Weniger Schäden, aber neue Gefahren

Totalschäden in der weltweiten Schifffahrt waren laut der “Safety & Shipping Review 2018” der Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) im Jahr 2017 rückläufig und sind auch innerhalb der letzten zehn Jahre um mehr als ein Drittel (38 Prozent) zurückgegangen.

Allerdings unterstreichen aktuelle Vorfälle wie die Kollision des Öltankers „Sanchi“ oder die NotPetya-Attacke auf die weltweite Hafenlogistik, dass die Schifffahrtsbranche trotz des positiven Sicherheitstrends mit neuen Risiken konfrontiert ist.

2017 wurden insgesamt 94 Totalverluste von Schiffen über 100 Bruttotonnen gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von vier Prozent im Vorjahresvergleich (98) und ist die zweitniedrigste Zahl in den letzten zehn Jahren nach 2014. Unwetter, wie Taifune in Asien und Hurrikanes in den USA, waren allein für den Verlust von über 20 Schiffen verantwortlich.

„Der langfristige Abwärtstrend bei den Totalverlusten setzt sich fort. Verbesserungen im Schiffsdesign sowie die positiven Folgen von Sicherheitsvorschriften und Risikomanagement an Bord führten zuletzt zu vergleichsweise moderaten Versicherungsschäden“, so Volker Dierks, der bei AGCS Zentral- und Osteuropa für die Schiffsversicherung verantwortlich ist. Für die Zukunft erwartet er eine Verlagerung der Schadenursachen: „Die Zahl eher technisch bedingter Schäden durch Cyberereignisse oder technische Defekte wird im Vergleich zu den traditionellen Verlusten durch Kollisionen steigen.“

Zudem sind diverse neue Risiken zu beobachten. So stellen große Containerschiffe, die mittlerweile länger sind als das Empire State Building hoch, ein Problem hinsichtlich Brandeindämmung und Bergung dar. Der Klimawandel bringt neue Routenrisiken durch die sich schnell wandelnden Bedingungen in den Gewässern der Arktis und des Nordatlantik  mit sich. Während sich auch die Schifffahrt um Emissionssenkung bemüht, bergen klimafreundliche Antriebe und Treibstoffe zugleich neue technische Risiken und die Gefahr von Maschinenschäden. Die Vorteile aus Automatisierung und digitaler Vernetzung gilt es gegenüber neuen Risiken wie Cybervorfällen abzuwägen: Der NotPetya-Cyberangriff führte zu Frachtverzögerungen und Staus an fast 80 Häfen weltweit.

Fast ein Drittel der Schifffahrtsverluste (30) im Jahre 2017 ereignete sich in den Gewässern um Südchina, Indochina, Indonesien und den Philippinen; dies entspricht einer Steigerung um 25 Prozent im Jahresvergleich – vor allem  getrieben durch Schäden in Vietnam. Manche Branchenexperten sprechen von einem „neuen Bermudadreieck“. Die meisten Totalverluste ereigneten sich in Folge von Unwettern, gefolgt von hohem Verkehrsaufkommen und geringeren Sicherheitsstandards auf einigen Inlandsrouten. Das östliche Mittelmeer und die Schwarzmeerregion sind das zweitgrößte Gefahrengebiet (17), gefolgt von den Britischen Inseln (8). Schiffsunfälle rund um den arktischen Polarkreis nahmen um 29 Prozent zu, oft waren sie auf Maschinenschäden zurückzuführen.

Frachtschiffe (53) verbuchten 2017 mehr als die Hälfte aller Schiffsverluste weltweit. Die Zahl der Verluste bei Fischerei- und Passagierfahrzeugen ging im Vorjahresvergleich zurück. Die häufigste Ursache weltweiter Verluste bleibt Schiffsuntergang mit 61 Fällen im Jahre 2017. Havarierte oder gestrandete Schiffe kommen an zweiter Stelle (13), gefolgt von Maschinenschaden/-ausfall (8). Die Analyse zeigt weiter, dass Freitag der gefährlichste Tag zu See ist – 175 der 1.129 gemeldeten Totalverluste fielen in der letzten Dekade auf diesen Tag. An einem Freitag, den 13., sanken in den letzten zehn Jahren sogar drei Schiffe, darunter 2012 auch die Costa Concordia, die als größter Schifffahrtsversicherungsschaden aller Zeiten gilt.

Trotz jahrzehntelanger Verbesserungen bei der Sicherheit gibt es im Schifffahrtssektor keinen Anlass zur Selbstgefälligkeit. Verhängnisvolle Unfälle wie die Kollision des Öltankers „Sanchi“ im Januar 2018 und der Schaden von El Faro in Zusammenhang mit dem Hurrikan Joaquin Ende 2016 gibt es immer wieder, und nicht selten ist menschliches Versagen im Spiel. Auch gehen 75 Prozent der von der AGCS untersuchten 15.000 Haftpflichtversicherungsschäden in der Schifffahrt, die Kosten von 1,6 Mrd. USD verursachten, gehen auf menschliches Versagen zurück.[1]

„Menschliches Versagen ist nach wie vor eine der Hauptursachen für Unfälle“, sagt Kapitän Rahul Khanna, Global Head of Marine Risk Consulting bei der AGCS. „Unzureichende landseitige Unterstützung und Wettbewerbsdruck spielen eine wesentliche Rolle bei der Gefahrenlage in der Seefahrt. Straffe Zeitpläne können sich ungünstig auf die Sicherheitskultur und die Entscheidungen an Bord auswirken.“

