santa Monika Anleger einlädt. Zielgruppe der kostenfreien Premierenveranstaltung sind Kinder ab acht Jahren, Jugendliche und natürlich auch erwachsene Hörspiel- und Hafenfans.

Hinter dem Hörspiel, das in enger Zusammenarbeit mit der Dortmunder Hafen AG verwirklicht wurde, steht die Lüdinghauser Hörspielproduktionsfirma Pit & Land. Sie hat eine neue Hörspielreihe mit dem Titel „Dortmund Detektive“ ins Leben gerufen. Das Abenteuer im Hafen bildet den Auftakt der Reihe, die noch weitere Fälle an bekannten Schauplätzen in Dortmund bereithält.

Im Mittelpunkt der Hörspielreihe stehen die Jugendlichen Alexia, Paul und Finn. Die drei Dortmunder verbindet neben dem Herzblut für ihre Stadt eine ausgeprägte detektivische Spürnase. „Mit der Hörspielreihe wollen wir Kindern und Jugendlichen Dortmund aus neuen Perspektiven zeigen und sie hinter die Kulissen spannender Orte führen“, verrät Autor Raimon Weber. Für den Fall im Dortmunder Hafen hat er im vergangenen Sommer intensiv recherchiert.

Das Hörspiel bildet zugleich einen neuen Ansatzpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit der Dortmunder Hafen AG. „Wir möchten den Dortmunder Hafen mit seiner Bedeutung für die Stadt und die Region schon bei den Kleinsten im Bewusstsein verankern. Das Hörspiel verbindet dazu spannende Unterhaltung mit Information und kommt so den Gewohnheiten eines jugendlichen Publikums entgegen“, erläutert Uwe Büscher, Vorstand der Dortmunder Hafen AG.

Bei der Premiere am 26. Oktober wird das Hörspiel nicht einfach abgespielt. Einzelne Passagen sind im Live-Vortrag durch die Sprecher der Detektive zu erleben. In Kombination mit dem Fahrgastschiff Santa Monika als Ort der Premiere bietet sich ein Hörspielerlebnis der besonderen Art.

Anmeldungen sind nicht erforderlich. Die Santa Monika verbleibt während der Veranstaltung am Anleger im Stadthafen.

Mehr Informationen zum Hörspiel gibt es im  Filmtrailer hier

Quelle und Foto: Dortmunder Hafen AG




Festmacherdienst für große WDK-Schleusen beauftragt

Um die Leichtigkeit der Schifffahrt auf dem Wesel-Datteln-Kanal (WDK) wieder herzustellen, hat das für den Kanal zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Duisburg-Meiderich ein Vergabeverfahren für den Einsatz eines Festmacherdienstes an den großen WDK-Schleusen erfolgreich abgeschlossen.

Der Auftrag für den Festmacherdienst wurde Anfang Oktober an eine Fachfirma aus Kiel vergeben. Vertragsmäßiger Beginn ist Montag, der 3. Dezember 2018 um 6:00 Uhr. Die Fachfirma und das WSA stehen bereits im engen Austausch, um weitere Vorkehrungen zu treffen sowie Maßnahmen für einen erfolgreichen Start einzuleiten.

Die Nischenpoller an den großen Schleusen des Wesel-Datteln-Kanals sind weiterhin zur Benutzung für die Schifffahrt gesperrt. Mit der Aufnahme der Festmachertätigkeiten sollen zukünftig Rangbildungen und Wartezeiten an den WDK-Schleusen reduziert werden.

Die Mitarbeiter der Festmacherfirma übernehmen mittels einer Hilfsleine die Festmacherleinen der Fahrzeuge und legen diese über die Kantenpoller. Nach Abschluss der Schleusung werden die Verbindungen von den Festmachern wieder gelöst.

Quelle und Foto: Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich




Falck ist umgezogen

Das neue Schulungszentrum von Falck auf der Maasvlakte wurde jetzt von Allard Castelein, dem Generaldirektor des Rotterdamer Hafenbetriebs, eröffnet. Falck hat seinen Sitz nun einige hundert Meter entfernt, um der Entwicklung des Hartel Tank Terminals Platz zu bieten.

