Nachtfahrten entlasten Straßen und Umwelt

Die HHLA-Tochter CTD Container-Transport-Dienst entlastet den Straßenverkehr im Hafen durch Nachtfahrten und erhöht den Anteil umweltfreundlicher Container-transporte mit Binnenschiff und Bahn.

Die HHLA-Tochtergesellschaft CTD Container-Transport-Dienst ist Marktführer bei Containertransporten im und um den Hamburger Hafen. Die Umfuhren zwischen Leerdepots und den Container- beziehungsweise Bahnterminals werden aufgrund der kurzen Distanzen zumeist von Lkw durchgeführt. Um die Infrastruktur im Hafen zu entlasten und das Verkehrsaufkommen gerade während der Spitzenzeiten zu entzerren, erledigt CTD einen erheblichen Teil seiner Transporte mittlerweile in der Nachtschicht.

Im vergangenen Jahr haben die CTD-Trucks von 50.000 Umfuhrcontainern fast 20.500 während der Nacht gefahren. Somit wurden 41 Prozent aller Umfuhren im Zeitraum von 18 bis 6 Uhr durchgeführt. Für Steven Treder, Teamleiter Nahverkehr bei CTD, ist das ein großer Erfolg: „Wir versuchen in der Disposition, so viele Touren wie möglich in die Nachtschicht zu verlagern. Das sorgt für eine gleichmäßigere Auslastung unserer Fahrzeugflotte und erhöht gleichzeitig die Kapazitäten im Tagesgeschäft.“ Außerdem stehen die Fahrzeuge weniger im Stau: Das macht die Transportplanung zuverlässiger und schont gleichzeitig die Umwelt.

Auch die umweltfreundliche „nasse Umfuhr“ – gemeint sind Transporte mit dem Binnenschiff beziehungsweise der Barge – legte im vergangenen Jahr erheblich zu. Die Zahl der Boxen stieg um etwa zehn Prozent auf knapp 13.000 TEU. CTD hat den Anteil der Binnenschifftransporte an den Gesamtumfuhren in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf mehr als 16 Prozent gesteigert, wodurch ungefähr 6.500 Lkw-Fahrten entfielen.

Eine weitere Entlastung der Straßeninfrastruktur im Hafen gelang CTD, indem sie Lkw-Transporte auf die Schiene verlagerte. Der größte Erfolg ist die Einrichtung einer neuen Bahnverbindung zwischen Hamburg und Bremerhaven, die seit Ende 2018 gemeinsam mit der HHLA-Bahntochter Metrans betrieben wird. Für die stark frequentierte Autobahn A1 konnte somit eine Alternative zum Lkw-Transport geschaffen werden. Bisher ersetzen die bis zu drei Zugabfahrten in beide Richtungen pro Woche fast 300 Lkw-Fahrten. CTD stärkt den umweltfreundlichen Verkehrsträger Bahn aber nicht nur in Hamburg. Am Standort Berlin stiegen die Mengen im kombinierten Verkehr um 21 Prozent auf ca. 26.000 TEU und in Stuttgart-Kornwestheim um 19 Prozent auf mehr als 45.000 TEU.

Ralph Frankenstein, Geschäftsführer CTD: „Wir legen uns nicht auf einen Verkehrsträger fest. Wünscht der Kunde den Transport mit der Bahn und anschließender Anlieferung per Lkw, bekommt er von uns Angebot und Service aus einer Hand.“

Quelle und Foto: HHLA




DeltaPort präsentiert innovative Hafenlogistik

Am bundesweiten „Tag der Logistik“ besichtigten rund 80 Besucher den Hafenverbund DeltaPort mit seinen drei Standorten: Stadthafen Wesel, Rhein-Lippe-Hafen Wesel und Hafen Emmelsum.

Insbesondere Schülern und Studenten wurde der Hafen als innovativer Arbeitsort der Zukunft mit seinen vielfältigen Logistikschwerpunkten näher gebracht. Durch die gegenwärtigen Ansiedlungserfolge DeltaPorts bietet der Hafen weitere interessante Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region Niederrhein.

Nach dem großen Erfolg des Tages der Logistik der vergangenen Jahre engagierte sich der Hafenverbund DeltaPort (Stadthafen Wesel, Rhein-Lippe-Hafen Wesel, Hafen Emmelsum) auch im Jahr 2019 mit einem attraktiven Angebot: Unter dem Motto „Innovative Hafenlogistik“ präsentierten die ansässigen Umschlagbetriebe Contargo, Sappi Logistics Wesel (SLW), Schwerlast Terminal Niederrhein sowie Hülskens ihr Leistungsportfolio der interessierten Öffentlichkeit. Contargo und SLW gewährten auf ihren Containerterminals im Hafen Emmelsum unter anderem einen umfassenden Einblick in die Konsumgut- sowie Papier- und Zellstofflogistik und legten die Bedeutung der Trimodalität (Verknüpfung der Verkehrsträger Wasser, Straße, Schiene) aufgrund überlasteter Straßen dar. Des Weiteres wurde den Besuchern ein Blick in die riesige Schwerlasthalle der Firma Schwerlast Terminal Niederrhein sowie die Vorstellung eines innovativen E-Trucks geboten.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr hat die Firma Hülskens ermöglicht. Per Schiff bekamen die Gäste einen Eindruck von den Verladestationen im Weseler Stadthafen. Täglich können hier bis zu 4.000 Tonnen Kies und Sand, sowie Salz verladen werden. Um die Liegezeit eines Schiffes so kurz wie möglich zu halten, bedarf es einer genauen logistischen Disposition des LKW Verkehrs. Nur wenn kontinuierlich der Rohstoff im Stadthafen Wesel eintrifft, kann die moderne Verladestation die volle Leistungsfähigkeit ausnutzen und ein Binnenschiff in etwa 4 Stunden beladen.

„Wir möchten vor allem junge Menschen von der Logistik begeistern. Es werden dringend Fachkräfte in diesem Bereich gesucht. Wir sind stolz darauf, dass die Resonanz der Schüler und Studenten am heutigen Tage erneut sehr groß ist und wir über den facettenreichen Arbeitsplatz „Hafen“ informieren konnten.“, so Andreas Stolte, Geschäftsführer des Hafenverbundes DeltaPort.

Im Rahmen der aktuellen Ansiedlungserfolge von Logistikbetrieben in den Häfen von Delta- Port wird weiteres Arbeitskräftepotential aus der Region gesucht.

Allein durch die Ansiedlung des auf Tiefkühlware spezialisierten Logistikdienstleisters NORDFROST, der sich im Rhein-Lippe-Hafen Wesel ansiedeln wird, werden 60 neue Arbeitsplätze am Standort geschaffen, viele weitere hängen direkt oder indirekt vom Unter- nehmen ab. Die Unternehmensphilosophie von NORDFROST beinhaltet umweltschonendes und nachhaltiges Handeln als Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. NORDFROST wird durch den umweltfreundlichen wasserseitigen Transport von temperaturgeführten Waren sowie Schwerlasten einen Beitrag zur Entlastung der Straßen und somit der enormen Stausituation auf den Autobahnen leisten. Des Weiteren wird die Energie für ein Kühlhaus zukünftig aus der Abwärme des Aluminiumwerkes TRIMET gewonnen und ist somit CO2– neutral.

Die positive Verankerung der Hafen- und Bahnlogistik in den Köpfen der Gesellschaft ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der allgemeinen Verkehrssituation auf den Straßen. Im kommenden Jahr wird DeltaPort einen weiteren Meilenstein Richtung „innovativer und nachhaltiger“ Zukunft für die Region Niederrhein erreichen. Neue Projekte werden baulich umgesetzt, neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen, somit wird sich ein erneuter Besuch der Hafenstandorte am nächsten Tag der Logistik lohnen.

Quelle und Foto: DeltaPort

 

 




Investitionen so hoch wie nie

„Das ist das beste Ergebnis der Chempark-Geschichte“, fasst Chempark-Leiter Lars Friedrich beim Jahresmediengespräch die Bilanz des Chemieparks zusammen. Im vergangenen Jahr investierten die Unternehmen im Chempark über 400 Millionen Euro in neue Anlagen und Instandhaltungsmaßnahmen – über 100 Millionen mehr als im Vorjahr.

Friedrich: „Die Unternehmen set­zen auf unseren Chempark und investieren kräftig. Das verdeut­licht die Attraktivität unseres Standortes und ist gleichzeitig ein wichtiges Zeichen für die Zukunft der Chemie hier in Krefeld.“ Die insgesamt 415 Millionen setzen sich aus 191 Millionen für neue Anlagen und 224 Millionen für Instandhaltung zusammen. Gemeinsam mit den Verbundstandorten Dormagen und Leverkusen ist der Chempark Krefeld-Uerdingen einer der wichtigsten Chemiestandorte in Europa. In Summe wurden 2018 an den drei Standorten rund 1,5 Milliarden Euro investiert. „Wir blicken auf elf Jahre Chempark-Geschichte und mehr als 140 Jahre Standortgeschichte zurück. Currenta als Chemieparkbetreiber hat sich in den vergangenen Jahren etabliert und wird diesen Kurs konsequent fortsetzen“, betont Friedrich.

Insbesondere die Zahl der Beschäftigten unterstreicht die Bedeutung des Chempark als größten Arbeitgeber in Krefeld: Derzeit arbeiten dort über 8.000 Menschen, davon mehr als 5.600 Mitarbeiter bei Chempark-Firmen und über 2.400 bei Partnerfirmen. Besonders profitierte im vergangenen Jahr auch der Mittelstand. Friedrich: „Viele Mitarbeiter wohnen und leben in unmittelbarer Nähe zum Chempark. Mit der steigenden Zahl der Beschäftigten, die im Chempark ihr Geld verdienen, steigt auch die Kaufkraft in der Region. Auch viele Pendler, die im Chempark arbeiten, nehmen Dienstleistungen im Standortumfeld wahr oder kaufen Produkte in und aus der Region.“ Das Jahresnetto-Einkommen der Chempark-Mitarbeiter entspricht einer Kaufkraft von rund 270 Millionen Euro – ein Betrag, der Krefeld und der gesamten Region zugutekommt. Dies gilt auch für die Ausbildung im Chempark: 428 junge Menschen erlernen derzeit in Krefeld-Uerdingen technische und naturwissenschaftliche Berufe. Damit sind rund acht Prozent der Stammbelegschaft Auszubildende. Currenta als Betreiber der Ausbildung bildet nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für Covestro, Lanxess und weitere Unternehmen aus. Auch duale Studiengänge werden in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein angeboten.

Jahresmediengespräch Krefeld Uerdingen 2019. Lars Friedrich (Chemparkleiter)

Trotz der guten Bilanzzahlen 2018 macht der Chempark-Leiter klar, dass langfristig angelegte Investitionen im Krefelder Werk wie auch an den anderen beiden Niederrheinstandorten keine Selbstläufer sind. Die industriepolitischen Initiativen der schwarz-gelben Landesregierung zeigen aber schon sehr konkrete Erfolge: So konnte in einem Pilotprojekt von Lanxess im Zusammenspiel mit NRW-Wirtschaftsministerium und Bezirksregierung Köln der Prozess von der Investitionsentscheidung bis zur Erteilung der Genehmigung deutlich verkürzt werden. Was bislang rund 20 Monate dauerte, klappte jetzt für eine Produktionsanlage im Leverkusener Werk in 12 Monaten – allein durch Digitalisierung, Parallelisierung und Straffung der Verfahrensabläufe in der Behörde. „Jetzt wünschen wir uns natürlich, dass aus diesem erfolgreichen Beispiel ein grundsätzlich gültiger Verfahrensstandard wird, damit Investitionen in Innovation fortan schneller umgesetzt werden können“, erklärte Friedrich.

Zur Verbesserung des Investitionsklimas holte der Chempark-Leiter noch weiter aus: Ausgaben für Forschung und Wagniskapital sollten steuerlich gefördert und Schutzrechte für Innovationen weiter gestärkt werden – unabhängig von der Größe des Unternehmens. Die Hightech-Strategie der Bundesregierung müsse konsequent fortgesetzt und die naturwissenschaftliche Bildung – auch im Rahmen der Hochschulfinanzierung – ausgebaut werden. Außerdem warb Friedrich bei neuen Regelungen für einen „Innovations-Check“ zur Abschätzung von Gesetzesfolgen – auf Landes- wie auf Bundesebene.

Europapolitik bewegt auch den Chempark – nämlich unter dem Stichwort „Brexit“. Denn NRW ist der bedeutendste Chemiestandort in Deutschland: Rund ein Drittel aller Umsätze in der deutschen chemischen Industrie erwirtschaften die hiesigen Unternehmen. Zugleich ist das Vereinigte Königreich der achtgrößte Handelspartner der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie. Nur ein Beispiel, wie im Falle eines ungeordneten Brexits der Handel gestört würde, bietet die EU-Chemikalienverordnung REACH. Denn nach einem Austritt der Briten dürften chemische Stoffe, die im Vereinigten Königreich für den Vertrieb in der EU registriert wurden, nicht mehr ohne Weiteres in der EU verkauft werden. „Und das hat dann gravierende Auswirkungen auf die Lieferketten – auch auf die der Chempark-Unternehmen“, warnte Friedrich.

Friedrich unterstrich, dass die Empfehlungen des Abschlussberichtes der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung („Kohle-Kommission“), die auch das Land NRW maßgeblich mitgestaltet hat, viel Positives beinhalten. Hervorzuheben sind die Voraussetzung der Gewährleistung von Versorgungssicherheit, die angestrebten Maßnahmen zur Kompensation der Strompreiserhöhungen aus dem Kohleausstieg sowie insbesondere auch das deutliche Bekenntnis zum Ausbau der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme (sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)). „Gerade die Fortführung der KWK-Technologie ist für die chemische Industrie enorm relevant. Nun kommt es aber darauf an, dass der Gesetzgeber sich dafür einsetzt die Empfehlungen im Rahmen des angelegten Ausstiegs aus der Kohleverstromung vollumfänglich umzusetzen“, so der Chempark-Leiter. Dabei müssen die für 2023, 2026 und 2029 vorgesehenen Haltepunkte unter anderem dafür genutzt werden, um zu überprüfen, ob alle Voraussetzungen erfüllt werden, damit die Qualität der Energieversorgung trotz der Stilllegung von Kohlekraftwerken gerade auch im Industrieschwerpunkt Nordrhein-Westfalen gewährleistet bleibt.

Mit Blick auf die öffentlichen Transportinfrastrukturen zeigte sich Friedrich besorgt: Zwar wird das Verkehrsnetz in Deutschland im internationalen Vergleich noch als gut bewertet. Straßen, Brücken, Schienen und Schleusen sind jedoch in die Jahre gekommen – eine Folge dessen, dass in der Vergangenheit zu wenig für ihren Erhalt getan wurde. „Die chemische Industrie ist als eine der transportintensivsten Branchen besonders stark auf leistungsfähige Verkehrswege angewiesen. Der Bundesverkehrswegeplan hat bereits positive Akzente gesetzt – gerade für die Straßen und gerade für NRW. Aber neben unseren Dauerbrennerthemen – der schnellen Sanierung beziehungsweise dem zügigen Ersatzbau der Rheinbrücken A 1 und A 40 – braucht es den gleichen Ehrgeiz aber auch auf der Schiene und auf den Binnenwasserwegen, damit drohende Engpässe aufgelöst werden können“, erklärte der Chempark-Leiter.

Der Chempark und die Stadt sind seit vielen Jahren in Gesprächen zum Bauprojekt Rheinblick. Die grundsätzliche Position des Chempark ist klar: Das Gelände südlich vom Chempark Krefeld-Uerdingen sollte aufgewertet werden, jedoch durch eine Nutzung, die sich langfristig mit dem Betrieb des dort seit 1877 befindlichen Industriestandortes vereinbaren lässt. Ein wichtiges Thema für die Planungssicherheit des Chempark sind –neben der Lärmthematik – die der Stadt bekannten rechtlichen Auflagen der Seveso-III-Richtlinie. Nur mit Berücksichtigung dieser Punkte kann Rheinblick rechtssicher gebaut werden. Fachrechtliche Entwicklungen fordern, dass die gutachterliche Betrachtung angemessener Abstände von dem geplanten Rheinblick-Projekt zum Chemiepark aktualisiert wird. Der Chemiepark ist ein wesentlicher Wirtschaftsmotor in Krefeld und gibt über 8.000 Beschäftigten einen Arbeitsplatz. „Diese Jobs dürfen auch im Interesse der Stadtgemeinschaft nicht gefährdet werden“, betont der Chempark-Leiter. Abgesehen von den Abständen, die durch die Seveso-III-Richtlinie gefordert werden, hat der Chemiepark weitere k.o.-Kriterien benannt, die bei dem Bauvorhaben gelöst sein müssen. „Unter der Voraussetzung, dass die Konflikte gelöst werden, unterstützen wir das Bauprojekt“, sagt Friedrich.

 

Projekte am Standort

Investition in neue Datenautobahn

Das Zukunftsthema Digitalisierung ist längst in der Chempark-Gegenwart angekommen und bestimmt schon heute die Investitionen. So hat Currenta ein redundant ausgelegtes Glasfasernetz in und zwischen den Chempark-Standorten aufgebaut und dafür rund 20 Millionen Euro in die Hand genommen.  Damit gehören Krefeld-Uerdingen, Dormagen und Leverkusen in Deutschland, wenn nicht sogar Europa, zu den ersten Chemieparks, die ein Glasfasernetz mit umfangreichen Datenmanagement-Services realisiert haben. Chempark-Leiter Lars Friedrich fasst es so zusammen: „Currenta erweitert damit nicht nur sein Produktportfolio, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Standortattraktivität und von Arbeitsplätzen.“

Der rasche Ausbau von 400 Kilometern Glasfaserkabeln war möglich, da Currenta die existierenden Rohrbrücken als Datenträger der Zukunft nutzt. Aktuell sind ein Viertel aller Gebäude der Erstkunden Covestro und Lanxess angeschlossen. Mit der IT-Netzinfrastruktur wurden aber auch die Grundvoraussetzungen geschaffen, um weitere IT-Services für alle Unternehmen im Chempark zu entwickeln.

Sechs Millionen für entscheidende Infrastruktur

Investitionen in entscheidende Infrastruktur – davon profitieren alle Unternehmen im Chempark. Ohne Betriebswasser und den Transport von Rohstoffen wären viele Prozesse im Chemiepark nicht möglich. Um die notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Produktion zu schaffen, investiert Currenta beispielsweise in die Betriebswasserversorgung und die Hafenlogistik aktuell rund sechs Millionen Euro.

Neuer Schüttgutkran – neue Möglichkeiten

Einer der wichtigsten Transportwege, über den Rohstoffe in den Chempark kommen, ist – neben Schiene und Straße – der Rhein. Bei der Abwicklung am Hafen wird zwischen dem Umschlag von „festen“ und „flüssigen“ Rohstoffen unterschieden. Die Feststoffe, wie beispielsweise Salz, fördert der Schüttgutkran über die Rheinuferstraße vom Schiff in den Standort – dieser Kran wird erneuert. 2,5 Millionen Euro gibt Currenta für den neuen Schüttgutkran und die anliegende Infrastruktur aus. Diese Investition ist zentral, denn: ohne Schüttgut, keine Produktion im Chempark. Mit dem neuen Kran erweitert der Chemieparkbetreiber Currenta bis 2020 die Logistik am Hafen, mit dem Ziel, zusätzliche Rohstoffe über den Kai abzufertigen. Eine klare Investition in die Zukunftsfähigkeit des Standortes. Ein Umschlag von 720.000 Tonnen Schüttgütern pro Jahr wird hiermit möglich sein. Eine schwer vorstellbare Zahl? Die geplante Schüttgutmenge entspricht etwa dem Gewicht von 18.000 Lkw – oder 120.000 afrikanischen Elefanten.

Flusswasserwerk und Wasserversorgung am Standort

Ob für die Produktion, zur Kühlung von Prozessen oder für den menschlichen Gebrauch: Im Chempark benötigen alle Wasser. Für jede Verwendung gibt es das entsprechende Wasser: beispielsweise vollentsalztes Wasser, Betriebswasser oder Trinkwasser.  Aufgrund der Erweiterungen der Unternehmen im Chempark ist der Bedarf an Betriebswasser in den vergangenen Jahren um 20 Prozent gestiegen. In diese Infrastruktur investiert Currenta 2019 rund vier Millionen Euro. Das Betriebswasser kommt überwiegend aus dem Rhein, wird beispielsweise zur Kühlung von chemischen Prozessen oder zur Reinigung von Anlagen benutzt, nach Gebrauch aufwendig und systematisch gereinigt und am Schluss dem Fluss wieder zugeführt. Im Flusswasserwerk – wo das Wasser dem Rhein entnommen wird – baut Currenta einen neuen leistungsstarken Pumpenpark auf. Zusätzlich wird das Rohrnetz im nördlichen Chempark-Gelände ausgebaut. Die Fertigstellung ist für diesen Sommer geplant. Weitere Investitionen im Bereich Betriebswasserversorgung sind bereits in Planung.

Lanxess baut Produktion am Standort Krefeld-Uerdingen aus

Lanxess investierte im Jahr 2018 in sein weltweites Produktionsnetzwerk für Hochleistungskunststoffe und errichtet am Standort in Krefeld-Uerdingen für einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag eine weitere Compoundieranlage. Lanxess wird dort in einer weiteren Produktionsanlage zusätzliche technische Kunststoffe der Marken Durethan und Pocan produzieren, die insbesondere in der Automobilbranche sowie der Elektroindustrie zum Einsatz kommen. Der Produktionsstart ist in der zweiten Jahreshälfte 2019 geplant. Darüber hinaus entstehen ein Warenlager und eine Siloanlage. Baubeginn war im vierten Quartal 2018. Durch die Investition werden rund 20 neue Arbeitsplätze am Standort Krefeld-Uerdingen geschaffen. Die neue Compoundieranlage wird so ausgelegt sein, dass Lanxess den Betrieb in den kommenden Jahren bedarfsgerecht um weitere Kapazitäten erweitern kann.

Lanxess treibt auch die Optimierung seines globalen Produktionsnetzwerkes zur Herstellung von Eisenoxidpigmenten weiter voran. Durch gezieltes „Debottlenecking“ am Standort Krefeld-Uerdingen hat der Spezialchemie-Konzern sein Produktangebot an mikronisierten Rotpigmenten der Marke Bayferrox und Colortherm um mehr als 5.000 Jahrestonnen erhöht. Mikronisierte Eisenoxidpigmente von Lanxess werden vor allem zur Herstellung qualitativ hochwertiger Farben und Lacksysteme sowie zur Einfärbung von Kunststoffen eingesetzt.

Auch 2019 plant der Konzern weiter in Krefeld-Uerdingen, seinem zweitgrößten Standort weltweit, zu investieren. Lanxess ist mit insgesamt rund 1.800 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Chempark Krefeld-Uerdingen.

Covestro setzt auf Nachhaltigkeit und Innovation

Umweltschutz und Ressourcenschonung spielen für Covestro eine zentrale Rolle. Ein wichtiges Ziel des Unternehmens: Eigene Innovationen vorantreiben, die der Nachhaltigkeit dienen. Innovationen wie die Sauerstoffverzehrkathode (SVK) – ein besonders energiesparendes Verfahren zur Chlorproduktion, das von Covestro und Partnern entwickelt wurde und in Krefeld-Uerdingen bereits erfolgreich eingesetzt wird. Covestro plant daher, das Verfahren am Standort noch stärker einzusetzen.

Chlor ist gewissermaßen der „Motor der Chemie“ und wird für rund zwei Drittel aller Kunststoffe bei der Produktion benötigt. Der Prozess der Chlorherstellung kostet in der Regel aber viel Energie. Das Besondere an der Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie: Mit ihr lässt sich gegenüber dem gängigen Verfahren zur Chlor-Herstellung die benötigte elektrische Spannung von drei Volt auf zwei Volt senken. Das klingt wenig, aber es ist ein entscheidendes Volt. Denn würde Chlor theoretisch von allen Unternehmen flächendeckend mittels SVK-Technologie hergestellt, ließe sich in Deutschland der gesamte jährliche Strombedarf um rund ein Prozent senken. Das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch einer Großstadt wie Köln.

Wie wichtig Nachhaltigkeit für Covestro ist, beweist das Unternehmen auch mit seinen Rohstoffen, die sich in den verschiedensten Produkten wiederfinden. Eine der neusten Anwendungs-Ideen können die Krefelder selbst in Augenschein nehmen: den neuen CO2-basierten Sportboden beim Crefelder Hockey und Tennis Club 1890 e.V. (CHTC). Fest im Sportunterboden eingearbeitet, nutzt Covestro das klimaschädliche Kohlendioxid als Lieferant des wichtigen Elements Kohlenstoff anstelle von Rohstoffen auf Erdölbasis. Eine Win-win-Situation: „Mit dem neuen Ausgangsmaterial für Sportböden erweitert Covestro nicht nur sein Angebot an innovativen und nachhaltigen Rohstofflösungen um eine weitere Komponente, sondern hilft auch, die Umwelt zu schonen“, sagte NRW-Standortleiter Dr. Daniel Koch bei der Einweihung des Sportbodens.

Apropos Koch: Dieser ist seit Juli 2018 Leiter der NRW-Werke bei Covestro. Er trat damit die Nachfolge von Dr. Klaus Jaeger an, der die globale Leitung der Polycarbonat-Produktion und -Technologie übernommen hat. Einen weiteren Wechsel im NRW-Management gab es in Krefeld-Uerdingen. Dr. Sven Michael Hansen hat im Mai 2018 die Produktionsleitung von Covestro am Standort übernommen. Sein Ziel – mit Teamwork zum Erfolg: „Als Unternehmen können wir nur gemeinsam erfolgreich sein. Hier sehe ich auch einen Teil meiner Aufgabe: Ich möchte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch meine Arbeit am Standort so unterstützen, dass alle ihre Aufgaben erfüllen können, wir gemeinsam Erfolg haben und dabei jeden Abend gesund nach Hause gehen“, betont Hansen.

In Krefeld-Uerdingen stellen die rund 1.000 Mitarbeiter und ca. 130 Auszubildenden von Covestro bereits seit über 50 Jahren Hochleistungskunststoffe her. Der Standort ist Geburtsstätte des Polycarbonats und einer der größten Produzenten von Polycarbonaten in Westeuropa. Wesentliche Faktoren für diesen Erfolg sind neben wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen die Motivation, der Einsatz und die Identifikation der Mitarbeiter.

Das spiegelt sich auch in Arbeitgeberrankings wider: So ist Covestro 2018 vom Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter (VAA) der Chemischen Industrie als einer der attraktivsten Arbeitgeber der Branche ausgezeichnet worden. Die jährliche Stimmungsumfrage des VAA gilt als das führende Branchenbarometer der chemischen Industrie. In den letzten Jahren lag Covestro immer im oberen Bereich des Rankings.

Wo Lanxess-Produkte aus Krefeld im Alltag zu finden sind
In dem weltweit größten Produktionswerk für Farbpigmente werden anorganische Eisenoxid- und Chromoxid-Pigmente für die Baustoff- und Kunststoffindustrie sowie für Farben- und Lackhersteller produziert. Von der Baustoffindustrie werden Farbpigmente von Lanxess beispielsweise zur Einfärbung von Betonteilen, Pflaster- oder Dachsteinen eingesetzt. Farbpigmente von Lanxess finden sich darüber hinaus beispielsweise im Anstrich des Pariser Eiffelturms, in den roten Bodenbelägen vor dem Londoner Buckingham Palace und rund um das Kongress-Gebäude im französischen Cannes. Auch die bunte Glasfaserbeton-Fassade des größten Fußball-Stadions Südafrikas und Austragungsort der Weltmeisterschaft  2010, dem „Soccer City“ in Johannesburg, ist mit Pigmenten von Lanxess durchfärbt.

Lanxess betreibt zudem in Krefeld eine der weltweit größten Kunststoffproduktionen. Anwendung finden die hier hergestellten Hochleistungs-Kunststoffe des Geschäftsbereichs High Performance Materials vor allem in der Automobil- und Elektro- sowie in der Bauindustrie. Besonders in der Automobilindustrie sind Hightech-Kunststoffe ein wichtiger Trend der Zukunft: In nahezu allen Bereichen eines Fahrzeugs ist durch Leichtbau-Werkstoffe und Leichtbau-Technologien eine Gewichtseinsparung möglich. Kunststoffe können, abhängig von den Anforderungen an das jeweilige Bauteil, schwere Metallteile komplett ersetzen oder mit verschiedenen Werkstoffen kombiniert werden. So lässt sich das Gewicht einzelner Komponenten verringern, ohne dass andere Eigenschaften wie zum Beispiel die Sicherheit negativ beeinflusst werden. Weniger Gewicht in Fahrzeugen bedeutet weniger Spritverbrauch und somit einen geringeren CO₂-Ausstoß. Das schont die Umwelt und die Geldbörse.

Der Lanxess-Geschäftsbereich Advanced Industrial Intermediates stellt am Standort Krefeld verschiedene hochwertige Zwischenprodukte her, die unter anderem im Pharmabereich eingesetzt werden. So produziert Lanxess in Uerdingen beispielsweise synthetisches Menthol. Es wird bei vielen pharmazeutischen Anwendungen – zum Beispiel zur Kühlung bei schmerzhaften Verletzungen – eingesetzt. Synthetisch hergestelltes Menthol ist darüber hinaus aber auch ein wichtiger Bestandteil in zahlreichen Aromen, etwa im Bereich der Mundpflege oder für Kaugummis.

Zinkoxid ist für die Herstellung vieler Produkte des täglichen Lebens unersetzlich. So wird es etwa als wichtiges Verarbeitungshilfsmittel in der Reifenindustrie und wegen seiner antiseptischen Wirkung auch in der Pharma- sowie in der Kosmetikindustrie eingesetzt. Zinkoxid-Produkte von LANXESS helfen durch einen ausgezeichneten UV-Schutz bei der Formulierung von Sonnenschutzmitteln und Hautcrèmes, zudem sind sie wegen ihres neutralen pH-Wertes besonders hautfreundlich. Darüber hinaus werden sie aber auch in Materialien für den Außenbereich wie beispielsweise Lacke eingesetzt.

Quelle und Foto: Currenta, 6 Millionen in neue Infrastruktur: Chempark-Leiter Lars Friedrich berichtet über die aktuellen Bauprojekte Schüttgutkran und Betriebswassernetz.




Duisport nimmt neue Landstromanlagen in Betrieb

Der Duisburger Hafen hat drei neue Ladestationen für die Versorgung von Binnenschiffen mit Landstrom in Betrieb genommen. Die Stationen mit jeweils zwei Ladepunkten liefern bis zu 63 Ampere pro Anschluss.

Zeitgemäß ist damit nicht nur die Stromversorgung mit ausreichender Energie. Der Ladevorgang wird außerdem mit einer App gesteuert, über die nun auch der Bezahlvorgang – ohne Einrichtung eines Nutzerkontos oder Hinterlegung eines Vertrages – vorgenommen wird. Duisport ist damit in der Lage, die in Ruhrort anliegenden Binnenschiffe zu moderaten Preisen mit Strom zu versorgen, ohne dass die an Bord befindlichen Dieselgeneratoren in Betrieb genommen werden müssen. Duisport hat angekündigt, diese landseitige Energieversorgung sukzessive weiter auszubauen.

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) begrüßt dieses vorbildliche Engagement seines neuen Mitglieds. BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen erklärt hierzu:

„Binnenschiffer sind auch an den Liegestellen auf Stromversorgung angewiesen, denn das Schiff bildet ihren Lebensmittelpunkt: Sie arbeiten und leben an Bord und verbringen mit ihren Familien und Mitarbeitern hier einen wesentlichen Teil ihrer Freizeit. Bisher sind Binnenschiffer sehr oft noch auf dieselbetriebene Stromaggregate an Bord angewiesen. Die verbraucherfreundlich gestalteten Ladestationen an Land machen den Einsatz dieser Lärm und Abgase produzierenden Motoren nun überflüssig. Das freut die an Bord befindlichen Personen ebenso wie die Bevölkerung. Die Versorgung der Binnenschiffe mit Landstrom ist deshalb nicht nur komfortabel; es ist auch die effizienteste und einfachste Möglichkeit, die Binnenschifffahrt noch sauberer und umweltfreundlicher zu gestalten.“

Die Ausstattung der Liegestellen mit Stromladestationen ist vorbildlich und sollte bundesweit Fortsetzung finden. Derzeit gibt es noch keine bundesweit flächendeckende Versorgung, und es fehlt derzeit auch noch eine bundesweite Übersicht, an welchen Liegestellen und in welchen Binnenhäfen die Binnenschiffer auf ein solches Angebot überhaupt zurückgreifen können.

Die Verbesserung der Umweltfreundlichkeit ist auch Gegenstand des „Masterplans Binnenschifffahrt“, den das Bundesverkehrsministerium zurzeit unter Beteiligung des BDB erarbeitet. Die flächendeckende Versorgung mit Landstrom und eine regelrechte Kartographierung bezüglich des hierzu bereits vorhandenen Angebots könnte ebenfalls Gegenstand eines solchen Maßnahmenplans sein.

Quelle und Foto: BDB, präsentierten am 20. März 2019 die drei neuen Ladestationen mit jeweils zwei Ladepunkten für die Binnenschifffahrt in Duisburg (v.l.n.r.): Stefan von Dobschütz (innogy eMobility Solutions), Erich Staake (Duisport), Martin Murrack (Stadt Duisburg), Yvonne Paraschkevov (EAL Leidel).

 




Logistikbranche fordert umsetzbaren Rahmen

Grundsätzlich begrüßt die deutsche Speditions-, Transport- und Logistikbranche gesetzliche Rahmenbedingungen, die Innovationen in der Logistik zur Verminderung von CO2-Emissionen beschleunigen.

Übereinstimmend fordern der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ), der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK), der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) und der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) von Politik, Energiewirtschaft und Herstellerindustrie Impulse für die zügige Entwicklung von alternativen Antrieben und Kraftstoffen mit deutlich geringeren Emissionen.

Der europäische Gesetzgeber darf bei der politischen Durchsetzung alternativer, postfossiler Antriebsformen aber nicht die derzeitigen Strukturen der Transportbranche vernachlässigen. In modernsten Fahrzeugflotten ist heute viel Unternehmenskapital gebunden. Für die Umrüstung auf Flotten mit noch niedrigeren Emissionswerten bedarf es deshalb wirtschaftlicher Planungssicherheit über deren Nutzungsdauer und Einsatzmöglichkeiten. Unabhängig hiervon muss schnell und europaweit ein dichtes und kapazitätsstarkes Versorgungsnetz für neue Kraftstoffe sowie eine Service-Infrastruktur aufgebaut werden. Die Errichtung solcher Netze muss der Staat ebenso berücksichtigen, wie den weiteren Ausbau der Verkehrswege und die Digitalisierung!

Auch wenn die jüngsten Brüsseler Trilog-Ergebnisse über CO2-Emissionsnormen für schwere Nutzfahrzeuge von der Herstellerindustrie nur unter größten Anstrengungen umgesetzt werden können, ist die Zielrichtung der EU dennoch grundsätzlich richtig. Nur so wird auch der Güterverkehr in die Lage versetzt, sich den politisch vorgegebenen Klimaschutz- und Luftreinhaltezielen anzunähern. Denn die Öffentlichkeit bewertet den Umweltschutzbeitrag der Logistik vor allem über den Einsatz ihrer Transportmittel. Doch allein schon aus wirtschaftlichen Gründen baut die Branche auf die am Markt verfügbare verbrauchs- und emissionsärmste Technik. Vor allem im Straßengüterverkehr konnten die spezifischen Emissionen und Kraftstoffverbräuche in den vergangenen Jahren erheblich gesenkt werden, dennoch bleiben zur Erfüllung der Klimaschutzziele weitere Innovationen dringend erforderlich – und dies im Kontext der politisch bereits beschlossenen Energiewende.

Die Speditions-, Transport- und Logistikbranche ist bereit, noch verbrauchs- und emissionsärmere Transportmittel einzusetzen – lieber heute als morgen! Denn sie sieht sich keinesfalls aus ihrer eigenen Verantwortung entlassen: Um darüber hinaus zur erforderlichen Emissionssenkung im Verkehrssektor beizutragen, wird die Branche auch weiterhin kontinuierlich ihre eigenen Prozesse auf Effizienz und Umweltverträglichkeit analysieren und mit Hilfe digitaler Anwendungen optimieren.

Die Politik muss den gesetzlichen Rahmen jetzt so gestalten, dass die Logistik die Versorgung der Gesellschaft mit Gütern und Waren weiterhin nicht nur umweltverträglich, sondern auch wirtschaftlich und sozialverträglich sicherstellen kann. Politische Zielvorgaben müssen sich deshalb nicht zuletzt vor allem am technisch Machbaren orientieren. Bei der generellen Festlegung von CO2-Minderungszielen müssen mindestens technische Grenzen berücksichtigt werden. Ohne ausreichende Kenntnisse alternativer Technologien und ohne deren absehbare technische Verfügbarkeiten können keine in der Praxis umsetzbaren Gesetze geschaffen werden.

Dies gilt auch für das von der Bundesregierung geplante Klimaschutzgesetz. Der jetzt bekannt gewordene Entwurf sieht für den Verkehrssektor ein CO2-Reduzierungsziel um 42 Prozent bis zum Jahr 2030 vor. Offen ist, mit welchen Maßnahmen dieses Ziel tatsächlich erreicht werden kann. Damit setzt die Bundesregierung den zweiten Schritt vor den ersten. Klar ist hingegen: Wird das Ziel verfehlt, werden gemäß europäischer Klimaschutzverordnung Ausgleichszahlungen in Milliardenhöhe an die EU fällig, mit denen dann der Haushalt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur belastet würde. Hier könnte eine Abwärtsspirale entstehen, warnen AMÖ, BGL, BIEK, BWVL und DSLV. Das Geld stünde dann nicht mehr für den Ausbau der Verkehrswege und der Digitalisierung zur Verfügung. Diese Maßnahmen sind allerdings entscheidend für die Erreichung der Klimaschutzvorgaben.

Quelle: BGL, Foto: duisport/ Hans Blossey




Bundestagsabgeordnete besuchen Rotterdam

Am 6. Februar empfing die Abteilung External Affairs eine Gruppe deutscher Bundestagsabgeordneter der Kontaktgruppe Benelux zu einem Besuch des Rotterdamer Hafens.

Mit Bundestagsabgeordneten der SPD, CDU und FDP waren sowohl die Koalition als auch die Opposition in Berlin vertreten. Die Abgeordneten repräsentieren im Bundestag ihren Wahlkreis am Rhein, dem bedeutendsten Korridor für Rotterdam in Deutschland.

Dementsprechend kamen auch wichtige grenzüberschreitende Themen wie der Bau des 3. Gleises der Betuweroute, die nachhaltige Ausrichtung der Binnenschifffahrt auf dem gesamten Rheinkorridor sowie die gemeinsamen Herausforderungen des Ausstiegs aus der Kohleverstromung zur Sprache. Besonders beeindruckt zeigten sich die Abgeordneten von den innovativen Anwendungen, die im Hafen erprobt und eingesetzt werden sowie der Bestrebung, mit der in Rotterdam die Energiewende gestaltet wird.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, die Bundestagsabgeordneten zu Besuch im Informationszentrum Futureland auf der Maasvlakte.

 

 




Rotterdam startet Internet of Things-Plattform

Der Hafenbetrieb Rotterdam hat eine neue Internet of Things-Plattform entwickeln lassen. Kürzlich wurde der erste Bereich der Plattform, Hydro-/Meteo-Anwendungen, in Gebrauch genommen. Diese Anwendung ist für den Rotterdamer Hafen ein nächster Schritt bei Sicherheit und Effizienz. Anhand eines umfangreichen Netzes von Sensoren stellt das System genaue und aktuelle Wasser- (Hydro) und Wetterdaten (Meteo) bereit, insbesondere für die Bereiche Schiffsverkehrsplanung und -management.

Der Bau der IoT-Plattform wurde vor einem Jahr von den kooperierenden Partnern IBM, Cisco, Esri und Axians angekündigt und jetzt, unter Leitung des Hafenbetriebs, übergeben. „Ein schöner Schritt in der Entwicklung von Rotterdam als ‘smartest port’”, so Ronald Paul, Chief Operating Officer des Hafenbetriebs Rotterdam. „Mindestens ebenso wichtig ist jedoch, dass wir dank der Cloud-Plattform und der generierten Echtzeitinformationen, z. B. über Infrastruktur, Wasser- und Wetterbedingungen, missionskritische Prozesse in der Dienstleistung für unsere Kunden weiter verbessern können.”

Die allgemeinen Bauelemente, die nun implementiert wurden, bieten dem Hafenbetrieb Rotterdam eine sichere und zuverlässige Grundlage für rasche Innovationen, mit Zugang zu den neuesten Technologien wie Edge Computing, Echtzeitanalysen, künstliche Intelligenz, höchst präzise Daten und Blockchain. Das ist auch notwendig, denn das Hafengebiet ist nach wie vor in Entwicklung, wobei z. B. neue physische Infrastruktur zunehmend stärker digital ausgerichtet wird. So generieren Sensoren, die auf und in Kaimauern, Dalben, (Wasser-) Straßen und Verkehrsschildern verarbeitet sind, kontinuierlich Basismessdaten und können mit anderen autonomen Systemen kommunizieren. Damit wird die Grundlage zur künftigen Unterstützung der autonomen Schifffahrt im Rotterdamer Hafen geschaffen.

Der Prüfstein für die IoT-Plattform war die Übergabe der Hydro-/Meteo-Anwendung. Es ist das erste Mal, dass die allgemeine IoT-Plattform für eine missionskritische Anwendung eingesetzt wird. Selbstverständlich wurden dabei höchste Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Normung gestellt. Die Anwendung ist nämlich von wesentlicher Bedeutung für die Unterstützung von Entscheidungen bei der sicheren und effizienten Abwicklung der Schifffahrt.

In dem nun übergebenen Hydro-/Meteosystem werden Daten über Wasserpegel, Strömung, Salzgehalt, Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Sicht durch eine Kombination von 44 Sensoren im Hafen, zahlreichen Prognosemodellen, Daten des niederländischen Wasserwirtschaftsamts Rijkswaterstaat und astronomischen Berechnungen gewonnen. Damit trägt die Anwendung zur Verringerung von Wartezeiten sowie zur Optimierung von Anlage-, Lade-/Lösch- und Abfahrtszeiten bei. Dank der Technologie kann beispielsweise je nach Wasserpegel der beste Zeitpunkt zum Anlegen und für Abfahrten genauer vorhergesagt werden, bei Gewährleistung einer maximalen Ladung.

Die Lotsenorganisation „Loodswezen“, das niederländische Wasserwirtschaftsamt Rijkswaterstaat, DCMR sowie verschiedene Abteilungen des Hafenbetriebs nutzen das Hydro-/Meteo-System. Es wird davon ausgegangen, dass die Anzahl der Nutzer zunehmen wird. Durch die Nutzung weltweiter und offener Normen war es für externe Interessenten noch nie so einfach, eine Verbindung mit diesen Echtzeitdaten herzustellen. Die Plattform verarbeitet heute bereits täglich ca. 1,2 Mio. Datenpunkte für Modelle, Systeme und Nutzer.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Verdopplung der Fahrten des Railshuttles

Weil am Rhein ist auch unter der Bezeichnung „Tor zur Schweiz“ bekannt. Die deutsche Stadt liegt im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz und bildet den Anfangs- und Endpunkt des befahrbaren Rheins. Multi Modal Rail hat seit einiger Zeit eine direkte Bahnverbindung zwischen Rotterdam und Weil am Rhein eingerichtet. Ab Februar 2019 wird die Frequenz des Bahnverkehrs erhöht und die Züge fahren zukünftig zweimal die Woche.

Weil am Rhein liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Basel, der drittgrößten Stadt der Schweiz, und ist ein bedeutender internationaler Knotenpunkt für Schienenwege und Autobahnen. In der Stadt gibt es eine florierende Pharma- und Chemieindustrie. „Die langfristige Strategie von Multi Modal Rail sah ursprünglich die Anbindung von Basel anhand von Binnenschiffen über den Rhein vor“, erklärt Toon Habers, Hauptgeschäftsführer von Multi Modal Rail. „Vor der Umsetzung brach allerdings ein langer Zeitraum mit extrem niedrigem Wasserstand an. Um uns trotzdem weiterentwickeln zu können, haben wir unsere Pläne geändert und uns auf den Schienenverkehr konzentriert. Eine umweltfreundliche und zuverlässige Transportart.“

Im November begann die Testphase und seitdem fährt der Zug einmal die Woche nach Weil. Die Verbindung war bei den Kunden von Multi Modal Rail sofort sehr beliebt. Deswegen wird die Frequenz jetzt auf zweimal wöchentlich erhöht. Der Zug fährt jeden Dienstagmorgen aus Rotterdam ab und erreicht die deutsche Grenzstadt spätabends am selben Tag. Mittwochnachmittag tritt er die Rückreise an. Am Freitagnachmittag bricht er wieder in Rotterdam auf und am Samstagnachmittag macht er sich von Weil am Rein aus auf den Rückweg. Habers: „Wir bedienen vier Terminals in Rotterdam direkt: ECT, RWG, APMT und Euromax. Außerdem arbeiten wir mit dem Portshuttle zusammen. Portshuttle nutzt die Restkapazität unserer Züge für den Transport von Containern zwischen den Terminals. Das funktioniert in zwei Richtungen. Container, die wir von anderen Terminals benötigen, werden im Zug eines anderen Bahnbetreibers mitgenommen, der die Strecke sowieso fährt. Die perfekte Lösung. Von Rotterdam aus braucht der Zug fünfzehn Stunden bis zum Duss-Terminal in Weil am Rhein.“

Der größte Vorteil des Duss-Terminals besteht darin, dass es genau auf der Grenze zwischen der Schweiz und der Europäischen Union liegt. „Das Terminal hat sowohl einen schweizerischen als auch einen europäischen Zollstatus. Dieser Umstand ist sehr interessant für unsere Kunden. Es handelt sich um einen bimodalen Knotenpunkt, der mit dem Zug und dem Lkw bedient werden kann. Wir haben in diesem Monat auch ein Büro beim Terminal eingerichtet, in dem der Handel sowie die Vor- und Nachbereitung der Transporte abgewickelt werden“, so Habers. „Das Büro wird von Stefan Leijdekkers geleitet. Er verfügt über umfassende Kenntnisse der Region und des intermodalen Transports.“ Der Zug befördert auf jeder Fahrt bis zu 1.500 Tonnen Tiefseecontainer und hat eine Ladekapazität von 96 TEU. „Wir transportieren alles Mögliche: von Bier, Möbeln und Papier bis hin zu Chemikalien und Mopeds.“

Multi Modal Rail betreibt bereits seit zwei Jahren eine Schienenverbindung zwischen Rotterdam und Straßburg, das rund 150 Kilometer von Weil am Rhein entfernt liegt. Das dortige Terminal hat eine gute Anbindung an die nordfranzösischen Industriegebiete. „In Kombination mit der Bahnverbindung nach Weil am Rhein können wir mit unserem trimodalen Service jetzt das ganze Oberrheingebiet entlang der französischen, deutschen und schweizerischen Grenze bedienen.“

Quelle und Foto: Multi Modal Rail

 




Studie für die Lieferlogistik

Zunehmender Lieferverkehr und in zweiter Reihe parkende Fahrzeuge sorgen für Staus – der wachsende Online-Handel trägt dazu bei, dass die Infrastruktur in den Innenstädten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stößt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung sogenannter City Hubs in den Städten Mönchengladbach, Krefeld und Neuss in Auftrag geben.

„Dabei geht es darum, dass die letzten Strecken zum Kunden mit kleinen Lieferfahrzeugen wie Lastenfahrrädern zurückgelegt werden – das könnte die Straßen spürbar entlasten“, erläutert Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

In Großstädten sind sogenannte Micro Hubs schon üblich. Meist handelt es sich um Aufstellcontainer der verschiedenen Paketdienstleister am Rande von Citylagen. Dorthin werden die Sendungen gebündelt per Lkw angeliefert, um anschließend von Boten zu Fuß oder per Lastenrad in der Stadt verteilt zu werden. Gleichzeitig sammeln die Boten Sendungen aus der City ein, die dann zu den Verteilzentren der Logistiker gebracht werden. „Die Vermutung liegt nahe, dass dies auch ein Weg zur Verkehrsvermeidung in kleineren und mittelgroßen Städten sein könnte“, sagt Wolfgang Baumeister, Leiter des IHK-Bereichs Verkehr und Infrastruktur. „Allerdings scheitern solche Lösungen bisher an dem nicht ausreichenden Sendungsaufkommen der einzelnen Dienstleister.“

Gemeinsam mit den Städten Krefeld, Mönchengladbach und Neuss wird die IHK nun untersuchen, ob ein zentraler City Hub, den alle Paket-, Kurier- und Lieferdienste gemeinsam nutzen, wirtschaftlich zu betreiben wäre. In einer Studie soll herausgearbeitet werden, welche Rahmenbedingungen erforderlich sind, damit eine solche Logistiklösung wirtschaftlich interessant wird. Dabei sollen die Anforderungen der Lieferdienste, der Geschäftsleute in den Städten und der Verkehrsplaner berücksichtigt werden. „Das Ergebnis soll zu einer Blaupause für andere mittelgroße Städte werden, die ebenfalls an einer Verkehrsentlastung interessiert sind“, sagt Steinmetz. Bis zum Ende des Jahres soll die Studie fertiggestellt sein. Das Land NRW wird das Projekt finanziell unterstützen.

Quelle und Foto: IHK Mittlerer Niederrhein




Ocean Alliance wird bis 2027 verlängert

Die CMA CGM Group freut sich bekannt zu geben, dass Rodolphe Saadé, Chairman und Chief Executive Officer der CMA CGM Group, die Verlängerung der im April 2017 gestarteten Ocean Alliance bis 2027 unterzeichnet hat. Die Unterzeichnung fand in Hainan, China mit den Verantwortlichen von COSO SHIPPING, Evergreen und OOCL statt.

Die Ocean Alliance, die 2017 für zunächst fünf Jahre mit einer Option auf Verlängerung um weitere fünf Jahre gestartet wurde, ist die weltweit größte operative Allianz zwischen Reedereien. Die vorläufige Verlängerung dieser Partnerschaft, nur zwei Jahre nach ihrem Start, spiegelt das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit zwischen CMA CGM und den Partnern innerhalb der Ocean Alliance wider.

Anlässlich seines Besuchs in China unterzeichnete Rodolphe Saadé bereits am 16. Januar mit seinen Partnern die Einführung des „Ocean Alliance Day 3 Product“. Die Markteinführung dieses neuen, verbesserten Angebotsportfolios der Ocean Alliance wird im April 2019 erfolgen. Rodolphe Saadé, Chairman und CEO der CMA CGM Group, sagte: „Diese neue Vereinbarung mit unseren asiatischen Partnern wird es uns ermöglichen, unseren Kunden ein einzigartiges und wettbewerbsfähiges Serviceangebot anzubieten. Es ist ein Meilenstein in unserer Entwicklungsstrategie und stärkt die Schlüsselposition von CMA CGM innerhalb der Branche.“

Quelle und Foto: CMA CGM