Elbvorland wird Lebensraum für Wasserfenchel

Zeitgleich mit dem Beginn der Arbeiten zur Elbvertiefung beginnt die Umweltbehörde mit ökologischen Ausbaumaßnahmen entlang des Ufers. Start ist im Naturschutzgebiet Zollenspieker. Dort werden Tidelebensräume für Pflanzen und Tiere verbessert.

Im Mittelpunkt steht die Schaffung von Flächen für den Schierlings-Wasserfenchel. Die bis zu zwei Meter hohe Pflanze hat ihre ökologische Nische im Wechselwasserbereich von Ebbe und Flut. Sie kommt weltweit nur an der Elbe und ihren tidebeeinflussten Nebenflüssen vor. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Hamburg. Weiteres Ziel ist die Schaffung eines fast vier Hektar großen natur-nahen Tideauwaldes.

Umweltsenator Jens Kerstan: „Ich freue mich, dass wir im Naturschutzgebiet Zollenspieker zusammen mit der Hamburg Port Authority ein dichtes Netz von naturnahen Ästuarlebensräumen schaffen können, die das Schutzgebiet, in seiner Funktion für den Biotopverbund an der Elbe, deutlich aufwertet. Mir ist besonders wichtig, dass die Kompensationsmaßnahmen genauso zügig vorankommen wie die Baumaßnahmen der Elbvertiefung.“

Der Priel ist in einem Teilabschnitt von 1.300 m bereits vorhanden. Die Ausprägung der Ufer ist jedoch naturschutzfachlich nicht optimal.  In einem Abschnitt von  830 m soll der Priel daher in seiner Achse vom Deich weg verlegt werden und flachere Ufer erhalten. Weiter wird der Priel um 400 m nach Osten verlängert. Der neue Priel hat dann eine Gesamtlänge von 1.700 m.

Durch die täglich einschwingende Tide im Priel werden neue Lebensräume geschaffen: Offene Schlammufer entstehen, Weiden werden aufwachsen. Diese neuen Standorte bieten Lebensraum für den Schierlings-Wasserfenchel und andere Pionierarten.

Die Deckwerke (Uferbefestigungen) an der Elbe sind in der Regel gradlinig und haben keine strömungsberuhigten Bereiche. Viele typische Pflanzen und Tiere der Elbe benötigen jedoch Stillwasserzonen. Durch die Absenkung der Uferbefestigung aus Schlackesteinen auf einer Breite von 15 bis 20 m und einer dahinterliegenden neuen Anlage einer Flachwasserzone werden naturnahe Uferlebens-räume an der Elbe geschaffen.

Auf einer 3,9 ha großen Fläche soll sich langfristig Tideauwald entwickeln. Die Entwicklung wird durch eine Anpflanzung von speziell für dieses Vorhaben gezogenen Weiden initiiert.

Sicherheit geht vor, daher wird die Überfahrt des Deiches aufwendig mit einer Stahlplattenbahn ausgelegt. Die Maßnahmenfläche gehört auch zum Flora-Fauna-Habitat Gebiet Zollenspieker/Kiebitzbrack. Die Arbeiten sollen bis zum Beginn der Sturmflutsaison abgeschlossen werden.

Quelle und Foto: Behörde für Umwelt und Energie




Hapag-Lloyd rüstet auf LNG um

Hapag-Lloyd rüstet sein 15.000 TEU Schiff „Sajir“ auf LNG Betrieb um. Die Motorenanlage wird künftig mit einem dualen Treibstoffbetrieb laufen, das heißt der Betrieb ist sowohl mit Liquefied Natural Gas (LNG) als auch mit schwefelarmen Treibstoff (LSFO) möglich.

Der Vertrag zur Umrüstung wurde Ende vergangener Woche unterschrieben mit der Hudong HONDHOA Shipbuilding (Group) Co., LTD. Der Umbau wird von der Werft Huarun Dadong Dockyard Co., LTD in Shanghai umgesetzt.

Während der Werftzeit wird das Brennstoffsystem sowie der bestehende Schweröl verbrennende Motor zu einem dualen Treibstoffmotor umgebaut. Geplant ist, das Schiff im LNG-Betrieb einzusetzen. Als Back-up ist auch ein Betrieb mit schwefelarmen Treibstoff (LSFO) möglich. „Mit der Umrüstung der „Sajir“ sind wir die erste Reederei weltweit, die ein Containerschiff dieser Größenordnung auf LNG-Antrieb umstellt“, sagt Richard von Berlepsch, Managing Director Fleet Management bei Hapag-Lloyd. „Es ist also ein bis dato einmaliger Pilot durch den wir hoffen, für die Zukunft zu lernen und Wegbereiter für Umrüstungen von Großschiffen auf diesen alternativen Treibstoff zu sein.“

LNG hat das Potenzial, in der Schifffahrt die Emissionen von CO2 um 15 bis 30 Prozent sowie von Schwefeldioxid und Feinstaub um mehr als 90 Prozent zu reduzieren.

Die „Sajir“ gehört zu den insgesamt 17 als Neubau konzipierten „LNG-ready“-Schiffen in der Flotte von Hapag-Lloyd. Ihre 16 Schwesterschiffe sind ebenfalls technisch für eine Umrüstung geeignet. Mit dem Umbau der „Sajir“ realisiert Hapag-Lloyd eine technologische Option zur Reduzierung der Umwelteinflüsse von Großschiffen.