Bei Falck können Interessenten aus der maritimen bzw. petrochemischen Industrie und Offshore-Industrie lernen, wie sie in Notfällen handeln sollten. Das neue Gelände ist über einen Hektar größer als der ehemalige Standort und bietet Platz für ein hochmodernes Schulungszentrum, das den neuesten Standards im Bereich von Technologie, Umwelt und Hygiene entspricht.

Schon 1985 wurde einige Kilometer vom derzeitigen Standort entfernt ein großes Schulungszentrum für Feuerwehr, Industrie, Offshore und den maritimen Sektor eröffnet, das aus einer Kooperation des Hafenbetriebs Rotterdam, von Smit Internationale und des Niederländischen Sicherheitsdienstes hervorging. Das Hauptziel des Sicherheitszentrums, das zur damaligen Zeit die Namen Risc und Nutec trug, bestand darin, ein sicheres Wohn- und Arbeitsgebiet im Rotterdamer Hafen zu schaffen.

Das neue Gelände, ca. 138 m östlich des bereits bestehenden Schulungszentrums.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




EU-Kommission bittet um Stellungnahme

Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Anhörung zum Wettbewerbsrecht für Konsortien und Allianzen in der Linienschifffahrt begonnen. Die Kommission bittet insbesondere um Stellungnahmen von Reedereien, deren Kunden (Verlader und Spediteure), von Hafenbetreibern und deren Verbänden. Die Wettbewerbsbehörden der EU-Mitgliedstaaten werden ebenfalls konsultiert.

Der ZDS und der europäische Terminalbetreiberverband FEPORT werden sich in geeigneter Weise einbringen.

Linienschifffahrtsdienste, also regelmäßige, fahrplangebundene Seeverkehrsdienste zur Beförderung von Gütern, werden häufig von mehreren konkurrierenden Schifffahrtsunternehmen gemeinsam erbracht, auf der Grundlage sogenannter Konsortialvereinbarungen. Die in Konsortien (oder „Allianzen“) zusammengeschlossenen Linienreedereien – überwiegend Containerlinien –  nutzen gemeinsam Schiffe und stimmen Fahrpläne untereinander ab.

Generell verbietet das EU-Recht zwar Vereinbarungen, die den Wettbewerb beschränken. Jedoch stellt die Gruppenfreistellungsverordnung für Seeschifffahrtskonsortien die Zusammenarbeit von Reedereien mit einem kumulierten Marktanteil von weniger als 30 % unter bestimmten Umständen automatisch von diesem Verbot frei, um die Effizienz der Linienschifffahrt im Interesse der Nutzer und Verbraucher zu steigern. Preisabsprachen sind nicht zulässig.

Die Gruppenfreistellungsverordnung gilt bis 25. April 2020. Die Kommission hat daher die  Konsultation eingeleitet, um die Kommission bei der Bewertung der Auswirkungen und der Relevanz der Gruppenfreistellungsverordnung für Konsortien zu unterstützen und um nachzuweisen, ob und gegebenenfalls unter welchen Bedingungen diese Verordnung außer Kraft treten oder verlängert werden kann.

Quelle: ZDS, Foto: Eurogate/ Luftfoto Scheer

 




Contargo reagiert auf Kleinwasser

Der Pegel in Kaub hat in der Nacht auf Montag die Marke von 55 Zentimeter unterschritten. Das bedeutet für die Contargo, dass rund ein Drittel der Flotte nicht mehr in der Lage ist, den Mittelrhein („Loreley“) zu befahren, wie das Unternehmen mitteilt.

Weiter heißt es: „Es wird befürchtet, dass die Pegelstände auch in der nächsten Woche noch weiter fallen könnten. Sollte der Pegel Kaub tatsächlich auf unter 50 cm fallen, werden zusätzliche 45 Prozent unserer Schiffe diese Strecke nicht mehr befahren können, so dass uns nur noch ein Viertel unserer Flotte zur Verfügung steht. Für die Strecke von Basel bis Koblenz bedeutet dies eine weitere starke Einschrän­kung der Ladekapazitäten

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind die Pegel in Koblenz und Köln ebenfalls derart gefallen, dass die Situation dort mit der in Kaub vergleichbar ist.

Leider werden für die kommenden Tage keinen nennenswerten Niederschläge erwartet. Eine Verbesserung der Lage auf dem Rhein ist damit nicht in Sicht.

