Hamburg vereinfacht Hafenentgelte und Meldeverfahren

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Die Hamburg Port Authority (HPA) fasst ab sofort die unterschied­lichen Entgelte für Binnen- und Hafenfahrzeuge zu einem kombinierten Entgelt zusammen, verbreitert die Erhebungsbasis und führt im Sommer elektronische Meldeverfahren ein. Das Vorhaben war den Hafennutzern im September 2017 vorgestellt worden.

Der Einstieg in die Tarifierung von Binnenschiffen erfolgt deutlich unter den Preisen, die seit Jahren in relevanten Westhäfen – z. B. Rotterdam und Antwerpen – quotiert werden. Gleichzeitig modernisiert, vereinheitlicht und vereinfacht die HPA die Tarifsystematik. Künftig erhält der Kunde die Möglichkeit, zwischen Art und Dauer der genutzten Dienstleistungen zu wählen. Im Regelfall zahlt er nur noch für ein integriertes Entgelt (Kombi-Entgelt) statt wie bisher für Einzelteile.

Darüber hinaus führt die HPA im Sommer ein neues Webportal ein. Über „ELBA“ können Hafennutzer ihre Meldungen, zu denen sie gesetzlich verpflichtet sind, dann elektronisch an die HPA übermitteln. Damit werden die Prozesse für Kunden und die HPA vereinfacht und der Aufwand somit verringert.

Hamburg hat bisher weder Hafengeld noch vergleichbare Entgelte für die Binnenschifffahrt erhoben. Auch gibt es in der Hafenschifffahrt Segmente, wie unmotorisierte Einheiten, für die ebenfalls bislang kaum oder gar keine Hafennutzungsentgelte erhoben wurden. In anderen Häfen werden hierfür üblicherweise Hafennutzungsentgelte erhoben, durch die die Nutzung der Hafeninfrastruktur abgegolten wird. Da die Hamburg Port Authority AöR (HPA) zu wirtschaftlichem Handeln verpflichtet ist, muss sie für ihre Dienstleistungen eine Refinanzierung erwirtschaften.

Die Hamburg Port Authority (HPA) betreibt seit 2005 ein zukunftsorientiertes Hafenmanagement aus einer Hand und ist überall dort aktiv, wo es um Effizienz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Hamburger Hafen geht. Den wachsenden Ansprüchen des Hafens begegnet die HPA mit intelligenten und innovativen Lösungen. Die HPA ist verantwortlich für die effiziente, ressourcenschonende und nachhaltige Planung und Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen im Hafen und ist Ansprechpartner für alle Fragen hinsichtlich der wasser- und landseitigen Infrastruktur, der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs, der Hafenbahnanlagen, des Immobilienmanagements und der wirtschaftlichen Bedingungen im Hafen. Dazu stellt die HPA die erforderlichen Flächen bereit und übernimmt alle hoheitlichen Aufgaben und hafenwirtschaftlichen Dienstleistungen. Sie vermarktet spezielles, hafenspezifisches Fachwissen und nimmt zudem die hamburgischen Hafeninteressen auf nationaler und internationaler Ebene wahr. www.hamburg-port-authority.de

Quelle: Hamburg Port Authority AöR, Foto: Dietmar Hasenpusch




Verbandsgründung jährt sich zum 100. Mal

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Am 9. März 1918 – mitten in den Wirren des Ersten Weltkrieges – entschlossen sich die verbliebenen Schiffsmakler aus Altona, Bremen, Danzig, Hamburg, Königsberg, Lübeck Stettin, und Wismar ihre Aktivitäten zu bündeln, um sich Gehör bei der damaligen Reichsregierung zu verschaffen und gründeten den einen eigenen Fachverband.

Sie legten damit den Grundstein für die 100-jährige Geschichte des Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. Auch wenn der Beruf des Schiffsmaklers wesentlich älter ist und bereits seit Jahrhunderten Teil der maritimen Branche war, etablierte sich erst mit der Gründung des Zentralverbandes eine landesweite Berufsvertretung, die noch heute – neben den regionalen Vertretungen – aktiv ist.

In den vergangenen 100 Jahren erlebten die Schiffsmakler in allen Bereichen große Veränderungen. Kriege, Wirtschaftskrise und Protektionismus ließen den Außenhandel wiederholt einbrechen oder führten zum Wegfall traditioneller Märkte. Zwei Mal musste in Folge verlorener Kriege völlig neu begonnen werden. Hinzu kamen technische Innovationen, die die Arbeitswelt und die Kommunikation regelmäßig revolutionierten. Gaben der Brief und das Telefon lange die Geschwindigkeit der Kommunikation vor, so ist der sekundenschnelle, elektronische Datenaustausch heute nicht mehr aus dem Berufsalltag wegzudenken.

Hierzu erklärt der ZVDS-Vorsitzende Christian Koopmann: „Allem Wandel und Anpassungsdruck zum Trotz sollten wir uns einer Sache stets bewusst sein, Schiffe und Schifffahrt wird es wohl auch noch auf lange Sicht geben. Es gibt daher keinen Grund die Zuversicht grundsätzlich zu verlieren. Es gibt gute Gründe auch weiterhin an die Chancen zu glauben, die der Schifffahrtsstandort Deutschland bietet. Allerdings wird man sich dafür wieder einmal an die neuen Rahmenbedingungen, insbesondere mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung – anpassen müssen.“

Bereits im Mai 1919 erfolgte die Verlegung des Verbandssitzes nach Hamburg und die Umbenennung in den noch heute gültigen Vereinsnamens und am 14. September 1920, die Eintragung des ZVDS unter dem  heute noch verwendeten Namen in das Vereinsregister der Hansestadt Hamburg. Heute ist der Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS) die nationale Dachorganisation aller in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen Schiffsmakler und Schiffsagenten. Insgesamt sind rund 260 Unternehmen im Verband organisiert. Die Mitgliedschaft setzt sich aus Befrachtungsmaklern, An- und Verkaufsmaklern, Klarierungsagenten sowie Linienagenturen zusammen. Insbesondere über die Linienagenturen sind nahezu alle größeren ausländischen Reedereien im ZVDS organisiert, die auch die wesentlichen Kunden der deutschen Häfen darstellen.

Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens wird im Anschluss an die diesjährige Mitgliederversammlung am 18. April 2018 einen Empfang für die Mitglieder und Gäste des Verbandes geben.

Quelle: German Shipbrokers´Association / Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V., Foto: Aufwind-luftbilder.de




Mehr Schüttgüter im Dortmunder Hafen

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Im Dortmunder Hafen werden künftig erhebliche Mengen mehr Splitt umgeschlagen. Die Weichen hierfür stellt eine neue Kooperation zwischen Rhenus sowie der Mimberg Spedition & Baustoffe GmbH & Co. KG.

So wird die Spedition und Baustoffhandlung mit Hauptsitz in Werl ihre Dortmunder Niederlassung in den kommenden Monaten aus der Franz-Schlüter-Straße 31 auf die von Rhenus gemietete Fläche im Kohlenhafen verlegen. Damit ist eine zusätzliche Nutzung des Hafenbeckens verbunden: Ab Juni sollen dort täglich ca. 2.000 Tonnen Splitt umgeschlagen werden.

Entsprechende Vorbereitungen wie die Platzbefestigung, Kanalisationsarbeiten und die Sanierung eines Gebäudes im Kohlenweg haben begonnen. Zusätzlich sind eine Betriebstankstelle sowie ein Waschplatz für die am Standort Dortmund eingesetzten Lkw der Spedition geplant.

„Die Kooperation von Rhenus und Mimberg sichert nicht nur Arbeitsplätze, sie stärkt auch den Schiffsgüterumschlag im Dortmunder Hafen“, freut sich Uwe Büscher, Vorstand der Dortmunder Hafen AG.

Derzeit nutzen fünf Unternehmen ein gemietetes oder gepachtetes Betriebsgelände im Kohlenhafen. Auf der von Rhenus gemieteten Fläche wurde bislang größtenteils Stahl gelagert und umgeschlagen. Am Kohlenhafen wird sich das Unternehmen im Zuge der Kooperation und unter Einsatz neuer Geräte nun auf den Umschlag von Splitt konzentrieren.

Quelle und Foto: Dortmunder Hafen AG, auf dem Gelände des Kohlenhafens von links nach rechts: Thomas Leiding, Rhenus Geschäftsführung Region Rhein-Ruhr, Uwe Büscher, Vorstand Dortmunder Hafen AG, Stefan Balandies, Geschäftsführer Mimberg Spedition & Baustoffe GmbH & Co. KG.




Einigung beim Rahmentarifvertrag für Seeleute

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Die International Transport Workers‘ Federation (ITF) und die Joint Negotiation Group (JNG) haben sich jetzt 2018 in Manila getroffen, um in der dritten Verhandlungsrunde das für vier Jahre gültige IBF Framework Agreement zu beschließen.

Die Verhandlungen hatten sich zwischen Arbeitgebern der Joint Negotiation Group (JNG) und den Seeleutegewerkschaften (ITF) vor dem Hintergrund der andauernden Schifffahrtskrise in vielen Teilmärkten als besonders schwierig erwiesen. Beide Seiten waren sich einig, dass es zum Wohle aller darum gehen muss, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Unternehmen zu sichern, zugleich aber weiterhin für faire Arbeitsbedingungen für Seeleute auf den Schiffen zu sorgen. Wesentlicher Teil der Einigung ist auch, dass das Laschen auf Containerfeederschiffen ab 2020 von Hafenarbeitern erledigt werden soll.

Der neue Rahmentarifvertrag ist für 2019 bis 2022 gültig. Der dazugehörige Heuertarifvertrag kann nach den ersten zwei Jahren angepasst werden.

Zentrale Punkte des Tarifvertrags sind:

• Anhebung der Heuern um 2,5 Prozent ab dem 1. Januar 2019
• Änderungen der lange Zeit umstrittenen “Docker-Klausel”. Künftig werden die Ladungssicherungsarbeiten (Laschen) daher auf Container-Feederschiffen in Nord- und Westeuropa exklusiv von Hafenarbeitern erledigt werden müssen
• Anhebung des Rabatts, den die IMEC-Mitglieder auf ihre Beiträge in den ITF Welfare-Fund zahlen, auf 16 Prozent, mit einer möglichen weiteren Steigerung auf 18 Prozent, wenn vereinbarte Benchmarks zur Erhöhung der tarifgebundenen Schiffe erreicht werden
• Neugruppierung der “Warlike Area” vor der Küste Somalias in eine “High Risk Area” und Hochstufung in eine “Warlike Area” der 12-Meilen-Zone vor der Küste Jemens

Torben Seebold von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erklärte dazu: “ Nach harten Verhandlungen ist uns endlich der Durchbruch in diesen globalen Tarifverhandlungen gelungen. Mit diesem Abschluss stellen die Sozialpartner nicht nur eindeutig klar, dass das Laschen von Feeder-Containerschiffen in der „North Range“ ausschließlich von qualifizierten Hafenarbeitern durchgeführt werden. Sie bekennen sich darüber hinaus auch zu fairen Arbeits- und Lohnbedingungen von Seeleuten, die einen unerlässlichen Beitrag zum sicheren und globalen Transport von Gütern aller Art leisten.“

Ralf Nagel vom Verband Deutscher Reeder (VDR) sagte: “Es ist eine bemerkenswerte Leistung, dass die Sozialpartner der Schifffahrt auch in sehr schwierigen Marktverhältnissen eine Einigung gefunden haben. Damit bleiben die global geltenden Tarifverträge der Schifffahrt die einzigen ihrer Art und sind weiterhin Vorbild für andere Branchen.

Das Forum des Internationalen Bargaining (IBF) wurde ursprünglich am 9. Mai 2003 gegründet und besteht nunmehr im 15. Jahr. Unter die Tarifverträge, die im Rahmen des IBF abgeschlossen werden, fallen derzeit über 200.000 Seeleute auf ca. 8.500 Schiffen, die unter internationalen Flaggen zur See fahren.

