Rotterdam erneut auf hohem Niveau

Mit 469,0 Millionen Tonnen lag das gesamte Umschlagsvolumen des Hafens Rotterdam im Jahr 2018 knapp über dem Rekord des Vorjahres (2017: 467,4 Millionen Tonnen). Der Containerumschlag war dabei mit einer Steigerung der umgeschlagenen Tonnagen um 4,5% erneut die treibende Kraft.

Der Anstieg in TEU betrug 5,7% und belief sich auf eine Jahresgesamtmenge von 14,5 Millionen TEU – ein erneuter Rekord. Damit festigt der größte Containerhafen Europas seine Position in diesem strategisch wichtigen Marktsegment. Dahinter verbirgt sich eine deutliche Verschiebung bei den Gütersegmenten. Bei einem weiterhin gesunden Wachstum des Containerumschlags gingen die Umschlagzahlen für Rohöl, Mineralölprodukte und Agribulk zurück. Der Umschlag von LNG (Flüssiggas) (+163,6%) und Biomasse (+31,6%) stieg im vorigen Jahr dagegen erneut spektakulär.

Für den Hafenbetrieb Rotterdam war 2018 ein Jahr mit einem hohen Investitionsniveau. Die Brutto-Investitionen stiegen um 91% auf 408,1 Millionen Euro (2017: 213,8 Millionen Euro), den höchsten Betrag seit dem Bau von Maasvlakte 2. Der weitaus größte Teil dieses Betrags wurde für die weitere Verbesserung der logistischen Erreichbarkeit des Hafens von Rotterdam verwendet, wie zum Beispiel für den Weiterbau der Container Exchange Route auf der Maasvlakte, des Prinses-Amalia-Viadukts sowie für die Verlegung der Havenspoorlijn (Hafenbahnlinie) über die Theemsweg-Trasse. Ebenso erhielt die Internationalisierungsstrategie des Hafenbetriebs 2018 durch den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung am brasilianischen Hafen Pecém einen deutlichen Schub.

Mindestens ebenso wichtig wie dieser wirtschaftliche Beitrag ist der soziale Beitrag, den der Hafenbetrieb zur Verbesserung der Lebensbedingungen leistet. Wir leisten einen Beitrag zur Sicherheit im Hafen – sowohl durch physische Infrastrukturen, beispielsweise mittels Überwachungskameras, als auch bei der Abwehrfähigkeit gegen Cyberangriffe. Der Hafenbetrieb Rotterdam hat sich eine starke Verringerung der CO2-Emissionen zum Ziel gesetzt, so dass die ehrgeizigen nationalen Klimaziele der Niederlande gemeinsam erreicht werden können. Wir wollen jetzt eine Vorreiterrolle spielen und den Hafen zu einem attraktiven Beispiel für „Humankapital“ machen, damit der Hafen- und Industriekomplex Rotterdam mit Perspektive auf das Jahr 2050 substanziell zum niederländischen Wohlstand und Beschäftigungsangebot beiträgt. Eine wichtige, vor kurzem gestartete Initiative in Sachen Beschäftigungsangebot ist die niederländische Vereinbarung über Ausbildung und Arbeit „Leer Werk Akkoord“. Diese Kooperation zwischen dem Hafenbetrieb Rotterdam, der Stadt Rotterdam, Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft bietet nachhaltige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose in der Region Rotterdam-Rijnmond.

Positive Standortfaktoren sind eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass der Hafen von Rotterdam auch in Zukunft zu Wohlstand und Wohlergehen in den Niederlanden beitragen kann.

Mit Ausnahme von LNG (Flüssiggas) verbuchte flüssiges Massengut im vergangenen Jahr einen Rückgang bei den Umschlagmengen in allen Unterkategorien. Der Umschlag von Rohöl sank geringfügig, was eine Folge der etwas niedrigeren Raffinierungsmargen war. Bemerkenswert ist, dass der Umschlag trotzdem im vierten Jahr in Folge bei über 100 Millionen Tonnen lag. Der Umschlag bei den Mineralölprodukten sank vor allem aufgrund eines geringeren Umschlags von Heizöl. Der enorme Anstieg des Umschlags von LNG (+163,6%) wurde hauptsächlich durch das Umladen von LNG aus dem Jamal-Feld (Nordrussland) von LNG-Tankern der Eisklasse auf „normale“ LNG-Tanker verursacht, welche die Ladung unter anderem auch nach Asien weitertransportierten.

Trotz eines stark angespannten Marktes verzeichnete das Segment trockenes Massengut nur einen leichten Rückgang beim Umschlag (-3%). In der Unterkategorie Kohle scheint die verfolgte Konsolidierungsstrategie für Rotterdam gut zu funktionieren: Der Umschlag stieg um 2,3%. Die Energiekohle blieb auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umschlag von Kokskohle stieg aufgrund der Übernahme von Ladungen für Deutschland. Der Umschlag von Eisenerz sank 2018, was zum Teil auf die Renovierung eines Hochofens und eine stagnierende Nachfrage aus der Stahlindustrie zurückzuführen ist. Der Rückgang beim Umschlag von Agribulk in Rotterdam ist zum Teil auf die Verlagerung von Ladungen nach Amsterdam zurückzuführen.

