Verkehrssteuerung schon im nächsten Jahr

Deutschlands größter Universalhafen verfügt über 75 Terminals, an denen jährlich 18.000 See- und Binnenschiffe abgefertigt werden. Für die Elb- und Hafenlotsen ist die in den vergangenen zehn Jahren um 65 Prozent gestiegene Zahl der Anläufe von sogenannten AGF (Außergewöhnlich Große Fahrzeuge) eine Herausforderung.

Waren es 2008 noch knapp 600 besonders große Schiffe, die in Hamburg festmachten, sind es mittlerweile mehr als 1000. AGF sind Schiffe mit mehr als 330 Meter Länge oder einer Breite von mehr als 45 Meter. Sie sind auf der 120 Kilometer langen Elberevierfahrt zwischen Elbmündung und Hamburger Hafengrenze zahlreichen Restriktionen unterworfen, die es genau zu beachten gilt. Denn die größte Sicherheit ist auch nach Auffassung des Hamburger Hafenkapitäns Jörg Pollmann bei einer steigenden Zahl an zu regelnden Verkehrssituationen nur durch eine mit allen Verkehrsbeteiligten abgestimmte vorausschauende Ablaufsteuerung erreichbar. Ein weiterer Ausbau der Kooperation zwischen den für die Verkehrssteuerung Verantwortlichen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, der Hamburg Port Authority (HPA), den Elb- und Hafenlotsen sowie des Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC) soll künftig Schiffe und die Lotsenstation in der Deutschen Bucht frühzeitig in den mobilen Datenverkehr einbeziehen. Für Pollmann wird durch den zunehmend digital gesteuerten Hafenverkehr am Ende ein „Port Traffic Center“ den Datenfluss und die intelligente Vernetzung aller Verkehrsträger und Verkehrsströme unter Berücksichtigung der Infrastruktur und logistischer Abläufe leisten.

Die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe wird bereits im Laufe des nächsten Jahres durch eine Verbreiterung der Fahrrinnen um 20 Meter zwischen Störbogen und Wedel mehr Kapazität für besonders große Schiffe und eine Erleichterung für die Verkehrssteuerung im Zu- und Ablaufverkehr von Deutschlands größtem Universalhafen bringen. Eine insgesamt sieben Kilometer lange und 385 Meter breite Begegnungsbox zwischen Wedel und Wittenbergen beendet dann nach Fertigstellung Ende 2019 den „Einbahnstraßenverkehr“ für Schiffe mit einer addierten Gesamtbreite von mehr als 90 Meter. Damit können dann rechnerisch pro Jahr 2.800 besonders große Schiffe den Hamburger Hafen erreichen. Das sind mehr als doppelt so viele wie heute.

Um auch auf weitere Schiffsgrößenentwicklungen vorbereitet zu sein, erarbeiten die HPA und Lotsen gemeinsam mit Reedereien Simulationsstudien, um zum Beispiel für Containerschiffe mit 23.000 TEU Kapazität die Manövriereigenschaften zu untersuchen. In den Simulationsstudien wird das Anlaufen der Schiffe in den Hamburger Hafen im Simulator nachempfunden. Aus diesen Simulationsstudien ziehen alle an der Verkehrssteuerung Beteiligten, Reeder und Terminals wichtige Erkenntnisse. Den Abschluss der Fahrrinnenanpassung erwartet die Hamburger Hafenwirtschaft im Sommer 2021.

Für eine optimierte Passageplanung besonders großer Schiffe der AGF-Klasse, zu denen neben Containerschiffen auch Massengutfrachter und Kreuzfahrtschiffe gehören, sorgt seit 2015 unter dem Namen HVCC das Hamburg Vessel Coordination Center. Das von den Terminalbetreibern EUROGATE und HHLA gegründete Unternehmen übernimmt als Nautische Terminal Koordination (NTK) neben der betrieblichen Koordinierung von Großschiffen in der Zu- und Abgangsplanung auch als Feeder Logistik Zentrale (FLZ) die Rotationsplanung, Zulaufsteuerung und Stauplanung von Feeder- und Binnenschiffen im Hamburger Hafen. Über die HVCC Datenplattform erhalten zum Beispiel alle Partner-Reeder Inbound-Passagepläne ab Ankunft in einem Vorhafen wie Southampton. Durch die exakte Zeitplanung kann die Geschwindigkeit des Schiffs für die Elbfahrt und Ankunft am Terminal in Hamburg optimal bestimmt werden. So bringt eine Reduzierung der Schiffsgeschwindigkeit von 18 auf 14 Knoten bei einer Fahrtstrecke Rotterdam – Hamburg von 220 nautischen Meilen eine Bunkerersparnis von 22 Tonnen und führt zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 66 Tonnen. Die von HVCC zur Verfügung gestellten Informationen beinhalten auch die Outbound-Passagepläne für einen optimierten Transit ab Hamburg in den nächsten Hafen. Im Jahr 2017 wurden bereits mehr als 3.000 Schiffe im Zu- und Ablaufverkehr des Hamburger Hafens von HVCC betreut. In die Abstimmung sind andere Häfen, die Terminals in Hamburg und die kooperierenden Reeder einbezogen.