Eine bessere Datennutzung und -analyse könnten hier Abhilfe schaffen. Die Schifffahrtsbranche erzeugt jede Menge Daten, könne sie aber noch besser ausschöpfen und Erkenntnisse und Warnungen in Echtzeit umsetzen, so Khanna. „Mit der Analyse von Daten rund um die Uhr können wir neue Einblicke in das Verhalten der Besatzung und Beinahe-Unfälle gewinnen, aus denen sich dann Trends ableiten lassen. Der Schifffahrtssektor hat aus Schäden in der Vergangenheit gelernt, aber prädiktive Analyse könnte künftig darüber entscheiden, ob eine Seefahrt sicher verläuft oder in einer Katastrophe endet.“

Cyberereignisse – wie im Falle der weltweit eingesetzten NotPetya-Schadsoftware – haben die Schifffahrtsbranche wachgerüttelt. Viele Schiffsbetreiber wähnten sich bisher in Sicherheit. „Mit der Zunahme der Technologie an Bord steigen auch die potenziellen Risiken“, erklärt Khanna. Neue Bestimmungen der Europäischen Union wie die Richtlinie für Netz- und Informationssicherheit (NIS) verlangen, dass große Häfen und Seeverkehrsdienste jegliche Cyberereignisse  melden, und sehen auch Geldstrafen bei Verstößen vor. Khanna: „Die momentan unzureichende Meldung von Ereignissen verschleiert die Realität, die neue NIS-Richtlinie wird das wahre Ausmaß der Cyberrisiken in der Schifffahrt offenlegen.“

Die AGCS Safety & Shipping Review thematisiert zahlreiche weitere Risiken für die Schifffahrt:

– Bekämpfung des Brandrisikos bei Containerschiffen wird fortgesetzt: Die Containertransportkapazität ist in 50 Jahren um fast 1.500 Prozent gestiegen. Die heutigen „Mega-Schiffe“ schaffen neue Risiken – so kam es in den letzten Jahren zu etlichen Schiffsbränden auf hoher See. Die Kapazitäten zur Brandbekämpfung haben mit den steigenden Schiffsgrößen nicht unbedingt Schritt gehalten.

– Klimawandel führt zu neuen Gefahren bei den Transportrouten: Der Klimawandel wirkt sich auf Schifffahrtsrouten aus: In manchen Gebieten werden durch die Erwärmung neue Handelsrouten eröffnet, während das Vereisungsrisiko andernorts steigt. Über 1.000 Eisberge drifteten im vergangenen Jahr zu den Schifffahrtswegen im Nordatlantik ab[2]  und sorgten so für potenzielle Kollisionsgefahren. Frachtvolumina auf der Nordseeroute erreichten 2017 ein Rekordhoch.

–  Emissionsvorschriften schaffen Probleme: Schätzungen zufolge ist das Emissionsniveau in der Schifffahrt so hoch wie das  der deutschen Industrie. Die Branche hat sich zum Ziel gesetzt, alle Emissionen langfristig um 50 Prozent zu senken, parallel zu den bestehenden Zusagen, den Schwefeldioxidausstoß bis 2020 zu reduzieren. Die dazu eingesetzten technischen Lösungen schaffen jedoch wieder eigene Gefahren wie z. B. bei den Motoren, der Lagerung von Biotreibstoffen sowie mangelnder Schulung der Crews.

– Autonome Schifffahrt und Drohnen: Rechtliche und (Cyber-)Sicherheitsfragen beschränken einstweilig die Wahrscheinlichkeit des breiten Einsatzes von Schiffen ohne Besatzung. Denn die Gefahr menschlichen Versagens wird auch durch Entscheidungsalgorithmen und Überwachungsstützpunkte auf dem Festland weiter bestehen. Drohnen und kleine Unterseeboote können einen erheblichen Beitrag zur Sicherheit in der Seefahrt und zum Risikomanagement leisten. Denkbar ist ihr Einsatz bei der Bewertung von Umweltverschmutzungen, Inspektionen von Ladetanks, der Überwachung von Piraterie und oder der Beurteilung des Zustands eines Schiffkörpers im Falle einer Grundberührung.

Quelle und Grafik: Allianz Global Corporate & Specialty



Wo das Image der Logistik noch in Ordnung ist

Zum ersten Mal wurde in Hamburg bereits den Vorschülern die Bedeutung der Logistik und die dahinterliegenden Berufsbilder auf eine einfache aber beeindruckende Art zu vermitteln.

Die Maßnahme der Logistik-Initiative Hamburg (LIHH) hat sehr viel Zuspruch erhalten und wird nun als nachhaltiges, regelmäßig stattfindendes Angebot unter dem Namen LOGISTIKDETEKTIVE ins LIHH-Portfolio aufgenommen. Knapp 20 Vorschülern haben das BUDNI – Logistikzentrum in Hamburg erkundet und alle Abläufe unter die Lupe genommen. Dabei durften die Kinder in die Rollen der Mitarbeiter schlüpfen und ausprobieren, welche Tätigkeiten im Warenlager anfallen. Das Highlight jedoch war einstimmig das Erkunden des LKWs – fast jedes Kind wollte am Ende des Tages einmal selbst einen LKW steuern, wenn es groß wird. Ergänzt wurde die Aktion mit der Einweisung in den toten Winkel, um eben auch den Kleinsten eine Vorstellung und Erfahrung von Gefahren im Verkehr zu veranschaulichen. Bleibende Eindrücken nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Erziehern.

„Wenn ich einmal groß bin, möchte ich Berufskraftfahrer werden!“ Wer Kinder hat, vor allem Jungs, der hat diese Aussage bestimmt mindestens einmal gehört. Beindruckt von den großen Autos werden Kinderaugen mindestens genau so groß, wenn ein großer Brummi an der Straße an ihnen vorbeifährt. Und dann kommt irgendwann der Moment, wo kaum ein junger Mensch mehr ausgerechnet diesen Beruf erlernen möchte – obwohl die meisten dieser Jugendlichen kein einziges Mal in Ihrem Leben einen LKW von innen gesehen haben. Schuld an allem ist zumeist das schlechte Image – denn kaum ein Elternteil würde seinem Kind eben zu diesem Beruf raten. Und genau hier setzt die neue Maßnahme der Logistik-Initiative Hamburg an. Bei den Kleinsten, die bereits schon viel verstehen und weitererzählen, aber sich ihre eigene Wahrnehmung nicht nehmen lassen und unvoreingenommen Sachen gut oder schlecht finden.

Fast alle Kinder aus der Vorschulgruppe der KITA St. Paulus fanden aber auch andere Berufe in der Logistik gut. Neben dem spannenden LKW war auch die Begeisterung für den hohen Technifizierungsgrad der Logistikanlage zu spüren. Wie kleine Detektive durften die Gruppe alle relevanten Abläufe unter die Lupe nehmen und den Weg der ihnen aus den Alltag bekannten Produkte erkunden. Dass nicht alles mit der Hand gemacht wird, dass die Roboter von alleine fahren, dass alle Sachen die man aus dem täglichen Einkauf kennt, hier erstmal ankommen und dann verteilt werden – in der ganzen Stadt. Dies und viel mehr waren neue und erste Eindrücke für die Kinder. Dank der Logistikleitung des BUDNI-Logistikzentrums in Hamburg-Allermöhe durften die Kinder auch selbst die Bestellungen der Filialen mit vorbereiten. Alle wollten mitmachen und keiner wollte aufhören. Da strahlten auch die Augen von Michael Quitmann, dem stellv. Logistikleiter. „So viel Begeisterung und helfende Hände würde ich mir jeden Tag wünschen, aber im Zuge des Fachkräftemangels wird es immer schwieriger, junge Menschen für die so wichtigen Berufe in der Logistik zu begeistern. Diese Begeisterungen müssten wir irgendwie bis später bei den Kindern erhalten“, so Quitmann

„Bilder im Kopf „umzuparken“ ist wesentlich aufwendiger und nicht immer erfolgreich. Umso wichtiger ist es aus unserer Sicht bereits bei den Kleinsten, die noch die unbefangene Begeisterung unser Branche gegenüber zeigen, mit positiven Erlebnissen und Erfahrungen zu bestätigen. Kinder wollen die Welt entdecken – warum nicht auch unsere Logistikwelt,“ erzählt Anna Schönal Projektmanager Personal und Qualifizierung bei der LIHH.

Ergänzt wurde die Veranstaltung mit der Darstellung es toten Winkels am LKW. Alle Kinder durften den Selbsttest machen, dass LKW-Fahrer in der Tat nicht alles sehen kann. Auch hier zeigen die Kinder hohe Einsicht und lernten im Straßenverkehr sich sicher zu bewegen. Unterstützt wurde dieser Teil von den Beauftragen des Verbandes Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e. V. und der SVG-Hamburg Straßenverkehrsgenossenschaft eG.

Quelle und Foto: Logistik-Initiative Hamburg Management GmbH, neben der Erforschung der Berufsbilder wird den Kindern auch die Gefahr des toten Winkels veranschaulicht




Hamburg stärkt Position auf der Seidenstraße

China ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner des Hamburger Hafens. Von insgesamt 8,8 Millionen TEU die 2017 umgeschlagen wurden, sind allein 2,6 Millionen TEU dem Chinahandel zuzuschreiben.

Bahnverkehre spielen in den Handelsbeziehungen eine immer wichtigere Rolle, vor allem durch die neue Seidenstraße. Die Provinz Henan hebt sich durch seine Rolle als wichtiger chinesischer Bahn-Hub und vor allem als einer der wichtigsten Bahn-Hubs auf der neuen Seidenstraße hervor. Aus der Provinz werden über das Bahnterminal in Zhengzhou Züge nach ganz China weiterverteilt.

Vor diesem Hintergrund lud das China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT) of Henan am Freitag, den 13. Juli 2018, ins Hotel Hafen Hamburg zum Seminar “Henan & Hamburg – Business Opportunities along the Silk Road” ein.

Mit rund 110 Teilnehmern war das Seminar, dem eine hochrangige Delegation rund um den Parteisekretär Wang Guosheng beiwohnte, gut besucht. In seiner Eröffnungsrede betonte der Parteisekretär die Wichtigkeit und positive Entwicklung der Beziehungen zwischen der Provinz Henan und Hamburg. Hamburg ist für die Region der wichtigste europäische Knotenpunkt, unter anderem durch seine hervorragende Hinterlandanbindung.

Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel hob ebenfalls die enge Kooperation der Hansestadt mit der chinesischen Provinz hervor und betonte die vielen Gemeinsamkeiten, wie die Innovativität im Hinblick auf die Weiterentwicklung von Logistikketten. Diese Gemeinsamkeiten böten enorme Potentiale bei einer engeren Zusammenarbeit, über die sich der Hamburger Senat sehr freue.

Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing e.V., betonte in seiner Rede: „Die vielen Liniendienste zwischen Hamburg und China zeigen die wichtige Bedeutung für Hamburg und Europa. Außerdem ist der Hamburger Hafen mit zwei Repräsentanzen in China vertreten, die die Kunden des Hamburger Hafens direkt vor Ort betreuen. Mehr als 500 chinesische Unternehmen sind in Hamburg angesiedelt und viele deutsche Unternehmen haben Büros und Produktionsstätten in China. Die ‚Belt and Road Initiative‘ hat die Entwicklung der Handelsbeziehungen positiv gefördert. Der Hafen Hamburg wird seine Position als wichtiger Knotenpunkt und Verbindungsglied zwischen Europa und China auf der Seidenstraße weiterhin stärken. Klar ist, dass Henan und Hamburg nicht nur im Handel Möglichkeiten zum Austausch haben, sondern auch bei Innovation und Forschung.“

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellten sich mehrere Unternehmen aus Hamburg und Henan vor. Darunter Hamburg Invest, die chinesischen Unternehmen unter anderem Unterstützung bei der Ansiedlung in Hamburg anbieten. Die vielen Vertreter aus Politik und Wirtschaft nutzten die Vorträge und das anschließende Networking optimal, um neue Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen.

Hafen Hamburg Marketing e.V. unterstütze die Organisation und Durchführung der Veranstaltung.

Quelle: HHM, Foto: HHM/Catharina Pape, Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V., bei seiner Rede auf dem Hamburg & Henan Economic Seminar




Hafen veröffentlicht Positionspapier

Der Rotterdamer Hafen hat sich zum Ziel gesetzt, international eine Vorreiterrolle bei der Dekarbonisierung des Seeverkehrs zu übernehmen und ist bestrebt, die Effizienz der Hafendienstleistungen zu verbessern und die nachhaltige Seeschifffahrt durch die Förderung der vielversprechendsten digitalen Innovationen zu fördern.

Daher engagieren wir uns dafür, parallel zur Beseitigung von Engpässen bei der Infrastruktur, Transportströme nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Der Rotterdamer Hafen begrüßt den Vorschlag der Europäischen Kommission für die Connecting Europe Facility II (CEF II) für den Zeitraum 2021-2027.

Der Rotterdamer Hafen ist über den Budget-Vorschlag in Höhe von € 42,3 Milliarden sehr erfreut. Die Synergie zwischen Transport, Energie und digitaler Infrastruktur wird, zur Beschleunigung der Dekarbonisierung und Digitalisierung der EU-Wirtschaft, von uns stark unterstützt. Wir bekräftigen das CEF II-Ziel, die Klimaziele der EU zu verfolgen, möchten jedoch betonen, dass dies nicht zu Lasten der Hauptziele von CEF II gehen darf – als da sind: Förderung von Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Infrastrukturinvestitionen – im ohnehin bescheidenen Haushalt. Häfen sind strategische Vermögenswerte zur Förderung der Hauptziele, erhielten jedoch im Zeitraum 2014-2017 nur 4 % der verfügbaren EU-Mittel. Wir möchten auf der von ESPO durchgeführten Studie mit dem Titel „Der Infrastruktur-Investitionsbedarf und die finanzielle Herausforderung der europäischen Häfen“, indem wir die nachfolgend genannten Vorbehalte im Hinblick auf den CEF II-Vorschlag hinweisen.

  1. Wahrung eines 60-40-Verhältnisses beim vorgeschlagenen Transport-Budget
  2. Deutlichkeit im Hinblick auf die duale Nutzung von zivilen und militärischen Transportprojekten
  3. Weiter gefasste Definition des Begriffs „grenzüberschreitende Dimension“
  4. Vereinfachte und deutlichere Verfahren zu Erhalt und Ausweitung des Status eines „Project of Common Interest (PCI)
  5. Sorgfältige Anwendung der „use it or lose it“-Politik

Hier gibt es Positionspapier zum Thema Connection Europe Facility II.

Quelle und Grafik: Port of Rotterdam




16-Jährige wird Feuerwehrchefin

Pünktlich zu Beginn der Sommerferien hat ChemCologne die Gewinner der Aktion „Meine Position ist spitze!“ verkündet: Maren Jung, 16-jährige Realschülerin der Theodor-Heuss-Realschule Leverkusen, übernimmt am 25. Juli für einen Tag die Leitung der Werkfeuerwehr im Chempark Krefeld-Uerdingen. Sie löst an diesem Tag Lutz Bartelniewöhner ab.

Bartelniewöhner freut sich über diesen ungewöhnlichen Wechsel: „Nachwuchsförderung ist für uns sehr wichtig! Und diese Aktion ist wie geschaffen dafür, dem Nachwuchs die eigenen Aufgaben vorzustellen.“

Hinter dem außerordentlichen Berufseinblick steht die Aktion „Meine Position ist spitze!“, die in diesem Jahr bereits das vierte Mal unter der Federführung von ChemCologne, dem Netzwerk der chemischen Industrie im Rheinland, umgesetzt wird. Neben Currenta beteiligen sich von Mitte Juli bis Anfang November die Mitgliedsunternehmen AkzoNobel, Evonik, InfraServ Knapsack, Lanxess, die Rhein-Erft-Akademie und Shell.

Der Chempark-Manager und -Betreiber Currenta bietet neben der Stelle des Werkfeuerwehrleisters in Krefeld-Uerdingen noch den Job als Leiter der Sonderabfallverbrennung in Leverkusen und die Leitung der Berufsausbildung in Dormagen an. Bis Mitte Juni konnten sich Schülerinnen und Schüler ab dem 16. Lebensjahr auf die unterschiedlichen Positionen bewerben.

Folgende Kandidatinnen und Kandidaten wurden ausgewählt:

  • Natalya-Maria Chetverova aus Köln, Leiterin Forschung und Entwicklung bei Evonik am 18. Juli 2018
  • Maren Jung aus Leverkusen, Leiterin Werkfeuerwehr bei Currenta am 25. Juli 2018
  • Sally Lin aus Köln, Leiterin Sonderabfallverbrennungsanlage bei Currenta am 26. Juli 2018
  • Tibor Warschun aus Aachen, Leiter Online-Analytik und Labor bei der Shell Rheinland Raffinerie am 1. August 2018
  • Liv Marit Frey aus Köln, Globale Leiterin Kunststoffadditive bei LANXESS in Köln/Leverkusen am 7. August 2018
  • Gala Gottschalg aus Düsseldorf, Werkleiterin bei AkzoNobel am 22. Juli 2018
  • Jonas Boos aus Straelen, Geschäftsführer bei Rhein-Erft-Akademie am 27. August 2018
  • Matthias Schmickler aus Bergisch-Gladbach, Leiter Berufsausbildung bei Currenta am 26. Juli 2018
  • Niklas Lambert aus Dormagen, Leiter Prozess- und Verfahrenstechnik bei InfraServ Knapsack am 18. Oktober 2018

Quelle und Foto: ChemCologne




Schulterschluss für LNG-Terminal in Brunsbüttel

Staatssekretär Dr. Rohlfs besucht Brunsbüttel Ports und informiert sich mit weiteren Vertretern aus Politik und Verwaltung über die aktuellen Entwicklungen des Unternehmens und des Industrie- und Hafenstandortes Brunsbüttel. 

Dr. Thilo Rohlfs, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, besuchte im Rahmen seiner Sommertour die Brunsbüttel Ports GmbH. Begleitet wurde der Staatssekretär von OIiver Kumbartzky (Mitglied des Landtages und der Ratsversammlung Brunsbüttel), Stefan Mohrdieck (Landrat des Kreises Dithmarschen), Veronika Kolb (Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses des Kreises Dithmarschen) und Peter Hollmann (amtierender Bürgermeister der Stadt Brunsbüttel), um sich über die aktuellen Entwicklungen bei der Brunsbüttel Ports GmbH und am Industrie- und Hafenstandort Brunsbüttel auszutauschen.

Vorgestellt wurden unter anderem die Aktivitäten der Brunsbüttel Ports GmbH beziehungsweise der SCHRAMM group in den Regionen Schleswig-Holstein, Hamburg und Schweden, die enge Zusammenarbeit mit Hamburg sowie der dringend benötigte Ausbau der Hafenhinterlandanbindungen, hier unter anderem  der zweigleisige Ausbau sowie die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Brunsbüttel und Wilster/Itzehoe.

Ein weiteres wichtiges Thema der Sitzung waren außerdem die umfangreichen Wertschöpfungseffekte, die sich bei der geplanten Errichtung eines LNG Import- und Small Scale Terminals am Standort Brunsbüttel für die gesamte Region entwickeln könnten. Neben den direkten Effekten wie den Investitionen und der Schaffung neuer direkter Arbeitsplätze, würde ein LNG-Terminal insbesondere auch indirekte Effekte erzielen. So könnten insbesondere energieintensive Unternehmen neue Arbeitsplätze schaffen, denn diese wählen ihre Produktionsstandorte vor allem entsprechend der Verfügbarkeit und Lieferzuverlässigkeit von Energie aus. Ein LNG Terminal würde als entscheidender Standortfaktor und Hebel Neuansiedlungen generieren.

Außerdem würden gegenseitige Synergieeffekte zwischen bereits angesiedelten Unternehmen im ChemCoast Park Brunsbüttel und dem LNG-Importterminal entstehen, die zur langfristigen Sicherung und ggf. dem Ausbau von Produktion und Arbeitsplätzen vor Ort beitragen würden.

Ein LNG-Terminal hätte auch einen erheblichen positiven Einfluss auf regionale Zuliefer- und Dienstleistungsunternehmen. Insbesondere die Bauphase würde viele Auftragsoptionen für kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region bieten können.

Die Vertreter von Land, Kreis und Stadt sehen große Chancen in der Errichtung eines LNG Terminals und sind sich einig, dass die German LNG Terminal GmbH auch weiterhin die Unterstützung erhalten muss, die sie benötigt, um das erste deutsche LNG Import- und Small Scale Terminal in Brunsbüttel zu realisieren.

Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH, freut sich über den politischen Besuch: „Um die großen Potenziale, die LNG für die Region bietet, in Chancen umwandeln und nutzen zu können, ist politische Unterstützung zwingend erforderlich. Der Besuch von Staatssekretär Dr. Rohlfs und den Vertretern von Stadt, Kreis- und Landtag ist ein wichtiges politisches Signal für die Region und das LNG-Projekt.“

Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs betonte: „In Brunsbüttel schlägt das industrielle Herz Schleswig-Holsteins. Deshalb ist es mir wichtig, stets einen kurzen Draht mit der Region zu halten, damit wir genau wissen, wo der Schuh drückt und wo wir unterstützen können. Die Energiewirtschaft ist eines der zentralen Kompetenzfelder der Westküste und das LNG-Terminal ein wichtiger Baustein für die Energieversorgung der Zukunft – da brauchen wir den engen Schulterschluss mit den Akteuren vor Ort.“

Die Planungen für das LNG-Terminal werden durch die German LNG Terminal GmbH weiter intensiv vorangetrieben. Schnabel erläutert abschließend: „Der für mich ersichtliche Ressourceneinsatz, sowohl personell als auch finanziell, von Seiten des Terminalbetreibers unterstreicht meines Erachtens die Ernsthaftigkeit des Investorenkonsortiums für ein LNG-Terminal in Brunsbüttel.“

Quelle und Foto: Brunsbüttel Ports GmbH, v.l.n.r.: Oliver Kumbartzky, Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs, Peter Hollmann, Veronika Kolb, Frank Schnabel und Stefan Mohrdieck




Mitarbeiter informiert mit eigener App

Die Ludwig Meyer GmbH & Co. KG nutzt für ihre Kommunikation jetzt die öffentlich zugängliche LM-Aktuell-App. Die Anwendung ersetzt dabei das firmeneigene Mitarbeitermagazin und bietet den Angestellten neben regelmäßigen News über das Unternehmen noch weitere Funktionen.

Mit der eigenen Smartphone-Software stärkt das Familienunternehmen zudem sein Profil als moderner Arbeitgeber.

Die LM-Aktuell-App ist kostenlos in den App-Stores von Apple und Google erhältlich und wurde seit ihrer Veröffentlichung plattformübergreifend bereits rund 500 Mal heruntergeladen. Sie ersetzt die bisherige Mitarbeiterzeitung, die ebenfalls den Namen LM-Aktuell trug und seit Juni 2006 in regelmäßigen Abständen erschien. „In der Logistik lässt sich die Digitalisierung nicht mehr aufhalten und sowohl Meyer Logistik als auch unser Schwesterunternehmen Meyer QSL setzen umfangreiche Software-Lösungen ein“, erklärt Geschäftsführer Markus Bappert. „Außerdem verfügen nahezu alle unsere Mitarbeiter über Smartphones – da erschien uns eine klassische gedruckte Mitarbeiterzeitung einfach nicht mehr zeitgemäß“, fügt er hinzu. Mit der App geht das Unternehmen insbesondere auf die Bedürfnisse seiner rund 1.200 Lkw-Fahrer ein, die sich über das Online-Magazin deutlich einfacher und praktischer informieren können.

Über die News-App versorgt der Frischelogistiker aus Hessen nicht nur seine Mitarbeiter, sondern auch Logistik-Interessierte regelmäßig mit aktuellen Neuigkeiten aus dem mittelständischen Unternehmen. Gleichzeitig bietet die Software einen einfachen Weg, Unternehmensangehörige über interne Ereignisse zu informieren: einen passwort-geschützten nicht-öffentlichen Bereich, der ausschließlich Mitarbeitern von Meyer Logistik und Meyer QSL vorbehalten ist. Hier finden Nutzer wichtige Ankündigungen der Geschäftsleitung und werden über Termine von Schulungen und Fahrertrainings informiert. Über den Button „Meine Story“ können Mitarbeiter außerdem direkt die Redaktion kontaktieren und ihr beispielsweise Erfahrungsberichte, Fotos oder ähnliches für eine Veröffentlichung in der App zukommen lassen. Die Entwicklung zusätzlicher Funktionen ist bereits geplant. „Im Digitalzeitalter ist eine transparente Kommunikation mit den eigenen Mitarbeitern unerlässlich“, betont Markus Bappert. Dafür genügten dem Unternehmen die bisher eingesetzten Mittel nicht mehr. „Umso glücklicher sind wir nun über die LM-Aktuell-App, die uns und unseren Mitarbeitern einen neuen und vor allem unkomplizierten Weg zum Austausch miteinander bietet“, erklärt Markus Bappert begeistert.

Quelle und Foto: Ludwig Meyer GmbH & Co. KG




Binnenhäfen gegen den Verkehrsinfarkt

Unter der Schirmherrschaft von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst fand nun der erste Hafentag in Emmerich am Rhein statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Hafenkooperation „DeltaPort Niederrheinhäfen Orsoy – Voerde – Wesel – Emmerich“. Thema des Hafentages war die Bedeutung der Binnenhäfen in Zeiten des „Verkehrs-infarktes“.

Marode Straßen, gesperrte Brücken und täglich kilometerlange Staus. In keinem anderen Bundesland ist die Verkehrslage so angespannt wie in Nordrhein-Westfalen. Was für die Pendler nervenaufreibend ist, kann für die Wirtschaft erhebliche Folgen haben, wenn Waren nicht rechtzeitig an ihren Bestimmungsort gelangen. „Binnenhäfen können helfen den Verkehrsinfarkt abzumildern. Alle notwendigen Elemente sind vorhanden, um Großteile des Güterverkehrs von der Straße auf das Wasser zu verlagern“, führte DeltaPort Niederrheinhäfen-Geschäftsführer Andreas Stolte in seiner Begrüßung aus. Nur das Bewusstsein fehlt zum Teil noch. „Wir müssen Überzeugungsarbeit bei allen Ladungsbeteiligten leisten. Alle Ampeln für eine Verkehrsverlagerung müssen auf Grün gestellt werden.“

Dem konnte Verkehrsminister Hendrik Wüst nur beipflichten: „Das Bewusstsein der Menschen ist heute da, dass Verkehrsprojekte, die zur Entlastung der Straßen dienen, vorangetrieben werden müssen.“ Gerade bei der Binnenschifffahrt gäbe es, so Wüst, noch Luft nach oben. „Deshalb kann ich Sie zum Zusammenschluss nur beglückwünschen. Danke, dass Sie diesen Schritt gemacht haben“, so der Verkehrsminister.

Wüst selbst hat für den Verkehrsträger „Wasserstraßen“ im Haushaltsausschuss „Klinken geputzt.“ Mit Erfolg: Neben 30 neuen, bundesweiten Stellen in der Wasserstraßenschifffahrtsverwaltung konnte er für Nordrhein-Westfalen 15 Stellen „on top“ herausschlagen. „Ich freue mich, dass Sie die Initiative zur Stärkung des Hafenlogistikstandorts am Niederrhein vorantreiben. Wir unterstützen die Belange der Binnenschifffahrt gerne“, sagte Hendrik Wüst.

Die eingeladenen Referenten beleuchteten vor dem 130-köpfigen Fachpublikum ebenfalls die Rolle der Binnenhäfen und stellten die Vorteile des kombinierten Verkehrs dar. Jürgen Albersmann von der Contargo GmbH & Co.KG, Betreiberin von 24 Terminals an der Rheinschiene, verdeutlichte an einem Praxisbeispiel, wie viel Kohlenstoffdioxid (CO2) sich beim Gütertransport mit einem Binnenschiff einsparen lässt „Beim Gütertransport von unserem Terminal in Karlsruhe nach Rotterdam fallen per LKW 505 Kilogramm CO2 an. Legt man nur die 60 Kilometer vom Kunden bis zum Terminal per LKW zurück und steigt dann auf das Binnen-schiff um, spart man 334 Kilogramm CO2.“

„Wir sind prädestiniert die Straßen und die Umwelt zu entlasten“, sagten auch Sanne Maris vom Port of Rotterdam und Dr. Dieter Lindenblatt vom Port of Antwerp. Beide Seehäfen sehen sich mit enormen Gütermengen konfrontiert, die zum Teil nicht immer zeitnah umgeschlagen werden können. „Wir benötigen Hinterland-Hubs wie die Niederrheinhäfen. Durch unsere Zusammenarbeit können wir den Gütertransport optimieren und die Straßen entlasten.“

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion, an der auch die Bundestagsabgeordneten aus den Kreisen Kleve und Wesel, Stefan Rouenhoff (CDU) und Bernd Reuther (FDP), teilnahmen, ging es um die politischen Rahmenbedingungen. „Es liegt nicht am Geld, das ist da. Es liegt an der Umsetzung“, stellte Rouenhoff fest. „Als ich Mitte der 90er Jahre in die Politik gegangen bin, haben wir schon über die Betuwe-Linie gesprochen, heute reden wir immer noch darüber. Ich hoffe, dass das geplante Planungsbeschleunigungsgesetz hier Abhilfe schaffen wird.“ Auf das Gesetz baut auch Bernd Reuther ebenso wie auf den Masterplan „Binnenschifffahrt“, der derzeit vom Bundesverkehrsministerium erarbeitet wird. „Wir müssen an allen Verkehrsträgern arbeiten – aber an der Binnenschifffahrt im Besonderen. Ihr ist in der Vergangenheit seitens der Politik zu wenig Bedeutung beigemessen worden“, so Reuther.

Quelle und Foto: DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH, Erster Hafentag der DeltaPort Niederrheinhäfen in Emmerich (v. l.): Bürgermeister Peter Hinze (Emmerich), Andreas Stolte (DeltaPort Niederrheinhäfen), Udo Jessner (Port Emmerich/DeltaPort Niederrheinhäfen), NRW-Verkehrsminister Hendrick Wüst und Christian Kleinenhammann (NIAG/DeltaPort Niederrheinhäfen)

 




Containerumschlag bleibt auf Rekordniveau

Der Containerumschlag der Duisburger Hafen AG (duisport) betrug im ersten Halbjahr 2018 2,01 Mio. TEU. Damit wurde das Rekordniveau vom Vorjahr gehalten. Der Containerumschlag ist mit einem Anteil von rund 54 Prozent mit steigender Tendenz das wichtigste Gütersegment der duisport-Gruppe.

Der Gesamtgüterumschlag ging dagegen im ersten Halbjahr dieses Jahres mit 32,6 Mio. Tonnen um 6 Prozent zurück. Dies ist ausschließlich auf den Rückgang des Kohleumschlags zurückzuführen. „Dieser Trend wird sich durch weitere Schließung von älteren Kraftwerken im Zuge der Energiewende fortsetzen“, so duisports-Vorstandsvorsitzender Erich Staake.

Dagegen erwartet duisport vor allem im Chinageschäft weiteres Wachstum. So verkehren bereits über 30 Züge wöchentlich zwischen duisport und verschiedenen Destinationen in China. Erst kürzlich hat duisport sich mit der 30-Millionen-Metropole Chongqing, der wichtigsten Logistikdrehscheibe China, darüber verständigt, bei gemeinsamen Projekten im Rahmen von „Belt & Road“ zu kooperieren. Dadurch sollen die Fahrzeiten der Güterzüge von bislang 12-13 Tagen weiter reduziert werden.

Staake: „Der E-Commerce und das Chinageschäft werden zukünftig die relevanten Umsatztreiber sein. Darauf zielt unsere Investitionspolitik in Duisburg, entlang des Seidenstraßenkorridors und in China selbst ab. “

Quelle: duisport, Foto: duisport/Hans Blossey, mit 2,01 Mio. TEU beim Containerumschlag der Duisburger Hafen AG (duisport) im ersten Halbjahr 2018, konnte das Rekordniveau aus dem Vorjahr gehalten werden.

 




Schwerlastverkehren zwischen Hamburg und NRW

Vertreter der Wirtschaft, Logistiker, Operateure haben mit Vertretern der Politik und Verwaltung diskutiert, wie Schwerlastverkehre zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen erleichtert und optimiert werden können.

Die Diskussion fand im Rahmen des Hamburg-NRWplus Projektes statt, das das Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen und die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg ins Leben gerufen haben. Ziel des Projekts ist, mehr Verkehr zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen auf der Schiene und der Wasserstraße zu transportieren.

„Wir haben mit vielen Unternehmen in der Region gesprochen, um zu erfahren, wo die Probleme in der Praxis wirklich liegen. Diese wollen wir gemeinsam lösen“, erklärt Gunnar Platz, Geschäftsführer von PLANCO Consulting und (gemeinsam mit Hafen Hamburg Marketing) Projektleiter von Hamburg-NRWplus.

Eine in diesem Kontext durchgeführte Unternehmensbefragung hat ergeben, dass ein Optimierungsbedarf für Schwerlastverkehre auf dieser Relation besteht. Als Schwerlastverkehre werden in diesem Zusammenhang Verkehre bezeichnet, die entweder zu schwer oder von den Ausmaßen zu groß für einen „normalen“ Transport sind.

Ein anschauliches Beispiel für die Probleme beim Schwerguttransport lieferte der Anlagenbauer SMS Group aus Hilchenbach (Nordrhein-Westfalen). Ein 185 Tonnen schweres Großgetriebe sollte vom Hamburger Hafen nach Yantai in China verschifft werden. Der Weg innerhalb Deutschlands war dabei das größte Problem. Ein Straßentransport war nicht genehmigungsfähig. Weder die A45 bei Hilchenbach sei schwerlastfähig noch durchgängige Strecken zu den Häfen, so  Sebastian Scheffler, Leiter Servicelogistik Deutschland bei der SMS Group. Nach viermonatigem Genehmigungsvorlauf und hohem Planungsaufwand wurde das Großgetriebe auf einem 20achsigen Spezialwaggon nach Hamburg gebracht. Transportdauer: 13 Tage.

Für diese Verkehre sind Bahn und Binnenschiff prädestiniert. Insbesondere auch, weil auf der Straße zahlreiche Baustellen und Beschränkungen auf Brücken Schwergutverkehre erschweren.

Ein großes Problem für die Wirtschaft sind die aufwendigen und langwierigen Genehmigungsverfahren, insbesondere auch verursacht durch die vielen einzubindenden Genehmigungsbehörden. „Es ist unseren Kunden schwer vermittelbar, dass wir bis zu 30 Tage auf eine Transportgenehmigung warten müssen“, betonte Peter Bender, Geschäftsführer der Spedition Bender. Dies betrifft nach Ansicht von Bender insbesondere die Straße, aber auch die Transporte im  Vor- und Nachlauf zu den Terminals.

Kritisiert wurden unter anderem eine nicht immer praxisnahe Anwendung der Verwaltungsvorschrift und eine uneinheitliche Anwendung. Auch die Ausstellung von Dauergenehmigungen ist unbefriedigend. Ein Lösungsansatz könnte eine bevorzugte Behandlung von Genehmigungsverfahren für Vor- und Nachläufe zu Terminals sein, dies auch in Verbindung mit einer großzügigen Erteilung von Dauergenehmigungen.

Bei der Bahn wird eine flexiblere Genehmigungspraxis des Netzbetreibers gefordert. Insbesondere wäre es gut, wenn im Falle von Problemen mit vorgeschlagenen Routen Ausweichstrecken angeboten würden.

Seitens der Genehmigungsbehörden wurden aber auch Versäumnisse bei der Antragstellung bemängelt. Eine bessere Zusammenarbeit der Bundesländer könnte durch Übernahme bereits beantragter Fahrtwege den Aufwand bei Neubeantragungen reduzieren. Oft sind immer noch die Angaben in den Anträgen fehlerhaft und führen dadurch zu Mehraufwand.

Aus Sicht der Behörden ist zudem die steigende Zahl von Anträgen eine Herausforderung. In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass zu viele Anträge gestellt werden, die am Ende nicht zur Umsetzung kommen. Dies führe zu einer unnötigen Belastung der Behörden.
„Der Hamburger Hafen jedenfalls investiert kräftig in seine Infrastruktur und setzt sich für eine Beschleunigung der Verfahren ein“, betonte Ingo Egloff, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing.

Der Workshop traf einmal mehr auf großes Interesse der Wirtschaft, der Logistiker und auch der Genehmigungsbehörden. Im Rahmen von Hamburg-NRWplus wird weiter daran gearbeitet, die erkannten Defizite zu beseitigen.

Quelle: HHM, Foto: SMS Group