Wir setzen alles daran, alle Container rechtzeitig zu befördern. Doch bei weiter sinkenden Pegelständen wird auch die Alternative, Container per LKW nach Koblenz umzufahren und von dort aus weiter mit dem Schiff zu transportieren, ausfallen. Die Schiffe, die in diesem Fall den Pegel Kaum nicht mehr passieren können, werden wir weiter in der Region Niederrhein einsetzen und in Neuss drehen.

Sollte diese Situation tatsächlich eintreten, werden wir in Abhängigkeit von den uns zur Verfügung stehenden Lkw-Kapazitäten eine Landbrücke aufbauen, um Ihre Container nach Neuss zu transportieren. In Neuss werden Ihre LKW dann zwischen LKW und Binnenschiff umgeladen.

Wir erweitern daher unsere Kleinwasserzuschläge um eine weitere Staffel:

Pegel Kaub 
(alle Terminals südlich von Koblenz)
20‘ Container 40‘ Container
50 cm – 41 cm 475,00 € pro Container 625,00 € pro Container

 

Pegel Duisburg-Ruhrort
(alle Terminals südöstlich von Wesel bis einschl. Koblenz)
20‘ Container 40‘ Container
170 cm – 161 cm 175,00 € pro Container 225,00 € pro Container

Der Kleinwasserzuschlag wird nur für volle (beladene) Container abgerechnet. Diese Regelung gilt bis auf Widerruf.

Zusätzlich bieten wir Ihnen ab unseren Terminals in Wörth, Mannheim, Frankfurt, Neuss und Duisburg als weitere Alternative unsere Bahnverkehre an, allerdings sind auch diese Kapazitäten beschränkt. Um zu erfahren, welche Alternativen wir Ihnen für Ihre Container anbieten können, wenden Sie sich bitte direkt an Ihren gewohnten Ansprechpartner bei Contargo.

Aufgrund der schwierigen Situation müssen wir Sie leider darauf hinweisen, dass eine Terminsicher-heit nicht gewährleistet werden kann und dass laut unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eine Transportverpflichtung unserseits unterhalb eines Pegelstandes in Kaub von 81 cm und unterhalb eines Pegelstandes in Duisburg-Ruhrort von 181 cm entfällt.

Sobald sich eine Besserung der Wasserstände abzeichnet, werden wir uns umgehend wieder bei Ihnen melden. Wir hoffen auf Ihr Verständnis und bitten Sie um Weitergabe dieser Informationen an alle verantwortlichen Mitarbeiter in Ihrem Hause.

Für Rückfragen und/oder weitere Informationen stehen Ihnen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne zur Verfügung.

Quelle und Foto: Contargo

 

 

 




Antwerpen sucht Lösungen für Hafen der Zukunft

Zeitgleich fand jetzt in den Häfen von Antwerpen und Los Angeles der erste chainPORT-Hackathon statt. Mehr als 400 Teilnehmer waren allein in Antwerpen der Einladung gefolgt, in Teams kreative Lösungen für die lokalen und weltweiten Herausforderungen des Hafens von morgen zu finden.

Das Siegerteam der Firma Rombit entwickelte eine Lösung zur Optimierung der spezifizierten Estimated Time of Arrival ETA (voraussichtliche Ankunftszeit). Der Antwerpener chainPORT-Hackathon ist eine Initiative von AlfaportVoka, der Antwerp Port Authority und NxtPort.

Es war nicht nur der erste chainPORT-Hackathon, er fand auch parallel in Antwerpen und Los Angeles statt. Zwei Tage und Nächte lang widmeten sich Teams und Coaches aus der Wirtschaft und der akademischer Welt lokalen und weltweiten hafenrelevanten Herausforderungen, darunter Themen wie Mobilität, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Datenaustausch zwischen den Welthäfen.

Erwin Verstraelen, Chief Digital and Innovation Officer der Antwerp Port Authority, betont: „Innovation ist ein mächtiges Instrument in dieser sich schnell verändernden Welt. Als Weltakteur ist der Hafen Antwerpen bestrebt, bei der Entwicklung innovativer Konzepte langfristig eine Vorreiterrolle zu spielen. Wir wollen für die Zukunft gerüstet sein – mit einem Hafen, in dem intelligente Technologien eingesetzt werden, damit der Betrieb auf See und an Land intelligenter, reibungsloser und effizienter durchgeführt werden kann. Wir arbeiten selbst kontinuierlich an diesem Ziel, fordern aber auch Partner auf, ihre Erkenntnisse und ihr Know-how bestmöglich zu nutzen. Dieser Hackathon, der für alle offenstand, die mit uns mitdenken wollten, ist ein konkretes Beispiel dafür.“

