startport begrüßt 31 neue Logistik-Startups

Im nun sechsten Jahrgang nimmt die Innovationsplattform startport 31 neue Startups aus dem Bereich Logistik und Supply Chain auf. Beworben hatten sich 97 Startups aus der ganzen Welt. In den kommenden zwölf Monaten unterstützt startport die ausgewählten Startups unter anderem durch Workshops und individuelles Coaching bei der Initiierung von Pilotprojekten und der Vernetzung innerhalb der Logistik-Branche.

Nachdem das Onboarding von Batch #5 digital stattfand konnte der sechste Jahrgang hybrid begrüßt werden: zur Hälfte digital und zur Hälfte vor Ort. „Mit startport wollen wir bewusst am Logistik-Standort Duisburg an den Logistik-Lösungen von morgen tüfteln! So treiben wir die Innovationen direkt in die Logistik-Branche. Durch das Onboarding und auch die zukünftige Zusammenarbeit vor Ort können wir zudem das Netzwerken und den Austausch untereinander wieder verstärken“, so Peter Trapp, startport-Geschäftsführer. Die ausgewählten Startups treiben Logistik-Innovationen in zahlreichen Bereichen, erklärt Jana Honeftidis, startport-Startup-Managerin: „Die 31 Startups beschäftigen sich mit Logistik-Lösungen in den Bereichen Logistics Digitalisation, Sustainability, Asset Management, Supply Chain, Fleet Management, Sustainability, Packaging, Smart City und Terminal Automation. Das Thema Nachhaltigkeit konzentriert sich mittlerweile nicht nur auf einzelne Startups, sondern ist ein wichtiger Bestandteil aller Geschäftsmodelle. Wichtig war uns insgesamt wieder, dass unsere Startups relevante Logistik-Herausforderungen angehen. Um das sicherzustellen, wählen wir die Startups gemeinsam mit Partnern aus.“

Bei startport erwartet die GründerInnen eine enge Betreuung durch Mentoren im Partner-Netzwerk, individuelles Matching für Projekte und potenzielle Kunden, exklusiven Zugang zu logistischen Assets, individuell zugeschnittene und kostenfreie Workshops und attraktive Arbeitsplätze im Co-Working-Space. Hinzu kommen spannende Veranstaltungen und aktives Netzwerken. startport coacht und hilft ebenfalls bei der Akquise potenzieller Investoren. Aus dem sechsten Jahrgang werden dabei 28 Startups im Accelerator-Programm und 3 im Incubator-Programm eng betreut.

startport verfolgt ein offenes Partnermodell und wird inhaltlich und finanziell durch regionale Akteure wie duisport, Duisburg Intermodal Terminal, Bohnen Logistik, der RAG Stiftung, dem Initiativkreis Ruhr, der Borussia Dortmund und den Wirtschaftsbetrieben Duisburg getragen. Sie stehen den Startups als Sparring-Partner und Anwender zur Seite – eine Win-Win Situation, welche Duisburg zu einem innovativen Standort macht.




Automatisierte carpodXAnlage

Im Hamburger Hafen wird weltweit zum ersten Mal die technische Innovation carpodX zur Fahrzeuginspektion eingesetzt. Die HHLA-Tochtergesellschaft Unikai nutzt die von der C.A.R. Consulting Group entwickelte Anlage für den gründlichen, automatisierten Check von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen vor der Verschiffung über ihre RoRo-Anlage.

Hartmut Wolberg, Geschäftsführer Unikai: „Nach einer erfolgreichen Testphase setzen wir den carpodX jetzt im normalen Ablauf der Fahrzeug-Inspektion ein. Die Anlage dokumentiert jedes Detail der Kfz, die im laufenden Betrieb durch die Anlage rollen. Damit können wir als Hafenlogistiker uns auf den Umschlag konzentrieren, statt Tausende von manuellen Reports zu machen und penibel zu archivieren.“

Auf dem Hamburger Mehrzweckterminal O’Swaldkai wurde ein 20-Fuß-Container aufgestellt, der wie ein Tunnel durchfahren werden kann. Innerhalb von 3 Sekunden nehmen 43 Kameras mehr als 4.000 Fotos von den passierenden Fahrzeugen auf. Dabei wird jeder Bereich komplett dokumentiert, vom Unterboden bis zur Dachreling.

Timo Pasila, C.A.R. Consulting Group: „CarpodX ist ein vollautomatisches digitales Inspektionssystem, das sich hervorragend in jeden laufenden Abfertigungsprozess für Fahrzeuge integrieren lässt und viel schneller ist, als herkömmliche visuelle Methoden. Das Fahrzeug muss nicht angehalten wer-den, die Bilder in High-Definition-Qualität sind genauer, und unser Container für die digitale Inspektion kann an jedem beliebigen Ort aufgestellt werden. Diese Technologie ermöglicht auch ein transparenteres Übergabeverfahren, bei dem eventuelle Schäden der tatsächlich haftbaren Partei zugeordnet werden. Damit sorgen wir für mehr Fairness bei der Fahrzeugübergabe und im Schadenfall. Darüber hinaus ist das carpodX-Gerät mobil, „plug-and-play“ und robust. Seine Kapazität ist praktisch unbegrenzt, denn die Fahrzeuge durchfahren CarpodX im laufenden Betrieb. So wird die Produktivität des Betriebs nicht beeinträchtigt.“

Die aufgenommenen Fotos werden benutzt, um in einem zweiten Schritt durch „Deep Learning“ eine Künstliche Intelligenz zu trainieren. Ziel ist die Entwicklung von Software, die Schäden an Fahrzeugen automatisch erkennt und meldet. Derzeit muss das eingesetzte System mit Hilfe von Terminal-Mitarbeitern checken, auf welchen der aufgenommenen Bilder tatsächlich Schäden zu sehen sind. Durch diesen ständigen Abgleich von Bild und Realität verbessert sich die Qualität der automatischen Bilderkennung fortlaufend.