Die beiden Vorstände von Hafen Hamburg Marketing, Ingo Egloff und Axel Mattern, begrüßen die Bereitschaft aller an der Verkehrssteuerung beteiligten Institutionen und Unternehmen, den Daten- und Informationsaustausch untereinander weiter auszubauen. „Wichtig ist, dass die Fahrrinnenanpassung jetzt zügig umgesetzt wird und es für die Schifffahrt und Hafenkunden schnell zu spürbaren Erleichterungen bei der Erreichbarkeit des Hamburger Hafens bereits im kommenden Jahr kommt“, sagt Mattern. Auch die Vertiefung um rund einen Meter ist nach erfolgter Umsetzung ein großer Gewinn für den Hafen. So können Containerschiffe künftig rund 1.300 TEU mehr als Ladung nach Hamburg bringen und aus dem Hafen mitnehmen. „Darauf warten unsere Hafenkunden in der ganzen Welt“, ergänzt Vorstandskollege Egloff. Für die beiden Hafenexperten zeichnet sich durch den lange erwarteten Beginn der Fahrrinnenanpassung jetzt ein positiver Stimmungsumschwung bei Hafenkunden im In- und Ausland ab. Den wollen Hamburgs Hafenwerber mit Schwung in das neue Jahr mitnehmen.

Quelle: HHM, Foto: Hapag-LLoyd




10 Jahre Verkehrsonderneming

Die Organisation Verkeersonderneming feierte jetzt ihr zehnjähriges Bestehen. Diese Kooperation zwischen unter anderem der obersten Straßen- und Wasserbaubehörde der Niederlande (Rijkswaterstaat), der Stadt Rotterdam und dem Hafenbetrieb Rotterdam begann 2008 mit dem Ziel, die Erreichbarkeit des Hafens während der Erweiterung der Autobahn A15 zu gewährleisten. Derzeit richtet sich die Organisation auf die Erreichbarkeit des Großraums Rotterdam.

Vorstandsmitglied Ronald Paul beglückwünschte die Organisation ebenfalls im Namen des Hafenbetriebs Rotterdam. Eigentlich war es für ihn nicht der richtige Zeitpunkt zum Feiern. „Es wird immer voller und hektischer. Wir müssen den Verkehr wirklich noch besser verteilen. Sonst geht der morgendliche Stoßverkehr bald in den abendlichen über.

Die Verkeersonderneming hat in den vergangenen zehn Jahren die unterschiedlichsten Projekte durchgeführt – von Fahrradvorschriften und Belohnungsprojekten bis hin zu bereitstehenden Bergungsteams in der Hauptverkehrszeit und der Verstärkung von Netzwerken für Fahrräder und den öffentlichen Verkehr. Die letzte Großtat war letzten Monat die Einführung der Verkehrs-Apps Flitsmeister, Locatienet und SD-Insights, um so noch mehr Einblick in das Fahrverhalten zu bekommen.

Dies alles führte im Laufe von zehn Jahren zu ungefähr 40.000-maligem Vermeiden der Stoßzeiten.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 




Hafenbahn auf Rekordniveau

Mit 34,8 Millionen Tonnen transportierter Güter konnte die Hamburger Hafenbahn ihr Ladungsvolumen in den ersten drei Quartalen 2018 weiter deutlich steigern. Im Bereich des Containerverkehrs wurden erneut Rekordwerte verbucht.

So wuchsen die Containerverkehre auf der Schiene im Hamburger Hafen seit Jahresbeginn um 4,3%. Mit rund 625.000 auf der Hafenbahn transportierten Standardcontainern (TEU) wurde im 3. Quartal 2018 ein Rekordergebnis im Containerverkehr erzielt. Für das Gesamtjahr 2018 erwartet die Hamburg Port Authority (HPA) erstmals den Wert von mehr als 2,4 Millionen transportierter TEU.

Die Bedeutung des Schienenverkehrs im Warentransport konnte damit weiter ausgebaut werden. Der Modal-Split-Anteil der Hafenbahn an den Containerhinterlandverkehren, der die Verteilung der transportierten Güter auf die Verkehrsmittel angibt, wurde durch diese positive Entwicklung auf 44,9% in den ersten drei Quartalen gesteigert. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert bei 42,5%.

„Bereits 2017 wurden über Hamburg 2,33 Millionen TEU im Schienenhinterlandverkehr transportiert, so viel wie in keinem anderen europäischen Hafen“, sagt Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. „Diese Zahl ist wirklich beeindruckend, wenn man sich vor Augen führt, dass in Hamburg fast so viele Container per Bahn transportiert wurden, wie in Rotterdam, Antwerpen und Bremen zusammen. Dies zeigt die internationale Bedeutung der traditionsreichen Hafenbahn und macht den Hafen der Hansestadt zum Eisenbahnknoten Nummer 1 in Europa.“

„Ein wesentlicher Schlüssel für den Erfolg der Hafenbahn ist die kontinuierlich gesteigerte Effizienz. So ist die durchschnittliche Auslastung der auf den Gleisen der Hafenbahn verkehrenden Züge mit 74 Standardcontainern pro Zug in diesem Jahr auf ein neues Rekordniveau gestiegen“, sagt Jens Meier, CEO der HPA. „Die hervorragenden Verkehrsmengen und Effizienzen auf unserer Hafenbahn unterstreicht die Stellung Hamburgs als wichtigster Eisenbahnhafen Europas. Gleichzeitig wird auf diese Weise aber auch ein wichtiger Beitrag geleistet, um Umwelt und Straßen in Hamburg weiter zu entlasten.“

Die zunehmende Effizienz lässt sich auch an der wachsenden Zahl der Waggons ablesen. 2018 ist die durchschnittliche Zuglänge im Bereich des Hafens von 609 auf 620 Meter angestiegen. Auch der Anteil der mit über 700 Metern besonders langen Züge hat im Containerverkehr gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Er liegt jetzt bei 14 Prozent. Im Vorjahr machten diese Züge elf Prozent der Fahrten aus.

