Bedeutung der deutschen See- und Binnenhäfen

Als Maßnahme des Nationalen Hafenkonzeptes hat das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) zusammen mit Fraunhofer CML/IML, ETR und Prof. Holocher und Partner mit einer Untersuchung zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der deutschen See- und Binnenhäfen auf Grundlage ihrer Beschäftigungswirkung beauftragt.


Gegenwärtig gibt es keine allgemein gültige Methode zur Ermittlung der Beschäftigungswirkung der Häfen für Deutschland als Ganzes. Es existieren ausschließlich regionalökonomische Betrachtungen. Ziel der Untersuchung ist es, eine Methode zu entwickeln, die anderen Akteuren als Grundlage dienen soll, um eine einheitliche Berechnung der Beschäftigungswirkung der See- und Binnenhäfen sowie einen auf derselben Berechnungsmethode beruhenden Vergleich, zum Beispiel mit europäischen Häfen zu ermöglichen. Als eine Maßnahme des Nationalen Hafenkonzeptes soll die Studie zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der See- und Binnenhäfen beitragen und Vorschläge für die Hafenpolitik des Bundes, der Länder, der Kommunen und der Hafenwirtschaft entwickeln.

Um möglichst viele Informationen in die Betrachtung einfließen zu lassen, benötigen wir Ihre Hilfe. Im Rahmen einer umfangreichen Befragung der Akteure entlang der Transportketten über See- und/oder Binnenhäfen soll die hafenabhängige Beschäftigung in den See- und Binnenhäfen, entlang der Transportkette und in der Industrie und im Gewerbe ermittelt werden.

Die verantwortlichen bitten um die Teilnahme an der Befragung bis zum 31. Juli 2018.

Alle Daten werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt. Die Studie wird keine Informationen veröffentlichen, die Rückschlüsse auf einzelne Unternehmen erlauben.

Die Befragung ist hier zu erreichen.

Quelle: ISL, Foto: HHM/Michael Lindner




Solarfolien für Hallenfassaden

Im Duisburger Hafen sind jetzt die ersten organischen ultraleichten Solarfolien auf einer 200 Quadratmeter großen Hallenfassade im Freihafen angebracht worden. Diese sind von der innogy-Beteiligungsgesellschaft Heliatek in Dresden entwickelt worden und finden in Duisburg erstmalig in einem Hafen Verwendung.

Die Folien sind weniger als ein Millimeter dünn, selbstklebend und in unterschiedlicher Farbgebung erhältlich. Nach erfolgreichem Testlauf besteht das Potenzial, bis zu 10 Millionen Quadratmeter Fassaden- und Dachfläche zur Gewinnung von Energie im Duisburger Hafen zu nutzen. „Damit können wir einen erheblichen Beitrag zu einem umweltfreundlichen Hafen leisten“, so duisports Vorstandsvorsitzender Erich Staake.

Dieses Pilotprojekt ist Teil der 2016 gemeinsam von duisport und innogy getroffenen Vereinbarung, den Duisburger Hafen durch innovative dezentrale Energieerzeugung und elektrobetriebene Transportsysteme zum „Drehkreuz für die Energiewende“ auszubauen.

In diesem Zusammenhang wird die duisport-Fahrzeugflotte bei Eignung nach und nach elektrifiziert. Derzeit sind bereits fünf Elektrofahrzeuge im Einsatz. Mit Unterstützung von innogy sind vier Elektroladesäulen im Hafen errichtet worden. Diese können von Mitarbeitern, Kunden und Gästen des Duisburger Hafens genutzt werden.

Quelle: duisport, Foto: duisport/Frank Reinhold, die ersten Solarfolien sind auf einer 200 Quadratmeter großen Hallenfassade im Freihafen angebracht worden.




Pahnke spricht für TFG Transfracht

Dr. Bernd Pahnke ist zum 1. Juli als Sprecher der Geschäftsführer der TFG Transfracht ernannt worden. Zudem wurde seine Bestellung zum Geschäftsführer Vertrieb verlängert.

