Leitzentrale und zweite Schleusenkammer eröffnet

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Enak Ferlemann und der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte haben gemeinsam mit den Wirtschaftsministerinnen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland in Trier die erste Leitzentrale an der Mosel und die zweite Schleusenkammer eröffnet.

Enak Ferlemann: „Durch die Herstellung der Fernbedienbarkeit profitiert die Binnenschifffahrt zukünftig von einem noch besser abgestimmten Schleusenmanagement und verlässlichen Betriebszeiten. Mit der heutigen Eröffnung der zweiten Schleusenkammer an der Staustufe Trier wird ein weiterer Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit und Ausfallsicherheit der Bundeswasserstraße Mosel erreicht. Die zweiten Moselschleusen bilden einen entscheidenden Baustein zur Stärkung des ökologischen Verkehrsträgers Wasserstraße und sichern auch zukünftig eine verlässliche Anbindung der Wirtschaftsräume Saar, Lothringen, Luxemburg und Trier ans nationale sowie internationale Wasserstraßennetz.“

Die Schleusen- und Wehranlagen Detzem, Wintrich und Zeltingen werden zukünftig von der Leitzentrale Trier gesteuert. Eine zweite Leitzentrale soll in Müden gebaut werden. Von hier aus werden dann die Anlagen Enkirch, St. Aldegund, Fankel, Müden, Lehmen und Koblenz fernbedient. Die bestehenden Anlagen werden nach und nach für die Fernbedienung technisch umgerüstet. Das Aufschalten aller Anlagen an der Mosel wird voraussichtlich 2027 abgeschlossen werden.

Die Mosel ist eine der leistungsstärksten Binnenschifffahrtsstraßen Deutschlands. Der Bau der zweiten Moselschleusen von Koblenz bis Trier, mit dem parallel auch Möglichkeiten für den Fischaufstieg geschaffen werden, zählt mit zu den umfangreichsten deutschen Wasserbauprojekten im Binnenbereich.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte: „Mit dem Bau einer zweiten Schleusenkammer in Trier setzen wir die Modernisierung der zehn deutschen Moselschleusen konsequent fort und stärken damit die Schifffahrt. Die Schleuse Trier ist nach den Schleusen Zeltingen und Fankel die dritte Moselschleuse, die mit einer zusätzlichen Schleusenkammer ausgestattet wurde. Das ist der richtige Weg, die Mosel ökologisch und ökonomisch in die Zukunft zu führen.“

Die Mosel kann derzeit von Großmotorgüterschiffen mit einer Länge von bis zu 135 Metern und von bis zu 172 m langen Schubverbänden befahren werden. Ein durchschnittliches Güterschiff mit bis zu 3.000 Tonnen Ladung ersetzt rund 150 LKW à 20 Tonnen.

Daniela Schmitt, Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz: „Das System aus Wasserstraßen, Binnenhäfen und Binnenschifffahrt braucht als nachhaltiger Verkehrsträger eine Zukunftsvision. Ich bin deshalb froh, dass nach Zeltingen und Fankel jetzt auch in Trier und demnächst in Lehmen zusätzliche Schleusenkapazitäten geschaffen werden. Der heutige Tag ist ein Stück Zukunftssicherung, nicht nur für den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz, sondern auch für das Saarland, für Luxemburg und Frankreich. Der nächste Schritt dazu ist, auch alle anderen Schleusensysteme entlang der Mosel mit einer zweiten Kammer auszustatten.“

Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes: „Der Ausbau der Moselschleusen ist eine wichtige Investition in die Zukunft des saarländischen Industriestandorts. Über die Wasserwege Mosel und Saar kommen insbesondere Rohstoffe ins Land, die unsere heimische Stahlindustrie für zahlreiche Erzeugnisse benötigt. Der Gütertransport per Binnenschiff ist darüber hinaus auch umweltverträglicher als andere Transportwege und entlastet den Straßenverkehr. Die Investition von rund 100 Millionen Euro in die Anlagen in Trier ist deshalb auch eine Investition in den Klimaschutz.“

Im Vergleich zu den älteren Schleusenkammern sind die neuen Kammern fast 40 Meter länger und einen halben Meter breiter. (Breite 12,50 m und Länge 210 Meter.)
Die nächste zweite Schleusenkammer wird in Lehmen gebaut. Im Anschluss daran beginnen die Arbeiten an der Schleuse Wintrich.

Als eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen Deutschlands verbindet die Mosel über den Rhein die Wirtschaftsregionen Lothringen, Luxemburg, Saar und Trier mit den Nordseehäfen in den Niederlanden und Belgien.

Seit der Eröffnung der Großschifffahrtsstraße Mosel im Jahr 1964 ist der Fluss für die Schifffahrt von großer internationaler Bedeutung.

Insgesamt gibt es in Deutschland, Luxemburg und Frankreich 28 Moselschleusen. Die zehn Moselschleusen in Deutschland befinden sich in Koblenz, Lehmen, Müden, Fankel, St. Aldegund, Enkirch, Zeltingen, Wintrich, Detzem und Trier.

Quelle und Foto: Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt




KIEL beschreibt Weg zur Klimaneutralität

Der PORT OF KIEL hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 alle von ihm verursachten Kohlendioxidemissionen (CO2) auf null zu reduzieren. Den Weg zur Klimaneutralität beschreibt dabei ein Drei-Stufen-Plan, der die BLUE PORT-Konzeption des Hafens konkretisiert und am 24. November mit der erstmaligen Präsentation des Umweltberichtes vorgestellt wurde.

Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer PORT OF KIEL: „Wir unterstützen die Klimaschutzziele der Landeshauptstadt Kiel und nehmen in puncto CO2-Reduktion eine Vorreiterrolle ein. Der Hafen wird zum Ende dieses Jahrzehnts klimaneutral agieren.“ Der Drei-Stufen-Plan des Hafens sieht vor, im kommenden Jahr bereits 60 Prozent des Energiebedarfs der Kiel anlaufenden Schiffe mit Ökostrom zu decken. In 2025 sollen es dann 80 bis 90 Prozent sein, bevor in 2030 durch das Zusammenspiel verschiedenster Maßnahmen Klimaneutralität für alle Aktivitäten des PORT OF KIEL erreicht wird. Auch werden Immissionen von Stickoxiden und Partikeln durch die eingeleiteten Maßnahmen weiter reduziert. Diese gehen aber bereits heute in der Hintergrundbelastung auf und liegen deutlich unterhalb geltender Grenzwerte.

Laut Umweltbericht wurden im PORT OF KIEL im Jahr 2020 bereits über 6.200 Tonnen CO2 vermieden, während noch knapp 18.800 Tonnen emittiert wurden. Dirk Scheelje, Vorsitzender des PORT OF KIEL-Aufsichtsrates und Mitglied der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen: „Mit der Vorlage des Umweltberichtes werden Emissionen erstmals quantifiziert und damit transparent. Es zeigt, dass die im Jahr 2018 initiierte BLUE PORT-Strategie Wirkung zeigt. Auf dieser Grundlage werden wir auch die weiteren Fortschritte beurteilen.“ Umgesetzt sind bereits Maßnahmen zur 100 Prozent klimaneutralen Versorgung aller Hafenanlagen mit Ökostrom. Darüber hinaus wurde der Energiebedarf auf den Terminals durch Umstellung auf sparsame LED-Technik sowie Steigerung der Energieeffizienz nachhaltig reduziert, während gleichzeitig Photovoltaikanlagen jedes Jahr ca. 290.000 Kilowattstunden Solarenergie liefern. Der PORT OF KIEL kompensiert den Fußabdruck seiner dienstlichen Flugreisen und rüstet den eigenen Fuhrpark sukzessive auf Elektroantrieb um. Gegenüber den Kunden werden Anreize gesetzt, um den Dekarbonisierungsprozess zu fördern.

Landstrom ist dabei ein zentrales Element zur Emissionsreduzierung in Kiel. Nachdem eine erste Anlage zur landseitigen Stromversorgung im Mai 2019 am Norwegenkai ans Netz ging, wurde im Juni dieses Jahres eine zweite, größere Anlage am Ostseekai in Betrieb genommen. Von dort werden die Fähren der Stena Line regelmäßig mit Ökostrom versorgt und erstmals konnten auch zwei Kreuzfahrtschiffe, die „AIDAsol“ und die „AIDAprima“, angeschlossen werden. Dirk Claus: „Wir haben die infrastrukturelle Basis geschaffen, damit Fähren und Kreuzfahrtschiffe im Stadthafen emissionsfrei liegen können. Im kommenden Jahr wollen wir am Ostseekai bereits 60 bis 80 Kreuzfahrtanläufe klimaneutral abwickeln und starten mit dem Bau einer Landstromanlage auch für den Ostuferhafen.“ Um gleichzeitig die Prozesse auf den Frachtterminals noch effizienter zu gestalten, fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Einrichtung eines digitalen Testfeldes im Hafen. Auf Grundlage eines 5G-Campus-Netzwerkes werden operative Prozesse optimiert und nachhaltiger gestaltet. So soll ein klimaneutrales Wachstum des Hafenumschlages durch innovative IT-Technik unterstützt werden.

Einzelmaßnahmen des PORT OF KIEL zur Reduzierung von Emissionen:
–              Landstromversorgung am Ostseekai, Schwedenkai, Norwegenkai und künftig Ostuferhafen
–              Ökostrombezug aus ausschließlich erneuerbaren klimaneutralen Quellen
–              Elektrifizierung der Fuhrparks einschließlich der Flurförderfahrzeuge
–              Alternative Energieerzeugung durch Betrieb eigener Photovoltaikanlagen
–              Umstellung auf LED-Beleuchtungstechnik auf allen Terminalanlagen
–              Effizienzsteigerung operativer Prozesse durch Digitalisierung
–              Kompensation von dienstlichen Flugreisen über Atmosfair
–              Tarifliche Umweltrabatte als Anreiz zur klimafreundlichen Transformation

Quelle: Port of Kiel, Foto: Port of Kiel/ Tom Körber




Plug Power eröffnet Zentrale im Duisburger Hafen

Plug Power, einer der führenden Anbieter von Komplettlösungen mit grünem Wasserstoff für den globalen Markt, wird seinen europäischen Hauptsitz im Herzen des Duisburger Hafens ansiedeln.

Das Unternehmen ist seit mehr als zehn Jahren in Europa tätig und möchte seine Geschäftsaktivitäten auf dem Kontinent weiter ausbauen. Dazu hat Plug Power kürzlich sein Projekt zur Errichtung eines europäischen Hauptsitzes in Nordrhein-Westfalen offiziell bekanntgegeben. Die Gruppe entschied sich für den Standort Duisburg mit dem weltweit größten Binnenhafen und einer direkten Anbindung an die großen Seehäfen Antwerpen und Rotterdam.

Europas bedeutendster Hinterland-Hub bietet Plug Power ideale Standortbedingungen, um die Vorteile der Industrieregion Rhein-Ruhr umfänglich nutzen zu können. Als wirtschaftlicher Knotenpunkt bündelt duisport bereits einen großen Teil der derzeitigen Kunden von Plug Power, insbesondere in den Bereichen Logistik und Transport. Nordrhein-Westfalen verfügt außerdem überhochqualifizierte Fachkräfte, die einen entscheidenden Beitrag dazu leisten können, die Ambitionen des Unternehmens zu verwirklichen.

Bereits im September wurde Duisburg zu einer der deutschen Wasserstofftechnik-Hauptstädte gekürt. Hier entsteht unter anderem das Wasserstoff-Innovationszentrum – kurz ITZ. Duisburg spielt eine entscheidende Rolle in der deutschen Energiewende. Mit der Standortwahl für die neue Europa-Zentrale etabliert sich Plug Power im Herzen des europäischen Wasserstoff-Ökosystems und hat somit eine gute Ausgangsposition, um zur Entwicklung zukünftiger Wasserstoffanwendungen beizutragen.

Andy Marsh, CEO von Plug Power, ist mit diesem strategischen Standort sehr zufrieden: „Plug Power will bei der Entwicklung von grünem Wasserstoff in Europa eine zentrale Rolle spielen und einen wichtigen Beitrag zur europäischen Wasserstoffstrategie leisten. Unsere Niederlassung im Duisburger Hafen verdeutlicht, dass wir ehrgeizige Ziele haben und Maßnahmen einleiten, um diese zu erreichen.“

Auch duisport-CEO Markus Bangen unterstreicht die Bedeutung der Ansiedlung für den Hafen und die Region: „Nachhaltigkeit ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. duisport setzt sich seit Jahren für die Etablierung klimaneutraler Verkehrsstrukturen und die aktive Gestaltung der Energiewende im Transport- und Logistiksektor der Region ein. Wasserstoff nimmt in der Zukunft eine zentrale Rolle ein. Nicht nur als Kraftstoff ist Wasserstoff ein zentrales Element für die Zukunft des Landes Nordrhein-Westfalen und des Industrie- und Logistikstandorts Duisburger Hafen. Wir freuen uns daher sehr, Plug Power mit seiner Europazentrale im Duisburger Hafen begrüßen zu dürfen und damit die Entwicklung des Standortes als zentralen Wasserstoffstandort in Deutschland und NRW weiter voranzutreiben.“

Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, erklärt: „Die Ansiedlung der Plug-Power-Europazentrale im Duisburger Hafen unterstreicht die internationale Bedeutung der Metropolregion Rhein-Ruhr. Die Stadt Duisburg ist einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte Nordrhein-Westfalens, hier werden Weichen für die Energiewende gestellt. Sowohl der Startschuss für das Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff als auch die Plug-Power-Niederlassung sind ein Mehrwert für den gesamten Standort. Wir freuen uns, Duisburg gemeinsam konstant weiterzuentwickeln.“

Die neue Europa-Zentrale von Plug Power wird zunächst auf einer rund 6.500 Quadratmeter großen Anlage entstehen. Dazu gehören ein Innovationszentrum mit technischen Labors sowie einer technischen Kundendienstabteilung, ein Überwachungs-, Diagnose- und technisches Supportzentrum, ein „grüner“ Wasserstoffgenerator mit einer Elektrolyseur-Infrastruktur vor Ort, ein Versand-, Innovations- und Logistikzentrum sowie ein Schulungsraum.

Die umfassenden Logistikflächen des Duisburger Hafens bieten Plug Power ausreichend Flexibilität, um künftig potentielle Erweiterungen umzusetzen und so den raschen Expansionsaktivitäten der Unternehmensgruppe in Europa gerecht werden zu können.

Plug Power leistet als führender Anbieter umfassender schlüsselfertiger Lösungen für Wasserstoff-Brennstoffzellen (HFC) einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft. Die innovative Technologie des Unternehmens dient als Antrieb für Elektromotoren mit Wasserstoff-Brennstoffzellen und ist entscheidender Faktor für den aktuellen Paradigmenwechsel in der Strom-, Energie- und Transportbranche, der es möglich machen wird, den Klimawandel zu bewältigen und den Anforderungen an die Energiesicherheit gerecht zu werden und gleichzeitig Effizienzsteigerungen und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Plug Power hat den ersten kommerziell nutzbaren Markt für die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie (HFC) geschaffen. Infolgedessen hat das Unternehmen mehr als 40.000 Brennstoffzellensysteme für die Elektromobilität eingesetzt (mehr als jedes andere Unternehmen weltweit), und ist zum größten Abnehmer von Flüssigwasserstoff geworden, indem es eine Wasserstoffautobahn quer durch Nordamerika gebaut und betrieben hat. Plug Power bietet den Endkunden einen bedeutenden Mehrwert, wie etwa beachtliche Vorteile für die Umwelt, Effizienzsteigerungen, schnelle Betankung und niedrigere Betriebskosten. Die vertikal integrierte GenKey-Lösung von Plug Power verbindet alle kritischen Komponenten, um Kunden wie Amazon, BMW, The Southern Company, Carrefour und Walmart mit Strom, Treibstoff und Dienstleistungen zu versorgen. Das Unternehmen nutzt nun sein Know-how, seine modulare Produktarchitektur und seine Stammkunden, um rasch in andere Schlüsselmärkte zu expandieren, z.B. in die Märkte der/für emissionsfreie Straßenfahrzeuge, Robotik und Rechenzentren.

Quelle: duisport, Foto: Hans Blossey / dws Werbeagentur GmbH, neu im Hafen – Plug Power siedelt sich künftig im Freihafen in Duisburg-Ruhrort an. 




+ 7,5% gegenüber Vorjahresperiode

Das Umschlagsergebnis in den Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) liegt nach neun Monaten 2021 um 7,5% Prozent über der Vergleichsperiode des Vorjahres. Grund ist zum einen, dass der Import von Mineralölprodukten – als weiterhin wichtigstes Gütersegment – auch im dritten Quartal stärker als in der Vorjahresperiode war. Zum anderen legten auch beim festen Massengut die meisten Gütergruppen (Landwirtschaft, Nahrungs- und Futtermittel) zu; einzig der Sektor Bau, Steine, Erden blieb unter dem Trend. Ebenfalls erfreulich: Das Ergebnis im Containerbereich liegt derzeit fast 11% über der Vorjahresperiode.

4,28 Mio. t wurden in den ersten drei Quartalen 2021 in den Schweizerischen Rheinhäfen umgeschlagen. Im Vergleichszeitraum 2020 waren es rund 300’000 t weniger. Die stark von der Entwicklung der Mineralölverkehre abhängigen Hafenareale Muttenz-Auhafen (+16,3%) und Birsfelden (+5,5%) profitierten von dieser Entwicklung, aber auch in Kleinhüningen (+3,7%) konnte aufgrund der Entwicklungen im Container- und im Agrarbereich ein Plus gegenüber dem Vorjahr registriert werden. Der Import- oder Bergverkehr – mit knapp 3,6 Mio. t der wichtigere der beiden Sektoren – stieg in allen drei Häfen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2021 um 6,5%, der Export- oder Talverkehr bei gut 700’000 t um 13,3%.

Im Containerverkehr wurden in den Rheinhafenterminals wasserseitig 93’220 TEU umgeschlagen. Besonders stark entwickelte sich der August mit einem Zuwachs um über 40% gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres.

Total wurden in der Berichtszeit 93’220 TEU umgeschlagen, was einem Zuwachs um 10,98% gegenüber dem Total der ersten drei Quartale 2020 entspricht. Um nahezu 41% stieg der Umschlag im August, aber auch der September mit einem Plus von knapp 22% kann sich sehen lassen. Deutlich unter den Erwartungen blieb aufgrund des Hochwassers der Juli 2021 mit einer Einbusse um mehr als 14% gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres.

Der «reine» Importverkehr (volle Container) stieg mit einem Total von 32’476 TEU um 3,3% gegenüber der Vergleichsperiode an. Beim «reinen» Exportverkehr (abgehende volle Behälter) konnte sogar eine Steigerung um nahezu 10% auf ein Total von 32’248 TEU registriert werden.

Beim Verkehr mit Leercontainern – dieser dient zum Ausgleich der Depots – zeigt sich im einkommenden Verkehr ein Zuwachs um knapp 28% auf 18’566 TEU. Im abgehenden Verkehr wurden 9’930 TEU bewegt, was einer Steigerung um knapp 17% gleichkommt.

Das Ergebnis zeigt, dass trotz den schwierigen Wasserständen und die Containerschifffahrt an der wirtschaftlichen Erholung nach dem Abflachen der Pandemie partizipieren kann. Leider muss von einer Momentaufnahme gesprochen werden, welche keine Schlüsse auf das Gesamtergebnis des laufenden Jahres zulässt. Vielmehr dürften die niedrigen Wasserstände ab Oktober und die längere Rheinsperre bei Karlsruhe nach einer zweifachen Schiffshavarie ihre Wirkung in den Gesamtzahlen 2021 abbilden.

In den ersten neun Monaten 2021 sind 1,93 Mio. t flüssige Treib- und Brennstoffe über die Schweizerischen Rheinhäfen importiert worden. Gegenüber den 1,79 Mio. t im Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht dies einer Zunahme um 7,5%.

Dieser Anstieg ist allerdings zu relativieren. Die Vergleichszeit 2020 war stark Corona-geprägt mit dem fast ganz eingestellten Flugverkehr im ersten und teilweise zweiten Quartal und dem massiv geringeren Strassenverkehr aufgrund des verstärkten Wechsels zu Home Office. Trotzdem ist als bemerkenswert zu erachten, dass die Aufwärtstendenz auch im dritten Quartal 2021 anhielt – hier waren die Pandemiefolgen im Vergleichsjahr deutlich geringer.

Eine massive Steigerung von 61% – bei einem allerdings geringen Volumen von gut 21’000 t – zeigt sich bei der Abfuhr in der Sparte Erdöl. Hier handelt es sich um Schweröl, dass in der einzigen, noch verbliebenen Raffinerie der Schweiz anfällt und im Inland keine Verwendung findet.

Der Heizölmarkt entwickelt sich mit den Anstrengungen der Dekarbonisierung und den bereits erlassenen oder noch anstehenden gesetzlichen Einschränkungen bei Ölheizungen gemäss den Erwartungen. Die Nachfrage sinkt momentan um ca. 5% pro Jahr. Die Entwicklung, könnte sich durch die schnellere Installation von Fernwärme, Wärmetauschern, Erdsonden oder Pelletheizungen nochmals verstärken.

Auch im Mineralölbereich ist das an sich positive Zwischenergebnis eine «Wasserstandsmeldung», die kaum Rückschlüsse auf das Total 2021 zulässt. Die niedrigen Wasserstände im Oktober und vor allem November beschränken eine rentable Schifffahrt auch im Bereich flüssige Massengüter. Dazu kommen die massiven Preiserhöhungen bei Benzin, Diesel oder Heizöl, welche die Kunden bewegen, mit neuen Bestellungen möglichst zuzuwarten.

Das 3. Quartal konnte gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 26’500 t zulegen, was einer Steigerung von rund 15% entspricht. Mitverantwortlich für diese Steigerung waren die qualitativ und quantitativ schlechten Ernteerträge im Inland, was höhere Importe nach sich zog. Dies machte sich vor allem bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen bemerkbar. Die Nahrungs- und Futtermittel lagen unverändert auf Vorjahresniveau. Im Detail sieht die Situation wie folgt aus:

Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr im 3. Quartal eine Zunahme von 27’300 t, dies entspricht einem Plus von 45,5%. Diese Steigerung resultiert vor allem aus den Monaten Juli und August, während der September auf Vorjahresniveau lag.

Im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Erzeugnissen haben sich die mässigen Ernteerträge im Segment Nahrungs- und Futtermittel mengenmässig nicht spürbar ausgewirkt. Mit rund 112’000 t schloss dieser Bereich exakt auf Vorjahresniveau ab.

Aufgrund dieser Entwicklung vor allem bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen könnte man auf eine Erholung schliessen, doch dem ist nicht so. Aktuell sind zwar die Lagerkapazitäten in den Schweizerischen Rheinhäfen gut ausgelastet, jedoch ist diese Entwicklung nicht nachhaltig, weil – wie eingangs erwähnt – der Entwicklung bei der Inlandsernte geschuldet.

Hinzu kommt eine immer unsicherer werdende Logistik, welche zu Lieferengpässen führt. Von dieser Situation konnten die SRH im 3. Quartal kurzfristig profitieren. Wie nachhaltig das Ganze ist, wird sich erst noch zeigen. Aktuell sprechen die unsicheren Wasserverhältnisse und die exorbitant hohen Schiffsfrachtraten, aufgrund einer starken Nachfrage in den Seehäfen, nicht für eine stabile Ausgangslage. Der Einfluss der Klimafaktoren auf die Marktsituation ist spürbarer denn je und wird die gesamte Schifffahrt wohl in den nächsten Jahren begleiten.

Aufgrund der zum 1. Januar 2022 steigenden CO2-Abgaben von CHF 96 auf CHF 120 pro Tonne CO2 wurden im dritten Quartal 2021 im Bereich feste Brennstoffe nochmals 6’493 t Steinkohle per Binnenschiff importiert. Falls die Pegelstände auf dem Rhein es erlauben, darf mit weiteren Einfuhren im vierten Quartal 2021 gerechnet werden.

Besonders bemerkenswert sind die Ausfuhren im Bereich Steine, Erden und Baustoffe ab den Schweizerischen Rheinhäfen im dritten Quartal 2021. Dank den sehr vorteilhaften Pegelständen auf dem Rhein konnte im August und September eine Rekordmenge von jeweils über 40’000 t exportiert werden. Mengenmässig sind die Produkte in diesem Bereich, grösstenteils Material für den Recycling- Baustoffkreislauf, das wichtigste Exportgut in den Rheinhäfen geworden. Die Einfuhren sind wie bereits im ganzen Jahr stabil und auf hohem Niveau. Mit 178’885 t waren die Einfuhren um 13’594 t oder 7% geringer als im Quartal davor.

Der regnerische Sommer 2021 erlaubte stabile Einfuhren an Eisen, Stahl und NE-Metallen auf hohem Niveau. Die rekordverdächtigen Mengen aus dem zweiten Quartal konnten jedoch nicht erreicht werden. Somit sind die Importe mit 59’958 knapp 23% oder 14’269 geringer ausgefallen. Es kann nur spekuliert werden, ob der Grund für die geringeren Mengen bei Produktionspausen in den Sommermonaten, oder aufgrund von Transporten per Bahn oder LKW an den Rheinhäfen vorbei gesucht werden muss.

Mehr Exporte aber weniger Importe kennzeichnet den Bereich Chemische Erzeugnisse. Der Importverkehr in dieser Sparte sank bei gut 100’000 t um fast 20% unter den Wert der Vorjahresperiode. Allerdings hatte der Halbjahresvergleich sogar eine Halbierung des Volumens gezeigt; insofern resultierte im 3. Quartal eine Belebung des Verkehrs. Ganz anders das Resultat des Exportverkehrs:  Bei einem Total von knapp 200’000 t ergab sich hier nahezu eine Steigerung um knapp 20%. Da die Schweizer Chemie hauptsächlich Grundstoffe einführt und diese zu Fertigprodukten verarbeitet, darf aus der Entwicklung geschlossen werden, dass der Geschäftsgang dieser Unternehmen mehrheitlich gut läuft, die Lager mit Grundstoffen aber noch gut gefüllt waren.

Quelle und Foto: SRH




Drohender Lockdown der Lieferketten

Die Neuerungen im Infektionsschutzgesetz zur 3G-Regelung am Arbeitsplatz und der 3G-Pflicht im öffentlichen Verkehr treten am 24. November 2021 in Kraft. Für den Mobilitäts- und Logistiksektor sind die Vorschriften in der Umsetzung nicht praktikabel. Dr. Florian Eck, Geschäftsführer des DVF dazu:

„Die neu im Infektionsschutzgesetz vorgeschriebene 3G-Regelung für Arbeitsstätten macht für stationäre Arbeitsplätze Sinn. Im mobilen Bereich droht ein Lockdown der Lieferketten. Problematisch wird es vor allem bei der grenzüberschreitenden Belieferung. Oftmals ist das Personal mit in Deutschland nicht zugelassenen Impfstoffen immunisiert, Tests vor der Belieferung nicht möglich. Die bisher berechtigte Ausnahme von Transportpersonal von der Testpflicht wird damit faktisch außer Kraft gesetzt. Betriebsgelände und Logistikzentren können somit nicht befahren oder betreten werden, die Lieferketten werden lahmgelegt.“

„Wichtig sind jetzt pragmatische Ausnahmeregelungen für das Transportpersonal. Seit März 2020 haben die Unternehmen erfolgreich Schleusenkonzepte aufgebaut und eigene Hygienestandards entwickelt. Darauf muss aufgesetzt werden. Analog zur Einreiseverordnung müssen Transportmitarbeiter*innen von der Testpflicht ausgenommen werden, soweit der Aufenthalt in der jeweiligen Betriebsstätte nur vorübergehend ist und Hygiene- sowie Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die Schleusenkonzepte sehen in der Regel auch separate Toiletten für betriebsexternes Transportpersonal vor. Auch diese Lösung wird durch das neue Gesetz aufs Spiel gesetzt. Gleichermaßen müssen die Testkapazitäten an den Grenzen ausgebaut werden.“

Im öffentlichen Verkehr dürfen ab Mittwoch aufgrund des Bundesgesetzes nur noch Geimpfte, Genesene und negativ auf Corona Getestete befördert werden. Eck dazu: „Die 3G-Pflicht für Passagiere in Bussen und Bahnen tritt in Kraft, ohne dass sich der Bund zu einer aktiven Begleitung der Maßnahmen bekannt hat. Die Verkehrsunternehmen werden mit den neuen Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes alleine gelassen. Es fehlen die Ressourcen für die nun notwendigen Kontrollen, soweit sie in einem offenen System überhaupt möglich sind. Hier muss der Bund nachsteuern, beispielsweise durch Übernahme der Kontrollaufgaben im ÖPNV durch die Bundespolizei. An dieser Stelle wird auch deutlich, dass im Zuge der laufenden vierten Welle eine Ausweitung des Rettungsschirms nach 2022 hinein notwendig wird.“

„Es ist jetzt Aufgabe der geschäftsführenden Bundesregierung, insbesondere von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gemeinsam, schnell und pragmatisch zu handeln. Die Zeit drängt, die neuen Regeln gelten ab dem 24. November 2021. Wenn keine Ausnahmeregeln kommen, drohen diesmal keine Staus an den Grenzen, sondern an den Toren der Logistikzentren. Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln geht es um eine Einbeziehung der Bundespolizei in Kontrollkonzepte, auch das muss schnellstmöglich entschieden werden.“

Quelle: DVF, Foto: HPA/ Andreas Schmidt-Wiehoff




Hochwassergefahren und Hochwasserschutz

Der Rhein-Kreis Neuss hat als Untere Katastrophenschutzbehörde zum Thema „Hochwassergefahren und Hochwasserschutz“ Vertreter der kreisangehörigen Kommunen, von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und THW sowie aus der Politik zu einer Informationsveranstaltung ins Kreishaus Grevenbroich eingeladen. Der Grund: Die Gefahr eines Hochwassers ist an Rhein, Erft und Niers besonders gegeben; auch Starkregenereignisse bergen große Gefahren.

In seiner Begrüßung betonte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die Bedeutung guter Vorbereitung und reibungslos funktionierender Abläufe für den Katastrophenschutz. „Wir sind schon gut aufgestellt, aber Hochwasserschutz ist eine Daueraufgabe. Deshalb wollen wir nochmals prüfen, wo wir derzeit stehen.“

Der Rhein-Kreis Neuss sei glücklicherweise weitgehend von dem extremen Hochwasser im Sommer verschont geblieben, so Petrauschke weiter. „Die verheerenden Folgen anderenorts haben hier aber große Solidarität ausgelöst. So waren schnell auch zahlreiche Kräfte aus dem Rhein-Kreis Neuss in Erftstadt und im Kreis Euskirchen im Einsatz. Dafür möchte ich heute auch Dank sagen.“

Dass Grevenbroich und Neuss „noch glimpflich“ davon gekommen seien, erklärte Bernd Bucher, Vorstand des Erftverbands, habe zwei Gründe: Ein Teil der Erftfluten wurde auf Retentionsflächen im Kerpener Raum zurückgehalten, ein anderer Teil sei angesichts des Tagebau-bedingt niedrigen Grundwasserstandes im Kerpener Broich versickert. Bereits 2030 schließt jedoch der Tagebau Hambach und damit endet die Einleitung von Sümpfungswässern. Die Erft muss für die dann geringere Wassermenge „umgebaut“ werden und dennoch auf Hochwasser vorbereitet sein. Der begradigte Fluss soll künftig möglichst in Schleifen durch die Landschaft führen „So schaffen wir neue Retentionsflächen“, sagt Bucher. Siedlungen würden mit „Verwallungen“ geschützt. „Der Hochwasserschutz wird sich aber an keiner Stelle verschlechtern“, sicherte der Erftverbands-Vorstand zu.

Die Rhein-Anlieger werden durch Deiche oder Spundwände geschützt. 280 Kilometer sind es im Regierungsbezirk Düsseldorf, wie Juraj Horvat von der Behörde erläuterte. Der Zustand der Anlagen sei unterschiedlich. Während im Bereich des Deichverbandes Uedesheim oder bei Meerbusch die Deiche erneuert sind, besteht im Bereich des Verbandes Dormagen-Zons Handlungsbedarf. Die Deiche sollen in den kommenden Jahren saniert werden, das Planfeststellungsverfahren laufe unter dem Stichwort „Große Lösung“, so Horvat.

Zu den zunehmenden Starkregenereignissen berichtete die Leiterin des Kreisumweltamtes, Ines Willner, dass Neuss, Grevenbroich und Korschenbroich bereits Starkregengefahrenkarten erstellt hätten. Vorsorgemaßnahmen müssten auch in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen berücksichtigt werden. Weitere Lösungen könnten von Rückhaltebecken bis hin zu Mulden, in denen Wasser versickert, reichen. Aber auch die Bürger seien für den Schutz ihres Eigentums mit verantwortlich. „Wir werden Starkregen nicht verhindern, aber wenn alle Vorsorgemaßnahmen ineinander greifen, können wir das Ausmaß der Schäden verringern“, betonte Willner.

Quelle und Foto: Rhein-Kreis Neuss, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (2.v.l.) und die Fachreferenten Juraj Horvat, Ines Willner und Bernd Bucher(v.l.).




Wärmeleitung zwischen Rotterdam und Den Haag

Gasunie und das Ministerium für Wirtschaft und Klima haben die schlussendliche Investitionsentscheidung für den Bau einer Wärmeleitung vom Rotterdamer Hafen hin nach Den Haag getroffen.

Mit dem Bau der unterirdischen Leitung steht maximal 120.000 Häusern, Wohnungen und anderen Gebäuden in der Region Restwärme aus den Betrieben im Hafen zur Verfügung. Der Bau der WarmtelinQ-Leitung ist voraussichtlich im Jahr 2025 fertig.

Zum jetzigen Zeitpunkt wird die meiste Industriewärme u. a. bei der Ölraffinerie und bei petrochemischen Prozessen freigesetzt. Diese Restwärme wird, indem Häuser, Firmengebäude und Gewächshäuser damit beheizt werden, sinnvoll genutzt. Dadurch wird viel weniger Gas benötigt. Die verfügbare Wärme wird in erster Linie in Botlek und Pernis verwendet. Langfristig schaut man sich aber auch die Möglichkeiten in Europoort und Maasvlakte an.

Die Branche wird sich in den nächsten Jahren weiter elektrifizieren. Der grüne Strom aus Windparks wird dann für die Prozesse in Wasserstofffabriken, aber auch in der bestehenden Industrie eingesetzt. Auch in dieser Situation wird weiterhin Restwärme freigesetzt. Bei der Produktion von z. B. grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse werden ca. 30 % der primären Energie als Restwärme freigesetzt. Diese nachhaltigen Restwärmequellen sorgen dafür, dass Wärme immer „grüner“ wird.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




HPA: Schaumbitumen und Clean Air-Asphalt

Etwa alle zehn Jahre muss die Deckschicht einer Straße erneuert werden. Bundesweit werden jährlich rund fünfzig Millionen Tonnen Asphalt verbaut. Die Hamburg Port Authority (HPA) hat bereits 2011 damit begonnen, Straßenbeläge zu recyceln. Mittlerweile sind 85 Straßenkilometer im Hafen recycelt worden. Damit ist der Hamburger Hafen weit vorn.

„Wir wollten die Deckschicht der Straßen im Hamburger Hafen nicht mehr einfach entsorgen, sondern haben angefangen, fünfzig bis siebzig Prozent des Straßenbelags wiederzuverwenden. Die Lebensdauer der recycelten Straßen ist dabei unverändert“, sagt Willi Stegemann, Fachgebietsverantwortlicher Straßen bei der HPA. Willi Stegemann und sein Team arbeiten daran, die rund 150 Straßenkilometer im Hafen umweltfreundlicher zu machen. 2013 hat die HPA den Umweltpreis „Hanse Globe“ der Logistik-Initiative Hamburg für ihre Straßen-Recycling-Initiative erhalten.

Neben dem Recycling von Asphalt setzt die HPA auch die Verwendung von sogenanntem Asphalt mit Schaumbitumen. Dieser kommt aktuell bei Erneuerung des Oberwerder Damms auf der Veddel zum Einsatz. Die Vorteile: Dieser Asphalt kann bereits bei geringeren Temperaturen verarbeitet werden. So werden nicht nur weniger CO2, sondern auch weniger Schadstoffe freigesetzt. Zudem kühlt die Straße schneller ab und kann bereits nach rund 15 Stunden statt wie bisher nach 48 Stunden für den Verkehr freigegeben werden. Um Stickoxide zu verringern, wird zusätzlich eine dünne Schicht sogenannter Clean Air-Asphalt auf die neue Straße aufgetragen. Dieser baut in Verbindung mit UV-Licht Stickoxide in ungefährliche Rückstände ab. Zudem reduziert der Clean Air-Asphalt den Straßenlärm.

Im Rahmen der Erneuerung der Straßen auf der Veddel, zu denen neben dem Oberwerder Damm auch der Neuhäuser Damm und der Hovestraße gehören, baut die HPA auch Sensoren in die Straßen ein. Diese geben während der Bauarbeiten zum Beispiel Auskunft über die Temperatur des Asphalts. Später ermöglichen sie es der HPA zum einen, Informationen über die Belastung der Straße zu erlangen und somit das Erhaltungsmanagement zu optimieren, zum anderen dienen sie der Verbesserung des Verkehrsleitsystems.

Quelle und Grafik: HPA




Freiwillige Feuerwehr ehrt Brunsbüttel Ports

Freiwillige Feuerwehr Brunsbüttel dankt Brunsbüttel Ports für langjährige Kooperation zur Sicherstellung des Brandschutzes auf der Brunsbütteler Südseite. Dankesurkunde wird im Rahmen einer Feierstunde übergeben. Brunsbüttel Ports wird offizieller „Partner der Feuerwehr“.

Soziales Engagement und ehrenamtlicher Einsatz – beides nimmt für die Brunsbüttel Ports GmbH einen hohen Stellenwert ein. Um den dauerhaften Brandschutz auf der Brunsbütteler Südseite sicherstellen zu können und den daraus resultierenden Einsatzkräftebedarf der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbüttel decken zu können, unterstützt das Unternehmen die Freiwillige Feuerwehr seit vielen Jahren aus Überzeugung. Anlässlich der erfolgreichen Zusammenarbeit bedankt sich die Freiwillige Feuerwehr Brunsbüttel nun im Rahmen einer Feierstunde und ernennt Brunsbüttel Ports zum offiziellen „Partner der Feuerwehr“.

Konkret beinhaltet die Kooperation, Mitarbeiter/-innen von Brunsbüttel Ports aktiv in ihrem Vorhaben zu unterstützen, sich ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren. Darüber hinaus werden zusätzliche Anreize wie die Freistellung der Mitarbeiter/-innen zu Trainings- und Einsatzzwecken geschaffen, um möglichst viele weitere Mitarbeiter/-innen aktiv für das Ehrenamt zu motivieren. Mit Erfolg – seit der Intensivierung der Kooperation im Jahr 2016 ist die Zahl der ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Brunsbüttel Ports auf nunmehr 15 Mitarbeiter/-innen gewachsen, Tendenz steigend. Die Kooperation zeugt außerdem von einem wahren Vorbildcharakter für andere Unternehmen, denn insgesamt erhöhte sich die Mitgliederzahl der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbüttel in der Löschgruppe Brunsbüttel Süd in den vergangen zwei Jahren von neun auf 24 Ehrenamtliche.

Auch das Hafen- und Logistikunternehmen profitiert von der vertrauensvollen Partnerschaft. Dank der Kooperation erfüllt Brunsbüttel Ports seine Anforderung, rund um die Uhr Brandschutzhelfer auf dem Hafengelände vorzuhalten, noch zielgerichteter. Durch die Aus- und Weiterbildungen der Freiwilligen Feuerwehr erlernen die Mitarbeiter/-innen wichtige Schlüsselqualifikationen wie beispielsweise den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz, die Ersthelferausbildung sowie den Umgang mit Defibrillatoren und Feuerlöschern. Im Falle eines Unfalls oder Brandfalls auf dem Betriebsgelände tragen die ausgebildeten Fachkräfte somit maßgeblich zur Minimierung des Schadens bei und werden im Zweifelsfall zu Lebensretter/-innen. Durch die Kooperation wird auf diese Weise ein echter und wichtiger Mehrwert für das Unternehmen geschaffen, ohne dass interne Betriebsabläufe angepasst werden müssen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zusammenarbeit der Partner bereits bewährt. Zur Sicherstellung des Brandschutzes auf der Brunsbütteler Südseite muss mindestens eine Löschgruppe, bestehend aus neun Einsatzkräften mit verschiedenen Funktionen wie beispielsweise Führungskräften und Atemschutzgeräteträgern, zur Verfügung stehen. Aktuell kann diese Sicherstellung nur durch die Unterstützung des Feuerwehrstandortes Brunsbüttel Nord und hauptamtliche Einsatzkräfte gewährleistet werden. Ziel der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbüttel ist es daher, weitere ehrenamtliche Einsatzkräfte zu rekrutieren, um so nur noch auf ein Mindestmaß an hauptamtlichen Feuerwehrkräften zurückgreifen zu müssen.

„Durch die gute Zusammenarbeit mit Brunsbüttel Ports und weiteren Unternehmen des ChemCoast Park Brunsbüttel konnte bereits ein großer und wichtiger Schritt zur Erreichung unseres Ziels beigetragen werden. Würden mehr Unternehmen und Behörden dem Beispiel von Brunsbüttel Ports folgen, könnte dem bundesweit herrschenden Mangel an ehrenamtlichen Einsatzkräften signifikant entgegengewirkt werden und ein großer Beitrag zur Sicherheit aller Bundesbürger/-innen geleistet werden“, lobt Marc Weilke, Ortswehrführer der Stadt Brunsbüttel, die langjährige Kooperation.

Auch Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group, freut sich über die Ehrung: „Die vertrauensvolle Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbüttel ist für uns seit Jahren eine Herzensangelegenheit, die zeitgleich einen echten Mehrwert für uns als Unternehmen schafft. Ich bin sehr stolz auf das, was wir bisher gemeinsam erreicht haben und möchte auf diesem Wege außerdem weitere Unternehmen dazu ermutigen, die Freiwilligen Feuerwehren in der Region zu unterstützen. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, profitieren wir alle – sowohl die Unternehmen als auch die privaten Haushalte vor Ort.“

Quelle und Foto: Brunsbüttel Ports GmbH, Übergabe des Schildes „Partner der Feuerwehr“. V.l.n.r.: Marc Weilke (Ortswehrführer), Matthias Rathje (stv. Ortswehrführer), Frank Schnabel (Geschäftsführer Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group), Bernd Meier (Gemeindewehrführer) und Fabian Wiese (Gruppenführer der Löschgruppe Süd)




Rotterdam: 20 ha für kohlenstoffarme Produkte

Global Energy Storage (GES), ein neues Unternehmen, das im Bereich der Energiewende tätig ist, erwirbt einen wesentlichen Teil des Stargate-Terminals von Gunvor.

GES hat ehrgeizige Pläne, hier ein Tanklager für Produkte mit geringem Kohlenstoffgehalt, so genannte „Low Carbon Products“, zu realisieren. Dazu gehören Biokraftstoffe, Wasserstoff und Wasserstoffträger wie Ammoniak. Das Gelände in Europoort hat eine Fläche von über 20 ha.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam