Hafen der Zukunft

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Trotz sinkender Umsätze und einiger Reederpleiten: Dem Größenwachstum der Containerschiffe scheinen keine Grenzen gesetzt. Wie reagieren die Häfen auf die damit verbundenen Herausforderungen? Das untersucht ARTE in einer sehenswerten Dokumentation, die jetzt im Internet anzusehen ist.

Trotz sinkender Umsätze und einiger Reederpleiten: Dem Größenwachstum der Containerschiffe scheinen keine Grenzen gesetzt. Wie reagieren die Häfen auf die damit verbundenen Herausforderungen? Olaf Merk vom International Transport Forum (ITF) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht dieser Frage nach. Er begutachtet die Häfen von Hamburg, Rotterdam und Dubai, spricht mit Verantwortlichen über Zukunftspläne und Strategien. Der Hafen Jebel Ali in Dubai setzt auf Expansion und baut ein Terminal nach dem anderen ins Meer. Doch ist das angesichts des rückläufigen Welthandels überhaupt sinnvoll? Im Hamburger Binnenhafen ist Flächenwachstum dagegen unmöglich. Welche Strategie haben sich die Hafenbetreiber hier überlegt? Rotterdam hat die ersten voll automatisierten Terminals der Welt. Wird der Arbeiter hier zukünftig überflüssig und das Terminal zum menschenleeren Industriegebiet? Die Digitalisierung hat im Hafen längst Einzug gehalten. Führerlose Fahrzeuge, sogenannte Automated Guided Vehicles fahren selbstständig die Ladung zum Lager. Container werden aus einem Bürogebäude per Joystick gelöscht. Wenn das die Gegenwart ist, wie sieht die Zukunft aus?

Die sehenswerte, wenn auch ein bisschen einseitig auf Container konzentrierte Doku ist noch bis Mitte nächsten Monats im Internet unter http://www.arte.tv/guide/de/061709-000-A/hafen-der-zukunft zu sehen.

Quelle: ARTE, Foto: HHLA




Rotterdam stellt sich auf den Klimawandel ein

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Was den Hochwasserschutz angeht, so ist der Rotterdamer Hafen in der heutigen Situation gut vorbereitet.

Der Hafen liegt zwar zum großen Teil außerhalb der Deiche, doch die Hafengelände sind relativ hoch oberhalb des Meeresspiegels angelegt und teilweise durch Hochwasserschutzanlagen geschützt. Nur bei äußerst extremen Witterungsverhältnissen sind einige Unternehmen Hochwassersituationen ausgesetzt.

Dies geht aus einer gemeinsamen Studie zur Wassersicherheit – dem Pilotprojekt „Waterveiligheid Botlek“ (Wassersicherheit Botlek) – hervor, die vor Kurzem abgeschlossen wurde. Das Pilotprojekt ist einzigartig, da der Hafenbetrieb Rotterdam, die Gemeinde Rotterdam, das Wasserwirtschaftsamt Rijkswaterstaat, das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Umwelt und die Hafenwirtschaft zum ersten Mal in enger Zusammenarbeit die möglichen Folgen des Klimawandels für das Botlek-Gebiet und die in Betracht kommenden Vorgehensweisen untersucht haben.

Im Rahmen des Pilotprojekts wurden auch die Auswirkungen des Klimawandels anhand verschiedener Klimaszenarien des niederländischen meteorologischen Instituts KNMI untersucht. Nach diesen Klimaszenarien wird der Meeresspiegel bis 2100 zwischen 35 und 85 cm ansteigen und somit auch die Hochwassergefahr zunehmen. Die Studie zeigt, dass keine nennenswerte Gefahr für die Bevölkerung und Arbeitnehmer vorliegt. Es sind insbesondere Folgen in Hinsicht auf wirtschaftliche Schäden absehbar. Mit den beteiligten Unternehmen außerhalb der Deiche hat eine Abstimmung stattgefunden, wie man in solchen Situationen handeln sollte. In Gebieten außerhalb der Deiche gilt hinsichtlich der möglichen Hochwasserfolgen ein eigenes Risiko für die Nutzer.

Das Pilotprojekt resultierte aus dem „Advies Deltaprogramma Rijnmond-Drechtsteden (2014)“ (Empfehlung für das Deltaprogramm Rijnmond- Drechtstädte [2014]), in dem festgehalten ist, dass für vier außerdeichs gelegene Gebiete, darunter im Botlek-Gebiet, untersucht werden sollte, wie Einwohner und Unternehmen in dieser Region künftig vor Hochwassergefahren geschützt bleiben können. Einige Teile bzw. Teilgebiete des Botlek-Gebiets werden wir 2017 detaillierter untersuchen.

2017 werden auch die Hafengebiete Waal- & Eemhaven und Merwe-Vierhavens in vergleichbarer Weise untersucht.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Hamburger Zoll nimmt 2016 rund 30,5 Mrd. ein

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Der Hamburger Zoll blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Leitungen der drei Hamburger Hauptzollämter sowie der Zoll am Flughafen Hamburg stellten jetzt ihre Bilanz für das Jahr 2016 vor.

Sie unterstreichen damit gleichzeitig die besondere Bedeutung des Standorts Hamburg für die Zollverwaltung insgesamt und damit auch für Deutschland und seine Bürgerinnen und Bürger.

Rund 30,5 Milliarden Euro Einnahmen für die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union kann der Zoll in Hamburg für das vergangene Jahr verzeichnen. Dieses entspricht einem Anteil von 23 Prozent an den Gesamteinnahmen der deutschen Zollverwaltung. Die größten Einzelposten der Bilanz entfallen auf die Energiesteuer mit fast 16 Milliarden Euro sowie die Einfuhrumsatzsteuer mit rund 11 Milliarden Euro.

Das Hauptzollamt Hamburg-Stadt erbringt mit 16,7 Milliarden Euro an Energie- und Genussmittelsteuern gut ein Viertel der bundesweit erzielten Verbrauchsteuern für den Bundeshaushalt.

1,4 Milliarden Euro Zölle fließen direkt in den Haushalt der Europäischen Union. Der hierin enthaltene Anteil des Hauptzollamts Hamburg-Hafen in Höhe von 1,18 Milliarden Euro entspricht ebenfalls gut einem Viertel der gesamten Zolleinnahmen Deutschlands.

Die rund 2.100 Beschäftigten der Hauptzollämter sowie des Zolls am Flughafen leisten gemeinsam einen großen Beitrag für die innere Sicherheit und den Schutz der Wirtschaft in der Europäischen Union. Der Schwerpunkt der zöllnerischen Arbeit in Hamburg ist die Abfertigung von Waren aller Art. Hierbei werden auch immer wieder Produkt- und Markenfälschungen aufgefunden.

Insbesondere im Hamburger Hafen aber auch in zahlreichen Postpaketen werden weiterhin unzählige Plagiate sichergestellt. Neben dem Schutz der heimischen Industrie wirkt der Hamburger Zoll hier auch gegen konkrete Gefahren, die von nachgemachten und gefälschten Produkten für jeden einzelnen Verbraucher ausgehen. Insgesamt konnten Fälschungen mit einem Wert von rund 85 Millionen Euro aufgefunden werden.

Aber auch die Bekämpfung der internationalen Rauschgiftkriminalität und des Schmuggels hochsteuerbarer Waren bleiben ein großes Thema.

So konnten die Hamburger Zöllner – auch gemeinsam mit ihren Kollegen vom Hamburger Flughafen und von der Zollfahndung – im Jahr 2016 rund 120 Kilogramm Kokain sicherstellen.

Schwarzarbeit verstößt nicht nur gegen Recht und Gesetz. Sie schadet auch jedem Einzelnen. Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung stellen Staat und Sozialversicherung vor große Herausforderungen.
Das Hauptzollamt Hamburg-Stadt hat im Jahr 2016 bei über 600 Arbeitgebern Prüfungen der Geschäftsunterlagen durchgeführt. Im Zusammenhang mit diesen Prüfungen leiteten die Beamten über 2.300 Strafverfahren und 435 Bußgeldverfahren ein. Die ermittelte Schadenssumme belief sich auf über 11 Millionen Euro.

Die komplette Jahresbilanz des Zolls in Hamburg kann bei den Pressestellen der Hamburger Hauptzollämter und des Hauptzollamts Itzehoe als pdf-Dokument abgerufen werden.

Quelle und Foto: Hauptzollamt Hamburg-Hafen, Die Jahrespressekonferenz des Zolls Hamburg fand in der Containerprüfanlage statt.




Gesamtkonzept Elbe – Zwischen Bilanz und Aufbruch

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Das Gesamtkonzept Elbe wurde am 27. März im Magdeburger Dom vorgestellt. Im Zuge der zweiten Regionalkonferenz mit dem Motto „Zwischen Bilanz und Aufbruch“ nahmen gut 200 Interessierte an der Diskussionsrunde teil. In dem Konzept geht es um den Erhalt der Elbe als Wasserweg unter Berücksichtigung der Interessen von Schifffahrt und Umwelt.


Der Aufgabe, die Elbe an das bestehende Netz anzuschließen, kommt dabei eine besondere Bedeutung zugute. Hierfür wurde auf der Regionalkonferenz der vorliegende Handlungsspielraum, unter Beteiligung der Interessenvertretungen und der Öffentlichkeit, ausgestaltet und Fragen geklärt. Der gefundene Kompromiss zu der Diskussion mit anderen Teilnehmenden stieß auf Zustimmung bei den anwesenden Abgeordneten des deutschen Bundestages. Stefan Kunze, Vorsitzender der Elbe Allianz e.V., geht auf die Wichtigkeit des Gesamtkonzepts Elbe ein: „Gerade aus wirtschaftlicher Sicht ist es positiv zu bewerten, dass die Elbe als durchgängige Wasserstraße von der deutschen Grenze bis Geesthacht – und damit von der Moldau bis nach Hamburg – erhalten bleibt.“

Der Elbe Allianz e.V. ist gemeinsam mit Delegierten des Bundesverbandes öffentlicher Binnenhäfen, des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt und der Kammerunion Elbe-Oder für die Wirtschaft im Beratergremium vertreten. Obwohl die Festlegung des neuen Unterhaltungsziels nicht vollständig die Erwartungen der Schifffahrt trifft, spiegelt sie laut Kunze die realisierbaren Möglichkeiten wieder. Der Vorsitzende betont: „Die angestrebte Nutzungsdauer von 345 Tagen im Jahr erhöht die Zuverlässigkeit des Transportweges deutlich. In Verbindung mit den angestrebten 20cm mehr nutzbarer Wassertiefe, was für Elbschiffe ca. 100 Tonnen mehr Ladung je Fahrt darstellt, wird die Elbe zu einem Transportweg, nicht nur für die Schifffahrt, sondern vor allem auch für die Wirtschaftskraft der Anliegerländer.“

