Hafen der Zukunft

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Trotz sinkender Umsätze und einiger Reederpleiten: Dem Größenwachstum der Containerschiffe scheinen keine Grenzen gesetzt. Wie reagieren die Häfen auf die damit verbundenen Herausforderungen? Das untersucht ARTE in einer sehenswerten Dokumentation, die jetzt im Internet anzusehen ist.

Trotz sinkender Umsätze und einiger Reederpleiten: Dem Größenwachstum der Containerschiffe scheinen keine Grenzen gesetzt. Wie reagieren die Häfen auf die damit verbundenen Herausforderungen? Olaf Merk vom International Transport Forum (ITF) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht dieser Frage nach. Er begutachtet die Häfen von Hamburg, Rotterdam und Dubai, spricht mit Verantwortlichen über Zukunftspläne und Strategien. Der Hafen Jebel Ali in Dubai setzt auf Expansion und baut ein Terminal nach dem anderen ins Meer. Doch ist das angesichts des rückläufigen Welthandels überhaupt sinnvoll? Im Hamburger Binnenhafen ist Flächenwachstum dagegen unmöglich. Welche Strategie haben sich die Hafenbetreiber hier überlegt? Rotterdam hat die ersten voll automatisierten Terminals der Welt. Wird der Arbeiter hier zukünftig überflüssig und das Terminal zum menschenleeren Industriegebiet? Die Digitalisierung hat im Hafen längst Einzug gehalten. Führerlose Fahrzeuge, sogenannte Automated Guided Vehicles fahren selbstständig die Ladung zum Lager. Container werden aus einem Bürogebäude per Joystick gelöscht. Wenn das die Gegenwart ist, wie sieht die Zukunft aus?

Die sehenswerte, wenn auch ein bisschen einseitig auf Container konzentrierte Doku ist noch bis Mitte nächsten Monats im Internet unter http://www.arte.tv/guide/de/061709-000-A/hafen-der-zukunft zu sehen.

Quelle: ARTE, Foto: HHLA




Rotterdam stellt sich auf den Klimawandel ein

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Was den Hochwasserschutz angeht, so ist der Rotterdamer Hafen in der heutigen Situation gut vorbereitet.

Der Hafen liegt zwar zum großen Teil außerhalb der Deiche, doch die Hafengelände sind relativ hoch oberhalb des Meeresspiegels angelegt und teilweise durch Hochwasserschutzanlagen geschützt. Nur bei äußerst extremen Witterungsverhältnissen sind einige Unternehmen Hochwassersituationen ausgesetzt.

Dies geht aus einer gemeinsamen Studie zur Wassersicherheit – dem Pilotprojekt „Waterveiligheid Botlek“ (Wassersicherheit Botlek) – hervor, die vor Kurzem abgeschlossen wurde. Das Pilotprojekt ist einzigartig, da der Hafenbetrieb Rotterdam, die Gemeinde Rotterdam, das Wasserwirtschaftsamt Rijkswaterstaat, das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Umwelt und die Hafenwirtschaft zum ersten Mal in enger Zusammenarbeit die möglichen Folgen des Klimawandels für das Botlek-Gebiet und die in Betracht kommenden Vorgehensweisen untersucht haben.

Im Rahmen des Pilotprojekts wurden auch die Auswirkungen des Klimawandels anhand verschiedener Klimaszenarien des niederländischen meteorologischen Instituts KNMI untersucht. Nach diesen Klimaszenarien wird der Meeresspiegel bis 2100 zwischen 35 und 85 cm ansteigen und somit auch die Hochwassergefahr zunehmen. Die Studie zeigt, dass keine nennenswerte Gefahr für die Bevölkerung und Arbeitnehmer vorliegt. Es sind insbesondere Folgen in Hinsicht auf wirtschaftliche Schäden absehbar. Mit den beteiligten Unternehmen außerhalb der Deiche hat eine Abstimmung stattgefunden, wie man in solchen Situationen handeln sollte. In Gebieten außerhalb der Deiche gilt hinsichtlich der möglichen Hochwasserfolgen ein eigenes Risiko für die Nutzer.

Das Pilotprojekt resultierte aus dem „Advies Deltaprogramma Rijnmond-Drechtsteden (2014)“ (Empfehlung für das Deltaprogramm Rijnmond- Drechtstädte [2014]), in dem festgehalten ist, dass für vier außerdeichs gelegene Gebiete, darunter im Botlek-Gebiet, untersucht werden sollte, wie Einwohner und Unternehmen in dieser Region künftig vor Hochwassergefahren geschützt bleiben können. Einige Teile bzw. Teilgebiete des Botlek-Gebiets werden wir 2017 detaillierter untersuchen.

2017 werden auch die Hafengebiete Waal- & Eemhaven und Merwe-Vierhavens in vergleichbarer Weise untersucht.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Stabile Verfassung und ein optimistischer Blick

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Die Hamburger Wirtschaft befindet sich ungeachtet der globalpolitischen Unsicherheiten in einer stabilen Verfassung und blickt optimistisch in die Zukunft.

Dieses Fazit zog Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, bei der gemeinsamen Konjunkturpressekonferenz mit dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) und dem WifOR Wirtschaftsforschungsinstitut aus Darmstadt. „Die konjunkturellen Aussichten für Hamburg sind weiterhin günstig, werden jedoch von strukturellen Veränderungen begleitet, die mittelfristig negativ auf das Wachstumspotenzial der Hamburger Wirtschaft wirken können“, sagte HWWI-Direktor Prof. Henning Vöpel.

Laut aktueller Konjunkturumfrage der Handelskammer zum Ende des ersten Quartals 2017 hat sich der Geschäftsklimaindikator der Hamburger Wirtschaft im Vergleich zur Befragung vor drei Monaten um 3,7 Punkte auf 115,8 Punkte erhöht. Grund dafür sind die Beurteilungen der aktuellen und künftigen Geschäftssituation, die etwas positiver als die Einschätzungen zum Jahreswechsel ausfallen (siehe Hamburger Konjunkturbarometer I/2017 in der Anlage). Besonders optimistisch sind die Wirtschaftszweige Grundstücks- und Wohnungswesen (133,2 Punkte), sonstige Dienstleister (129,2 Punkte) sowie Medien und IT (125,6 Punkte).

Trotz möglicher protektionistischer Maßnahmen der USA erwarten die Hamburger Unternehmen mit Blick auf die kommenden zwölf Monate eine positive Exportentwicklung. 30,2 Prozent der Befragten rechnen mit höheren und 9,2 Prozent mit geringeren Ausfuhren (aktueller Saldo: +21 Prozentpunkte; Vorquartal: +18,2). Als größte Geschäftsrisiken im laufenden Jahr sehen die Firmen ungünstige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (48,3 Prozent), Fachkräftemangel (41,4 Prozent), nachlassende Inlandsnachfrage (37,4 Prozent) und Arbeitskosten (28 Prozent).

„Dem Hamburger Arbeitsmarkt stehen bereits heute rund 11.000 Fachkräfte zu wenig zur Verfügung. Dieser Engpass könnte laut aktuellen Prognosen auf etwa 60.000 fehlende Fachkräfte im Jahr 2030 anwachsen“, sagte Dr. Sandra Hofmann, Forschungsleiterin Arbeitsmarkt des WifOR-Instituts. Ein weiteres Ergebnis des von ihr erstellten „Handelskammer Fachkräftemonitors Hamburg 2017“: Der Branche „Information und Kommunikation“ in Hamburg fehlten aktuell bereits rechnerisch 2.900 Fachkräfte. Die Situation werde sich bis 2030 voraussichtlich mit dann rund 6.800 fehlenden Fachkräften noch weiter verschärfen.

Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Schmidt-Trenz zog außerdem eine Bilanz des eigenen Sechs-Punkte-Plans der Kammer zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit: Es hätten sechs gesonderte Informationsveranstaltungen zum Thema „Einstellung und Beschäftigung von Geflüchteten“ sowie „Marktplätze der Begegnungen“ als Kontaktplattform für Flüchtlinge und Unternehmen stattgefunden. Die Firmen hätten dabei bis jetzt über 1.400 Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze angeboten. Weitere 1.000 Praktika habe die Hamburger Wirtschaft auf Vermittlung der Kammer für das Ausbildungsvorbereitungsprogramm für Migranten (AvM-dual) zur Verfügung gestellt. Ferner wurden bislang die beruflichen Kompetenzen von über 100 Geflüchteten festgestellt und ihnen ein Zertifikat verliehen. Und die Handelskammer führte unter anderem 30 Bewerbertrainings für Flüchtlinge durch.

Das Konjunkturbarometer gibt es hier

Quelle: Handelskammer Hamburg, Foto: www.mediaserver.hamburg.de/Andreas Vallbracht




Antwerpen mit bestem Jahresstart jemals

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Der Hafen Antwerpen verzeichnet den besten Jahresstart seiner Geschichte – sowohl bei der Überseefracht insgesamt als auch im Teilsegment Containerumschlag.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden in Antwerpen 54.324.303 Tonnen Güter umgeschlagen. Dies sind 1,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Wachstum ist insbesondere auf die Container-Fracht zurückzuführen, die gemessen an der Tonnage um 2,0 Prozent angestiegen ist. Im Monat März wurden sogar mehr Container umgeschlagen als in der Geschichte des belgischen Hafens in irgendeinem Monat zuvor.

Nach dem bisherigen Rekordjahr 2016 startet der Hafen Antwerpen damit erfolgreich in das neue Jahr. „Die Antwerp Port Authority ist sehr zufrieden mit diesen Wachstumszahlen”, sagt CEO Jacques Vandermeiren. „Nachdem im ersten Halbjahr 2016 bessere Zahlen erreicht werden konnten als in der zweiten Jahreshälfte, ist es für uns wichtig zu sehen, dass der Umschlag im Containerbereich auch weiterhin stetig wächst. Dieser positive Trend bestätigt den Bedarf an zusätzlichen Containerkapazitäten im Hafen Antwerpen“, bekräftigt Vandermeiren.

Container und Breakbulk

Der Containerumschlag ist im ersten Quartal 2017 um 2,0 Prozent auf 29.750.925 Tonnen gestiegen. Gemessen in TEU wurde mit 2.480.932 TEU ein Anstieg um 0,7 Prozent erzielt.

Die Entwicklung im Ro/Ro-Segment ist mit einem Plus von 5,3 Prozent auf 1.219.314 Tonnen ebenfalls bemerkenswert. Die Anzahl der umgeschlagenen Fahrzeuge stieg um 2,8 Prozent auf 316.988 Stück.

Auch das Volumen im konventionellen Breakbulk ist weiter gestiegen. Ende März erreichte der Breakbulkumschlag 2.583.590 Tonnen und damit einen Anstieg um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wie 2016 ist dieses gute Ergebnis insbesondere auf den Umschlag von Stahl zurückzuführen, der ein Wachstum von 14,7 Prozent auf 2.093.071 Tonnen verzeichnen konnte. Protektionistische Maßnahmen führten nicht zu niedrigeren Frachtvolumen, sondern lediglich zu einer Verlagerung des Stahlhandels.

Flüssiggut
Der Umschlag von Flüssiggut ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 1,2 Prozent auf 17.624.478 Tonnen leicht gesunken. Dies ist hauptsächlich auf den Umschlag von Ölderivaten (- 4,2 Prozent) zurückzuführen. Insbesondere auf der Importseite war ein starker Rückgang aufgrund schwankender Handelsaktivitäten zu verzeichnen.

Schüttgut
Das Volumen im Schüttgutumschlag lag Ende März bei 3.145.995 Tonnen und erreichte damit in den ersten drei Monaten ein Wachstum von 6,7 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2016. Insbesondere der Import von Erz und Kohle konnte Zuwächse verbuchen.

Seeschiffe
Die Zahl der Seeschiffe, die den Hafen Antwerpen von Januar bis März anliefen, ist zwar um 0,8 Prozent auf 3.505 gesunken. Zugleich stieg aber die Bruttotonnage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent auf 99.701.892 GT.

Quelle und Foto: Port of Antwerp




CMA CGMs entwickelt Angebot

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Als Hauptakteur der neuen OCEAN Alliance, dem größten operativen Abkommen in der Schifffahrt, bietet CMA CGM fortan ein noch besseres Serviceportfolio für den deutschen Markt.

Mit optimierten Diensten und nunmehr drei deutschen Anlaufhäfen, die mittels effizienter Intermodallösungen hervorragend an das europäische Hinterland angebunden sind, können Kunden der OCEAN Alliance auf ein exzellentes Angebot zurückgreifen.

DREI DEUTSCHE HÄFEN
Der Beginn der OCEAN Alliance am 01. April ging mit einem neuen, optimierten Serviceangebot einher. Auch der deutsche Markt profitiert maßgeblich von den neuen Verbesserungen. So können Kunden von CMA CGM im Rahmen des FAL 5-Dienstes, der Deutschland mit Singapur und Deutschland verbindet, mit dem JadeWeserPort in Wilhelmshaven auf einen weiteren deutschen Hafen zurückgreifen. Neben den Häfen von Hamburg und Bremerhaven stellt der JadeWeserPort eine weitere effiziente Hafenoption dar und bietet den Kunden somit zusätzliche Flexibilität.

OPTIMIERTE DIENSTE MIT DEN SCHNELLSTEN TRANSITZEITEN
Die Dienste wurden sowohl in Bezug auf Kapazität als auch Transitzeiten deutlich verbessert. Mit nur neun Tagen von Bremerhaven nach Charleston, bietet der Victory Service die schnellste Transitzeit im Markt auf dieser transatlantischen Route. Der Liberty Service knüpft an dieses erstklassige Angebot an: Mit nur neun Tagen von Bremerhaven nach New York und nur 12 Tagen nach Norfolk, gehört der Liberty Service zu den schnellsten Diensten im Markt und überzeugt zugleich mit einer erhöhten Kapazität. Bei den Fernost-Verkehren spielt die OCEAN Alliance mit dem FAL 2-Dienst ebenfalls eine führende Rolle. So wird Shanghai in nur 31 Tagen von Hamburg aus erreicht. Westwärts von Qingdao und Dalian nach Hamburg, bietet die OCEAN Alliance mit nur 36 bzw. 38 Tagen sogar die schnellste Verbindung im Markt.

EXZELLENTE TRANSSHIPMENT- UND MULTIMODALLÖSUNGEN
Von Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven aus können Kunden auf exzellente Transshipment-Lösungen zurückgreifen. Gemeinsam mit dem Hamburger Short Sea-Experten OPDR, eine Tochterreederei von CMA CGM, bietet CMA CGM schnelle und zuverlässige Verbindungen nach Nordeuropa, in den baltischen Raum sowie zur iberischen Halbinsel und zu den Kanaren an. Darüber hinaus können Kunden von CMA CGM auf umfangreiche Multimodallösungen zurückgreifen, die das deutsche und europäische Hinterland hervorragend vernetzen. So stehen regelmäßige Zugverbindungen zwischen den drei großen Häfen und den Städten München, Nürnberg, Regensburg, Kornwestheim, Ulm, Berlin, Leipzig, Bremen, Dortmund, Köln und Mannheim zur Verfügung. Effiziente Zugverbindungen von und nach Österreich, Ungarn, Polen, in die Slowakei, die Schweiz und in die Tschechische Republik runden das Angebot ab. CMA CGM bietet seinen Kunden somit komfortable logistische Komplettlösungen.

Reinhard Peschel, Präsident CMA CGM Central Europe Cluster: “Mit dem Beginn der neuen OCEAN Alliance konnten wir unser bereits hervorragendes Angebot für den deutschen Markt nochmals optimieren. All diese Optimierungen und Verbesserungen, verbunden mit unseren hochqualifizierten und serviceorientierten Mitarbeitern, festigen die Position von CMA CGM als eine der führenden Reedereien in Deutschland.“

AUF EINEN BLICK: VERBESSERUNGEN DURCH DIE OCEAN ALLIANCE

  • Schnellere Transitzeiten von und nach China:
    • Von Qingdao & Dalian nach Hamburg: 36 bzw. 38 Tage – die schnellste Transitzeit im Markt auf dieser Route
    • Von Hamburg nach Shanghai: 31 Tage
    • Von Hamburg nach Dalian: 37 Tage
  • Schnellere Transitzeiten und höhere Kapazitäten nach Nordamerika:
    • Von Bremerhaven nach Charleston (Victory Service): 9 Tage – die schnelleste Transitzeit im Markt auf dieser Route
    • Von Bremerhaven nach New York (Liberty Service): 9 Tage
    • Von Bremerhaven nach Norfolk (Liberty Service): 12 Tage
  • Zusätzlicher Hafen: JadeWeserPort in Wilhelmshaven
  • Erhöhte Kapazitäten Liberty Service
  • Optimierte Transshipment- und Multimodallösungen in den baltischen Raum und ins deutsche sowie europäische Hinterland

AUF EINEN BLICK: CMA CGM IN DEUTSCHLAND

  • Drei deutsche Häfen: Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven
  • 21 Dienste
  • 22 wöchentliche Abfahrten sowie zusätzliche Feeder-Calls
  • Umfangreiche Transshipment- und Multimodallösungen in den baltischen Raum sowie ins deutsche und europäische Hinterland:
    • Deutschland: München, Nürnberg, Regensburg, Kornwestheim, Ulm, Berlin, Leipzig, Bremen, Dortmund, Köln, Mannheim
    • Europa: Österreich, Tschechische Republik, Ungarn, Slowakei, Schweiz, Polen
  • 6 Büros in Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart
  • Außerdem verantwortlich für Büros in: Basel & Genf in der Schweiz, Bratislava in der Slowakei, Prag in der Tschechischen Republik und Wien in Österreich

Quelle und Foto: CMA CGM




Rotterdam macht 8,8% Container mehr

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Im Rotterdamer Hafen wurden im ersten Quartal 2017 2,0 % mehr Güter umgeschlagen als im selben Vorjahreszeitraum. Vor allem beim Containerumschlag war ein auffallender Anstieg zu verzeichnen (nach Volumen (TEU) 8,8%, nach Gewicht 10,8%).

Von den elf verschiedenen Güterströmen entwickelten sich nur die Mineralölprodukte und die sonstigen flüssigen Massengüter rückläufig. Die Gesamtmenge der umgeschlagenen Güter erhöhte sich auf 119,3 Millionen Tonnen.

Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam: „Für den Containerumschlag war dies das beste Quartal aller Zeiten; der März war ein echter Rekordmonat. Die Rotterdamer Containerumschlagbetriebe haben exzellente Leistungen in einem nur begrenzt wachsenden Markt erbracht. Wir sollten uns nicht zu früh freuen, aber in Kombination mit den für Rotterdam günstigen Fahrplänen, die ab diesem Monat gelten, verspricht dies für Rotterdam ein gutes Containerjahr zu werden.“

Im Marktsegment „flüssiges Massengut“ wurden sowohl mehr Rohöl (+2,3 %; 26,6 Millionen Tonnen) als auch mehr LNG (+65,6 %; 0,2 Millionen Tonnen) umgeschlagen. Das LNG-Volumen ist absolut gesehen jedoch klein und zeigt starke Schwankungen. Es wurden weniger Mineralölprodukte (-11,1 %; 21,7 Millionen Tonnen) und sonstige flüssige Massengüter (-9,2 %; 7,0 Millionen Tonnen) umgeschlagen. Der Rückgang bei den Ölprodukten ist vor allem auf den geringeren Transit von russischem Heizöl infolge einer Erhöhung der in Russland erhobenen Ausfuhrabgaben zurückzuführen. In der Kategorie „sonstiges flüssiges Massengut“ ging das Volumen der Chemieprodukte und der Pflanzenöle zurück, während die Biokraftstoffe einen Volumenzuwachs verzeichneten. Insgesamt ging der Umschlag von flüssigem Massengut um 4,7 % auf 55,6 Millionen Tonnen zurück.

Beim Trockenmassengut sind Eisenerz sowie Schrott und Kohle die wichtigsten Gütersorten. Beide verzeichneten einen leichten Anstieg: der Umschlag von Eisenerz und Schrott nahm um 0,5 % auf 7,9 Millionen Tonnen zu, während sich der Kohleumschlag um 1,5 % auf 8,0 Millionen Tonnen erhöhte. Beim Agrarmassengut war eine Zunahme um 14,0 % auf 2,9 Millionen Tonnen zu verzeichnen. Das sonstige Trockenmassengut nahm um 8,5 % auf 3,0 Millionen Tonnen zu. Insgesamt erhöhte sich der Umschlag von Trockenmassengut um 3,6 % auf 21,7 Millionen Tonnen.

Der Containerumschlag stieg nach Gewicht um 10,8 % auf 34,3 Millionen Tonnen und nach Volumen um 8,8 % auf 3,3 Millionen TEU (Standardmaß für Container) an. Dieser Anstieg liegt offenbar erheblich über dem Marktdurchschnitt. Der Betrieb an den neuen Terminals im Hafenerweiterungsgebiet 2. Maasvlakte verläuft immer besser, und die Reedereien haben große Mengen von Transshipment-Ladung, deren Umschlag Ende 2015/Anfang 2016 anderen Häfen übertragen worden war, wieder nach Rotterdam verlagert. Dies kommt in einem starken Anstieg (+22,4 %; 5,9 Millionen Tonnen) des Feeder-Volumens zum Ausdruck. Feederschiffe bringen und holen Container mit interkontinentaler Ladung zu und von anderen Häfen, die nicht direkt von interkontinentalen Schiffsverbindungen (Deepsea-Verbindungen) bedient werden. Rotterdam entwickelt sich dadurch immer mehr zu einer Drehscheibe des Containerumschlags. Teilweise scheinen sich die Reedereien auch bereits auf die neuen Fahrpläne einzustellen, die im April in Kraft traten, und die insbesondere auf der wichtigen Verbindung nach Fernost für Rotterdam günstig sind. Voraussichtlich wird es aber noch einige Monate dauern, bis die Auswirkungen wirklich beurteilt werden können.

Der Ro-Ro-Verkehr verzeichnet noch immer einen Aufwärtstrend; dies gilt auch für die Transporte nach Großbritannien (+6,5 %; 5,7 Millionen Tonnen). Dies ist vor allem eine Folge neuer Dienste, die seit Ende des letzten Jahres angeboten werden. Der Umschlag des sonstigen Stückguts stieg enorm an (+49 %; 1,8 Millionen Tonnen), was hauptsächlich auf den Anstieg des Umschlags von Stahl in Form von Brammen zurückzuführen war. Der Gesamtumschlag des Marktsegments Massenstückgut (Ro-Ro-Verkehr und sonstiges Stückgut) stieg um 14,5 % auf 7,6 Millionen Tonnen an.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Lütjann wird CIO der gesamten Logistikdivision

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Michael Lütjann, Chief Information Officer (CIO) und Mitglied der Geschäftsführung von Imperial Logistics International mit Hauptsitz in Duisburg, hat auch auf übergeordneter Ebene die Position des CIO für die Logistikdivision des Gesamtkonzerns Imperial Holdings Limited, Südafrika, übernommen.

Gleichzeitig wurde Lütjann Mitglied im Board of Directors der Logistikdivision des Gesamtkonzerns.

Lütjann war vor seinem Eintritt bei Imperial Senior Vice President IT Management Logistics bei Schenker sowie CIO beim Logistikdienstleister Fiege. Zu seinen Aufgaben gehört, die digitalen Infrastrukturen der Logistikdivision auszubauen sowie Prozesse, Arbeitsformen und Geschäftsmodelle im Hinblick auf deren digitale Ausgestaltung weiterzuentwickeln.

Quelle und Foto: Imperial Logistics International B.V. & Co. KG




Vollautomatisches Reefer Container Monitoring

kSteinweg Süd-West Terminal © C. Steinweg

Der smartPORT Hamburg ist einen weiteren Schritt in Sachen Digitalisierung vorangekommen. An der Multipurpose-Umschlaganlage C. Steinweg (Süd-West Terminal) auf dem Kleinen Grasbrook wurde das erste vollautomatische System zur Überwachung von Kühlcontainern eingeführt.

Entwickelt und implementiert hat das System das österreichische Technologieunternehmen Identec Solutions, das auf drahtlose Sensor- und Lokalisierungsanwendungen spezialisiert ist.

In der Regel werden Reefer-Container auf Umschlaganlagen in bestimmten Abständen, gewöhnlich alle vier bis acht Stunden, manuell von Terminalmitarbeitern hinsichtlich Funktionalität, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und weiterer Paramater kontrolliert. Mit dem sogenannten CTAS Reefer-System von Identec Solutions entfällt dieser Aufwand, da sämtliche Daten vollautomatisch erfasst, übermittelt und verarbeitet werden.

Seit Ende 2016 wird an jedem ankommenden Kühlcontainer bei C. Steinweg ein Monitoring Device „Tag“ per Magnet angebracht, das sich automatisch mit dem Controller des Containers verbindet. „CTAS Reefer ist mit allen gängigen Modellen der wichtigsten Reefer-Container-Hersteller wie Daikin, Carrier, Starcool oder Thermoking kompatibel und im Gegensatz zu üblichen Power-Line-Modem-Lösungen völlig unabhängig“, unterstreicht Stephan Piworus, Global Vice President Sales Ports & Terminals bei Identec Solutions in Hamburg. Einmal angeschlossen übermittelt das „Tag“ alle 15 Minuten die relevanten Reefer-Daten per Funk. Sollte es zu Abweichungen kommen, wird eine automatische Alarmmeldung generiert, sodass umgehend reagiert werden kann.

CTAS Reefer ist mit dem Terminal Operating System (TOS) von C. Steinweg verbunden. Damit sind die Kühlcontainer-Prozesse komplett in den Terminalbetrieb integriert. Verlässt der Container das Terminal wieder, wird das „Tag“ einfach abgenommen und für die nächste ankommende Box verwendet. Alle angefallenen Daten bleiben im System archiviert und können im Fall von Rückfragen oder Versicherungsfällen jederzeit herangezogen werden.

„Durch den Einsatz von CTAS Reefer kann der arbeitsintensive, manuelle Kontroll- und Dokumentationsaufwand deutlich reduziert werden“, erläutert Piworus. „Die Mehrfacheingabe von Daten entfällt, was das Risiko von Fehlern bei der Datenerfassung nahezu ausschließt. C. Steinweg liegt nicht nur eine lückenlose Dokumentation über den Zustand der Kühlcontainer während der Verweildauer auf dem Terminal vor, sondern erhöht damit auch deutlich die Sicherheit und Kundenzufriedenheit, indem der Reefer alle 15 Minuten kontrolliert wird.“

C. Steinweg hat im vergangenen Jahr drei Neukunden für das Multipurpose-Terminal in Hamburg gewinnen können. Diese verschiffen zusätzlich zu konventionellem Stückgut auch verstärkt Reefer-Container im Export. „Aus diesem Grund haben wir uns intensiv damit beschäftigt, wie wir einen optimalen Service rund um die Kühlcontainer organisieren“, sagt Rainer Fabian, Geschäftsführer von C. Steinweg (Süd-West Terminal) in Hamburg. „Durch die automatische, hochfrequentierte Datenabfrage können wir höchste Sicherheit für die sensible Reefer-Ladung gewährleistet. Defekte Kühlaggregate oder der Ausfall der Stromversorgung bleiben nicht unbemerkt, sondern werden umgehend registriert und können sofort behoben werden. Tätigkeiten wie Handling, Anschluss und Einstellung der Reefer-Container werden durch unser geschultes Fachpersonal durchgeführt.“

CTAS Reefer ist das erste System dieser Art das im Hamburger Hafen installiert wurde. Neben Hamburg kommt CTAS Reefer bisher in den Niederlanden, den USA, Mexiko, der Dominikanischen Republik, Pakistan, Argentinien, Nigeria, Saudi-Arabien und in Kolumbien zum Einsatz.

Identec wurde 1999 in Lustenau, Österreich, gegründet und ist ein weltweiter Anbieter von drahtlosen Lösungen, die die Effizienz und Sicherheit in anspruchsvollen Arbeitsumfeldern gewährleisten. Die branchenspezifischen Anwendungen basieren auf einer robusten RFID-Funktechnologie und werden in den Bereichen Öl und Gas, Häfen und Terminals, Tunnel- und Bergbau sowie der Automobil- und Chemieindustrie eingesetzt. Identec Solutions ist ein privat geführtes Unternehmen der Identec Group und hat neben dem Geschäftssitz in Österreich Regionalbüros in Australien, den USA, Norwegen und Deutschland. www.identecsolutions.com

Seit 1858 befindet sich das Universalterminal des Umschlagunternehmens C. Steinweg (Süd-West Terminal) GmbH & Co. KG auf dem Kamerunkai im Hamburger Hafen. Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit ist das Stauerei- und Lagereigeschäft von konventionellem und containerisiertem Stückgut. Auf dem Terminal lagern unter anderem in einem ISPS-zertifizierten Börsenlager Metalle, Kaffee, Kakao, Papier sowie Projektladungen. Zum Dienstleistungsangebot gehören außerdem Warenkontrolle, Probenziehen, Umverpackung, Prüfungen, Begasung sowie die Zollabwicklung. www.hamburg.steinweg.com

Quelle: Identec Solutions Deutschland GmbH und C. Steinweg (Süd-West Terminal) GmbH & Co. KG (auch Foto)




Antwerpen verstärkt Kompetenzteam

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Der Hafen Antwerpen verstärkt sein Repräsentanten-Netz in den wichtigen Hinterlandregionen und Überseemärkten Indien, China und Osteuropa.

Mit der Ernennung von Malini Dutt (Indien), Robert Feng (China) und Martin Hubenak (Osteuropa) sind nun insgesamt zwölf Repräsentanten des Hafens weltweit aktiv. Ihre zentrale Aufgabe ist es, Europas zweitgrößten Seehafen mit lokalen Unternehmen, Häfen, Handelskammern sowie anderen wichtigen Marktteilnehmern zu vernetzen. Die Hafenvertreter informieren zudem über Möglichkeiten und Potenziale für Frachtströme über Antwerpen.
Martin Hubenak wurde zum neuen Hafen-Repräsentanten für die Tschechische Republik, die Slowakei und Polen ernannt. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit wird auf der Entwicklung von Schienengüterverkehren von und zum Hafen Antwerpen liegen. Die Tschechische Republik, die Slowakei sowie Polen befinden sich an strategischen Knotenpunkten der europäischen Ost-West- und Nord-Süd-Korridore. Die Distanz zwischen den drei Ländern und Antwerpen ist dabei optimal für effiziente und nachhaltige Bahntransporte.

Bereits in der Vergangenheit hat der Hafen Antwerpen erfolgreich mit Martin Hubenak zusammengearbeitet. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung in der Logistik, u. a. war er bei Exel, DB Schenker und DHL tätig, verfügt Martin Hubenak über ein dichtes Kontakt-Netzwerk in diesen Ländern sowie über umfassende Kenntnisse der speziellen Anforderungen der regionalen Lieferketten.

Ab sofort hat  Antwerpen nun zwei Vertreter in der indischen Hafenstadt Mumbai. Gemeinsam mit Raj Khalid wird Malini Dutt den Hafen in Indien repräsentieren. Jährlich werden 6,4 Mio. Tonnen Fracht zwischen Antwerpen und indischen Häfen transportiert. Damit ist Antwerpen europäischer Marktführer für diese Region, die mit einer jährlichen Wachstumsrate von sieben Prozent eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften der Welt ist.
„Zum einen ist der Hafen Antwerpen für Indien wichtig, um neue europäische Märkte zu erschließen, und zum anderen verfügt er über sehr gute Überseeverbindungen nach Westafrika und Lateinamerika, die ihrerseits Wachstumsmärkte für Indien darstellen”, sagt Malini Dutt. „Häfen spielen eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des internationalen Handels von Ländern – und Antwerpen erfüllt diese Bedingungen perfekt. Denn durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen entlang der Supply Chain wie Logistikern, Umschlagbetrieben oder Schiffslinien kann der Hafen als integrierter Dienstleister für indische Unternehmen agieren.“
Seit am Hafen Antwerpen auch die größten Containerschiffe abgefertigt werden können, steigt die Zahl der Direktanläufe aus Asien rapide. Insbesondere China ist weiterhin ein wichtiger Handelspartner Europas. Mit Jan van der Borght ist der Hafen Antwerpen bereits seit Jahren in China vertreten. Robert Feng wird ihn nun auf diesem Wachstumsmarkt unterstützen und den Hafen in Taiwan, Hong Kong sowie dem chinesischen Festland repräsentieren. Feng ist seit über 30 Jahren im chinesischen Schifffahrts- und Logistiksektor tätig.
„Ich werde mich auf den Bereich Containerreedereien, Logistikunternehmen und Verlader in der Region konzentrieren und die innovativen Dienstleistungen Antwerpens vorstellen. Ich bin sicher, dass dadurch weitere Fracht für Antwerpen gewonnen werden kann.“
Quelle und Grafik: Port of Antwerp 



Strömungen und Fahrverhalten nachbilden

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Nur ein wirklich erfahrener Binnenschiffer schafft es, das perfekt simulierte Schiff an der schwierigen Strömung vorbeizusteuern. Im Schiffsführungssimulator der Bundesanstalt für Wasserbau wird der Ist-Zustand simuliert – und die Situation nach einer baulichen Veränderung des Flusslaufes.

Schiffsführungssimulatoren für die Seeschifffahrt, die in der Ausbildung von Nautikern eingesetzt werden, gibt es schon länger. Der Simulator für die Binnenschifffahrt ist dagegen noch nicht etabliert, zumal es sehr viel schwieriger ist, die oft komplizierten Verhältnisse von Flussströmungen abzubilden. Gleichzeitig unterscheiden sich Binnenschiffe auf Grund ihrer Fahrtgebiete in ihren nautischen Ausrüstungen und Eigenschaften und damit in ihren Fahrfähigkeiten erheblich von Seeschiffen. Daher waren jahrelange Forschungen nötig, um das fahrende Binnenschiff im Simulator perfekt abzubilden.

Der Binnenschiffsführungssimulator im Karlsruher Hauptsitz der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) dient nun aber nicht der Ausbildung. Vielmehr prüfen die Forscher mit ihm, wie sich Baumaßnahmen auswirken werden. Wie ändern sich Strömungsverhältnisse, wenn beispielsweise flussbauliche Maßnahmen geplant sind? Erfahrene Flusskapitäne übernehmen dann das Steuer, durchfahren die Strecke und beurteilen die Situation aus ihrer Sicht. Die Experten aus der BAW beurteilen die Situation aufgrund der Daten, die aus der Simulation gewonnen werden. Es liegt auf der Hand, dass die Entwicklung des Simulators und die Modellierung neuer Flussabschnitte nicht billig sind. Eine misslungene Baumaßnahme kostet allerdings mehr als ein Vielfaches.

So wurde der Schiffsführungssimulator im Zusammenhang mit den Planungsarbeiten für die dringend notwendige Erneuerung der Eisenbahnbrücke in Hamm eingesetzt. Die Brücke überquert den Datteln-Hamm-Kanal. Künftig sollen dort bis zu 185 Meter lange Schubverbände fahren können. Eine Ausbauplanung nach den entsprechenden Richtlinien würde erhebliche Anforderungen an die Konstruktion der Brücke nach sich ziehen und die Baukosten in die Höhe treiben. Unter Ausnutzung aller örtlichen Möglichkeiten und aller Fähigkeiten der Schubverbände konnte mithilfe des Schiffsführungssimulators eine Lösung entwickelt werden, die keine zusätzlichen Anforderungen an die Brücke stellt.

Das Beispiel zeigt, weshalb im Wasserstraßenbau eine Forschungseinrichtung benötigt wird, wenn neue Baumaßnahmen anstehen. Die BAW berät die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) in allen verkehrswasserbaulichen Fragen. Sie begutachtet alle Bauten auf und an Flüssen und Kanälen, also von Wehren über Schleusen bis hin zu Leuchttürmen. Da eine neue Schleuse im Einzelfall hunderte Millionen Euro kosten kann und der Bau viele Jahre dauert – etwa die neue Schleuse in Brunsbüttel von der Elbe zum Nord-Ostsee-Kanal -, muss die Planung perfekt und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sein.

„Während die meisten Ressortforschungseinrichtungen ausschließlich Politikberatung für ihr jeweiliges Ministerium machen, finden bei uns sowohl Politikberatung für das Bundesverkehrsministerium als auch Projektberatung für die WSV statt und dies bundesweit, das heißt von den Küsten an Nord- und Ostsee bis ins Binnenland nach Baden-Württemberg und Bayern“, so Professor Christoph Heinzelmann, Leiter der Bundesanstalt für Wasserbau.

Die Techniker, Ingenieure und Wissenschaftler der BAW bearbeiten Fragestellungen im Verkehrswasserbau ganzheitlich. Dadurch können sämtliche technischen Aspekte umfassend berücksichtigt werden. In riesigen Hallen modellieren die Mitarbeiter Flussläufe samt Bodenstruktur im verkleinerten Format von 1:10 bis 1:100. Derzeit finden sich dort die Mündung der Lahn, mehrere Kilometer Rhein im Bereich der Loreley und ein Teil der Oder.

Es geht bei der BAW aber nicht nur um den Neubau, sondern auch um die Erhaltung und Sanierung bestehender Ingenieursbauten. Das Bundeswasserstraßennetz in Deutschland hat einschließlich der dazugehörigen Infrastrukturbauwerke wie etwa Schleusen, Wehre, Düker, Kanalbrücken, Brücken und Leuchttürme ein Anlagevermögen von rund 50 Milliarden Euro. Die Altersstruktur der Verkehrswasserbauwerke wird zunehmend ungünstiger. Bei Schleusen sind mehr als 35 Prozent älter als 80 Jahre. Sie haben also ihre bisher vorgesehene technische Nutzungsdauer überschritten. Würde man alle alten Bauwerke sanieren, wäre das nicht finanzierbar. Auch gibt es technische Anlagen, die zwar ihre Nutzungsdauer deutlich überschritten haben, aber noch gut in Schuss sind, während manch eine neuere Anlage dringend saniert werden muss.

Forscher der BAW entwickeln daher ein IT-gestütztes Erhaltungsmanagementsystem (EMS). Es basiert auf den vorgeschriebenen regelmäßigen Bauwerksinspektionen. Diese erfolgen nach einem bundeseinheitlichen Leitfaden. Die Inspekteure bewerten den Zustand der Bauwerke wird nach einem vierstufigen System. Es liegt auf der Hand, dass als „ungenügend“ eingestufte Bauten zuerst saniert werden müssen. Da aber jahrelange Bauzeiten und Millionen Euro teure Maßnahmen langfristig geplant werden müssen, bietet das System gleichzeitig Zustandsprognosen für intakte Bauten und damit für den Zeitraum bis zu dem eine Sanierung unaufschiebbar werden wird.

Der nächste Schritt, an dem die BAW derzeit arbeitet, ist eine Einbeziehung der Instandhaltungskosten. So lassen sich zukünftig erforderliche Finanzmittel und die Reihenfolge von Maßnahmen planen. Daneben werden andere Kriterien einbezogen, wie etwa die Bedeutung des Objektes für die Schifffahrt oder die Gefahr, die im Schadensfall von dem Objekt ausgeht. In der Endausbaustufe soll das Erhaltungsmanagementsystem dann mit standardisierten, objektiven Zahlen den Entscheidungsprozess innerhalb der Instandhaltungsplanung maßgeblich unterstützen.

Die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) ist eine technisch-wissenschaftliche Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Die BAW verfügt über eine umfassende Kompetenz und Erfahrung auf dem Gebiet des Verkehrswasserbaus. Sie ist weltweit eine der führenden verkehrswasserbaulichen Beratungs- und Forschungseinrichtungen und maßgeblich an der Weiterentwicklung dieser Disziplin beteiligt. Ihr Haushalt beträgt ca. 46 Millionen Euro (2016). In den beiden Standorten (Karlsruhe und Hamburg) arbeiten etwa 410 Menschen. Bearbeitet werden etwa 800 Projekte und 100 Forschungsvorhaben. Die BAW arbeitet in rund 300 nationalen und internationalen Ausschüssen mit und kooperiert weltweit mit etwa 50 wissenschaftlichen Einrichtungen.

Quelle und Foto: BAW, Der Erhalt großer technischer Wasserbauten bedarf wissenschaftlichen Sachverstands