Neue Binnenschiffer und Kapitäne

Über 30 Binnenschiffer und Kapitäne feierten den Abschluss ihrer Ausbildung. Die sogenannte Lossprechung fand auf dem Schulschiff Rhein statt, das am Stadthafen in Duisburg-Homberg ankert. Unter den Absolventen waren auch die allerersten Binnenschiffer für Frachtschifffahrt. Die Niederrheinische IHK betreute die Abschlussprüfungen dieser für den Niederrhein wichtigen Branche.

„Die Binnenschifffahrt ist bedeutend für unsere Region und ein wichtiger Bestandteil der Logistik. Es ist wichtig, neue Fachkräfte für den Beruf zu gewinnen. So bleibt unsere Wirtschaft zukunfts- und wettbewerbsfähig. Wir freuen uns, diese wichtige Ausbildung bei uns in Duisburg zu haben“, so Matthias Wulfert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK und Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung.

Betriebe für Binnenschifffahrt aus ganz Deutschland schicken ihre Auszubildenden nach Duisburg. „An zwei Orten bundesweit kann man die Prüfung zum Binnenschiffer ablegen: In Duisburg und in Schönebeck an der Elbe. Denn nur hier haben die entsprechenden Berufsschulen ihre Standorte“, erklärt Angelika Widuch. Bei der Niederrheinischen IHK betreut sie die Prüfungsteilnehmer.

Besonders an der Ausbildung zum Binnenschiffer ist, dass sie sowohl geistig als auch körperlich fordernd ist. Von der Arbeit auf Deck über den Einsatz im Maschinenraum und im Steuerhaus bis hin zum Laderaum – angehende Binnenschiffer werden vielseitig eingesetzt. Dabei lernen sie alles, was für ihren zukünftigen Beruf wichtig ist, beispielsweise wie sie mit einem Anker umgehen oder wie man einen Zylinder pflegt.

Sie sind an der Ausbildung zum Binnenschiffer interessiert? Dann melden Sie sich gerne bei Angelika Widuch, telefonisch unter 0203 2821-410 oder per E-Mail unter widuch@niederrhein.ihk.de

Quelle und Foto: Niederrheinische IHK




Brownfieldentwicklungen gewinnen an Relevanz

Im ersten Halbjahr 2024 haben die Neubauentwicklungen auf dem deutschen Logistikimmobilienmarkt angezogen. Rund 2,3 Millionen Quadratmeter Neubaufläche vermeldete der ganzheitliche Logistikimmobilienberater Logivest nach Auswertung der eigenen Researchdaten. Auffällig dabei: Rund 38 Prozent der Projekte wurden bereits auf Brownfields entwickelt. Das sind derzeit rund sechs Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr 2023.

„Gerade wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, spielt die Reduktion des Flächenverbrauchs und damit die Nutzung und Revitalisierung von Industriebrachen eine immer größere Rolle“, bestätigt Kuno Neumeier, CEO der Logivest Gruppe.

Bis dato liegen die Greenfieldentwicklungen mit rund 62 Prozent zwar noch weit vorne, aber gerade in der Logistikregion Duisburg/Niederrhein sind Projekte auf unbebautem Terrain rückläufig. So entwickelt beispielsweise Prologis in Bottrop eine rund 57.000 Quadratmeter umfassende Logistikanlage für Yusen Logistics auf einem Brownfield. Und auch das mit rund 130.000 Quadratmetern Hallenfläche größte Projekt des ersten Halbjahres, das neue Logistikzentrum von Mercedes Benz, entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Spanplattenwerks in Bischweier. Beide Projekte werden zudem mit Dach-Photovoltaikanlagen ausgestattet, was den Nachhaltigkeitsaspekt nochmals steigert und ein gewisses Maß an Energieautarkie ermöglicht.

Auch wenn die Entwicklung einer Industriebrache erstmal immer eine Black Box ist, kann – laut Neumeier – gerade infrastrukturell ein ehemaliges Industriegelände auch Vorteile gegenüber einem Greenfield bieten. So sind beispielsweise hochpotente Netzanschlüsse, wie sie für eine umfassende Ladeinfrastruktur benötigt werden, auf Industriegeländen oft schon vorhanden.

Laut Analyse der Logivest stehen bereits ab diesem Jahr rund 5,5 Millionen Quadratmeter Brownfield für Neubauprojekte zur Verfügung. Ein Potenzial, das auch in Anbetracht der niedrigen Akzeptanz von Logistikimmobilien und den nur zögerlichen Ausschreibungen für neue Gewerbeflächen seitens der Kommunen, nach und nach ausgeschöpft werden kann.