Quelle und Foto: Hapag-Lloyd

 




Digitalisierung macht die Seefahrt umweltfreundlicher

Ende 2018 wurden die Richtlinien für die Umsetzung des Klimaabkommens von Paris festgelegt. Die internationale Seefahrt kann einen wichtigen Beitrag zur Wende in Richtung nachhaltigerer Wirtschaft leisten. Über die Entwicklung neuer Schiffstypen mit innovativer Antriebstechnologie hinaus, kann auch mit der bestehenden Flotte viel für die Umwelt getan werden. Die Digitalisierung spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Ende 2015 haben in Paris 195 Länder vereinbart, die Erderwärmung auf höchstens 2 Grad Celsius, am besten jedoch auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Das erfordert eine starke Reduzierung der Treibhausgase. Industrieunternehmen signalisieren, die nationalen Behörden bei der Umsetzung der Klimaziele unterstützen zu wollen. Shell kündigte zum Beispiel vor Kurzem an, die Boni des Topmanagements an konkrete Klimaziele koppeln zu wollen. Umweltschutz ist damit nicht nur eine ethische Fragestellung, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Auf fossilen Brennstoffen basierende Industriezweige haben keine Zukunft mehr. Investoren merken, dass ihre Risiken steigen, wenn die Klimaveränderung außer Kontrolle gerät.

Auch der Rotterdamer Industriekomplex, der jährlich für ca. 30 Megatonnen CO2-Ausstoß verantwortlich ist, wird an den Klimazielen ausgerichtet. Der Hafenbetrieb arbeitet mit seinen Partnern auf eine CO2-neutrale Industrielandschaft hin. Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie hat an dem Energiewendeplan „In drei Schritten zu einem nachhaltigen Industriecluster Rotterdam“ mitgearbeitet. „Bei der Industrie setzen wir unter anderem auf Biomasse, Windenergie und CO2-Lagerung im Meeresboden“, erklärt Alan Dirks, Leiter von Environmental Management beim Hafenbetrieb. „In diesen Bereichen können wir relativ schnell viel CO2 einsparen. Außerdem stimulieren wir mit Incentives nachhaltige Schifffahrt in unserem Hafen und arbeiten mit anderen Häfen an einer saubereren Schifffahrt zusammen.“

Die Seefahrt ist auch ein großer Verursacher von Treibhausgasen. Die Schiffe, die von anderen Häfen aus nach Rotterdam kommen und von Rotterdam aus zu anderen Häfen weiterfahren, stoßen jährlich gemeinsam ungefähr 23 Megatonnen CO2 aus. Die Internationale Maritime Organisation (IMO) strebt eine Halbierung des CO2-Ausstoßes der Seefahrt im Jahr 2050 an. Unter anderem sauberere Kraftstoffe und neue Schiffsentwürfe mit innovativer Antriebstechnologie sollen es mit ermöglichen. Kurzfristig haben LNG (Flüssiggas) und Biokraftstoffe positiven Einfluss auf die Luftqualität. Die Wasserstofftechnologie birgt viele Möglichkeiten, ist jedoch vorläufig noch Zukunftsmusik. Auch mit der bestehenden Flotte kann man nach Meinung von Dirks noch viele Umweltverbesserungen erreichen. Die Digitalisierung spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Rinske van der Meer, Beraterin für die Geschäftspolitik, koordiniert beim Hafenbetrieb die Entwicklung von Modellen für die Berechnung, Analyse und Optimierung der Treibhausgasemissionen. Sie sind teilweise an das Pronto-Tool des Hafenbetriebs für Port Call Optimierung gekoppelt. Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Effizienz liegen hierbei auf einer Linie. Van der Meer: „Pronto konzentriert sich auf die Verkürzung der Wartezeiten der Schiffe im Hafen. Das System bietet eine Echtzeitübersicht der verfügbaren Liegeplatz- und Abfertigungskapazität. Wenn im Hafen noch kein Platz ist, können die Schiffe ihre Fahrgeschwindigkeit senken, wodurch sie weniger lange warten müssen. Dies reduziert den Ausstoß während der Reise sowie am Ankerplatz und führt darüber hinaus auch noch zu einer Kraftstoffersparnis.“ Dirks: „Wir geben einen Einblick in Dinge, die vorher eine Black Box darstellten. Mit der richtigen Fahrgeschwindigkeit, abgestimmt auf die Liegeplatz- und Hafenkapazität, erreicht man den Hafen just-in time und spart Hafengebühren. Ist es nicht toll, dass dies auch noch zu einer saubereren Umwelt beiträgt?“

IT-Entwickler Pim Verkerk: „Das CO2-Modul in Pronto kann auf der Grundlage der Route, der Schiffs- und der aktuellen Terminplanung sowie der Fahrgeschwindigkeit den CO2-Ausstoß des Schiffs berechnen. Es vergleicht dies mit der optimalen Geschwindigkeit, die das Schiff hätte haben sollen. Daraus kann man für jeden Schiffsbesuch das Sparpotenzial ableiten. Gegenwärtig können wir bereits zurückrechnen und im Nachhinein berichten, wie die Emissionen waren und wo das Verbesserungspotenzial liegt. Langfristig möchten wir zunehmend mit Vorhersagen arbeiten und mögliche Einsparungen in Echtzeit visualisieren.“ Schiffe werden nicht immer ihre Fahrgeschwindigkeit senken, um einen Hafen just-in-time zu erreichen. Eine Reparatur kann einen Grund darstellen, warum man gerade etwas früher ankommen möchte. Darüber hinaus sind Schiffe oft vertraglich verpflichtet, möglichst schnell von einem Hafen zum anderen zu fahren. Aus diesen Gründen schauen sich die Berater des Hafenbetriebs gemeinsam mit der IMO die Materie auch vom vertraglichen Standpunkt aus an. Dirks: „Es wird erst dann wirklich funktionieren, wenn effizienteres Fahren für alle Glieder der Kette attraktiver ist. Das zu realisieren braucht Zeit, aber wir sind auf dem richtigen Weg.“

Über den CO2-Ausstoß hinaus zeigt Pronto auch den Stickstoffausstoß der Seeschiffe. Er trägt in hohem Maße zur Überdüngung des Naturgebiets bei. Van der Meer: „Vor allem an der Küste entlang ist der Einfluss groß. Wenn Schiffe im Rotterdamer Ankergebiet zu lange liegen müssen, hat es sofort einen Einfluss auf die örtliche Umwelt.“ Der Hafenbetrieb hofft, mit den Umweltinstrumenten bei Pronto auch die Bereitschaft der Marktpartner zu steigern, um Informationen noch aktiver zu teilen. Van der Meer: „Je mehr Einblick alle Kettenglieder in die gegenseitigen Aktivitäten haben, desto stärker wird die Kette. An der Optimierung der Port Calls sind sehr viele Partner beteiligt. Das Teilen der Daten ist aus diversen Gründen noch keine Selbstverständlichkeit. Die Einsicht in den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen kann dazu führen, dass die Schwelle niedriger wird. Der Markt weiß, dass dies wichtig ist und dass es in den kommenden Jahren noch an Wichtigkeit gewinnen wird.“

Quelle: Port of Rotterdam, Grafik: Pronto

 

 

 

 




Rotterdam wird Kreislaufhub

Das Hafen-Industriegebiet von Rotterdam ist eine ideale Region zur praktischen Umsetzung der Kreislaufwirtschaft. Die Konzentration von Rohstoff- und Restströmen aus Industrie und Logistik bietet in Verbindung mit der guten Erreichbarkeit eine ausgezeichnete Grundlage für eine breite Einführung der Kreislaufwirtschaft in den Bereichen Produktion und Verbrauch.

Die Kreislaufwirtschaft stand jetzt eine Woche im Rampenlicht: Nämlich bei der Kampagnenwoche der Kreislaufwirtschaft, in deren Rahmen über 100 Veranstaltungen in den Niederlanden abgehalten wurden, um die Wirtschaft bei der kreislaufwirtschaftlichen Unternehmertätigkeit zu unterstützen.

Was meinen wir damit genau? Die heutige Wirtschaft funktioniert größtenteils nach einem linearen System: Wir gewinnen Rohstoffe, fertigen daraus Produkte und behandeln den Rest wie Abfall. Obwohl in den Niederlanden in relativ großem Umfang Recycling stattfindet, gelangen immer noch erhebliche Mengen von Rohstoffen nach der Nutzung in den Abfall oder Verbrennungsofen.

Eine Kreislaufwirtschaft ermöglicht hingegen eine grundlegende Änderung. In einer Kreislaufwirtschaft liegt der Schwerpunkt darauf, möglichst großen Wert mit möglichst wenig Rohstoffen zu generieren. Produkte und Rohstoffe werden soweit wie möglich wiederverwendet, z. B. durch das Recycling von Kunststoff zu Granulat, aus dem wieder neue Kunststoffprodukte gefertigt werden.

In einer Kreislaufwirtschaft „gibt es keinen Abfall“. Da Kreisläufe möglichst weitgehend geschlossen werden, müssen den Produktionsketten nur in begrenztem Maße neue Rohstoffe hinzugefügt werden.

Da es in Rotterdam eines der weltweit größten Raffinations- und Chemiezentren in Kombination mit umfangreichen Netzwerkverbindungen mit dem Hinterland gibt, ist die Stadt ein idealer Hub für die Kreislaufwirtschaft zur Umwandlung von Rohstoffen.

Der Hafenbetrieb Rotterdam hat eine starke internationale Position als Waste-to-Value-Port mit zahlreichen Unternehmen der Kreislaufwirtschaft und neuen Projekten.

Nach Ansicht des Hafenbetriebs Rotterdam wird diese Position in Zukunft noch wichtiger und sollten die lokalen Industrie- und Logistiktätigkeiten bis 2050 kreislaufwirtschaftlich gestaltet werden.

Dies trägt nicht nur zum Erreichen der Klimaziele bei, sondern schützt die Region auch besser vor geopolitischen und wirtschaftlichen Fluktuationen, während sie Innovationen und neue unternehmerische Tätigkeit begünstigt. Ein solches Hafengebiet schafft wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wert.

Um diese Bestrebung umzusetzen, geht der Hafenbetrieb hinsichtlich der Kreislaufwirtschaft in Kooperation mit zahlreichen Partnern nach vier Konzepten vor, und zwar: Innovation & Erweiterung, Sortierung & Recycling, industrielle Symbiose sowie Abscheidung und Wiederverwertung von CO2. Lesen Sie hier die ausführliche Strategie des Hafenbetriebs Rotterdam zum Thema Kreislaufwirtschaft.

Dieses Vorgehen kommt in Projekten zum Ausdruck, beispielsweise im Bau der Brücke Prinses Amalia-Viaduct auf der 2. Maasvlakte, bei der Boskalis Beaumix verwendete, ein Material aus den Abfallverbrennungsöfen Amsterdam und Alkmaar, das nach der Reinigung als nachhaltiges Baumaterial diente.

Ein weiteres Beispiel ist Blue City, eine Brutstätte für innovative Unternehmen, die ihre Restströme miteinander verbinden. Was beim einen als Reststoff anfällt, wird beim anderen Unternehmen als Ausgangsstoff verwendet. Des Weiteren werden im Waste-to-Chemicals-Projekt Restströme in sauberes Methanol umgesetzt. Ein weiteres Beispiel ist das Unternehmen REKO, das mit dem Bau einer neuen thermischen Reinigungsanlage begonnen hat, die jährlich 1,2 Mio. t Reststoffe vollständig in primäre Rohstoffe, Strom und Wärme umsetzt. .

Zudem wird Restwärme aus dem Hafen zunehmend häufiger zur Beheizung von Haushalten, Gewächshäusern und Büros eingesetzt. Die Wärmeallianz „Warmtealliantie Zuid-Holland“, zu der die Provinz, der Hafenbetrieb Rotterdam, die Gasunie, Eneco, der Warmtebedrijf Rotterdam und die Gemeinde gehören, arbeitet im Hinblick darauf an der Einführung eines Haupttransportnetzes für Wärme in der Region.

Die Kreislaufwirtschaft ist ein notwendiger Schritt zur Realisierung der Energiewende und trägt zur Stärkung der Wettbewerbsposition des Rotterdamer Hafengebiets bei.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 




Viel Wind auf der Maasvlakte

GE Renewable Energy und Future Wind (ein Joint Venture von Pondera Development und SIF Holding Nederland) haben einen Vertrag für die Installation des ersten Prototypen der Haliade-X 12 MW Windturbine auf der Rotterdam-Maasvlakte im Sommer 2019 unterschrieben. Der Vertrag umfasst einen Testzeitraum von fünf Jahren und eine Zeitspanne von 15 Jahren „Fullservice“-Betrieb und Wartung.

Der Prototyp der Offshore-Windturbine wird an der Küste installiert, damit er besser getestet werden kann. Zu Beginn des Nutzungszeitraums wird GE Renewable Energy die Daten erheben, die für den Erhalt des Typenzertifikats notwendig sind. Ein wichtiger Schritt für die Vermarktung des Produkts im Jahr 2021.

Inzwischen wurde am Standort mit den ersten Vorbereitungen für die Installation begonnen. Die Gondel des Haliade-X 12 MW-Prototypen wird in Saint-Nazaire montiert, die drei 107 Meter langen LM-Rotorblätter in Cherbourg und die Masten in Sevilla. Alle Teile werden nach Rotterdam verschifft. Dort werden sie zusammengesetzt und installiert.

Der Prototyp in Rotterdam ist Teil der Investition in Höhe von 320 Millionen Euro in das Haliade-X-Projekt, das GE Renewable Energy im März 2018 ankündigte. Das Projekt soll eine wettbewerbsfähigere Bezugsquelle für saubere, nachhaltige Energie hervorbringen.

Allard Castelein, CEO Hafenbetrieb Rotterdam: „Wir sind stolz darauf, dass GE Renewable Energy und SIF unseren Hafen als Teststandort für die stärkste Offshore-Windturbine der Welt nutzen will. Dadurch wird der Ruf des Hafens als attraktiver Partner der Offshore-Windbranche und als treibende Kraft bei der Energiewende unterstrichen.“

Beigeordneter Arno Bonte: „In unserem Kampf gegen die Klimaänderung brauchen wir eine enorme Ausweitung der Windparks im Meer. Wir sind froh, dass GE Rotterdam als Teststandort für die Haliade-X-12 MW gewählt hat. Mithilfe dieser größten Windturbine der Welt können wir den Übergang zur sauberen Energie beschleunigen.“

John Lavelle, VP & CEO von Offshore Wind bei GE Renewable Energy: „Der Hafen von Rotterdam hat sich als wertvolle Kraft erwiesen, indem er für alle Bedingungen gesorgt hat, um die Haliade-X unter den drastischsten Wetterbedingungen zu testen.

Fred van Beers, CEO der SIF Holding Nederland: „Wir freuen uns sehr, die Haliade-X 12 MW auf dem Gelände von SIF in Rotterdam installieren zu dürfen. Dadurch werden die Bestrebungen von SIF, bei der Entwicklung der Offshore-Windbranche eine Vorreiterrolle zu spielen, weiterhin unterstützt. Das Projekt schließt auch an SIFs Zielsetzung an, vollständig CO2-neutral zu werden. Die Haliade-X 12 MW wird kohlenstofffreie Energie ans Stromnetz liefern.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: GE

 

 




Klimafreundliche Seeschifffahrt

Interessierte können jetzt die Förderungsregelung für klimafreundliche Seefahrt in Anspruch nehmen. Der Hafenbetrieb Rotterdam stellt dafür fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam: „Wir möchten bei der Senkung der CO2-Emissionen der Schifffahrt eine aktive Rolle spielen. Mit dieser Regelung können wir unterschiedlichen, konkreten Projekten genau die finanzielle Unterstützung bieten, die für ihre Realisierung notwendig ist.“

Der Hafenbetrieb lädt Verlader, Reedereien, Kraftstoffhersteller und -lieferanten, Motorenhersteller und Dienstleister dazu ein, die Regelung zu nutzen. Mithilfe dieser Regelung sollen (Vorzeige-)Projekte mit kohlenstoffarmen oder kohlenstofffreien Kraftstoffen gefördert werden, die in Rotterdam geliefert werden.