Im Jahr 2018 nahm der Containerumschlag erneut stark zu, wodurch Marktanteile in der Hamburg-Le-Havre-Range gewonnen wurden. Eine der Triebfedern für das Plus im Jahr 2018 war der Anstieg bei der Umladung und bei den vollen Importcontainern. Der Containerexport entwickelte sich weniger stark, unter anderem bedingt durch chinesische Importbeschränkungen im Hinblick auf Abfallströme. Das Shortsea-Segment hatte unter den Wachstumsverzögerungen in der britischen und russischen Wirtschaft zu leiden.

Auch beim RoRo-Umschlag, der ein leichtes Plus verzeichnen konnte, zeigte der britische RoRo-Handel ein schwächeres Wachstum, was wahrscheinlich auf die Folgen der Brexit-Unsicherheit für die britische Wirtschaft zurückzuführen ist.

Der Umschlag bei sonstigem Stückgut entsprach ziemlich genau den Mengen des Vorjahres.

Der Hafenbetrieb Rotterdam hat 2018 einen Umsatz in Höhe von 707,2 Millionen Euro verbuchen können (2017: 712,1 Millionen Euro). Auf der Einnahmenseite wiesen Hafengebühren und Erträge aus Vermietung einen Rückgang auf. Das Nettoergebnis ohne Steuern belief sich auf 254,1 Millionen Euro (2017: 247,3 Millionen Euro). Dies war im Wesentlichen auf niedrigere Zinskosten zurückzuführen.

Die Vermietung von Gelände, der größte Ertragsposten, sank um 0,9% auf 373,7 Millionen Euro. Dieser Rückgang bezieht sich dabei auf die durch einen einmaligen Gewinn im Jahr 2017 aufgrund einer rückwirkenden Preisüberprüfung erhöhten Einnahmen. Die Einnahmen aus den Hafengebühren – den Beträgen, welche die Schiffe bei einem Besuch des Hafens zahlen – sanken durch eine Steigerung bei den gewährten Nachlässen leicht um 0,5% auf 302,4 Millionen Euro. Die sonstigen Einnahmen betrugen 31,1 Millionen Euro (2017: 30,9 Millionen Euro). Die Betriebskosten stiegen um 2,6% auf 267,8 Millionen Euro. Die wichtigste Ursache hierfür ist die Ausweitung der Aktivitäten bei den zwei strategischen Prioritäten Energiewende und Digitalisierung.

Gemäß den existierenden langfristigen Vereinbarungen macht der Hafenbetrieb den Aktionären, der Stadt Rotterdam (70,83%) und dem Staat (29,17%) den Vorschlag, im Rahmen der Dividende für 2018 96,5 Millionen Euro (38%) auszuzahlen: 68,3 Millionen Euro an die Stadt und 28,2 Millionen Euro an den niederländischen Staat.

Der Hafenbetrieb geht davon aus, dass das Umschlagsvolumen 2019 leicht steigen wird, wobei sich das Wachstum im Containersektor auf einem niedrigeren Niveau als in den vorangegangenen Jahren mit außerordentlichem Wachstum einpendeln wird. Der Hafenbetrieb verfolgt eine Sowohl-Als-Auch-Strategie: Stärkung des bestehenden Hafenindustriekomplexes und gleichzeitige Umsetzung neuer Initiativen in den Bereichen Energiewende und Digitalisierung. Auch aus diesem Grund erwarten wir für die kommenden Jahre ein hohes Investitionsniveau. Eine aktuelle Studie der Erasmus-Universität Rotterdam zeigt, dass die zukünftige Ertragskraft des Hafens solide Wachstumschancen aufweist. Dazu muss sich der Hafenindustriekomplex jedoch weiterentwickeln. Zudem beweist diese wissenschaftliche Studie die enorme Bedeutung des Rotterdamer Hafens für das Wachstum der niederländischen Wirtschaft. So trägt der Hafen 6,2% zum Brutto-Inlandsprodukt bei und schafft Arbeitsplätze für 385.000 Menschen. Beide Kernaussagen unterstreichen die Relevanz des „Mainport“ Rotterdam.

 

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Eric Bakker

 

 




Mehr Strom am Strom

Die Hafengesellschaft RheinCargo, als Betreiber der Steiger, hat jetzt in Zusammenarbeit mit den RheinWerken, eine Tochter der Stadtwerke Düsseldorf und der RheinEnergie mit Sitz in Köln, sowie der Stadtwerke-Tochter Netzgesellschaft Düsseldorf zwei neu elektrifizierte Steiger in Düsseldorf für Hotel- und Flusskreuzfahrtschiffe in Betrieb genommen.

Ebenso sind in Köln Landstromversorgungen sowohl für Fracht- als auch für Passagierschiffe in Betrieb. Die RheinWerke bieten ihre Dienstleistung in dem Bereich auch überregional an. Durch mehrjährige Erfahrung auf diesem Geschäftsfeld sind sie dafür ein idealer Kooperationspartner.