In einem langjährigen Prozess wurde versucht, die Nutzung der Elbe als Wasserstraßen mit der Erhaltung des Flusses als wertvollen Naturraum in Einklang zu bringen. Mit der direkten Einbeziehung von Umwelt- und Wirtschaftsverbänden im Beratergremium wurde der Prozess seit Herbst 2015 intensiviert. Im Januar 2017 konnte das Gesamtkonzept Elbe durch das Bund-Länder-Gremium verabschiedet werden und bildet nun die Grundlage für die Arbeit am Fluss über die kommenden Jahrzehnte. Das Gesamtkonzept Elbe enthält Leitlinien zur Gestaltung des Flusses sowie Vorschläge für Maßnahmen, die sowohl dem Naturschutz als auch der Wasserwirtschaft inklusive des Verkehrs dienen.

Als zentrales Anliegen aus Umweltsicht stellte sich vor allem die Reduzierung  bzw. der Stopp der Sohlenerosion dar, ein Schlüsselthema nicht nur für den Fluss, sondern vor allem auch für die angrenzenden Auen und Flächen. Das Gesamtkonzept Elbe sowie die bisherigen Stellungnahmen dazu können hier heruntergeladen werden.

Quelle: HHM, Foto: SBO




Stärkung von Bahn und Binnenschiff

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In Warstein ist der Startschuss für ein Kooperationsprojekt zwischen zwei Bundesländern gefallen: „Hamburg-NRWplus“. Ziel ist es, durch enge Zusammenarbeit Synergien und Wachstumspotenziale besser zu erschließen.

Die Kooperation des Seehafenstandorts Hamburg mit seinen wichtigen Partnern im nordrhein-westfälischen Hinterland soll zu einer stärkeren Verlagerung von Gütern auf die Verkehrsträger Bahn und Binnenschiff verhelfen. Im Vordergrund stehen hierbei infrastrukturelle Aspekte, aber auch der Einsatz von Marketingmaßnahmen. So sollen die Entscheider, die die Logistikketten zusammenstellen, überzeugt werden, verstärkt auf Schiene und Wasser zu setzen.

„Wir müssen neue Impulse setzen, um die Schiene und Wasserstraße wieder wettbewerbsfähiger zu machen“, sagte Verkehrsminister Michael Groschek bei der Auftaktveranstaltung. „Mit Kooperationen wie ,Hamburg-NRWplus‘ helfen wir dabei, die Effizienz des Hinterlandverkehrs zu erhöhen und gleichzeitig den Verkehrsinfarkt auf unseren Straßen zu bekämpfen. Den Ort Warstein haben wir für den Auftakt nicht zufällig gewählt – er ist Symbol für eine erfolgreiche Umsetzung des Konzepts.“ Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch ergänzte: „Mit großem Interesse habe ich das 2016 beschlossene Wasserstraßen-, Hafen- und Logistikkonzept des Landes Nordrhein-Westfalen gelesen – insbesondere die Prognose einer deutlichen Steigerung der Containerzahlen, die 2030 über den Hamburger Hafen abgewickelt werden sollen. Aus Hamburger Sicht sind diese Entwicklungen erfreulich und werden die gute Hinterlandanbindung zusätzlich fordern.“

Die beiden Bundesländer verbindet eine lange Freundschaft sowie eine wirtschaftlich sehr erfolgreiche Zusammenarbeit. Nordrhein-westfälische Häfen und Wirtschaftsunternehmen sind ein bedeutender Partner des Hamburger Hafens.

Dabei geht es nicht nur um den Containerverkehr. Auch in attraktiven Spezialsegmenten, wie etwa den Bereichen Schwergut und Projektladung, ist Hamburg schon lange eng mit NRW verbunden. Die Zahl der transportierten Container zwischen NRW und Hamburg ist im vergangenen Jahr gewachsen: 2015 wurden 460.000 „Twenty-foot Equivalent Unit“ (TEU) transportiert, 2016 steigerte sich dieser Wert nochmals auf 480.000 TEU. 2016 zählte NRW zu den Top-5-Destinationen im Containerverkehr des Hamburger Hafens. Die Warenströme zwischen NRW und Hamburg nehmen unterschiedliche Wege. Ein großer Teil wird noch per Lkw über die Autobahnen A1 und A2/A7 abgewickelt. Wesentliche Quell- und Zielgebiete der Bahn sind die Standorte Dortmund, Minden und Köln. Für das Binnenschiff ist Minden bisher der zentrale Anlaufpunkt. Auch der neue Warstein-Zug hat seinen Teil zu der positiven Entwicklung beigetragen. Seit gut einem Jahr besteht diese wichtige Bahnverbindung zwischen dem Terminal der Warsteiner Brauerei und dem Hamburger Hafen. Auch dieses Projekt soll nun mit „Hamburg-NRWplus“ ausgeweitet werden.

Quelle: HHM, Foto: HHM/Jürgen Appelhans, (v.l.) Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V., Minister Michael Groschek, Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Senator Frank Horch, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.




