Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz

Die Verkehrswirtschaft will ihre Bemühungen für den Klimaschutz systematisch ausbauen. Von der Bundesregierung erwartet sie verlässliche Rahmenbedingungen und konsequente Investitionen zur Verbesserung des Verkehrssystems.

Bei einer Abendveranstaltung mit Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks, Abgeordneten des Deutschen Bundestages und Branchenvertretern erneuerte der Präsidiumsvorsitzende des Deutschen Verkehrsforums (DVF) Dr. Ulrich Nußbaum seine Forderung nach einem Modernisierungsbündnis: „Die Branche will ihren Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten. Allerdings ist unsere Sorge, dass Ziel und Machbarkeit so einfach nicht zusammengehen werden, wie die Bundesregierung im Klimaschutzplan 2050 annimmt. Minus 40 Prozent CO2 bis 2030 ist im Verkehrssektor eine extreme Herausforderung. Wir brauchen Wettbewerbsfähigkeit genauso wie Klimaschutz. Das geht nur mit einer langfristig angelegten Modernisierungsoffensive, die Politik und Wirtschaft gemeinsam vorantreiben.“

Dr. Barbara Hendricks MdB, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, bekräftigte die Zielsetzung, den Verkehrssektor bis zur Mitte des Jahrhunderts nahezu emissionsfrei zu gestalten. Um das zu erreichen, benötige man bereits 2030 überwiegend Fahrzeuge mit neuen Antrieben auf deutschen Straßen. Die Ministerin betonte, dass aus ihrer Sicht ein beschleunigtes Umdenken in diese Richtung notwendig sei. Anderenfalls werde der Automobilstandort Deutschland seine weltweite Spitzenstellung in Zukunft nicht halten können. Wichtig sei schließlich eine hohe Priorisierung der Infrastruktur des Schienenverkehrs. Zur Absicherung der ÖPNV-Finanzierung habe die Bundesregierung langfristige, feste Zusagen gemacht. Insgesamt müsse das Miteinander der Verkehrsträger künftig noch besser organisiert werden.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Arnold Vaatz MdB äußerte die Befürchtung, dass die Ziele des Klimaschutzplans zu hochgesteckt und nicht ohne den Verlust an Wirtschaftskraft umsetzbar seien. Vor konkreten Umsetzungsschritten müsse es eine soziale und wirtschaftliche Folgenabschätzung geben. Letztendlich könne der Klimaschutz nur Erfolg haben, wenn die Innovationskraft der Unternehmen erhalten bleibe. Vaatz: „Will man regulatorische Vorgaben und Maßnahmen zur Emissionsreduktion langfristig planbar und verlässlich gestalten, muss der politische Rahmen, insbesondere bei der Festlegung von Grenzwerten, technologieoffen und innovationstreibend gesetzt werden. Wettbewerb statt Planwirtschaft muss der Leitgedanke sein. Im ursprünglichen Entwurf des Klimaschutzplans war dies nicht gegeben. Alternative Energieträger und Antriebe müssen sich ohne Subventionen am Markt durchsetzen können.“

Nach Einschätzung von Dr. Valerie Wilms MdB, Mitglied des Verkehrsausschusses und Sprecherin für Nachhaltigkeit der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Deutschen Bundestag, ist ein ambitionierter Klimaschutzplan zwingend notwendig. Dr. Wilms: „Bei den Antrieben im Straßenverkehr sind Entscheidungen nötig. Dafür müssen die nächsten Jahre genutzt werden. Es gibt Zwischenlösungen – Stichwort Power-to-X. Die Basis wird dann aber nicht der Diesel sein. Die notwendigen Schritte müssen wir in der nächsten Legislaturperiode umsetzen. Das geht über marktwirtschaftliche Instrumente. Der Preis für Kraftstoffe sollte von den Emissionen abhängen. Er muss die Wahrheit sagen.“ Dr. Wilms forderte außerdem stärkere Bemühungen, um die Attraktivität der Dienstleistungen im Kombinierten Verkehr zu steigern. Dafür sei auch der Deutschland-Takt notwendig.