In Personalunion bleibt er Hafenbeauftragter Hamburg/Bremerhaven für DB Cargo. Pahnke rückte im September 2017 in die Geschäftsführung der TFG Transfracht auf. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Seehafenhinterlandlogistik und im Supply Chain Management. Seit 1990 ist er in verschiedenen Führungspositionen innerhalb des DB Konzerns tätig, u.a. als Vorstand Schenker Deutschland AG und Vice President Business Development DB Schenker Holding sowie Vice President Port Development bei der DB Cargo AG.

Für das Ressort Operations bleibt Kestin Corvers zuständig, das Ressort Finanzen und Controlling verantwortet seit 2012 Rainer Gödde.

Quelle: TFG Transfracht, Foto: HHM/Marc Ihle

 




Christian Kühnle wechselt zur neska

Verstärkung für die neska-Niederlassung in Mannheim: Christian Kühnle (53) wird die Geschäftsfelder Im-/Export sowie die Binnenschifffahrts-Spedition aufbauen und die dazugehörigen Vertriebsaktivitäten leiten.

Der erfahrene Speditions- und Schifffahrtskaufmann wechselte zum 1. Juli 2018 von der „Imperial Shipping Services“, für die er zuvor sechs Jahre in verschiedenen Funktionen ebenfalls in Mannheim arbeitete, zur neska.

Bei seiner Tätigkeit kann Kühnle auf das Netzwerk der gesamten neska-Gruppe sowie der Schwestergesellschaft HTAG Häfen und Transport AG zurückgreifen.

Mit dem Eintritt Kühnles in das Unternehmen erweitert die neska in Mannheim ihr Leistungsangebot. Zu den bereits sehr starken Geschäftsfeldern Lagerlogistik und LKW-Spedition kommt der Bereich der klassischen Binnenschifffahrtsspedition hinzu.

Die neska Schiffahrts- und Speditionskontor GmbH mit Sitz in Duisburg bietet ihren Kunden im In- und Ausland die gesamte Palette moderner Logistikdienstleistungen. Ob Container, Schüttgut, Stückgut oder Kontraktlogistik – die neska-Gruppe
organisiert Transport, Umschlag, Lagerung und Mehrwertdienste ganz nach Kundenwunsch. Jahrzehntelange Erfahrung und spezielles Know-how zeichnen das 1925 gegründete Traditionsunternehmen mit rund 700 Mitarbeitern aus.

Als leistungsfähiger Logistikpartner von Industrie und Handel schafft die neska-Gruppe mit ihrem bundesweiten Netzwerk von Terminals und Niederlassungen beste Verbindungen zu den internationalen Märkten. Intelligente Transportkonzepte kombinieren die Vorteile von Binnenschiff, Bahn und LKW und sorgen für nachhaltige Logistik-Lösungen. Die neska-Gruppe ist eine Tochtergesellschaft der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK).

Quelle und Foto: neska Schiffahrts- und Speditionskontor GmbH




HHLA hat Terminalbetreiber vollständig übernommen

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat endgültig die Verantwortung beim größten estnischen Terminalbetreiber Transiidikeskuse AS (TK) übernommen.

Zuvor wurden die letzten im Kaufvertrag vom 26. März 2018 vereinbarten Vollzugsbedingungen erfüllt und daraus folgend die Anteile der Transiidikeskuse AS vollständig an die HHLA International GmbH übertragen. Die Transaktion ist damit abgeschlossen.

Während eines Besuches in der estnischen Hauptstadt Tallinn erklärte die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath: „Wir freuen uns, dass die Übernahme nun vollständig abgeschlossen ist. Damit kann die laufende Integration von TK in den HHLA-Konzern erfolgreich vorangetrieben werden. Wir sehen im Hafen von Muuga wie in dem gesamten regionalen Markt ein großes Potenzial und sind bestrebt, dieses gemeinsam mit der motivierten TK-Belegschaft bestmöglich auszuschöpfen. Die Übernahme von TK ist ein erster erfolgreicher Schritt bei der Umsetzung unserer Strategie. Hamburg und Tallinn verbindet eine lange Tradition als Hansestädte. Diesen Geist wollen wir wiederbeleben, auch um Wachstum in unserem Kerngeschäft zu generieren.“

Anatoli Kanajev, Mitglied des Aufsichtsrats von TK sagte: „Ich bin zuversichtlich, dass ein fest etablierter und erfahrener Betreiber wie die HHLA einen großen Beitrag zu weiteren Innovationen und zum weiterem Wachstum von TK leisten kann. Außerdem hege ich keine Zweifel daran, dass TK – nun als Teil einer internationalen Gruppe – seinen Kunden auch weiterhin höchste Servicequalität bieten wird.“

Der HHLA-Vorstand hat heute mit den TK-Verantwortlichen die weiteren Schritte bei der Integration besprochen. Der bisherige TK-Vorstandsvorsitzende Vladimir Popov sowie Finanzchefin Helena Hakkinen werden auch weiterhin Verantwortung für eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens tragen.

Während des Aufenthalts in Tallinn traf Titzrath mit der estnischen Wirtschaftsministerin Kadri Simson zusammen. Dabei begrüßte Simson das Engagement der HHLA im Hafen von Muuga. Es stärke den Standort und unterstütze die Bemühungen der Regierung, europäische Investoren in das Land zu holen, sagte sie. Titzrath berichtete von dem positiven Echo, auf das die Übernahme bei vielen Kunden der HHLA gestoßen sei. Muuga habe als europäischer Hafen großes Potenzial. Mit ihrem Know-how als Terminalbetreiber wolle die HHLA die Anlage als Teil eines Logistiknetzwerks weiter in eine erfolgreiche Zukunft führen.

Der Hafen Muuga ist der bedeutendste Hafen in Estland und ein wichtiger maritimer Standort im Ostseeraum. Das von der HHLA erworbene Unternehmen ist mit Abstand Marktführer beim Containerumschlag in dem baltischen Land und betreibt zudem einen Mehrzweckterminal für Stück- und Schüttgut sowie RoRo-Umschlag. Über regionale Infrastrukturprojekte (u.a. das Rail-Baltica-Projekt) entwickelt sich der Standort zu einem multimodalen Knotenpunkt. Mit dem Kauf von Transiidikeskuse AS erweitert die HHLA ihre regionale Diversifizierung.

Quelle: HHLA, Foto: HHLA / Thies Rätzke, TK-Gründer Anatoli Kanajev übergibt das Steuer an die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath




Gemeinsame Elbfahrt der Häfen

Rund 100 Gäste informierten sich auf der von Hafen Hamburg Marketing und den Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe veranstalteten 27. Elbfahrt über aktuelle Entwicklungen in den Häfen beider Regionen.

Die fachliche Einführung fand im Verkehrsmuseum Dresden statt, wobei im Vorfeld auch Gelegenheit zur Besichtigung der Exponate rund um Verkehr und Transport bestand. Besonderen Zuspruch fand dabei eine Sonderführung durch den Ausstellungsbereich „Binnen- und Seeschifffahrt“, so dass die Teilnehmer eine Einstimmung für die Ausfahrt an Bord der MS „Bastei 2“ erhielten.

In seinem Grußwort stellte der Hausherr Joachim Breuninger das Verkehrsmuseum vor, in welchem die Verbindung zu den Seehäfen sowohl auf der Elbe als auch auf der Schiene dargestellt ist. Anschließend gab Heiko Loroff, Geschäftsführer der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH, einen Überblick über Neuigkeiten in der Hafengruppe – neben drei sächsischen Häfen betreibt das Unternehmen auch zwei Häfen in der Tschechischen Republik und je einen Hafen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Dabei konnte er auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 und einen sehr guten Start in das Jahr 2018 verweisen. Getätigte Investitionen wie zum Beispiel der Schwerlastkran in Dresden hätten sich ausgezahlt, so Loroff, wobei aufgrund der Anlieferungszeiten der Schwerlastumschlag in den Nachtstunden stattfände. Leider stieße das Wachstum im Containerbereich an technische Grenzen. „Hier verhindern Umweltverbände und Bürgerinitiativen durch Einsprüche und Klagen seit langem den Ausbau des neuen Riesaer Terminals, das durch die Nutzung moderner Umschlagsgeräte und ökologischer Verkehrsträger eigentlich eine Verbesserung des Status quo nach sich führen würde“, beklagt Loroff den aktuellen Trend beim Bau moderner Infrastruktur. Dennoch sei es bisher gelungen, den Transportanforderungen der Kunden zu entsprechen, allerdings ohne massiv weitere Verlagerungspotentiale zu erschließen.

„Für jeden Seehafen ist das Hinterland existentiell“, betonte Ingo Egloff, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing. Neben der seit über 15 Jahren anhängigen Fahrrinnenanpassung der Unterelbe, für die die durch sich immer weiter verschärfende Umweltauflagen inzwischen die notwendigen Planungsänderungen stattgefunden haben, sind daher auch die Verbindungen mit dem Hinterland für Hamburg sehr wichtig. Für Mitteldeutschland nannte er als Schwerpunkte unter anderem den Ausbau des Ostkorridors der Bahn, den Lückenschluss der A14 zwischen Schweriner Kreuz und Magdeburg sowie die Umsetzung des Gesamtkonzepts Elbe. „Es kann nicht sein, dass das Verbandsklagerecht mittlerweile soweit ausgeufert ist, dass jede Maßnahme durch Umweltverbände beklagt wird und dass bereits ohne Einsicht in die Änderungsunterlagen für die Fahrrinnenanpassung bereits weitere Klagen angekündigt werden. Bei allem Verständnis für Belange des Umweltschutzes, wir müssen auch international konkurrenzfähig bleiben“, unterstreicht Egloff die aktuelle Situation. Allerdings müsse nicht bis zur Fertigstellung im Jahr 2020 gewartet werden, denn Hamburg sei auch schon heute in der Lage, die größten Schiffe abzufertigen. „Gerade haben wir mit der Antoine de St. Exupery das größte Schiff von CMA CGM mit 7.800 TEU im Eingang und 4.000 TEU im Ausgang beladen“, so Egloff weiter.

Viele der angesprochenen Themen wurden dann auf der Schifffahrt zwischen Dresden und Pillnitz von den Teilnehmern diskutiert. „Seien Sie sicher, dass wir Sie auch im nächsten Jahr an Bord begrüßen werden“, verabschiedeten Heiko Loroff und Stefan Kunze, HHM-Repräsentant Dresden, die Gäste nach einem abwechslungsreichen Tag.

Quelle und Foto:  HHM




Rotterdamer Hafen startet Pilotprojekt mit Bunker-App

Der Rotterdamer Hafen ist der größte Bunkerhafen Europas. Um die Bunkerung (Übernahme von Brennstoffen durch Schiffe) im Rotterdamer Hafen noch effizienter, transparenter und zuverlässiger zu gestalten, startet der Hafenbetrieb Rotterdam gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen einen Pilotversuch zur Digital-Anmeldung von Bunkerungen.

Die Online-Anmeldung soll zu gegebener Zeit die Meldung per Schiffsfunk ersetzen. Das Projekt ist der erste Schritt zu einem völlig papierlosen Bunkern, bei dem sich die Hafenbehörde dafür einsetzt, das Bunkern effizienter zu gestalten.

Im Rotterdamer Hafen sind die Bunkerbetriebe verpflichtet, vor jeder Bunkerung der Hafenaufsichtsbehörde Meldung zu erstatten. Momentan erfolgt diese Anmeldung per Schiffsfunk. Jährlich werden rund 20.000 Bunkerungen durchgeführt, die mit ebenso vielen Schiffsfunkgesprächen verbunden sind, deren Daten manuell in die Systeme eingegeben werden müssen. Durch die Online-Anmeldung werden diese Prozesse größtenteils automatisiert, was die Effizienz der Arbeit erhöht und die Fehleranfälligkeit verringert. Dadurch erhöht sich die Zuverlässigkeit des Datenbestands. Dies ist von großer Bedeutung, da der Hafenbetrieb Rotterdam als einer der wenigen Häfen der Welt Bunkerstatistiken veröffentlicht. Darüber hinaus bietet die Bunker-App eine Schnittstelle zum „integrierten einzigen Fenster im Seeverkehrsbereich“ (Maritime Single Window) der Zollbehörden, wodurch die Bunkerbetriebe nur noch ein- statt wie bisher zweimal Meldung zu erstatten brauchen. Auch dies kommt der Effektivität zugute.

Der Hafenbetrieb startet den Versuch mit VT Group, Unibarge, Titan LNG, FTS Hoftrans und Transnational Blenders. Natürlich können sich auch andere Bunkerbetriebe gern an dem Versuch beteiligen.

Der Rotterdamer Hafen gehört zu den drei größten Bunkerhäfen der Welt. Jährlich werden hier 10 Millionen Kubikmeter Treibstoffe für die Schifffahrt in Rotterdam geliefert. In Rotterdam sind alle Treibstoffe in großem Umfang verfügbar, vom Heizöl bis hin zu Biokraftstoffen. Darüber hinaus ist der Rotterdamer Hafen einer der ersten Häfen Europas, in denen LNG (Flüssiggas) gebunkert werden kann.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Mobilitätswachstum abfedern

Das BMVI hat in einem Kurzreport Ergebnisse der Studie „Mobilität in Deutschland 2017“ veröffentlicht. Der Bericht zeigt nach Meinung des Deutschen Verkehrsforums, wie sich die Alltagsmobilität der Bürger seit der letzten Analyse 2008 verändert hat.

Jeder von uns ist im Schnitt täglich 39 km mit 80 Minuten Fahrzeit unterwegs. In Summe sind das in Deutschland 260 Millionen Wege pro Tag. Gerade die Ballungsräume haben dabei den größten Zuwachs an Verkehrsaufkommen und -leistung zu verzeichnen. Das Automobil hat mit rund 57% auch weiterhin den größten Anteil an diesen Wegen. Aber die Nutzung von Bussen, Bahnen und Fahrrad wächst stärker als die der anderen Verkehrsmittel.

Dr. Jörg Mosolf, Vorsitzender des Präsidiums des Deutschen Verkehrsforums, schließt daraus: „Diese Zahlen geben die Richtung für die verkehrspolitische Strategie des Bundes und der Länder vor, um das Verkehrswachstum in der Alltagsmobilität zu bewältigen. Das sind vor allem drei Punkte:

  1. Die Ballungsräume dürfen mit ihren Verkehrsproblemen nicht alleingelassen werden. Darum ist die Umsetzung der Sofortmaßnahmen zur Luftreinhaltung ebenso wichtig wie die schnelle Überführung der zusätzlichen GVFG-Mittel in Projekte. Außerdem sollten mehr Pilotprojekte zur Digitalisierung in Städten und Gemeinden auf den Weg gebracht werden.
  2. Gerade mit Blick auf überlastete Innenstädte und unzufriedene ÖPNV-Kunden in Randgebieten müssen ÖPNV und Mobilitätsdienste ihre Kräfte bündeln. Änderungen im Personenbeförderungsgesetz sollten diese Zusammenarbeit gezielt unterstützen.
  3. Die Potenziale der Digitalisierung sind im Verkehrssektor noch deutlich ausbaufähig, oftmals existieren nur isolierte Pilotprojekte. Es fehlen in breiter Anwendung beispielsweise verkehrsträgerübergreifende Bezahlsysteme und Prognosen zur Parkraumsituation. Intelligente Mobilitätsdienste müssen in das ÖPNV-Angebot integriert werden, Verkehrsprognosen fließen zu selten in die Verkehrssteuerung ein. Und die Nutzung wechselnder Verkehrsmittel setzt bei den Bürgern immer noch Informationsbereitschaft, Technikaffinität und Einarbeitungszeit voraus.“

Wie wichtig die digitale Begleitung der Verkehrsteilnehmer auf ihren Wegen ist, zeigt eine Befragung von Infas im Auftrag des DVF. „Das Smartphone entwickelt sich immer weiter zum Schlüssel zur Mobilität der Zukunft. Die DVF-Umfrage zeigt, dass sich gerade die jüngere Generation über Fahrtrouten, Fahrtzeiten des öffentlichen Verkehrs und Staus mit Hilfe ihres Mobilgerätes informiert. Und das Gros der Nutzer ist mit dem Angebot der einzelnen Dienstleistungen zufrieden. Dieses Potenzial muss noch stärker als bisher genutzt werden“, fordert DVF-Präsident Mosolf.

Link zu „Mobilität in Deutschland 2017“

Link zur DVF-Befragung

Quelle: DVF, Foto: Port of Kiel




Flughafen checkt bei der Fernwärme ein

Bis Ende 2019 soll der Düsseldorfer Flughafen an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Düsseldorf angeschlossen werden. Damit leistet der Airport einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des Klimaschutzziels der Stadt Düsseldorf, bis 2050 klimaneutral zu werden.

Für den Anschluss muss eine knapp fünf Kilometer lange Netzerweiterung durch Derendorf und Unterrath gebaut werden. Die Bauarbeiten beginnen am 16. Juli gleichzeitig an vier Stellen, nachdem in diesem Gebiet bereits vorbereitende Arbeiten durchgeführt wurden. Um die Bürgerinnen und Bürger umfassend über die Arbeiten zu informieren, lädt die Stadtwerke-Tochter Netzgesellschaft Düsseldorf mbH zu zwei Informationsabenden in Derendorf und Unterrath ein. Am Dienstag, 26. Juni, 18:30 Uhr, im Gemeindesaal St. Bruno, Kalkumer Straße 60 in Unterrath, und am Mittwoch, 27. Juni, 19 Uhr, im IG-Metall-Gebäude an der Roßstraße 94 in Derendorf.

„Wir sind froh, dass der Ausbau der Leitung nun anfängt. Es werden nicht nur die Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen bedeutend sinken, sondern auch  der Ausstoß von Kohlendioxid um rund 70 Prozent“, erklärte Dr. Udo Brockmeier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf. Möglich werde dies durch das besondere Düsseldorfer Wärmesystem, das vor allem durch klimafreundlich erzeugte Wärme  aus dem modernen Kraftwerkblock „Fortuna“ auf der Lausward im Hafen gespeist wird. Dort werden Strom und Wärme auf Basis der klimafreundlichen Technik der Kraft-Wärme-Kopplung und mit Einsatz des kohlenstoffarmen Energieträgers Erdgas produziert. „Fortuna“ gehört dabei zu den effizientesten Anlagen weltweit.

„Der Schutz des Klimas und die damit verbundene Reduzierung von CO2-Emissionen sind zentrale Herausforderungen des modernen Luftverkehrs. Konkret können wir durch die neue Technologie rund 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Das entspricht den Emissionen von mehr als 3.000 Mittelklasse-PKW mit Benzin-Motor bei einer Fahrleistung von 15.000 Kilometer pro Jahr“, so Flughafengeschäftsführer Michael Hanné. Und weiter: „Am Düsseldorfer Airport arbeiten wir stetig daran, unseren CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Darum freuen wir uns sehr über dieses zukunftsweisende Projekt mit den Düsseldorfer Stadtwerken.“

Die Nachfrage nach Düsseldorfer Fernwärme bleibt weiterhin sehr hoch. Für die Kundinnen und Kunden spielt dabei vor allem die einfache Handhabung und eben die Klima- und Umweltfreundlichkeit eine große Rolle. Im Zusammenspiel mit der Düsseldorfer Fernwärme sparte Block „Fortuna“ allein im Jahr 2017 mehr als eine Million Tonnen Kohlendioxid ein. Diese große Wirkung wird erreicht mit dem Anschluss von vergleichsweise wenigen Gebäuden: Auch bei anhaltend großer Nachfrage am Markt steigt der Anteil der angeschlossenen Gebäude bis zum Jahr 2050 laut Prognose auf zehn Prozent. 90 Prozent aller Gebäude werden durch andere Lösungen versorgt.

„Die Bürgerinnen und Bürger, die entlang der Trasse wohnen, müssen in den kommenden Monaten mit verkehrlichen Einschränkungen aufgrund der Bauarbeiten rechnen. Daher ist es uns wichtig, sie früh einzubinden und zu informieren. Die Baumaßnahme ist so organisiert, dass wir ohne geplante Versorgungsunterbrechung auskommen werden“, sagte Gerhard Hansmann, Geschäftsführer der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH, in deren Auftrag die Bauarbeiten laufen.

Die Lose: Die Trasse ist in drei Bauabschnitte (Lose) aufgeteilt.

Los 1 befindet sich in Derendorf und beginnt an der Roßstraße, Ecke Collenbachstraße . Das Los endet an der Ulmenstraße, Kreuzung Hugo-Viehoff-Straße.

Los 2 schließt direkt an den vorherigen Bauabschnitt an und betrifft den weiteren Verlauf der Ulmenstraße sowie die gesamte Kalkumer Straße in Unterrath. Dieses Los endet vor der Autobahn A44.

Los 3 führt zum Flughafen und beinhaltet eine Unterquerung der A44.

Hier geht’s los:

  • In Los 1 starten die Bauarbeiten am 16. Juli in der Römerstraße sowie in der Frankenstraße in dem Abschnitt  zwischen Roßstraße und Kanonierstraße.
  • In Los 2 geht es gleichzeitig auf der Ulmenstraße los, und zwar auf dem Abschnitt von der Kreuzung Hugo-Viehoff-Straße bis zur Rheinbahn-Haltestelle „Großmarkt“. Eine weitere Baustelle wird auf der Kalkumer Straße zwischen den Rheinbahn-Haltestellen „An der Piwipp“ und „Elsässer Straße“ eingerichtet.
  • Die Bauarbeiten in Los 3 beginnen zu einem anderen Zeitpunkt. Der Fußweg durch den Kittelbachpark, entlang der Trasse, ist aber schon seit dem 25. Juni für Maßnahmen der ökologischen Baubegleitung gesperrt. Diese stellen, zum Beispiel die Erhaltung der ansässigen Pflanzen sowie den Schutz dieser vor Beschädigungen, sicher.

Bis Ende 2019 soll die Verlegung der Leitung fertig sein. Vereinzelte Arbeiten zur Oberflächenherstellung können auch noch Anfang 2020 durchgeführt werden.

Bei der Planung wurde großer Wert darauf gelegt, Eingriffe in die Natur und in den Baumbestand zu minimieren. Im Ergebnis müssen auf der rund 5 Kilometer langen Trasse nur drei kleinere Bäume im Bereich der Collenbachstraße entfernt werden, für die nach Abschluss der Maßnahme eine  Ersatzbepflanzung innerhalb der Grünfläche vorgenommen wird. Im Bereich von drei großen Bäumen wird die Baustelle so gestaltet, dass eine Fällung vermieden werden kann.

Die Düsseldorfer Fernwärme hat den Primärenergiefaktor Null und ist damit den Erneuerbaren Energien gleichgestellt. Das Kraftwerk an der Lausward leistet im Zusammenspiel mit dem Düsseldorfer Wärmesystem, zu dem auch die Müllverbrennung gehört,  schon jetzt den mit Abstand größten Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt. Das Wärmesystem wird Stück für Stück zu einem intelligenten Netzwerk weiterentwickelt, das durch die Einbindung weiterer Wärmequellen (z.B. von  Industrieanlagen und Erneuerbarer Energien) noch effizienter und klimafreundlicher wird.

Der Flughafen hat schon mehrfach wegweisende Umweltprojekte umgesetzt, unter anderem steht auf dem Gelände des Airports die größte Photovoltaikanlage der Stadt. Sie wurde von der Stadtwerke-Tochter „Grünwerke“ errichtet.

Quelle und Foto: Stadtwerke Düsseldorf, (von links): Gerhard Hansmann (Geschäftsführer Netzgesellschaft Düsseldorf mbH), Dr. Udo Brockmeier (Vorstandsvorsitzender Stadtwerke Düsseldorf), Holger Odenthal (Stellvertretender Leiter Amt für Verkehrsmanagement der Stadt Düsseldorf), Michael Hanné (Flughafengeschäftsführer). 




Hamburger Spediteure ehren Ausbildungsabsolventen

Im Sommerhalbjahr haben 272 Auszubildende erfolgreich ihre Abschlussprüfung zum/zur Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung absolviert.

Zu der feierlichen Verabschiedung in ihr Berufsleben lud der Verein Hamburger Spediteure e.V. (VHSp) zusammen mit der Beruflichen Schule für Spedition, Logistik & Verkehr am 03. Juli 2018 in die Handwerkskammer ein. Im Rahmen der Veranstaltung mit Ausbildungsleitern, Firmenvertretern und Angehörigen ehrte der VHSp die 91 Absolventen, von denen 73 ihre Ausbildung mit „gut“ und 18 sogar mit „sehr gut“ abgeschlossen haben. Sie erhielten eine vom Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) ausgestellte Urkunde sowie ein vom Schulverein gestiftetes Geschenk.

Jahrgangsbeste in diesem Halbjahr ist Henriette Drotbohm von der VHSp-Mitgliedsfirma Logwin Air + Ocean Deutschland GmbH. Sie bekam einen Gutschein der Akademie Hamburger Verkehrswirtschaft (AHV) für ein Tagesseminar ihrer Wahl.

Nach der Begrüßung durch Jens Gutermuth, Abteilungsleiter Spedition und Logistik der Berufsschule, hielt Jens Sorgenfrei (Geschäftsführender Gesellschafter der „CROSS FREIGHT“ Internationale Speditionsgesellschaft mbH und Mitglied des VHSp-Vorstands) die Hauptrede. Er ging in seiner sehr persönlichen Ansprache besonders auf die guten Zukunftsaussichten der jungen Leute ein und versprach, „dass es in diesem Bereich niemals langweilig wird und Sie gerade in einem mittelständischen Betrieb mit der gesamten Bandbreite des täglichen Speditionsbetriebes zu tun haben werden.“

Tim Gosch, NAVIS Schiffahrts- und Speditions-Aktiengesellschaft, und Oliver Meyer, a. hartrodt (GmbH & Co.) KG, berichteten als Sprecher der ehemaligen Auszubildenden amüsant aus ihrem Azubi-Alltag.

Nach der Übergabe der Ehrenurkunden klang der Nachmittag bei einem Glas Sekt aus.

Quelle und Foto: Verein Hamburger Spediteure e.V., die „sehr guten“ Absolventen