Quelle und Foto: HHLA




Unbemanntes Schiff läuft in Rotterdam aus

Die Blue Essence ist das erste Offshore-zertifizierte unbemannte Schiff (USV), das einen elektrisch betriebenen, ferngesteuerten Unterwasserroboter zu Wasser lassen kann. Das Schiff und der Unterwasserroboter werden während der Arbeiten von einem Kontrollraum an Land über eine Satellitenverbindung gesteuert.

Sie werden zur Inspektion von Offshore-Strukturen, zur Unterstützung von Bauarbeiten und zur Durchführung von hydrographischen und geophysikalischen Untersuchungen eingesetzt.

Hafenmeister René de Vries: „Wir heißen dieses besondere Schiff in unserem Hafen willkommen. Es ist das erste Mal, dass ein ferngesteuertes, unbemanntes Schiff vom Rotterdamer Hafen aus in die Nordsee fährt und die Arbeiten von einem Schiff ohne Besatzung an Bord durchgeführt werden, und wir sind stolz darauf, dass dieses Pilotprojekt dank der sorgfältigen Vorbereitung aller Beteiligten sicher durchgeführt werden kann. Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung der Digitalisierung in der Schifffahrt die Sicherheit und Zugänglichkeit des Rotterdamer Hafens weiter verbessern wird. Dieses Pilotprojekt folgt unserem Vorhaben, neue Technologien zu erproben, die unseren Hafen noch intelligenter, effizienter und besser machen können.“

USV spielen eine wichtige Rolle für die Zukunft im maritimen Bereich, da sie zu mehr Sicherheit, geringeren CO2-Emissionen und einer effizienteren Datenübermittlung führen. Der Einsatz von USV verlagert den Einsatz von Personal aus der risikoreichen Offshore-Umgebung in einen Kontrollraum an Land und reduziert den CO2-Fußabdruck um 95 % im Vergleich zu herkömmlichen Untersuchungsmethoden. Die effizientere Bereitstellung von Forschungsergebnissen wird durch cloudbasierte Verarbeitungstechniken erreicht und ermöglicht schnellere und fundiertere Entscheidungen.

Fugro ist ein weltweit führender Geodatenspezialist, der Informationen über die Erde und die auf ihr errichteten Strukturen sammelt und analysiert. Erik-Jan Bijvank, Gruppendirektor Europa und Afrika bei Fugro: „Kürzlich hat das erste Blue-Essence-Schiff von Fugro seine erste unbemannte Inspektion im Indischen Ozean durchgeführt. Ich freue mich, dass wir diese neueste USV-Generation nun auch für unsere europäischen Kunden anbieten können.“

Quelle und Foto: Fugro




Neubau der Verkehrszentrale

Nordrhein-Westfalen, mit seinen Ballungsräumen an Rhein und Ruhr, hat das dichteste und meistfrequentierte Autobahnnetz Deutschlands. Täglich millionenfach befahren, ist es zumindest zeitweise überlastet – vor allem durch den starken Pendler- und Güterverkehr. Anlässlich der Inbetriebnahme des Neubaus der Verkehrszentrale Leverkusen sagte Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Es ist viel los auf unseren Autobahnen – und damit wachsen auch die Herausforderungen, den Verkehr sicher und effizient zu leiten.“

Scheuer weiter: „Die Digitalisierung eröffnet hier enormes Potenzial: In Nordrhein-Westfalen gibt es z.B. schon jetzt an rund 580 Autobahnkilometern die Möglichkeit, die Geschwindigkeiten und Fahrstreifenfreigaben dynamisch zu lenken. In der neuen Verkehrszentrale in Leverkusen können wir künftig alle Streckenbeeinflussungsanlagen und Verkehrsleitsysteme zentral steuern. Damit vermeiden wir Stau und erhöhen die Verkehrssicherheit. Wir zeigen hier, wie Zukunft geht: Die neue Verkehrszentrale ist ein Meilenstein für ein neues, intelligentes Verkehrsmanagement!“

Scheuer hatte im Dezember 2019 gemeinsam mit Hendrik Wüst, dem heutigen Ministerpräsidenten und damaligen Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, den Grundstein für den Neubau der Verkehrszentrale gelegt.

Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte gemeinsam mit Stephan Krenz, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Autobahn GmbH: „Stauvermeidung wünschen sich alle, die mit dem Auto unterwegs sind. Aber auch Verkehrssicherheit und Klimaschutz rücken immer stärker in den Fokus eines intelligenten, auf digitale Technologien gestützten Verkehrsmanagements.

Das aus Bundesmitteln finanzierte, rund 15 Mio. Euro teure Gebäude auf dem Leverkusener Mobilitätscampus wurde nach rund 22 Monaten Bauzeit fertiggestellt. Die Verkehrszentrale Leverkusen steuert bereits seit 2013 die Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf den Autobahnen in NRW – seit Jahresbeginn 2021 unter dem Dach der neuen Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Rheinland.