Die Arbeitgeber sind im IBF-Forum durch den International Maritime Employers’ Council (IMEC), die International Shipping Employers’ Group (ISEG) mit der International Maritime Managers’ Association of Japan (IMMAJ), Evergreen aus Taiwan und den Koreanischen Reederverband vertreten. Zusammen bilden die Arbeitgeber die Joint Negotiating Group (JNG). Der VDR ist Mitglied der IMEC und Teil der JNG.

Auf Seite der Beschäftigten bildet die ITF das Dach der maritimen Gewerkschaften und bündelt damit die Interessen von mehr als einer Millionen Seeleute und Hafenarbeitern weltweit. Die Gewerkschaft ver.di ist eine der größten Mitgliedsgewerkschaften der ITF.

Die IBF-Verhandlungen bestehen aus dem soeben abgeschlossenen zentralen Teil und daran anschließenden nationalen Umsetzungsvereinbarungen. Der international vereinbarte Rahmen wird in den nationalen Verhandlungen dann den spezifischen nationalen Bedingungen angepasst. Die regionalen Verhandlungen in Deutschland werden dann im Laufe der nächsten Monate zwischen ver.di, IMEC und dem VDR geführt.

Quelle: ver.di-Bundesvorstand, Foto: HHM / Achim Multhaupt




NRW und Rotterdam vereinbaren Gespräche

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Nordrhein-Westfalen (NRW) und der Hafenbetrieb Rotterdam werden mehr zusammenarbeiten, um die logistischen Verbindungen zwischen dem größten europäischen Hafen und dem deutschen Hinterland weiter zu optimieren. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst gab bei seinem heutigen Arbeitsbesuch in Rotterdam den Startschuss für Gespräche über ein Hafenabkommen.

Nachdem sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet auf seiner ersten Auslandsreise im September 2017 bei einem Besuch im Rotterdamer Hafen einen Eindruck über den Hafen und die Beziehung zu NRW verschafft hat, hat sich heute der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst vor Ort ein Bild über Umfang, Größe und Bedeutung des Rotterdamer Hafens für NRW gemacht.

Wüst sprach während des Besuches unter anderem mit Allard Castelein (Präsident des Hafenbetriebes Rotterdam) und Emile Hoogsteden (Vize-Präsident und Direktor Container, Stückgut und Logistik des Hafenbetriebes Rotterdam) über gemeinsame Herausforderungen von NRW und Rotterdam im Bereich von Logistik und Industrie. Darüber hinaus besuchte der Minister unterschiedliche Hafengebiete, um zu sehen was im Rotterdamer Hafen geleistet wird.

Mit dem Besuch des nordrhein-westfälischen Verkehrsministers im Rotterdamer Hafen geben beide den Startschuss für Gespräche über ein Abkommen, das vor allem die Optimierung der Hinterlandverkehre bzw. den reibungslosen Ablauf logistischer Ketten zum Gegenstand haben soll. Nach der Sommerpause soll das Hafenabkommen, das im nordrhein-westfälischen Koalitionsvertrag angekündigt wurde, vorliegen und unterzeichnet werden.

Allard Castelein: „Ich bin froh, dass auch die erste Auslandsreise von Verkehrsminister Hendrik Wüst nach Rotterdam führt und er damit die Tradition der neuen NRW Landesregierung fortsetzt. Dies ist ein Zeichen der guten wechselseitigen Beziehungen und an die Herausforderungen vor denen NRW und wir in Rotterdam stehen. Uns eint das Interesse, dass unsere Kunden und die Unternehmen in NRW sich über die weltweit effizientesten Logistikketten einen Vorteil im globalen Wettbewerb verschaffen können. Darüber hinaus wollen wir gemeinsam die richtigen Antworten auf die Herausforderungen der Energie- und Klimawende finden. Nach dem Besuch von Ministerpräsident Laschet und Minister Wüst sehen wir uns nun noch mehr in der Verantwortung. Mit unseren Mitarbeitern sind wir täglich in NRW vor Ort und wir planen im Sommer einen offiziellen Gegenbesuch in Düsseldorf.“

Der Hafen von Rotterdam ist der größte Seehafen Europas. Entscheidend für den Erfolg des Hafens sind die ausgezeichnete seeseitige Erreichbarkeit, hocheffiziente intermodale Verbindungen und die 180.000 Menschen, die im und für das Hafen- und Industriegebiet tätig sind.

Rotterdam ist mit einem Anteil von 60 % am Seehafenhinterlandverkehr der bedeutendste Seehafen für NRW. In 2017 verzeichnete der Rotterdamer Hafen ein besonders starkes Wachstum beim Containerumschlag. Dieser stieg im Vergleich zum Vorjahr mit 12,3 %. Der gesamte Güterumschlag im Rotterdamer Hafen stieg in 2017 um 1,3 %. Damit knüpfte der Hafen erneut an den Wachstumstrend von vor 2016 an. Insgesamt wurden in 2017 467 Millionen Tonnen umgeschlagen. Der Steigerung bei den Containern standen ein Rückgang beim Trockenmassengut von 2,6 % und Flüssigmassengut von 4,1 % gegenüber. Der Stückgutumschlag (Roll-on/Roll-off sowie sonstiges Stückgut) stieg um 7 %.




60 Millionen für die Hafeninfrastruktur

REDAKTIONSHINWEIS: Urhebernennung "Foto: Andreas Burmann" gemaess Paragraph 13 UrhG erforderlich. Oldenburg, Niedersachsen, DEU, 04.07.2014, Holger Banik, Geschaeftsfuehrer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG. Foto: Andreas Burmann

Die Seehäfen der landeseigenen Gesellschaft Niedersachsens Ports (NPorts) in Brake, Cuxhaven mit Außenstelle in Stade, Emden, Wilhelmshaven sowie die Inselversorgungshäfen leisten einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes.

Sie sind weltweiter Handels- und zugleich Arbeitsplatz für zahlreiche Menschen in der Region. Insgesamt gibt es in Niedersachsen 45.350 hafenabhängig Beschäftigte. Allein Niedersachsen Ports ist Arbeitgeber für rund 700 Beschäftigte. „Umso wichtiger ist es, dass unsere Häfen über eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Infrastruktur verfügen. Wir investieren im Jahr 2018 33 Millionen Euro in unsere Hafenstandorte. Zusätzliche rund 27 Millionen Euro fließen in die Instandhaltung der vorhandenen Hafenanlagen“, erklärte Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz.

