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Verkehrswende hin zu nachhaltiger Mobilität

Ein leistungsfähiges Schienennetz sowohl für den Güterverkehr der Bremischen Häfen als auch den Schienenpersonenverkehr stellt hierfür eine zentrale Voraussetzung dar. Nach dem letzten Treffen im Sommer 2020 fand der Austausch zu den aktuellen Schienenausbauplänen zwischen der Bremer Mobilitätssenatorin Dr. Maike Schaefer, der Häfensenatorin Dr. Claudia Schilling und der Konzernbevollmächtigten der DB AG für Niedersachsen und Bremen, Manuela Herbort, wieder in Präsenz statt.

Das Themenspektrum reichte von Vorhaben des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030, insbesondere mit den für Bremen wichtigen Bahnprojekten „Hamburg/Bremen – Hannover“ und „Elektrifizierung der EVB“, über den Neubau von Haltepunkten für den Schienenpersonennahverkehr bis hin zur Digitalisierung der Schienenwege.

Es bestand Übereinstimmung darin, dass das wichtigste Vorhaben für die Verbesserung des Schienenverkehrs der rund 400 Kilometer umfassende Streckenausbau im Bahnprojekt Hamburg/Bremen–Hannover (BVWP-Projekt „Optimiertes Alpha-E mit Bremen“) innerhalb des Schienennetzes zwischen Hamburg, Bremen, Bremerhaven und Hannover ist.

Die Planungen für die Bremer Streckenabschnitte laufen und erste Ergebnisse werden im kommenden Jahr vorliegen. „Ich freue mich, dass nach einer sehr langen Vorlaufzeit, dieses Projekt nun auch in der Region Bremen endlich angelaufen ist. Besonders wichtig ist, dass die Planungen auch die aktuellen Überlegungen zur umfassenden Digitalisierung der Schienenwege berücksichtigen und der Ausbau der Strecke als Chance zur Realisierung zusätzlicher Haltepunkte für die Regio-S-Bahn genutzt wird. Ziel sollte es sein, die westlichen Abschnitte des ‚Alpha E‘ zu modernisieren beziehungsweise auszubauen. Dadurch wird eine höhere Streckenkapazität und die Auflösung der bereits existierenden Engpässe in diesen für die Seehafenanbindung bedeutsamen Streckenabschnitten erreicht und gleichzeitig Spielräume für eine Ausweitung des SPNV geschaffen“, sagte Mobilitätssenatorin Dr. Maike Schaefer.

Begrüßt wurde zudem, dass die Elektrifizierung der nicht bundeseigenen EVB-Strecke als Maßnahme des „Deutschlandtakts“ nunmehr im vordringlichen Bedarf des BVWP aufgenommen wurde und damit die Möglichkeit gegeben ist, die Verlässlichkeit der Strecke zwischen Bremerhaven und Hannover durch eine redundante Strecke deutlich zu erhöhen. „Die Elektrifizierung der EVB Strecke Bremerhaven – Bremervörde – Rotenburg und der weitere Anschluss über die DB-Strecke Rotenburg – Verden auf die Amerikalinie kann vergleichsweise schnell notwendige Kapazitäten schaffen. Hier liegt ein großes Potential, weitere Verkehre auf die ‚grüne‘ Schiene zu verlagern und gleichzeitig die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs sowohl für den Güter- als auch den Personenverkehr deutlich zu erhöhen“, so Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Wissenschaft und Häfen.

Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen, sagt: „Ich begrüße außerordentlich, dass die Bremerinnen und Bremer ihre Perspektive auch im Sinne des Bündnisses ‚Zukunft Schiene Nord‘ weiten. Wie am Beispiel des Projektes Hamburg/Bremen-Hannover. Denn alle Bahn-Themen in Bremen haben auch Auswirkungen auf die Nachbar-Bundesländer – und natürlich gilt dies auch umgekehrt. Diese grenzüberschreitende Sichtweise hilft uns, die richtigen Schritte für die Mobilitätswende und für den Klimaschutz gemeinsam einzuleiten.“

Eine Maßnahme, die dieses Jahr in Umsetzung geht, ist die Modernisierung der Stellwerkstechnik für Streckenabschnitte im Bereich Bremen-Burg. Durch eine Umstellung auf elektronische Technik wird die betriebliche Flexibilität erhöht und zahlreiche Bahnübergänge erneuert beziehungsweise angepasst. Zudem werden die Voraussetzungen eine spätere Erweiterung hin zur digitalen Stellwerkstechnik (European Train Control System (ETCS)) geschaffen. Die Inbetriebnahme des neuen Stellwerks ist im Jahr 2024 geplant.

Insgesamt zogen die Teilnehmerinnen gemeinsam ein positives Fazit des diesjährigen Infrastrukturtages: „Wir sind uns unserer Verantwortung für ein umwelt- und klimafreundliches Transportwesen bewusst. Deshalb setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit, in die wir auch das Bundesverkehrsministerium und das Land Niedersachsen einbeziehen.“

Quelle: Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Foto: SKUMS/SWH, erörterten gemeinsam den Ausbau der Schieneninfrastruktur (v.l.n.r) Senatorin für Mobilität, Dr. Maike Schaefer, Konzernbevollmächtigte der DB AG für die Länder Niedersachsen und Bremen, Manuela Herbort, Senatorin für Häfen, Claudia Schilling.