Positiv hervorzuheben ist neben dem steigenden Containerverkehr auf der Schiene auch der zunehmende Transport von Baustoffen direkt zu Baustellen im Hafen. Nicht zuletzt durch die Akquirierung von Neuverkehren über das von der HPA betriebene Freiladegleis Roß konnten die per Bahn transportierten Mengen in diesem Segment deutlich gegenüber dem Vorjahr verbessert werden. Baustofftransporte per Eisenbahn sind geeignetes Mittel um das Ziel zur Reduzierung von Lkw-Verkehren zu unterstützen.

Die HPA will auch in Zukunft die Effizienz der Hafenbahn weiter steigern. Dies wird unter anderem durch die konsequente Trennung der Lkw- und Bahnverkehre an der Retheklapp- und der Kattwykbrücke erreicht. Aber auch mithilfe innovativer Technik sollen die Züge auf der Hafenbahn noch wirtschaftlicher rollen. So steht nach einer umfangreichen Testphase das Rail Data Gate im Hafen kurz vor der Einführung. Zwischen Hausbruch und dem Hafenbahnhof Alte Süderelbe hat die HPA dazu an zwei Standorten voll automatische Detektoren installiert. Sie liefern Echtzeit-Informationen unter anderem über das Gewicht der Waggons, falsche Wagenreihungen, überladene Wagen – und erkennen rechtzeitig gefährliche Flachstellen an den Rädern der Waggons. „Diese Daten ermöglichen uns einen noch besseren und effizienteren Bahnbetrieb im Hafen“, sagt Harald Kreft, Head of Railway Infrastructure bei der HPA. „Aber auch die anderen Stakeholder der Bahnlogistik und der maritimen Wirtschaft können von den zusätzlich bereitgestellten Informationen bei der Planung und Disposition ihrer Verkehre profitieren.“

Hafenbahn – Zahlen und Fakten

  • Der Hamburger Hafen ist Europas größter Güterbahnumschlagplatz mit mehr als 1.200 Zügen pro Woche.
  • Die Hafenbahn verfügt über rund 300 Schienenkilometer im Hafengebiet.
  • In Hamburg wurden 2017 fast so viele Container per Bahn transportiert (2,3 Mio TEU) wie in Rotterdam (915.000 TEU), Antwerpen (476.000 TEU) und BremenPorts (1,13 Mio TEU) zusammen (zusammen: 2,525 Mio TEU).
  • Die Gleise der Hafenbahn werden derzeit von rund 140 Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) genutzt.
  • Die Hamburger Hafenbahn besteht seit 1866.

Quelle: Hamburg Port Authority AöR, Foto: HHM / Etta Weiner, Harald Kreft, Leiter der Hamburger Hafenbahn, Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, und Jens Meier, CEO der HPA (v.l.)




Raum für Wachstum in Rotterdam

Kürzlich wurde ein wohldurchdachter Umzugsplan im Waalhaven unterzeichnet. In den kommenden dreieinhalb Jahren verändern 12 Hektar Gewerbegelände und 1.155 Meter Kais ihren Nutzer.

Darüber hinaus werden die Gelände und die Hafeninfrastruktur vom Hafenbetrieb Rotterdam renoviert. Das alles erfolgt, um dem Stückgutsektor in Rotterdam einen zusätzlichen Wachstumsimpuls zu geben.

„Mit dieser gemeinsam mit den beteiligen Unternehmen sorgfältig und langfristig vorbereiteten Operation zeigen wir, dass wir dem Stückgutsektor in Rotterdam freie Bahn geben“, meint Emile Hoogsteden, Geschäftsführer für den Bereich Container, Massenstückgut und Logistik des Hafenbetriebs Rotterdam. „Es handelt sich dabei vor allem um Schwergutladungen, Projektladungen, Stahl und Nichteisenmetalle. Rotterdam ist in diesem Bereich bereits aufgrund seiner einzigartigen Lage, der Verbindung mit Containerlogistik und der wachsenden Anzahl der Linienverbindungen für Stückgut und Schwergut gut positioniert. Die Investition, die diese Unternehmen und der Hafenbetrieb jetzt tätigen werden, wird die Entwicklung von Rotterdam zu der absoluten Stückgut-Drehscheibe von Europa zusätzlich stimulieren.“

Sieben Verschiebeoperationen

Die Neuentwicklung kann beginnen, da das Empty Depot MRS vom Waalhaven zum Shortsea-Cluster im Eemhaven umgezogen ist. Dieser Umzug, zusammen mit sieben weiteren Verschiebeoperationen, schafft für vier renommierte Stückgutunternehmen den Raum, um sich zu modernisieren und rundum weiterzuentwickeln.

Vier renommierte Stückgutunternehmen

Die betreffenden vier Stückgutunternehmen sind Metaal Transport (Nichteisenmetalle und Stahl), Broekman Project Services (Schwergutladungen, Projektladungen und Offshore), J.C. Meijers (Mehrzweck-Terminal) und RHB/Rotterdams Havenbedrijf (Spezialist Schwergutladungen und Projektladungen). Mit diesen Partnern wurden verschiedene Vergabeverträge und Absichtserklärungen unterzeichnet.

„Viel effizienter“

“Momentan haben wir eine Niederlassung am Heijplaatweg und am Waalhaven Noordzijde”, sagt Willem-Jan de Geus, der Geschäftsführer von Metaal Transport. „Darüber hinaus mieten wir schon seit Jahren diverse Lagerhallen im ganzen Hafengebiet, um die Nachfrage befriedigen zu können. Mit dem neuen Stück Gelände von 90.000 Quadratmetern am Droogdokweg können wir konzentrierter und viel effizienter operieren.“ Metaal Transport behält den Standort am Heijplaatweg inklusive der Büroräume und realisiert am neuen Standort eine Lagerhalle von 25.000 Quadratmetern.

Über Metaal Transport

Metaal Transport ist seit 1964 im Bereich Umschlag von Nichteisenmetallen und Stahlprodukten tätig und regelt die letztendliche Distribution in Richtung Empfänger.
Die Firma arbeitet sowohl für Hersteller und Handelshäuser als auch für Abnehmer und ist LME-zertifiziert (London Metal Exchange). Die Produkte werden sowohl auf dem Wasserweg wie auch über die Straße und Schiene an- und abtransportiert.

Über J.C. Meijers

J.C. Meijers ist seit beinahe neunzig Jahren als Stauerdienstleister und Spediteur in Rotterdam tätig. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über Kapazitäten für Güterlagerung. Der Fokus liegt hier auf dem konventionellen Stückgut aller Art, z. B. Paletten, Bündel, Fässer, Fahrzeuge, Kisten und Projektladungen in Kombination mit Schwergut.

Über Broekman Logistics

Broekman Logistics bietet weltweit maßgeschneiderte Full-Service-Logistiklösungen. Das 1960 gegründete Unternehmen ist auf See-, Straßen-, Schienen-, Luft- und Multimodaltransporte spezialisiert. Der Hauptsitz von Broekman Logistics befindet sich in Rotterdam. Darüber hinaus arbeiten ungefähr 800 Mitarbeiter in den Niederlassungen in Belgien, Tschechien, Polen, Indien, Singapur und China.

Über RHB Stevedoring & Warehousing

RHB ist ein unabhängiges Stauerterminal, welches auf die Abfertigung von Projektfracht, Schwergutladung, Stückgut und Offshore-Ladung sowie auf die Lagerung dieser Arten von Fracht inklusive IMO spezialisiert ist. Das 1930 gegründete Unternehmen verfügt über eigene 208 Tonnen-Hafenkräne und nutzt treibende Kräne mit einer Kapazität bis zu 1.800 Tonnen.

Quelle Port of Rotterdam, Foto: Marc Nolte,v.l.n.r.: Rik Pek (Geschäftsführer Broekman Logistics); Emile Hoogsteden (Geschäftsführer Bereich Container, Stückgut & Logistik des Hafenbetriebs Rotterdam); Willem-Jan de Geus (Geschäftsführer Metaaltransport) und Peter van der Pluijm (Geschäftsführer RHB). 




Hamburg besuchte Greater Bay Area in Südchina

Die Metropolregion des Perlflussdeltas wurde jetzt von einer Delegation aus Vertretern der Hamburger Hafenwirtschaft und Politik besucht. Delegationsteilnehmer waren unter anderem Dr. Torsten Sevecke, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) der Freien und Hansestadt Hamburg, Matthias Grabe, Geschäftsführer und Chief Technical Officer der Hamburg Port Authority (HPA), Dr. Rolf Strittmatter, Geschäftsführer von Hamburg Invest sowie Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing (HHM).

Auch Mitglieder von Hafen Hamburg Marketing e.V. waren unter den Teilnehmern (UNIKAI Lagerei- und Speditionsgesellschaft mbH, MSC Germany SA & Co. KG, MSC Germany SA & Co. KG, Nord Event GmbH und Eurosib SPb-Transportation Systems). Anne Thiesen, die die HHM-Repräsentanz in Hongkong leitet und das Besuchsprogramm organisiert hatte, begleitete die Delegation.

Im Fokus der Reise standen Hong Kongs Rolle im Handelsgefüge Asiens und der Welt, die „Belt and Road Initiative“ der Chinesischen Regierung, sowie die verschiedenen Infrastrukturprojekte der Region des Perlflussdeltas, die diese zusammenwachsen lassen soll. Eine der zentralen Veranstaltungen der Woche war der Hafenabend, zu dem Hafen Hamburg Marketing nunmehr zum 8. Mal in Folge in Hongkong geladen hatte und der bei den 130 Gästen großen Anklang fand. Hamburg Invest präsentierte sich aus diesem Anlass als Co-Gastgeber der Veranstaltung. Der Hamburger Hafen war mit dieser Veranstaltung zugleich der einzige nicht-chinesische Hafen, der die „Hong KongMaritime Week“ nutzte, um einen eigenen Event auszurichten.