Der Hafenbetrieb Rotterdam will die über Rotterdam laufenden Logistikketten dabei unterstützen, kohlenstofffrei zu werden. Vor diesem Hintergrund kündigte Allard Castelein die Förderungsregelung im April letzten Jahres beim Gipfel zur Energiewende an. Die Regelung ist ab sofort in Kraft. Der Hafenbetrieb trägt mit dieser Regelung zur Umsetzung der (inter-)nationalen Klimaziele bei. Die Maßnahme läuft bis Ende 2022.

Diese Förderungsregelung schließt an die Einführung des World Ports Climate Action Program im September letzten Jahres an. Bei dieser Kooperation, die von Rotterdam ins Leben gerufen wurde, arbeiten die Hafenbetriebe in Hamburg, Barcelona, Antwerpen, Los Angeles, Long Beach, Vancouver und Rotterdam gemeinsam an Projekten, die der Erderwärmung durch die Schifffahrt entgegenwirken sollen.

Mehr über die Förderungsregeln für klimafreundliche Seeschifffahrt gibt es in englischer Sprache hier

Quelle und Grafik: Port of Rotterdam




CMB erhält Nachhaltigkeitspreis

Der Hafen Antwerpen zum zweiten Mal seinen Sustainability Award verliehen. Gewinner ist die Reederei Compagnie Maritime Belge (CMB). Sie konnte die Jury mit ihrem „Hydroville“-Shuttle überzeugen, dem ersten Passagierschiff mit Wasserstoffantrieb.

Die drei Organisatoren des Nachhaltigkeitspreises, die Antwerp Port Authority, die Scheldt Left Bank Corporation und Alfaport-Voka, wollen durch diese Auszeichnung nachhaltige Initiativen von Hafennutzern hervorheben und nachhaltiges unternehmerisches Handeln von Hafenunternehmen fördern.

Die Entscheidung für CMB setzte sich aus den von der Fachjury vergebenen Punkten sowie den Ergebnissen einer öffentlichen Online-Abstimmung zusammen. Dies macht die Antwerpener Reedereigruppe zu einem würdigen Nachfolger des Ecluse-Projekts für grüne Energieversorgung der Chemieunternehmen am Linken Scheldeufer, das den ersten Sustainability Award vor zwei Jahren erhalten hatte.

Der ausgezeichnete Shuttle „Hydroville“ von CMB ist das erste Passagierschiff, das mit Wasserstoff betrieben wird. Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt, das als Testbasis für die Wasserstofftechnologie in größerem Maßstab dienen und so zu einem nachhaltigeren Verkehr zwischen Wohnort und Arbeitsplatz beitragen soll. In ihrer Begründung lobte die Jury CMB dafür, dass sie mit diesem vielversprechenden, zukunftsweisenden Projekt Pionierarbeit leistet, als Impulsgeber fungiert und die Eintrittsbarrieren für andere Marktteilnehmer verringert. Die Jury betonte auch die Bedeutung des Projekts für andere Länder, in denen Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft gilt. CMB wurde nun als zweiter Preisträger des Antwerp Sustainability Award mit einem speziell entworfenen Stein auf dem „Walk of Sustainability“ am Fuße des Port House verewigt.

„Gemeinsam mit der gesamten Hafengemeinschaft arbeiten wir an einem nachhaltigen Hafen“, erklärte Jacques Vandermeiren, CEO der Antwerp Port Authority, im Rahmen der Preisverleihung. „Dank dieses gemeinsamen Engagements erzielen wir konkrete Ergebnisse bei diesem Übergang. Die eingereichten Bewerbungen für diese Auszeichnung machen deutlich, dass wir hier in diesem Hafen eine Fülle von Nachhaltigkeitsinitiativen haben, die andere Unternehmen inspirieren können. Ich bin besonders stolz darauf, diese Auszeichnung heute an CMB übergeben zu können, die ein hervorragendes Beispiel dafür sind, wie ein kommerziell betriebenes Projekt hohe Nachhaltigkeitsgewinne erzielen kann.“

Alexander Saverys, CEO der Compagnie Maritime Belge, kommentierte dies seinerseits: „Wir sind besonders erfreut und stolz auf den Port of Antwerp Sustainability Award. Mit unseren Investitionen in neue, nachhaltige Technologien wie das Hydroville wollen wir uns und das maritime Cluster Antwerpen für eine spannende Zukunft rüsten. Von Antwerpen, dem pulsierenden Herzen Europas, aus will CMB die internationale Schifffahrt mit innovativen Schiffskonzepten und der Entwicklung kohlenstoffarmer Energiequellen weiter prägen“.

Der Hafen Antwerpen möchte alle am Standort tätigen Unternehmen dazu ermutigen, wirksame Beiträge für den Übergang zu einem nachhaltigeren Hafen zu leisten. Zu diesem Zweck wird der Sustainability Award alle zwei Jahre gemeinsam von der Antwerp Port Authority, der Scheldt Left Bank Corporation und Alfaport-Voka vergeben. Mit dieser Auszeichnung wird jeweils ein Projekt gewürdigt, das zu einem solchen Übergang sowie zur Umsetzung der von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 skizzierten Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene beiträgt.

Insgesamt 16 Unternehmen und Organisationen, die im Antwerpener Hafengebiet tätig sind, folgten der vor dem Sommer gestarteten öffentlichen Aufforderung zur Teilnahme an dem Wettbewerb. Die Fachjury unter der Leitung von Hafendezernent Marc Van Peel entschied sich für eine Vorauswahl von drei Finalisten mit dem Schwerpunkt auf kreativen, partizipativen und innovativen Lösungen. Neben dem Preisträger CMB kamen Ashland Specialities Belgium und BASF Antwerpen in die Endrunde. Die Jury lobte Ashland Specialities für die Art und Weise, wie sie Regenwasser recycelt, während BASF Antwerpen für ihre neue abfallarme Anilin-Anlage mit Energierückgewinnung ausgewählt wurde.

Seit 2011 sind die Organisatoren des Sustainability Award auch die treibende Kraft hinter dem alle zwei Jahre erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht der Antwerpener Hafengemeinschaft. Der fünfte Nachhaltigkeitsbericht, der im Juni 2019 veröffentlicht werden soll, wird ein Prüfstein für das Bestreben des Hafens sein, bei der Schaffung nachhaltiger Mehrwerte führend zu bleiben.

Quelle und Foto: Antwerp Port Authority

 




Forschungsprojekt in Rotterdam startet

Im November dieses Jahres wird das europäische ARBAHEAT-Konsortium ein Forschungsprojekt zur Erforschung der Umstellung des Kohlekraftwerks ENGIE Ultra-SuperCritical Rotterdam auf ein Biomasseheizkraftwerk starten. Die innovative Technologie zur Herstellung der benötigten dampfbehandelten Biomasse wurde von der norwegischen Firma Arbaflame AS entwickelt.

Ziel dieses Vorzeigeprojektes ist es, die technischen Möglichkeiten zu untersuchen, das Kohlekraftwerk kostengünstig auf ein flexibles, zu 100% mit nachhaltiger Biomasse betriebenes Kraftwerk umzustellen, das sowohl nachhaltigen Strom als auch nachhaltige Wärme liefern kann. Für dieses Projekt wird das Konsortium mehr als EUR 19 Millionen an EU-Förderung erhalten.

Ziel des ARBAHEAT-Projekts ist die Integration einer innovativen Biomasse-Vorbehandlungsanlage in das Kohlekraftwerk ENGIE. Die Anlage wird so genannte dampfbehandelte Biomassepellets aus nachhaltiger Biomasse produzieren, die den strengsten Nachhaltigkeitskriterien der EU entsprechen. Diese Pellets wurden speziell als Energiequelle ausgewählt, da sie mit Kohle vergleichbare Eigenschaften aufweisen. Im Vergleich zu normalen Biomasse-Pellets sind sie wasserabweisender, weisen eine höhere Energiedichte auf und verfügen über fast die gleichen Brenneigenschaften wie Kohle. Dies wird den Einsatz in einem bestehenden Kraftwerk erleichtern und die Kosten für die Umstellung des mit Kohle betriebenen, bestehenden Kraftwerks auf Biomasse deutlich senken.

Obwohl Teile der Dampfbehandlungstechnologie und die daraus resultierenden Biomassepellets bereits von Arbaflame in fünfzehn (15) weiteren Kraftwerken getestet wurden, wurde die kostengünstige Integration der Technologie in ein bestehendes modernes Kraftwerk noch nie in diesem Umfang vorgenommen. „Eine erfolgreiche Umsetzung dieses Konzepts wird ein beeindruckendes Paradebeispiel für andere EU-Kohlekraftwerke oder sogar für andere Bioenergie-Anlagen sein“, sagt Arbaflame CEO Håkon Knappskog.

Die europäischen Ambitionen zur Begrenzung der CO2-Emissionen haben erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb von Kohlekraftwerken und auf den erforderlichen Ausgleichsstrom, zusätzlich zur Solar- und Windenergie, zwecks der Unterstützung des Netzes. Die Nachrüstung einiger moderner bestehender Kohlekraftwerke mit dem ARBAHEAT-Konzept könnte einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele in Europa leisten, indem sie für eine nachhaltige Flexibilität bei Wärme und Strom sorgt. Das hochmoderne Kraftwerk ENGIE ist, aufgrund seiner Größe und strategischen Lage im Rotterdamer Hafen, der ideale Kandidat für dieses erste Demonstrationsprojekt. „Die Anlage kann im Rotterdamer Hafen nicht nur al Ergänzung zu Wind- und Sonnenenergie, sondern auch bei der Wärmeversorgung, eine wichtige Rolle spielen. Derzeit gibt es jedoch keinen tragfähigen Business Case, bei dem ein Kohlekraftwerk auf ein 100% nachhaltiges und flexibles Biomassekraftwerk umgestellt wird. Eine erfolgreiche Umsetzung wird für die Lieferung großer Mengen an nachhaltigem Strom und nachhaltiger Wärme in die Umgebungsgebiete sorgen“, sagt Manager Coal ENGIE, Jeroen Schaafsma. Das Projekt wird nebst Energie auch andere biologische Nebenprodukte aus dem Dampfbehandlungsprozess, wie beispielsweise Biochemikalien, produzieren, die zu einer noch nachhaltigeren und kostengünstigeren Umstellung des Kraftwerks führen.

In diesem vierjährigen Demonstrationsprojekt werden europäische Fachkenntnisse aus dem Energiesektor, der Wissenschaft und dem Sektor für erneuerbare Energien zusammengeführt, die sich für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der EU einsetzen. Neben ENGIE (NL) Arbaflame (NO) sind auch PNO Consultants (NL), TNO (NL), Sintef (NO), die Freie Universität Brüssel (VUB, BE), der Hafen von Rotterdam (NL) und die Universität Bergen (NO) Mitglieder im ARBAHEAT-Konsortium. Die Partner des Konsortiums verfügen über alle relevanten Kenntnisse und Ressourcen, um das Projekt ARBAHEAT zum Erfolg zu führen. Mit dem Finanzierungsbeitrag von EUR 19 Millionen erkennt die EU die Nachhaltigkeit des Projekts und seiner Ziele an und unterstützt sie die Durchführung dieses Demonstrationsprojekts.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Engie




“Just-in-time“-Anfahrten sparen CO2

Wenn Seeschiffe besser über die Verfügbarkeit von Liegeplätzen informiert werden und ihre Geschwindigkeit für ein optimales Anlaufen dementsprechend anpassen, führt dies zu einem substanziell niedrigeren Kraftstoffverbrauchund Kohlenstoffdioxid (CO2)-Ausstoß.

Das zeigt eine aktuelle Studie des Hafenbetriebs Rotterdam und der niederländische Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung (TNO).

Seeschiffe, die insbesondere in den letzten zwölf Stunden vor der Ankunft regelmäßig über ihren möglichen Anlegeslot informiert werden, können ihre Fahrgeschwindigkeit danach anpassen. In der Regel senken sie dann die Geschwindigkeit,um punktgenau anzukommen. Das führt wiederum zu weniger Kraftstoffverbrauch und somit zu weniger Ausstoß von unerwünschten Emissionen wie zum Beispiel Kohlenstoffdioxid, Schwefeloxid und Stickstoffoxiden. Auch kürzere Wartezeiten der Schiffe in den Ankergebieten erschließen große Einsparungsmöglichkeiten.

Die Ergebnisse der Studie wurden diese Woche im Hauptsitz der International Maritime Organization (IMO)(link is external) in London während der Sitzung der Arbeitsgruppe „IMO Intersessional working group on the reduction of Greenhouse Gas emissions from ships“ präsentiert. „Prozentual gesehen handelt es sich noch um bescheidene Zahlen“, sagt Astrid Dispert, Technical Advisor des Global-Maritime-Energy-Efficiency-Partnerships (GloMEEP)-Projekts . „Es sind jedoch auch solche Maßnahmen, die gerade kurzfristig einen sehr nützlichen Beitrag zur Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks der Seeschifffahrt leisten. Darüber hinaus ist es auch einfach gut für den Geldbeutel der Reedereien.“

TNO und der Hafenbetrieb Rotterdam, Mitglied der „Global Industry Alliance to support low carbon shipping“, analysierten für die Studie sämtliche Schiffsbewegungen der Containerschiffe in Richtung Rotterdam im Jahr 2017.

„Durch eine bessere Information der Schiffe können jährlich 4 % beziehungsweise 134.000 Tonnen CO2 gespart werden”, erläutert Jan Hulskotte, Senior Researcher bei TNO. „Dazu müssen Containerschiffe ihre Fahrgeschwindigkeit um lediglich durchschnittlich 5% anpassen, wodurch die geplante Ankunftszeit trotzdem erreicht wird.“

Die Ersparnis würde noch größer ausfallen, wenn die Schiffe früher als zwölf Stunden vor Ankunft informiert würden.

Darüber hinaus wurden Auswirkungen auf kürzere Wartezeiten in den Ankergebieten für alle Schiffe nach Rotterdam untersucht. Bei Massengut-Transporten führen vertragliche Verpflichtungen dazu, dass bisweilen Stunden oder Tage an Ankerplätzen vor Anker gegangen werden muss. Hulskotte: „Wenn diese Wartezeit sich um durchschnittlich zwölf Stunden verkürzen würde, wäre der Effekt noch größer und würde im Jahreine Senkung des Ausstoßes von 35 Prozent bedeuten. Wir reden dann über 188.000 Tonnen CO2 und 1.000 Tonnen Stickstoffoxyde weniger.”

„Letztes Jahr hatten wir das Wuppertal Institut(link is external) für Klima, Umwelt, Energie gebeten, uns einen Einblick zu verschaffen, wie die Sektoren Transport und Logistik einen CO2-Ausstoß-freien Betrieb im Jahr 2050 gestalten könnten“, erklärt Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam „Sie empfahlen, dass im ersten Schritt Effizienzmaßnahmen getroffen werden müssten. Die vorliegende Analyse zeigt, dass diese Maßnahmen in greifbarer Nähe liegen.“

Für eine Optimierung des Hafenaufenthalts hat der Hafenbetrieb Rotterdam bereits in diesem Jahr die digitale Port Call-Optimierungsplattform „Pronto“ eingeführt. Die Plattform kombiniert diverse Datenquellen, um den Hafenaufenthalt eines Schiffs möglichst genau zu planen. Damit können die einzelnenb Aktivitäten der Abfertigung im Hafen möglichst optimal aufeinander abgestimmt werden. Die Daten aus der Analyse wurden in Pronto sofort in eine Menuansicht umgesetzt, um das „just-in-time“-Anlaufen zu ermöglichen. Die Reedereien können sehen, wie hoch die Fahrgeschwindigkeit war, welche Geschwindigkeit ideal gewesen wäre und wie viel Kraftstoff und CO2 man dann hätte sparen können. „Ein guter Schritt, von dem wir hoffen, dass er auch in anderen Häfen nachgemacht wird“, setzt Castelein fort. „Nur wenn wir intensiv zusammenarbeiten und tatsächlich in Aktion treten, können wir den CO2-Ausstoß senken.“

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Shell-Restwärme für 16.000 Haushalte

Im Rotterdamer Stadtteil Katendrecht fiel jetzt der offizielle Startschuss für das Projekt Pernis Restwarmte Initiatief (Restwärme-Initiative Pernis). Mit dieser Initiative liefern Shell, der Hafenbetrieb Rotterdam und die Fernwärmeversorgungsbetriebe Rotterdam einen gemeinsamen Beitrag zur Beschleunigung der niederländischen Energiewende, indem 16.000 Rotterdamer Haushalte mit Restwärme aus der Raffinerie in Pernis versorgt werden.

Dieser Wechsel von Erdgas zu Restwärme führt jedes Jahr zu einem CO2-Rückgang von 35.000 Tonnen.

Heute fiel im Rotterdamer Stadtteil Katendrecht der offizielle Startschuss für das Projekt Pernis Restwarmte Initiatief (Restwärme-Initiative Pernis). Mit dieser Initiative liefern Shell, der Hafenbetrieb Rotterdam und die Fernwärmeversorgungsbetriebe Rotterdam einen gemeinsamen Beitrag zur Beschleunigung der niederländischen Energiewende, indem 16.000 Rotterdamer Haushalte mit Restwärme aus der Raffinerie in Pernis versorgt werden. Dieser Wechsel von Erdgas zu Restwärme führt jedes Jahr zu einem CO2-Rückgang von 35.000 Tonnen.

Die große Herausforderung, sowohl für die Gesellschaft als auch für die Industrie, besteht darin, die weltweit steigende Nachfrage nach Energie zu befriedigen und gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu senken. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass mit vorhandenen Energiequellen effizient umgegangen wird. Dies steht bei der Pernis Restwarmte Initiatief im Mittelpunkt.

Shell, der Hafenbetrieb Rotterdam und die Fernwärmeversorgungsbetriebe Rotterdam haben das Projekt Pernis Restwarmte Initiatief nach Fertigstellung der Infrastruktur zur Lieferung von Wärme gemeinsam mit Herrn Bas Kurvers, Beigeordneter für Bauen, Wohnen und Energiewende für bebaute Umwelt feierlich eingeweiht. Bei der Veranstaltung wurde ein riesiges Legepuzzle mit Bewohnern von Katendrecht vervollständigt. Katendrecht ist einer der Stadtteile, die von der Restwärme Gebrauch machen werden. Das Legepuzzle symbolisiert die direkte Verbindung zwischen Shell Pernis und seiner Umgebung und die Zusammenarbeit, die erforderlich ist, um Haushalte in der Region mit der Restwärme versorgen zu können.

Shell Pernis ist die erste Raffinerie im Rotterdamer Hafen, die Restwärme liefert. Shell hat Anlagen gebaut, die es ermöglichen, die Restwärme aus der Raffinerie abzuführen. Der Hafenbetrieb Rotterdam sorgt anhand der Wärmeleitung für den Transport von Shell Pernis zum bestehenden Wärmenetz. Die Fernwärmeversorgungsbetriebe Rotterdam liefern den Anschluss an das bestehende Wärmenetz, die Verwaltung, den Betrieb sowie die Wartung des Wärmenetzes und übernehmen die Versorgung der lokalen Wärmelieferanten.

„Ständige Verbesserung der Energie-Effizienz ist für unsere Raffinerie in Pernis und Shell in den Niederlanden wichtig. Mit der Lieferung von Restwärme an Haushalte in der Region setzen wir einen weiteren Schritt für die Senkung der CO2-Emissionen. Wir wollen immer sauberere Energieprodukte für zuhause, unterwegs und den Arbeitsplatz produzieren. Das können wir natürlich nicht alleine schaffen. Bei dieser Art von Entwicklungen ist die Kooperation zwischen Industrie und Behörden der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Marjan van Loon, Generaldirektorin bei Shell Nederland.

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam, ergänzt: „Wir müssen unsere Gesellschaft nachhaltiger gestalten, können jedoch in den nächsten Jahrzehnten noch nicht ohne Öl und Petrochemie auskommen. Diese Industrie stellt Kraftstoffe für unsere Autos und Rohstoffe für allerlei Produkte her, die wir jeden Tag benutzen, von der Farbe bis hin zu Kühlschränken und Bekleidung. Dabei wird viel Wärme freigesetzt, die hervorragend eingesetzt werden kann. Shell Pernis liefert jetzt Wärme für 16.000 Haushalte. Der Rotterdamer Hafen bietet genügend Restwärme für 500.000 Haushalte und einen Teil des Treibhausgebietes.“ Co Hamers, Geschäftsführer Warmtebedrijf Rotterdam, ergänzt: „Dank der angelegten Leitung, welche die Raffinerie mit dem Wärmetransportnetz des Fernwärmeversorgungsunternehmens Rotterdam verbindet, kann in großem Umfang von der Restwärme aus der Raffinerie in Pernis profitiert werden. Das gilt beispielsweise für die Raffinerien in Rotterdam, die an das lokale Wärmetransportnetz angeschlossen sind.“

Bas Kurvers, Beigeordneter Bauen, Wohnen und Energiewende bebaute Umwelt, erläutert: „In den kommenden vier Jahren werden wir eine beträchtliche Anzahl Häuser in der Stadt nachhaltiger machen. Wir unterstützen möglichst viele Haushalte bei ihrem Ausstieg aus dem Gas oder bereiten sie darauf vor. Indem wir das Wärmenetz stetig erweitern, wie es derzeit geschieht, können wir auf Nachbarschafts- oder Stadtteilniveau Ersatz für Wärme mit Gas bieten. Durch diese großangelegte Vorgehensweise wird die Energiewende für die Bewohner von Rotterdam deutlich preiswerter.“

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, v.l.n.r: Marjan van Loon, Jos van Winsen (Shell), Allard Castelein, Co Hamers und der ‚Mad Science Professor‘.