Die Landstromversorgung im Rheinland steht für Klima- und Umweltschutz: Schiffe können bei längeren Liegezeiten von Land aus mit Strom versorgt werden und müssen ihre Dieselgeneratoren nicht mehr laufen lassen. Durch diese Umstellung auf eine klimafreundlichere Versorgung lassen sich auch Feinstaub-, Stickoxid- und Lärmemissionen vermeiden und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger steigern. Damit ist auch ein weiterer Schritt in Richtung klimaneutrale Stadt 2050 getan.

„Die Landstromversorgung leistet einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung in unserer Stadt. Wir wollen daher sicherstellen, dass Schiffe, die in Düsseldorf anlegen, ihre Motoren abstellen und sich mit Landstrom versorgen“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Anfang des Jahres wurden bereits zwei neu elektrifizierte Steiger der „Bonner Personen Schifffahrt“ und der Viking River Cruises in Betrieb genommen. Mit den beiden neuen Steigern der RheinCargo sind somit vier der insgesamt zwölf geplanten Anlegestellen versorgt. „In einem nächsten Bauabschnitt werden drei weitere Anlegestellen in Düsseldorf mit Landstrom versorgt. Somit werden voraussichtlich bis Ende 2019 mehr als die Hälfte der Anlegestellen keine weitere Luftverunreinigung mehr verursachen“, führt Oberbürgermeister Thomas Geisel fort.

Dr. Udo Brockmeier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, sieht in der Landstromversorgung großes Potenzial: „Sie ist ein wichtiger Schritt für die Sektorenkopplung. Nur durch enge Kopplung des Strom- mit dem Verkehrssektor gelingt es uns, Umwelt- und Klimabelastungen zu verringern. Fahrverbote sind kein angemessener Weg, solche Konzepte aber sehr wohl.“

Dr. Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie, weist darauf hin, dass – so wie in Köln und Düsseldorf – auch in vielen anderen Städten entlang der deutschen Flüsse und Kanäle ein konsequenter Ausbau der Landstromversorgung geplant und realisiert wird: „Oft sind Hafengesellschaften und Reedereien von sich aus initiativ. Mit dem in den RheinWerken gemeinsam gebündelten Know-how decken wir als Anbieter das ganze Spektrum ab, vom Frachtschiff bis zum großen Kreuzfahrtschiff, inklusive Betrieb, Wartung und Abrechnung.“

RheinCargo-Geschäftsführer Jan Sönke Eckel geht davon aus, dass Flusskreuzfahrten weiter boomen werden. „Die Städte am Rhein gewinnen dadurch noch zusätzlich an Attraktivität. Die Einrichtung der Landstromversorgung an den beiden Steigern ist somit auch eine In-vestition in die Zukunft.“

Hintergrund: Die RheinCargo ist Betreiber der beiden Steiger, bei denen die Landstromversorgung jetzt in Betrieb genommen wurde. Sie hat die RheinWerke mit der technischen Ausrüstung der Steiger be-auftragt. Die Netzgesellschaft ist für die landseitige Anbindung ans Stromnetz zuständig.

Quelle: Rheincargo, Foto: Stadtwerke, nahmen die Landstromversorgung für Hotelschiffe am Steiger der „RheinCargo“ offiziell in Betrieb: Udo Brockmeier (Stadwerke), Oberbürgermeister Thomas Geisel, Dieter Steinkamp (Rheinenergie) , Sönke Eckel (Rheincargo), Ralf Zischke, Ulrich Bemmann (beide Rheinwerke) (v.l.)

 




Dortmunder Hafenchef fordert Funktionsfähigkeit

Dem Dortmunder Hafen stehen in 2019 und 2020 schmerzhafte Sperrungen der Schleuse Henrichenburg bevor. Auf Einladung der Dortmunder Hafen AG und des Vereins Dortmunder Hafenanlieger e.V. stellte sich Volker Schlüter, kommissarischer Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich im Alten Hafenamt den Fragen von Uwe Büscher, Vorstand der Dortmunder Hafen AG sowie weiteren Unternehmensvertretern.

Dabei räumte Volker Schlüter ein, dass die Kommunikation zur Schleusensperrung schlecht verlaufen sei und er den entstandenen Vertrauensverlust bedauere.

Seien die Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen, könnte der Dortmunder Hafen wieder mit einer funktionsfähigen Schleuse Henrichenburg planen. Zusätzliche Sicherheit ließe sich mit dem Bau einer zweiten Schleusenkammer erreichen, so Volker Schlüter. Wie die Unternehmensvertreter auf der Veranstaltung zum Ausdruck brachten, sei für eine solche Stärkung der Wasserwege allerdings ein klares Bekenntnis von Entscheidungsträgern aus Bund, Land und Kommune geboten.

Die Sperrung der Schleuse wird laut Ankündigung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich vom 15. Juni bis zum 31. Juli 2019 erfolgen. Zwischen dem 1. August und Ende November findet anschließend ein Notbetrieb für ca. 8 bis 10 Stunden täglich statt. Zwischen dem 9. Mai und 19. Juni 2020 erfolgt dann erneut eine Sperrung, um die Instandsetzungsarbeiten abzuschließen.

Schlüter erläuterte detailliert die Erfordernisse der Instandsetzungsarbeiten, die in 2019 unter anderem die Erneuerung der Schleusensteuerung vorsähen. Bei der konkreten Ausgestaltung von Notschleusungen kündigte er an, die betroffenen Unternehmen einbinden zu wollen. Als vertrauensbildende Maßnahme zwischen dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich und den Hafenanliegern im Dortmunder Hafen forderten die Dortmunder Vertreter unter anderem eine Besichtigung der Baumaßnahmen ein.