Dr. Eckhard Scholz, Vorsitzender des Markenvorstands VW Nutzfahrzeuge der Volkswagen AG, schätzte den künftigen Markt für elektrifizierte Nutzfahrzeuge im innerstädtischen Verkehr positiv ein, plädierte aber dafür, den Dieselantrieb nicht negativ zu belegen. Dr. Scholz: „Momentan formt sich eine neue automobile Welt, die auch neue Kompetenzen und ein neues Denken fordert. Sie wird geprägt sein von digitaler Vernetzung, von neuen Antriebstechnologien, von einem integrierten Mobilitäts-Verständnis und noch anspruchsvolleren CO2-Zielen. Schon heute leistet der deutsche Verkehrssektor einen großen Beitrag zur CO2-Reduzierung. Der Einsatz unterschiedlicher Antriebsarten, effektiverer Kraftstoffe sowie ein modernes Verkehrssystem tragen dazu bei, dass Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz in Einklang zu bringen sind. Auch Lösungen für den Einsatz von Lang-Lkw und Platooning sowie optimierte Trailer und Lkw-Aufbauten können hier ihren Beitrag leisten.“

Nach Einschätzung von Matthias Magnor, Deutschland-CEO des Logistikunternehmens Hellmann, sind starke und langfristig angelegte Kaufanreize für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben erforderlich: „Hellmann hat schon vor 20 Jahren testweise alternative Kraftstoffe eingesetzt, seit 2012 auch LNG-Antriebe. Eine Förderung der Mehrkosten für die Anschaffung von Erdgas-Lkw ist unumgänglich, da deren Anschaffungskosten signifikant höher sind als bei vergleichbaren Diesel-Lkw. Gleiches gilt für elektrische Nutzfahrzeuge. Flankiert werden müssen diese Maßnahmen durch den Ausbau einer entsprechenden Tank-Infrastruktur. Die Effizienz ist im Straßengüterverkehr in den letzten Jahren weiter deutlich verbessert worden. Effizienzgewinne, auch der Lang-Lkw, sind wichtige und machbare Bausteine. Außerdem brauchen wir faire internationale Wettbewerbsbedingungen.“

Der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Transdev GmbH Christian Schreyer betonte, dass der Schienenverkehr auf der Kostenseite entlastet werden müsse, wenn der Klimaschutzplan Erfolg haben soll: „Die Schiene ist der umweltfreundlichste Verkehrsträger überhaupt, Elektromobilität ist hier längst Realität: Doch anstatt die Leistungen der Schiene für den Klimaschutz entsprechend zu würdigen, hat sich die EEG-Umlage in den letzten 10 Jahren fast verzehnfacht. Wer die Schiene fördern will, der muss für eine deutliche Senkung dieser Kosten sorgen. Zugleich muss die Elektrifizierung von Schienenstrecken im Sinne des Klimaschutzes weiter vorangetrieben werden. Es sollte zudem finanzielle Anreize für Aufgabenträger geben, einen niedrigen Energieverbrauch in Wettbewerbsverfahren zu implementieren.“

Quelle: DVF




RheinCargo stärkt ihre moderne Lok-Flotte

Bombardier in Kassel uebergibt am Donnerstag, den 24.11.2016, zwei Lokomotiven an RheinCargo. Foto: Bombardier/Heiko Meyer

Die RheinCargo, Deutschlands größte private Güterbahn, stärkt ihre Lok-Flotte für den Schienengüterfernverkehr. Mit dem Kauf von zehn neuen elektrischen Lokomotiven des Typs BOMBARDIER TRAXX AC3 modernisiert das Unternehmen seinen Fuhrpark und schafft die Basis für mehr umweltfreundliche Transporte auf der Schiene.

„RheinCargo steht für zuverlässige, effiziente und nachhaltige Logistiklösungen. Wir freuen uns, dass wir das Angebot für unsere Kunden in Zukunft weiter verbessern können. Mit den neuen Lokomotiven investieren wir in unsere Produktionsqualität und stärken unsere deutschlandweite Präsenz“, betont Daniel Jacobs, Leiter Fahrzeugmanagement bei RheinCargo.

Heute wurden im Werk Kassel des Bahntechnik-Herstellers Bombardier Transportation die ersten drei von insgesamt zehn elektrischen Lokomotiven der neuesten Generation vom Typ TRAXX AC3 (Baureihe 187) an RheinCargo ausgeliefert. Die restlichen sieben Maschinen sollen bis Ende dieses Jahres in Dienst gestellt werden. RheinCargo wird die bis zu 140 Stundenkilometer schnellen E-Loks im bundesweiten Fernverkehr einsetzen und damit unter anderem Mineralöl-, Baustoff- und Containerzüge befördern.

Der Erwerb der zehn E-Loks ist für die 2012 gegründete RheinCargo die bislang bedeutendste Investition in den eigenen Fuhrpark. Ab Ende 2013 hatte das Unternehmen zunächst in die Modernisierung seiner Diesel-Lok-Flotte investiert und vollzieht nun den nächsten Schritt.

„RheinCargo betreibt eine der modernsten Flotten im Schienengüterverkehr in Deutschland. Die neuen Loks sind eine sehr gute Ergänzung für unseren bestehenden Pool. Wir senken damit das Durchschnittsalter unserer Streckenlokomotiven auf rund acht Jahre. So können wir für unsere Kunden besonders umweltfreundliche und zuverlässige Transporte durchführen“, erläutert Daniel Jacobs, Leiter Fahrzeugmanagement.