„Das Perflussdelta ist eins der Wirtschaftszentren Chinas und das Zusammenwachsen zur Greater Bay Area wird die Bedeutung noch vergrößern. Es ist uns daher ein Anliegen, den leistungsfähigen und zuverlässigen Hamburger Hafen hier zu präsentieren und bestehende Beziehungen weiter zu vertiefen. Die traditionell sehr guten seeseitigen Verbindungen zwischen Hamburg und China werden inzwischen von 235 wöchentlich angebotenen Zugverbindungen ergänzt, was Hamburg zu dem Europäischen Hub auf der Neuen Seidenstraße macht“, so Axel Mattern über den Hafenabend in Hongkong.

Der Besuch der „Asia Logistics and Maritime Conference“ (ALMC) und Termine mit Generalkonsul Dieter Lamlé sowie Dr. Raymond So, Under Secretary for Transport and Housing der Hongkonger Stadtregierung vertieften das Wissen über die Region weiter. Im Hinblick auf künftige Projekte in der Hansestadt waren die Besuche der kürzlich eingeweihten Hong Kong-Macau-Zuhai Bridge (HMZB), des sich im Bau befindenden Tun Mun Tunnels und des Kreuzfahrtterminals Kai Tak von besonderem Interesse in Hongkong.

Die Delegationsteilnehmer besuchten anschließend in Shenzhen sowohl verschiedene High-Tech-Unternehmen, die ihr Knowhow in den Bereichen IT und Innovation (etwa Big Data Processing) eindrucksvoll demonstrierten, als auch das von China Merchants betriebene Kreuzfahrtterminal. Die BWVI nutzte den High-Tech-Standort Shenzhen außerdem, um auf den ITS World Congress 2021 in Hamburg aufmerksam zu machen.

Ein Besuch bei der Guangzhou Port Authority, der auch die Besichtigung des Containerterminals Nansha und eines Kreuzfahrtterminal-Projekts beinhaltete, bildete den Abschluss der mit vielen nachhaltigen Eindrücken verbundenen Delegationsreise.

Quelle und Foto: HHM, v.l.n.r.: SF Wong, HKSAR Government, Director Marine (Acting); Dr. Torsten Sevecke, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation; Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.; Dieter Lamlé, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Hongkong; Anne Thiesen, Repräsentantin Hafen Hamburg für Hongkong, Südchina und Südostasien




Vorvertrag für Distripark Maasvlakte West

Die Busan Port Authority und der Hafenbetrieb Rotterdam haben einen Vorvertrag für die Übergabe eines fünf bis zehn Hektar großen Grundstücks auf dem Gelände des Distripark Maasvlakte West unterzeichnet. Dies ist der zweite Vorvertrag, der in einem kurzen Zeitraum für diesen Distributionsstandort unterzeichnet wird.

Die Busan Port Authority will auf dem Gelände des Distripark Maasvlakte West ein nachhaltiges Lager entwickeln, das von unterschiedlichen, vor allem jedoch koreanischen Dienstleistern, genutzt werden kann. Gemeinsam mit dem zu einem früheren Zeitpunkt unterzeichneten Vertrag bedeutet dies, dass inzwischen Reservierungen für 15 bis 20 Hektar der insgesamt zur Verfügung stehenden 100 Hektar vorliegen.

Das große Interesse am einzig verfügbaren, so genannten „Greenfield“-Standort im Rotterdamer Hafen erklärt Maarten de Wijs, Business Manager Distribution and Warehousing des Hafenbetriebs Rotterdam mit der günstigen Lage des Geländes. „Das Gelände ist multimodal über die Straße, die Schiene und das Wasser erschlossen und befindet sich nur einen Steinwurf von sehr häufig verkehrenden Deepsea- und Shortsea-Verbindungen entfernt. Zudem liegt der Distripark sehr günstig hinsichtlich der niederländischen Autobahn A15, des Lkw-Parkplatzes Maasvlakte Plaza, des vorhandenen Distriparks Maasvlakte und der Güterzuglinie zwischen der Maasvlakte und dem europäischen Hinterland.“

Der noch verfügbare Teil des Distriparks Maasvlakte kann in Grundstücken diverser Größenordnungen vergeben werden. Alles in allem eignet sich, nach Aussage von Herrn De Wijs, der Distripark Maasvlakte West bestens zur Entwicklung von Distributionseinrichtungen in großem Maßstab, zumal auch für die Bauhöhe keine Einschränkungen gelten. „Ich sehe insbesondere gute Möglichkeiten für den Chemiesektor, die Lagerung von Kühl- und Gefriergut sowie für die Distribution hochwertiger Waren.“

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Steigende Qualität der Güterverkehrskorridore

Der Hafenbetrieb Rotterdam, der niederländische Staat und vier Provinzen haben Vereinbarungen darüber getroffen, entlang der beiden wichtigsten Güterverkehrskorridore nach Deutschland mehr sichere Parkplätze und mehr Versorgungsstandorte für saubere Energie anzulegen.

Hierzu haben die Ministerin für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, Deputierte (Vertreter der Provinzregierungen) von Südholland, Nordbrabant, Gelderland und Limburg sowie der COO des Rotterdamer Hafenbetriebs Ronald Paul eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Gemeinsam wollen sie versuchen, möglichst reibungslose Güter- und Verkehrsströme zu gewährleisten, insbesondere zwischen dem Raum Rotterdam und dem deutschen Hinterland. Das Ziel besteht darin, ein zügiges, zuverlässiges, robustes, sicheres und nachhaltiges Transportsystem zu realisieren. Die Verkehrskorridore tragen zum Wirtschaftswachstum bei und verbessern zugleich die Lebensqualität entlang der wichtigsten Verkehrsverbindungen mit dem deutschen Hinterland: des Korridors Ost (Straßengüterverkehr über die A15, Binnenschifffahrt über die Waal, Schienengüterverkehr über die Betuweroute) und des Korridors Südost (Rotterdam–Moerdijk–Tilburg–Venlo).

An diesen Verkehrskorridoren herrscht ein Mangel an sicheren Parkplätzen, vor allem für Lastkraftwagen. Der Staat und die Provinzen unterstützen die Verbesserung dieser Situation, indem sie zusammenarbeiten und erforderlichenfalls die Realisierung von 700 bis 900 neuen Parkplätzen finanziell zu unterstützen. Der Lkw-Parkplatz „Maasvlakte Plaza“ im Rotterdamer Hafen gilt dabei als Modell für den Ausbau in Richtung Osten. Die Entscheidungen über die endgültigen Standorte der Parkplätze werden von den Kommunalbehörden getroffen. Für die tatsächliche Realisierung und den Betrieb der Lkw-Parkplätze zeichnen Investoren und Parkplatzbetreiber verantwortlich.

Die Realisierung umweltfreundlicher Verkehrskorridore erfordert natürlich auch die Reduzierung des Dieselverbrauchs im Güterverkehr. Zur Verringerung der Emissionen von CO2, Feinstaub und Lärm wird ein Netz von Tankstellen für nachhaltige Kraftstoffe und andere Energieträger für den Güterkraftverkehr und die Binnenschifffahrt eingerichtet. Die Entwicklung solcher Versorgungsstandorte für saubere Energie passt zur Strategie des Hafenbetriebs Rotterdam, als Betreiber des größten europäischen Hafens eine Vorreiterrolle in der Energiewende Europas zu spielen.

Die Unterzeichner der Verwaltungsvereinbarung zum Mehrjahresprogramm Infrastruktur, Raumordnung und Transport (MIRT) über Güterverkehrskorridore: Cora van Nieuwenhuizen (Ministerin für Infrastruktur und Wasserwirtschaft), Stientje van Veldhoven (Staatssekretärin für Infrastruktur und Wasserwirtschaft), Conny Bieze (Deputierte für Mobilität, Umweltgenehmigungen, Aufsicht und Rechtsdurchsetzung, Provinz Gelderland), Christophe van der Maat (Deputierter für Mobilität und Zusammenarbeit, Provinz Nordbrabant), Hubert Mackus (Deputierter für Umwelt, Landwirtschaft, Infrastruktur, Schienenverkehr und Denkmalschutz, Provinz Limburg), Floor Vermeulen (Deputierter für Verkehr und Transport, Provinz Südholland), Nelly Kalfs (Leitende Ingenieurin in der obersten niederländischen Straßen- und Wasserbaubehörde Rijkswaterstaat).

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, Conny Bieze (Deputierte für Mobilität, Umweltgenehmigungen, Aufsicht und Rechtsdurchsetzung, Provinz Gelderland), Floor Vermeulen (Deputierter für Verkehr und Transport, Provinz Südholland), Cora van Nieuwenhuizen (Ministerin für Infrastruktur und Wasserwirtschaft), Hubert Mackus (Deputierter für Umwelt, Landwirtschaft, Infrastruktur, Schienenverkehr und Denkmalschutz, Provinz Limburg), Christophe van der Maat (Deputierter für Mobilität und Zusammenarbeit, Provinz Nordbrabant), Ronald Paul (COO des Rotterdamer Hafenbetriebs)




Bessere Erreichbarkeit der Maasvlakte 2

Auf der Maasvlakte 2 wurde jetzt die Brücke Prinses Amaliaviaduct offiziell in Betrieb genommen. Es handelt sich um eine nicht ebenerdige Kreuzung, mit der in den nächsten Jahren eine gute Erreichbarkeit der neuen Containerterminals gewährleistet wird. Das Unternehmen Boskalis Nederland BV begann 2017 mit dem Bau der Brücke, die insgesamt 38 Mio. Euro gekostet hat.

„Im Hafen bauen wir zur Vermeidung von Verkehrsstaus. Die Brücke Prinses Amaliaviaduct ermöglicht eine sog. zukunftsbeständige Erreichbarkeit der Containerterminals am Amaliahaven und im südlichen Teil der Maasvlakte 2”, so Ronald Paul, COO des Hafenbetriebs, der die Brücke gemeinsam mit Johan van der Hoek, dem Geschäftsführer von Boskalis Nederland, eröffnete.
Mit der Brücke wird der Durchfluss auf dem Maasvlakteweg erheblich verbessert. So wurde die Straße über eine Länge von 5 km von 2×1 Fahrstreifen auf 2×2 Fahrstreifen und eine Standspur auf beiden Seiten verbreitert. An der Brücke kommen mehrere Straßen zusammen, und zwar der Maasvlakteweg, der Prinses Máximaweg, der Maasvlakteboulevard und der Amoerweg. Außerdem kreuzen sich die Bahnlinie, der Leitungsstreifen und auch die künftige Container Exchange Route (CER) hier an der ebenerdigen Kreuzung.

Der Bau der Brücke ist das erste Großprojekt, bei dem Beaumix zum Einsatz kam. Dies ist ein neues sauber gewaschenes Material aus dem Müllverbrennungsofen als Ersatz für Sand. 230.000 t ehemaliger Abfall wurden für die Brücke Prinses Amaliaviaduct wiederverwendet.

Die Brücke Prinses Amaliaviaduct ersetzt eine ebenerdige Kreuzung und ist eher auf dem Maasvlakteweg als an der alten Kreuzung zu finden (siehe Abbildung). Containerverkehr (Häfen 8800-9000) und Strandbesucher müssen also darauf achten, dass sie an der Brücke die richtige Ausfahrt nehmen.

Quelle und Grafik: Port of Rotterdam, Foto: Danny Cornelissen




Hafenbetrieb gewinnt ESPO Award 2018

Der Hafenbetrieb Rotterdam hat den ESPO Award 2018 gewonnen. Die European Sea Ports Organisation war der Meinung, dass der Hafenbetrieb das beste Programm zur Gestaltung des Hafens als attraktive Arbeitsumgebung für jeden hat.

ESPO bewertete positiv, wie in Rotterdam die Verbindung zwischen Hafen, Stadt und Region in den Bereichen Arbeitsmarkt, guten Arbeitsbedingungen und der Beziehung zwischen Bildung und Wirtschaft gesucht wird. Im Finale behauptete sich Rotterdam gegen den North Sea Port (Vlissingen-Gent), den Port of Tallinn und die Associated British Ports.

„Die Jury ist insbesondere von der strategischen Perspektive, dem Engagement und der Investition des Hafenbetriebs Rotterdam in die zukunftsbeständige Gestaltung des Hafens beeindruckt“, so der Juryvorsitzende Pat Cox.

Henk de Bruijn, Manager Social & Labour Affairs beim Hafenbetrieb Rotterdam, reagierte erfreut. „Dieser Preis ist für uns die Anerkennung, dass wir mit unserem „People in and around Ports“-Programm auf dem richtigen Weg sind. Ich sehe ihn als zusätzliche Motivation, unsere Bestrebungen im Bereich der sozialen Innovation noch weiterzuentwickeln. Wir hoffen, damit auch als Inspirationsquelle für andere europäische Häfen zu dienen. Letztlich müssen wir doch gemeinsam vorgehen.“

Quelle und Foto: ESPO




Starkes Wachstum im Hinterlanderverkehr

Der Hamburger Hafen bringt in den ersten neun Monaten des Jahres deutlich mehr Ladung auf die Schiene – der Seegüterumschlag bleibt unter dem Vorjahresergebnis: weniger Massengut, leichter Rückgang beim Containerumschlag­ – Anstieg beim konventionellen Stückgut.

Ein deutliches Plus von 4,3 Prozent erreichte in den ersten neun Monaten 2018 im Hamburger Hafen der Containertransport auf der Schiene. Insgesamt 1,8 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) wurden per Eisenbahn zwischen dem Hafen und den KV-Terminals im Binnenland befördert. In den ersten drei Quartalen 2018 konnten somit die Werte aus dem Vorjahr übertroffen werden und liegen sogar über den Rekordwerten aus dem Jahr 2016. Der landseitige Seehafen-Hinterlandverkehr entwickelte sich damit auf der Schiene besonders stark. Dies führte dazu, dass der Anteil des umweltfreundlichen Verkehrsmittels im Modal-Split von 42,5 auf 44,9 Prozent gestiegen ist.

Auch die außerhalb des Seeverkehrs bestehenden direkten Verbindungen per Eisenbahn zwischen China und Hamburg legten 2018 zu. Inzwischen werden wöchentlich 235 Containerzug-Verbindungen zwischen Hamburg und 27 Zielorten in China angeboten. „Die Neue Seidenstraße hat mit Hamburg das Chinazentrum Deutschlands als Start- und Endpunkt. Die Logistikregion Hamburg bietet neben dem weltweit durch mehr als 110 Liniendienste angebundenen Seehafen auch für die Verteilerverkehre per Bahn, Lkw und Binnenschiff sowie die Abfertigung von Luftfracht beste Voraussetzungen“, sagt Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.

Im landseitigen Seehafen-Hinterlandverkehr gingen in den ersten neun Monaten des Jahres insgesamt 4,1 Millionen TEU über die Kaikanten des Hamburger Hafens. Der Rückgang zum Vorjahr ist mit 1,3 Prozent als leicht einzustufen und überwiegend mit rund 54 Prozent auf leere Boxen zurückzuführen. Der Anteil des Hinterland­verkehrs des Hamburger Hafens im Bereich Container steigt in den ersten neun Monaten auf 62,1 Prozent am Gesamtumschlag.

Insgesamt erreichte der Hamburger Hafen in den ersten neun Monaten 2018 einen Gesamtumschlag von 100,8 Millionen Tonnen. Dies entspricht einem moderaten Rückgang von 3,4 Prozent, wobei sich der Rückgang im dritten Quartal weiter abgeschwächt hat. Zum Gesamtergebnis trugen in Hamburg der Stückgutumschlag mit 68,6 Millionen Tonnen (-2,3 Prozent) und der Massengut­umschlag mit 32,2 Millionen Tonnen (-5,6 Prozent) bei. Massengut macht etwa ein Drittel des Gesamtumschlags aus. Der Rückgang begründet sich zu rund 54 Prozent auf diesem Segment, dessen Teilsegmente Sauggut und Flüssigladung marktbedingt abnahmen. Der Greifergutumschlag – mit einem Anteil von rund 55 Prozent (17,6 Millionen Tonnen) größtes Teilsegment – zeigte mit plus 0,3 Prozent ein leichtes Wachstum und blieb damit innerhalb des normalen Schwankungsbereichs.

Sehr erfreulich ist erneut die Entwicklung beim konventionellen Stückgutumschlag. Mit 1,2 Millionen Tonnen und damit einem Plus von 6,6 Prozent setzt sich in den ersten drei Quartalen der bereits im vierten Quartal 2017 begonnene Auf­wärtstrend fort. So hat sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 die Einfuhr von Schwergut um 32,2 Prozent auf 218.000 Tonnen erhöht; die von Metallen hat sich mit +205,2 Prozent verdreifacht (auf 115.000 Tonnen) und die von Kraftfahrzeugen mit +55,0 Prozent (auf 34.000 Tonnen) deutlich zugelegt.

Der Containerumschlag blieb in den ersten neun Monaten 2018 mit 6,6 Millionen TEU (-2,4 Prozent) leicht unter dem Vorjahresergebnis. Dies erklärt sich zu rund 58 Prozent durch weniger umgeschlagene leere Boxen. Insgesamt wurden von Januar bis Oktober 830.000 Leercontainer (TEU) umgeschlagen. Das entspricht einem Rückgang von 10,1 Prozent. Bei den mit Stückgut beladenen Boxen blieb die Umschlagmenge mit 5,8 Millionen TEU (-1,2 Prozent) knapp unter Vorjahresniveau.

„Der Blick auf die Umschlagentwicklung in den ersten neun Monaten zeigt ein weiterhin stabiles Wachstum beim Seehafenhinterlandverkehr auf der Schiene. Mit rund 625.000 TEU war das dritte Quartal das mit Abstand beste Quartal in der Geschichte der Hamburger Hafenbahn. Dagegen sehen wir in der Umschlagentwicklung von beladenen und leeren Containern in den ersten drei Quartalen, dass der Hamburger Hafen weniger Transhipmentladung und hierbei insbesondere weniger Leercontainer umschlägt. Der Anteil beladener Container bleibt in einem harten Wettbewerbsumfeld stabil und wird sich unserer Einschätzung nach erst im kommenden Jahr mit Aufnahme von vier Containerliniendiensten zur US-Ostküste deutlich verbessern“, erläutert Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. „Transhipmentladung im Feederverkehr und leere Container sind im Gegensatz zu der für den regionalen Bereich bestimmten Ladung und beladenen Boxen weniger hafengebunden. Wir hoffen deshalb, dass mit der jetzt begonnenen Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe bald auch eine bessere nautische Erreichbarkeit von Deutschlands führendem Universalhafen hergestellt und damit verbunden auch mehr Ladung in Hamburg umgeschlagen werden kann“, sagt Egloff.

Der Rückgang im Containerumschlag in den ersten neun Monaten konzentriert sich vor allem auf die Europa- und Nordamerikaverkehre, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum -4,4 Prozent und -26,2 Prozent aufwiesen. Positiv entwickelten sich dagegen die Containerverkehre insbesondere mit der Ostküste von Südamerika (+25,7 Prozent), Nordafrika (+22,7 Prozent), Israel (+35,2 Prozent), Türkei (+32,6 Prozent), der Westküste von Nordamerika (+36,9 Prozent), Schweden (+15,8 Prozent), Brasilien (+30,4 Prozent), Taiwan (+9,2 Prozent) und Thailand (+123,6 Prozent).

„Die guten Ergebnisse im Containerverkehr mit diesen Ländern und Regionen gleichen nicht die Rückgänge in den übrigen Fahrtgebieten Europas und Amerikas aus. Wir erwarten im Zusammenhang mit den im nächsten Jahr nach Hamburg kommenden vier neuen Transatlantik-Liniendiensten positive Impulse für den Containerumschlag. Häfen an der US-Ostküste sowie in Mexiko sind durch diese in Hamburg neuen Liniendienste hervorragend angebunden“, sagt Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.

Das werde nach Ansicht von Mattern auch einen Anstieg im Transhipment mit der für Hamburg wichtigen Ostseeregion begünstigen. Der Hamburger Hafen ist verkehrsgeografisch zum einen durch schnelle und kurze Anbindungen die ideale Warendrehscheibe für Güter, die ihren Bestimmungs- oder Ursprungsort in der Metropolregion Hamburg haben und zum anderen aufgrund der kurzen Verbindung durch den Nord-Ostsee-Kanal ein optimaler Umschlagplatz für Transhipmentladung in die Ostseeregion.

Quelle: HHM, Foto: HHM / Annette Krüger