Antwerpen digitalisiert Radarinfrastruktur

Die Radarinfrastruktur spielt eine wichtige Rolle bei der Lenkung des Schiffsverkehrs. In diesem Zusammenhang wurde vor kurzem ein Rahmenvertrag über die vollständige Digitalisierung und den Ausbau des Systems an Securitas vergeben.

Aufgrund seiner Lage im Hinterland und der damit verbundenen komplexen Anläufe ist der Betrieb der nautischen Kette für den reibungslosen Verkehr im Hafen von Antwerpen von entscheidender Bedeutung. In den letzten Jahren wurde daher stark in die digitale Vernetzung der Kettenpartner investiert, unter anderem durch mehr und besseren Datenaustausch. Im Hafen selbst hat Port of Antwerp 2021 mit der Einführung eines Schiffsverkehrsmanagements begonnen, um die Lenkung des Schiffsverkehrs hinter den Schleusen zu verbessern. In diesem Rahmen wurde kürzlich mit der Vergabe eines Rahmenvertrags zur Digitalisierung und zum weiteren Ausbau der gesamten Radarinfrastruktur ein Meilenstein erreicht.

Die 12 derzeitigen analogen Radaranlagen werden schrittweise ersetzt, und zusätzlich werden sieben Radaraufstellplätze eingerichtet. Ein IALA-konformer (International Association of Lighthouse Authorities) Vessel Traffic Service (VTS) ist das letzte Ziel, das bis zum ersten Quartal 2022 erreicht werden soll und drei Sektoren umfassen wird. Die Einführung des VTS ist in vollem Gange.

Die Digitalisierung dieser Radarinfrastruktur wird die Bemühungen um andere Innovationsprojekte weiter unterstützen und beschleunigen. Dies wird die Verbindung mit dem digitalen Zwilling APICA(Advanced Port Information and Communication Assistant) erleichtern. Dieser digitale Zwilling macht es möglich, verschiedene Echtzeitdaten zusammenzuführen und mithilfe von Data Science in verwertbare Informationen für eine Vielzahl interner und externer Interessengruppen zu verwandeln. Letztendlich ermöglicht dies eine Entwicklung vom Situationsbewusstsein über den Hafen hin zu einem vorausschauenden und steuernden Verhalten. Die Verknüpfung mit detaillierten Radardaten ist dabei ein wichtiger Baustein.

Der Rahmenvertrag wurde nach einem europäischen Ausschreibungsverfahren an den Integrator Securitas vergeben, das die Produkte des italienischen Radarherstellers ICSverwenden wird.

Hafenrätin Annick De Ridder: „Wir bereiten unseren Hafen auf den Welthafen der Zukunft vor, in dem Innovation und Digitalisierung entscheidend sind. Diese neue Radarinfrastruktur wird uns helfen, unseren Hafen effizienter zu verwalten und ist ein wichtiger Schritt zu einem noch sichereren und reibungsloseren Verkehr.

Patrick Delanghe, BU Technology Director Aviation & Maritime: „Securitas trägt dazu bei, die Welt sicherer zu machen. Wir bieten Sicherheitsdienstleistungen sowohl für das Festland als auch für die See- und Binnenschifffahrt. Wir freuen uns daher sehr, dass wir eine Weltreferenz wie den Hafen von Antwerpen bei der Integration eines VTS unterstützen können.“

Securitas ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Bewachung und Sicherheit. Securitas kombiniert Menschen, Technologie und Wissen, um effiziente, auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Sicherheitslösungen zu liefern. Mehr als 355.000 Beschäftigte sorgen in Privathaushalten, KMUs, Großunternehmen und im öffentlichen Sektor für einen Unterschied. In Belgien hat Securitas mehr als 6.600 Mitarbeiter.

Quelle und Foto: Port of Antwerp




Düsseldorfer Erklärung schafft Rahmen

Im Rahmen des High-Level-Dialogs zur Transformation der Industrie des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein- Westfalen hat ein breites Bündnis aus Wirtschaftsverbänden, Kammern, Gewerkschaften und In- dustrieinitiativen gemeinsam mit Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart die Düsseldorfer Erklärung unterschrieben. Mit dieser Übereinkunft zur Bekräftigung des Industriepolitisches Leitbildes ist ein Impuls für den notwendigen Transformationsprozess der nordrhein-westfälischen Industrie verbunden.

Wirtschafts- und Innovationsminister Pinkwart: „Uns allen ist klar: Wir stehen vor einem Jahrzehnt umfassender digitaler und klimabezogener Transformation. Dieses braucht einen breiten Konsens und gute Rahmenbedingungen für mehr Innovationen und Investitionen, um Nordrhein-Westfalen zur modernsten und klimafreundlichsten Industrieregion Europas zu entwickeln. Mit unseren Industrieunternehmen und den verbundenen Dienstleistern und Zulieferern haben wir beste Voraussetzungen, diesen Weg erfolgreich zu gestalten. Die „Düsseldorfer Erklärung“ ist dabei Bekenntnis und Auftrag zugleich: Ein Bekenntnis für den Standort und seine Beschäftigten, aber auch Auftrag, jeden und jede einzelne in den Transformationsprozess einzubinden. Wir wollen die Menschen für unseren Wirtschaftsstandort begeistern und die Industrie als Innovationstreiber sichtbarer machen.“

Als gesamtgesellschaftliche Initiative und Dialogplattform unterstützt Zukunft durch Industrie die Düsseldorfer Erklärung, um die Zukunft der industriellen Kernregion gemeinsam mit allen Akteuren aktiv zu gestalten. Insbesondere der öffentliche Dialog über die Rolle der Industrie, ihre Bedeutung und notwendige Transformation hin zur Klimaneutralität, wird gestärkt.

„Wir als gesamtgesellschaftliche Initiative fördern seit mehr als zehn Jahren den offenen Dialog über die Industrie und ihre Nachhaltigkeit. Die Erklärung verstärkt dieses Engagement, da bei der Transformation der Industrie insbesondere dem gesellschaftlichen Dialog und der aktiven Kommunikation eine wichtige Rolle zukommt.“ betont Rolf A. Königs, Vorsitzender des Vorstands von Zukunft durch Industrie. „Der bereits intensiv geführte Dialog zwischen alle Akteuren, vor allem mit Bürgerinnen und Bürgern sowie jungen Menschen, wird dadurch bekräftigt, um den Industriestandort von morgen zu entwickeln.“

Die hybride Veranstaltung fand unter Einhaltung der aktuellen Corona-Hygiene-Maßnahmen / 2G+ statt. Die Düsseldorfer Erklärung gibt es  hier 

Zukunft durch Industrie e.V. ist eine unabhängige gesamtgesellschaftliche Initiative. Der Verein setzt sich für eine nachhaltige, innovative Zukunft für die Industrie in NRW ein. Um diese zu erreichen, initi- iert Zukunft durch Industrie als Kommunikationsplattform einen zielgerichteten Dialog mit Bürgerin- nen und Bürgern sowie jungen Menschen, etabliert einen fachlichen Austausch und vernetzt Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Durch maßgeschneiderte Veranstaltungsformate wird die Industrie in NRW dabei sicht- und erlebbar gemacht. Besonders die Chancen sowie die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit, welche die Industrie bietet, werden dabei in den Mittelpunkt gestellt. Der im Jahr 2010 gegründeten Initiative gehören über 150 Mitglieder an – Unternehmen ebenso wie Hochschulen, Verbände, Gewerkschaften, Privatpersonen und Vereine.

Quelle: Zukunft durch Industrie, Foto: MWIDE NRW/Susanne Kurz, die Unterzeichner der Düsseldorfer Erklärung.