Gleich an zwei Großprojekten wird in diesem Jahr am Standort Brake gearbeitet. Mit dem Großschiffsliegeplatz an der Südpier erhält der Hafen eine neue Anlegemöglichkeit für zwei Schiffe mit einer Länge von 270 Metern und einem Tiefgang von bis zu 11,90 Metern. Auch die Hinterlandverbindung des Hafens per Schiene wird erheblich verbessert. Hier bauen Niedersachsen Ports, die Deutsche Bahn und die Stadt Brake derzeit gemeinsam eine neue Brücke, die den bisherigen Bahnübergang ersetzen soll. Dadurch verringert sich die gegenwärtig erhöhte Unfallgefahr entlang des sehr schmalen und unübersichtlichen Teilabschnitts der Berliner Straße. Weiterhin steht bei Niedersachsen Ports Brake 2018 die Sanierung der Nordpier auf dem Plan. Notwendig geworden war diese durch die Havarie des Frachters MS MOUNT HOPE am 11. November 2017. Die Pfähle der Anlegestelle für den Schwefelumschlag waren dabei abgeknickt und durchgebrochen. „Wir wollen diese Anlage schnellstmöglich wieder instand setzen, um einen reibungslosen Umschlag zu gewährleisten“, betont Banik. Fünf Millionen Euro wird die Sanierung voraussichtlich kosten.

„In den vergangenen Jahren haben wir viel in den Seehafen Cuxhaven investiert und zahlreiche Bauvorhaben angestoßen. Nun können wir die Früchte unserer Arbeit ernten“, zeigt sich Holger Banik begeistert von den abgeschlossenen Projekten. Am 25. Mai 2018 wird die Hafengesellschaft gemeinsam mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann sowie den Firmen Siemens und EWE die neue Landstromanalage am Liegeplatz 9.3 einweihen. Sie kann künftig die Seeschiffe mit Energie versorgen. Parallel dazu feiert NPorts die Fertigstellung des Liegeplatzes 9.1 und den Neubau einer Rampe am Kopfende des Hansakai. Die nächste Einweihung steht dann im September an. Nachdem NPorts die Arbeiten für die Infrastruktur des Liegeplatzes 4 Ende 2017 abgeschlossen hat, ist dann auch die Suprastruktur des Betreibers Cuxport fertiggestellt. Da der Hafen Cuxhaven und insbesondere das Deutsche Offshore-Industrie-Zentrum sehr stark ausgelastet sind, wird aktuell das Planfeststellungsverfahren für die Liegeplätze 5 bis 7 vorbereitet. Außerdem wir ein Perspektivpapier gemeinsam mit der Hafenwirtschaft, der IHK und den Städten entwickelt.

Nachdem in Emden Ende 2017 ein Großteil der Arbeiten an dem Jahrhundertprojekt Nesserlander Schleuse abgeschlossen wurden, sind für 2018 zahlreiche neue Maßnahmen geplant. So läuft aktuell das Planfeststellungsverfahren für den Großschiffsliegeplatz zwischen Emspier und Emskai. „Wir reagieren damit auf die Nachfrage der Hafenwirtschaft, die einen weiteren Liegeplatz für den Außenhafen benötigt“, erläutert Banik. 2018 wird mit einem Planfeststellungsbeschluss gerechnet, dann können die Arbeiten beginnen. Insgesamt 55 Millionen Euro will NPorts über mehrere Jahre hinweg in das Projekt investieren. Weitere 5,5 Millionen fließen in die Emder Hafenbahn. In diesem Jahr soll die Mechanik des Stellwerks Kai Nord Fahrdienstleister (Knf) erneuert werden. Die Arbeiten finden bei laufendem Eisenbahnbetrieb statt. Außerdem wird die Bauwerksprüfung der Großen Seeschleuse im Frühjahr abgeschlossen und das Gutachten vorgestellt.

Gemeinsam mit der Reederei Norden-Frisia hat NPorts 2017 die Verkehrsführung am Juist-Terminal neu gestaltet und dadurch für mehr Sicherheit gesorgt. 2018 wird nun mit der Nord-Ost-Kaje das nächste große Projekt abgeschlossen. Es entstehen weitere Liegeplätze für den Crew-Transport der Offshore-Windparks. „Hiermit tragen wir den aktuellen Entwicklungen im Bereich Offshore-Windenergie Rechnung. Norddeich ist in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Ansiedlungen zu einem wichtigen Standort für die Offshore-Windparks geworden“, untermauert Holger Banik diese Investition in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Auch die Anbindung der Insel Wangerooge will Niedersachsen Port gemeinsam mit der Deutschen Bahn optimieren.

Am Standort Wilhelmshaven liegt der Fokus im Jahr 2018 auf der Instandhaltung der bestehenden Hafenanlagen. „Für uns ist die Sicherheit der vorhandenen Infrastruktur ebenso wichtig, wie neue Investitionen. Unsere Anlagen müssen dauerhaft leistungsfähig sein“, betont Holger Banik. In Wilhelmshaven betrifft das vor allem die Niedersachsenbrücke. Die Umschlaganlage wurde 1972 in Betrieb genommen. Sie versorgt mit der dort angelandeten Steinkohle nicht nur die Kohlekraftwerke in Wilhelmshaven, sondern Werke in ganz Deutschland. Anfang 2018 hat NPorts die Arbeiten zur Sicherung der Brückensohle abgeschlossen. Aktuell wird die Schutzbeschichtung an den circa 700 Gründungspfählen unterhalb der Brücke erneuert. Diese Maßnahme wird noch bis 2022 andauern. Außerdem beginnt NPorts in diesem Jahr mit der Sanierung des Helgoland- und Wangeroogkai. Die Kosten belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro.

Um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der NPorts-Häfen zu sichern, setzt die Hafengesellschaft zudem auf die Querschnittsthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Ziel ist es, Abläufe im Hafen zu optimieren, Ressourcen intelligent einzusetzen und dadurch die Umwelt zu entlasten. 2018 beginnt NPorts zunächst an den Standorten Brake und Wilhelmshaven WLAN für die Hafenkunden einzurichten. Mittelfristig sollen alle Häfen ausgestattet werden. Ebenfalls in diesem Jahr wird NPorts seine unternehmensweite Nachhaltigkeitsstrategie vorstellen. Die bisherigen Maßnahmen für die Nachhaltigkeitsinitiative hafen+ haben sich aber schon jetzt ausgezahlt. Nachdem die Häfen Emden und Wilhelmshaven bereits ein PERS-Zertifikat für ihr nachhaltiges Umweltmanagement erhalten haben, wurden jetzt auch Brake und Cuxhaven ausgezeichnet.

Quelle: Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG. Foto: Andreas Burmann




Digitalen Lösung zur effizienteren Nutzung

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Das Verkehrsaufkommen in der Binnenschifffahrt wird in den kommenden Jahren wachsen. Allein der Bundesverkehrswegeplan 2030 erwartet in Deutschland in diesem Bereich eine Zunahme von 23 Prozent.

Bleibt die Infrastruktur unverändert, sind jedoch neue Ansätze für eine effizientere Nutzung der Wasserstraßen nötig. Die Management- und Technologieberatung BearingPoint entwickelt dazu das Forschungsprojekt „Digitaler Schifffahrtsassistent“ (DSA). Mit dem DSA sollen Schiffer und Reedereien ihre Kosten senken und Transporte optimieren können.

Im Zentrum des DSA steht das Ziel, Binnenschiffern eine langfristige und verlässliche Planung ihrer Routen und Ankunftszeiten zu ermöglichen. Als digitale Plattform ermöglicht der DSA neue Kooperationsformen zwischen den beteiligten Akteuren der Schifffahrt. So werden in einer Webapplikation Wasserstandprognosen und Verkehrslagen integriert und durch Schnittstellen zu Häfen und Schleusen beispielsweise Funktionen wie Liegeplatzverfügbarkeit ermöglicht. In die DSA-Applikation lassen sich über die IT-Plattform weitere digitale Dienste mit eigenen Geschäftsmodellen einfügen.

Alexander Schmid, Partner bei BearingPoint, kommentiert: „Mit dem ‚Digitalen Schifffahrtsassistenten‘ können die beteiligten Stakeholder der Binnenschifffahrt ihre Transporte zukünftig besser planen und koordinieren. Die Effizienz der Wirtschaftlichkeit wird innovativ gesteigert, da der DSA die gesamte Wertschöpfungskette der Binnenschifffahrt unterstützt. Damit wird die Basis für ein zukünftiges digitales Ökosystem sowie die Binnenschifffahrt 4.0 geschaffen.“

So unterstreicht beispielsweise Binnenschiffer Ralf Kiepe von Heinz und Ralf Kiepe Schifffahrts OHG die positive Erwartung, die mit der DSA-Applikation verbunden ist: „Eine verlässliche Pegelstandprognose ermöglicht eine bessere Ladungsplanung und erhöht damit direkt die Wirtschaftlichkeit meiner Fahrten.“

Das Forschungsprojekt „Digitaler Schifffahrtsassistent“ wurde im Dezember 2016 im Rahmen des 2nd BMVI-Data-Run des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) entwickelt und wird durch die Förderinitiative mFUND gefördert.

„Mit dem mFUND unterstützen wir datengetriebene Ideen für die Mobilität von morgen“, sagt Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. „Der ‚Digitale Schifffahrtsassistent‘ trägt dazu bei, die Wirtschaftlichkeit von Transporten zu erhöhen. Das ist ein wichtiger Beitrag für Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Deshalb fördern wir diese Innovation mit insgesamt 2,15 Millionen Euro.“

In Kooperation mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz und der Technischen Universität Berlin erforscht BearingPoint innovative Ansätze für Binnenschiffer, Reedereien und binnenschifffahrtsabhängige Industrien, um die Wasserstraßen für ihre jeweiligen Transportaufgaben effizienter zu nutzen. Ab Herbst 2018 wird der DSA in einer Feldphase mit allen Beteiligten der Binnenschifffahrt getestet. Mit dem Feldtest wird die Anwendung als Prototyp zur Verfügung stehen.

Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um digitale datenbasierte Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD. Weitere Information finden Sie unter www.mfund.de.

BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit europäischen Wurzeln und globaler Reichweite. Das Unternehmen agiert in drei Bereichen: Consulting, Solutions und Ventures. Consulting umfasst das klassische Beratungsgeschäft, Solutions fokussiert auf eigene technische Lösungen in den Bereichen Digital Transformation, Regulatory Technology sowie Advanced Analytics, und Ventures treibt die Finanzierung und Entwicklung von Start-ups voran. Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und Organisationen. Das globale Beratungs-Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 10.000 Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 75 Ländern und engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen Geschäftserfolg.

Quelle: BearingPoint, Foto: WSV




Das Potenzial von Bahn und Binnenschiff nutzen

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Die bayernhafen Gruppe setzte an ihren Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau auch 2017 ihre Strategie fort, dem Gütertransport per Schiff und Bahn bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten. So stieß die bayernhafen Gruppe 2017 Investitionen in Höhe von circa 30 Mio. Euro an. 2017 wurden insgesamt 9,1 Mio. t Güter über die umweltfreundlicheren Verkehrsträger Schiff und Bahn umgeschlagen, 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Januar 2017 war in Teilen Süddeutschlands der kälteste seit dreißig Jahren: 3½ Wochen lang, bis Mitte Februar, musste die Schifffahrt auf dem Main-Donau-Kanal und der bayerischen Donau wegen der Eislage eingestellt werden. Entsprechend ging der Schiffsgüterumschlag im ersten Quartal 2017 um rund ein Drittel gegenüber 2016 zurück. Dies wurde übers Jahr jedoch wieder aufgeholt. So erreichte die bayernhafen Gruppe 2017 beim Schiffsgüterumschlag eine Steigerung von 5,9 % gegenüber 2016 auf 3,195 Mio. t. Maßgeblich dafür war insbesondere die Entwicklung am vom Schiffsgüterumschlag her größten bayerischen Hafen, dem bayernhafen Regensburg. Den größten Anteil an der Schiffstonnage machten landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Nahrungs- und Futtermittel aus; auch hochwertiges Schwergut wie in Bayern gefertigte Trafos oder Anlagentechnik wurde aufs Binnenschiff verladen und entlastete so die Straßen.

Per Bahn wurden 5,872 Mio. t umgeschlagen, 1,9 % weniger als im Vorjahr. Ein Grund dafür ist die per 30. Juni 2016 durch die italienische Staatsbahn eingestellte Rollende Landstraße (RoLa) vom bayernhafen Regensburg nach Trento. Über die Brenner-Route wird aktuell intensiv diskutiert, insbesondere auch wegen der gravierenden Autobahn-Rückstaus auf deutscher Seite aufgrund der Lkw-Blockabfertigungen in Tirol. Beim internationalen Brenner-Gipfel Anfang Februar 2018 vereinbarten die politischen Vertreter, bis Mai Vorschläge zu erarbeiten, wie mit der Rollenden Landstraße (RoLa) über den Brenner Straßentransporte auf die Schiene verlagert werden können. Die bayernhafen Gruppe bringt sich hier aktiv ein. „Wir begrüßen die von Bundesverkehrsminister Christian Schmidt beim Brenner-Gipfel vorgeschlagenen Förderungen als eine wesentliche Maßnahme, wieder grenzüberschreitende RoLas marktattraktiv gestalten zu können“, sagt Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der bayernhafen Gruppe, „wir stehen bereit, die RoLa wieder zu starten.“

Auf weiterhin stabilem Niveau bewegt sich der Containerumschlag an den bayernhafen Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg und Regensburg: Mit 450.944 TEU im Geschäftsjahr 2017 wurden die 459.794 TEU vom Vorjahr fast erreicht.

Die bayernhafen Gruppe bietet an ihren sechs Standorten für ihre Kunden Eigentum auf Zeit, über Erbbaurechts- und Mietverträge. Dies stellt eine nachhaltige Nutzung sicher, reduziert Leerstand und ermöglicht den Nutzerwechsel auf ein und derselben Fläche – das heißt Flächenrecycling geht vor Bauen auf grüner Wiese. Beispiel Konversion im bayernhafen Aschaffenburg: Auf den Flächen eines ehemaligen Umspannwerks entsteht ein Werk für Betonschwellen für die Bahn – Eröffnung voraussichtlich im April 2018. Im Hafen findet sich die ideale Anbindung an die drei Verkehrsträger Bahn, Binnenschiff und LKW.

„Der Erhalt und Ausbau von Infrastruktur ist ein Dauerbrenner“, sagt Joachim Zimmermann, „denn Infrastruktur ist das Rückgrat unserer Wirtschaft – sie muss laufend in Stand gehalten werden. Dies nehmen wir an unseren Standorten mit unserer Bauherren-Fähigkeit selbst in die Hand. Um die Ausgangsposition für den Gütertransport per Schiff und Bahn weiter zu verbessern, braucht es einen langen Atem. Wir investieren daher kontinuierlich in die schienen- und wasserbezogene Infrastruktur und in die Dienstleistungen an unseren Standorten.“

Für 2018 plant die bayernhafen Gruppe über all ihre Standorte Investitionen in Höhe von rund 32 Millionen Euro – zusätzlich zu den 2017 bereits angestoßenen 30 Millionen Euro. Dazu gehört die Vorbereitung von Ansiedlungsflächen sowie über mehrere Jahre laufende Optimierungsmaßnahmen an der schienen- und wasserbezogenen Infrastruktur. So wurde zum Beispiel 2017 im bayernhafen Bamberg mit der   Umwandlung eines Schräg- in ein Senkrecht-Ufer begonnen, dadurch wird der  Umschlag von und aufs Binnenschiff optimiert. Für 2018 ist unter anderem eine Modernisierung des Kranparks vorgesehen.

„Der Politik kommt die zentrale Aufgabe zu, alle Verkehrsträger ganzheitlich in den Blick zu nehmen und multimodale Infrastruktur zu stärken“, sagt Joachim Zimmermann, „die neue Bundesregierung hat hier die Chance, den Masterplan Schienengüterverkehr um die Binnenschifffahrt zu erweitern. Wir brauchen hier ein Gesamtkonzept, um den Wirtschaftsstandort Deutschland dauerhaft zu stärken und das Potenzial von Bahn und Binnenschiff zu nutzen.“

Quelle und Foto: bayernhafen Gruppe, Der kumulierte Bahn- und Schiffsgüterumschlag der bayernhafen Gruppe beträgt 9,1 Mio. t Güter im Jahr 2017 (im Bild der bayernhafen Regensburg).




Seegüterumschlag in Niedersachsen wächst

REDAKTIONSHINWEIS: Honorarfreies Pressebild zur redaktionellen Verwendung bei Nennung "Foto: Andreas Burmann". Oldenburg, Niedersachsen, DEU, 05.03.2018, Jahrespressekonferenz der niedersaechsischen Seehaefen. Von links: Holger Banik (Geschäftsführer Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG und der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG), Inke Onnen-Luebben (Geschaeftsfuehrerin Seaports of Niedersachsen GmbH), Dr. Bernd Althusmann (Niedersaechsicher Minister fuer Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung). Foto: Andreas Burmann [ (c) Dipl. Des. (FH) Andreas Burmann, Ammergaustrasse 156, 26123 Oldenburg, Tel.: +49-441-99867610 oder +49-171-5442466; info@andreas-burmann.de ]

Das Umschlagswachstum in den neun niedersächsischen Seehäfen im vergangenen Jahr basiert sowohl auf gestiegenen Volumen von Stückgütern als auch von flüssigen und festen Massengütern. Insbesondere die Umschläge von Neufahrzeugen, Containern und Kohle sowie von Rohöl und Mineralölprodukten haben sich positiv entwickelt.

Mit insgesamt rund 53,4 Millionen Tonnen umgeschlagenen Gütern im Seeverkehr verzeichnete die Hafengruppe ein Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahr (48,6 Millionen Tonnen) und übertrifft mit diesem Ergebnis auch das hervorragende Resultat aus 2015 (52 Millionen Tonnen).

Bezogen auf die seeseitig umgeschlagenen Stückgüter ergab sich mit rund 12,82 Millionen Tonnen in 2017 ein Wachstum von 13 % gegenüber dem Vorjahr (11,39 Millionen Tonnen in 2016). Entscheidend dazu beigetragen hat der Umschlag von Containern in Wilhelmshaven sowie von Neufahrzeugen in Emden und Cuxhaven. Am Containerterminal Wilhelmshaven ergab sich ein Plus von 15 % auf 554.449 TEU (481.720 TEU in 2016). Der Neufahrzeugumschlag in Niedersachsen erreichte mit rund 1,92 Millionen Einheiten in 2017 einen neuen Rekordwert (+ 6 % / 1,81 Millionen Fahrzeuge in 2016). Die Umschlagsvolumen flüssiger und fester Massengüter konnten im Vergleich zum Vorjahr um 9 % auf 40,55 Millionen Tonnen gesteigert werden (37,21 Millionen Tonnen in 2016). Sehr gut entwickelt haben sich innerhalb dieses Ladungssegments die Umschlagsmengen von Rohöl und Mineralölprodukten sowie von Kohle und Aluminiumoxyd und -hydroxyd.

Insgesamt wuchs der Umschlag im Seegüterverkehr der neun niedersächsischen Seehäfen demnach um 10 % von 48,6 Millionen Tonnen in 2016 auf knapp 53,4 Millionen Tonnen in 2017.

„Wir haben in 2017 insgesamt eine sehr erfreuliche Entwicklung des Seegüterumschlags in Niedersachsen registriert. Unsere Seehäfen sind traditionell stark im konventionellen Stückgutumschlag, dem Massengutumschlag und natürlich beim Umschlag rollender Ladung. Zudem trägt auch der Containerumschlag in Wilhelmshaven, der sich aufgrund des neuen Allianz-Gefüges seit Mai deutlich erhöht hat, mehr und mehr zur Wertschöpfung in den niedersächsischen Seehäfen bei. Wir gehen davon aus, den Seegüterumschlag der gesamten niedersächsischen Hafengruppe auch im laufenden Jahr auf hohem Niveau halten zu können. Um im schärfer werdenden Wettbewerb mit anderen europäischen Seehäfen auf Dauer mithalten zu können, muss der Ausbau unserer Häfen sowie der seewärtigen Zufahrten und Verkehrsinfrastrukturen aber kontinuierlich vorangetrieben werden“, kommentierte Inke Onnen-Lübben, Geschäftsführerin der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen GmbH, die Umschlagsergebnisse des vergangenen Jahres.

Erkannt haben dies auch die privaten Umschlagsbetriebe und ansässigen Industrieunternehmen in den niedersächsischen Seehäfen. Sie investierten im vergangenen Jahr rund 82 Millionen Euro in Suprastrukturen wie Gebäude und Gerätschaften und unterstreichen damit ihre Absicht zur zielgerichteten Weiterentwicklung ihrer Geschäftsaktivitäten an den niedersächsischen Seehafenstandorten.

Die Entwicklung des Seegüterumschlags der neun niedersächsischen Seehafenstandorte im Einzelnen:

In Brake wurden 2017 seeseitig rund 5,66 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, gegenüber dem Vorjahr ergibt sich damit ein Rückgang um 11 % (6,36 Millionen Tonnen in 2016). Zurückzuführen ist dies zum einen auf Einbußen beim Umschlag von Agrargütern (- 12 % / 2,96 Millionen Tonnen in 2017; 3,38 Millionen Tonnen in 2016), die sich aus fehlenden Volatilitäten in den Rohstoffmärkten ergaben. Auch das Umschlagsvolumen im Stückgutbereich war in 2017 in Brake rückläufig (- 17 % / 1,63 Millionen Tonnen in 2017; 1,96 Millionen Tonnen in 2016). Temporäre Lieferengpässe und verzögerte Seeschiffsankünfte zum Jahresende wirkten sich negativ auf den Zellstoffumschlag aus. Im Stahlumschlag fehlten Anschlussprojekte bei der Verschiffung von Großrohren.

Für Cuxhaven wurden im abgelaufenen Jahr rund 2,59 Millionen Tonnen im Seegüterverkehr verzeichnet. Dies entspricht einem Minus von 9 % (2,84 Millionen Tonnen in 2016). Ursache ist vor allem ein Rückgang beim Umschlag fester Massengüter (- 19 % / 613.409 Tonnen in 2017; 754.915 Tonnen in 2016), der sich u.a. aus unterschiedlichen Bautätigkeiten am Standort in den jeweiligen Jahren ergibt. Beim Fahrzeugumschlag bewegt sich das Volumen in 2017 mit 475.764 Neufahrzeugen um knapp 1 % unter dem Vorjahreswert (478.495 Fahrzeuge in 2016).

Der Seehafen Emden konnte beim Seegüterumschlag deutlich zulegen: 17 % mehr Güter, nämlich rund 5,08 Millionen Tonnen, wurden in 2017 umgeschlagen (4,33 Millionen Tonnen in 2016). Mit 1.447.668 umgeschlagenen Neufahrzeugen (+ 8 % / 1.333.782 Fahrzeuge in 2016) konnte für den Hafen an der Ems ein neuer Rekordwert verzeichnet werden. Positiv entwickelt hat sich auch der Umschlag fester Massengüter (+ 85 % / 1,2 Millionen Tonnen in 2017; 645.997 Tonnen in 2016) sowie von Stückgütern (+ 12 % / 2,99 Millionen Tonnen in 2017; 2,68 Millionen Tonnen in 2016). Im Stückgutbereich wirkten sich u.a. die höheren Volumen von Forstprodukten und Windenergie-Komponenten positiv aus.

Auch aus Nordenham kommen positive Zahlen: In 2017 konnte hier mit einem Umschlagsvolumen von 3,18 Millionen Tonnen ein Zuwachs von 27 % realisiert werden (2,50 Millionen Tonnen in 2016). Der für den Standort bedeutende Massengutumschlag trug hier maßgeblich zum guten Ergebnis bei. So stieg beispielsweise der Kohleumschlag in 2017 um 23 % auf 1,63 Millionen Tonnen (1,32 Millionen Tonnen in 2016), der Umschlag von Mineralölprodukten legte um 53 % auf 185.144 Tonnen in 2017 zu (121.358 Tonnen in 2016).

In Stade wuchs der Seegüterumschlag in 2017 um 2 % auf rund 5,80 Millionen Tonnen (5,70 Millionen Tonnen in 2016). Der Umschlag fester Massengüter konnte um 4 % gesteigert werden auf 3,18 Millionen Tonnen (3,05 Millionen Tonnen in 2016), innerhalb dieses Segments sorgten vor allem höhere seeseitige Umschlagsvolumen an Baustoffen (+ 31 % / 455.502 Tonnen in 2017; 347.330 Tonnen in 2016) sowie dem in Stade produzierten Aluminiumoxyd und -hydroxyd (+ 54 % / 287.768 Tonnen in 2017; 187.100 Tonnen in 2016) für das positive Ergebnis. Im Stückgutumschlag kommt der Elbhafen auf ein Volumen von rund 13.000 Tonnen (3.079 Tonnen in 2016).

Wilhelmshaven verzeichnete in 2017 ein Umschlagsvolumen von rund 30,29 Millionen Tonnen und wuchs damit gegenüber dem Vorjahr um knapp 16 % (26,20 Millionen Tonnen in 2016). Zugelegt hat sowohl der Umschlag von flüssigen Massengütern (+ 8 % / 20,25 Millionen Tonnen in 2017; 18,71 Millionen Tonnen in 2016) wie auch von festen Massengütern (+ 34 % / 4,20 Millionen Tonnen in 2017; 3,14 Millionen Tonnen in 2016). So wurden z.B. mehr Rohöl, Kraftstoffe sowie chemische Grundstoffe, aber auch mehr Kohle und Baustoffe an der Jade umgeschlagen. Positiv entwickelt hat sich auch der Stückgutumschlag, der mit 5,84 Millionen Tonnen um 34 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist (4,35 Millionen Tonnen in 2016). Der Containerumschlag trug zum guten Gesamtergebnis bei: Mit 554.449 TEU sind 15 % mehr Boxen in Wilhelmshaven umgeschlagen worden als 2016 (481.720 TEU).

In Leer belief sich das seewärtige Umschlagsergebnis in 2017 auf 58.594 Tonnen, was einem Plus von 37 % gegenüber dem Vorjahr entspricht (42.698 Tonnen in 2016). Der Binnenschiffsumschlag legte um 23 % zu auf 313.002 Tonnen in 2017 (254.822 Tonnen in 2016). In Leer werden vor allem Massengüter wie z.B. Baustoffe und Agrarprodukte umgeschlagen.

Im Hafen Oldenburg gingen in 2017 im Seeverkehr 64.412 Tonnen Güter über die Kaikanten (- 9 % / 70.507 Tonnen in 2016). Ursächlich für den Rückgang sind Einbußen beim Umschlag von Getreide und Futtermitteln. Infolge der Geflügelgrippe in der ersten Jahreshälfte gab es weniger Nachfrage nach Tierfutter, was sich auf den Oldenburger Hafen als Drehscheibe für diese Produkte negativ ausgewirkt hat. Gestiegen sind dafür die Umschläge von Baustoffen und Düngemitteln. Der Binnenschiffsumschlag in Oldenburg bewegte sich mit 968.878 Tonnen in 2017 auf dem Niveau des Vorjahres (969.297 Tonnen in 2016).

Papenburg konnte beim seeseitigen Umschlag mit 647.217 Tonnen in 2017 das Vorjahresergebnis um knapp 16 % übertreffen (559.976 Tonnen in 2016). Positiv entwickelte sich auch der Binnenschiffsumschlag: Mit 205.241 Tonnen erhöhte sich das Umschlagsvolumen um 50 % (136.946 Tonnen in 2016). Wichtige Umschlagsgüter in Papenburg sind z.B. Torf, Baustoffe, Dünger, Stahl und Projektladungen.

Quelle: Seaports, Foto: Andreas Burmann , v. l.: Holger Banik, Geschäftsführer Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG; Inke Onnen-Lübben, Geschäftsführerin Seaports of Niedersachsen GmbH; Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung  

 




Odfjell Terminals mit mehr Landungsbrückenkapazität

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Odfjell Terminals Rotterdam erweitert die Landungsbrückenkapazität. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Hafenbetrieb Rotterdam.

Odfjell verlängert und verstärkt die vorhandene Landungsbrücke, sodass Schiffe der Größenklasse LR2 (Long Range) mit maximal 160.000 dwt anlegen können. Dadurch kann der Terminal vorhandenen und neuen Kunden mehr Möglichkeiten bieten, Produkte effizient anzutransportieren und zu lagern.

Der Hafenbetrieb Rotterdam vertieft den Hafen auf ca. 15 m, um großen Schiffen dieser Art Zufahrt zum Derde Petroleumhaven (3. Petroleumhafen) zu ermöglichen, in dem Odfjell liegt. Odfjell und der Hafenbetrieb Rotterdam investieren gemeinsam in die Ansiedlung zusätzlicher Lager- und Umschlagmöglichkeiten und die Erweiterung des vorhandenen Dienstleistungsangebots.

Geschäftsführer Erik Kleine von Odfjell Terminals Rotterdam: „Wir greifen die Wünsche unserer Kunden auf, sodass wir zunehmend größere Schiffe abfertigen können. Wir schätzen es sehr, dass der Hafenbetrieb mit der Vertiefung des Hafens auch einen Beitrag leistet.”

„Die Erweiterung passt in die Strategie zur Revitalisierung des Botlekgebiets. Daher vertiefen das niederländische Wasserwirtschaftsamt Rijkswaterstaat und der Hafenbetrieb dieses Jahr auch den Nieuwe Waterweg”, so Ronald Paul, COO des Hafenbetriebs Rotterdam.”

Odfjell wird die neue Landungsbrücke voraussichtlich im letzten Quartal 2018 in Betrieb nehmen.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam