Chemieindustrie im Rheinland bleibt wettbewerbsfähig

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Unter dem Titel „Chemie im Rheinland: Heute spitze – und morgen…?“ fand das 11. ChemCologne Chemieforum statt. Gut 200 Besucher aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden fanden den Weg ins Leverkusener BayKomm – trotz der angespannten Verkehrslage rund um Köln. Das Chemieforum findet alle zwei Jahre statt und behandelt relevante Themen rund um die Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie im Rheinland.

Nach den Begrüßungsworten von Dr. Clemens Mittelviefhaus (Vorstandsvorsitzender ChemCologne) und Dr. Günter Hilken (Vorsitzender der Geschäftsführung der Currenta) fand vor allem die Rede von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) eine hohe Beachtung. Er kündigte den Bürokratieabbau durch die Umsetzung des Entfesselungspakets I an, welches die Landesregierung beschlossen hat. Zudem bezog er Stellung zu den Genehmigungszeiten für Industrievorhaben: „Es kann nicht sein, dass in anderen Teilen der Republik oder in den Niederlanden ein Vorhaben in sechs Monaten genehmigt wird, wofür wir in Nordrhein-Westfalen 24 Monate benötigen. Da müssen wir besser werden.“ Er lud gleichzeitig die Industrievertreter ein, das Gespräch mit den Behördenvertretern zu suchen, um Verbesserungen in den Abläufen zu erreichen.

Die Vorträge zum Brexit von Attila Gerhäuser (VCI Leiter Europabüro Brüssel) und zur nachhaltigen und grenzüberschreitenden Zukunftsentwicklung der Chemieindustrie von Eric Appelman (Chemelot, Niederlande) rundeten den Vormittag ab, bevor am Nachmittag zur Zukunft der Chemie diskutiert wurde. Nach dem Impulsvortrag von BASF-Chefökonom Dr. Peter Westerheide, standen Dr. Klaus Schäfer (Vorstand Covestro), Dr. Heinrich Bottermann auf (Staatssekretär Umweltministerium NRW), Prof. Dr. Holger Rogall (Direktor Institut für Nachhaltigkeit) und Karl-Heinz Stauten (Geschäftsführer RWE Power AG) auf der Bühne. Es entwickelte sich eine kontroverse und teils hitzige Diskussion, insbesondere zur Energiewende. Rogall machte deutlich, dass nur die höchstmöglichen Anstrengungen bei der CO2-Minderung gerade gut genug sind um den globalen Klimaproblemen zu entgegnen. Einigkeit herrschte darüber, dass die rheinische Chemieindustrie mit ihren innovativen Produkten einen großen Beitrag zur Effizienzsteigerung leistet um den CO2-Ausstoß zu minimieren. „Wir werden auch in zwanzig Jahren eine wettbewerbsfähige Chemieindustrie im Rheinland vorfinden“, war sich Bottermann abschließend sicher.

Quelle und Foto: ChemCologne, Dr. Günter Hilken (Geschäftsführung Currenta), Dr. Clemens Mittlviefhaus (Vorstandsvorsitzender ChemCologne), NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart, Dr. Klaus Schäfer (Vorstand Covestro), Friedrich Überacker (Schatzmeister ChemCologne)




Nieuwe Waterweg wird Frühjahr vertieft

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Der Rijkswaterstaat und der Hafenbetrieb Rotterdam werden eine Vertiefung von Nieuwe Waterweg und Botlek vornehmen. Die Vertiefung wird im Frühjahr 2018 beginnen und ungefähr sechs Monate in Anspruch nehmen.

Letzte Woche wurde für die Arbeiten eine Ausschreibung veröffentlicht. Es geht dabei um eine Vertiefung von anderthalb Metern über eine Entfernung von 25 Kilometern zwischen Hoek van Holland und dem Beneluxtunnel und den sich daran anschließenden Botlek-Hafen. Das ist erforderlich, um die Erreichbarkeit der Botlek-Häfen zu verbessern.

Die Vertiefung von Nieuwe Waterweg und Botlek passt nahtlos in das Zukunftskonzept von Hafenbetrieb und Rijkswaterstaat, da sie gemeinsam an der guten Erreichbarkeit des Rotterdamer Hafengebiets, der nachhaltigen Entwicklung des Hafens sowie der guten Qualität des Wasserwegenetzes arbeiten. „Die mittelgroßen Tanker und Frachtschiffe für trockenes Massengut werden zunehmend größer. Durch die Vertiefung können die so genannten New Panamax- und Aframax-Schiffe ohne Beschränkungen über den Nieuwe Waterweg fahren“, äußert sich Willy Dekker, Geschäftsführer Netzwerkmanagement von Rijkswaterstaat. „Damit die Hafenindustrie im Botlek vital bleibt, ist es erforderlich, dass in den Erhalt und die Erneuerung dieses alten Hafengebiets investiert wird“, lautet die Schlussfolgerung von Ronald Paul, COO des Hafenbetriebs Rotterdam.

