Logistik in NRW fordert freie Rheinuferstraße

Um eine bessere Luftqualität in der Kölner Innenstadt zu erreichen, werden kurzfristig große Teile der Innenstadt für den Durchgangsverkehr von Lkw über 7,5t gesperrt. Betroffen ist von dieser Sperrung auch die Rheinuferstraße (B51), die den Niehler Hafen mit der Industrie im Kölner Süden verbindet. Der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL) sieht in dieser Maßnahme ein großes Problem von landesweiter Bedeutung und geht davon aus, dass durch diese Sperrung die Luftqualität insgesamt verschlechtert wird.

In reinen Zahlen ausgedrückt ist gegenüber der Route vom Niehler Hafen über die B51 in den südlichen Chemiegürtel Kölns die Strecke über die A1 und A4 mehr als doppelt so lang (Beispiel Niehler Hafen nach Godorf über B51: 17,5 km, über westlichen Autobahnring 36,7 km). Kurioser Weise weist der Luftreinhalteplan zwar eine wesentlich kürzere (22,3 km), „erlaubte und priorisierte Lkw-Route“ als Ausweichstrecke innerhalb Kölns aus, diese ist für größere Lastkraftwagen – und damit ausgerechnet für den Containerverkehr – jedoch völlig ungeeignet, denn sie endet spätestens am Brückenbauwerk Innere Kanalstraße Ecke Hornstraße (im Volksmund „Idiotenbrücke“ genannt), welches mit einer Durchfahrtsbeschränkung für Fahrzeuge ab 3,6 m Höhe ausgewiesen ist. Andere geeignete Ausweichmöglichkeiten bestehen auf rund des nicht erfolgten Ausbaus des Godorfer Hafens sowie des Zustandes der innerstädtischen Rheinbrücken nicht.

„Es geht nicht nur um ein paar zusätzliche Kilometer“, erläutert Dr. Christoph Kösters, Hauptgeschäftsführer des Logistikverbandes VVWL. „Aufgrund der längeren Strecke und der Staulage auf dem Kölner Autobahnring schaffen die Lkw statt durchschnittlich drei nur noch maximal zwei Rundläufe, um den Hafen mit Industrie im Kölner Süden zu verbinden.“ Dies mache den umweltfreundlicheren Verkehrsträger Binnenschiff gegenüber einem Direkt-Lkw unattraktiver, so dass für die gesamte Containerverkehrsstrecke ab den Seehäfen bis nach Köln eine Verlagerung von der Wasserstraße auf den Lkw mit Wahrscheinlichkeit eintreten werde. Auf diese Weise sei realistisch, dass sowohl durch die Mehrkilometer als auch durch eine Rückverlagerung von Verkehrsströmen auf die Straße in der Gesamtbetrachtung die Gesamtemissionen des Verkehrs signifikant ansteigen werde, so dass sich – abgesehen von im Saldo klimaschädlichen Auswirkungen – die urbane und regionale Hintergrundbelastung erhöhen werde, mahnt Kösters.

Nicht nur wegen der drohenden verkehrslogistischen Folgen und der Verkehrsverlagerungs-Effekte sondern auch aus Gründen der Gesamt-Emissionen fordert der VWVL daher, eine Lösung für den Güterverkehr zwischen dem Niehler Hafen und der südlichen Kölner Chemieregion zu finden und zumindest eine Ausnahmeregelung für Fahrten mit Quelle oder Ziel Niehler Hafen mit Nfz > 7,5 t zu definieren.

Der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V. (VVWL) ist der führende Unternehmer- und Arbeitgeberverband für Transport, Logistik, Spedition, Möbelspedition und Entsorgung in NRW. Wir vertreten rund 2.000 Mitgliedsfirmen, die über 180.000 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Als nordrhein-westfälischer Landesverband des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV) sowie des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ) setzen wir uns intensiv dafür ein, ökologische und ökonomische Belange rund um die Logistik und den Güterverkehr miteinander in Einklang zu bringen. So arbeiten wir in diversen Luftreinhalteplanungsgruppen in NRW, unter anderem beim Luftreinhalteplan Köln seit 2006, und haben aktiv im Lenkungskreis sowie der Projektgruppe Verkehr an der Erstellung des Klimaschutzplans NRW mitgewirkt.

Quelle: Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V., Foto: HGK

 

 

 




BDB verurteilt Probleme rund um Hamburg

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) kritisiert massiv die Ankündigung der Wasserstraßenverwaltung (WSV), die Schleuse Geesthacht am 15. und 16. August 2019 täglich je für acht Stunden zwischen 13:00 und 21:00 Uhr vollständig aufgrund Personalmangels zu sperren. „Aufgrund von Krankheit und Urlaub des verfügbaren Betriebsdienstpersonals und der Einhaltung der  Arbeitszeit- und Ruhezeitregelungen“ sei die Schicht nicht zu besetzen, teilt das Amt dem BDB lapidar mit.

Diese Sperrung kommt für die Binnenschifffahrt zur absoluten Unzeit, da erst in der vergangenen Woche infolge des Schadens am Elb-Stauwehr das Schiffshebewerk Lüneburg für mehrere Tage außer Betrieb genommen werden musste. Dadurch waren der Hafen Hamburg und weite Teile des Nordens der Republik vom Binnenschiffsverkehr abgeschnitten; an die 90 Schiffe stauten sich im Kanal und hohe Verdienstausfälle waren die Folge.

Im Zusammenhang mit dem Schadensfall in Geesthacht hat der BDB die Mitarbeiter der zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter vor Ort explizit für ihr besonnenes und schnelles Handeln bei der Schadensbeseitigung gelobt und distanziert sich von Stimmen im Gewerbe, die nun ausgerechnet diesem Personal vor Ort die Schuld an Schäden und Sperrungen im Wasserstraßennetz zuweisen. Den mangelhaften Zustand der Wehre und Schleusen – insbesondere aufgrund Personalmangels und chronischer Unterfinanzierung – haben in erster Linie die Verantwortlichen im Bundesverkehrsministerium und der Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt (GDWS) zu vertreten.

Nach Ansicht des BDB ist es unabdingbar, dass die GDWS tragfähige „Notfallkonzepte“ entwickelt, um die Bedienung der Anlagen und damit die Schiffbarkeit der Flüsse und Kanäle auch bei akut angespannten Personalsituationen in den einzelnen Amtsbereichen aufrechtzuerhalten. Daher hat sich der BDB heute mit einem „Brandbrief“ direkt an den Präsidenten der GDWS, Prof. Dr. Hans-Heinrich Witte, gewandt und deutlich gemacht, dass es absolut unzumutbar ist, dass zusätzlich zu den ohnehin schon zahlreichen technisch bedingen Schleusensperrungen infolge der maroden Infrastruktur nun auch noch personalbedingte Sperrungen hinzu kommen. Es ist die Aufgabe der GDWS, gemeinsam mit dem BMVI dafür Sorge zu tragen, dass die Wasserstraßenverwaltung vor Ort personell so besetzt ist, dass die Schleusen im Rahmen ihrer Betriebszeiten bedient werden können, damit die Planbarkeit und Verlässlichkeit des Schiffsverkehrs gewährleistet ist.

Quelle: BDB, Foto: HHM/ Dietmar Hasenpusch

 

 




18 Schiffsrümpfen für Concordia Damen

Am Montag, den 12. August kam die Black Marlin im Hafen von Rotterdam an. Dieses Halbtaucherschiff hat 18 Rümpfe für Binnenschiffe und ein Kranschiff für Damen an Bord. Die 18 Schiffsrümpfe wurden in China gebaut und sind für Concordia Damen aus Werkendam bestimmt.

Die Black Marlin kam im Binnensee von Rotterdam/Maasvlakte an. Am Mittwoch, den 14. August wird Boskalis die Black Marlin an den Dalben 90-91 absenken. Anschließend wird der Ponton mit den 18 Schiffsrümpfen zum Waalhaven geschleppt. Das Entladen der Schiffsrümpfe beginnt am 20. August und wird sieben Arbeitstage dauern. Bonn en Mees wird die Rümpfe mithilfe von drei Schwimmkränen entladen.

Quelle und Fotos: Port of Rotterdam, Black Marlin

 

 




HGK-Mitarbeiter fordern Ausbau-Beschluss

Die Belegschaft der Häfen und Güterverkehr Köln AG hat Ankündigungen von Kölner Politikern, die Planungen zum Ausbau des Godorfer Hafens formal stoppen zu wollen, mit Unverständnis zur Kenntnis genommen. Die Arbeitnehmervertreter befürchten negative Konsequenzen für Köln und die Unternehmen der HGK-Gruppe, sollte es wirklich zu einem Ende des Projektes kommen. Sie fordern stattdessen Erhalt und Umsetzung des Ausbau-Beschlusses.

„Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum der Ausbau des Godorfer Hafens nicht nur sinnvoll, sondern vielmehr zwingend notwendig ist“, sagt Michael Auer, Betriebsratsvorsitzender der HGK AG. Er wendet sich mit der Forderung, den weiterhin gültigen Beschluss des Kölner Stadtrates aufrecht zu erhalten, an Politiker der Mehrheitsfraktionen aus CDU und Grünen. Diese hatten bekundet, sämtliche Planungen formal beenden zu wollen.

Auer erinnert in dem Zusammenhang an die bevorstehende Umwandlung des Deutzer Hafens: „Die Arbeitnehmervertreter der HGK haben seinerzeit dem von der Kölner Politik gewünschten Verkauf des Deutzer Hafens zugestimmt, damit dort ein Wohn- und Geschäfts- quartier entstehen kann. Wir wollten der Stadtentwicklung auf keinem Fall im Wege stehen. Daran war aber auch unsere Forderung geknüpft, dass an anderer Stelle, zum Beispiel in Godorf, Umschlagflächen entwickelt werden“, so Auer.

Denn: „In ganz Deutschland gibt es einen starken Rückgang von Anlegestellen für die Binnenschifffahrt. Gleichzeitig vermeldet eine Stadt wie Köln stark wachsende Einwohnerzahlen, wodurch ein größerer Bedarf an Konsumgütern entsteht. Diese Entwicklungen stehen konträr zueinander“, analysiert Auer. Natürlich ist ein Hafenstandort wie Köln-Deutz „mitten in der Stadt nicht mehr plausibel darstellbar“, erklärt er, „aber genau aus diesem Grund ist ein Umschlagknoten am Stadtrand, wie er in Godorf entstehen soll, so sinnvoll.“ Hier plant die HGK die Errichtung eines vierten Hafenbeckens mit einem integrierten Container- Terminal, um so die Endkunden im Kölner Süden viel direkter bedienen zu können, was Lkw- Fahrten durch die City und über den Autobahnring reduzieren wird.

Auer, der auch als Sprecher der Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat der HGK AG wirkt, sieht darüber hinaus Vorteile für den Standort Köln: „Bei der Ford GmbH sollen in den kommenden Jahren beispielsweise viele Arbeitsplätze wegfallen. In Godorf können neue entstehen. Das wiederum stärkt den Wirtschaftsstandort. Köln ist seit jeher ein Zentrum für Handel und Industrie. Damit das aber auch so bleibt, ist der Erhalt und der Ausbau der Infrastruktur zwingend nötig.“

Einen weiteren Punkt pro Hafenausbau im Süden Kölns sieht Auer in der aktuellen Diskussion um den Klimanotstand. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass hier eine Chance vertan werden soll, Güterverkehre aus der City zu verlagern. In Godorf können die viel umweltfreundlicheren Transportmittel Binnenschiff und Eisenbahn eingesetzt werden. Das Beispiel des angedachten Lkw-Durchfahrverbots zeigt, dass Alternativen gefragt sind, um die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Ein Ausbau in Godorf würde viele Lkw-Fahrten aus dem Süden durch die City nach Niehl überflüssig machen“, meint der Arbeitnehmervertreter.

Mit Kirchturmdenken sei bei der komplexen Problematik niemandem geholfen, so Auer: „Es stimmt, es ist notwendig, dass bei dem Vorhaben eine als Naturschutzgebiet ausgewiesene Fläche weichen muss. Das heute ‚Sürther Aue‘ genannte Gebiet ist 1930 beim Bau des Hafens aufgeschüttet worden. Um diesem Verlust vorab Rechnung zu tragen, hat die HGK an anderer Stelle Flächen renaturieren lassen. Die Kritiker des Hafenausbaus, die den Erhalt dieses Brachlandes fordern, machen sich im Hinblick auf den Klimaschutz aber unglaubwürdig!“

Quelle und Foto: HGK

 




LIHH-Blockchain-Projekt HANSEBLOC geht in 2. Phase

Das von der Logistik-Initiative Hamburg (LIHH) betreute Blockchain-Konsortium HANSEBLOC geht nun in die zweite Phase. Genau zur Halbzeit des KMUNetC-Projektes des BMBF absolvierten die vier beteiligten Logistikunternehmen, zwei Hochschulen sowie die vier IT-Dienstleister ein erfolgreiches Meilensteinteffen mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung beauftragten Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.

In der zweiten Hälfte wird nun der Prototyp für die BlockchainLösung finalisiert und getestet. Darüber hinaus sollen erste Ansätze zur Anbindung an eine Sensorchain sowie zur Entwicklung eines gemeinschaftlichen Governance-Modells realisiert werden.

Zu den wesentlichen Aktivitäten des Konsortiums gehören regelmäßige Projekttreffen. Nach dem vorzeitigen Maßnahmenbeginn im Jahr 2018 wurden 14 Treffen durchgeführt, bis zur Jahresmitte 2019 bereits 16. Darüber hinaus organisierte die LIHH als zentraler Koordinator des Projektes mehrere Transfer- und Informationsveranstaltungen, so etwa im März beim Maritimem Cluster Norddeutschland, ebenfalls im März einen Austausch mit nationalen und internationalen Blockchain-Projekten (Kühne + Nagel, GS 1 Germany, Dakosy/TUHH, IBM, Blekinge Institute of Technology/ Seehafen Wismar) sowie im April einen Austausch mit den assoziierten Projektpartnern (BWVI, Hoyer GmbH, TOP Mehrwert-Logistik, VHSp, Zoll, Allianz esa, Euler Hermes“. Im Rahmen der Cross-Cluster-Aktivitäten war HANSEBLOC im Mai bei der von LIHH und Hamburg Aviation organisierten Veranstaltung „Eyes on Innovation“ zu Gast sowie einige Wochen später auf dem Blockchain-Panel bei der transport logistics in München.

Auch wenn zunächst einige Zeit dafür aufgewendet werden musste, bei der heterogenen Zusammensetzung des Konsortiums eine gemeinsame Grundlage zu entwickeln, zeigen sich die beteiligten Logistik-KMU optimistisch zum Projektfortschritt: „Für uns ist das HANSEBLOCProjekt die Möglichkeit, an der Forschung der momentan hoffnungsvollsten Technologie teilzunehmen. Die Chancen, die sich für uns in dem HANSEBLOC-Projekt eröffnen, steigern unsere Wettbewerbsfähigkeit ungemein. Weiterhin ist die intensive Zusammenarbeit und der Austausch mit den HANSEBLOC-Beteiligten ein großer Mehrwert für uns“, sagt Oliver Leopold, Geschäftsführer der SHOT LOGISTICS GMBH. Für Martin Araman, Geschäftsführer der Sovereign Speed GmbH geht der Fokus sogar über Blockchain hinaus: „Die Teilnahme am Projekt ermöglicht es uns, unternehmensinterne Prozesse, die von IT-Unternehmen aus einer anderen Perspektive hinterfragt werden, zu überdenken und zu optimieren. Darüber hinaus besteht durch den engen Kontakt zur Logistik-Initiative Hamburg die Möglichkeit, an künftigen Projekten teilzunehmen.“

Neben der weiteren Projektkoordination bis Ende 2020 wird sich die LIHH – insbesondere im Austausch mit anderen Clustern – um einen Innovationstransfer bemühen. „Das hohe fachliche, mediale und städtische Interesse an HANSEBLOC kommt der Sichtbarkeit des Clusters, dem KMU-NetC-Programm sowie allen beteiligten Projektpartnern zugute“, sagt Carmen Schmidt, Geschäftsführerin der Logistik-Initiative Hamburg Management GmbH.

Quelle und Foto: Logistik-Initiative Hamburg 

 

 




HGK will Ausnahme von Lkw-Durchfahrverbot

Die Häfen und Güterverkehr Köln AG spricht sich aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen für eine Ausnahmeregelung bei der von der Stadt Köln angekündigten Durchfahrtsverbotszone für Lkw über 7,5 Tonnen in der Kölner Innenstadt aus.

Nach Berechnungen der 100-prozentigen HGK-Tochter neska ist davon auszugehen, dass diese Regelung allein bei der Container-Sparte der neska zu 1,8 Millionen zusätzlichen Lkw-Kilometer führt, wenn auch die Rheinuferstraße und die Kölner Zoobrücke unter diese Regelung fallen. Dadurch ist eine stärkere Belastung der Umwelt von bis zu 2,0 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr zu befürchten. Das wirtschaftliche Risiko beziffert die neska-Gruppe mit etwa 1,5 bis 2,0 Millionen Euro pro Jahr.

„Die neska GmbH ist über die HGK AG ein Teil des Stadtwerke Köln Konzerns. Auch dank unserer guten Ergebnisse von zuletzt mehreren Millionen Euro pro Jahr, können Gelder in den Haushalt der Stadt Köln fließen“, erklärt neska-Geschäftsführer Dr. Jan Zeese. „Der kombinierte Verkehr, also die Verknüpfung aller Verkehrsträger, ist eine der großen Stärken der neska. Unser Ziel ist dabei, möglichst viele Streckenkilometer von der Straße auf die Schiene und die Wasserstraße zu verlagern. Durch eine generelle Verbotszone können sich Spediteure aber animiert fühlen, direkte Lkw-Verbindungen zu etablieren, ohne unsere ökologisch sinnvolleren Angebote mit Schiff und Bahn zu nutzen“, so Dr. Zeese weiter.

Der neska-Geschäftsführer schlägt vor, im Bereich der Rheinuferstraße und der Zoobrücke Ausnahmeregelungen für den kombinierten Verkehr zu schaffen. „Wir unterstützen ausdrücklich das Bestreben der Stadt Köln, die Belastung der Region mit Feinstaub und Stickstoffdioxid zu verringern. Wir verstehen uns als Teil der Lösung, um den Güterverkehr in Köln und der Region ökologisch sinnvoll und zukunftsfähig zu gestalten. Damit dies möglich ist, müssen aber unsere Terminals gut erreichbar bleiben und der Transport über die Anlagen in Niehl für Handel- und Industrieunternehmen der Region logistisch und wirtschaftlich attraktiv sein. Das ist nur gewährleistet, wenn es kein Lkw-Verbot auf Rheinuferstraße und Zoobrücke gibt“, sagt Dr. Zeese.

Container-Verkehre beispielsweise aus dem rechtsrheinischen Köln oder dem Kölner Süden werden auch in Zukunft stattfinden. Bei einem Verbot, das Rheinuferstraße und Zoobrücke einschließt, wird die Ware dann aber auf voraussichtlich deutlich längeren Routen oder nicht mehr mit Binnenschiff oder Güterzug, sondern direkt per Lkw durch das Kölner Stadtgebiet transportiert.

Uwe Wedig, Vorsitzender des Vorstands der HGK AG, unterstützt ausdrücklich den Vor- schlag der neska: „Als Logistik-Holding im Stadtwerke Köln Konzern tragen wir auch Verantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Tochter- und Beteiligungsunternehmen. Eine Ausnahmeregelung in dem genannten Bereich ist für mich unter Berücksichtigung der ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte zwingend.“

Quelle und Foto: HGK

 

 




Mirko Pahl verlässt TX Logistik

Mirko Pahl, CEO der TX Logistik AG, wird das Eisenbahnlogistikunternehmen zum 31. Juli 2019 aus persönlichen Gründen verlassen.

Der studierte Diplom-Kaufmann und ausgewiesene Eisenbahnexperte wechselte im März 2017 zu TX Logistik und leitete dort in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld die schrittweise Weiterentwicklung des Unternehmens ein.

Neben einem Organisations- und Personalumbau fokussierte er sich vor allem auf die Beschaffung eigener moderner Multisystem-Lokomotiven, das Wiedererlangen der Lizenzen in Schweden und Dänemark sowie die Wiederaufnahme der Verkehre im Schweiz-Korridor. Um TX Logistik zukunftssicher aufzustellen, wurde ebenfalls massiv in Automatisierung und Digitalisierung investiert. Noch in Umsetzung befindet sich die von ihm eingeleitete strukturelle Weiterentwicklung des Verkehrsportfolios.

Der Nachfolger von Mirko Pahl als CEO der TX Logistik AG wird in den kommenden Tagen bekannt gegeben.

Quelle und Foto: TX Logistik

 

 

 




Container treiben Umschlagswachstum

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 erzielte der Hafen von Rotterdam einen Umschlag von 240,7 Mio. Tonnen, ein neuer Rekord. Das sind 3,4 % mehr als im ersten Halbjahr 2018.

Das Wachstum des Containerumschlags, einem der strategischen Speerspitzen des Havenbedrijfs, setzte sich mit 4,8 % (in Tonnen, + 6,4 % in TEU) gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 fort, was ebenfalls einen neuen Umschlagsrekord darstellt. Das Wachstum ist vor allem auf höhere Import- und Transshipmentvolumen zurückzuführen. Hier geht es zum Halbjahresbericht 2019

• Gesamtumschlag 240,7 Mio. Tonnen, neuer Rekord
• Wachstum Containerumschlag auf 7,5 Mio. TEUs (+ 6,4 % in TEUs, + 4,8 % in Tonnen)
• Leichte Zunahme (+ 4,0 %) Umsatz Havenbedrijf Rotterdam auf € 357,8 Mio.
• Deutliche Zunahme (+ 7,0 %) Betriebsergebnis auf € 134,8 Mio.
• Anhaltend hohe Investitionen (€ 177,1 Mio.) in die Infrastruktur

Weitere positive Highlights waren die Marktsegmente Rohöl (+ 2,8 %) und LNG (+ 94 %). Das Wachstum des Rohöls wurde durch vermehrte Importe von billigem Öl aus den Vereinigten Staaten getragen. LNG wuchs hauptsächlich aufgrund der gestiegenen Exporte von amerikanischem Gas nach Europa. Rückgänge waren im ersten Halbjahr in den Marktsegmenten Mineralölprodukte (- 5,8 %) und Agribulk (- 7,2 %) zu verzeichnen.

Die Finanzergebnisse von Havenbedrijf Rotterdam waren im ersten Halbjahr 2019 gut. Die erhaltenen Seehafengebühren sowie die Miet- und Pachteinnahmen der ausgegebenen Flächen stiegen leicht an, was zu einem Umsatzwachstum von 4,0 % auf € 357,8 Mio. führte. Das Segment des Flüssigmassenguts machte dabei innerhalb dieses Wachstums den größten Teil aus.
Auch da die betrieblichen Aufwendungen unterproportional zu den Erlösen gestiegen sind, verbesserte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Steuern um 7,0 % auf € 134,8 Mio.

CEO Allard Castelein: „Der Umschlag im Hafen läuft gut, insbesondere im strategisch wichtigen Marktsegment Container. Die Finanzergebnisse des Havenbedrijf sind gut. Dies ermöglicht es uns, weiterhin in den Hafen, in die physische Infrastruktur und in digitale Lösungen für Handel und Logistik zu investieren“.

Im Bereich der Energiewende wurden im Hafen von Rotterdam in den letzten sechs Monaten wieder wichtige Fortschritte erzielt. So zeigt die Wirtschaft großes Interesse an einer Beteiligung am Projekt Porthos zur Speicherung von CO2 in erschöpften Gasfeldern unter der Nordsee. Erst kürzlich wurde eine Machbarkeitsstudie zu H-Vision vorgestellt. H-Vision ist die großtechnische Herstellung und Anwendung von CO2-neutral erzeugtem Wasserstoff, auch bekannt als blauer Wasserstoff, in industriellen Prozessen. Dadurch lässt sich der CO2-Ausstoß bis 2030 um zwei bis vier Megatonnen reduzieren.

Der Ende Juni veröffentlichte Vorschlag des niederländischen Kabinetts für ein Klimaabkommen enthält Chancen und Risiken. CEO Allard Castelein: „Der vorgeschlagene Clusteransatz, der Fokus auf Infrastruktur und Wasserstoff bieten Chancen für die Industrie in Rotterdam. Havenbedrijf Rotterdam ist bestrebt, diese in naher Zukunft mit dem niederländischen Staat auszuarbeiten. Wir halten es für sehr wichtig, dass die Einführung einer CO2-Steuer mit der Realisierung notwendiger physischer Infrastruktur einhergeht, so dass den Unternehmen Möglichkeiten geboten werden, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren“. Dies ist gut für das Geschäftsklima und die Wettbewerbsposition der Niederlande.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 blieben die Investitionen auf hohem Niveau (€ 177,1 Mio.). Havenbedrijf Rotterdam trägt aktiv an der Erhöhung der Zuverlässigkeit in der Logistikkette bei. Im Mai wurde der erste Pfahl für die Container Exchange Route eingeschlagen. Der Bau der Theemswegtracé, bei der ein Teil der Hafenbahnstrecke umgeleitet wird, verläuft nach Plan.

Havenbedrijf Rotterdam übernimmt die Führung bei der digitalen Transformation von Hafen und Logistik. Dies erhöht die Effizienz auf den wichtigsten Handelsrouten, senkt die Kosten und reduziert den CO2-Ausstoß. Der Hafen von Danzig hat auf Navigate umgestellt, den vom Havenbedrijf Rotterdam entwickelten Routenplaner für die Schifffahrt. Im Mai verließ der mit Sensoren ausgerüstete Container 42 den Hafen von Rotterdam für eine zweijährige Weltreise. Mit Hilfe von Echtzeitinformationen lassen sich Wartezeiten reduzieren und Liegeplätze, Be-, Entlade- und Abfahrtszeiten optimieren. Die aus den gesammelten Daten gewonnenen Erkenntnisse zur Effizienz werden im Hafen von Rotterdam genutzt, um seine Wettbewerbsposition weiter zu stärken.

CEO Allard Castelein: „Im makro-ökonomischen Bereich sind die Beziehungen zwischen den wichtigsten Handelsregionen der Welt nach wie vor angespannt. Es besteht auch weiterhin Unsicherheit über die Einführung von Handelszöllen nach dem Brexit. Beide Entwicklungen tragen zu unsicheren Aussichten für ein weiteres Wachstum des Welthandels bei. Angesichts der oben genannten globalen Unsicherheiten erwartet der Havenbedrijf Rotterdam eine leichte Abschwächung des Güterumschlagswachstums in der zweiten Jahreshälfte 2019″.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam 




Wechsel an der Spitze der Hafengesellschaft

Jetzt ist es offiziell: Der Rheinhafen Krefeld bekommt einen neuen Geschäftsführer. Christoph Carnol tritt die Nachfolge von Sascha Odermatt an und leitet den Hafen zukünftig gemeinsam mit Elisabeth Lehnen.

Bereits im Frühjahr 2019 hatten der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung des Rheinhafens Krefeld beschlossen, dass Herr Christoph Carnol neuer Sprecher der Geschäftsführung wird. Er übernimmt das Aufgabengebiet von Sascha Odermatt, der durch seine Ernennung zum Geschäftsführer bei den Neuss Düsseldorfer Häfen im Mai 2018 seine bisherige Geschäfts- führertätigkeit beim Krefelder Hafen aufgeben wird.

Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer begrüßt den neuen Geschäftsführer an seinem ersten Arbeitstag im Krefelder Hafen. „Christoph Carnol bringt viel internationale Erfahrung in die Geschäftsführung des Rheinhafens. Ich bin überzeugt, dass es ihm gemeinsam mit Elisabeth Lehnen gelingen wird, die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre fortzuschreiben. Ein starker Rheinhafen ist und bleibt für den Wirtschaftsstandort Krefeld ein echter Trumpf“, so der Oberbürgermeister.

„Wir freuen uns, dass wir mit Herrn Carnol eine erfahrene und kompetente Kraft mit Auslandserfahrung für die Geschäftsführung des Rheinhafens Krefeld gewinnen konnten“, so der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Hengst, „Herr Carnol kennt die Logistikbranche seit langem.“ Hengst dankt Herrn Odermatt für seine langjährige, erfolgreiche und vorausschauende Tätigkeit im Interesse des Rheinhafens Krefeld. Sascha Odermatt und Elisabeth Lehnen freuen sich mit Christoph Carnol einen fachkundigen Kollegen gefunden zu haben, der als Logistiker und Industriekenner in die Mitverantwortung beim Hafen Krefeld einsteigt.

Christoph Carnol (52) studierte Ökonomie mit dem Schwerpunkt Marketing an der Haute Ecole Lucia de Brouckère in Brüssel. Neben weiteren fachlichen Weiterbildungen absolvierte er berufsbegleitend den Master of Business Administration mit den Schwerpunkten Leadership und nachhaltige Un- ternehmensführung sowie einen Master in erneuerbaren Energien. Seine berufliche Tätigkeit begann er im Logistikmanagement für die Automobilindustrie. Er war bei verschiedenen Logistikunternehmen und Automobilzulieferern tätig unter neuerem bei der Schnellecke Group und der Deutschen Bahn – DB Cargo. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeiten bestand im Aufbau und der Steuerung internationaler und intermodaler Transportnetzwerke für die Automobil– und Metallindustrie sowie in der Produktion von Interieur- und Exterieurkomponenten für die Automobilindustrie. Zuletzt war er als Managing Director Central Europe und Corporate Sales Director Automotive für Gon- varri Industries tätig. Christoph Carnol ist verheiratet und hat 3 Kinder.

Quelle und Foto: Rheinhafen Krefeld

 




H2O statt CO2 – Rhein wird zukunftssicher

Bundesminister Andreas Scheuer hat einen Aktionsplan  „Niedrigwasser Rhein“ mit acht Maßnahmen vorlegt. Dieser wurde gemeinsam mit den vom Rhein abhängigen Unternehmen entwickelt, um zuverlässig kalkulierbare Transportbedingungen am Rhein zu schaffen.

Scheuer: „Wir brauchen mehr Schiff statt Stau und mehr H2O statt CO2. Die extremen Trockenperioden der vergangenen Jahre haben gezeigt: Wenn die Schiffe auf dem Rhein nicht fahren können, bleiben die Tankstellen leer und Unternehmen müssen ihre Produktion zurückfahren. Um die Versorgung  der Bevölkerung und den Wirtschaftsstandort auch für die Zukunft zu sichern, haben wir einen Aktionsplan mit acht konkreten Maßnahmen aufgestellt. Denn klar ist: Wir müssen jetzt handeln, um die Transportbedingungen auch mit Blick auf klimatische Veränderungen konstant hoch zu halten.“

Michael Heinz, BASF-Vorstandsmitglied und Standortleiter Ludwigshafen ergänzt: „Der „8-Punkte-Plan“ nimmt den Rhein in den Fokus. Das ist ein starkes Signal. Aber wir wissen: Damit ist es natürlich nicht getan: Alle Verkehrsträger – also Straße, Schiene, Binnenschiff und Seeverkehr – sind für eine solide wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes essentiell. Die Industrie braucht zuverlässig nutzbare Transportwege, um die Rohstoffversorgung sichern und Kunden beliefern zu können. Die gesamte deutsche Infrastruktur braucht neue Impulse und vor allem: neue Investitionen. Nur so werden wir die Herausforderungen der Zukunft meistern können.“

„Wir freuen uns sehr, dass der Verkehrsminister mit dem 8-Punkte-Plan die Initiative ergreift und ein detailliertes Infrastrukturkonzept für den Rhein auf den Weg bringt. 80 Prozent unserer Rohstofftransporte werden über den Rhein transportiert. Wir sind, um im Wettbewerb bestehen zu können, auf funktionierende Transportwege über den Rhein zwingend angewiesen und begrüßen alle Maßnahmen die zur Stärkung der entsprechenden Infrastruktur beitragen“, meint Premal Desai, Sprecher des Vorstands Thyssenkrupp Steel Europe AG:

Das Binnenschiff trägt den Hauptanteil des Gütertransports am Rhein – noch vor Schiene und Lkw. Der Rhein ist die bedeutendste und umweltfreundlichste Transportroute Deutschlands, das Binnenschiff selbst ein Transportgigant.

In den vier Handlungsfelder „Informationsbereitstellung“, „Transport und Logistik“, „Infrastruktur“ und „Langfristige Lösungsansätze“ sind insgesamt acht Maßnahmen aufgestellt worden, mit denen den klimawandelbedingten Herausforderungen am Rhein begegnet werden soll. Diese reichen von der Verbesserung der operationellen Vorhersagen über die Entwicklung niedrigwassergeeigneter Schiffstypen bis zur schnelleren Umsetzung infrastruktureller Maßnahmen und gesellschaftlichem Dialog. Details zu den einzelnen Punkten sind unter www.bmvi.de/aktionsplan-niedrigwasser-rhein  zu finden.

Ocke Hamann, Geschäftsführer der Niederrheinischen IHK für den Bereich Standort, Digital, Innovation, Umwelt erklärte zu dem Programm, dass das Niedrigwasser des vergangenen Jahres gezeigt habe, wie wichtig die Binnenschifffahrt für die Versorgung von Industrie und Bevölkerung ist. „Investitionen und Beschäftigung sind unmittelbar abhängig von der Verlässlichkeit des Rheins als Transportweg. Wir begrüßen daher, dass Bundesverkehrsminister Scheuer einen Maßnahmenplan zum Umgang mit Niedrigwasser-Ereignissen aufgestellt hat. Dem Plan fehlt allerdings ein wichtiger Impuls. Die für den Rhein vorgesehenen Abladeverbesserungen zwischen Duisburg und Dormagen sollten nach unserer Auffassung die gleiche Priorität erhalten, wie die für den Mittelrhein vorgesehenen Maßnahmen. Nur für den Mittelrhein sieht Scheuers 8-Punkte-Plan ein eigenes Maßnahmengesetz vor. Mit Blick auf den enormen Handlungsdruck fordern wir ein solches auch für die Maßnahmen am Niederrhein.“

Der Vizepräsident des Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. (VBW, Niels Anspach (BP Europa SE) erläutert, dass es Ziel des 8-Punkte-Plans sei, die negativen Effekte von extremen Niedrigwasserphasen zukünftig zu minimieren. Die mehrmonatige Niedrigwasserphase in 2018 führte nach seienr Auskunft zu einem Rückgang des BIP von 0,2 Prozent (Quelle ifW, Kiel) und zu erheblichen Belastungen für die Produktion in wichtigen Schlüsselindustrien, wie der chemischen, der stahlerzeugenden oder der Mineralölindustrie. „Einige Konzerne, wie die BASF und ThyssenKrupp mussten dadurch Verluste im dreistelligen Millionenbereich verzeichnen. Da sich derartige Wassersituationen durch den Klimawandel zukünftig häufiger einstellen könnten, sind schnelle und nachhaltige Maßnahmen zur Stärkung der Robustheit des Systems Wasserstraße gegenüber diesen Ereignissen erforderlich.“

„Die Vereinbarung ist ein wichtiges Signal an die von der Binnenschifffahrt abhängigen Industrieunternehmen im Rheinkorridor. Es ist wichtig, dass die dort verankerten Maßnahmen nun schnellstmöglich umgesetzt werden, bevor derartige Klimaereignisse zu Standortfragen werden und dauerhaft Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Deutschland gefährden. Insofern ist der 8-Punkte-Plan auch ein Signal an die Bürgerinnen und Bürger. Darüber hinaus sollte der Plan als Aufschlag genutzt werden, um über weitergehende wasserbauliche Konzepte und Maßnahmen zur Stabilisierung des Rheins in Niedrigwasserphasen nachzudenken. Ich freue mich, dass auch viele im VBW engagierte Unternehmen, wie die BASF, Covestro, ThyssenKrupp Steel und auch wir als BP von vornherein an dieser Erklärung mitwirken konnten. Deswegen haben wir als VBW die Erklärung auch gern mitgezeichnet und werden die Umsetzung der Maßnahmen bestmöglich unterstützen.“

Gemeinsam mit dem Bundesverkehrsminister und Vertretern der Industrie hat auch der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) an Bord der „MS Mainz“ den vom BMVI aufgelegten Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ unterzeichnet. „

Das Jahr 2018 mit seinem extremen Niedrigwasser und Pegeltiefständen an verschiedenen Flüssen hat den Kunden und auch den Endverbrauchern deutlich vor Augen geführt, wie wichtig der Güterverkehr per Binnenschiff für die Versorgung der Industriestandorte, gerade auch im Rheingebiet, ist. Kein anderer Verkehrsträger war in der Lage, Ladungsmengen der Binnenschifffahrt zu übernehmen, so dass sich Güter verteuert haben und teils nicht in gewohntem Umfang bereitgestellt werden konnten. Wir begrüßen daher, dass das Bundesverkehrsministerium in der Erwartung, dass derartige Niedrigwassersituation künftig wohl häufiger zu befürchten sind, einen Aktionsplan erarbeitet hat, der die Leistungsfähigkeit der Binnenschifffahrt langfristig auch bei niedrigen Wasserständen sichern soll“, betonte BDB-Präsident Martin Staats (MSG).

Besonders wichtig sei in diesem Zusammenhang die in dem Papier verankerte Ankündigung des Bundes, alle sinnvollen Maßnahmen zur Beschleunigung der im Bundesverkehrswegeplan 2030 verankerten Abladeoptimierungen an Mittel- und Niederrhein, zu prüfen, beispielsweise durch den Erlass von Maßnahmengesetzen. Wichtig sei außerdem, auch darüber hinausgehende wasserbauliche Lösungen zur Sicherstellung kalkulierter Transportbedingungen am Rhein in den Fokus zu nehmen: „Da eine Häufung von signifikanten Niedrigwasserereignissen künftig nicht ausgeschlossen werden kann, muss auch ganz ernsthaft über den Bau von Staustufen und Speicherlösungen am Rhein diskutiert werden. Es ist daher richtig, dass im Aktionsplan eine profunde Untersuchung derartiger Maßnahmen verankert ist“, so der BDB-Präsident.

Für eine Verbesserung der Schiffsnavigation bei Niedrigwasser sieht das Papier unter anderem optimierte Wasserstandsprognosen und eine Bereitstellung von aktuellen Tiefeninformationen in der elektronischen Binnenschifffahrtskarte (Inland ECDIS) vor. Dadurch werden langfristigere Planungsmöglichkeiten für Gütertransporte und eine verbesserte Ausnutzung der Fahrrinnentiefen für die Schiffsführung ermöglicht.

„Das Gewerbe benötigt außerdem ein mit einer attraktiven Förderkulisse unterlegtes Flottenneubauprogramm“, so Staats. Im 8-Punkte-Plan wird im Handlungsfeld „Transport und Logistik“ immerhin eine mögliche fiskalische und ordnungspolitische Unterstützung bei der Entwicklung und Verfügbarkeit von angepassten, flachgängigen Schiffstypen genannt.

Erst Mitte Mai 2019 hatte Scheuer in Berlin den auf Anregung des BDB in den Koalitionsvertrag aufgenommenen und binnen kurzer Zeit mit Inhalt gefüllten „Masterplan Binnenschifffahrt“ vorgestellt. Dieser sieht unter anderem eine konsequente Umsetzung der im Bundesverkehrswegeplan 2030 sowie im Wasserstraßenausbaugesetz festgeschriebenen Wasserstraßeninfrastrukturprojekte sowie eine deutlich verbesserte Förderkulisse für das Binnenschifffahrtsgewerbe vor, zum Beispiel hinsichtlich der Förderung von Maßnahmen zur Modernisierung der Flotte. Auf dem Parlamentarischen Abend des BDB am 15. Mai 2019 in Berlin kündigte das Ministerium an, ein solches neu aufgelegtes Modernisierungsprogramm bei der EU notifizieren lassen zu wollen, damit das Gewerbe in den Genuss höherer Fördersummen und besserer Förderquoten kommt, um beispielsweise die Herausforderungen bei der Umrüstung auf deutlich teurere Binnenschiffsmotoren, die den neuen EU-weiten Abgasvorschriften entsprechen, bewältigen zu können.

Der Masterplan enthält außerdem einen Prüfauftrag für ein umfangreiches Flottenneubauprogramm, mit dem auch ein Anreiz für angepasste, flachgängige Binnenschiffe gesetzt würde, die dann auch bei ungünstigen Wasserständen länger in Fahrt gehalten werden könnten. Daher ist es konsequent, dass in den Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ explizit die Entwicklung und der Bau von solchen Schiffstypen aufgenommen wurden. Da angenommen werden muss, dass signifikante Niedrigwasserereignisse künftig vermehrt auftreten werden, ist eine derartige Förderung von hoher Bedeutung. Das „Dürre-Jahr“ 2018 hat verdeutlicht, dass die Binnenschifffahrt ein systemrelevanter und unersetzlicher Partner in der Logistikkette zur Versorgung ihrer Kunden ist. Kein anderer Verkehrsträger konnte die Ladungsmengen der Schifffahrt übernehmen – die Transportmenge der Güterbahn sank im Jahr 2018 vielmehr um rund 1 Prozent.

Pressestelle BMVI, Niederrheinische IHK, VBW, BDB, Foto: Niederrheinische IHK