Seehäfen fordern neue Konzepte

Die deutschen Seehäfen positionieren sich für die Einführung eines europäischen CO2-Emissionslimits am Liegeplatz für alle See- & Binnenschiffe. Zugleich zeigen sich die Verantwortlichen in den Hafengesellschaften skeptisch, ob der Vorschlag der EU zum Ausbau des Landstroms der richtige Ansatz ist, um die Emissionen der Schifffahrt nachhaltig zu reduzieren.

Wörtlich heißt es in dem von allen Hafengesellschaften unterzeichneten Positionspapier ‚ZeroEmission@Berth‘: „Netzgebundene Landstromanlagen können eine effektive Lösung zur Emissionsreduzierung von See- und Binnenschiffen während der Liegezeit im Hafen sein, wenn sie mit 100 Prozent erneuerbarem Strom betrieben werden, jedoch nicht für jeden Hafen, nicht für jeden Liegeplatz und nicht für jedes Schiff.“

Der Vorschlag der EU-Kommission hätte zur Folge, dass allein an den ca. 550 Liegeplätzen für Seeschiffe in den deutschen Häfen milliardenschwere Ausgaben für Landstromanlagen anfallen. Die müssten durch den Steuerzahler sowie durch die privatwirtschaftlich betriebenen Häfen getragen werden, ohne dass die Schiffsbetreiber, die als Verursacher der ausgestoßenen Emissionen in der Verantwortung stehen, hieran wesentlich beteiligt wären. Gleichzeitig müssten nur ausgewählte Schiffe die vorhandenen Anlagen nutzen. So würde die Situation entstehen, dass  an einem Liegeplatz mit Landstromanlage  ein Schiff  Landstrom  nutzen muß, wohingegen ein anderes, nicht reguliertes Schiff, weiterhin fossile Kraftstoffe verbrennen dürfte.

Im Juli 2021 hat die EU-Kommission das „Fit for 55 Paket“ veröffentlicht mit dem Ziel, die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030, um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Darin werden konkrete Vorgaben für Schiffe am Liegeplatz gemacht. Ab 2030 sollen bestimmte Schiffstypen zu Null Emissionen am Liegeplatz verpflichtet werden, wobei Landstrom, Batterien und Brennstoffzellen als mögliche Lösungen definiert werden. Dieser Ansatz wird von den deutschen Seehäfen befürwortet, sollte jedoch grundsätzlich technologieoffen gestaltet werden, um z.B. die Verwendung von Kraftstoffen aus erneuerbaren Energien zu ermöglichen. Diese Kraftstoffe bieten die Möglichkeit, CO2-Emissionen sowie Luftschadstoffe nicht nur am Liegeplatz, sondern auch während der Fahrt und damit in einem ungleich erheblicheren Maß zu reduzieren. Ca. 95 Prozent der von der Schifffahrt ausgehenden Emissionen entstehen während der Seefahrt. Lediglich fünf Prozent können dem Aufenthalt im Hafen zugeordnet werden.

In dem Positionspapier bieten die deutschen Seehäfen der Schifffahrt an,  gemeinsam nach Lösungen für eine emissionsfreie Liegezeit jenseits netzgebundener Landstromanlagen zu suchen.

Um geeignete Konzepte zu finden und kennenzulernen, wird ein Innovationswettbewerb ausgeschrieben. Damit suchen die deutschen Seehäfen gemeinsam innovative Ideen, Konzepte und technologieoffene Lösungsansätze, die alternativ zu stationären Landstromanlagen, Energieversorgungsansätze von Schiffen am Liegeplatz aufzeigen und welche ggf. auch im Fahrtbetrieb zur Emissionsreduzierung beitragen können.

Der Innovationswettbewerb wird im Februar 2022 starten. Die siebenköpfige Jury wird aus Vertreterinnen und Vertretern von Reedereien, Verbänden und Wissenschaft bestehen. Begleitet wird dieser Innovationswettbewerb vom Maritimen Cluster Norddeutschland. Nähere Informationen unter: www.zeroemissionatberth.com

Robert Howe (Geschäftsführer von bremenports): „Die deutschen Seehäfen eint der Wille, einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Klimawandels zu leisten. Dafür ist es wichtig, die Reduzierung der Emissionen aus der Schifffahrt ganzheitlich zu betrachten und sich nicht überwiegend auf die Liegezeiten in den Häfen zu konzentrieren.“

Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group, betont: „Die Verwendung von synthetischen und klimaneutralen Treibstoffen, welche aus erneuerbaren Energien hergestellt wurden, eröffnen die Möglichkeit, die Emissionen der Schifffahrt sowohl in Fahrt als auch im Hafen zu reduzieren. Die Nutzung von Landstromanlagen, welche die Emissionen ausschließlich am Liegeplatz reduzieren, wird damit obsolet. Der politische Fokus sollte daher auf der sofortigen Entwicklung, Förderung und Etablierung von alternativen und emissionsfreien Treibstoffen liegen.“

Als zukunftsgerichtetes Unternehmen setzt Brunsbüttel Ports seit vielen Jahren eine Vielzahl von see- und landseitigen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Handeln und aktivem Umweltschutz an seinen Standorten um. Neben der zielgerichteten Senkung von CO2-Emissionen am Liegeplatz fokussiert sich das Unternehmen mit umfangreichen Maßnahmen ebenfalls auf die Reduktion von CO2-Emissionen beim Güterumschlag an Land und beim Gütertransport, um die gesamte Transport- und Logistikkette noch nachhaltiger zu gestalten.

Im vergangenen Jahr ernannte Brunsbüttel Ports freiwillig und proaktiv eine eigene Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsbeauftragte, um den Umweltschutz noch stärker zu forcieren. Die Beauftragte ist maßgeblich auch in das Gemeinschaftsprojekt zur weiteren Reduktion von Emissionen am Liegeplatz involviert.

Bereits seit vielen Jahren gewährt Brunsbüttel Ports außerdem einen freiwilligen Rabatt auf seine Hafengebühren für besonders umweltfreundliche Schiffe und trägt damit dazu bei, die Nachhaltigkeit in der Schifffahrt insgesamt weiter auszubauen. Zudem verpflichtet das Unternehmen die Schiffe zur Müllabgabe, um der Meeresverschmutzung aktiv entgegenzuwirken. „Seit 2011 beschäftigen wir uns außerdem intensiv mit alternativen Treibstoffen wie LNG (Liquefied Natural Gas) und haben uns seitdem zu einem der führenden LNG-Bunkerstandorte an der deutschen Nordseeküste entwickelt. Da dieser emissionsärmere Treibstoff bereits heute verfügbar ist, leistet er unmittelbar einen direkten Beitrag für eine nachhaltigere Schifffahrt“, hebt Frank Schnabel hervor.

Auch an Land setzt das Unternehmen zielgerichtet auf die Reduktion von Emissionen: Als zertifizierter „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ stellt Brunsbüttel Ports allen Mitarbeiter/-innen seit vielen Jahren (Elektro-)Lastenfahrräder auf dem Hafengelände zur Verfügung, um den Einsatz von PKW zu reduzieren und sich nachhaltig auf dem Betriebsgelände fortzubewegen.

Gleichzeitig haben alternative Antriebsformen wie die Wasserstoff- und Elektromobilität eine hohe Priorität für das Unternehmen. Für Dienstfahrten steht den Mitarbeiter/-innen beispielsweise ein Wasserstoff-Auto zur Verfügung. Außerdem wird die Fahrzeugflotte kontinuierlich durch beispielsweise neue Hybridfahrzeuge modernisiert und weitere Elektroladestationen werden auf dem Unternehmensgelände installiert. Zudem wird bei der Anschaffung neuer Umschlaggeräte besonders auf den Energieverbrauch geachtet und vorhandene Umschlaggeräte werden umweltfreundlich umgerüstet. Durch digitale Fahrstreckenoptimierung soll ihr Einsatz zukünftig noch effizienter und emissionsärmer gestaltet werden. Auch die Zertifizierung nach der weltweit akzeptierten und angewendeten Umweltnorm ISO 14001 unterstreicht dieses Vorhaben.

Brunsbüttel Ports arbeitet außerdem aktiv daran, Güterströme von der Straße auf umweltfreundlichere Verkehrsträger zu verlagern. Beispielsweise werden täglich Massengüter mit firmeneigenen und umweltfreundlichen Binnenschiffen zu einem Hamburger Industriekunden transportiert. Eine Umrüstung dieser Binnenschiffe auf alternative CO2-optimierte Antriebe wird derzeit geprüft. Durch Kooperationen, beispielsweise mit Terminalbetreibern wie der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), ist es außerdem möglich, die Binnenschifffahrt auf der Unterelbe noch attraktiver zu gestalten und Containerverkehre zwischen Brunsbüttel und Hamburg auf das umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu verlagern. Zusätzlich investiert das Unternehmen kontinuierlich in seine Bahninfrastruktur, um mehr Güter auf der Schiene abzuwickeln. Zur Steigerung der Attraktivität dieses Verkehrsträgers hat Brunsbüttel Ports unter anderem proaktiv in sein Kaigleis investiert. Durch den Direktumschlag zwischen Bahn und Schiff können so Arbeitsschritte und Emissionen eingespart werden.

Frank Schnabel fasst zusammen: „Unser Kurs ist eindeutig. An Land und auf der See sowie in allen anderen Bereichen unseres Hafennetzwerkes und entlang der Logistikkette setzen wir strategisch und operativ auf Nachhaltigkeit. Sowohl gesellschaftlich als auch ökologisch möchten wir als Unternehmen Verantwortung übernehmen und unsere Aktivitäten Schritt für Schritt noch nachhaltiger gestalten. Daher handeln wir aus Überzeugung, um als Unternehmen unseren Beitrag für den Umweltschutz zu leisten“.

Quelle bremenports und Brunsbüttel Ports, Foto: Brunsbüttel Ports, der Brunsbütteler Elbehafen




Krämer Vorsitzender der Neska-Geschäftsführung

Im Zuge der Integration der Tochter- und Beteiligungsunternehmen in die HGK- Gruppe hat sich die Geschäftsführung der „Neska Schiffahrts- und Speditionskontor GmbH“ neu aufgestellt. Nach seinem Eintritt in die Neska-Geschäftsführung im November 2020 wurde Markus Krämer nun rückwirkend zum 1. Oktober 2021 zum Vorsitzenden der Neska-Geschäftsführung, die er gemeinsam mit Jan Zeese und Andreas Grzib bildet, berufen.

Die auf Logistik und Umschlag spezialisierten Unternehmen der Neska wurden seit Frühjahr 2021 unter dem Dach der HGK-Gruppe gebündelt. Die früheren Einzelmarken Neska, Pohl & Co., UCT, DBT, CTS, KCT und RRT treten seitdem einheitlich unter dem Markenzeichen „HGK Logistics and Intermodal“ auf. „Wir freuen uns, dass Markus Krämer die weitere Integration innerhalb der Neska und der HGK-Gruppe federführend verantwortet. Die bereits eingeleiteten Prozesse sind notwendig, um sich in einem teilweise schwierigen Marktumfeld erfolgreich zu behaupten“, so Uwe Wedig, Vorstandsvorsitzender der HGK AG.

Markus Krämer hatte bereits verschiedene leitende Positionen in der HGK-Gruppe inne. Bis 2018 verantwortete der heute 34-Jährige als Prokurist den Eisenbahn-Vertrieb der HGK-Beteiligung RheinCargo. Zwischen 2018 und Oktober 2022 steuerte er als Prokurist das Beteiligungsmanagement der HGK-Gruppe und war dabei maßgeblich am Erwerbsprozess der heutigen HGK Shipping im Sommer 2020 beteiligt.

Ziel der Neska-Geschäftsführung ist, nach herausfordernden Geschäftsjahren das Unternehmen nachhaltig und zukunftsorientiert aufzustellen. „Wir hinterfragen derzeit kritisch alle Strukturen. Dort, wo es angebracht ist, werden wir mit unserem Team Justierungen vornehmen. Gemeinsam wollen wir die HGK Logistics and Intermodal weiter entwickeln, um auch in Zu- kunft einen wichtigen Beitrag für den Erfolg der HGK-Gruppe leisten zu können“, erläutert der neue Neska-CEO seine Pläne.

Quelle und Foto: Häfen und Güterverkehr Köln AG




Ab 2024 grüner Wasserstoff für Covestro

Fortescue Future Industries (FFI), ein weltweit tätiges Unternehmen für grüne Energie und grüne Industrie mit Sitz in Australien, und Covestro, ein in Deutschland ansässiger, weltweit führender Anbieter von Hightech-Polymerwerkstoffen, beabsichtigen, eine langfristige Vereinbarung über die Lieferung von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten, darunter grünes Ammoniak, zu schließen.

Laut der Absichtserklärung werden FFI und Covestro an einer Liefervereinbarung arbeiten, nach der FFI Covestro mit dem Äquivalent von bis zu 100.000 Tonnen grünem Wasserstoff (GH2) pro Jahr beliefern soll. Mit dieser Vereinbarung könnte Covestro grauen Wasserstoff und seine Derivate durch GH2 ersetzen und somit seine Treibhausgasemissionen um bis zu 900.000 Tonnen CO2 pro Jahr reduzieren. Die Lieferungen sind für die Produktionsstandorte in Asien, Nordamerika und Europa vorgesehen und könnten 2024 beginnen.

Für FFI und Covestro ist die unverbindliche Absichtserklärung ein erster Schritt zu einer umfassenderen strategischen Partnerschaft, die den Übergang zu grüner Energie, insbesondere in der energieintensiven Industrie, beschleunigen soll.

Der Vorsitzende von FFI Dr. Andrew Forrest AO sagte: „Dies ist eine bahnbrechende Zusammenarbeit, die unterstreicht, welche Kraft grüner Wasserstoff hat, um die Dekarbonisierung einiger der energieintensivsten Industrien der Welt zu beschleunigen. FFI und Covestro teilen die Überzeugung, dass grüner Wasserstoff und grünes Ammoniak eine entscheidende Rolle dabei spielen werden, um Unternehmen die Erreichung ihrer Klimaziele zu ermöglichen und einer unkontrollierten globalen Erwärmung vorzubeugen. Wir freuen uns darauf, mit Covestro zusammenzuarbeiten, um den Bedarf des Unternehmens an grünem Wasserstoff zu decken, und mit Deutschland zusammenzuarbeiten, damit es zum weltweiten Vorreiter bei der Dekarbonisierung, grünem Wasserstoff und Ammoniak wird.“

Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro, sagte: „Wir freuen uns, dass FFI unsere Vision der Kreislaufwirtschaft teilt und bereit ist, mutige Schritte zu unternehmen, um den dringend benötigten Markthochlauf für grünen Wasserstoff zu fördern. Unsere Zusammenarbeit mit FFI unterstreicht unsere Ambition, eine Vorreiterrrolle beim Aufbau der Kreislaufwirtschaft und dem Übergang zur klimaneutralen Produktion einzunehmen. Grüner Wasserstoff und seine Derivate spielen für die chemische Industrie eine wichtige Rolle – sowohl als alternativer Rohstoff als auch als Quelle für saubere Energie. Der Übergang zur Nutzung von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten ist ein wesentlicher Schritt bei unseren Bemühungen, nachhaltigere Produkte anzubieten, die wiederum die CO2-Bilanz unserer Kundenbranchen verringern.“

Julie Shuttleworth AM, Vorstandsvorsitzende von FFI, sagte: „Covestro ist ein weltweit führendes Unternehmen in seiner Branche, dessen Werkstoffe in fast allen Bereichen des modernen Lebens eingesetzt werden – zum Beispiel in der Automobil-, Bau- und Elektronikindustrie. Diese Zusammenarbeit zeigt einmal mehr, dass grüner Wasserstoff für zahlreiche Branchen, die nur schwer zu dekarbonisieren sind, eine praktische, gut umsetzbare Lösung ist.“

Grüner Wasserstoff wird aus erneuerbarer Energie hergestellt. Seine Produktion verursacht keinerlei Emissionen, denn das einzige Nebenprodukt ist Dampf. FFI hat sich zum Ziel gesetzt, die Produktion von grünem Wasserstoff bis 2030 auf 15 Millionen Tonnen pro Jahr zu steigern. Im darauf folgenden Jahrzehnt soll die Produktion dann auf 50 Millionen Tonnen pro Jahr ansteigen.

Covestro verwendet Wasserstoff und seine Derivate als Ausgangsstoff für die Herstellung von Hochleistungspolymeren. Im Rahmen einer breit angelegten Strategie für die Kreislaufwirtschaft hat sich Covestro verpflichtet, vollständig auf alternative, erneuerbare Rohstoffe sowie Grünstrom zu setzen. Die Partnerschaft mit FFI ist ein wichtiger Meilenstein hin zu diesem Ziel.

Quelle: Covestro




Lochmann übernimmt Geschäftsführung

Antje Lochmann (43) verfügt über langjährige Erfahrung in der Logistikbranche und innerhalb der GEODIS-Organisation. Ihre Karriere bei GEODIS startete sie 2011 und war seitdem in verschiedenen Positionen in den Bereichen Verkauf, Marketing, Key Accounts und strategische Vertriebsplanung tätig. Sie ist eine der jüngsten Führungskräfte, die als Teilnehmerin des Leadership-Programms von GEODIS befördert wurde.

Seit Antje Lochmann 2018 die Funktion als Geschäftsführerin der deutschen Freight Forwarding Aktivitäten übernommen hat, haben Antje Lochmann und ihr Team diesen Geschäftsbereich zu kontinuierlichem Wachstum und Profitabilität geführt. Nun übernimmt sie auch die Geschäftsleitung der deutschen Contract Logistics Aktivitäten und ist damit für 22 Standorte und rund 1.350 Mitarbeitende in Deutschland verantwortlich. Sie ist Mitglied der Geschäftsführung der Region Nord-, Ost- und Zentraleuropa von GEODIS und leitet die Geschäfte von Hamburg aus.

„Unsere Geschäftsbereiche Freight Forwarding und Contract Logistics werden in Deutschland unter einer gemeinsamen Leitung zusammengeführt, um neue Synergien zu schaffen und das Unternehmen im Rahmen unserer regionalen Wachstumsstrategie erfolgreich weiterzuentwickeln“, kommentiert Thomas Kraus, President & CEO North, East and Central Europe von GEODIS, die Ernennung. „Ich freue mich sehr, dass wir mit Antje Lochmann eine hervorragende und erfahrene Führungskraft für einen unserer wichtigsten Märkte in der Region haben.“

Quelle und Foto: Geodis




7,6 Mio Tonnen Rekord-Güterumschlag in Kiel

Im Kieler Seehafen konnte im Jahr 2021 ein Frachtvolumen von 7,6 Millionen Tonnen umgeschlagen werden. Das sind 9,3 % mehr als im Vorjahr und stellt einen neuen Rekord für den PORT OF KIEL dar.

Dabei konnten insbesondere die hohen Zuwächse auf der Göteborg-Verbindung (Gesamtergebnis Fracht 2,1 Millionen Tonnen/
+16 % gegenüber Vorjahr) und der Klaipeda-Linie (Gesamtergebnis Fracht 2,9 Millionen Tonnen/+9 % gegenüber Vorjahr) die erwarteten Rückgänge im Papiergeschäft (Gesamtergebnis Papier 0,66 Millionen Tonnen/-12 % gegenüber Vorjahr) überkompensieren. Auch auf der Oslo-Verbindung konnten Mengenzuwächse verzeichnet werden (Gesamtergebnis Fracht 0,6 Millionen Tonnen/ +2 % gegenüber Vorjahr). Der Seetourismus hat sich mit 921.796 Fähr- und Kreuzfahrtpassagieren gegenüber dem Vorjahr (517.540) nahezu verdoppelt. Mit insgesamt 134 Anläufen (Vorjahr 29) war Kiel im Jahr 2021 einer der meist frequentierten nordeuropäischen Kreuzfahrthäfen.

Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG: „Wir sind sehr zufrieden mit dem erreichten Volumen im Frachtbereich. Die Zahlen im Passagierbereich sind ebenfalls gut. Für 2022 rechnen wir mit einer weiteren Verbesserung und mit einer Rückkehr zur neuen Normalität. Wir haben in 2021 gesehen, dass Reisen, sowohl auf Fähr- als auch auf Kreuzfahrtschiffen, auf Basis unserer gemeinsam mit den Reedereien entwickelten, guten Hygienekonzepte möglich sind. Die Nachfrage nach Schiffsreisen ist da.“ Die bisherige Buchungslage lässt den PORT OF KIEL auf eine stärkere Kreuzfahrtsaison 2022 hoffen. Auch für den Frachtbereich wird wieder ein gutes Ergebnis erwartet.

Dr. Dirk Claus: „Ich möchte mich ausdrücklich bei unseren Mitarbeiter*innen bedanken. Sie leisten jeden Tag mit großer Motivation ihren Beitrag für den Erfolg des PORT OF KIEL. Unsere Hafenarbeiter*innen und gewerblichen Kolleg*innen haben nicht die Möglichkeit, vom Homeoffice aus zu arbeiten. Jede*r Einzelne sorgt mit dem täglichen Einsatz vor Ort für stabile Lieferketten. Der PORT OF KIEL hat in den Jahren 2020 und 2021 weiter neu eingestellt und wir bilden auch weiterhin aus. Denn eins ist uns und mir persönlich sehr wichtig: Auch in diesen nicht ganz einfachen Zeiten wollen wir hier im Kieler Seehafen gute und sichere Arbeitsplätze schaffen und erhalten.“ Als Teil der kritischen Infrastruktur hält der PORT OF KIEL entsprechende Notfallpläne vor, um auch unter verschärften Corona-Bedingungen jederzeit einsatzfähig bleiben zu können.

2021 war ein gutes Jahr, sowohl für den Fährverkehr mit 633.000 Passagieren (Vorjahr 483.000) als auch insbesondere für den Kreuzfahrtbereich mit 289.000 Passagieren (Vorjahr 34.500). Kiel war mit 134 Anläufen im Jahr 2021 einer der erfolgreichsten nordeuropäischen Kreuzfahrthäfen, auch wenn die Passagierzahlen natürlich noch niedriger lagen als in normalen Zeiten. Ohne Corona wären eine Million Passagiere in 2021 durchaus eine realistische Größe gewesen. Für 2022 liegen bereits deutlich über 200 Anmeldungen von Kreuzfahrtschiffen vor. Insofern blickt der PORT OF KIEL optimistisch in eine weiter verbesserte Saison mit weiter steigenden Passagierzahlen. Gemeinsam mit seinen Partnern bietet der Kieler Hafen die entsprechenden Konzepte, dies umweltverträglich und sicher von Kiel aus zu gewährleisten.

Die vorübergehende Aussetzung der RoPax-Fähren „Color Fantasy“ und „Color Magic“ im Dienst der Color Line bedauert der Seehafen. Der PORT OF KIEL zeigt sich optimistisch, dass der Liniendienst auch für Passagiere eher kurzfristig wieder aufgenommen werden kann. Die Frachtfähre „Color Carrier“ verkehrt weiter zwischen Oslo und Kiel.

In 2021 konnte im Kombinierten Verkehr wiederholt ein gutes Ergebnis erzielt werden, auch wenn mit 30.624 Einheiten (Vorjahr 32.957) bedingt durch die Corona-Pandemie und Umstrukturierungen im Portfolio der Eisenbahnunternehmen circa 7 % weniger Sendungen auf der Schiene transportiert wurden als im Rekordjahr 2020. Der umweltfreundliche Hinterlandverkehr ist zentraler Bestandteil der BLUE PORT-Strategie des Kieler Hafens und trägt wesentlich dazu bei, Lkw-Verkehre zu verlagern. Nach den starken Zuwächsen in diesem Bereich in den letzten Jahren und der Konsolidierung in 2021 liegt der Fokus nun aber wieder auf Wachstum.

Der PORT OF KIEL ist diesbezüglich zuversichtlich, da mit der werktäglichen Verbindung nach Verona über den Mega-Hub Lehrte, die im September 2021 eingeführt wurde, bereits die Grundlagen für weiteres Wachstum gelegt wurden. Dadurch ist es gelungen, das Kapazitäts- und Destinationsangebot für die Reederei- und Speditionskunden signifikant zu erhöhen und auch den Ostuferhafen mit dem Wirtschaftsraum Norditalien direkt zu verbinden.

Der PORT OF KIEL hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 alle von ihm verursachten Kohlendioxidemissionen (CO2) auf null zu reduzieren. Der am 24. November 2021 vorgestellte Drei-Stufen-Plan des Hafens sieht vor, in 2022/2023 bereits 60 % des Energiebedarfs der Kiel anlaufenden Schiffe mit Ökostrom zu decken. In 2025 sollen es dann 80 % bis 90 % sein, bevor in 2030 Klimaneutralität erreicht wird. Landstrom ist dabei das zentrale Element der Emissionsreduzierung. Die bestehenden Landstromanlagen am Ostseekai, am Schwedenkai und am Norwegenkai sind einsatzbereit und werden von Fähr- und Kreuzfahrtschiffen genutzt. Baustart der Landstromanlage am Ostuferhafen ist in 2022. Der PORT OF KIEL hat seine Hausaufgaben in diesem Bereich gemacht und frühzeitig und aus Überzeugung im Bereich Landstrom investiert. In den Jahren 2022/2023 sollen am Ostseekai bereits 60 bis 80 Kreuzfahrtschiffe klimaneutral im Kieler Hafen liegen.

Der PORT OF KIEL steigert seine Investitionen in Digitalisierung und hat dazu Ende 2021 den Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Einrichtung und zum Betrieb eines digitalen Testfeldes im Kieler Seehafen erhalten. Im Rahmen des D-TECH-BASE-Projektes werden dabei erstmals Hafenterminals für den Roll-on-/Roll-off-Verkehr (RoRo) zu Erprobungsfeldern für die neue 5G-Terminalkommunikation und -Verkehrssteuerung. Das rund 1,75 Millionen Euro umfassende Projekt fokussiert auf den Ostuferhafen sowie den Schwedenkai und hat eine Laufzeit von gut zweieinhalb Jahren bis zum 30. Juni 2024. Um für kommende Schiffsgenerationen zukunftsfähig zu sein, hat der PORT OF KIEL in 2021 mit dem Bau zweier neuer und breiter RoRo-Brücken im Ostuferhafen begonnen. Nach Abschluss der Arbeiten stehen die Liegeplätze 5 und 6 bereit, um zwei weitere RoRo-Fähren reibungslos und schnell abfertigen zu können. Beide erneuerten Liegeplätze erhalten Landstromanschluss mit Strom aus regenerativen Quellen. Darüber hinaus wird eine schwerlastfähige Überfahrbarkeit der Gleise des Eisenbahnterminals hergestellt. Alle Bauarbeiten liegen voll im Zeitplan. Mit Baufertigstellung wird im Frühherbst 2022 gerechnet.

Quelle: Port of Kiel, Foto:Port of Kiel/Tom Körber




Rotterdam – Kehl/Strasbourg auf sieben erhöht

Die Zahl der Container-Bahnpendelverkehr von und nach der Region Kehl und Straßburg wurde kürzlich von fünf auf sieben erhöht. MMR Intermodal Services ist ab November von zwei auf drei Umläufe in Straßburg umgestiegen. Außerdem hat C3C den Elsass-Rotterdam-Express um einen regelmäßigen Dienst in diese französische Stadt erweitert.

Der letztgenannte Zug, eine Initiative der C3C-Kooperation zwischen der Danser Group, Haeger & Schmidt Logistics und Ultra-Brag, startete 2015 und verkehrte bereits dreimal wöchentlich in Kehl in Deutschland. „Am Terminal Strasbourg-Nord gab es jetzt zusätzlichen Platz, daher diese Erweiterung“, sagt Michel Bot, Sales & Marketing-Manager der Danser Group. „Jede Woche kommen 90 TEU an Importen und 90 TEU an Exporten zu unserem Volumen hinzu. Für die Kunden macht es keinen Unterschied, ob Kehl oder Straßburg in diesem industriellen Grenzgebiet liegt.“

Kehl und Straßburg bilden einen Ballungsraum, wobei Straßburg auf der französischen Seite des Rheins liegt und Kehl auf der deutschen Seite. „Damit bedienen wir das französische Elsass und das deutsche Baden-Württemberg, bieten aber auch zusätzliche Transporte in die Schweiz per Binnenschiff an“, ergänzt Maik Bastian, Geschäftsführer der Division Intermodal von Haeger & Schmidt Logistics. „Wir haben Kapazitätsengpässe in Rotterdam und beim Last-Mile-Umschlag in Frankreich und Deutschland, sonst hätten wir die Zahl der Bahnshuttles sicher erhöht.“

In die gleiche Kerbe schlägt Mattijs Nollen, Geschäftsführer von MMR Intermodal Services. „Das Volumen steigt rapide an. Innerhalb weniger Jahre sind wir von null auf sieben Zugverbindungen pro Woche gestiegen. Alles gehört dazu: von Elektronik bis zu Möbeln und von Autoteilen bis zu Leuchten. Und natürlich… als Exportgut befindet sich auch eine ganze Menge Wein im Zug.“ Mit der dritten Rotation erhöht MMR die Hin- und Rückreisekapazität um 103 TEU. „Ich schließe ein viertes Shuttle nicht aus, aber drei sind im Hinblick auf die Auslastung der Geräte optimal.“

Die beiden trimodalen Terminals des Port Autonome de Strasbourg und das Terminal in Kehl schlagen jährlich rund 400.000 TEU um. Direkte Bahn- und Binnenschiffsverbindungen verbinden die Terminals u. a. mit den Seehäfen von Rotterdam. Langfristig will Straßburg das derzeitige Containeraufkommen auf der Schiene verdoppeln und neue Zugverbindungen nach China, Duisburg, Osteuropa und Spanien einrichten. Ein neues Bahnterminal im südlichen Hafengebiet wird derzeit geprüft.

„Bis 2021 wird sich der Bahnverkehr zwischen Rotterdam und Straßburg verdoppeln“, sagt Maria Cherkasova, verantwortlich für die multimodale Entwicklung von Port de Strasbourg. „Das neue Terminal bietet umfangreiche Möglichkeiten für weiteres Wachstum, auch im Hinblick auf einen nachhaltigeren Verkehr. Die Bahn ist ein effizienter und umweltfreundlicher Verkehrsträger. Gemeinsam mit der Stadt Straßburg unterstützen wir das sehr. Schließlich ist unser Hafen nicht weit vom Stadtzentrum Straßburgs entfernt“

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Wechsel bei EUROGATE Container Terminals Hamburg

Johannes Stelten (57) wird mit Wirkung zum 1. März 2022 neuer Geschäftsführer der EUROGATE Container Terminal Hamburg GmbH (CTH). Er tritt damit die Nachfolge von Tom Eckelmann (38) an, der das Unternehmen nach drei Jahren verlässt, um sich neuen Aufgaben bei EUROKAI, dem familiengeführten 50%-Gesellschafter von EUROGATE, sowie der EUROGATE-Gruppe zu widmen.

Michael Blach, Vorsitzender der Gruppengeschäftsführung von EUROGATE, sagte anlässlich der Entscheidung: „Tom Eckelmann hat den EUROGATE Container Terminal Hamburg erfolgreich durch eine schwierige Zeit geführt. Dem erheblichen Verlust von Umschlagsvolumen am CTH durch die Folgen der ReederKonsolidierung im Zeitraum 2017/18 konnten er und sein Team die Akquisition des Neukunden CMA CGM und die Inbetriebnahme des neuen Liegeplatzes 6 entgegensetzen. Dadurch schlägt CTH heute wieder Containermengen auf dem Niveau von 2017 um. Darüber hinaus ist es ihm und seiner Mannschaft trotz der umfassenden und nachhaltigen pandemischen Auswirkungen gelungen, den Betrieb aufrecht zu erhalten und sicherzustellen. In dem im Geschäftsjahr 2020 gestarteten Transformationsprozess konnten er und alle Beteiligten in den letzten Wochen wichtige Fortschritte erzielen. Seinen Wunsch, sich mit der intensiven Praxiserfahrung der letzten drei Jahre jetzt beruflich weiterzuentwickeln, respektieren und begrüßen wir und wünschen ihm dafür viel Erfolg und alles Gute. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

Zum Nachfolger Johannes Stelten sagt Michael Blach: „Johannes Stelten ist ein sehr erfahrener Manager und hat in der EUROGATEGruppe bereits etliche Führungsaufgaben erfolgreich gemeistert. Als derzeitiger Betriebsleiter des CTH sind die Erfolge der letzten 18 Monate auch sein Verdienst. Daher ist seine Berufung zum Geschäftsführer des CTH nur folgerichtig. Wir wünschen ihm für die bevorstehenden Aufgaben viel Erfolg und Durchsetzungsvermögen und freuen uns auch hier auf die weitere Zusammenarbeit.“

Quelle und Foto: Eurogate, Johannes Stelten (links) löst ab März 2022 Tom Eckelmann als Geschäftsführer des EUROGATE Container Terminals Hamburg ab.




NVG: Uwe Öhlmann geht in den Ruhestand

Nach sechs Jahren an der Spitze der HGK Shipping-Tochter „Niedersächsische Verfrachtungsgesellschaft“ (NVG) tritt Uwe Öhlmann in den Ruhestand. Co-Geschäftsführer Florian Bleikamp wird das Unternehmen weiterhin leiten und die Entwicklung aktiv vorantreiben. Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wird er dabei von Andreas Lemme in der Geschäftsführung unterstützt.

Steffen Bauer, CEO der HGK Shipping: „Uwe Öhlmann hat die Entwicklung der NVG in den vergangenen Jahren maßgeblich mitbestimmt. Wir bedanken uns bei ihm für die erfolgreiche Arbeit und seine Verdienste um das Unternehmen. Gleichzeitig freue ich mich über die starke Aufstellung mit Florian Bleikamp und Andreas Lemme. Ich wünsche beiden viel Erfolg und bin mir sicher, dass die NVG auch unter ihrer Leitung die Anforderungen der Industrie wie gewohnt flexibel bedienen wird.“

Andreas Lemme ist ausgewiesener Branchenexperte in der Binnenschifffahrt. Seit 2017 ist er bereits in führender Tätigkeit in der Trockenschifffahrt beschäftigt, zunächst bei Imperial Shipping Services, inzwischen bei der HGK Dry Shipping GmbH – dem Unternehmensbereich innerhalb der Gruppe, dem auch die NVG zugeordnet ist.

Die NVG disponiert eine Flotte von sieben Reedereischiffen, davon zwei Koppelverbände sowie zwölf Partikulier-/Mietschiffe. Rund zwei Millionen Tonnen Fracht werden so hauptsächlich im westdeutschen Kanalgebiet, aber auch auf der Rheinschiene in die ARA-Häfen sowie bis nach Hamburg transportiert. Zu den beförderten Gütern zählen Futtermittel, Baustoffe und Projektladung wie Windkraftanlagen. Ein Befrachtungs-Schwerpunkt liegt zudem auf der Montan- und Aluminiumindustrie. Neben dem Binnenschiffstransport gehören auch Umschlag und Lagerung sowie der Vor- und Nachlauf im kombinierten Verkehr zu den angebotenen Leistungen.

Quelle und Foto: Häfen und Güterverkehr Köln AG, Andreas Lemme und Florian Bleikamp




Antwerpen: Wachstum trotz bewegtem Jahr

Trotz der Unterbrechungen in der globalen Lieferkette zeigte der Antwerpener Hafen eine starke Leistung und konnte das Rekordjahr 2019 einstellen. Der Gesamtgüterumschlag im Jahr 2021 belief sich auf 240 Millionen Tonnen Fracht, was einem Wachstum von 3,8 Prozent gegenüber 2020 und einem leichten Wachstum von 0,5 Prozent gegenüber 2019 entspricht. 2022 verspricht ein spannendes Jahr zu werden, in dem trotz der anhaltenden Covid-19-Krise die Fusion mit dem Hafen von Zeebrügge und wichtige Meilensteine für zahlreiche Pionierprojekte anstehen.

Der weltweite Container-Linienverkehr ist nach wie vor stark von der Corona-Krise beeinflusst, was dazu führt, dass Hochseeschiffe unregelmäßig anlaufen und Häfen in der Rotation umgangen werden. Infolgedessen steigen die durchschnittlichen Anlaufzahlen und es kommt zu immer größeren Anlaufspitzen. Dies stellt eine große Herausforderung für die gesamte Logistikkette in und um den Hafen dar. Darüber hinaus spielte auch der Mangel an Hafenarbeiter:innen eine Rolle, der ebenfalls hauptsächlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist. Trotz dieser schwierigen Bedingungen blieb der Containerverkehr im Jahr 2021 mit einem Status quo von -0,1 Prozent in TEU stabil.

Der konventionelle Stückgutverkehr wuchs um nicht weniger als 73,6 Prozent. Im Jahr 2021 verzeichnete das Segment mit einem Umschlag von über eine Million Tonnen in sieben Monaten den höchsten Umschlag der letzten zehn Jahre. Der Hauptgrund dafür ist der starke Umschlag auf Stahl (+81,0 Prozent), der wichtigsten Gütergruppe in diesem Segment. Der RoRo-Umschlag stieg in Tonnen um 13,9 Prozent im Vergleich zu 2020. Die Zahl der Neu- und Gebrauchtfahrzeuge ist im Vergleich zu 2020 ebenfalls gestiegen (+8,0 Prozent), liegt aber immer noch 15,0 Prozent unter dem Niveau von 2019.

Das trockene Massengut verzeichnete ein Wachstum von 15,1 Prozent. Vor allem Düngemittel entwickelten sich aufgrund der Preisentwicklung sehr gut und verzeichneten den höchsten Umschlag seit zehn Jahren. Dasflüssige Massengut blieb mit 3,1 Prozent auf dem Niveau der Vorjahre. Der starke Anstieg des Umschlags von Benzin kompensierte den großen Rückgang des Umschlags von Diesel und Heizöl. Bei Chemikalien konnte mit einem Plus von 12,9 Prozent der beste Umschlag aller Zeiten verzeichnet werden.

Aufgrund der logistischen und administrativen Herausforderungen, die der Brexit mit sich bringt, ist der Warenstrom zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich zurückgegangen. Trotz dieser schwierigen Bedingungen verzeichnete der Antwerpener Hafen im Vergleich zu 2020 jedoch ein Wachstum von 6,0 Prozent beim Gesamtumschlag mit dem Vereinigten Königreich und 14,6 Prozent mit Irland – dies ist vor allem den umfangreichen Shortsea-Verbindungen zu verdanken.

Die Zahl der Kühlcontainer stieg in 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent. Das gestiegene Volumen ist einerseits auf die erhöhte Nachfrage zurückzuführen und andererseits auf die starke Position des Seeverkehrs in den Schifffahrtsgebieten Lateinamerikas, Afrikas und der Vereinigten Staaten.

Im Jahr 2022 liegt der Schwerpunkt neben der Widerstandskraft weiterhin auf den strategischen Prioritäten des zielgerichteten Übergangs zur Klimaneutralität und des nachhaltigen Wachstums. In dieser Hinsicht werden im kommenden Jahr wichtige Schritte unternommen. Unter anderem steht die Auslieferung des ersten mit Methanol betriebenen Schleppers, des Methatug,auf dem Programm. Zudem wird 2022 ein wichtiges Jahr für den NextGen District, den künftigen Hotspot der Kreislaufwirtschaft im Herzen des Antwerpener Hafens. Wie bereits berichtet, haben die ersten Konzessionäre nun offiziell den Vertrag unterzeichnet – die Einzelheiten zur Zusammenarbeit werden in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet.

Jacques Vandermeiren, CEO des Hafens von Antwerpen: „Der Hafen von Antwerpen möchte seine Vorreiterrolle beim Übergang zur Klimaneutralität im Jahr 2022 bekräftigen. Dank bahnbrechender Leuchtturmprojekte wie der Wasserstoffimport-Koalition und Antwerp@C/Kairos@C für die Abscheidung und Speicherung von CO2 können wir diese Rolle erfüllen und den Übergang beschleunigen. Darüber hinaus hat das nachhaltige Wachstum unseres Hafens weiterhin absolute Priorität. Wir hoffen also, dass wir bald die Genehmigung für die Erneuerung des Europa-Terminals erhalten werden, damit wir mit den Arbeiten beginnen können.“
Annick De Ridder, Hafendezernentin: „Der Hafen der Zukunft muss ein Hafen sein, der die Klimaziele und die Umweltziele vollständig versteht und unterstützt. Zu diesem Zweck wurden im Jahr 2021 zahlreiche und vor allem wichtige Schritte unternommen, die stets in fruchtbare Kooperationen eingebettet waren, auch über unsere lokalen Grenzen hinaus. Für den Hafen von Antwerpen waren 2021 sicherlich auch „smart security“, Innovation und Digitalisierung entscheidende Faktoren, um das nachhaltige Wachstum unseres Hafens langfristig zu sichern.“

Das Jahr 2022 steht außerdem im Zeichen der Fusion mit dem Hafen von Zeebrügge. Ein wichtiger Meilenstein ist die Genehmigung durch die belgische Wettbewerbsbehörde (BWB) Anfang dieser Woche. In den kommenden Monaten werden alle formalen Schritte unternommen, um die Fusion abzuschließen. Der offizielle Starttermin für den Hafen Antwerpen-Brügge (Port of Antwerp-Bruges) ist Ende April.

Annick De Ridder, Hafendezernentin: „Die andauernde Covid-19-Krise, der Suez-Kanal-Zwischenfall und die damit verbundenen globalen Störungen wie Staus, Verspätungen und Arbeitskräftemangel haben unseren Hafen auch 2021 wieder vor große Herausforderungen gestellt. Aber dank des Engagements und der Widerstandsfähigkeit der gesamten Hafenplattform sind wir trotz des anhaltenden Sturms aufrecht geblieben und knüpfen bald wieder an das Rekordjahr 2019 an. Für die Fusion mit dem Hafen von Zeebrügge sind wir mit der Genehmigung durch die BWB auf der Zielgeraden. Der aktuelle Kontext macht diese Fusion umso relevanter. Bei der Zusammenführung der Häfen geht es natürlich nicht nur um Tonnen und TEU. Es ermöglicht, dass wir uns noch stärker auf den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und auf die weitere Digitalisierung der Logistikkette konzentrieren können. Die Häfen von Zeebrügge und Antwerpen sind in hohem Maße komplementär und gemeinsam sind wir noch besser in der Lage, externen Herausforderungen mit Stärke zu begegnen.“

Jacques Vandermeiren, CEO des Hafens von Antwerpen: „Trotz der starken Leistung war 2021 für unseren Hafen kein Grand-Cru-Jahrgang. Dank der Widerstandsfähigkeit und der weltweit anerkannten Qualitäten unserer Hafengemeinschaft haben wir nach knapp einem Jahr wieder Anschluss an das Vor-Covid-19-Jahr 2019 gefunden. Es gibt jedoch weiterhin wichtige Schwerpunkte. Kurzfristig betrachtet die Verfügbarkeit von Arbeitskräften in dieser schwierigen sanitären Situation. Längerfristig stellen das Stickstoffdossier, die Realisierung der dringend benötigten zusätzlichen Containerkapazität und die Energiewende große Herausforderungen dar.“

Quelle und Grafik: Port of Antwerp




Umschlag 2021 in Rostock auf Rekordniveau

Im Jahr 2021 gingen insgesamt 30,48 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten, so viel wie nie zuvor in der Geschichte der Rostocker Häfen. Der Löwenanteil wurde mit 28,68 Millionen Tonnen im Überseehafen Rostock umgeschlagen, wo ein Zuwachs von 14 Prozent bzw. 3,58 Millionen Tonnen im Vergleich zum Jahr 2020 und damit ebenfalls ein neuer Rekord verzeichnet werden konnte.

„Bemerkenswert am Ergebnis ist zum einen, dass alle vier Umschlagsgruppen zum Wachstum beitrugen, zum anderen, dass auch im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 beträchtlich zugelegt werden konnte: und zwar um respektable 11,7 Prozent. Im Gegensatz zu den globalen funktionieren die europaweiten Transportketten auch in Pandemiezeiten“, sagt ROSTOCK PORT-Geschäftsführer Dr. Gernot Tesch. Das stärkste Wachstum wurde beim Umschlag von rollender Ladung im Fähr- und RoRo-Verkehr erzielt. „Der kontinuierliche Ausbau des Fähr- und Bahn-Netzwerkes, zum Beispiel durch die Stärkung der bestehenden sowie durch die Etablierung einer neuen Fähr- und mehrerer neuer Bahndestinationen in den letzten Jahren, zahlt sich aus.“

Erfreuliche Wachstumsraten erbrachten außerdem der kombinierte Verkehr und der Containerverkehr, der zwischen China und Europa per Bahn und zwischen Kaliningrad und Rostock per Schiff erfolgt. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der in Rostock tätigen Reedereien, Behörden, Umschlag- und Serviceunternehmen haben unter schwierigen Rahmenbedingungen ein außergewöhnliches zweistelliges Wachstum erarbeitet. Diese Entwicklung verdeutlicht die hohe Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Überseehafen Rostock“, erklärt Jens A. Scharner, Geschäftsführer von ROSTOCK PORT.