Die Vertiefung umfasst drei unterschiedliche Vertragstiefen. Im Botlek reicht die Tiefe von -/- 14,5 m (NAP) bis zu -/- 15,90 m. Auf dem Nieuwe Waterweg wird der erste Teil von Hoek van Holland von -/- 15 m auf -/-16,20 m bis Maassluis vertieft. Der zweite Teil bis zum Beneluxtunnel erhält einen garantierten Tiefgang von -/- 16,40 m. Dieser belief sich zuvor auf -/- 14,5 m. Die zusätzlichen 20 Zentimeter stehen im Zusammenhang mit dem niedrigeren Salzgehalt des Nieuwe Waterweg, wodurch die Schiffe einen größeren Tiefgang brauchen. Nach der Vertiefung können Schiffe mit einem Tiefgang von 15 Metern unter normalen Umständen in den Hafen einlaufen. Den neuen Panamakanal können Schiffe mit einem Tiefgang von 14,90 Meter durchfahren, und damit können so genannten New Panamax-Schiffe ohne Einschränkungen im Botlek anlegen.

Die Baggerarbeiten werden auf dieselbe Art und Weise wie die regelmäßig erfolgenden Wartungsbaggerarbeiten in den Häfen und im Flussbereich ausgeführt. Und zwar ohne zusätzliche Beeinträchtigungen für die Umgebung, Schifffahrt und Mitarbeiter. Vom Projekt aus werden den beteiligten Wasserbehörden Kompensationen für Maßnahmen gegen die Versalzung geboten, die möglicherweise entstehen kann, da das Salzwasser aus der Nordsee weiter in das Landesinnere eindringen kann.

Der Nieuwe Waterweg ist das letzte Stück der Verbindung von Rotterdam mit der See und wurde 1872 unter der Leitung von Ingenieur Pieter Caland angelegt. Die Länge der Durchgrabung der Dünen, in der Nähe von dem uns jetzt als Hoek van Holland bekannten Ort, belief sich seinerzeit auf 4,3 km. Der Nieuwe Waterweg ist einer komplexen Strömung ausgesetzt. Er steht unter dem Einfluss von Ebbe und Flut, landeinwärts gerichteter Strömung und Strömung in Richtung See. Aus diesem Grunde muss die Tiefe des Nieuwe Waterweg ebenfalls künstlich gewährleistet werden.

Das Botlek-Gebiet wurde zwischen 1955 und 1960 angelegt. Dieses Hafengebiet kennzeichnet sich vor allem durch petrochemische Industrie und Tanklager. Das erste Unternehmen, das sich dort ansiedelte, war Dow Chemical im Jahre 1956. 1957 folgt die Schiffswerft von Cornelis Verolme. 1961 war die Ausgabe des gesamten Grund und Bodens abgeschlossen.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Kieler Hafenpreis an Jörn Grage verliehen

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Der Kieler Hafenpreis 2017 wurde an Jörn Grage, Geschäftsführer der SCA Logistics GmbH, verliehen. Die Auszeichnung wurde am Donnerstagabend (14.09.) im Rahmen der „Sprottenback“, der gesellschaftlichen Traditionsveranstaltung der Unternehmen der Kieler Hafenwirtschaft, durch Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG, überreicht.

In seiner Laudatio würdigte Dirk Claus den Preisträger: „Jörn Grage hat durch sein persönliches Engagement maßgeblich dazu beigetragen, das neue SCA Logistics-Terminal in Kiel anzusiedeln. Mit SCA und Iggesund Paperboard sind nunmehr zwei global führende Forstproduktunternehmen Partner des Hafens.“ Im neuen Logistikzentrum, das im November 2016 im Ostuferhafen eröffnet wurde, werden bereits in diesem Jahr über 800.000 Tonnen hochwertige Papierprodukte umgeschlagen und eingelagert. Dirk Claus: „Das Papiergeschäft fügt dem Kieler Hafengeschehen eine weitere tragende Säule hinzu und gibt uns einen nachhaltigen Wachstumsschub. Neben den sichtbaren Investitionen in die Terminalanlagen ist auch die Ausweitung der Logistikkompetenz am Standort genauso bedeutend.“

Das neue SCA-Terminal wurde mit einer Hallenlagerfläche von über 50.000 m² auf einem gut 16 Hektar großen Areal im nördlichen Bereich des Ostuferhafens errichtet. In Summe wurden 25 Mio. Euro investiert und 80 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung mit dem Kieler Hafenpreis“, so Jörn Grage: „Das neue Terminal ist genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten und geographisch ein idealer Ausgangspunkt zur Belieferung unserer Kunden. Dazu gewährleistet die gute Zusammenarbeit mit dem PORT OF KIEL eine reibungslose Abwicklung der Schiffsanläufe.“ SCA-Frachtfähren laufen den Ostuferhafen zweimal wöchentlich aus Sundsvall in Nordschweden an und löschen bis zu 160 mit Papierprodukten beladene Kassetten. Die Produktpalette reicht dabei von Zellstoffen über Druckpapiere bis hin zu Kraftlinern und Kartonagen für hochwertige Verpackungen, die für deutsche und europäische Märkte bestimmt sind. Darüber hinaus werden Überseecontainer gepackt, die via Hamburg nach Fernost verschifft werden. Auf ihrem Rückweg an die schwedische Ostküste transportieren SCA-Schiffe verschiedene Ladungsarten, wie Fahrzeuge, Stückgüter, Stahl oder auch Recyclingmaterialien.

Jörn Grage (52), studierter Betriebswirt und ausgebildeter Schifffahrtskaufmann, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine berufliche Laufbahn begann 1981 bei D. Fuhrmann, Nissle & Günther Nflg., wo er als Operations und Sales Manager für den Hamburger Linienagenten tätig war. 1990 wechselte Jörn Grage zur HHLA, bevor er 1993 die Position des Sales und Marketing Managers der Hansa Rail GmbH, einem Joint Venture der DB und der schwedischen Staatsbahn übernahm. Seit 1997 in der Rail Logistics & Forwarding-Sparte der Schenker AG tätig, hat er als Management Representative, Prokurist und später Geschäftsführer für die Schenker AB, Railog GmbH, Schenker Rail Cargo Deutschland GmbH und Scandinavian Rail Cargo AB gearbeitet. Seit September 2013 ist Jörn Grage Geschäftsführer der SCA Logistics GmbH, der deutschen Logistiktochter des schwedischen SCA-Konzerns. Der SCA-Konzern entwickelt und produziert hochwertige Forstprodukte, die in rund 100 Ländern der Welt vertrieben werden. Als größter privater Forsteigentümer Europas mit einer Waldfläche von 2,6 Millionen Hektar steht SCA für nachhaltige Forstwirtschaft. Die Unternehmensgruppe beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter. SCA hat seinen Hauptsitz in Sundsvall, Schweden.

Die Skulptur des diesjährigen Kieler Hafenpreises wurde von ANTARIS, dem Eckernförder Designer und Kunstschmied Patrick Schloßer, in Form eines Pollers gestaltet, der von Sprotten umschwärmt wird. Die Skulptur ist ein wertvolles Unikat der Metallkunst, die in Handarbeit des Künstlers aufwendig gefertigt wurde. Der Poller symbolisiert die feste Verbindung der Schiffe mit dem Hafen. Die Sprotten, die immer im Schwarm schwimmen, stehen bildlich für die Gemeinschaft, die zielstrebig vorrankommt. Auf Vorschlag des Beirates der SEEHAFEN KIEL wird mit dem Hafenpreis einmal im Jahr eine Persönlichkeit im Rahmen der „Sprottenback“ ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise um den Kieler Hafen verdient gemacht hat.

Der Hafenpreis wurde erstmals im Jahr 2005 verliehen. Bisherige Preisträger waren:
2005: Samuil Vindergauz (Liniendirektor der Reederei LISCO), 2006: Hans-Dieter Nehrhoff (Technischer Geschäftsführer des Gemeinschaftskraftwerkes Kiel), 2007: Gunnar Blomdahl (CEO der Stena Line), 2008: Röttger Wittern (Geschäftsführer Sartori & Berger), 2009: Trond Kleivdal (CEO der norwegischen Reederei Color Line), 2010: Anders Refsgaard (Vice-President der Reederei DFDS Seaways), 2011: Ingolf Kästner (Leiter internationale Verkehre der Kombiverkehrs KG), 2012: Verleihung des Prunksiegels der Landeshauptstadt Kiel an Heinz Bachmann (langjähriger Marketingdirektor der SEEHAFEN KIEL), 2013: Claudia Roller (Vorstandsvorsitzende von Hamburg Hafen Marketing), 2014: Frank Erschkat (Leiter des Produktionszentrum Hamburg der DB Schenker Rail AG), 2015: Niclas Mårtensson (Chief Operating Officer (COO) der Stena Line Group), 2016 Jos van der Meer (Geschäftsführer der Mibau Baustoffhandel GmbH).

Kiel zählt zu den vielseitigsten Hafenstandorten an der Ostseeküste. Die verschiedenen Hafenteile rund um die Kieler Förde verfügen über Terminalanlagen für Passagier- und Frachtschiffe nahezu jeder Art und Größe. Kiel ist bedeutender Fährhafen mit Verbindungen nach Skandinavien, ins Baltikum sowie nach Russland; Kiel zählt zu den führenden Kreuzfahrthäfen in Nordeuropa und hat zudem eine wichtige regionale Versorgungsfunktion mit Stück- und Massengütern. Das Rückgrat des Hafens bilden die Fährverkehre, die etwa 4/5 zum Gesamtumschlag von 6,5 Mio. Tonnen in 2016 beitrugen. Das Passagieraufkommen von gut 2 Mio. Reisenden unterstreicht gleichzeitig die Bedeutung des Seetourismus und die Leistungsfähigkeit für touristische Verkehre. Seine geographische Lage und die Hinterlandverbindungen über die Straße und auf der Schiene machen den Hafen für den Güterumschlag und Passagierverkehr gleichermaßen attraktiv.

Quelle und Foto: Seehafen Kiel




Fachkräftemangel in der Logistik deutlich spürbar

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Der Mangel an qualifiziertem Personal ist für die Mehrheit der Logistik-Arbeitgeber nach wie vor von zentraler Bedeutung – dies ergab eine aktuelle Befragung unter Mitgliedern der Bundesvereinigung Logistik (BVL).

Die Umfrage gibt außerdem Aufschluss darüber, welche Berufe im Wirtschaftsbereich Logistik derzeit besonders gefragt sind und warum Stellen unbesetzt bleiben.
90 Prozent der 112 Befragten gaben an, den Mangel an Fachkräften im Arbeitsfeld Logistik zu spüren. Auf das eigene Unternehmen angesprochen gaben immerhin 71 Prozent an, einen Mangel zu erleben. Dies drückt sich unter anderem dadurch aus, dass bei 31 Prozent der Teilnehmer die Hälfte der offenen Stellen auch nach zwölf Monaten unbesetzt bleibt. Kurzfristig können noch mehr Positionen nicht adäquat besetzt werden: Innerhalb von drei Monaten bleibt bei rund 55 Prozent der Befragten jede zweite vakante Stelle offen. 38 Prozent der Befragten gaben darüber hinaus an, dass auch Ausbildungsplätze frei bleiben.

Als Hauptgrund dafür, dass offene Stellen im Unternehmen nicht besetzt werden, nannten 74 Prozent der Befragten das generelle Fehlen von qualifizierten Bewerbern. Auch die mangelnde Bekanntheit der Berufsmöglichkeiten in der Logistik (53 Prozent) sowie im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen weniger attraktive Vergütungen und Arbeitsbedingungen (43 Prozent) sind nach eigener Einschätzung Gründe für mangelndes Bewerberinteresse. Hieraus ergeben sich weitreichende Folgen: Rund 82 Prozent der Befragten rechnen damit, dass sich der Fachkräftemangel langfristig negativ auf ihr Unternehmen auswirken wird. „Beim Wettbewerb um Fach- und Nachwuchskräfte spüren Logistikunternehmen immer mehr den Wettstreit mit Firmen aus anderen Wirtschaftsbereichen, deren Arbeitsumfeld unter möglichen Bewerbern besser angesehen. Umso wichtiger ist es, dass die Logistik mehr für ihr Image tut“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, Vorsitzender der BVL-Geschäftsführung.

Zu den laut Umfrage besonders gesuchten Berufsgruppen gehören Fachkräfte mit einer kaufmännischen oder technischen Ausbildung: Sie werden von insgesamt 76 Prozent der Teilnehmer gesucht. Wird nach konkreten Fachkräftestellen gefragt, werden aktuell vor allem IT-Fachleute (47 Prozent) gebraucht, gefolgt von Fahrern und Zustellern (46 Prozent) und Disponenten (41 Prozent). Bei Ingenieuren und Betriebswirten hingegen, die in der BVL-Umfrage „Arbeitgeber Logistik“ von 2012 noch zu den meistgesuchten Berufsgruppen gehörten, scheint sich die Lage entspannt zu haben. Die Tendenz hin zu mehr IT-Fachkräften in der Logistik stimmt Prof. Wimmer positiv: „Dass fast die Hälfte der Unternehmen derzeit IT-Fachleute einstellen wollen, zeigt uns, dass die Logistikunternehmen zunehmend die Chancen der Digitalisierung nicht nur erkennen, sondern auch für sich nutzen wollen.“

Für die Umfrage wurden insgesamt 112 BVL-Mitglieder aus Logistik, Handel und Wirtschaft befragt, die im Personalbereich arbeiten oder Personalverantwortung tragen. Die Betriebsgröße der Befragten reicht von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis hin zu Konzernen; insgesamt beschäftigen die teilnehmenden Unternehmen rund 900.000 Menschen.

Quelle:  BVL Bundesvereinigung Logistik e.V., Foto: Bild: bayernhafen Gruppe/fkn



Stabile Verfassung und ein optimistischer Blick

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Die Hamburger Wirtschaft befindet sich ungeachtet der globalpolitischen Unsicherheiten in einer stabilen Verfassung und blickt optimistisch in die Zukunft.

Dieses Fazit zog Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, bei der gemeinsamen Konjunkturpressekonferenz mit dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) und dem WifOR Wirtschaftsforschungsinstitut aus Darmstadt. „Die konjunkturellen Aussichten für Hamburg sind weiterhin günstig, werden jedoch von strukturellen Veränderungen begleitet, die mittelfristig negativ auf das Wachstumspotenzial der Hamburger Wirtschaft wirken können“, sagte HWWI-Direktor Prof. Henning Vöpel.

Laut aktueller Konjunkturumfrage der Handelskammer zum Ende des ersten Quartals 2017 hat sich der Geschäftsklimaindikator der Hamburger Wirtschaft im Vergleich zur Befragung vor drei Monaten um 3,7 Punkte auf 115,8 Punkte erhöht. Grund dafür sind die Beurteilungen der aktuellen und künftigen Geschäftssituation, die etwas positiver als die Einschätzungen zum Jahreswechsel ausfallen (siehe Hamburger Konjunkturbarometer I/2017 in der Anlage). Besonders optimistisch sind die Wirtschaftszweige Grundstücks- und Wohnungswesen (133,2 Punkte), sonstige Dienstleister (129,2 Punkte) sowie Medien und IT (125,6 Punkte).

Trotz möglicher protektionistischer Maßnahmen der USA erwarten die Hamburger Unternehmen mit Blick auf die kommenden zwölf Monate eine positive Exportentwicklung. 30,2 Prozent der Befragten rechnen mit höheren und 9,2 Prozent mit geringeren Ausfuhren (aktueller Saldo: +21 Prozentpunkte; Vorquartal: +18,2). Als größte Geschäftsrisiken im laufenden Jahr sehen die Firmen ungünstige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (48,3 Prozent), Fachkräftemangel (41,4 Prozent), nachlassende Inlandsnachfrage (37,4 Prozent) und Arbeitskosten (28 Prozent).

„Dem Hamburger Arbeitsmarkt stehen bereits heute rund 11.000 Fachkräfte zu wenig zur Verfügung. Dieser Engpass könnte laut aktuellen Prognosen auf etwa 60.000 fehlende Fachkräfte im Jahr 2030 anwachsen“, sagte Dr. Sandra Hofmann, Forschungsleiterin Arbeitsmarkt des WifOR-Instituts. Ein weiteres Ergebnis des von ihr erstellten „Handelskammer Fachkräftemonitors Hamburg 2017“: Der Branche „Information und Kommunikation“ in Hamburg fehlten aktuell bereits rechnerisch 2.900 Fachkräfte. Die Situation werde sich bis 2030 voraussichtlich mit dann rund 6.800 fehlenden Fachkräften noch weiter verschärfen.

Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Schmidt-Trenz zog außerdem eine Bilanz des eigenen Sechs-Punkte-Plans der Kammer zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit: Es hätten sechs gesonderte Informationsveranstaltungen zum Thema „Einstellung und Beschäftigung von Geflüchteten“ sowie „Marktplätze der Begegnungen“ als Kontaktplattform für Flüchtlinge und Unternehmen stattgefunden. Die Firmen hätten dabei bis jetzt über 1.400 Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze angeboten. Weitere 1.000 Praktika habe die Hamburger Wirtschaft auf Vermittlung der Kammer für das Ausbildungsvorbereitungsprogramm für Migranten (AvM-dual) zur Verfügung gestellt. Ferner wurden bislang die beruflichen Kompetenzen von über 100 Geflüchteten festgestellt und ihnen ein Zertifikat verliehen. Und die Handelskammer führte unter anderem 30 Bewerbertrainings für Flüchtlinge durch.

Das Konjunkturbarometer gibt es hier

Quelle: Handelskammer Hamburg, Foto: www.mediaserver.hamburg.de/Andreas Vallbracht




Elmar te Neues folgt auf Heinz Schmidt

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Der Krefelder Unternehmer Elmar te Neues, Geschäftsführer des J. FINCK & CO Papier- und Folienwerks, ist von der Vollversammlung der IHK Mittlerer Niederrhein zum neuen Präsidenten gewählt worden.

Er tritt damit die Nachfolge des Mönchengladbacher Unternehmers Heinz Schmidt an, dessen Amtszeit nach fast acht Jahren satzungsgemäß endete. Anlässlich des Amtswechsels hatte die IHK zu einem Empfang in den Mönchengladbacher Borussia-Park geladen.

Nach der Begrüßung der Gäste durch IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz und einem Grußwort des Präsidenten von IHK NRW, Ralf Kersting, blickte Dr. Dieter Porschen, ehemaliger Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, auf Schmidts vielfältiges ehrenamtliches Engagement und sein Wirken als IHK-Präsident zurück: „Die Grundlage seiner Erfolgsgeschichte ist seine Fähigkeit, Menschen ernst zu nehmen, sie zu begeistern und durch eigenes Tun herauszufordern.“

Heinz Schmidt begann sein ehrematliches Engagement bei der IHK Mittlerer Niederrhein 1977 als Prüfer. Seit 20 Jahren ist er Mitglied der Vollversammlung, von 1998 bis 2007 war er Vizerpräsident der IHK, er leitete viele Jahren den Berufsbildungsausschuss sowie den Regionalausschuss Mönchengladbach, und 2009 wurde er schließlich zum Präsidenten gewählt.

Besonders leidenschaftlich habe sich Schmidt stets für die berufliche Bildung junger Menschen engagiert, wie Porschen betonte. Mit zahlreichen Initiativen und Projekten habe die IHK unter Schmidts Führung dazu beigetragen, dass am Niederrhein Auszubildende und Betriebe zueinander finden und die Zahl der geschlossenen Ausbildungsverträge auch in schwierigen Zeiten stabil geblieben war.

Porschen erinnerte auch an Schmidts Eintreten für die Gründung einer Metropolregion Rheinland: „Einer der wesentlichen Treiber war Heinz Schmidt.“ Das Gleiche gelte für den Masterplan Mönchengladbach, so Porschen: „Wer bei der Gründung des Masterplan-Vereins dabei war, hat bei vielen nächtlichen Sitzungen sein Engagement erlebt.“ Dass sich der Masterplan zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt hat und in Mönchengladbach Aufbruchstimmung herrscht, ist vor allem auch Heinz Schmidt zu verdanken. Er sei stets zutiefst davon überzeugt gewesen, dass Unternehmer eine Verpflichtung gegenüber ihren Mitarbeitern,aber auch gegenüber ihrer Heimatregion haben.

Heinz Schmidt bedankte sich für die freundlichen Worte: „IHK-Arbeit ist Team-Arbeit. Die Zusammenarbeit mit dem Präsidium, mit der Vollversammlung und mit den hauptamtlichen IHK-Mitarbeitern habe ich als sehr vertrauensvoll erlebt. Die Diskussionen waren manchmal kontrovers, aber immer fruchtbar.“

Schmidt erinnerte an den Beginn seiner Amtszeit: „Es waren unruhige Zeiten, 2009 erlebten wir die schwerwiegendste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Die IHK reagierte mit einem Bündel von Maßnahmen und Angeboten für die Unternehmen.“ Heute sei der Mittlere Niederrhein gut aufgestellt und die Unternehmen seien optimistisch ins Jahr gestartet.

Der neugewählte IHK-Präsident bedankte sich für das Vertrauen der Vollversammlung: „Unternehmer sein, bedeutet Verantwortung zu übernehmen – für Mitarbeiter, für Kunden und Partner, für die Heimatstadt und für den Standort.“ Elmar te Neues erinnerte an die drei Säulen der IHK-Arbeit: Interessenvertretung gegenüber Politik und Verwaltung, Erfüllung hoheitlicher Aufgaben wie die Berufsausbildung und Dienstleistungen für die Mitgliedsunternehmen. „Die IHK ist der Partner und der Unterstützer der Unternehmen“, sagte te Neues. „Wir bieten bereits eine Fülle von Angeboten, daran möchte ich anknüpfen.“ Künftig wolle die IHK ihren Mitgliedern noch serviceorientierter zur Seite stehen, insbesondere bei Fragen rund um die Digitalisierung. „Es gibt noch viele Herausforderungen für die IHK“, sagte te Neues. „Ob Breitbandausbau, die Bekämpfung des Fachkräftemangels oder der Ausbau der Infrastruktur – es gibt noch viel zu tun.“

In ihrer konstituierenden Sitzung hat die Vollversammlung auch die acht Vizepräsidenten gewählt: Wiedergewählt wurden Dr. Erich Bröker (Jagenberg AG, Krefeld) und Dr. Stefan Dresely (Currenta GmbH & Co. OHG, Krefeld). Neu ins Präsidium wurden gewählt: Prof. Dr. Joerg Dederichs (3M Deutschland GmbH, Neuss), Dr. Claus Schwenzer (Effertz Tore GmbH, Mönchengladbach), Susanne Cremer-Thywissen (Eventkommunikation, Neuss), Rainer Höppner (Höppner Moden GmbH, Willich), Hartmut Wnuck (Stadtsparkasse Mönchengladbach) und Christoph Buchbender (RheinLand Versicherungs Aktiengesellschaft, Neuss).

Quelle und Foto: IHK Mittlerer Niederrhein, Der neue IHK-Präsident Elmar te Neues (M.) nimmt die Glückwünsche seines Vorgängers Heinz Schmidt (l.) und des IHK-Hauptgeschäftsführers Jürgen Steinmetz entgegen. 




Frohe und glückliche Weihnachten!

Hafenzeitung, NDH

Das Team der Hafenzeitung wünscht allen Lesern eine besinnliche Weihnachten, ein paar erholsame Tage und viele schöne Momente.

Foto: Tanja Pickartz




Bauverein bietet Mietern neuen digitalen Service

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Die Neusser Bauverein AG stellt die Weichen in Richtung Zukunft. Als erstes mittelständisches Wohnungsunternehmen in Nordrhein-Westfalen bietet sie ihren Mietern einen neuen digitalen Online-Service an: das Mieterportal.

Mit diesem kostenfreien Angebot erhalten die rund 7000 Mieter einen weiteren Kommunikationskanal zum größten Wohnungsunternehmen im Rhein-Kreis Neuss.

„Dieses moderne und zeitgemäße Kommunikationsinstrument vereinfacht für unsere Mieter die Kontaktaufnahme. Es ist so leicht und unkompliziert wie das Schreiben einer WhatsApp-Nachricht. Aktuelle Vertragsdaten und Dokumente sind sofort abrufbar“, sagt Frank Lubig, Vorstandsvorsitzender der Neusser Bauverein AG.

Wie ist der aktuelle Stand auf dem Mietkonto? Ein Blick ins Mieterportal gibt hierüber Aufschluss. Benötigt der Mieter zum Beispiel eine Kopie seines Mietvertrages? Im neuen digitalen Angebot des Bauvereins findet jeder angemeldete Nutzer seinen Mietvertrag als PDF-Dokument zum Download. Auch die letzte Betriebs- und Heizkostenabrechnung sowie die Kautionsvereinbarung finden sich auf der benutzerfreundlichen Internetplattform als PDF-Dokument. „Das ist einfach zeitgemäß. So hat jeder Mieter seine wesentlichen Vertragsunterlagen immer schnell griffbereit“, betont Niki Lüdtke, Bereichsleiter Bestandsmanagement.

Mit dem Mieterportal wird die Kommunikation auch schneller: Denn von großem Vorteil ist, dass Schadensmeldungen sofort übermittelt werden können. „In der Vergangenheit musste der Mieter zunächst den Hausmeister informieren, wenn mal der Wasserhahn tropfte oder ein Licht kaputt war“, erklärt Niki Lüdtke.

Über ein Online-Formular kann der Mieter den Schaden nun erfassen und den Bauverein täglich zu jeder Zeit sowie an Wochenenden und Feiertagen darüber in Kenntnis setzen. Zudem ist es möglich, Dateien oder Fotos zu übermitteln. „Das ist keine direkte Beauftragung eines Handwerkers. Aber die Schadensmeldung liegt dann bei uns vor, und wir können uns darum kümmern“, betont Prokurist Niki Lüdtke. Der Mieter erhält eine Rückmeldung noch am gleichen Tag, an Feiertagen am nächsten Arbeitstag. Die Kundenserviceund Vermietungsteams sind mit der zügigen Abwicklung der über das Portal eingegangenen Beschwerden betraut.

„Es geht darum, schnell und formlos miteinander zu kommunizieren“, unterstreicht der Prokurist. Über seinen persönlichen Zugang habe der Mieter immer und überall Zugriff auf das Portal und seine persönlichen Daten – egal, ob er ein Smartphone, ein Tablet oder einen Computer nutze.

Damit alle 7000 Mieter das neue Angebot nutzen können, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. „Unser Ziel ist es, dieses moderne Kommunikationsinstrument so schnell wie möglich allen Mietern zur Verfügung zu stellen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Neusser Bauverein AG, Frank Lubig. Die ersten Mieter nutzen bereits das Portal erfolgreich und sind sehr zufrieden mit der einfachen Bedienung. „Alle Mieter werden nach und nach angeschrieben. Sie erhalten dann die entsprechenden Zugangsdaten“, ergänzt Niki Lüdtke. Die ersten Quartiere Südliche Furth, Dreikönigenviertel, Pomona, Innenstadt und Stadionviertel können bereits das neue Digital-Angebot nutzen.

Quelle und Foto: Neusser Bauverein AG




Hafen Hamburg wächst leicht

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Der gesamte Seegüterumschlag, der die Segmente Stückgut und Massengut umfasst, fällt für die ersten drei Quartale 2016 mit 104,9 Millionen Tonnen um 0,3 Prozent stärker aus als im Vorjahreszeitraum.

„Der Seegüterumschlag im Hamburger Hafen hat sich stabilisiert und weist für die ersten drei Quartale 2016 wieder ein Plus auf. In der Einzelbetrachtung unterstreicht das dritte Quartal mit einem Seegüterumschlag von 34,7 Millionen Tonnen und einem Plus von 2,7 Prozent den Aufwärtstrend. Sowohl der Stückgutumschlag als auch der Massengutumschlag erreichen in Deutschlands größtem Universalhafen mengenmäßig ein positives Ergebnis“, sagt Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. Auch die erfolgreiche Entwicklung beim Seehafenhinterlandverkehr auf der Schiene wird fortgesetzt. „Im Vergleich mit anderen wichtigen europäischen Häfen kann Hamburg seine mit der Bahn transportierten Gütermengen auch in den ersten drei Quartalen 2016 weiter ausbauen. Mit 35,5 Millionen Tonnen (+3,1 Prozent) transportierter Güter und 1,8 Millionen TEU (+1,9 Prozent) wird auf der Schiene erneut ein kräftiges Plus erreicht“, so Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.

Der Containerumschlag blieb in den ersten neun Monaten des Jahres insgesamt nahezu auf Vorjahresniveau. Während das containerisierte Ladungsvolumen mit 69,3 Millionen Tonnen um 0,4 Prozent zulegte, blieb die Zahl der umgeschlagenen Container mit 6,7 Millionen TEU (-0,1 Prozent) fast unverändert. Der für den Hamburger Hafen besonders bedeutende Containerverkehr mit Asien verzeichnete ein Plus von einem Prozent. Auch der in Hamburg dominierende Containerumschlag mit chinesischen Häfen entwickelte sich positiv und erreichte ein Plus von 0,6 Prozent. Die Containerverkehre mit den Fahrtgebieten in Nord- und Südamerika lieferten insgesamt ein Wachstum von 1,2 Prozent. Das Containerfahrtgebiet Europa entwickelte sich unterschiedlich: Zum einen ist das erfreuliche Plus von 4,4 Prozent im Containerverkehr mit Russland (337.000 TEU) ein Anzeichen für einen leichten Aufwärtstrend. Zum anderen bewirkten die Direktanläufe von Containerliniendiensten in Göteborg und Danzig Rückgänge im seeseitigen Containerverkehr mit Schweden (-15,4 Prozent) und Polen (-14,1 Prozent). Insgesamt bleibt das Fahrtgebiet Europa mit -1,7 Prozent noch leicht im Minus.

Erfreulich ist die unverändert wachsende Bedeutung Indiens, das mit 188.000 TEU (+6,8 Prozent) inzwischen Position acht im Ranking der Top-Handelspartner im Containerverkehr Hamburgs einnimmt. Ebenfalls positive Umschlagentwicklungen sind im Containerverkehr mit Mexiko (+18,0    Prozent), den USA (+7,7 Prozent), den Vereinigten Arabischen Emiraten (+12,1 Prozent) und Großbritannien (+13,3 Prozent) zu verzeichnen. „Die Containerumschlagbilanz des Hamburger Hafens zeigt für die ersten drei Quartale auf der Importseite mit 3,5 Millionen TEU ein Plus von 0,5 Prozent. Auf der Exportseite kam der Containerumschlag auf 3,2 Millionen TEU und blieb 0,6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Trotz eines Wachstums bei den Importcontainern und insgesamt einem Plus von 0,5 Prozent bei den beladenen Containern, die in den ersten drei Quartalen in Hamburg 5,7 Millionen TEU erreichten, gab es im Gesamtumschlagergebnis des Hafens noch eine geringe Minderung von 0,1 Prozent zu verzeichnen. Das ist vor allem auf geringere Transhipment-Verkehre mit Häfen in Polen und Schweden zurückzuführen“, erläutert Mattern.

Beim Massengutumschlag, der in den ersten neun Monaten 34,5 Millionen Tonnen (+0,3 Prozent) in Hamburg ausmachte, entwickelten sich erneut die Importe und Exporte unterschiedlich. Auf der Importseite wurde für die ersten drei Quartale mit insgesamt 25,7 Millionen Tonnen ein Plus von 6,7 Prozent erreicht. Auf der Exportseite blieb der Massengutumschlag mit insgesamt 8,7 Millionen Tonnen (-14,8 Prozent) unter dem Vorjahresergebnis. Für Wachstum beim Import sorgte mit 3,2 Millionen Tonnen (+14,1 Prozent) das Umschlagsegment Sauggut (Getreide und Ölsaaten) und mit insgesamt 8,0 Millionen Tonnen (+14,0 Prozent) das Segment Flüssigladung (vor allem Mineralölprodukte). Der Greifergutumschlag von überwiegend Kohle und Erze blieb mit 14,6 Millionen Tonnen und einem Plus von 1,5 Prozent ebenfalls auf Wachstumskurs.

Die mit 8,7 Millionen Tonnen (-14,8 Prozent) rückläufige Entwicklung beim Export in den Umschlagsegmenten Sauggut, Flüssigladung und Greifergut hat unterschiedliche Ursachen. So ist neben einem erntebedingten Rückgang der Getreideexporte, die im ersten Halbjahr mit 2,7 Millionen Tonnen (-21,9 Prozent) deutlich schwächer als im besonders starken Vorjahr ausfielen, mit 2,5 Millionen Tonnen (-26,5 Prozent) auch ein Rückgang bei den Exporten von Mineralölprodukten zu verzeichnen. Das schwächere Umschlagergebnis ist in erster Linie mit der Schließung einer großen Hamburger Raffinerie zu erklären, deren Exporte von Mineralölprodukten nun wegfallen. Das Segment Greifergut erreichte mit 2,6 Millionen Tonnen (-0,6 Prozent) annähernd das Ergebnis aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Der nicht-containerisierte Stückgutumschlag, von zum Beispiel großen Anlagenteilen und rollender Ladung, blieb in den ersten drei Quartalen mit insgesamt 1,2 Millionen Tonnen (-9,5 Prozent) unter dem Vorjahresergebnis. Auf der Importseite, die 419.000 Tonnen (-2,2 Prozent) erreichte, konnten wachsende Umschlagmengen bei der Einfuhr von Holz, Projektladung und Südfrüchten die Rückgänge bei Papier, Metall und Kraftfahrzeugen nicht wettmachen. Im Versand konventioneller Stückgüter, für den insgesamt 776.000 Tonnen (-13,0 Prozent) ermittelt wurden, konnte das Wachstum bei Holz, Eisen und Stahl nicht den Rückgang bei der Ausfuhr von Kraftfahrzeugen ausgleichen.

Die beiden Hafen Hamburg Marketing Vorstände Ingo Egloff und Axel Mattern wiesen anlässlich der Hafen Hamburg Quartalspressekonferenz darauf hin, dass sich der Seegüterumschlag im Universalhafen Hamburg stabilisiert hat und eine Aufwärtsentwicklung erkennbar sei. Hamburg kann im ausgeprägten Wettbewerb mit den Haupthäfen Nordeuropas eine besonders gute Entwicklung der Seehafenhinterlandverkehre aufweisen. Die mit der Eisenbahn in und aus dem Hamburger Hafen transportierte Gütermenge erreichte gegen den Trend der insgesamt im Schienengüterverkehr eher rückläufigen Mengen, ein Plus von 3,1 Prozent. Die Anzahl der in den ersten neun Monaten auf der Schiene transportierten Container kletterte um knapp zwei Prozent auf 1,8 Millionen TEU.

Mehr als 200 Güterzüge erreichen oder verlassen täglich Europas größten Eisenbahnhafen und verbinden Hamburg mit allen Wirtschaftsregionen im Binnenland. Die große Anzahl an Verbindungen und die hohe Frequenz an Zugabfahrten von und nach Hamburg sind für die schnelle Abwicklung von Export- und Importgütern der Verlader im Binnenland von Vorteil. „Um den Hafen weiterhin in seinen vielfältigen Funktionsbereichen auszubauen und wettbewerbsfähig zu halten, ist neben einem Ausbau leistungsfähiger Zu- und Ablaufkorridore für den Gütertransport per Bahn, Lkw und Binnenschiff auch die Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe zur Sicherung von Wachstum und Beschäftigung erforderlich“, sagt Ingo Egloff.

Der Hamburger Hafen ist Deutschlands größter Universalhafen und sichert mehr als 156.000 Arbeitsplätze in der Metropolregion Hamburg. Der Hafen ist auch wichtiger Industriestandort und mit einer Bruttowertschöpfung von 21,8 Milliarden Euro von großer Bedeutung für die gesamte deutsche Volkswirtschaft. Für das Jahr 2016 rechnet die Marketingorganisation des Hamburger Hafens mit einem Seegüterumschlag auf Vorjahresniveau in der Größenordnung von rund 138 Millionen Tonnen und knapp 9 Millionen TEU beim Containerumschlag.

Quelle, HHM, Foto: HHM / Annette Krüger




RCO AT beauftragt TX Logistik

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Die TX Logistik AG (TXL) hat von Rail Cargo Operator – Austria (RCO AT) im Bereich der maritimen Hinterlandverkehre den Zuschlag für weitere 96 Rundläufe pro Jahr erhalten. Bereits seit Mitte 2015 fährt TXL zwischen den deutschen Seehäfen und Linz vier Rundläufe pro Woche für RCO.


„Mit der Erweiterung erhöht sich die Leistung für RCO AT auf jährlich insgesamt 288 Rundläufe“, freut sich Wolfgang Debusmann, Director Maritim bei TX Logistik. Ausschlaggebend für den neuen Auftrag waren sowohl die hohe produktive Qualität von TXL als auch die positiven Erfahrungen mit dem Customer Service des Eisenbahnlogistikunternehmens. Wolfgang Debusmann: „Schnelle Information und kurze Reaktionszeiten sind RCO AT besonders wichtig. Wir sind nicht nur in der Lage, jederzeit Auskunft über die Züge zu geben. Wir können auch entsprechende Maßnahmen ergreifen, sollte es unvorhergesehen zu Abweichungen kommen.“

Auch kurzfristige Anpassungen des Routenverlaufs seitens RCO AT sind möglich. „In den zusätzlichen Rundläufen bieten wir je nach Bedarf die Traktion für die Relation Linz-Bremerhaven-Hamburg-Linz oder die Direktverbindung Linz-Hamburg und vice versa“, erläutert Wolfgang Debusmann. „Wir richten unser Angebot an individuellen Anforderungen aus und halten unsere Kunden damit flexibel.“

Quelle und Foto: TX Logistik AG