„Hochspezialisierter Produktionsstandort“

81 Millionen Euro investierten die Unternehmen im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen im Jahr 2016.

„Auch nach 140 Jahren gilt: Der Chempark Krefeld-Uerdingen ist und bleibt ein starker, hoch spezialisierter Produktionsstandort.“ Dieses Fazit zog Chempark-Leiter Ernst Grigat.

Bereits 140 Jahre steht das Werk in Uerdingen am Rhein. Die Erfolgsgeschichte des Standorts ist und war nur durch ständige Veränderungen möglich. „Kontinuität durch Wandel ist das Stichwort. Mit einem 150-Quadradmeter-Gebäude und einem einzelnen Schornstein hat 1877 alles angefangen“, erzählte der Chempark-Leiter. In der ersten Produktionsstätte stellte Edmund ter Meer Farbstoffe und Anilin her. Seitdem hat der Standort viel erlebt: Fusionen, Ausbau der Produktion, Veränderung der Produktpalette und Neuansiedlungen. Aus dem ersten Betrieb sind 40 verschiedene mit 2.000 Produkten geworden. Eins ist geblieben: Damals wie heute schätzen die Unternehmen die günstige Lage an Rhein und Eisenbahnlinie. Heute lebt der Chempark vom Verbund der 20 Unternehmen und ist der weltweit größte Standort für anorganische Pigmente. Diese Unternehmen investierten 2016 rund 81 Millionen Euro (2015: 153 Millionen Euro) in ihre Anlagen. „Mit Schwankungen bekommt der Standort Krefeld-Uerdingen jedes Jahr hohe Investitionen. Darin drückt sich das Vertrauen der Investoren in die Zukunft des Standorts aus“, sagte Grigat.

Bedeutender Arbeitgeber und Ausbilder in der Region
Insbesondere die Zahl der Beschäftigten unterstreicht die Bedeutung des Chempark als Arbeitgeber in der Region: Derzeit arbeiten hier über 7.000 Menschen, davon 4.912 Mitarbeiter bei den Chempark-Firmen und weitere 2.185 bei Partnerfirmen. Ihr Jahresnetto-Einkommen entspricht einer Kaufkraft von rund 200 Millionen Euro – ein Betrag, der Krefeld und der gesamten Region zugutekommt. Dies gilt auch für die Ausbildung im Chempark: 462 junge Menschen bildet der Standort-Betreiber Currenta derzeit in Krefeld-Uerdingen in technischen, naturwissenschaftlichen und kaufmännischen Berufen aus. Nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für Covestro, LANXESS und weitere Unternehmen.

Grigat mahnt politische Rahmenbedingungen an
„Mit dieser Bilanz des Chempark Krefeld-Uerdingen bin ich sehr zufrieden. Das stimmt mich zuversichtlich für die Zukunft“, freute sich Grigat beim Gespräch. Er betont jedoch, dass weitere langfristig angelegte Investitionen im Chempark keine Selbstläufer seien. In Richtung Politik kritisiert der Chempark-Leiter die unklaren Perspektiven für neue Projekte mit industrieller Nutzung von Strom und Dampf. Im Alltag sichtbarer seien jedoch die Probleme durch die mangelnde Instandhaltung öffentlicher Verkehrswege. „Eine gut funktionierende Infrastruktur ist wichtig für alle weiteren Geschäftsaktivitäten – für die Chempark-Standorte hat sie sogar existenzielle Bedeutung“, sagte Grigat.

„Dies gilt insbesondere für die Autobahn-Situation im westlichen NRW“, so der Chempark-Leiter. Als Beispiel nannte er die A40-Autobahnbrücke in Duisburg. „Der bereits vorgestellte Bundesverkehrswegeplan und der hierin vorgesehene Schwerpunkt auf unsere Region sind ein ganz wichtiges Signal. Jetzt ist es entscheidend, dass die budgetierten Milliarden mit Hochdruck ‚auf die Straße‘ gebracht werden.“

Underwriters Laboratories sorgt für Sicherheit im Alltag
Gastgeber des Jahresmediengesprächs war in diesem Jahr Underwriters Laboratories (UL). In dessen Testlabor (Thermoplastics Testing Center) im Chempark Krefeld-Uerdingen stellte Geschäftsführer Dr. Thorsten Niklas sein Unternehmen vor. Das UL-Prüfzeichen ist eines der bekanntesten Zertifizierungszeichen der Welt und vermutlich in jedem Krefelder Haushalt zu finden. Jährlich erscheint das Prüfzeichen auf über 22 Milliarden verschiedenen Produkten aus den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen, unter anderem auf Haushaltsgeräten, wie elektrischen Zahnbürsten, Laptops, Bügeleisen und Staubsaugern.

Das Thermoplastics Testing Center in Krefeld-Uerdingen ist ein weltweit führender Anbieter für Prüfung und Zertifizierung von innovativen Kunststoffen. Das akkreditierte Prüflabor bietet 500, größtenteils voll automatisierte Prüfungen von einfachen und Hochleistungskunststoffen an. Dabei ist die Brandprüfung eins der Kerngeschäfte. Deshalb werden im Testlabor Kunststoffe, aus denen zum Beispiel Gehäusen von Monitoren, Fernsehern oder Laptops hergestellt werden, in Brand gesetzt, um das Brandverhalten zu bewerten. Ziel dabei ist es, Wohn- und Arbeitsumgebungen sicherer zu machen.

In den vergangenen Jahren wurde das Prüfspektrum des Testlabors in Krefeld-Uerdingen deutlich erweitert. Schwerpunkt ist dabei die Automobilindustrie. Für deren spezifische Anforderungen wurden am Standort über eine Million Euro investiert. Dabei geht es im Besonderen um die Prüfung von Kunststoffen im Automobilbereich, welche später im Fahrzeuginnenraum oder unter der Motorhaube zu finden sind. Am Standort beschäftigt UL rund 100 Mitarbeiter.
Standortprojekte

Currenta modernisiert das Technische Ausbildungszentrum
Ein zukunftsweisendes Großprojekt ist beim Chempark-Manager und -Betreiber in Arbeit: Currenta modernisiert das Technische Ausbildungszentrum. Für die Komplettsanierung werden 2,7 Millionen Euro investiert. „Wir bieten jungen Menschen vielfältige, spannende Perspektiven und leisten einen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Chemieland NRW“, betonte Grigat. Die Elektroausbildung, der erste Bauabschnitt, wurde im März 2017 fertiggestellt. Da die Sanierung abschnittweise durchgeführt wird, kann die technische Ausbildung während der Baumaßnahmen weiterhin sichergestellt werden. Die Gesamtprojektlaufzeit ist mit drei Jahren veranschlagt.

Currenta macht Dampf
Auch im vergangenen Jahr hat Currenta erheblich in die Infrastruktur des Standortes investiert. Um die Energieversorgung am Standort zu sichern, ist die Errichtung von bis zu acht neuen Dampfkesselanlagen geplant. Allein in den ersten Kessel investierte das Unternehmen rund 15 Millionen Euro. Dieser Kessel ist Anfang 2016 in Betrieb genommen worden. Für zwei weitere Kessel laufen die vorbereitenden Maßnahmen. Diese sollen voraussichtlich Ende 2017 in Betrieb genommen werden. Weitere Schritte hängen von den energiepolitischen Rahmenbedingungen ab.

LANXESS baut in Krefeld-Uerdingen seine Produktionsanlagen für chemische Zwischenprodukte aus
Der Spezialchemie-Konzern LANXESS setzt weiter auf Wachstum – auch am Standort Krefeld-Uerdingen. Der Geschäftsbereich Advanced Industrial Intermediates investiert hier bis zum Jahr 2020 rund 40 Millionen Euro. Aufgrund der wachsenden Nachfrage auf den Weltmärkten ist am Standort Krefeld-Uerdingen der Ausbau der Produktionen von Trimethylolpropan, Hexandiol und Menthol vorgesehen. Trimethylolpropan und Hexandiol sind wichtig für Produkte beispielsweise in der Automobil-, Möbel- und Bauindustrie. Synthetisches Menthol ist ein wichtiger Bestandteil in zahlreichen Aromen und pharmazeutischen Produkten. LANXESS hatte die Kapazitäten für diese Produkte bereits in den vergangenen Jahren sukzessive erhöht. Derzeit laufen die Planungen für die neuen Erweiterungen, die Bauarbeiten sollen 2018 beginnen. „Mit diesem Investitionsprogramm begleiten wir die dynamische Entwicklung unserer Kunden und ihrer Industrien“, sagte LANXESS-Vorstandsmitglied Dr. Hubert Fink. „Ein Großteil der geplanten neuen Kapazitäten ist bereits mit Kundenaufträgen hinterlegt.“

LANXESS ist der größte Arbeitgeber im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen und beschäftigt vor Ort rund 1.700 Mitarbeiter in fünf verschiedenen Geschäftsbereichen. Krefeld ist weltweit der zweitgrößte Standort des Spezialchemie-Konzerns und Hauptsitz des Geschäftsbereichs Inorganic Pigments. Hier steht das weltweit größte Werk für die Herstellung von Eisenoxidpigmenten, die unter anderem in Farben für den Anstrich des Eiffelturms oder im roten Asphalt auf dem Platz vor dem Londoner Buckingham Palast zum Einsatz kommen. Der LANXESS-Geschäftsbereich High Performance Materials in Krefeld betreibt in Uerdingen eine der weltweit größten Kunststoffproduktionen.

„LANXESS ist wieder in der Erfolgsspur“, betonte Matthias Zachert, Vorsitzender des Vorstands der LANXESS AG, während der Bilanzpressekonferenz des Konzerns Mitte März. „Wir haben entscheidende Meilensteine beim Umbau von LANXESS hin zu einem noch stabileren und profitableren Konzern gesetzt und sind auf unserem Wachstumskurs ein gutes Stück vorangekommen. Das spiegelt sich in unseren sehr positiven Geschäftsergebnissen für 2016 wider.“ Der Spezialchemie-Konzern LANXESS blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück: Das Konzernergebnis verbesserte sich deutlich um 16,4 Prozent von 165 Millionen Euro auf 192 Millionen Euro, der Umsatz lag bei 7,7 Milliarden Euro.

Covestro recycelt Abwasser
Seit der Ausgliederung aus dem Bayer-Konzern im September 2015 blickt das noch junge Unternehmen Covestro auf einen erfolgreichen Geschäftsverlauf zurück. Dies stimmt Kunden, Investoren und sonstige Stakeholder zufrieden. Maßgeblichen Anteil daran hat auch der Produktionsstandort Krefeld-Uerdingen, wo Vorprodukte zur Herstellung von Hochleistungskunststoffen für gute Ergebnisse sorgen. „Darüber hinaus ist Nachhaltigkeit Kern unseres Handelns und hilft uns, unsere Vision zu erfüllen: Die Welt lebenswerter zu machen“, so Covestro-Vorstandsvorsitzender Patrick Thomas. Das Unternehmen hat dabei ehrgeizige Ziele – bis 2025 will es beispielsweise seinen CO₂-Ausstoß im Vergleich zu 2005 halbieren. Gleichzeitig strebt Covestro einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen an. In Krefeld-Uerdingen zeigt das Unternehmen konkret, wie so etwas geht: Seit 2016 recycelt es dort in einer Pilot-Anlage Salz aus Abwasser und geht so neue Wege hin zu einer möglichst umweltfreundlichen Rückgewinnung dieses wichtigen Chemie-Rohstoffs.  Das Projekt wurde im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms mit einer Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) realisiert.

Das so gewonnene Salz ist sogar rein genug, um bei der Produktion von Chlor eingesetzt werden zu können. Chlor wiederum ist ein wichtiger Rohstoff für Polycarbonat und viele weitere Kunststoffe. „Die Abwasser-Recycling-Anlage bei uns in Krefeld-Uerdingen ist ein hervorragendes Beispiel für einen nachhaltigen und effizienten Umgang mit Ressourcen“, so der Covestro-Vorstandsvorsitzende.

Die Anlage in Krefeld-Uerdingen gilt als Vorbild für ähnliche Anlagen an anderen Standorten. Im Rahmen des Projekts „Re-Salt“ entwickelt Covestro darüber hinaus gemeinsam mit Partnern Technologien zur weiteren Aufkonzentration der salzhaltigen Abwässer. Eine Demonstration in einem ersten kleineren technischen Maßstab am Standort Krefeld-Uerdingen ist ebenfalls geplant.

Huntsman spin-off Venator in den Startlöchern
Huntsman Pigments and Additives in Krefeld-Uerdingen ist ein Geschäftsbereich der Huntsman Corporation. Huntsman vermarktet weltweit ein vielfältigstes Spektrum an Pigmenten und Additiven. Die breite Produktpalette umfasst Titandioxid-Pigmente, Farbpigmente, Funktionsadditive sowie Chemikalien zur Nutzholz- und Wasserbehandlung. Huntsmans Pigmente und Additive geben tausenden Gegenständen des täglichen Gebrauchs mehr Leistung und Farbe – von Farben, Druckfarben, Kunststoffen und Beton bis hin zu Kosmetika, Pharmazeutika und Nahrungsmitteln. Huntsman nutzt dafür seine mehr als 200 Jahre Erfahrung weltweit an mehr als 30 Standorten.

Je nach Marktlage beabsichtigt Huntsman Corporation während des 2. Quartals 2017 die Abspaltung des Geschäftsbereichs Pigments and Additives. Die neue Gesellschaft wird unter dem Namen Venator Materials Corporation (Venator) firmieren. Unter www.venatorcorp.comfinden Sie hierzu aktuelle Informationen.

Quelle und Foto: Currenta




Plattform für Lkw-Transporte in Europa

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Die Logistikbranche in Deutschland und Europa verzeichnet aktuell einen Anstieg neuer Geschäftsmodelle und Plattformkonzepte. Zu den erfolgreichsten digitalen Anbietern zählt das Hamburger Start-up Cargonexx.

In Deutschland sind bereits über 1.700 Frachtunternehmen bei der digitalen Spedition registriert. Damit ist das Unternehmen auch europaweit führend im Lkw-Transportmarkt.

Neue Transportkonzepte in der Logistik steigern den Druck auf etablierte Unternehmen. Doch die Zahl der digitalen Plattformen im B2B-Markt wird langfristig zu einer Konsolidierung der Wettbewerber führen. Cargonexx-CEO Rolf-Dieter Lafrenz schreckt das nicht ab: „Der Grund für das schnelle Wachstum von Cargonexx liegt darin, dass wir Speditionen nicht überflüssig machen wollen, sondern ihnen helfen, noch erfolgreicher zu sein. Daher gehören wir zu den Playern, die auch langfristig auf dem Markt sein werden.“

In einer aktuellen Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint und des IIHD Instituts wird die fortschreitende Digitalisierung und Wettbewerbszunahme unter dem Stichwort Uberisierung behandelt. Drei Faktoren für eine erfolgreiche Marktpositionierung von digitalen Plattformen werden genannt: Preismodell, Zuverlässigkeit und Funktionalität. Cargonexx kann mit seinem innovativen Konzept in allen Kategorien punkten und stellt dennoch ein Gegenmodell zur Uber-Kultur dar, wie Lafrenz klarstellt: „Wir haben erkannt, dass disruptive Geschäftsmodelle in dieser Branche nur mäßigen Erfolg haben, da das Geschäft sehr komplex ist und auf Vertrauen basiert.“

Mit Hilfe eines selbstlernenden Algorithmus errechnet sich in Millisekunden der Marktpreis für Touren, der auf Daten wie Fracht, Wetter und Verkehrslage beruht. Damit verwendet das Start-up eine innovative Technologie, die in dieser Branche bislang einzigartig ist. Die Nutzung von Cargonexx ist kostenlos und es bestehen keine vertraglichen Verpflichtungen. So kann der Kunde von Tour zu Tour entscheiden, ob Cargonexx eine attraktive Option darstellt. Cargonexx verdient eine Marge zwischen Einkauf und Verkauf einer Tour, die sich nach Angebot und Nachfrage der Strecke richtet.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist laut Lafrenz die Zuverlässigkeit der Partner: „Unsere Unternehmensgrundsätze lassen sich mit den Worten einfach, fair und zuverlässig beschreiben. Wir prüfen unsere Nutzer auf Bonität, Qualität und Zuverlässigkeit.“ Eine Besonderheit der digitalen Spedition ist die vollständige Übernahme des Risikos. So tritt das Unternehmen als haftender Spediteur auf und ist komplett für den Transport verantwortlich.

Hinsichtlich Funktionalität besticht der Cargonexx-Service durch einfache Handhabung und sofortige Berechnung des Marktpreises. Mit wenigen Klicks können Aufträge vergeben und Kapazitäten aufgefüllt werden. Der sogenannte Nexx-Agent speichert Suchanfragen und informiert automatisch per E-Mail, wenn ein passendes Angebot verfügbar ist.
Die Nachfrage nach dem Plattformkonzept von Cargonexx nimmt zu. „In den vergangenen zehn Tagen konnten wir unser Auftragsvolumen verdoppeln. Jede Woche stellen wir neue Rekordzahlen auf. Das gibt uns enormen Rückenwind für die Weiterentwicklung unserer Dienstleistungen“, kommentiert Lafrenz den Erfolg.

Zu den nächsten Zielen von Cargonexx gehört daher die regionale Ausweitung des Angebots. Österreich, Polen und die Niederlande sollen dieses Jahr noch folgen. Langfristig soll die Plattform für Gütertransporte in ganz Europa verfügbar sein.

Cargonexx wurde 2016 gegründet und ging nach einer Testphase im Dezember 2016 an den Markt. Das Start-up gehört zu den ersten Unternehmen in Europa, die künstliche Intelligenz für die Bestimmung von Spotmarktpreisen für Lkw-Transporte einsetzen.

Quelle: Medienbüro am Reichstag, Foto: HHM / Hasenpusch




Magazin beleuchtet die „Arbeitswelt Hafen“

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Die erste Ausgabe 2017 des Port of Hamburg Magazines befasst sich mit dem Hafen in seiner wichtigen Position als Arbeitgeber.

Lesen Sie mehr über die verschiedenen Beschäftigungs- und Tätigkeitsbereiche, die der Hamburger Hafen bietet, in unserem dem Printmagazin oder der digitalen Ausgabe als E-Paper.

Der Hafen ist der größte Arbeitgeber Hamburgs. 130.000 Menschen arbeiten direkt oder indirekt im oder für den Hafen – das sind fast 11 Prozent der gesamten Arbeitsplätze der Hansestadt. Die Tätigkeiten sind vielfältig: Terminalbetreiber, Hafendienstleister, Transportunternehmen, Speditionen, Logistikfirmen oder hafennahe Industrieunternehmen bieten zahlreiche Berufsfelder.

Wie der Hafen selbst unterliegen auch die Beschäftigungsmöglichkeiten dort einem permanenten Wandel. War es damals die Entwicklung vom Segel- zum Dampfschiff ist es heute vorrangig die Digitalisierung, die Anpassungen erfordert. Die resultierenden Herausforderungen und Chancen, beispielsweise bei der Gewinnung von Fachkräften, beleuchten die Autoren in der Ausgabe.

Die Printausgabe kann mit einer Mail an presse@hafen-hamburg.de angefordert werden.

Quelle und Foto: HHM




Hamburg bewirbt sich um ITS-Weltkongresses 2021

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Die Freie und Hansestadt Hamburg hat in Brüssel die deutsche Bewerbung um die Ausrichtung des Weltkongresses im Jahr 2021 zum Thema Intelligente Verkehrssysteme und Services (ITS – „Intelligent Transport Systems“) bei der europäischen Organisation ERTICO eingereicht – mit einem autonom fahrenden Zustellroboter für Pakete.

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur beabsichtigt die Stadt, den weltweit größten Kongress in diesem Themenfeld vom 11. bis 15. Oktober 2021 im dann sanierten Congress Center Hamburg (CCH), den Messehallen und im Stadtgebiet auf ausgesuchten Straßen zu veranstalten. Mit mehr als 100 Unterstützungszusagen der Industrie, Forschung und von Verbänden hat die Bewerbung zusätzlich starken Rückenwind über die Stadtgrenzen hinaus aus der gesamten Branche. Hamburg möchte in den nächsten Jahren ein Test- und Erprobungsumfeld bieten, um gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft an dem Einsatz zukünftiger Technologien zu arbeiten. Die Entscheidung, ob Hamburg den Kongress im Jahr 2021 ausrichten darf, wird von einem internationalen Entscheidungskomitee im Oktober dieses Jahres in Montreal (Kanada) bekannt gegeben.

Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Deutschland ist Vorreiter für die Mobilität 4.0. Die Logistik- und Wirtschaftsmetropole Hamburg leistet dafür einen wichtigen Beitrag – mit innovativen Transport-Technologien, einem führenden Seehafen und einem leistungs­fähigen Verkehrsnetz. Hamburg ist daher der ideale Austragungsort für den ITS-Weltkongress 2021.“

Frank Horch, Hamburgs Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, unterstreicht die Chancen der Bewerbung: „Wir wollen in den nächsten Jahren Deutschlands Modellstadt für intelligente Mobilität und Logistik werden. Der Einsatz von modernsten Technologien und breit gefächertem Know-how wird den Verkehr für die Bürgerinnen und Bürger zugänglicher, sicherer, effizienter und umweltfreundlicher machen. Die Ausrichtung des ITS-Weltkongresses bietet die Chance, unsere Innovationskraft der Welt zu präsentieren.“

Hamburg bewirbt sich mit umfassenden, wegen der Wettbewerbssituation nicht-öffentlichen Unter­lagen, dem sogenannten „Bid Book“, um die Ausrichtung des Weltkongresses, der alle drei Jahre in Europa stattfindet und in der Zwischenzeit in Amerika und Asien gastiert. Über 10.000 Gäste besuchen jedes Jahr das Konferenzprogramm und die begleitende Ausstellung, nehmen an Live-Demonstrationen teil und tauschen sich zu neuesten Entwicklungen im Themenfeld Intelligenter Transportsysteme und -dienste aus. Um die Innovationsfreude der Hamburger Bewerbung zu demonstrieren, wurden die Bewerbungsunterlagen heute mit einem Zustellroboter bei ERTICO in Brüssel übergeben. Die Art der Zustellung zeigt, wie die Megatrends Digitalisierung, Automatisierung und Autonomisierung zunehmend in der Verkehrs- und Logistikbranche an Bedeutung gewinnen. Vor diesem Hintergrund testet der Logistikdienstleister Hermes derzeit einen autonom fahrenden Zustellroboter für Pakete in Hamburg.

Senator Horch hatte die Bewerbung Hamburgs um die Ausrichtung des Kongresses bereits im Oktober 2015 angekündigt, der Senat hat im April 2016 die „ITS-Strategie für Hamburg“ beschlossen. Im September unterzeichnete Bundesverkehrsminister Dobrindt im Hamburger Rathaus eine Unterstützungsvereinbarung für die Hamburger Kandidatur. Beim Weltkongress im Oktober präsentierte sich Hamburg mit einem Stand und zwei Projekten zur Baustellenkoordination und einem Hafenprojekt im Bereich Fahrzeug /Infrastruktur-Kommunikation.

Quelle und Foto: BWVI




Wettbewerbsfähigkeit der Schiene verbessern

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Eigentlich sind sich alle einig: Es müssen mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Da die Fakten allerdings anders aussehen, hat das Verkehrsministerium jetzt ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Stärkung des Schienengüterverkehrs entwickelt.

In einer Expertenrunde mit Vertretern von Unternehmen, Logistikern, Verladern und Kunden der Schienengüterverkehrsbranche hat Verkehrsminister Michael Groschek eine vom Ministerium Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr in Auftrag gegebene Studie zum Thema vorgestellt. „Angesichts des Verkehrsinfarkts auf unseren Straßen und der damit verbundenen Luftbelastung müssen die Rahmenbedingungen insbesondere durch den Bund verbessert und der Schienengüterverkehr wieder zu einer echten Alternative zu Lkw-Transporten gemacht werden“, sagte Groschek. „Die Schienenbranche braucht dringend Impulse, um wieder wettbewerbsfähiger zu werden. Dazu gehören vor allem die Senkung der Trassenpreise sowie die Entlastung bei den Energiekosten.“

Die Veranstaltung war die zweite in diesem Kreis. Bereits im Juni 2016 hatten sich die Experten auf Einladung von Minister Groschek über Möglichkeiten einer Verlagerung weiterer Güter von der Straße auf die Schiene ausgetauscht. Anfang Mai 2017 wird es eine Fortsetzung geben. „Es ist richtig und wichtig, die verschiedenen Akteure der Branche an einen Tisch zu bringen, um ein gemeinsames Verständnis für die wesentlichen Hemmnisse und Chancen zu entwickeln“, so Groschek. „Die Handlungs- und Maßnahmenfelder sind vielschichtig – ein Patentrezept gibt es nicht.“

Die Expertenrunde im Jahr 2016 war der Auslöser für die Studie mit dem Ziel, konkrete Empfehlungen zu entwickeln. Einer der Hauptpunkte ist die Stärkung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit der Unternehmen, indem die Kosten für Trassen und Energie gesenkt werden. Außerdem soll die Leistungsfähigkeit der Schieneninfrastruktur gesteigert werden. Die Qualifizierung der Beschäftigten im Schienengüterverkehr sollte verbessert und eine Kommunikationsplattform zum Austausch zwischen Verladern, Handel und Industrie eingerichtet werden.

Die Forderungen werden jetzt dem Bund übermittelt, der die genannten Punkte aufgreifen soll. Außerdem ist eine entsprechende Beschlussvorlage für die Verkehrsministerkonferenz formuliert worden. „Mit dem Ergebnis der Studie haben wir das Werkzeug, den Boden für eine nachhaltige Stärkung des Schienengüterverkehrs zu bereiten“, sagte Groschek. „Wir werden die notwendigen Maßnahmen im Kreis der Länder und mit dem Bund erörtern. Die Branche werden wir zu mehr Kooperationen und Projekten auch auf Landesebene ermutigen.“  

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Quelle: MBWSV, Foto: Tanja Pickartz