NEPTUNES will neues Prüfzeichen

Ein neues Prüfzeichen soll Häfen die Möglichkeit zur Belohnung einer Schifffahrt mit geringeren Lärmemissionen bieten. NEPTUNES, eine vor zwei Jahren vom Hafenbetrieb Rotterdam gegründete Projektorganisation von elf Häfen zur Verringerung der Schallemissionen von Schiffen, präsentierte heute, am Donnerstag, dem 28. März, dieses sog. Noise label auf ihrer Konferenz in Rotterdam. Der IAPH Environmental Ship Index für nachhaltige Schifffahrt bekundete ebenfalls Interesse an diesem Prüfzeichen.

NEPTUNES steht für Noise Exploration Program To Understand Noise Emitted by Seagoing Ships. Auf der Konferenz präsentierte die Projektorganisation einen Leitfaden voller Empfehlungen für Maßnahmen sowie zur Qualifizierung und Verringerung von Schallemissionen von Schiffen an ihren Liegeplätzen in Häfen. Außer Rotterdam beteiligen sich auch folgende Häfen an dieser Initiative: Amsterdam, Turku, Hamburg, Vancouver, Götheborg, Cork, New South Wales, Koper, Stockholm und Kopenhagen-Malmö.

„Beim Hafenbetrieb Rotterdam ist man über diese neue Initiative erfreut. Bei Seeschiffen gibt es bisher international nur im Bereich der Arbeitsbedingungen Anforderungen für Schallemissionen. Es kommt allerdings auch vor, dass Anwohner von Liegeplätzen mit erhöhten Lärmemissionen konfrontiert sind. Daher ergriff der Hafenbetrieb Rotterdam vor zwei Jahren die Initiative zur Ausgestaltung von Neptunes. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass es in diesem Stadium vor allem um eine eher missionarische Tätigkeit geht, doch wir sind über diese ersten Schritte zur eventuellen Lärmreduktion in der Schifffahrt erfreut“, so Ronald Paul, COO des Hafenbetriebs.

Grundlage des Prüfzeichens ist ein von NEPTUNES erstelltes Messprotokoll. Durch die einheitliche Messung der Schallemissionen von Schiffen ist es möglich, verschiedene Schiffstypen von 0 bis zu 100 Punkten zu klassifizieren. Dabei geht es sowohl um die typische niederfrequente Schallemission als auch um den gesamten Lärmpegel. Hafenbetriebe und andere Organisationen können diesen Index zur Belohnung ruhigerer Schiffe heranziehen.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, v.l.n.r.: Frank Wolkenfelt (Port of Rotterdam), Bostjan Pavlin (Port of Koper), Carsten Zerbs (Muller BBM), Refke Gunnewijk (Port of Rotterdam), Ton van Breemen (Port of Amsterdam), Franka Cepak (Port of Koper), Joop Smits (Port of Rotterdam), Patrick Harteveld (Port of Rotterdam), Henk Wolfert (DGMR), Edvard Molitor (Port of Gothenburg), Markku Alähame (Port of Turku), Linda Hastedt (Hamburg Port Authority), Nicholas Bourke (Port of Cork), Petra König (Port of Copenhagen Malmo), Rob Witte (DGMR). Not present, but member of the project board: Christa Sams (Port of New South Wales) und Gary Olszewski (Port of Vancouver)

 

 




UV-Schutz mit großer Wirkung

Jedes Jahr bekommt das Currenta-Ideen-Management tausende Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern. Eine gute Idee, bei der eine kleine Veränderung eine große Wirkung zeigt, hatten Torsten Jäger, Axel May und Thomas Fatum aus der Currenta-Analytik in Krefeld-Uerdingen.

Den drei Kollegen war aufgefallen, dass die durchsichtigen Kunststoffbauteile in einem Messgerät ständig verdreckt waren und deshalb einmal im Monat ausgetauscht werden mussten. Das Messgerät hat eine durchsichtige Schutzscheibe in der Tür und hängt in einem Raum, in dem auf einer Seite Fenster sind. Auffällig war: Die Kunststoff-Bauteile waren nur auf der Seite verschmutzt, von der das Tageslicht kommt. „Wir kamen zu dem Schluss, dass es sich um Algen handeln müsste, da diese immer in die Richtung wachsen, aus der UV-Licht kommt“, erzählt Jäger. May und er wandten sich an ihren Kollegen Thomas Fatum, der vorschlug, eine schwarze Kunststoffscheibe einzubauen, die vor UV-Licht schützt. Gesagt, getan: Seit Umbau des Kastens müssen die Kollegen die Bauteile nicht mehr außer der Norm austauschen. Und ihre Idee schlug Wellen: Diverse Plastikschläuche, an denen ebenfalls Algen wuchsen und die häufig ausgetauscht werden mussten, sind inzwischen in lichtundurchlässigen Schläuchen verschwunden. Und auch ein weiteres Messgerät in Uerdingen wurde mit einer schwarzen Scheibe ausgestattet. Mit der Umsetzung der Idee spart Currenta rund 8.000 Euro jährlich.

Tüftler aller Geschäftsfelder reichten 2018 insgesamt 3.178 Verbesserungs-vorschläge beim Currenta Ideen-Management ein – und damit rund 300 Vorschläge mehr als 2017. Fast jeder Mitarbeiter hatte im vergangenen Jahr eine Idee, mit der er sein Arbeitsumfeld sicherer, effizienter und einfacher gestalten könnte. Auch die Azubis hatten viele Verbesserungsideen und reichten 272 Vorschläge ein. Die rund 552 Currenta-Mitarbeiter aus Krefeld-Uerdingen reichten insgesamt 559 Verbesserungsvorschläge ein.

1.710 Ideen sind im vergangenen Jahr umgesetzt worden. Damit ist die Realisierungsquote im Vergleich zum Vorjahr noch einmal leicht gestiegen und liegt bei 55%. 108 Verbesserungsvorschläge zielen dabei auf das Thema Umweltschutz und 56 Ideen verbesserten die Energieeffizienz von Currenta. „Da Umweltschutz für uns alle einen hohen Stellenwert hat, freue ich mich sehr, dass so viele Ideen diesem Thema zu Gute kommen“, sagt Arbeitsdirektor Alexander Wagner. Auch über die vielen guten Vorschläge im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz freut sich Wagner. „Es ist mir persönlich ein Anliegen, dass diese schnellstmöglich umgesetzt werden.“ Etwa die Hälfte der umgesetzten Ideen haben Auswirkungen auf die beiden Bereiche. Der Chempark-Betreiber belohnte die Kreativität der Mitarbeiter mit einer Gesamtprämiensumme von rund 820.000 Euro. Die höchste Einzelprämie lag bei rund 108.000 Euro. 

Die Idee mit dem höchsten Gesamtnutzen spart rund 718.802 Euro jährlich. Es sind aber nicht nur die „großen“ Ideen, von denen ein Unternehmen profitiert. Gerade die vielen kleinen realisierten Vorschläge mit einem wirtschaftlichen Nutzen bis 5.000 Euro tragen zu Fortschritt und Effizienz bei. Die 1.690 realisierten Ideen machen rund 99% aus und sparen über eine Millionen Euro im ersten Jahr der Realisierung. Gemeinsam mit dem wirtschaftlichen Nutzen der „großen“ Ideen liegen die Gesamteinsparungen im ersten Jahr bei rund 2,2 Millionen Euro.

Quelle und Foto: Currenta, Torsten Jäger zeigt das NO3-N-Messgerät in das eine UV-lichtgeschützte Scheibe eingebaut wurde, um Algenwachstum zu verhindern.

 

 

 

 




Mehr Strom mit weniger Anlagen

In den vergangenen 1½ Jahren wurden am Slufterdam tatkräftig 17 veraltete Windkraftanlagen gegen 14 wesentlich effizientere Exemplare ausgetauscht. Die Leistung des Windparks hat sich somit verdoppelt. Cees de Haan, Geschäftsführer der Bereiche Solar und Wind bei Eneco, bezeichnet den neuen Windpark als besonderes Projekt. „Mit diesem Windpark erzeugen wir nicht nur Strom, sondern setzen uns auch für die Umgebung ein.”

An dem Projekt waren die Naturorganisationen Stichting Het Zuid-Hollands Landschap und Natuurmonumenten, der Hafenbetrieb Rotterdam, die Gemeinden Rotterdam und Westvoorne sowie die Energieunternehmen Eneco und Vattenfall beteiligt. Von 14 Windkraftanlagen sind 8 Eigentum von Vattenfall und 6 von Eneco.

Cees de Haan: „Der einzige Weg zur Erzielung eines guten Ergebnisses liegt in der Zusammenarbeit und Berücksichtigung der jeweiligen Interessen, aber auch der gesellschaftlichen Bedeutung. Wenn man im Lebensraum und in der Arbeitsumgebung von Menschen, Tieren und Organisationen tätig wird, so muss man auf diese Rücksicht nehmen.“ So wurden von den beteiligten Parteien zwei Fonds ins Leben gerufen: der Natuurfonds und der Leefbaarheidsfonds. „Der Natuurfonds investiert vor allem in die Naturgebiete und das Naturerlebnis in Westvoorne. Der Leefbaarheidsfonds trägt z. B. zur nachhaltigen Ausrichtung von Vereinen und Schulen bei.”

Yvonne van der Laan, Direktorin für den Bereich Verfahrensindustrie & Massengut beim Hafenbetrieb Rotterdam, sieht den verbesserten Windpark als Schritt in die richtige Richtung. „Als Hafenbetrieb unterstützen wir gerne Projekte wie dieses. Standorte in der Nähe des Meeres sind ideal, weil es dort stark weht.” Die Zukunft der Windenergie liegt jedoch vor allem im Meer. „Im Hafengebiet sind schon reichlich Windkraftanlagen aufgestellt. Es ist längst nicht genügend Platz vorhanden, um das gesamte Hafengebiet mit Strom aus Windkraft zu versorgen. Wir empfehlen daher den Bau von Windparks im Meer, weil dort mehr Platz ist und die Hafentätigkeiten nicht beeinträchtigt werden.“

Der Windpark sollte hinsichtlich der Energiewende vor allem als Schritt in die richtige Richtung gesehen werden. Yvonne van der Laan: „Dieser Windpark erzeugt 180.000 Megawattstunden jährlich. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von 60.000 Haushalten. Zur Energieversorgung des gesamten Hafengebiets sind jedoch 52 Mio. Megawatt erforderlich. Es liegt also noch ein weiter Weg vor uns, doch man muss irgendwo anfangen. Alle kleinen Schritte sind hilfreich.”

  • Anzahl der Windkraftanlagen: 14 (6 von Eneco, 8 von Vattenfall)
  • Achsenhöhe: 94 m
  • Leistung je Windkraftanlage: 3,6 Megawatt
  • Jahresertrag: 180.000 MWh (Dies entspricht dem Verbrauch von 60.000 Haushalten.)
  • CO2 -Ersparnis: 70.000 t

Quelle und Film: Port of Rotterdam

 




Wasserstoffschiff Energy Observer legt an

Am 22. März legte der Katamaran Energy Observer während seiner Odyssee um die Welt in Antwerpen an. Der belgische Hafen ist die 34. Station des Wasserstoffschiffs. Die Besatzung unter der Leitung von Victorien Erussard (Gründer und Kapitän) und Jérôme Delafosse (Expeditionsleiter) wurde vom Hafen Antwerpen und der Compagnie Maritime Belge (CMB) im Port House begrüßt.

Bis zum 29. März liegt das Schiff im Kattendijkdok im Messedorf „Watt’s Next?“. Eine kostenlose und interaktive Ausstellung für Jung und Alt über Initiativen des Hafens Antwerpen, die zum Energiewandel beitragen.

Annick De Ridder, Hafensenatorin von Antwerpen: „Die Hafengemeinschaft und ihre Partner arbeiten zusammen, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. Offene Kommunikation ist das Kernkonzept. Offene Kommunikation untereinander, aber auch mit der Gesellschaft. Die Ankunft des Energy Observer ist daher der perfekte Zeitpunkt, um unsere Hafenaktivitäten der Öffentlichkeit zu präsentieren.“

Dieser Zwischenstopp des Energy Observer ist eine Gelegenheit, zu entdecken und zu verstehen, wie ein Welthafen die Klima- und Energieprobleme angeht und sich für Zukunftslösungen einsetzt. Dabei spielen Position, Standort und Systeme eine entscheidende Rolle. So testet der Hafen beispielsweise seit einigen Jahren neue Energiequellen wie Wasserstoff.

Mit der Ausstellung „Watt’s Next?“ bietet der Hafen Antwerpen der Öffentlichkeit an neun Tagen einen Einblick in diese Energiethemen. „Wasserstoff ist der gemeinsame Nenner, der Energy Observer, CMB und Port of Antwerp verbindet. Einer der Kraftstoffe der Zukunft, der es uns ermöglicht, Energie zu speichern und zu transportieren. Wir unterstützen die innovativen Initiativen zum Thema Wasserstoff voll und ganz – erst im November haben wir das Schiff Hydroville mit unserem Sustainability Award ausgezeichnet – und hoffen, in den kommenden Monaten die erste Wasserstoffstation weltweit in unserem Hafen betreiben zu können“, sagt Jacques Vandermeiren, CEO der Antwerp Port Authority.

„CMB teilt den gleichen Ozean und die gleiche Vision wie das Energy-Observer-Team. Wir sind ebenfalls von der Leistungsfähigkeit von Wasserstoff als Schlüssel zu einer nachhaltigen Schifffahrt und damit zum Energiewandel überzeugt“, sagt Alexander Saverys, CEO von CMB.

Im Rahmen des Zwischenstopps des Energy Observer in Antwerpen organisiert der Hafen Antwerpen zahlreiche Veranstaltungen. Zum Beispiel eine Innovations-Mission in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission: Eine zweitägige Mission, die sich mit grünem Wasserstoff und den Erfolgsfaktoren für den groß angelegten Roll-out von Hydrogen-Valley-Projekten beschäftigt. Diese Veranstaltung erleichtert den Austausch von Fachwissen zwischen den Mitgliedstaaten im Hinblick auf vorrangige Maßnahmen zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Der Gründer und Kapitän Victorien Erussard sagt: „Das Energy-Observer-Team engagiert sich für ein außergewöhnliches Projekt. Sowohl technologisch als auch menschlich, was es ermöglicht, von der Beobachtung zur Handlung überzugehen. Während unserer Odyssee wollen wir Menschen begegnen, die für den Planeten innovativ sind und zeigen, dass Ökonomie und Ökologie Hand in Hand gehen, um Lösungen für morgen zu entwickeln. Die Odyssee für die Zukunft in Nordeuropa ist auch eine Gelegenheit, Initiativen zu entdecken, die uns inspirieren, wie wir die Herausforderungen des Klimawandels angehen können“.

Am Antwerpener Port House zeigt das 200 m² große Energy-Observer-Dorf die Technologien des Schiffes. Auch die abenteuerlichen Geschichten der Crew seit ihrer Abreise aus Saint-Malo im Juni 2017 werden erzählt. Es handelt sich um eine kostenlose, interaktive Ausstellung mit Virtual Reality und 360°-Kartierung, um so vielen Menschen wie möglich die Notwendigkeit bewusst zu machen, täglich für den ökologischen Wandel zu kämpfen.

Während des Zwischenstopps wird das Energy-Observer-Team auch nach innovativen Lösungen und Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung suchen. Energy Observer teilt diese Meetings in kurzen Eposiden online in der Web-Serie „Solutions“:  Eine Plattform für Pioniere auf der ganzen Welt, die die 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) umsetzen, für die Energy Observer der erste französische Botschafter ist.

„Wasserstoff ist ein ausgezeichneter Energieträger. In Kombination mit Erneuerbaren Energien ist das Potenzial immens. Es eröffnet eine unglaubliche Anzahl von Möglichkeiten für den Energiewandel. Wasserstoff ist unerschöpflich und hat eine außergewöhnliche Energiedichte. Es setzt bis zu viermal mehr Energie frei als Kohle, dreimal mehr als Diesel und 2,5 mal mehr als Erdgas. Bei der Verbrennung werden keine Treibhausgase oder Feinstaub freigesetzt“, sagt Jérôme Delafosse, Expeditionsleiter Energy Observer.

Energy Observer trifft auch „Youth for Climate“ und folgt der jungen Generation, die seit dem 20. November in Brüssel für den Planeten eintritt. Zehntausende von Schülern und Studenten in Belgien, Deutschland, der Schweiz und anderswo mobilisieren sich täglich. Eine besonders starke Dynamik ist in Nordeuropa zu spüren, mitten im Zentrum der dritten großen Etappe der sechsjährigen Welttournee von Energy Observer.

Energy Observer ist das erste autarke Wasserstoffschiff ohne Emission von Treibhausgasen oder Feinstaub. Das elektrisch betriebene Schiff der Zukunft wird durch einen Mix aus erneuerbaren Energien angetrieben. Außerdem wird aus Meerwasser kohlenstofffreier Wasserstoff erzeugt. Eine Reihe technologischer und wissenschaftlicher Herausforderungen und fortgeschrittener Technologien werden unter extremen Bedingungen getestet, um die Energienetze von morgen nutzbar zu machen.

Energy Observer führt eine sechsjährige Odyssee für die Zukunft (2017 – 2022) durch 50 Länder und 101 Anlaufstellen unter der Leitung von Victorien Erussard (Gründer und Kapitän) und Jérôme Delafosse (Expeditionsleiter und Dokumentarfilmer). Eine Reise um die Welt, die Innovationen über den ökologischen Wandel zeigt, um das Bewusstsein für Erneuerbare Energien, Biodiversität, Agrarökologie, Mobilität oder Kreislaufwirtschaft zu stärken. Die Expedition des 21. Jahrhunderts konzentriert sich auf die Umsetzung der 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. Energy Observer ist der erste Botschafter für Frankreich.

Energy Observer erhielt die Schirmherrschaft vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron und erhält offizielle Unterstützung von der Europäischen Union, der UNESCO und IRENA.

Quelle und Foto: Quelle: Antwerp Port Authority

 




Antwerpen unterstützt Energiewende

Der Hafen Antwerpen startet ein ehrgeiziges neues Projekt. Mit der Zusammenführung verschiedener Akteure im Hafengebiet zur nachhaltigen Produktion von Methanol – einem wichtigen Rohstoff im Hafen – macht Antwerpen den nächsten Schritt beim Übergang zu alternativen Energiequellen und einem CO2-neutralen Hafen. Das Pilotprojekt zielt auf die Produktion von 4.000 bis 8.000 Tonnen nachhaltigen Methanols pro Jahr.

Innovation wird der Schlüssel zum Erfolg und zur wirtschaftlichen Machbarkeit dieses Projekts sein, indem verschiedene, bereits in der Hafenplattform vorhandene Aktivitäten wie Stromerzeugung, Brennstoffindustrie und Chemische Industrie kombiniert werden. Das Projekt ist komplex und herausfordernd, wird aber für Belgien eine „Premiere“ sein.

Methanol ist ein wichtiger Rohstoff mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Chemischen Industrie und hat auch viele Anwendungen darüber hinaus. Angesichts der starken Chemieindustrie im Hafengebiet ist dieser Stoff für den täglichen Betrieb  des Hafens unerlässlich. Methanol  ist der Ausgangspunkt für verschiedenste chemische Prozesse, die von den Industrieunternehmen im Hafen täglich angewendet werden. Rund 300.000 Tonnen Methanol verbraucht der Hafen Antwerpen jährlich für chemische Prozesse  sowie  die Kraftstoffproduktion: von Dämmplatten bis hin zu Treibstoffadditiven.

Gegenwärtig wird Methanol jedoch aus fossilen Quellen gewonnen, die irgendwann erschöpft sein werden. Durch die Unterstützung bei der Einführung eines neuen Produktionsprozesses unternimmt der Hafen Antwerpen nun die notwendigen Schritte, um den Hafen nachhaltiger zu gestalten.

„In der Praxis werden wir Methanol aus CO2-Abfällen und nachhaltig erzeugtem Wasserstoff produzieren“, erklärt Didier Van Osselaer, Projektleiter im Hafen Antwerpen. „Die CO2-Abfälle werden durch einen neuen Prozess namens Carbon Capture and Utilisation (CCU) gesammelt, bei dem zumindest ein Teil der CO2-Emissionen zurückgeführt wird. Dieses CO2 wird dann in einer neuen Elektrolyseanlage mit Wasserstoff kombiniert, der nachhaltig und mit grüner Energie erzeugt wird. Diese beiden Prozesse – CCU und Elektrolyse – bilden zusammen die perfekte Grundlage für die Herstellung von nachhaltigem Methanol.“

Auf diese Weise wird der Hafen Antwerpen pro Tonne erzeugtem Methanol eine Tonne CO2– Emissionen – oder vielleicht sogar die doppelte Menge – vermeiden. Methanol kann auch in Zukunft als eigenständiger nachhaltiger Kraftstoff mit minimalen Schadstoffemissionen zum Antrieb von z. B. Schleppern oder auch im normalen Straßenverkehr eingesetzt werden. Tatsächlich plant der Hafen Antwerpen, in naher Zukunft einen ersten methanolbetriebenen Schlepper einzuführen.

Um dies zu erreichen, bringt der Hafen verschiedene Experten zusammen. ENGIE, Oiltanking, Indaver, Vlaamse Milieuholding (VMH) und Helm-Proman unterstützen dieses Projekt und auch mehrere wissenschaftliche Institute haben sich bereits dazu entschlossen. Dies ist ein neuer Schritt in Richtung eines integrierten, effizienten Hafens, indem eine engmaschige Hafengemeinschaft geschaffen wird, die über die Grenzen industrieller Aktivitäten hinweg kooperiert. Jeder Partner hat seine eigene Rolle in diesem Projekt. So wird ENGIE seine Kenntnisse des Strommarktes einbringen, Oiltanking berät über die logistischen Aspekte der Methanolproduktion und -speicherung, während Indaver seine Expertise in der CO2-Sammlung anbietet. Helm-Proman engagiert sich bei der Erschließung von Märkten für das produzierte Methanol, VMH übernimmt zumindest einen Teil der Finanzierung, während der Hafen Antwerpen als Brücke zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor fungiert.

Jacques Vandermeiren, CEO der Antwerp Port Authority, bestätigt: „Mit diesem innovativen Projekt wollen wir den Weg für alternative Energiequellen im Hafen Antwerpen ebnen. Ich bin stolz darauf, dass wir heute diese Kooperationsvereinbarung mit fünf wichtigen Partnern unter anderem aus der Strom-, Brennstoff- und Chemieindustrie unterzeichnen können. Unsere Aufgabe als Hafenbehörde ist es, Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen, um sich den Herausforderungen von morgen zu stellen. Der heutige Tag ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.“

Phillippe Muyters, flämischer Minister für Arbeit und Wirtschaft, Innovationen und Sport, fügt hinzu: „Innovation ist der Schlüssel, wenn es darum geht, sich den großen und kleinen Herausforderungen zu stellen. Wir werden das Klimaproblem nicht lösen, indem wir Unternehmer steuerlich belasten. Dieses innovative Projekt zeigt einmal mehr, dass unsere Unternehmen ein wichtiger Teil der Lösung sind, insbesondere wenn sie zusammenkommen und zusammenarbeiten, wie hier im Hafen von Antwerpen.“

Der Minister für Umwelt, Natur und Landwirtschaft von Flandern, Koen Van den Heuvel, begrüßt diese Initiative ebenfalls: „Ich bin sehr froh, dass der Antwerpener Hafen diese Rolle übernommen hat. Es zeigt, dass wir hier in Flandern innovativ denken. Wie das Projekt für Landstrom wird auch dieses Projekt dazu beitragen, unsere ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig werden Primärrohstoffe eingespart und der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft vorangetrieben.

Quelle und Grafik Port of Antwerp




LNG kann 142 Mio Tonnen Treibhausgase sparen

Unter Annahme, dass es bis 2040 weltweit 6.000 (vor allem) große LNG-Schiffe und in der EU 480.000 LNG-Lkw gibt, könnten sich die Treibhausgas-Emissionen in der Schifffahrt bis 2040 um 132 Millionen Tonnen und bei schweren Lkw je nach Motortechnik um bis zu 4,7 Millionen Tonnen reduzieren. Bei einem Anteil von 30% Bio-LNG wäre eine zusätzliche Reduktion bei Lkw um rund 20% möglich. Derzeit liegen die Treibhausgas-Emissionen des gesamten deutschen Transportsektors bei rund 166 Millionen Tonnen.

„Wir sehen in der Seeschifffahrt für LNG großes Potential. Dies gilt im Besonderen für Containerschiffe, die aufgrund ihres hohen Leistungsbedarfes vergleichsweise hohe Kraftstoffverbräuche haben. Passagierschiffen kommt eine Pionierfunktion zu. Wenn LNG Schweröl ersetzt, bieten sich hohe Emissionsvorteile“, sagt Shell Chefvolkswirt Dr. Jörg Adolf.

„Im Straßengüterverkehr eignet sich LNG insbesondere für schwere Lkw als Alternative für Dieselkraftstoff. Um hohe Emissionseinsparungen zu erreichen, wird hier jedoch LNG aus erneuerbaren Energien wie etwa Bio-LNG benötigt“, erläutert DLR-Verkehrsexperte Dipl.-Ing. Andreas Lischke.

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass der globale Erdgashandel bis 2040 um rund zwei Drittel wächst und über 80% dieses Zuwachses durch LNG abgedeckt werden. Während heute rund 8 bis 9% des konsumierten Erdgases LNG ist, werden es dann circa 14% sein.

Schiffe tragen zu einem wesentlichen Teil zur Emission verkehrsbedingter Luftschadstoffe bei. Zudem verursacht der internationale Seeverkehr rund 3% des weltweiten Kohlendioxidausstoßes. LNG ist derzeit die einzige ernsthaft diskutierte und marktreife Alternative zu ölbasierten Schiffskraftstoffen. Entsprechend geht die Studie davon aus, dass der Bestand an LNG-Seeschiffen bis 2040 deutlich rascher als der Gesamtbestand wachsen wird. Dynamisch entwickeln sich hier vor allem die Containerschiffe. Passagierschiffen wie Kreuzfahrtschiffen und Fähren kommt eine Pionierfunktion zu.

Im Straßenverkehr kommt LNG hauptsächlich für schwere Lkw und Sattelzugmaschinen in Frage. Die Zahl der schweren Lkw und Sattelzüge innerhalb der EU wird bei Fortschreibung der heutigen Zulassungtrends bis 2040 um 307.000 auf 2,76 Millionen steigen. 480.000 (17%) davon hätten dann einen LNG-Antrieb und würden einen Dieselkraftstoffverbrauch von bis zu 11,5 Mrd. Litern substituieren. Aktuell gibt es in der EU etwa 4.000 LNG-Lkw.

„Für die Einführung/Nutzung von emissionsarmem LNG bedarf es einer technologieoffenen Förderung erneuerbarer Energieressourcen für die LNG-Bereitstellung. Ferner muss der Ausbau der Infrastruktur gefördert werden. Um Anwender von der LNG-Technologie zu überzeugen, werden verlässliche wirtschaftliche Nutzervorteile benötigt; diese können durch regulatorische oder fiskalische Instrumente geschaffen werden“, sagt Adolf.

Mehr Informationen gibt es hier

Quelle und Foto: Shell

 

 

 

 

 




Windpark Slufterdam 2.0 mit doppelter Leistung

Eneco und Vattenfall haben eine neue und verbesserte Ausführung des Windparks Slufterdam im Hafen Rotterdam in Betrieb genommen. In dem Windpark, der seit 2002 nachhaltige Energie liefert, wurden die 17 vorhandenen Windkraftanlagen durch 14 wesentlich effizientere Exemplare ersetzt.

Die Leistung verdoppelte sich damit nahezu von 25,5 MW auf 50,4 MW. Jährlich erzeugen die 14 Windkraftanlagen 180 GWh Windstrom, genug für den durchschnittlichen Jahresverbrauch von ca. 60.000 Haushalten.

Die Energieunternehmen begannen Mitte 2017 mit den Vorbereitungen zum Austausch der Windkraftanlagen. Innerhalb eines Zeitraums von 1,5 Jahren wurden die alten Windkraftanlagen demontiert, die Infrastruktur für den neuen Windpark angelegt und neue Windkraftanlagen aufgestellt.

Dass dieses Projekt erfolgreich umgesetzt wurde, lässt sich auf die konstruktive Zusammenarbeit der verschiedenen Partner in diesem Gebiet zurückführen. Aufgrund der einzigartigen Lage des Windparks kommen hier vielfältige gesellschaftliche und wirtschaftliche Interessen zusammen, von Naturorganisationen (Stichting Het Zuid-Hollandse Landschap und Natuurmonumenten) bis zum Hafenbetrieb Rotterdam und von Gemeinden (Westvoorne und Rotterdam) bis zu zwei konkurrierenden Energieunternehmen (Eneco und Vattenfall). Sie setzten sich gemeinsam für die Realisierung der Zielsetzung ein: mehr nachhaltige Energie, die zudem zur Regeneration der Natur beiträgt.

Lies van der Pol, Beigeordnete der Gemeinde Westvoorne: „Als Gemeinde streben wir Nachhaltigkeit und einen Beitrag zur Energiewende an. Eine Basis bei unseren Einwohnern und eine gute Integration nachhaltiger Energiequellen in unsere Landschaft sind dabei bedeutende Rahmenbedingungen. Gemeinsam mit Eneco und Nuon konnten wir diese Bestrebungen gestalten, indem wir zwei Fonds gründeten, u. a. den Leefbaarheidsfonds (Fonds für Lebensqualität), mit dem wir Vereine, Schulen und gesellschaftliche Organisationen beim Thema Nachhaltigkeit finanziell unterstützen.“

Außer dem Leefbaarheidsfonds wird von den beteiligten Partnern auch ein Naturfonds ins Leben gerufen. Michiel Houtzagers, Vorstand der Stichting Het Zuid-Hollands Landschap, und Anneklaar Wijnants von der Organisation Natuurmonumenten sind über den Fonds erfreut: „Der Windpark Slufterdam liegt direkt neben einem schönen Natur- und Erholungsgebiet. Mit diesem Fonds können wir in die besondere Küstennatur investieren, die für dieses Gebiet so typisch ist, und das Naturerlebnis verbessern.“

Eneco ist stolz auf dieses Projekt und die Art und Weise, in der die Zusammenarbeit gestaltet wurde. Cees de Haan, Geschäftsführer von Eneco Solar en Wind: „Im Hinblick auf mehr Nachhaltigkeit in den Niederlanden müssen in den nächsten Jahren Windparks hinzugebaut werden. Dies ist nur möglich, wenn es eine entsprechende Basis gibt. Das einzig richtige Vorgehen besteht darin, gemeinsam an nachhaltiger Energie zu arbeiten, mit Blick für die Interessen eines jeden und die gesellschaftliche Bedeutung.“

Peter Smink, CEO Vattenfall Nederland: „Für Vattenfall ist jeder gesetzte Schritt, u. a. mit Windenergie, ein wichtiger Meilenstein, denn er passt vollständig zu unserer Zielsetzung, innerhalb einer Generation Energie ohne fossile Energieträger zu erzeugen. Dieser Windpark liegt an einem einzigartigen Windenergiestandort, an dem es stark weht. Mit den neuen, größeren Windkraftanlagen können wir diese Lage perfekt nutzen.“

Fakten und Zahlen zum Windpark Slufterdam

  • 14 Windkraftanlagen des Typs Vestas VII2, 8 in Eigentum von Vattenfall, 6 in Eigentum von Eneco
  • 3,6 MW je Windkraftanlage, insgesamt 50,4 MW installierte Leistung
  • GVB nimmt Strom von den Vattenfall-Windkraftanlagen ab.
  • Die Royal Schiphol Group n.v. nimmt den Strom eines Teils der Windkraftanlagen von Eneco ab. Ansonsten führt Eneco Gespräche mit lokalen Partnern.

Quelle und Foto: Eneco und Vattenfall

 




Nase, Augen und Ohren des Chempark

Seit zwölf Jahren hält Klaus Spieker in der Umweltüberwachung der Chempark-Standorte die Fäden in der Hand. Der Verfahrensingenieur hat durch seine beruflichen Erfahrungen die beste Grundlage für diese verantwortungsvolle Position. Aber was genau sind eigentlich die Aufgaben der Umweltüberwachung?

„Ganz einfach“, lautet die Antwort von Spieker, „wir sorgen dafür, dass die chemische Produktion im Chempark ohne Umweltbeeinträchtigung abläuft.“ Ganz so simpel, wie es aus seinem erfahrenen Munde klingt, ist diese Aufgabe dann aber doch nicht. Zumindest nicht für Außenstehende. Im Gegenteil: Ein perfekt durchdachtes und bewährtes System stellt sicher, dass Wasser und Luft aus Produktionsprozessen und Entsorgungsanlagen durchgehend überwacht und geprüft werden. So ist im Bedarfsfall eine sofortige und punktgenaue Reaktion möglich.

Dafür sorgt das jeweilige Team vor Ort: Jeder Standort hat im Bereich Umweltüberwachung einen Teamleiter, meist ein Chemiker, den zwei weitere Kollegen bei der Sacharbeit unterstützen. Bei Spieker bündelt sich die Verantwortung als Leiter der Umweltüberwachung aller Standorte. „Viele Menschen wundern sich, dass wir in diesem wichtigen Aufgabenbereich mit so wenigen Beschäftigten auskommen“, weiß er. „Aber das täuscht – denn hinter uns steht ein großes Netzwerk.“

Dies lässt sich anschaulich am Beispiel Abwasser erklären. „Beim Abwasser haben wir erst einmal die Grundüberwachung“, erklärt der 59-Jährige. „Mit Online-Messungen und Probensammelautomaten in Messstationen sowie regelmäßigen Laboranalysen beobachten wir kontinuierlich den Zustand in den Kanälen und sichern so die Einhaltung der Grenzwerte. Die strengen gesetzlichen Vorgaben müssen zu jeder Zeit eingehalten werden.“ Und genau da kommt das besagte Netzwerk zum Tragen: Alle Informationen laufen in der Sicherheitszentrale zusammen. Diese Zentrale ist Tag und Nacht besetzt. Wenn es zu Auffälligkeiten kommt, kann jeder der Mitarbeiter dort auf detaillierte Aktionspläne zugreifen, die das weitere Vorgehen und die Verantwortungen genauestens regeln – das Ereignismanagement wird gestartet.

Weist das Wasser Verunreinigungen auf, ist es dank der flächendeckenden Überwachung möglich, den betreffenden Teilstrom aufzufangen, innerhalb kürzester Zeit die Ursache zu finden und das Problem zu beheben. Die Sicherheitszentrale hat aber weit mehr Zuständigkeiten – hier laufen alle Drähte des Chempark im Bereich Sicherheit zusammen. Und: Diese Zentrale ist auch der Anlaufpunkt für die Anwohner.

„Es ist uns sehr wichtig, dass sich die Menschen in der Nachbarschaft sicher fühlen können“, sagt Spieker. „Ein Anwohner bemerkt vielleicht einen ungewöhnlichen Geruch – dann ruft er bei uns an, und wir schicken sofort unseren Luftmesswagen raus.“ Jeder Hinweis wird ernst genommen und überprüft, und jeder Anrufer wird zeitnah über die Ergebnisse der Nachforschungen informiert. Bei auffälligem Geruch ist sogar noch die zeitversetzte Analyse möglich – Luftmessstationen auf dem Gelände speichern ihre Ergebnisse.

Das Wichtigste für Spieker: Er kann sich auf seine Mitarbeiter voll und ganz verlassen. „Zusammen mit den Anwohnern sind wir ein richtig gutes Team. Gemeinsam machen wir uns stark – für die Sicherheit!“

Sicherheitstelefon

Wenn Sie ungewöhnliche Geräusche oder Gerüche wahrnehmen, können Sie sich jederzeit an die Sicherheitszentrale wenden:

Krefeld-Uerdingen: (02151) 88 99 333

Quelle und Foto: Currenta, ein ganz feiner Riecher: Schon bei einem geöffneten Filzstift schlägt die Analytik des Luftmesswagens an, wie Günter Staisch vom Chempark-Betreiber Currenta den Schülern zeigt.

 




Elbvorland wird Lebensraum für Wasserfenchel

Zeitgleich mit dem Beginn der Arbeiten zur Elbvertiefung beginnt die Umweltbehörde mit ökologischen Ausbaumaßnahmen entlang des Ufers. Start ist im Naturschutzgebiet Zollenspieker. Dort werden Tidelebensräume für Pflanzen und Tiere verbessert.

Im Mittelpunkt steht die Schaffung von Flächen für den Schierlings-Wasserfenchel. Die bis zu zwei Meter hohe Pflanze hat ihre ökologische Nische im Wechselwasserbereich von Ebbe und Flut. Sie kommt weltweit nur an der Elbe und ihren tidebeeinflussten Nebenflüssen vor. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Hamburg. Weiteres Ziel ist die Schaffung eines fast vier Hektar großen natur-nahen Tideauwaldes.

Umweltsenator Jens Kerstan: „Ich freue mich, dass wir im Naturschutzgebiet Zollenspieker zusammen mit der Hamburg Port Authority ein dichtes Netz von naturnahen Ästuarlebensräumen schaffen können, die das Schutzgebiet, in seiner Funktion für den Biotopverbund an der Elbe, deutlich aufwertet. Mir ist besonders wichtig, dass die Kompensationsmaßnahmen genauso zügig vorankommen wie die Baumaßnahmen der Elbvertiefung.“

Der Priel ist in einem Teilabschnitt von 1.300 m bereits vorhanden. Die Ausprägung der Ufer ist jedoch naturschutzfachlich nicht optimal.  In einem Abschnitt von  830 m soll der Priel daher in seiner Achse vom Deich weg verlegt werden und flachere Ufer erhalten. Weiter wird der Priel um 400 m nach Osten verlängert. Der neue Priel hat dann eine Gesamtlänge von 1.700 m.

Durch die täglich einschwingende Tide im Priel werden neue Lebensräume geschaffen: Offene Schlammufer entstehen, Weiden werden aufwachsen. Diese neuen Standorte bieten Lebensraum für den Schierlings-Wasserfenchel und andere Pionierarten.

Die Deckwerke (Uferbefestigungen) an der Elbe sind in der Regel gradlinig und haben keine strömungsberuhigten Bereiche. Viele typische Pflanzen und Tiere der Elbe benötigen jedoch Stillwasserzonen. Durch die Absenkung der Uferbefestigung aus Schlackesteinen auf einer Breite von 15 bis 20 m und einer dahinterliegenden neuen Anlage einer Flachwasserzone werden naturnahe Uferlebens-räume an der Elbe geschaffen.

Auf einer 3,9 ha großen Fläche soll sich langfristig Tideauwald entwickeln. Die Entwicklung wird durch eine Anpflanzung von speziell für dieses Vorhaben gezogenen Weiden initiiert.

Sicherheit geht vor, daher wird die Überfahrt des Deiches aufwendig mit einer Stahlplattenbahn ausgelegt. Die Maßnahmenfläche gehört auch zum Flora-Fauna-Habitat Gebiet Zollenspieker/Kiebitzbrack. Die Arbeiten sollen bis zum Beginn der Sturmflutsaison abgeschlossen werden.

Quelle und Foto: Behörde für Umwelt und Energie




Hapag-Lloyd rüstet auf LNG um

Hapag-Lloyd rüstet sein 15.000 TEU Schiff „Sajir“ auf LNG Betrieb um. Die Motorenanlage wird künftig mit einem dualen Treibstoffbetrieb laufen, das heißt der Betrieb ist sowohl mit Liquefied Natural Gas (LNG) als auch mit schwefelarmen Treibstoff (LSFO) möglich.

Der Vertrag zur Umrüstung wurde Ende vergangener Woche unterschrieben mit der Hudong HONDHOA Shipbuilding (Group) Co., LTD. Der Umbau wird von der Werft Huarun Dadong Dockyard Co., LTD in Shanghai umgesetzt.

Während der Werftzeit wird das Brennstoffsystem sowie der bestehende Schweröl verbrennende Motor zu einem dualen Treibstoffmotor umgebaut. Geplant ist, das Schiff im LNG-Betrieb einzusetzen. Als Back-up ist auch ein Betrieb mit schwefelarmen Treibstoff (LSFO) möglich. „Mit der Umrüstung der „Sajir“ sind wir die erste Reederei weltweit, die ein Containerschiff dieser Größenordnung auf LNG-Antrieb umstellt“, sagt Richard von Berlepsch, Managing Director Fleet Management bei Hapag-Lloyd. „Es ist also ein bis dato einmaliger Pilot durch den wir hoffen, für die Zukunft zu lernen und Wegbereiter für Umrüstungen von Großschiffen auf diesen alternativen Treibstoff zu sein.“

LNG hat das Potenzial, in der Schifffahrt die Emissionen von CO2 um 15 bis 30 Prozent sowie von Schwefeldioxid und Feinstaub um mehr als 90 Prozent zu reduzieren.

Die „Sajir“ gehört zu den insgesamt 17 als Neubau konzipierten „LNG-ready“-Schiffen in der Flotte von Hapag-Lloyd. Ihre 16 Schwesterschiffe sind ebenfalls technisch für eine Umrüstung geeignet. Mit dem Umbau der „Sajir“ realisiert Hapag-Lloyd eine technologische Option zur Reduzierung der Umwelteinflüsse von Großschiffen.

Quelle und Foto: Hapag-Lloyd