Uwe Büscher unterstrich als Vorstand der Dortmunder Hafen AG, im Interesse der Unternehmen um jede Sekunde Schleusenzeit zu kämpfen. „Wir fordern eine dauerhaft und vollumfassend funktionsfähige Schleuse“, betonte Büscher und warb für ein breites Bündnis zur Modernisierung der für den Dortmunder Hafen so wichtigen Infrastruktur des Bundes.

Den Dortmunder Hafen fahren jährlich etwa 2.200 Schiffe an. Dabei schlagen sie rund 2,5 Millionen Tonnen Güter um und entlasten den stetig wachsenden Verkehr auf Straßen und Autobahnen. Um per Schiff in den Dortmunder Hafen zu gelangen, muss vorab die Schleuse Henrichenburg passiert werden. Diese wird von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betrieben und unterhalten.

Quelle und Foto: Dortmunder Hafen AG

 




duisport: stabiler Containerumschlag

Der Containerumschlag der Duisburger Hafen AG (duisport) ist 2018 mit 4,1 Mio. TEU auf dem Rekordniveau vom Vorjahr geblieben. Mit einem Anteil von rund 55 Prozent ist der Containerumschlag das wichtigste duisport-Gütersegment.

Der Gesamtgüterumschlag ging dagegen von 68,3 Mio. Tonnen auf 65,3 Mio. Tonnen zurück. Hauptursache war die extrem lange Niedrigwasserperiode, die zu einem circa zehnprozentigen Rückgang der Schüttladung geführt hat. Stabile Mengen im Mineralöl- und Chemiesektor, aber deutliche Rückgänge im Stahl kennzeichnen das abgelaufene Jahr. Der Kohleumschlag geht aufgrund der Energiewende weiter zurück.

Dagegen gewinnt das Chinageschäft weiterhin an Bedeutung. So verkehren heute bereits wöchentlich rund 35 bis 40 Züge zwischen duisport und einem Dutzend Destinationen in China. Durch Kooperationen mit chinesischen Partnern sowie Projekten entlang der Seidenstraße soll weiteres Wachstum generiert werden.

Quelle: duisport, Foto: duisport/ Hans Blossey

 




Start des digitalen Hafennetzwerk

Engere operative und strategische Zusammenarbeit, Steigerung von Effizienz und Flexibilität sowie letztendlich Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch digitale Innovation – diese Vorteile verspricht sich der Hafenverbund DeltaPort (Stadthafen Wesel, Rhein-Lippe-Hafen Wesel, Hafen Emmelsum-Voerde) als einer von insgesamt acht am Forschungsprojekt „Häfen NRW 4.0“ teilnehmenden Partnern.

Das Bundesverkehrsministerium teilt diese Sicht und stattet das Vorhaben durch sein Förderprogramm „Innovative Hafentechnologien“ (IHATEC) mit einem Budget von insgesamt 1,3 Millionen Euro aus. Die Laufzeit des nun gestarteten Verbundprojekts beträgt dabei 36 Monate.

Binnenhäfen haben für den Wirtschaftsstandort Deutschland eine hohe Bedeutung. Viele Logistikprozesse in Deutschland werden über ein Netz aus See- und Binnenhäfen abgedeckt. Das Projekt „Häfen NRW 4.0“ mit den Partnern DeltaPort, CPL Competence in Ports and Logistics, INPLAN, dem Mindener Hafen, der RheinCargo, dem Hafen Krefeld, dem Stadthafen Lünen und der Universität Duisburg-Essen beabsichtigt, den Technologievorsprung der Seehäfen aufzuholen, Forschungslücken in Bezug auf Binnenhäfen zu schließen und die Binnenhafenwirtschaft speziell sowie die Wirtschaft allgemein im Digitalisierungsprozess voranzubringen. Ziel ist die Entwicklung eines digitalen Hafennetzwerks mit Hilfe einer cloudbasierten Plattform.

Gemeinsam mit seinen Projektpartnern erforscht DeltaPort dazu zunächst die Ist-Situation der Häfen und Zukunftstrends in der Logistik, um darauf aufbauend die gemeinsamen Tools, Standards und Ziele der cloudbasierten Plattform festzulegen. In einem zweiten Schritt werden die technischen Plattform-Anforderungen definiert. Dabei steht die Konkretisierung der gemeinsamen inhaltlichen Schwerpunkte der Häfen im Vordergrund, beispielsweise die Plattform-Funktionen Information, Kommunikation, Koordination und Administration. Im dritten Schritt wird schließlich die cloudbasierte Plattform entwickelt, in den Häfen installiert und wissenschaftlich erprobt.

Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG verspricht sich vom IHATEC Projekt Häfen NRW 4.0 eine nachhaltige Vernetzung, der in Nordrhein-Westfalen engmaschigen Hafen- und Bahninfrastruktur: „Dem Binnenschiff und der Bahn als alternative und umweltschonende Verkehrsträger kommt eine immense Bedeutung zur Reduktion des hohen Verkehrsaufkommens auf der Straße zu. Alle notwendigen Elemente zur Verkehrsverlagerung auf Schiff und Bahn sind in Nordrhein-Westfalen durch ein dichtes Verkehrsnetz bereits gegeben. Zur Zielerreichung ist letztlich die Digitalisierung und Kooperation aller am Wirtschaftskreislauf Beteiligten vonnöten. Mit dem IHATEC Projekt Häfen NRW 4.0 ist der Weg einer innovativen Hafenlogistik geebnet.“

Das BMVI unterstützt im Rahmen des Förderprogramms IHATEC bestimmte forschungs- und anwendungsorientierte Einzel- oder Verbundprojekte zur Entwicklung oder Anpassung innovativer Hafentechnik. Gefördert werden dabei digitale Technologien, die den deutschen See- und Binnenhäfen helfen, ihre Logistikketten zu verbessern und neue Möglichkeiten in den Bereichen Umschlag, Transport und Vernetzung zu erschließen. Das gesamte Fördervolumen beträgt im Zeitraum 2016-2021 rund 64 Mio. Euro.

Quelle: DeltaPort, Foto: CPL, Kick-Off-Termin der Projektpartner mit dem Projektträger (TÜV Rheinland Consulting GmbH) in Wesel

 

 




Hamburg Süd stellt Remote Container Management

Die Hamburg Süd stellte auf der Fruit Logistica in Berlin – der weltweit wichtigsten Messe für den Handel mit Frischeprodukten wie Obst und Gemüse – den künftigen Einsatz von Remote Container Management (RCM) vor.

Sämtliche von der Hamburg Süd eingesetzten Kühlcontainer wurden in den vergangenen Monaten mit der RCM-Technologie ausgestattet. Über Satelliten- und Mobilfunktechnologie ermöglicht RCM, den Kühlcontainer sowie den Zustand der Ladung in seinem Inneren rund um die Uhr in Echtzeit zu überwachen, zum Beispiel den Ort, den Temperaturverlauf, die relative Luftfeuchtigkeit oder die Sauerstoff- und CO2-Konzentration. Auch können bestimmte Einstellungen aus der Ferne angepasst werden.

Im Vergleich zu bisher eingesetzten Monitoringsystemen haben Kunden über eine Online-Plattform oder eine App auf ihrem Tablet bzw. Smartphone jederzeit die Möglichkeit, sich komfortabel einen Überblick über die Bedingungen für ihre Ladung im Container zu verschaffen. Außerdem werden sie automatisch informiert, wenn vorher individuell festgelegte Parameter oder Grenzwerte erreicht werden. „RCM ist ein echter Game-Changer für den wichtigen Reefer-Markt. Der Mehrwert besteht darin, dass Kunden mit diesen Daten ihre Supply Chain nicht nur besser kontrollieren, sondern auch deutlich effizienter und sicherer gestalten können“, sagte Frank Smet, Chief Commercial Officer (CCO) der Hamburg Süd.

Als Teil der Maersk-Gruppe kann die Hamburg Süd ihren Kunden weltweit mehr als 370.000 Kühlcontainer bieten, die größte Reefer-Flotte der Industrie, die zudem komplett mit RCM ausgestattet ist, was für eine lückenlose Verfügbarkeit der innovativen Technologie sorgt. Auch dies ist einzigartig in der Industrie. Derzeit läuft mit Kunden der Testbetrieb, ab dem dritten Quartal soll die RCM-Technologie für alle Kunden verfügbar sein. Durch die lückenlose Kontrolle über den Zustand der Ladung können Kunden während des gesamten Transports und nicht erst am Zielort auf Veränderungen reagieren. „Das bietet Verladern ein großes Potenzial für Kostenersparnisse“, so Frank Smet. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Carrier, die in der Lage sein müssen, flexibel auf die gestiegenen Anforderungen der Kunden einzugehen. „Bei der Hamburg Süd nutzen wir die Vorteile der Digitalisierung für unsere Kunden, ohne dabei den persönlichen Kundenservice und eine enge Beratung zu vernachlässigen. Mit unseren erfahrenen Mitarbeitern in über 250 Büros weltweit können wir jederzeit auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden vor Ort eingehen“, erklärt Frank Smet.

Zu diesen und weiteren Themen rund um den Transport temperaturempfindlicher Ladung können sich Besucher vom 6. bis zum 8. Februar auf der Fruit Logistica in Berlin auf dem Messestand der Hamburg Süd (Halle 25, Stand A – 10) informieren.

Den aktuellen Reefer-Guide der Hamburg Süd sowie weitere Informationen rund um das Thema Kühltransporte gibt es hier

Quelle und Grafik: Hamburg Süd

 

 

 




Internet of Logistics – The Dutch Twist

Im stark wachsenden weltweiten Logistiksektor geht mitunter etwas schief. Es kommt vor, dass die Dokumentation zu Sendungen nicht in Ordnung ist, Sendungen nicht durchgelassen werden oder der Status einer Sendung unbekannt ist.

Zahlreiche dieser Probleme in der Logistikkette lassen sich vermeiden, indem man sich weniger auf die Dokumente konzentriert und stattdessen stärker auf den Datenaustausch im Internet of Logistics.