Nach Auskunft des Rostocker Hafen- und Seemannsamtes wurden in den anderen Rostocker Häfen wie dem Fracht- und Fischereihafen sowie Chemiehafen im Jahr 2021 weitere 1,8 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen.

Mit 1,7 Millionen Passagieren auf den Fährlinien von und nach Nordeuropa gab es ein Plus von 330.000 im Vergleich zum ersten Corona-Jahr 2020. Auch die Kreuzschifffahrt konnte im Vorjahresvergleich mit 47 Anläufen und 100.000 Passagieren wieder Fahrt aufnehmen. Insgesamt aber lag der Passagierverkehr des Jahres 2021 noch unter dem Niveau der Vorjahre.

Das Investitionsvolumen in die Infrastruktur des Überseehafens betrug im Jahr 2021 rund neun Millionen Euro.

Insgesamt gab es im Überseehafen Rostock im vergangenen Jahr 7.551 Anläufe von Fähr- und RoRo-, Tank-, Fracht- und Kreuzfahrtschiffen. Davon entfielen 5.733 Anläufe auf Fähr- und RoRo-Schiffe.

Der Schüttgutumschlag lag mit insgesamt 6,9 Millionen Tonnen zwei Prozent über dem bereits sehr hohen Niveau des Vorjahres. Mit einem Jahresergebnis von 3,4 Millionen Tonnen ist Getreide die dominierende Schüttgutart im Überseehafen.

Der Umschlag von Flüssiggütern lag mit 3,1 Millionen Tonnen sogar 27 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Es wurden zum Beispiel mehr Biodiesel, Gasöl, Rohbenzin (Naphtha) und Rohöl über die Kaikanten gepumpt.

Mit 680.000 Tonnen lag der Umschlag von wertschöpfungsintensiven Stückgütern zwölf Prozent über dem Vorjahr. Während die Verladung von Containern, Zink und Zellulose zunahm, ging die Umschlagmenge von Projektladung leicht zurück.

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, wurde mit einem Umschlagergebnis von 18 Millionen Tonnen (+ 2,7 Millionen Tonnen bzw. + 18 Prozent) eine neue Bestmarke erreicht. Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Überseehafens Rostock betrug damit im vergangenen Jahr 63 Prozent.

Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten Lkw-Einheiten nahm zu: von 367.000 im Jahr 2020 auf 407.000 im vergangenen Jahr, ein Wachstum von elf Prozent. Die Anzahl umgeschlagener Trailer stieg ebenfalls an: von 126.000 um 27 Prozent auf 161.000 im zurückliegenden Jahr.

Auch der private Reiseverkehr erholte sich nach dem sehr starken Rückgang im Jahr 2020 teilweise. Die Anzahl der zwischen Nordeuropa und Rostock beförderten Pkw und Wohnmobile betrug 429.000: ein Plus von 31 Prozent.

Die Beförderung von Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg erhöhte sich um enorme 41 Prozent: von 19.200 auf 27.100 Einheiten. Der Überseehafen Rostock gewinnt als traditioneller Eisenbahnhafen an der deutschen Ostseeküste weiter an Bedeutung.

Im Jahr 2021 wurden 676.000 Tonnen Papier und Zellulose im Überseehafen umgeschlagen und damit 51.000 Tonnen mehr als im Vorjahr.

Der Umschlag intermodaler Ladeeinheiten im Kombinierten Ladungsverkehr (KV) im Terminal des Betreibers Rostock Trimodal GmbH stieg im Jahr 2021 signifikant auf über 121.000 Einheiten (+ 33 Prozent). Derzeit verkehren wöchentlich 42 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (15) und Bologna (3) in Italien, von und nach Bratislava (5) in der Slowakei, von und nach Dresden (10), Herne (5) und Halle (1) in Deutschland, von und nach Bettembourg (3) in Luxemburg.

„Wir freuen uns, dass wir auch im vergangenen Jahr eine äußerst positive Entwicklung im kombinierten Verkehr am Standort Rostock erzielen und die Schallmauer von 100.000 Einheiten erheblich überschreiten konnten. Das zeigt uns erneut, wie richtig und wichtig der Fokus auf den kombinierten Verkehr ist. Mit dem Jahreswechsel 2021/2022 werden einige Kunden ihre bestehenden Verbindungen ab Rostock erneut ausweiten. Dies zeigt das Vertrauen unserer Kunden in die Leistungsfähigkeit des Standortes“, so Dr. Gernot Tesch.

So wird der Zug nach Bratislava nunmehr fünfmal wöchentlich verkehren und verdeutlicht einmal mehr das Potential auf der Achse nach Südosteuropa. Weitere Kapazitätssteigerungen gibt es mit nun zehn Verbindungen pro Woche zwischen Dresden Alberthafen und dem Überseehafen Rostock. Neben Verona konnte mit Bologna zudem eine weiterer italienischer Bahnknotenpunkt angebunden werden.

Im April 2020 erreichten die ersten 49 Container mit Industrie- und Medizingütern aus Xi’an in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi über den Schienen- und Seeweg der Neuen Seidenstraße den Überseehafen Rostock.

Der Bahntransport führt von China über Kasachstan, Russland, Weißrussland und Litauen bis in den russischen Hafen Kaliningrad. Dort übernimmt die Reederei Mann Lines die Ladung und transportiert diese in den Überseehafen Rostock zum General Cargo Terminal des Umschlagunternehmens Euroports Germany. Hier werden die Container umgeschlagen und größtenteils direkt auf Ganzzüge mit Ziel Duisburg und Hamburg verladen. Das Bahnprodukt wird zum Beispiel von der DB Cargo Eurasia organisiert. Aber auch andere Operateure nutzen Rostock als Alternative zu den ausschließlich landbasierten Transportrouten der Seidenstraße.

Der entscheidende Vorteil dieser Route liegt in der Nutzung bereits bestehender land- und seeseitiger Verkehrsverbindungen ab Rostock. Das engmaschige Intermodal-Netzwerk mit mehr als 40 wöchentlichen Zugverbindungen sowie den dicht getakteten Fähr- und RoRo-Verbindungen nach Dänemark, Schweden und Finnland mit bis zu 20 Abfahrten pro Tag, ist der Überseehafen Rostock ein idealer Verkehrsknoten zum Sammeln und Verteilen der Container nach Nord- und Kontinentaleuropa.

Die hohe Nachfrage nach Containertransporten spiegelt sich ebenfalls in transeurasischen Zugprodukten und damit auch in der Shortsea-Alternative Rostock–Kaliningrad wieder. Durch eine Frequenzerhöhung auf bestehenden und Etablierung neuer Bahnrouten konnten die diesjährigen Volumina gesteigert werden.

Um die Umschlagseffizienz zu verbessern und weiteres Wachstum zu ermöglichen, ist zusätzliche Bahnkapazität notwendig. Dazu wird derzeit ein weiteres Gleis am General Cargo Terminal ertüchtigt. Die zusätzliche Möglichkeit einer Zugbeladung und -entladung schafft nicht nur Kapazitäten für Container, sondern ebenfalls für andere schienenaffine Stück- und Projektgüter.

Mit Fertigstellung der Straßenunterführung unter der Straße ‚Am Seehafen‘ im Juli 2021 und dem einhergehenden Flächenverbund im südlichen Hafenareal wurde ein weiterer Meilenstein für die Inbetriebnahme des neuen RoRo-Terminals am Hafeneingang erreicht. Ebenfalls fertiggestellt wurden mit Unterstützung der DB Netz zwei leistungsfähige Anschlussgleise für die Terminalfläche. Bis Ende des Jahres wurden die Arbeiten zur Herstellung der Verkehrsflächen im Wesentlichen abgeschlossen und damit eine weitere bahn-seitige und umweltfreundliche Anbindung für Ladungsgüter über den Hafen realisiert. Der Betreiber des neuen Logistikterminals investierte zudem in zwei doppelstöckige Verladerampen an den Gleisenden und plant in diesem Jahr die Errichtung einer Pkw-Brücke über die Ost-West-Straße zum Liegeplatz 50.

Im Terminal für den kombinierten Verkehr wurde im vergangenen Jahr durch Flächenumgestaltungen im Gleisbereich eine zusätzliche Möglichkeit für die Abfertigung von Zügen mit bis 740 Meter Länge geschaffen. Die Maßnahme wurde durch das Eisenbahn-Bundesamt auf Basis der Richtlinie zur Förderung von Umschlaganlagen des kombinierten Verkehrs kofinanziert. „Mit den Investitionen in den Ausbau und der Stärkung umweltfreundlicher Verkehrsträger wie Schiff und Bahn nehmen die Stakeholder gemeinsam mit dem Eisenbahnhafen Rostock ihre Verantwortung für eine nachhaltigere Entwicklung und bessere Verknüpfung der Verkehrsträger wahr“, stellt Jens A. Scharner heraus.

Der Neubau der Liegeplätze 31 und 32 wurde im November 2021 nach EU-weiter Ausschreibung beauftragt. Damit kann in diesem Jahr die komplette Erneuerung der ältesten Liegeplätze im Überseehafen Rostock auf der Ostseite von Pier II in Angriff genommen werden. Das Baufeld hat eine Länge von 400 Metern. Die Bauarbeiten starten Anfang 2022 und werden bis Ende 2023 abgeschlossen.

Ebenfalls Ende des Jahres 2021 wurde der komplette Neubau des mittleren Teils der Ost-West-Straße bis an den Hafeneingang in Auftrag gegeben. Die Länge der Baustrecke beläuft sich auf etwa 530 Meter über die gesamte Fahrbahnbreite und den Randbereich. Im Zuge des Straßenneubaus wird ein neues Vorflut- bzw. Rohrsystem zur Entwässerung südlicher Flächen über Liegeplatz 30 am Hafenbecken B integriert. Die Rohrtrasse muss dabei zwei Gleise der Deutschen Bahn kreuzen. Im Frühjahr dieses Jahres werden die Straßenbauarbeiten beginnen und bis in das Jahr 2023 andauern. Dieses Bauprojekt ist Bestandteil der vom Land Mecklenburg-Vorpommern geförderten Maßnahme zur Verkehrsertüchtigung 2. Bauabschnitt. Die Stadtwerke Rostock und Nordwasser nutzen die Baustelle, um Leitungssysteme in einem Zuge mit zu erneuern.

Nach Erteilung einer Plangenehmigung zum Bau einer neuen Teilanschlussstelle an der Bundesautobahn 19 im vergangenen Jahr hat nach planerischen Vorleistungen durch ROSTOCK PORT die bundeseigene Autobahn GmbH als Auftraggeber die Hauptleistungen zum Bau öffentlich ausgeschrieben. Die Baumaßnahmen sollen Anfang 2022 starten und bis zum Oktober abgeschlossen sein.

Um die Zukunftsfähigkeit zu sichern, investiert der Hafen Rostock in die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und die Infrastruktur. Hervorzuheben ist die Berücksichtigung des IPCEI-Antrages des HyTechHafens Rostock im Rahmen der Vorevaluation beim Aufbau der deutschen und europäischen Wasserstoff-strategie. Ziel des Projektes in Rostock ist der Aufbau einer Wasserstoffproduktion von mehreren Partnern am Standort. Rostock plant die Nutzung grünen Stromes für eine 100-MW-Elektrolyseanlage zur Produktion von Wasserstoff oder Wasserstoffderivaten.

„Die erfolgreiche Transformation von fossilen Energieträgern wie Kohle zu nichtfossilen Energieträgern wie Wasserstoff betrifft viele Teile des Hafens. Ein konsequenter Einstieg in den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern kann die fossilen Energieträger ablösen und zur Dekarbonisierung der Region führen. Mit der Initiierung des Projektes HyTechHafen möchten wir weiterhin Impulsgeber für eine klimaschonende und nachhaltige Hafenwirtschaft sein“, hebt Jens A. Scharner hervor.

Insgesamt 47 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen mit knapp 100 000 Passagieren an Bord konnten im vergangenen Jahr in Warnemünde begrüßt werden. Im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es noch gut 600 000 Seereisende, die bei 196 Schiffsanläufen an oder von Bord gingen. „Alle Beteiligten sind sehr gut auf die Wiederaufnahme der Kreuzschifffahrt in diesem Jahr vorbereitet“, so Jens A. Scharner. „Wir sind stolz, gemeinsam mit den Reedereien, Behörden und Dienstleistungsunternehmen im vergangenen Jahr sicheren Kreuzfahrttourismus ermöglicht zu haben.“ Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Reisebestimmungen und kurzfristiger Änderungen danken wir unseren Partnern für das Vertrauen und die Zusammenarbeit in einer schwierigen Zeit.

Mit der im Mai 2021 in Betrieb gegangenen Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe in Warnemünde hat der Rostocker Hafen ein deutliches Zeichen für eine positive und nachhaltige Zukunft des Seetourismus gesetzt. An den beiden Warnemünder Liegeplätzen können damit zwei Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt werden. Während der Pandemie wurde zuerst die «Aidasol» mit Landstrom versorgt. Nach Synchronisationstests konnte sich dann Ende Juni das Kreuzfahrtschiff AIDAprima erfolgreich an die neue Landstromanlage in Warnemünde anschließen.

Auch im Pandemiejahr 2021 war der Hafen zu 100 Prozent betriebs- und leistungsfähig. Der Dank des Hafenbetreibers ROSTOCK PORT gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmen und Behörden im Hafen, die die Transport- und Lieferketten aufrechterhalten haben und mit ihrem außergewöhnlichen Einsatz und Engagement zu diesem guten Ergebnis beigetragen haben.

Neben den bereits erwähnten Investitionsprojekten legt ROSTOCK PORT in diesem Jahr den Schwerpunkt auf die Energietransformation und beabsichtigt mit Partnern, das erste Wasserstoffprojekt im Überseehafen Rostock zu etablieren. Wir nehmen unsere Verantwortung ernst, unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und Maßnahmen zu entwickeln, die zur Klimaneutralität des Hafens und der Region beitragen, zum Beispiel über Bahninfrastrukturprojekte. ROSTOCK PORT ist zuversichtlich, dass der Passagierreiseverkehr auf Fähr- und Kreuzfahrtschiffen im weiteren Verlauf der Pandemie wieder ein höheres Niveau erreichen wird.

Quelle: ROSTOCK PORT, Foto: ROSTOCK PORT/nordlicht