Auf rund 580 Richtungskilometern von insgesamt etwa 2.200 Kilometern Autobahn in NRW sind Anlagen zur Streckenbeeinflussung (SBA) installiert, welche die Verkehrszeichen gezielt der Verkehrslage anpassen. Neben der zulässigen Höchstgeschwindigkeit können dies auch Warnhinweise, Überholverbote oder Vorgaben zur Fahrstreifennutzung sein. Hinzu kommen 129 dynamische Wegweiser mit integrierten Stauinformationen (so genannte dWiSta-Tafeln), über die der Verkehr im Fall von Verkehrsstörungen informiert und wenn möglich großräumig über Alternativrouten umgeleitet wird.

Darüber hinaus erfolgt eine Verkehrsbeeinflussung vor allem durch eine Zufluss-Steuerung an mittlerweile 98 Autobahnauffahrten in NRW. Sehr effektiv sind die landesweit sieben Anlagen zur temporären Freigabe des Seitenstreifens. „Durch eine solche Freigabe – zum Beispiel in den Spitzenstunden des Berufsverkehrs – kann die Streckenkapazität in diesen Zeiten um bis zu 30 % erhöht werden“, erläutert Anja Estel, Leiterin der Verkehrszentrale Leverkusen.

Die Anlagen zur Verkehrsbeeinflussung erhöhen die Verkehrssicherheit und verringern Staus und Verlustzeiten zum Teil deutlich. Dadurch entfalten sie eine relevante volkswirtschaftliche Wirkung. Gleichzeitig führt jeder vermiedene oder verkürzte Stau aber auch zu einer Reduzierung klimaschädlicher Abgase.

In der täglichen Praxis erfolgt die Entscheidung über die zu ergreifenden Maßnahmen auf der Basis der digitalen Informationen direkt von den Autobahnen, welche künftig an acht Arbeitsplätzen im Kontrollraum der neuen Verkehrszentrale zusammenlaufen. Ob Kamerabilder, Verkehrsdaten aus Messschleifen oder Informationen zur Witterung – auf insgesamt knapp 100 Monitoren behalten die Operator*innen in drei Schichten rund um die Uhr das Verkehrsgeschehen in NRW im Blick. In enger Abstimmung mit der Polizei und den Fachexpert*innen der Autobahn GmbH passen sie die Steuerung der Telematik sowie die nach außen kommunizierten Verkehrsinformationen den aktuellen Gegebenheiten an.

Die Verkehrszentrale Leverkusen plant, baut und betreibt jedoch nicht nur die Technik auf den Autobahnen – sie übernimmt auch zahlreiche koordinative Funktionen. Speziell dem Baustellenmanagement kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Herr Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen, betont: „In den vergangenen Jahren haben wir in Nordrhein-Westfalen sehr viel in den Aufbau einer effektiven Baustellenkoordination investiert.“  Der Mobilitätscampus Leverkusen mit der unmittelbaren Nachbarschaft von Verkehrszentrale der Autobahn GmbH und Landesmobilitätszentrale des Landesbetriebs Straßenbau NRW steht dabei sinnbildlich für die partnerschaftliche Kooperation aller Akteure.
Da Mobilität nicht an den Landesgrenzen endet, steht auch die überregionale und internationale Vernetzung im Fokus der Verkehrszentrale Leverkusen. „Hervorzuheben sind speziell die strategische und operative Zusammenarbeit mit der Verkehrszentrale Deutschland und Rijkswaterstaat in den Niederlanden“, unterstreicht Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH.

Zur Erfüllung all dieser Aufgaben bietet der Neubau künftig Raum für insgesamt 63 Arbeitsplätze. Die vorgelagerte Textilfassade des Gebäudes dient dabei nicht nur als prägnantes Erkennungsmerkmal: Als Sonnenschutz unterstützt sie die Kühlung des klimatisierten Traktes. Verkehrsmanagement und Klimaschutz gehen in Leverkusen somit künftig gleich in mehrfacher Hinsicht Hand in Hand.

Quelle und Foto: Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung Rheinland
, (v.l.n.r.) Thomas Ganz, Gerhard Rühmkorf, Staatssekretär Dr. Hendrik Schulte, Stephan Krenz, Dr. Anja Estel




Logistics Talk zu Gast in Hessen

Dort wo Hessen und Nordrhein-Westfalen aneinandergrenzen und Rheinland-Pfalz nicht weit ist, liegt der Ort Haiger im Lahn-Dillkreis. Es ist eine starke Wirtschaftsregion mit mehr als 160 Hidden Champions, die in Südwestfalen zu Hause sind. Der Maschinen- und Anlagenbau ist stark vertreten. Und die nahegelegene Wirtschaftsregion Westerwald präsentiert sich als Standort zahlreicher großer mittelständischer Gewerbe- und Industrieunternehmen. Es ist eine stark exportorientierte Wirtschaftsregion mit guter Anbindung sowohl an die deutschen Seehäfen als auch an die Westhäfen in den Niederlanden und Belgien.

Mit dem Logistic Talk war bremenports jetzt zum ersten Mal in dieser Region präsent, um im Rahmen einer Abendveranstaltung für die Bremischen Häfen zu werben. Und dabei trafen bremenports-Geschäftsführer Robert Howe und Hartwig Weidt als Repräsentant der Häfen in dieser Region auf bestens informierte Kunden, die über ihre Erfahrungen mit Neustädter Hafen oder Containerterminal Bremerhaven berichteten. „In der derzeit für alle schwierigen Situation zeigen sich die bremischen Häfen wesentlich flexibler als die Westhäfen“, so der Geschäftsführer einer international agierenden Holding, der die Dienstleistungsqualität der Hafenwirtschaft hervorhob. „In Bremen wird im direkten Kontakt vieles kurzfristig möglich gemacht, was andernorts nicht geht.“ Da es keine wesentlichen Kostenunterschiede gebe, sei dies ein wesentlicher Gesichtspunkt.

Eine langjährige Kundin hob die sehr gute Bahnanbindung hervor. „Schon deswegen sind Bremen und Bremerhaven erste Wahl“. Verbesserungspotential gebe es bei der Genehmigung und Abwicklung der Schwertransporte. Dies sei aufgrund der insgesamt zu langwierigen Verfahren ein Nachteil für die deutschen Seehäfen, der dringend abgestellt werden müsse.

Was können Häfen und ihre Kunden tun, um ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern? Ein Thema, dass in den Fachdiskussionen derzeit ganz oben steht. bremenports-Geschäftsführer Robert Howe informierte, dass Bremen und Bremerhaven bereits seit vielen Jahren an einer kontinuierlichen Verbesserung der Schadstoffbilanz arbeiten. Howe: „Unser Motto lautet: Grüner als in Bremen geht es nicht.“ Dazu werde es in den kommenden Jahren weitere Initiativen geben, um möglichst bis 2030 den gesamten Hafenbetrieb C0²-neutral zu gestalten.“

Als Gast der bremenports-Veranstaltung unterstützte der Geschäftsführer des Güterverkehrszentrums Bremen, Ralph Sandstedt diese Positionierung. Das GVZ Bremen gilt seit vielen Jahren als führend in Europa. Hier spielt insbesondere der Kombinierte Verkehr von Schiene und LKW eine wesentliche Rolle. Sandstedt: „Diese Art des Transports bietet erhebliche ökologische Vorteile.“ Und auch beim Thema Antriebe bietet das GVZ Alternativen: So gibt es im Bremer Niedervieland inzwischen auch eine LNG-Tankstelle.

Nach den Besuchen in Stuttgart, Graz und Wien war die Station in Haiger bereits die vierte Kundenveranstaltung in den vergangenen Wochen. In 14 Tagen soll der Logistic Talk in Leipzig für dieses Jahr den Abschluss bilden.

Quelle und Foto:  bremenports




Geld für Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat anlässlich seiner Jahrespressekonferenz neben der aktuellen angespannten Lage in den deutschen Seehäfen auch die aus Sicht der Hafenwirtschaft wichtigsten Aufgaben für die neue Bundesregierung diskutiert.

Offizielle Zahlen zum Umschlag in deutschen Seehäfen vom Statistischen Bundesamt zeigen, dass der Gesamtumschlag im ersten Halbjahr 2021 um +5,1 Prozent gegenüber dem Krisenjahr 2020 anstieg. Von Januar bis Juni 2021 wurden 142,6 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen.

„Im laufenden Jahr haben wir eine Aufholbewegung im Welthandel und im Seegüterumschlag gesehen. Dank der Leistungsfähigkeit der Seehafenunternehmen und deren Mitarbeitenden konnten wir Boden gut machen. Für das Jahr 2022 rechnen wir mit einer weiteren Erholung“, sagte Frank Dreeke, Präsident des ZDS.

Die Seehäfen sichern die Rolle Deutschlands als Logistikweltmeister und Exportland. In der hafenabhängigen Wirtschaft sichern sie bundesweit über 521.000 Arbeitsplätze. Die Abläufe in den deutschen Seehäfen funktionieren weiterhin gut – trotz der Probleme bei den Lieferketten. Angesichts dieser Probleme und vor dem Hintergrund des scharfen internationalen Wettbewerbs sowie den einschneidenden Umbrüchen in den Häfen müssen Unternehmen und Politik nun die richtigen Weichen für die Zukunft stellen.

Frank Dreeke: „Wir schauen zwar optimistisch nach vorne, haben aber die vor uns liegenden Herausforderungen fest im Blick. Energiewende, Digitalisierung, schärferer Wettbewerb und Verwerfungen im globalen Handel sind für die Seehafenbetriebe direkt spürbar. Transformationsprozesse wie die Energiewende und die Digitalisierung gehen wir aktiv und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit unserem Sozialpartner an. Wir kommen am besten voran, wenn wir die Chancen, die sich aus der Transformation ergeben, erkennen und nutzen. Hierbei kann die Politik uns unterstützen.“

Der ZDS erwartet von der Politik weiterhin hohe Investitionen in die Verkehrs- und die Kommunikationsinfrastruktur, die Sicherstellung von fairen Wettbewerbsbedingungen und eine adäquate Förderkulisse zur Unterstützung der Energiewende in den Häfen.

Ein Kernthema sind hohe Investitionen in die Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur. Der Bund muss mehr als die bisherigen knapp 19 Milliarden Euro in zukunftsgerechte Schienen, Straßen und Wasserstraßen investieren. Zudem muss die digitale Infrastruktur weiter ertüchtigt werden, auch in den Häfen und auf dem Wasser. Digitale Lösungen können die Effizienz und Nachhaltigkeit der Häfen steigern.

Um die Investitionen in Verkehrswege und digitale Infrastruktur umzusetzen, sollten Planungskapazitäten erhöht und Planungs- und Genehmigungsverfahren verkürzt werden.

Die gute Anbindung der Seehäfen an das Schienennetz ist ein Wettbewerbsvorteil der deutschen Häfen. Bei den Planungen zum „Deutschlandtakt“ sollte der Schienengüterverkehr daher stärker berücksichtigt werden. Die Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandortes Deutschland sollte außerdem durch dauerhaft niedrige Trassenpreise erhöht werden.

Die Hafenwirtschaft braucht faire Wettbewerbsbedingungen. Sowohl im Wettbewerb zwischen schiffsbasierten und landbasierten Logistikunternehmen als auch im Wettbewerb zwischen Hafenstandorten muss es einen für alle Marktteilnehmer fairen Rahmen geben, der von der Politik abgesteckt wird.

So muss die deutsche Vorgehensweise beim Erhebungsverfahren zur Einfuhrumsatzsteuer weiter optimiert und das Verrechnungsmodell, wie es in fast allen anderen EU-Staaten eingesetzt wird, eingeführt werden. Zudem müssen die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für die Schifffahrt (insbesondere im Kartell-, Steuer- und Beihilferecht) dringend überprüft werden.

Die weitere Reduktion von CO2-Emissionen ist festes Ziel der Hafenunternehmen. Bei der Umstellung auf umweltfreundlichere Energieträger werden die Häfen eine wichtige Rolle spielen, denn über sie werden Energieträger importiert, sie bedienen Schiffe, die Energie nutzen, und sie verwenden selbst Energie. Um die Energiewende im Hafen voranzutreiben, muss die Schaffung von Infrastruktur für Umschlag, Lagerung und Verteilung von alternativen Energieträgern wie Wasserstoff und seinen Derivaten gefördert werden. Bei Förderprogrammen für klimafreundlichere Nutzfahrzeuge müssen auch die Spezialgerätschaften, die im Hafen zum Einsatz kommen, berücksichtigt werden. Als Vorbilder für eine solche Förderung könnten die erfolgreichen Programme „Innovative Hafentechnologien (IHATEC)“ oder „Digitale Testfelder in Häfen“ dienen.

Auf europäischer Ebene müssen im Kontext des Fit for 55-Programms die Einzelheiten einer gemeinsamen Herangehensweise beim Klimaschutz geklärt werden. Durch notwendige Klimaschutzmaßnahmen dürfen keine Wettbewerbsnachteile entstehen. Daher muss sichergestellt sein, dass größtmögliches Einvernehmen mit Handelspartnern rund um den Globus besteht, um Verzerrungen im globalen Handel zu vermeiden.

Quelle: ZDS Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V., Foto: HHM/ Lindner




Chancen einer Token-Ökonomie für Deutschland

Im Rahmen des »Fachdialogs Blockchain« des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) haben Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML gemeinsam mit einem interdisziplinären Forschungskonsortium unter Leitung der WIK Consult eine Studie erstellt, die die Umsetzung einer Token-Ökonomie untersucht. Weitere Untersuchungen zur Blockchain-Technologie im Hinblick auf Nachhaltigkeit und den Mittelstand laufen bereits.

Sogenannte Token haben das Potenzial, wirtschaftliche Prozesse effizienter und transparenter zu gestalten: Anstelle von papierbasierten Verträgen, Rechnungen oder Urkunden können Token im digitalen Raum Werte und Rechte jeglicher Art abbilden. Die Grundlage bildet dabei die Blockchain-Technologie, die es ermöglicht, Informationen dezentral und fälschungssicher zu speichern, zu verarbeiten und zu übertragen. So entsteht eine neue Form des Wirtschaftens: die Token-Ökonomie.

2019 hat sich die Bundesregierung mit der »Blockchain-Strategie« das Ziel gesetzt, die Token-Ökonomie zu fördern. Um zu untersuchen, welche Chancen und Herausforderungen sich für die Technologie in der Praxis ergeben, haben die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr als 35 Vertreter aus Wissenschaft, Verbänden, Unternehmen und Start-ups im Rahmen des »Fachdialogs Blockchain« befragt.

Als Chance identifizierten die Experten vor allem, dass Deutschland als Vorreiter seine Digitalwirtschaft zu einer proaktiven, (teil-)autonomen Wirtschaft transformieren kann. Industrie und Verwaltung könnten von digitalisierten Prozessen profitieren. So entstehen neue Formen der Wertschöpfung, die entsprechendes Wirtschaftswachstum in Deutschland und Europa stärken können. Außerdem ergeben sich in einer Token-Ökonomie neue Geschäftsmodelle: »Projekte wie die Silicon Economy zeigen bereits, dass Unternehmen von einer Plattformökonomie auf Basis von Blockchain und Token profitieren können. Mithilfe der entwickelten Open-Source-Komponenten ist es möglich, Prozess- und Lieferketten vollständig zu digitalisieren. Im Zuge des Aufbaus des Europäischen Blockchain-Instituts in NRW entwickeln wir am Fraunhofer IML die Bausteine, um sichere, transparente und automatisierte Lieferketten mithilfe von Blockchain zu ermöglichen«, betont Prof. Michael Henke, Institutsleiter am Fraunhofer IML.

Projekte wie die Silicon Economy und zum Aufbau des Europäischen Blockchain-Instituts, in denen das Fraunhofer IML und seine Projektpartner für alle frei zugängliche Open-Source-Komponenten entwickeln, sind in Deutschland allerdings noch unterrepräsentiert, da digitale Plattformen häufig nicht mit kollaborativen Ökosystemen gleichgesetzt werden. Das Verständnis für Netzwerkökonomien ist allerdings notwendig, da die Teilnahme aller Supply-Chain-Partner an einem Blockchain-basierten Netzwerk entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung ist. Als Handlungsempfehlung empfehlen die Expertinnen und Experten deshalb, das Verständnis zu stärken und Best-Practice-Beispiele zu fördern.

Ein weiteres Hemmnis ist den Befragten zufolge das fehlende Wissen über die Token-Ökonomie. Oft müssen sich die Unternehmen ihr Know-how selbst aufbauen. Das ist vor allem für kleine und mittlere Unternehmen eine Herausforderung. Auch rechtliche Unklarheiten stellen eine Herausforderung dar. Dadurch gibt es nur wenige Unternehmen, die die Blockchain-Technologie bereits in ihre Prozesse integriert haben. Die Handlungsempfehlung der Expertinnen und Experten lautet, existierende Blockchain-Start-ups in Deutschland zu fördern, Anreize für weitere Gründungen zu schaffen und Wissenslücken durch Bildungsangebote an Hochschulen und Universitäten zu schließen. Mithilfe von Open-Source-Software ließe sich die Integration kleiner und mittlerer Supply-Chain-Partner unterstützen. Außerdem seien die rechtlichen Rahmenbedingungen anwendungsbezogen auszubauen, um etwa Fragen zur Haftung oder zum Datenschutz zu klären.

An die Erkenntnisse der Studie schließen die weiteren Module des »Fachdialogs Blockchain« an, die in den kommenden Monaten veröffentlicht werden: Im zweiten Modul »Nachhaltigkeit« stellen die Forscherinnen und Forscher dar, wie die Blockchain-Technologie zu einer nachhaltigeren Ökonomie und einem ressourcenbewussten Wirtschaften beitragen kann. Das dritte Modul »Mittelstand« zeigt anschließend, welche Potenziale sich für den Mittelstand ergeben und wie sich diese nutzen lassen.

Die komplette Studie zur Token-Ökonomie steht hier zum Download zur Verfügung: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Digitale-Welt/blockchain-kurzstudie.html

Quelle und Foto: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML




duisport-Vorstand übergibt Verantwortung

Die duisport-Gruppe besetzt verschiedene Schlüsselpositionen ihrer Tochtergesellschaften neu. „Der Vorstand hat gemeinsam beschlossen, die zentralen Konzernfunktionen und die operative Verantwortung in den Tochtergesellschaften künftig klarer zu trennen und uns entsprechend aus den Geschäftsführungen der einzelnen Unternehmensbereiche zurückzuziehen. Zukünftig übernehmen die Kolleginnen und Kollegen direkt die Verantwortung für das operative Geschäft, die es auch jetzt schon tatsächlich Tag für Tag steuern“, sagt duisport-CEO Markus Bangen zur neuen Ausrichtung.

Daraus ergeben sich innerhalb der vier Geschäftssegmente folgende Veränderungen:

Infra- und Suprastruktur:

Vanessa Hanhart und Dr. Sandra Strohbücker, die bereits die Bereiche Suprastruktur- und Infrastrukturmanagement der duisport-Gruppe leiten, werden zum 1. Januar 2022 Geschäftsführerinnen der Hafen Duisburg-Rheinhausen GmbH. Sie folgen auf Markus Bangen und Peter Trapp. Arthur Lignowskiaus der Abteilung Immobilienmanagement erhält für die logport ruhr GmbH, unserem Joint Venture mit der RAG Montanimmobilien GmbH zur Konversion ehemaliger Bergbauflächen zu Logistikarealen, Prokura.

Logistische Dienstleistungen:

Jörg Krieger wird zum 1. Dezember 2021 Geschäftsführer der duisport facility logistics GmbH (dfl). Er ist dort derzeit bereits Prokurist und folgt auf Bernd Gerullat, der zum 30. November aus dem Unternehmen ausscheidet. „Ich danke Bernd Gerullat außerordentlich für seine langjährigen Verdienste für die dfl und den Duisburger Hafen und wünsche ihm alles Gute und insbesondere Gesundheit in seinem wohlverdienten Ruhestand. Die gesamte duisport-Gruppe schätzt ihn nicht nur sehr für seine fachliche Expertise, sondern insbesondere als Mensch und Kollegen“, sagt Markus Bangen.

Michael Albers wird zum 1. Dezember 2021 weiterer Geschäftsführer der duisport rail GmbH (dpr). Er kommt neu von der Hector Rail GmbH zu duisport und übernimmt die Position von Prof. Thomas Schlipköther, Mitglied des duisport-Vorstands. „Mit Michael Albers ist es uns gelungen, einen anerkannten Fachmann aus der Bahnindustrie gewinnen zu können, um zusammen mit Hans-Georg Christiansen die duisport rail für die zukünftigen Herausforderungen des Marktes noch besser positionieren zu können. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm“, freut sich Prof. Thomas Schlipköther.

Matthias Palapys, Leiter Bau und Technik der Duisburger Hafen AG, verstärkt zum 1. Dezember 2021 als weiterer Geschäftsführer die duisport consult GmbH (dpc).

Die bereits Anfang des Jahres 2021 neu formierte Geschäftsleitung der duisport agency GmbH bleibt unverändert bestehen.

Verpackungslogistik:

Robert Beer wird mit sofortiger Wirkung Geschäftsführer der duisport packing logistics GmbH (dpl). Er war dort bisher bereits Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung und folgt auf Markus Bangen.

Jan-Malte Wöhrle, der bereits Geschäftsführer der dpl GmbH ist, wird zum 1. Januar 2022 zusätzlich Geschäftsführer der dpl Chemnitz GmbH sowie der dpl Weinzierl Verpackungen GmbH und der Holz Weinzierl Fertigungen GmbH & Co. KG in Sinzing und folgt in allen drei Gesellschaften auf Peter Trapp.

Bei der dpl Chemnitz GmbH rückt zum Jahreswechsel zusätzlich Andrea Bolick in die Geschäftsführung auf, die bisher bereits als Prokuristin der Gesellschaft tätig war. Martin Müller erhält Prokura.

Bei der Holz Weinzierl Fertigungen GmbH & Co. KG wird außerdem Gökan Mut zum 1. Januar 2022 weiterer Geschäftsführer, der nach seinem Einstieg in die duisport-Gruppe als Assistent des Vorstandsvorsitzenden im Jahr 2014 den Weg in der Verpackungslogistik eingeschlagen hat und bereits seit 2019 für die Gesellschaft in Sinzing als Prokurist tätig ist.

Daniel Conrad, Prokurist und Leiter Vertrieb der dpl GmbH, wird zum 1. Januar 2022 weiterer Geschäftsführer der BREEZE Industrial Packing GmbH in Hamburg. Er wird die operative und vertriebliche Verknüpfung weiter stärken und folgt auf Alexander Fuchs, der in den Finanzbereich des Konzerns wechselt.

„Gemeinsam mit unseren Mitgesellschaftern und Partnern Hans-Peter Weinzierl und Stefan Bergmüller sind wir überzeugt, dass wir mit diesen personellen Maßnahmen und Verknüpfungen die Voraussetzungen für eine deutlich bessere Zusammenarbeit der Einheiten im Bereich Verpackungslogistik schaffen und hier für die Zukunft sowohl im Segment ‚Verpackung & Industrielogistik‘ als auch im Segment ‚Systemverpackung‘ deutschlandweit schlagkräftig aufgestellt sind“, sagt Markus Bangen.

Kontraktlogistik:

Bereits seit dem 1. August 2021 ist Andreas Niklasch neuer Geschäftsführer der Bohnen Logistik GmbH & Co. KG und Reiner Bohnen Logistik GmbH, beides Tochtergesellschaften der Duisburger Hafen AG (duisport). Damit verstärkt er die Geschäftsführung neben Volker Grzybowski und Julian Schneider, der bereits seit dem 1. Juni 2021 als stellvertretender Geschäftsführer sowie Head of Sales & Customer Services das Management Board der Bohnen Logistik GmbH & Co. KG und Reiner Bohnen Logistik GmbH unterstützt.

Alle anderen bisherigen Geschäftsführer der verschiedenen Tochtergesellschaften von duisport bleiben in ihren Ämtern.

Quelle: duisport, Fotos: dws Werbeagentur GmbH




Hamburger Hafen mit gutem Ergebnis

Der Hamburger Hafen erreicht in den ersten neun Monaten des Jahres mit 95,8 Millionen Tonnen beim Seegüterumschlag ein Plus von 2,9 Prozent. Besonders stark entwickelte sich mit insgesamt 29,7 Millionen Tonnen der Massengutumschlag, der ein Plus von 6,1 Prozent erreichte. Der Stückgutumschlag verzeichnete mit insgesamt 66,1 Millionen Tonnen in den ersten drei Quartalen ein leichtes Plus von 1,6 Prozent. Auch beim Containerumschlag setzte sich der Aufwärtstrend fort. Es wurden insgesamt 6,5 Millionen TEU (20 Fuß-Standardcontainer) an den Hamburger Containerterminals über die Kaikante gehoben. Das entspricht einem Plus von 2,4 Prozent.


Mit der positiven Umschlagentwicklung konnte der Hamburger Hafen den letztjährigen Rückgang durch Corona noch nicht vollständig aufholen. Die Vorstände von Hafen Hamburg Marketing (HHM), Axel Mattern und Ingo Egloff freuen sich deshalb besonders darüber, dass die im Zu- und Ablaufverkehr des Hamburger Hafens auf der Schiene abgefertigten Containertransporte mit 2,1 Millionen TEU ein neues Rekordergebnis erreichten. „Das entspricht einem Plus von 8,3 Prozent“, hebt Egloff hervor. „Das dritte Quartal 2021 war für die Hamburger Hafenbahn in Bezug auf die transportierten Container mit 709.000 TEU sogar das bislang stärkste Quartalsergebnis in ihrer Geschichte“, ergänzt Mattern. Der Hamburger Hafen baut damit seine führende Position als Europas größter Eisenbahnhafen weiter aus.

Der Umschlag von containerisiertem Stückgut kam in den ersten drei Quartalen 2021 auf insgesamt 65,2 Millionen Tonnen. Das ist ein Plus von 1,5 Prozent. Der konventionelle Stückgutumschlag nahm mit 908.000 Tonnen (+5,2 Prozent) wieder deutlich zu. Im Segment Containerumschlag entwickelte sich der Export mit 3,2 Millionen TEU (+2,9 Prozent) stärker als der Import. In diesem Segment wurden 3,3 Millionen TEU (+1,9 Prozent) umgeschlagen. Das Wachstum beim Umschlag beladener Container, die zur Wertschöpfung im Hafen mehr beitragen als Leercontainer, fiel mit 3,2 Prozent (insgesamt 5,8 Millionen TEU) überdurchschnittlich stark aus. Beim Leercontainerumschlag gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 731.000 TEU erneut einen Rückgang von 3,2 Prozent zu verzeichnen.

Mattern weist darauf hin, dass unter den Hauptfahrtgebieten des Hamburger Hafens mit Ausnahme von Australien/Pazifik (-0,1 Prozent) die anderen Container-Fahrtgebiete Amerika (+6,7 Prozent), Asien (+1,4 Prozent), Afrika (+4,5 Prozent) und Europa (+1,6 Prozent) alle eine positive Umschlagentwicklung verzeichneten.

Für die Hamburg anlaufenden Liniendienste brachte die erste Freigabe der Fahrrinnenanpassung mehr Tiefgang und bessere Begegnungsmöglichkeiten auf der Elbe. Davon profitierten besonders die in großer Zahl Hamburg anlaufenden Containerschiffe. In den ersten drei Quartalen nahm die Anzahl von Megamax-Containerschiffen in Hamburg zu. Insgesamt 163 Anläufe dieser besonders großen Containerschiffe mit einer Stellplatzkapazität ab 18.000 TEU wurden in Hamburg abgefertigt. Das ist ein Plus von 19,9 Prozent. „Mit der Umsetzung der Fahrrinnenanpassung der Elbe bieten wir größeren Schiffen jetzt schon verbesserte Anlaufbedingungen. Mit der im Laufe des nächsten halben Jahres anstehenden finalen Freigabe werden wir dann gegenüber den Wettbewerbshäfen in eine deutlich bessere Position kommen“, sagt Egloff.

Das Wachstum beim Massengutumschlag ist in erster Linie auf die starke Entwicklung im Segment Greifergut zurückzuführen. Besonders die Importe von Erz und Kohle führten in diesem Bereich zu einem Umschlagergebnis von 16,3 Millionen Tonnen (+17,8 Prozent). Der Umschlag von Flüssigladung zeigte sich mit 8,7 Millionen Tonnen (+0,9 Prozent) stabil. Im Segment Sauggut blieb der Umschlag von Getreide und Ölfrüchten mit 4,7 Millionen Tonnen (-15,1 Prozent) unter dem starken Vorjahresergebnis.

Beim Containerumschlag der zehn wichtigsten Partnerländer im Containerumschlag des Hamburger Hafens verlief die Entwicklung unterschiedlich. Im seeseitigen Containerumschlag mit China, Hamburgs mit Abstand stärkstem Partnerland im Containerumschlag, konnte mit 1,9 Millionen TEU ein Plus von 6,4 Prozent erreicht werden. Die Umschlagmenge im Containerverkehr mit den USA, unverändert Hamburgs Nr. 2, blieb mit 459.000 TEU (+4,5 Prozent) sogar auf Jahresrekordkurs. Weitere Länder unter den Top 10 mit einer positiven Containerumschlagentwicklung waren in den ersten neun Monaten Schweden (+9,9 Prozent), Polen (+ 18,8 Prozent), Brasilien (+6,7 Prozent) und Dänemark (+4,5 Prozent). „Der bereits im ersten Halbjahr sichtbare Aufwärtstrend im seeseitigen Containerumschlag setzte sich auch im dritten Quartal fort“, sagt Mattern und weist darauf hin, dass auch die im Ranking folgenden Länder Indien (+21,3 Prozent), Kanada (+17,8 Prozent) und die Türkei (+7,8 Prozent) in den ersten neun Monaten ein deutliches Wachstum vorweisen.

Die weltweiten Transportketten werden auch für den Rest des Jahres volatil bleiben. „Verspätete Schiffsankünfte und damit verbundene Lieferverzögerungen belasten auch die Häfen. An der Schnittstelle Land-/Seetransport werden die Probleme der aus dem Takt gekommenen Lieferketten weiterhin sichtbar bleiben. Auch auf den Hamburger Terminals bleibt trotz 24/7 Service die Abfertigungslage weiter angespannt“, sagt Mattern. Egloff ergänzt: „Große Teile der Industrie leiden zum Teil bereits seit Jahresbeginn an Lieferengpässen. Das führt trotz voller Auftragsbücher zu einer gedrosselten Produktion.“

Das ifo Institut schätzt die bislang durch Lieferengpässe ausgelösten Wertschöpfungsverluste in der deutschen Industrie auf knapp 40 Milliarden Euro. Für das vierte Quartal 2021 rechnet das ifo Institut jetzt nur noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent statt bislang 1,3 Prozent. Nach Einschätzung der Marketingorganisation des Hamburger Hafens wird sich trotz der aktuellen Situation auch im vierten Quartal ein leichter Aufwärtstrend beim Seegüterumschlag fortsetzen. Ein Umschlagergebnis von rund 130 Millionen Tonnen und 8,7 Millionen TEU ist im Jahr 2021 für den Hamburger Hafen noch erreichbar.

Quelle: HHM, Foto: HHM / Hasenpusch Productions




Positive Entwicklung in den Bremischen Häfen

Die positive Umschlagsentwicklung in den Bremischen Häfen setzt sich auch im dritten Quartal 2021 fort. So wurden im September 2021 in den bremischen Häfen knapp 415.000 TEU umgeschlagen. Insgesamt lag der Containerumschlag in den neun Monaten dieses Jahrs bei 3,8 Millionen TEU. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht das einem Umschlagplus von 10,2 Prozent.

Der Gesamtumschlag über die Kajen in Bremen und Bremerhaven lag bis Ende September bei 52 Millionen Tonnen und damit 7,5 Prozent über dem des Vorjahres. Der Umschlag setzt sich aus 45 Millionen Tonnen Stückgut und 7 Millionen Tonnen Massengut zusammen. Auch beim Umschlag von Fahrzeugen gab es ein Plus von 10,3 Prozent. Insgesamt sind in den ersten drei Quartalen 1,3 Millionen Autos über Bremerhaven transportiert worden.

„Es ist erfreulich, dass es in den Häfen weiter aufwärts geht“, so die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling. „Angesichts der erheblichen weltweiten Probleme in den Lieferketten, können wir hieraus noch keinen belastbaren Trend ableiten. Wir müssen weiter intensiv daran arbeiten, die Konkurrenzfähigkeit unserer Häfen zu verbessern.“

Quelle und Foto: bremenports GmbH & Co. KG