Logivest ist ein inhabergeführtes, deutschlandweit agierendes Beratungsunternehmen mit Fokus auf Logistikimmobilien und Logistikstandorte. Dienstleistungen in den Bereichen Vermietung, Transaktions- und Neubauberatung bilden dabei die Kernkompetenzen. Komplettiert wird das Leistungsspektrum durch die Unterstützung bei der Vermarktung von Logistikstandorten, der Optimierung oder Neugestaltung von Logistikprozessen, M&A Transaktionsberatung für Logistikunternehmen sowie Standortanalysen. Dabei zeichnet sich das 2011 gegründete Unternehmen durch eine umfangreiche und branchenübergreifende Logistikimmobilien-, Standort- und Logistikprozesskompetenz aus. Mit insgesamt dreizehn Standorten in Deutschland (München, Berlin, Bremen, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Magdeburg, Nürnberg und Stuttgart) bietet die Logivest Gruppe Kunden a us Logistik, Produktion und Handel eine individuelle und bundesweite Betreuung. Weitere Informationen finden Sie unter: www.logivest.de

Quelle und Foto: Logivest GmbH




Attesterneuerung, Lackierarbeiten und Fenstertausch

Das in der Trägerschaft des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) stehende Schulschiff „Rhein“ wurde von zwei Schubbooten der HGK Shipping aus dem Homberger Freihafen zur Meidericher Schiffswerft verbracht.

Im Zuge der ersten Hellingnahme seit dem Jahr 2016 wird das Attest routinemäßig verlängert. Darüber hinaus soll das gesamte Schiff abgestrahlt, entrostet und neu lackiert werden. Auch der Tausch von 17 Fenstern im Oberdeck findet in den kommenden drei Wochen statt.

„Wir bedanken uns bei HGK Shipping für den unkomplizierten und reibungslosen Ablauf beim Verbringen des Schulschiffs auf die Werft. Die nun anstehenden Arbeiten dienen dazu, das Schulschiff technisch auf dem aktuellen Stand zu halten und optisch in neuem Glanz erstrahlen zu lassen“, so Schulschiff-Leiter Gerit Fietze.

Herausfordernd war die Planung des Werftganges, da dieser nur innerhalb der Sommerferien durchgeführt werden kann und das Schulschiff-Team bereits am 2. September wieder 90 Auszubildende an Bord erwartet.

„Wir sind zuversichtlich, dass die Arbeiten bis zum 23. August, und damit wie geplant, erfolgreich abgeschlossen sein werden. Mit der Meidericher Schiffswerft haben wir einen erfahrenen und kompetenten Partner an unserer Seite“, erklärt Gerit Fietze.

Das Schulschiff kehrt somit zum Ort seiner Erbauung im Jahre 1984 auf die Meidericher Schiffswerft zurück. Seitdem liegt es im Homberger Freihafen vor Anker und ist eine bedeutende Aus- und Weiterbildungseinrichtung für die Binnenschifffahrt. Rund 300 Auszubildende pro Jahr leben während des dreimonatigen Berufsschulunterrichtes (Blockunterricht) an Bord des Schulschiffes und werden dort in praxisbezogenen Kursen auf das spätere Leben und Arbeiten an Bord eines Binnenschiffes vorbereitet. Zudem gibt es ein umfassendes Weiterbildungsangebot für das Gewerbe.

Weitere Informationen gibt es online unter www.schulschiff-rhein.de

Quelle und Foto: BDB, zwei Schubboote der HGK Shipping brachten das Schulschiff auf die Meidericher Schiffswerft




Deutsche Bahn fährt Verlust ein

Die strukturellen Schwächen des Schienennetzes in Deutschland und die angespannte betriebliche Lage, auch infolge von Streiks und Extremwetter, haben die wirtschaftliche Entwicklung der Deutschen Bahn (DB) im ersten Halbjahr 2024 negativ beeinflusst. Damit dringend nötige Reparaturen an der Infrastruktur zügig beginnen konnten, ist die DB wie schon im ersten Halbjahr 2023 zudem mit erheblichem zusätzlichem Aufwand in Vorleistung gegangen.

Der DB-Konzern schloss das erste Halbjahr 2024 mit einem operativen Verlust (EBIT bereinigt) von minus 677 Millionen Euro ab – mehr als 950 Millionen schlechter als im ersten Halbjahr 2023. Das Konzern-Ergebnis nach Ertragssteuern betrug minus 1,2 Milliarden Euro (1. Halbjahr 2023: minus 71 Millionen Euro). Die weiterhin sehr positiven Ergebnisbeiträge der hochprofitablen Logistik-Tochter DB Schenker konnten die Verluste im Kerngeschäft der DB nur teilweise ausgleichen. Der Systemverbund Bahn verzeichnet im ersten Halbjahr 2024 einen operativen Verlust von minus 1,2 Milliarden Euro (erstes Halbjahr 2023: minus 339 Millionen Euro). Der Umsatz des DB-Konzerns sank leicht um drei Prozent auf 22,3 Milliarden Euro.

Der DB-Konzern hat seine Investitionen in das Schienennetz und in eine bessere Bahn im ersten Halbjahr 2024 aufgrund stark erhöhter Bundesmittel erneut gesteigert und setzt so die Ausbau-Strategie für eine Starke Schiene in Deutschland weiter konsequent um. Die Netto-Investitionen sind gegenüber dem ersten Halbjahr 2023 um rund 35 Prozent auf 4 Milliarden Euro gestiegen. Die Brutto-Investitionen haben 7,3 Milliarden Euro erreicht – ein Plus von 18 Prozent. Trotz der Verluste im ersten Halbjahr hält die DB an dem Ziel fest, ihr operatives Ergebnis im Systemverbund Bahn im Gesamtjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um rund 2 Milliarden Euro zu verbessern und bestätigt grundsätzlich ihre Prognose für den Konzern. Dazu beitragen soll auch die neue Aufwandsförderung für Instandhaltungsmaßnahmen, die der Bund im zweiten Halbjahr 2024 umsetzen will. Dies umfasst Mittel für bereits geleisteten Instandhaltungsaufwand in 2023 und in 2024. Zugleich setzt die DB ihre Maßnahmen zur Kostensenkung und Verbesserung der Effizienz vor allem in der Verwaltung fort.

„Extremwetterereignisse in nie dagewesenem Ausmaß haben die ohnehin sanierungsbedürftige Schieneninfrastruktur an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gebracht und die betriebliche und finanzielle Lage im Personen- und Güterverkehr verschärft. Dazu kamen Streiks und Havarien wie der Rauhebergtunnel“, sagt DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz. „Im Fernverkehr hat uns das in Summe im ersten Halbjahr rund 7 Prozentpunkte Pünktlichkeit gekostet und zusätzlich die Nachfrage gedämpft. Trotz dieser Belastungen wollen wir im Gesamtjahr 2024 im DB-Konzern operativ wieder schwarze Zahlen schreiben. Deshalb haben wir neben der Sanierung der Infrastruktur auch kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der betrieblichen und der wirtschaftlichen Lage eingeleitet“, betont Lutz.

Mit dem Aktionsplan Pünktlichkeit treibt die DB etwa in besonders stark ausgelasteten Knoten den planmäßigen Beginn von Fahrten voran. Um die wirtschaftliche Lage kurzfristig zu verbessern, setzt der Systemverbund Bahn eine qualifizierte Ausgabensteuerung um. So hat die DB bisher rund 110 Millionen Euro Sachaufwand eingespart. Hinzu kommen mittel- und langfristige Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität in allen Bereichen des Systemverbunds Bahn.

Die störanfällige Infrastruktur, hohe Bautätigkeit und eine gesunkene Pünktlichkeit (im Fernverkehr 62,7 Prozent, 1. Halbjahr 2023: 68,7 Prozent) haben in den ersten sechs Monaten 2024 Leistung, Umsatz und Ergebnis der DB-Eisenbahnverkehrsunternehmen stark beeinträchtigt. Die Betriebsleistung auf dem Schienennetz verringerte sich in den ersten sechs Monaten 2024 gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 1,8 Prozent auf 548 Millionen Trassenkilometer.

64,2 Millionen Reisende nutzten im ersten Halbjahr 2024 die Fernverkehrszüge der DB – rund sechs Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die Verkehrsleistung des Fernverkehrs sank wegen der Streiks und der auch wetterbedingten Einschränkungen im Schienennetz im gleichen Zeitraum um 3,6 Prozent auf rund 20,9 Milliarden Personenkilometer.

Die weißen Züge der DB fuhren im ersten Halbjahr mit 2,8 Milliarden Euro insgesamt rund 68 Millionen Euro weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum ein. Nach den von Streiks geprägten ersten Monaten des Jahres kehrten die Reisenden zuletzt in hoher Zahl in die Züge zurück und machten den Juni 2024 zum umsatzstärksten Monat in der Geschichte des Fernverkehrs. DB Fernverkehr schloss das Halbjahr 2024 mit einem operativen Verlust (EBIT bereinigt) von minus 232 Millionen Euro ab (erstes Halbjahr 2023: minus 62 Millionen Euro).

DB Regio verzeichnete im ersten Halbjahr 2024 weiterhin deutlich positive Auswirkungen des Deutschland-Tickets: 855 Millionen Passagiere reisten im ersten Halbjahr 2024 mit den Nahverkehrszügen der DB – ein Plus von rund sechs Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten 2023. Sie fuhren zudem erheblich längere Strecken: Die Verkehrsleistung bei DB Regio Schiene stieg um mehr als 17 Prozent auf 19,5 Milliarden Personenkilometer. Der Umsatz von DB Regio legte um 283 Millionen Euro auf rund 5,0 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) blieb mit minus 66 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2023: minus 37 Millionen Euro) leicht negativ.

Die Schienengüterverkehrstochter DB Cargo, die sich mitten in einer umfassenden Transformation befindet, beförderte im ersten Halbjahr 2024 etwa 93 Millionen Tonnen Fracht – rund 10,2 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2023. Auch aufgrund geringerer Produktion energieintensiver Industrien und konjunkturell bedingt geringerer Transportnachfrage, sank die Verkehrsleistung um 7,6 Prozent und der Umsatz um 106 Millionen Euro auf 2,8 Milliarden Euro. Darüber hinaus belasteten die Auswirkungen der Streiks und geringere Trassen- und Anlagenpreisförderungen. Das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) verschlechterte sich gegenüber den ersten sechs Monaten 2023 um 66 Millionen Euro auf minus 261 Millionen Euro. Die vom Bund neu eingeführte Förderung des Einzelwagenverkehrs für die gesamte Branche greift erstmalig im zweiten Halbjahr.

Die Logistik-Tochter DB Schenker hat sich trotz der weiteren Normalisierung der Frachtraten in der Luft- und Seefracht auch im ersten Halbjahr 2024 sehr gut entwickelt. Mit 520 Millionen Euro operativem Gewinn (EBIT bereinigt) war das Ergebnis von DB Schenker weiterhin im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau mehr als doppelt so hoch. „Dank eines erfolgreichen Effizienzprogramms hat DB Schenker gute Chancen, auch in Zukunft weitere Potenziale beim Ergebnis zu heben“, sagt DB-Finanzvorstand Dr. Levin Holle.

In ihrem Kerngeschäft treibt die DB ebenfalls strukturelle Veränderungen voran, um über mehr Standardisieren, Automatisieren und Digitalisieren effizienter zu arbeiten. „Alle Geschäftsfelder des Systemverbunds Bahn müssen wieder profitabel werden. Hierzu müssen wir die Kosteneffizienz deutlich verbessern“, so Holle. Die wirtschaftlichen Belastungen aus Streiks im ersten Halbjahr beziffert er auf rund 300 Millionen Euro.

Die DB konzentriert sich insgesamt stärker auf ihr Kerngeschäft. Wie geplant hat sie im Mai 2024 den Verkauf von DB Arriva abgeschlossen. Die Verschuldung des DB-Konzerns hat sich damit um mehr als eine Milliarde Euro reduziert.

Der von der Bundesregierung beschlossene deutliche Ausbau der Unterstützung für die Schiene ist im Juni mit der Auszahlung der ersten Tranche der für 2024 geplanten Eigenkapitalerhöhungen für die DB in Höhe von rund drei Milliarden Euro angelaufen. Das stabilisiert die Verschuldung des DB-Konzerns. Die Netto-Finanzschulden der DB sanken per 30. Juni 2024 um rund eine Milliarde Euro im Vergleich zum Vorjahresende.

Im zweiten Halbjahr setzt die DB alles daran, die gestartete Generalsanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt/Main und Mannheim erfolgreich umzusetzen und damit den Umbau des hochbelasteten Netzes in ein Hochleistungsnetz einzuleiten. Mit der Sanierung der Strecke zwischen Frankfurt/Main und Mannheim werden dort Störungen durch die Infrastruktur um bis zu 80 Prozent reduziert.

Ab sofort plant die DB auch über die großen Hauptkorridore hinaus Baustellen anders. In festgelegten Zeitfenstern wird das Bauen gebündelt und das Bauvolumen erhöht. Das schafft mehr baufreie Zeiten und steigert die Verlässlichkeit für Verkehrsunternehmen und Fahrgäste.

Für das Gesamtjahr 2024 hält der DB-Konzern grundsätzlich an seinem Ausblick vom März fest, mit kleineren Anpassungen nach unten. Die Investitionen in eine leistungsfähige Infrastruktur sollen 2024 auf einem sehr hohen Niveau weiter steigen: Die Brutto-Investitionen für das Gesamtjahr auf ungefähr 21 Milliarden Euro und die Netto-Investitionen unter Einbeziehung der Eigenkapitalerhöhung des Bundes auf rund elf Milliarden Euro.

Die Umsatz-Prognose wurde mit rund 45 Milliarden Euro leicht abgesenkt auf das Niveau des Vorjahres. Für das Gesamtjahr 2024 will der DB-Konzern einen operativen Gewinn (EBIT bereinigt) in Höhe von etwa einer Milliarde Euro erwirtschaften.

Alle Prognosen sind unter anderem abhängig von der Entwicklung der betrieblichen Lage sowie vom weiteren Zufluss erwarteter Bundesmittel.

Quelle und Foto: Deutsche Bahn




Landstrom für Containerschiffe von Maersk in Hamburg

Seit April 2024 ist Hamburg der erste Hafen in Europa, der Landstrom sowohl für Kreuzfahrtschiffe als auch für Containerschiffe anbietet. Der Logistik-Konzern Maersk, gleichfalls Vorreiter bei der Dekarbonisierung der Seeschifffahrt mit seinem Net-Zero-Ziel im Jahr 2040, wird in Hamburg künftig die Schiffe, die bereits über einen passenden Landstromanschluss verfügen, am Containerterminal Eurogate mit Landstrom versorgen.

Die Vereinbarung ist ein weiterer Schritt der HPA auf Ihrem Weg, ebenfalls bis 2040 einen klimaneutralen Hafen zu schaffen. Weitere Landstromanlagen auf den Containerterminal CTA sowie im Kreuzfahrtterminal HafenCity befinden sich im Bau. Auf den Terminals CTT und CTB nehmen die Anlagen dieses Jahr den Betrieb auf. Damit setzt die Freie und Hansestadt Hamburg ein deutliches Zeichen für mehr Umwelt- und Klimaschutz.

Hamburgs Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Die Reederei Maersk unterstützt mit der geschlossenen Vereinbarung und ihrem Engagement am Standort Hamburg die Dekarbonisierung der Schifffahrt. Gemeinsam arbeiten wir als Hafenstädte und maritime Industrie daran, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Wir leisten landseitig unseren Beitrag durch die Bereitstellung von Infrastruktur und arbeiten mit unseren Reedereipartnern und Kunden eng zusammen bei der Integration dieser neuen Technologie.“

Friedrich Stuhrmann, Chief Commercial Officer der HPA: „Wir freuen uns mit der geschlossenen Vereinbarung künftig die Containerschiffe von Maersk mit Landstrom zu versorgen. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Landstromversorgung, schaffen wir es, der EU-Regelung zur Senkung der CO2-Emmissionen um einige Jahre voraus zu sein.”

Ahmed Hassan, Head of Asset Strategy Operations bei A.P. Moller – Maersk: „Die Versorgung unserer Schiffe mit grünem Landstrom ist ein wichtiger Teil auf unserem Weg, bis 2040 als erste Containerreederei und Logistikkonzern weltweit Net-Zero-Treibhausgas-Emissionen zu erreichen. Daher unterstützen wir jede Initiative, die uns unserem ehrgeizigen Ziel einen Schritt näherbringt und freuen uns über die Vorreiterrolle des Hamburger Hafens beim Thema Landstrom.

Quelle: HHM, Foto: HHM/Ahmadi




NORDFROST-Kühlhaus in Wesel eröffnet

Mit einer zeitlichen Punktlandung eröffnet die NORDFROST, Deutschlands führender Tiefkühllogistiker, ihr neu errichtetes Kühlhaus auf dem unternehmenseigenen Hafen-Terminal in Wesel am Niederrhein und schafft damit neue Möglichkeiten für eine nachhaltige Supply Chain.

Der Kühlhausbau wurde im Zeitplan pünktlich für die Inbetriebnahme am 1. Juli 2024 fertiggestellt. Ende vergangener Woche fand die Übergabe an die NORDFROST durch die Planungsgesellschaft assmann GmbH und Goldbeck Ost GmbH als Generalunternehmer für den Hochbau sowie Hagedorn Bau GmbH für den Tiefbau statt. Heute wurde das Kühlhaus in kleiner Runde feierlich eröffnet. Hierzu begrüßte das Team der NORDFROST als Gäste die Bürgermeisterin der Stadt Wesel Ulrike Westkamp mit Wirtschaftsförderer Wendelin Knuf, Landrat Ingo Brohl, Kreis Wesel, sowie Andreas Stolte und Dieter Thurm (beide Hafenverbund DeltaPort).

Die NORDFROST in Wesel ist damit startklar für die für Juli geplanten ersten Wareneingänge von Kundenseite. „Wir danken den kommunalen Vertretern für die äußerst konstruktive und reibungslose Zusammenarbeit. Nach dem Erhalt der erforderlichen behördlichen Zulassungen in der vergangenen Woche steht einem gelungenen Betriebsbeginn nichts mehr im Wege“, sagt Britta Bartels, geschäftsführende Gesellschafterin der NORDFROST. Philipp Brandstrup, Mitglied der NORDFROST-Geschäftsleitung, fügt hinzu: „Wir wünschen den Kolleginnen und Kollegen rund um Niederlassungsleiter Carsten Fricke sehr viel Freude in der neuen Wirkungsstätte und Erfolg bei der Erfüllung ihrer Aufgaben!“ Bereits 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zum Betriebsstart in Wesel für das Familienunternehmen tätig.

Mit der Eröffnung des Kühlhauses stehen rd. 25.000 multi-temperierbare Palettenstellplätze zur Verfügung, primär ausgelegt für die Bereiche TK und Frische. Darüber hinaus können die Hallen auch ambient bis +18°C und als Trockenlager betrieben werden. Value Added Services wie Kommissionierung, Konfektionierung, Lohnverpackung, Zollabwicklung etc. werden nach Bedarf angeboten. Speziell für Kunden aus der Fruchtsaftbranche plant NORDFROST, künftig auch Dienstleistungen in der Fruchtsaftlogistik inklusive Crushen und Blenden zu entwickeln.

Das Kühlhaus ist ein entscheidender Bestandteil im Konzept des „Cool Corridor“. „Es wird eine Magnetwirkung entfalten und Kühlcontainer, die bisher zumeist im Landverkehr von und zu den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen transportiert werden, auf den Wasserweg des Rheins ziehen. Allein durch die Verlagerung der Verkehre auf den Wasserweg sparen Kunden pro Container mehr als 65 % CO2 ein – ein maßgeblicher Beitrag zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen“, erklärt der Niederlassungsleiter Carsten Fricke. Den sogenannten „Cool Corridor“, für den tägliche Binnenschiffsverkehre von und zu den ARA- Häfen zur Verfügung stehen, promoted die NORDFROST gemeinsam mit dem Hafenverbund DeltaPort und dem Port of Rotterdam.

Das Konzept des „Cool Corridor“ entfaltet seine besonders nachhaltige Wirkung auch durch die Kombination verschiedener Serviceleistungen auf dem Terminal, wo zahlreiche Reeferplugs als Stromanschluss für lagernde Kühlcontainer zur Verfügung stehen. Alternativ können diese am Kühlhaus gestaut und entladen werden. Da sich das neue Lager direkt auf dem Terminalgelände befindet, unterliegt diese Abwicklung nicht der strengen Gewichtsbeschränkung der hiesigen Straßenverkehrsordnung. Die Container können damit beim Transport von schweren Gütern besser ausgelastet werden, ein weiteres Plus in puncto Nachhaltigkeit. Das angeschlossene Containerdepot bietet sämtliche Container Services inklusive PTI-Check und CSC-Prüfung, Reinigung und Reparatur, so dass am Kühlhaus entladene Container direkt für die nächste Beladung aufbereitet werden können und Containertransporte im besten Fall entfallen. Hierzu trägt auch die auf dem Terminal stattfindende behördliche Kontrolle der aus Drittländern im- oder exportierten Lebensmittel bei. Das Kühlhaus ist an das europaweite Transport-Netzwerk der NORDFROST angeschlossen, so dass vor- und nachlaufende Transporte bis hin zur Verteilung der Kühlgüter an die Empfänger auf kürzesten und schnellsten Wegen erfolgen.

Quelle und Foto: NORDFROST, Feierliche Eröffnung des neuen Kühlhauses auf dem neuen NORDFROST Hafen-Terminal Wesel. V.l.n.r.: Andreas Stolte, Geschäftsführer Hafenverbund DeltaPort, Landrat Ingo Brohl, Kreis Wesel, Ulrike Westkamp, Bürgermeisterin Stadt Wesel, Britta Bartels, Geschäftsführerin NORDFROST, Wirtschaftsförderer Wendelin Knuf, Stadt Wesel, Dieter Thurm, Technischer Leiter DeltaPort, Philipp Brandstrup, Mitglied NORDFROST-Geschäftsleitung sowie Carsten Fricke, Niederlassungsleiter NORDFROST Hafen-Terminal Wesel 




Erstes Methanol-Containerschiff in Estland

HHLA TK Estonia begrüßte jetzt das erste mit Methanol betriebene Containerschiff im estnischen Hafen Muuga. Die Eco Maestro von X-Press Feeders fährt auf der Green Finland X-PRESS (GFX)-Route von Rotterdam über Antwerpen, Kotka, Helsinki (Vuosaari), den Hafen von Muuga, und dann zurück nach Rotterdam.

Es ist das erste Mal, dass ein Methanolschiff in Muuga festmacht. Die Eco Maestro wird mit grünem Methanol betankt, einem erneuerbaren Kraftstoff, der bis zu 65 Prozent weniger Treibhausgase erzeugt als herkömmlicher Schiffskraftstoff. Grünes Methanol wird auf herkömmliche Weise entweder aus Biomasse oder aus abgeschiedenen CO2-Emissionen hergestellt.

Riia Sillave, CEO von HHLA TK Estonia: „X-Press Feeders hat in diesem Frühjahr einen regelmäßigen Dienst zu unserem Containerterminal aufgenommen, mit dem Ziel, seine Flotte Methanol-betriebener Schiffe in die Ostsee zu verlegen. Die Eco Maestro ist das erste von 14 bestellten Methanolschiffen. Wir freuen uns, dass unsere Kunden einen Nachhaltigkeitsfahrplan verfolgen und unsere Ambitionen für eine umweltfreundlichere Logistikindustrie teilen.“

Margus Vihman, CCO des Hafens von Tallinn: „Die Eco Maestro ist das erste Schiff dieser Art in Estland, wird aber sicher nicht das letzte sein. Die Entwicklung grüner Technologien und nachhaltiger Lösungen in der Schifffahrt wird das übergeordnete Ziel des Hafens von Tallinn unterstützen, Klimaneutralität zu erreichen und neue Geschäftsmöglichkeiten für den Logistiksektor zu schaffen. Mit der Ankunft der Eco Maestro und ihrer Route werden estnische Exporteure und Importeure nicht nur von der Umweltfreundlichkeit, sondern auch von zusätzlicher Zuverlässigkeit beim Transport ihrer Waren von und nach Europa profitieren.“

Die Eco Maestro fährt unter maltesischer Flagge und ist im Besitz des Unternehmens X-Press Feeders aus Singapur.

Quelle und Foto: HHLA




Ökostrom-Anschlüsse für den Hafen Kehl

Das Land Baden-Württemberg fördert gemeinsam mit dem Bund sogenannte Landstromanlagen im Hafen Kehl mit rund 1,1 Millionen Euro. Die Anlagen versorgen Schiffe im Hafenbereich mit erneuerbarer Energie, damit Generatoren nicht dauerhaft mit Kraftstoff laufen müssen. Das senkt die CO2-Emissionen in der Binnenschifffahrt.

Um auch dann Strom an Bord zu haben, wenn sie angelegt haben, verwenden Schiffe herkömmlicherweise Generatoren, die mit fossilen Brennstoffen wie Schiffsdiesel betrieben werden. Das belastet die Luftqualität in der Nähe von Häfen und Anlegestellen und erzeugt Lärm. Durch die geplanten Landstromanlagen können Schiffe von Land aus mit Ökostrom versorgt werden. Dadurch muss auf dem Schiff keine Energie mehr aus Kraftstoff erzeugt werden.

Verkehrsminister Winfried Hermann betonte: „Auch auf unseren Wasserstraßen sind unsere Klimaziele ambitioniert. Schiffe sind meist mehrere Jahrzehnte im Einsatz, bis sie ausgetauscht werden. Eine Umstellung auf klimaneutrale Antriebe wird deshalb in vielen Fällen langsam umgesetzt. Als Land helfen wir dabei, dass es mit der Dekarbonisierung in der Schifffahrt schneller geht. Mit den Landstromanlagen erreichen wir schon in wenigen Monaten Einsparungen bei den CO2-Emissionen. Zudem senken wir die Lärm- und Schadstoffbelastung im Bereich des Hafens. Ich wünsche mir hier mehr Unternehmen, die mit gutem Beispiel vorangehen.“

Die Anlagen werden vor allem Passagierschiffe auf Flusskreuzfahrten versorgen. Diese verfügen bereits über alle erforderlichen Einrichtungen, um die Landstromversorgung zu nutzen, so dass aufwendige Umbauten nicht notwendig sind. Zudem ist der Stromverbrauch an Bord höher als auf anderen Passagierschiffen. Die Förderung für die Versorgungsanschlüsse beläuft sich insgesamt auf rund 1,1 Millionen Euro.

Der Förderempfänger, die Ship & Dock Service GmbH, beabsichtigt im Bereich des Rheinhafens Kehl, zwei Liegeplätze für insgesamt bis zu vier Fahrgastkabinenschiffe mit Landstromanschlüssen auszustatten. Eine Liegestelle besteht bereits und wird dazu auch für das Anlegen größerer Schiffe angepasst, eine weitere wird neu gebaut. Die Inbetriebnahme der Anlagen ist noch im Dezember dieses Jahres geplant.

Die Ship & Dock Service GmbH rechnet innerhalb eines Jahres mit 277 Zwischenstopps von Schiffen mit Strombedarf an den beiden Anlegestellen am Rheinhafen Kehl. Aufgrund der Attraktivität des Rheins für Flusskreuzfahrttouristinnen und ‑touristen dürfte diese Zahl steigen. Die geförderten Landstromanlagen sollen aus erneuerbaren Energien versorgt werden. Letztendlich rechnet der Betreiber damit, rund 359 Tonnen CO2 einzusparen.

Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Foto: Hafenverwaltung Kehl




Abschaffung der Schifffahrtsgebühren auf der Mosel

Die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmitt begrüßt den Beschluss des Bundeskabinetts, mit dem der Weg geebnet wird, damit auch auf der Mosel auf der gesamten Strecke die Schifffahrtsabgaben für die Binnenschifffahrt ab Mitte des Jahres 2025 entfallen können. Schmitt dankt Bundesverkehrsminister Dr. Wissing für die vorangegangen erfolgreichen Verhandlungen mit den Moselanrainern Luxemburg und Frankreich. Die Vertragsstaaten Luxemburg und Frankreich müssen noch zustimmen.

„Es ist der erklärte politische Wille von Europäischer Kommission, dem Bund und dem Land Rheinland-Pfalz, dass die umweltfreundliche Binnenschifffahrt künftig eine deutlich stärkere Rolle beim Güterverkehr übernehmen soll. Die Abgabenbefreiung steht somit im Einklang mit den übergeordneten verkehrspolitischen Zielen, umwelt- und klimafreundliche Verkehrsträger zu stärken“, sagte die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt anlässlich des Kabinettsbeschlusses.

Die Abschaffung der Abgaben auf der Mosel bedeute, dass Transporte mit dem Binnenschiff zukünftig günstiger erfolgen können. „Hierdurch wird nicht nur ein wichtiger Anreiz für den Gütertransport auf den Wasserstraßen gesetzt, auch die Wirtschaft in der Region Mosel-Saar und der Landeshafen Trier werden von dieser Maßnahme profitieren“, so die Ministerin.

Die Vertragsstaaten Luxemburg und Frankreich müssen noch zustimmen.

Die Bundesregierung hat aktuell einen Gesetzentwurf des Bundesministers für Digitales und Verkehr zur Änderung des internationalen Moselvertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der Französischen Republik und dem Großherzogtum Luxemburg über die Schiffbarmachung der Mosel beschlossen. In dem Moselvertrag ist unter anderem die Erhebung von Abgaben für die Nutzung der Mosel durch die Binnenschifffahrt geregelt.

Mit dem Gesetzentwurf werden jetzt innerstaatlich die Voraussetzungen geschaffen, die Erhebung von Schifffahrtsabgaben auf der internationalen Mosel ab dem 1. Juli 2025 einzustellen, sofern das Gesetzgebungs- und Ratifizierungsverfahren in den Vertragsstaaten (Luxemburg, Frankreich) zeitnah abgeschlossen wird.

Dem Gesetzentwurf waren längere Verhandlungen zwischen den Vertragsstaaten vorausgegangen. Der avisierte Wegfall der Moselabgaben vollendet die bereits Anfang 2019 begonnene Gebührenbefreiung auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Foto: WSA Trier




Hubertus Heil besucht BLG AutoTerminal Hamburg

Im Rahmen seiner „Mission Fachkraft” hat der Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil bei der BLG in Hamburg Halt gemacht. Auf dem BLG AutoTerminal Hamburg nutzte er die Gelegenheit, den Standort zu besichtigen und sich im Rahmen einer „Praxiswerkstatt“ intensiv mit der Arbeitsdirektorin, der Geschäftsführung und den Mitarbeitenden auszutauschen.  

Der Autoterminal Hamburg liegt auf der Kattwyk-Halbinsel direkt an der Elbe. Auf einer Gesamtfläche von 324.000m² werden hier pro Jahr rund 158.000 Fahrzeuge umgeschlagen, bearbeitet oder transportiert. Auf dem Gelände ist auch ein Stützpunkt der BLG Autotransporte GmbH & Co. KG. In Begleitung von Ulrike Riedel, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektorin der BLG-Gruppe, dem Niederlassungsleiter des Autoterminal Hamburg, Sven Bröker, sowie der Geschäftsführung und Standortleitung der BLG Autotransporte GmbH & Co. KG nutzte der Bundesminister die Gelegenheit für ein persönliches Gespräch mit den Beschäftigten. „Die Mission Fachkraft dient dazu, uns eng mit den Unternehmen austauschen. Ich freue mich sehr, dass ich heute bei BLG LOGISTICS zu Gast bin. Es ist für mich sehr interessant zu hören, wie die BLG gute Arbeit definiert, welche Antworten das Unternehmen auf den Fachkräftemangel gefunden hat und an welchen Stellen wir, also die Politik, die Weichen stellen müssen. Ich nehme viele spannende Themen und Impulse mit”, so Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

Nach dem Rundgang über das Gelände wurde intensiv über verschiedenste Faktoren diskutiert, die „gute Arbeit“ ausmachen: „Unser Unternehmen steht für Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit. Wir sind tarifgebunden und bei uns haben Mitbestimmung und Sozialpartnerschaft einen hohen Stellenwert”, erklärte die Arbeitsdirektorin der BLG-Gruppe, Ulrike Riedel. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von 11 Jahren am BLG AutoTerminal Hamburg spiegeln beispielhaft die hohe Zufriedenheit und Loyalität innerhalb des Unternehmens wider.

Vor allem der Fachkräftemangel, dessen Folgen für die Logistikbranche und mögliche Lösungen beschäftigte die Teilnehmenden an der Praxiswerkstatt. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setzt die BLG unter anderem auf die Anwerbung ausländischer Fachkräfte. Dabei arbeitet das Unternehmen eng mit Partnern in den Herkunftsländern, wie beispielsweise Marokko, zusammen. Auch die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt spielt eine große Rolle für das Unternehmen. Beides ist nur möglich, wenn bürokratische Hürden überwunden werden. So setzt sich die BLG LOGISTICS aktiv für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und Führerscheine ein. Diese Maßnahmen sind essenziell, um qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland erfolgreich in die Unternehmen zu integrieren. „Ein besonderes Hindernis stellen die langen Visaverfahren in deutschen Konsulaten dar, die den Prozess erheblich verzögern“, erklärt Pawel Byglewski, der als Geschäftsführer BLG Automobile Logistics GmbH & Co. KG und Leiter Transporte verantwortlich ist für alle Autotransportdienstleistungen. „Wir appellieren an die zuständigen Behörden, die Bearbeitungszeiten zu verkürzen und so den Zugang zu qualifizierten Fachkräften zu erleichtern.“

Die Förderung und die gezielte Entwicklung von Mitarbeitenden sind für BLG LOGISTICS an allen Standorten zentrale Themen und ein wesentlicher Faktor für „gute Arbeit“, betonte die Arbeitsdirektorin Ulrike Riedel. „Wir fördern Mitarbeitende über ihre gesamte Berufslaufbahn durch individuelle Angebote – unabhängig davon, an welchem Punkt ihrer Karriere sie stehen. Wir setzen auf eine umfassende Ausbildung sowie Qualifizierung und Weiterbildung, haben ein betriebliches Gesundheitsmanagement und fördern Inklusion und Digitalisierung.“

Auch Ausbildung spielt für das Unternehmen eine zentrale Rolle. Im vergangenen Jahr hat BLG LOGISTICS 96 neue Ausbildungsplätze besetzt und insgesamt 127 Auszubildende beschäftigt. Am Standort Hamburg gestaltet sich die Gewinnung von Auszubildenden auf Grund der fehlenden Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr allerdings schwierig. „Die nächste Bushaltestelle ist sechs Kilometer entfernt. Das macht es insbesondere für jüngere Kolleg:innen schwierig, hier zu arbeiten. Aktuell haben wir nur eine Auszubildende im zweiten Lehrjahr beschäftigt“, sagt Niederlassungsleiter Sven Bröker. „Eine bessere Anbindung der Hafenunternehmen an den ÖPNV wäre dringend notwendig, um die Ausbildungsplätze mit jungen Talenten besetzen zu können.”

Die Initiative „Mission Fachkraft“ wurde von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ins Leben gerufen, um die Sicherung und Förderung von Fachkräften in Deutschland gezielt zu unterstützen. Durch Gespräche mit Bürger:innen, Arbeitgebervertreter:innen, Gewerkschaften, Verbänden, Unternehmen und der Wissenschaft sollen innovative Strategien gegen den Fachkräftemangel entwickelt werden. Die Initiative umfasst Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung, zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zur gezielten Anwerbung von Fachkräften aus dem In- und Ausland. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu stärken und gleichzeitig die Attraktivität des Arbeitsmarktes für qualifizierte Fachkräfte zu erhöhen.

Quelle: BLG, Foto: Jana Legler/BMAS, nach dem Rundgang gab es die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil im Rahmen einer Praxiswerkstatt.