Die Niederlande haben als internationaler Transport- und Handelspartner eine Vorreiterstellung beim Know-how im Bereich der Logistik und bei digitalen Entwicklungen.

In dem Video „Internet of Logistics – The Dutch Twist“, einer gemeinsame Initiative des niederländischen Zolls und Partner der NLIP (Neutraal Logistiek Informatie Platform), erklären die beteiligten mehr über „The Dutch Twist“.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, Abbildung von links nach rechts: Prof. Dr. Yao-Hua Tan – TU Delft, Nanne Onland – Cargonaut, Frank Heijmann – Zoll, Norbert Kouwenhoven – IBM




Containertransporter als mobile Stromspeicher

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat zu Jahresbeginn an ihrem Container Terminal Altenwerder (CTA) gemeinsam mit Partnern die Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Rahmen des Förderprojekts FRESH begonnen.

FRESH steht für Flexibilitätsmanagement und Regelenergiebereitstellung von Schwerlastfahrzeugen im Hafen.  Ziel ist es, die Batteriekapazitäten der am CTA eingesetzten automatischen Containertransportfahrzeuge (AGV) als flexible Speicher in das deutsche Energienetz einzubinden, um so zur Netzstabilität bei der Stromversorgung beizutragen.

Eine der größten Herausforderungen bei der Umsetzung der Energiewende in Deutschland ist die Gewährleistung von Netzstabilität. Mittlerweile liegt der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix bei über 40 Prozent. Diese Entwicklung verlangt von den Netzbetreibern technische Lösungen, damit Unternehmen und Verbraucher zu allen Zeiten stabil mit Strom versorgt werden können.

Im Gegensatz zu mit fossilen Energieträgern betriebenen Kraftwerken, die je nach Bedarf Strom liefern können, ist dies bei erneuerbaren Energien nicht garantiert. Wetterabhängige Energiequellen wie Wind oder Sonne sind nicht immer vorhanden. Das führt zu Schwankungen, die abgefedert werden müssen, um eine gleichbleibende Versorgungssicherheit und stabile Frequenz von 50 Hertz (Hz) im Stromnetz zu gewährleisten.

Was passiert, wenn die Netzfrequenz zu stark von der 50-Hz-Norm abweicht, zeigte sich im Frühjahr 2018: Kleine Schwankungen führten vor einem Jahr dazu, dass Radiowecker und Herduhren nachgingen. In der Folge kam es europaweit zu Verspätungen in Schulen und Büros, weil Menschen von einer falschen Uhrzeit ausgingen. Bei zu starken Abweichungen der Netzfrequenz vom Idealwert droht im schlimmsten Fall ein Zusammenbruch der Stromversorgung – ein Blackout.

Virtuelle Kraftwerke sollen die Schwankungen ausgleichen. Sie vernetzen digital unterschiedliche Stromproduzenten und Stromverbraucher und bündeln die Leistungen und Bedarfe der Teilnehmer. Kann beispielsweise ein Solarpark aufgrund der Witterung nicht ausreichend Strom liefern, dann wird parallel die Stromproduktion aus einer Bioenergieanlage hochgefahren. Bläst der Wind besonders stark, kann auf stationäre Energiespeicher zurückgegriffen werden, um den überschüssigen Strom aufzunehmen.

Pionierarbeit auf dem Feld der Netzstabilität

Erstmals ermittelt nun die Hamburger Hafen und Logistik AG gemeinsam mit der Next Kraftwerke GmbH, einem der größten virtuellen Kraftwerksbetreiber Europas, inwieweit industriell genutzte, mobile Batteriekapazitäten an das deutsche Stromnetz angeschlossen werden können, um Primärregelleistungen unter wirtschaftlichen Bedingungen für die Netzstabilität zu erbringen. Der Terminalbetrieb darf dabei nicht beeinträchtigt werden.

Bis zum Jahr 2022 sollen die etwa 100 AGV, die auf dem Terminal Altenwerder für den Transport von Containern verwendet werden, vollständig auf schnellladefähige Lithium-Ionen-Batterien um-gestellt sein. Rein rechnerisch könnten sie an den dann 18 Stromtankstellen auf dem CTA eine Leistung von 4 Megawatt dem Strommarkt zur Verfügung stellen.

„Natürlich ist das nicht ihre vorrangige Aufgabe, sondern der Transport von Containern. Aber in weniger aufkommensstarken Zeiten könnten freie AGV ihre Batteriekapazitäten als mobile Strom-speicher zur Gewährleistung der Netzstabilität bereitstellen“, sagt Boris Wulff von der CTA-Terminalentwicklung, der bei der HHLA das FRESH-Projekt verantwortet.

Gemeinsam mit Next Kraftwerke, dem Informatikinstitut OFFIS in Oldenburg und der Universität Göttingen entwickelt die HHLA im Rahmen des dreijährigen FRESH-Projekts eine Prozess- und Softwarelösung für den Strommarktzugang. Sie soll die Anforderungen von virtuellem Kraftwerk und störungsfreiem Terminalbetrieb digital steuern.

„Ob AGV-Kapazitäten frei sind, richtet sich nach der Terminalauslastung. Diese hängt wiederum von solchen Faktoren wie Schiffsfahrplänen, Wetter- und Tidebedingungen, Verkehrsaufkommen und Ladezyklen der AGV ab“, so Wulff. All diese Parameter müssen mit einfließen, um zuverlässige, effiziente und vor allem automatisierte Abläufe zu entwickeln. „Auf diese Weise können wir recht präzise voraussagen, wann und wie lange AGV an den Stromtankstellen andocken können, um – wenn es das Energienetz erfordert – Strom entweder abzugeben oder aufzunehmen.“

Alexander Krautz, Teammanager Innovation & Development bei Next Kraftwerke: „Die Digitalisierung und Elektrifizierung der Logistikbranche – mit ihren hohen Energieverbräuchen und speziellen Anforderungen – stellen eine Herausforderung für unser Stromsystem dar, bieten aber zeitgleich auch neue Optimierungs- und Stabilisierungsoptionen. Genau das wollen wir gemein-sam mit den Projektpartnern im Rahmen von FRESH zeigen.“

Der Container Terminal Altenwerder zählt zu den modernsten und effizientesten Umschlaganlagen und wird derzeit zum weltweit ersten Zero-Emission-Terminal weiterentwickelt. Er ist gleichzeitig ein Testfeld und Versuchslabor für neue technische und umweltfreundliche Anwendungen bei der HHLA. So auch in diesem Fall: Am CTA wird mit FRESH erstmals in Deutschland an einer Marktzugangslösung für mobile Energieträger geforscht. Die Ergebnisse sollen nach Projektabschluss auch anderen Industrien mit mobilen Energieträgern den  trommarktzugang ermöglichen, beispielsweise Logistiklagern mit Elektrogabelstaplern oder Krankenhäusern, die Elektrowagen für die Patientenversorgung einsetzen.

FRESH ist ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Technologieprogramms „IKT für Elektromobilität III“ und wird mit Fördermitteln in Höhe von ca. 1,4 Mio. Euro unterstützt.

Quelle: HHLA, Grafik: HHLA / Redaktion 4

 




Gelebte Zusammenarbeit: Hafenkooperation aktiv

Im Rahmen der regelmäßigen Sitzungen kamen jetzt die Partner der Unterelbe-Hafenkooperation ELBESEAPORTS in Brunsbüttel zusammen, um die Chancen und Perspektiven für die Unterelberegion sowie die aktuellen Entwicklungen zu erörtern.

Zu dem Kooperationsgespräch trafen sich die Chefs Jens Meier (Hamburg Port Authority), Werner Repenning (Vertretung von Holger Banik, Niedersachsen Ports) und Frank Schnabel (Brunsbüttel Ports und Glückstadt Port), Hans-Gerd Janssen (Häfen Cuxhaven und Stade) sowie Olaf Krüger (Süderelbe AG) und weitere Vertreter der einzelnen Kooperationspartner und Standorte.

Die Hafenchefs berichteten aus ihren Häfen und tauschten sich unter anderem über die Fortschritte in den jeweiligen Kooperationsfeldern aus. Ein wichtiges gemeinsames Handlungsfeld stellen die nun begonnenen Maßnahmen für die Fahrrinnenanpassung der Unterelbe dar. Damit wird eine Gründungsidee der Elbe Seaports umgesetzt. Es ging und geht darum, die übergreifende Abstimmung und Koordination der Themen auf und an der Unterelbe zu optimieren.

„Bei der Besichtigung des Brunsbütteler Elbehafens war es eine Freude für uns zu sehen, dass bereits Baumaterial für die Fahrrinnenanpassung in Brunsbüttel zwischengelagert wird. Nun wird endlich Realität, was wir uns alle an der Unterelbe schon lange gewünscht haben“, sagt Jens Meier, Chief Executive Officer der Hamburg Port Authority.

„Insbesondere in Zeiten des globalen Wettbewerbs ist die Erreichbarkeit der Häfen in unserer Region von besonderer Bedeutung. Die Fahrrinnenanpassung ist ein Beispiel für die gelebte Zusammenarbeit entlang der Unterelbe. Jeder Standort und Partner kann seine Kompetenzen einbringen, um den gemeinsamen Wirtschaftsraum Unterelbe durch eine bessere Erreichbarkeit zu stärken. Auf diese Weise profitieren alle Partner der Hafenkooperation ELBESEAPORTS. Ich freue mich, dass wir mit Jens Meier und Holger Banik einen regelmäßigen Austausch zwischen den Hafenstandorten Hamburg, Brunsbüttel, Glückstadt, Stade und Cuxhaven leben“, fasst Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group als heutiger Gastgeber zusammen.

Im August 2019 feiert die Hafenkooperation ihr 10-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass ist am 21. August 2019 eine Jubiläumsfeier mit den heutigen Wirtschaftsministern bzw. -senatoren der drei Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein im Rathaus der Stadt Glückstadt geplant, um die langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit entlang der Unterelbe und in der gemeinsamen Region zu feiern.

Seit 2009 informieren und beraten sich die Hafeninfrastrukturgesellschaften der fünf Hafenstandorte Brunsbüttel, Cuxhaven, Glückstadt, Hamburg und Stade gemeinsam mit den Wirtschaftsfördereinrichtungen der Metropolregion Hamburg, der egeb -Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel mbH im Norden und der überregional tätigen Süderelbe AG im Süden, in dem Netzwerk ELBESEAPORTS regelmäßig zu folgenden hafenstrategischen Themen: Gemeinsames Marketing, Infrastruktur/Instandhaltung/Einkauf, Flächenmanagement, Nautische Abstimmung, Genehmigungsmanagement/Ausbau, Operative Aufgaben, Konzept Unterelbe-Shuttle und die Entwicklung von LNG an der Unterelbe.

Quelle und Foto: ELBESEAPORTS, v.l.n.r.: Jan Lutz, Jannes Ludger Elfgen, Jens Meier, Knut Kokkelink, Frank Schnabel, Olaf Krüger, Werner Repenning, Hans-Gerd Janssen

 




Umschlag der EUROGATE-Gruppe auch 2018 stabil

Der EUROGATE-Gruppe ist es trotz des weiterhin schwierigen Marktumfelds auch im abgelaufenen Geschäftsjahr gelungen, die Containerumschlagsmenge nahezu stabil zu halten. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 14,1 Mio. TEU (Standardcontainer) an den zwölf Standorten in und um Europa umgeschlagen. Das Volumen der intermodalen Containertransporte ist um 2,8 Prozent auf rund 1,05 Mio. TEUgestiegen.

An den fünf deutschen Terminals der EUROGATE-Gruppe konnten die Umschlagszahlen des Vorjahres bestätigt werden. 2018 wurden hier insgesamt 7,76 Mio. TEU umgeschlagen (-0,2 Prozent, Vorjahr: 7,78 Mio. TEU).

In Bremerhaven blieb der Containerumschlag mit gut 5,48 Mio. TEUauf konstantem Niveau (-1,3 Prozent, Vorjahr: 5,54 Mio. TEU). Die Fahrplanwechsel der Reederei-Allianzen im April/Mai 2018 haben sich an diesem Standort nicht nennenswert ausgewirkt.

Am EUROGATE Container Terminal Hamburg sank der Umschlag zwar leicht um insgesamt 3 Prozent auf knapp 1,65 Mio. TEU, aber die Integration von Hamburg Süd in den Maersk-Konzern und die erfolgreiche Akquisition von Hyundai Merchant Marine als neuen Kunden haben den, durch strukturelle Veränderungen bei den Reederei-Allianzen bedingten, Negativtrendtrend der vergangenen Jahre gestoppt. Somit stieg die Auslastung des Terminals nach einem schwachen ersten Halbjahr, mit Rückgängen von noch rund 16 Prozent, im zweiten Halbjahr wieder deutlich an.

Das EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven zeigte in 2018 mit einem Zuwachs von 18,3 Prozent im dritten Jahr in Folge ein zweistelliges Wachstum. 2018 wurden hier erstmals über 650.000 TEUumgeschlagen.

Negativ beeinflusst werden die Umschlagszahlen 2018 durch deutliche Rückgänge an den Transshipment-Terminals in Italien. Vor allem Cagliari ist sehr stark von den Verschiebungen der Liniendienste an andere Terminals betroffen und verliert fast 50 Prozent der Umschlagsmenge. Gioia Tauro verzeichnet einen Rückgang von 4,5 Prozent, verbleibt jedoch auf einem hohen Niveau (2,29 Mio. TEU). Positiv entgegen entwickelten sich die Terminals in La Spezia (1,35 Mio. TEU, +0,8 Prozent) und Salerno (332.000 TEU, +5,6 Prozent).

An den weiteren Terminals der EUROGATE-Gruppe wurden im Vergleich zum Vorjahr insgesamt ebenfalls stabile Umschlagsmengen erreicht. In Tanger, Marokko, war mit 1,38 Mio. TEU ein Umschlagsvolumen auf dem hohen Niveau des Vorjahres zu verzeichnen. Dem streikbedingten Rückgang der Mengen in Lissabon, Portugal, von rund 30 Prozent auf 137.000 TEU steht die positive Entwicklung des Standortes in Limassol, Zypern, mit rund 14 Prozent Wachstum auf inzwischen fast 394.000 TEU gegenüber. Die Umschlagsmenge in Ust-Luga, Russland, lag sanktionsbedingt bei 69.000 TEU (-7,1 Prozent, Vorjahr: 74.000 TEU).

Michael Blach, Vorsitzender der EUROGATE-Gruppengeschäftsführung, sagt dazu: „Wir können mit den Umschlagszahlen im Jahr 2018 zufrieden sein. Vor allem die Tatsache, dass wir in Deutschland ein sehr stabiles Niveau halten konnten, ist erfreulich und zeigt, dass wir im Wettbewerb mit den Westhäfen und den neuen Konkurrenten an der Ostsee bestehen können. Obwohl 2018 ein durchaus erfolgreiches Jahr war, zeigen uns die Entwicklungen der Umschlagsmengen, dass die Bandbreite von Chancen und Risiken ebenso wie deren Auswirkung auf unser Geschäft unter den veränderten Rahmenbedingungen größer geworden ist. Vor diesem Hintergrund ist es unsere Priorität, die Chancen zu nutzen und damit unsere Marktposition auszubauen“

Quelle EUROGATE, Foto: EUROGATE/ Scheer