Die Jury, bestehend aus Hans Verbeeck (NxtPort), Erwin Verstraelen (Antwerp Port Authority), Sven Devocht (AlfaportVoka) und Serge Auclair (Hafen Montreal), wählte den Gewinner aus insgesamt 35 entwickelten Lösungen aus. Die Wahl fiel auf den Vorschlag des Rombit-Teams, das eine Lösung zur Optimierung der spezifizierten ETA entwickelt hat. Das Gewinnerteam erhielt ein Preisgeld von 5.000 Euro sowie ein umfassendes B2B-Mentoringprogramm.

„Heute wurden viele kreative und innovative Ideen präsentiert, aber diese hat sich für uns deutlich abgehoben. Ihre Lösung zur Optimierung der ETA kann einen konkreten Beitrag zu einem zukunftssicheren Hafen leisten. Wir werden mit ihnen zusammenarbeiten, um ihre Idee weiterzuentwickeln und in die Praxis umzusetzen“, sagt Erwin Verstraelen.

Die chainPORT-Initiative ist eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Hafenbehörden auf der ganzen Welt: Antwerpen, Barcelona, Busan, Felixstowe, Hamburg, Los Angeles, Montreal, Rotterdam, Schenzhen und Singapur. chainPORT ist bestrebt, fortschrittliche Prozesse und Technologien zu entwickeln, um die Zukunft des Hafensektors zu gestalten.

Quelle und Foto: Antwerp Port Authority

 




Wo Krefelds Azubis Handwerke lernen

Über moderne Ausstattung, Ausbildungsmethoden und Frauenquote in der chemischen Industrie diskutierte Oberbürgermeister Frank Meyer in der vergangenen Woche mit dem Chempark-Manager und -Betreiber Currenta.

Beim Besuch des größten Ausbildungsbetriebs Krefelds äußerte er sich positiv über die Vielfältigkeit der Berufsbilder und die modernen Räumlichkeiten: „Die Zukunft Krefelds hängt an gut ausgebildetem Fachpersonal. Wir als Stadt setzen uns dafür mit verschiedenen Initiativen ein. Ich freue mich, dass durch Currenta rund 500 junge Menschen hochqualifiziert ausgebildet werden und so mit einer guten Perspektive in die Berufswelt starten können“, sagte Meyer. 

Vom Ausbildungskonzept von Currenta profitieren auch mittelständische Betriebe in Krefeld und Umgebung. Denn mit der „Ausbildungsinitiative Rheinland“ bildet Currenta auch für Unternehmen außerhalb des Uerdinger Chemieparks aus. „Viele kleinere Betriebe haben nicht die Ausstattung oder Möglichkeit eine Ausbildung in derselben Qualität anzubieten. Wir als Chemiepark-Betreiber, aber auch Unternehmen in der Region profitieren davon, wenn es im Umkreis viele hochqualifizierte Fachkräfte gibt“, sagt Wilhelm Heuken, Bildungsleiter bei Currenta. Aktuell übernimmt Currenta die Ausbildung von 42 Azubis im Rahmen der Ausbildungsinitiative Rheinland.

Über drei Millionen Euro wurden in den vergangenen zweieinhalb Jahren in die Modernisierung des Ausbildungszentrums investiert. Auf seinem Rundgang besuchte Oberbürgermeister Meyer die Räumlichkeiten, Labore und Werkstätten der Metall-, Elektro- und Laborberufe. Bei den verschiedenen Berufsbildern wird nicht nur technisches Wissen, sondern auch Selbstständigkeit und Sozialkompetenz vermittelt. „Zu einer guten Ausbildung gehören für uns mehr als die Lehrinhalte. Unsere Azubis sollen während der dreieinhalb Jahre auch ihre Persönlichkeit stärken und weiter entwickeln“, sagt Heuken. Bei verschiedenen Aktionen lernen die Nachwuchskräfte Verantwortung zu übernehmen und auf ihre körperliche und seelische Gesundheit zu achten.

Im Anschluss an die Tour diskutierte der Oberbürgermeister mit Betriebsräten über aktuelle Themen und Bildung. Auch der Frauenanteil in der chemischen Industrie wurde thematisiert: Bei den Laborberufen werden in einigen Jahrgängen mehr Frauen als Männer ausgebildet. In den technischen Berufen allerdings gibt es noch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: „Wir müssen junge Menschen frühzeitig an Naturwissenschaften heranführen und uns weiter dafür einsetzen, dass sich mehr Mädchen das Erlernen eines technischen Berufs vorstellen können“, sagte Rennings.

Quelle und Foto: Currenta, beeindruckt durch die Vielfältigkeit: Oberbürgermeister Frank Meyer (Mitte) auf seinem Rundgang durch das Currenta-Ausbildungszentrum mit Wilhelm Heuken, Leiter der Bildung, und dem Betriebsratsvorsitzenden Detlef Rennings (von links nach rechts). 




Rotterdam schafft Raum für Polymere

Der Hafenbetrieb und Rotterdam Polymer Hub (RPH) haben einen Vertrag zur Herausgabe von Grundstücken unterzeichnet, auf denen zwei Gebäude zur Lagerung und zum Vertrieb von Polymeren gebaut werden.

RPH ist der erste Logistikknotenpunkt im Rotterdamer Hafen, der speziell der Lagerung von Polymeren dient. Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative des Hafenbetriebs, der Euro-Rijn Group und des Unternehmers Geert Van De Ven.

Die beiden Lager mit einer Gesamtfläche von 35.000 m2 (Lagerungskapazität 550.000 t) werden auf der Maasvlakte errichtet. Durch die unmittelbare Nähe von Deepsea-Containerterminals, ultramoderner Infrastruktur und guten Verbindungen zum europäischen Hinterland ist dieser Standort bestens geeignet.

Der RPH umfasst ein Lager zur Lagerung verpackter Waren, eine Außenfläche für Lagerungszwecke in 30-Fuß-Containern und auf längere Sicht auch Hochsilos zur Massengutlagerung. Die Lager werden voraussichtlich im dritten Quartal 2019 in Gebrauch genommen.

Emile Hoogsteden, Geschäftsführer für Container, Massenstückgut und Logistik des Hafenbetriebs Rotterdam: „Die Idee für ein Lagerungszentrum speziell für Polymere in Rotterdam entstand durch die wachsenden Importströme aus dem Mittleren Osten und den Vereinigten Staaten. Ich bin stolz darauf, dass der Unternehmer Geert Van De Ven gemeinsam mit der Euro-Rijn Group beschlossen hat, den Hub im Rotterdamer Hafen anzusiedeln.“

Geert Van De Ven, Geschäftsführer von Rotterdam Polymer Hub: „Der Hafenbetrieb Rotterdam war von Anfang an eng an diesem Projekt beteiligt und die Infrastruktur auf der Maasvlakte passt perfekt in das Konzept von RPH. In Kombination mit dem richtigen Partner Euro-Rijn Group und Gesprächen mit Dienstleistern in diesem Geschäftsbereich ist die Entscheidung für Rotterdam selbstverständlich.“

RPH wird in den nächsten Monaten auf der EPCA in Wien, dem GPCA Annual Meeting in Dubai und der Petrochemical Supply Chain-Konferenz in Houston vorgestellt.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 




Schnellster Feuerwehrmann Deutschlands

Körperlich vollkommen erschöpft kommt Ralf Sikorra, Werkfeuerwehrmann im Chempark, ins Ziel. Die Muskeln brennen schon seit einer Weile, aber das gehört eben dazu, wenn man die wohl härteste Challenge der Welt macht.

„Man muss seine Zähne zusammen beißen, dem Gegner geht es ja genauso.“ Als er seine Zeit sieht, kann er es kaum glauben – 1:39 Minuten, neue persönliche Bestzeit. Prompt ist der Schmerz vergessen, die Freude über die eigene Leistungssteigerung ist größer. „Als ich vor sieben Jahren mit dem Sport angefangen habe, hätte ich nie gedacht einmal so eine Zeit zu erreichen.“ Bei der internationalen „FireFit Challenge“ in Kanada gewinnt er den vierten Platz. Und: So schnell wie Sikorra ist kein anderer Deutscher. 

Die Challenge verlangt trainierten Feuerwehrmännern alles ab. In voller Ausrüstung, was ungefähr 30 Kilogramm Zusatzgewicht bedeutet, muss ein 20 Kilogramm schweres Schlauchpaket zunächst einen Turm über drei Etagen hochgetragen werden. Oben angekommen ziehen sie ein weiteres ebenso schweres Schlauchpaket hoch. Danach geht es die Treppe wieder runter. Aus Sicherheitsgründen muss jede Stufe einzeln genommen werden und die ganze Zeit eine Hand am Geländer sein. Unten angekommen schnappt sich der Feuerwehrmann einen circa fünf Kilogramm schweren Hammer und muss damit ein 75 Kilogramm schweres Gewicht 1,50 Meter nach hinten schlagen. Ist das geschafft, rennt er 30 Meter Slalom zu einem mit Wasser gefüllten Schlauch, der wieder die 30 Meter zurückgezogen werden muss, um dann mit dem Wasserstrahl ein Ziel zu treffen. Die letzte Herausforderung ist eine 80 Kilogramm schwere Puppe, die 30 Meter rückwärts laufend ins Ziel gezogen wird. 

Die „FireFit Challenge“ ist nicht der einzige Wettkampf, an dem Sikorra sich beteiligt. Regelmäßig trifft man ihn – ähnlich wie einige seiner Kollegen auch aus dem Chempark – bei Wettkämpfen in ganz Deutschland und auf Europa- oder Weltmeisterschaften. Anfang Mai reiste er für den Stairrun (Treppenlauf) nach Berlin. Beim Stairrun rennen die Teilnehmer in voller Ausrüstung und mit angeschlossenem Atemschutzgerät vom Startpunkt circa 400 Meter bis zu einem Hoteltreppenhaus und dort 770 Stufen, das entspricht 39 Etagen, nach oben. Angetreten wird in Zweierteams – wichtig: Die Teamkollegen müssen gemeinsam oben ankommen. Dieses Jahr konnten Sikorra und sein Teamkollege den ersten Platz in ihrer Altersklasse erzielen.

Für die Wettkämpfe opfert der Werkfeuerwehrmann fast all seine Urlaubstage, die Reisen in ferne Länder, in die ihn seine Wettkämpfe führen, finanziert er aus eigener Tasche. 

Ralf Sikorra möchte zeigen, dass man auch mit über 50 noch fit sein kann. „Ich möchte ein gutes Beispiel sein und zeigen, wie leistungsfähig wir sind. Als Feuerwehrmänner sind wir alle fit, ich mache es nur für mich zum Sport und habe Freude an Höchstleistungen“, erzählt Sikorra. 

Seit 25 Jahren brennt sein Herz für seinen Beruf: Ausgebildet wurde er im Chempark Krefeld-Uerdingen und blieb dort über 22 Jahre, seit zweieinhalb Jahren ist er Wachabteilungsleiter am Chempark-Standort in Leverkusen. In seiner Freizeit unterstützt er zusätzlich die freiwillige Feuerwehr der Stadt Neuss. 1983 hat der damals 17-Jährige in Krefeld eine Ausbildung zum Schlosser gemacht. Als dann zehn Jahre später eine Stelle zum Werkfeuerwehmann im Chemiepark ausgeschrieben war, bewarb er sich. „Ich wusste überhaupt nicht, was auf mich zukommen würde. Aber seit dem ersten Tag mache ich diesen Job unglaublich gerne, weil er so abwechslungsreich ist. Kein Tag ist wie der andere“, sagt Sikorra. 

Um sich auf die zahlreichen Wettkämpfe vorzubereiten, macht Sikorra mindestens drei Mal pro Woche Cross Fit. Dabei wird vor allem die Kraftausdauer trainiert. „Das hilft enorm, gerade bei der Challenge. So kann ich gegen Ende des Wettkampfes nochmal Gas geben statt müde zu werden“. Mit seiner Frau versucht der 52-Jährige trotz seines Berufes und seiner Leidenschaft für den Sport so viel Zeit wie möglich zu verbringen. Sie begleitet ihren Mann zum Beispiel zu jedem Wettkampf, egal wo auf der Welt. „Sie ist mein treuester Fan“, lacht er. 

Quelle und Foto: Currenta, Fast geschafft: Nur noch wenige Sekunden trennen Ralf Sikorra vom Ziel. Als vorletzte Station der Challenge muss er einen unter Wasserdruck stehenden Schlauch 30 Meter weit tragen, um am Ende ein Ziel zu treffen.