Die Lokomotiven wurden bei Bombardier in Kassel montiert. Die Wagenkästen kommen aus Wrocław (Polen), die Drehgestelle aus Siegen. Antriebs-, Steuerungs- und Sicherheitssysteme wurden in Mannheim und Hennigsdorf sowie in Västeras (Schweden) hergestellt. Mike Niebling, Director Sales Bombardier Transportation: „Mit der TRAXX AC3-Lokomotive können wir unseren Kunden eine Lokomotive bieten, die Ökonomie und Ökologie vereinigt sowie eine hohe betriebliche Verfügbarkeit aufweist. Wir danken allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit, die die pünktliche Zulassung der für diese Lokomotiven benötigten Software ermöglichte.“

Quelle: RheinCargo GmbH & Co. KG, Foto: Bombardier/Heiko Meyer, bei der Übergabe in Kassel (von links): Albert Bastius, Head of Product Line Locomotives, Bombardier Transportation, Daniel Jacobs, Leiter Fahrzeugmanagement RheinCargo, Mike Niebling, Director Sales Bombardier Transportation, Wolfgang Birlin, Geschäftsführer RheinCargo




DVF: „Länder müssen nun mitziehen“

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„Mit der Einigung der drei Bundesminister Wolfgang Schäuble, Alexander Dobrindt und Sigmar Gabriel über die Details einer Grundgesetzänderung zur Etablierung einer Infrastrukturgesellschaft Verkehr ist der komplexe Prozess einen wichtigen Schritt voran gekommen“, erklärt Dr. Ulrich Nußbaum, DVF-Präsidiumsvorsitzender.

Und er fährt fort: „Jetzt müssen die notwendige Grundgesetzänderung und das Errichtungsgesetz zügig beschlossen werden. Ich appelliere an die Bundesländer, diesen nächsten Schritt nun mitzugehen. Denn erst mit ihrem Einverständnis wird der Weg für eine zentrale Steuerung von Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Bundesfernstraßen durch den Bund bereitet.“,
„Wir unterstützen die im neuen Entwurf von Artikel 90 Grundgesetz vorgesehene Errichtung einer privatrechtlichen Gesellschaft im unveräußerlichen Eigentum des Bundes, die für Bundesautobahnen und mit ihnen verbundenen autobahnähnliche Bundesstraßen zuständig sein soll“, betont Nußbaum. Damit könne nun nach der Überjährigkeit des Verkehrshaushaltes ein weiterer Reformschritt des „DVF-Zukunftsprogramms Verkehrsinfrastruktur“ umgesetzt werden.

Trotz dieser angestoßenen Reformen mahnt Nußbaum, das Tagesgeschäft engagiert weiter zu führen: „Es bleibt die Herausforderung, den Investitionshochlauf mit den vorhandenen Kapazitäten und Strukturen jetzt bestmöglich umzusetzen. Dazu müssen die Zahl der baureifen Projekte zügig erhöht und die noch bestehenden Auftragsverwaltungen der Länder optimiert werden. Der Bund sollte dazu rasch eine Aufstockung der Planungsmittel bewilligen. Diese Anstrengungen kommen dann auch der künftigen Infrastrukturgesellschaft Verkehr des Bundes zu Gute.“

Quelle: DVF, Foto: straßen.nrw




Logistikverbände warnen vor Überregulierung

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Einhellig warnen der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB), der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) vor einer Überregulierung speditioneller Gleisanschlüsse.

Anlässlich einer von der Bundesnetzagentur gestarteten Marktkonsultation zur Novellierung des Eisenbahnregulierungsgesetzes verweisen die drei Verbände auf drohende Nachteile für den Wettbewerb im Schienengüterverkehr. Vor allem, wenn kleinere und mittlere Betriebe gezwungen werden, ihre eigenen Gleisanschlüsse für Fremdunternehmen zu öffnen.

BÖB, DSLV und VDV sehen die Gefahr, dass durch eine solche Regulierung der Schienengüterverkehr nicht gestärkt, sondern geschwächt wird. Zusätzliche bürokratische und finanzielle Hürden für die Unternehmen führten vielmehr zu geringeren Investitionen in neue Gleisanschlüsse und in einigen Fällen auch zu deren Stilllegung. Stattdessen fordern die Verbände, praxisgerechte und unbürokratische Maßstäbe an die gesetzliche Definition von Serviceanlagen im Eisenbahnregulierungsgesetz anzulegen.

BÖB-Präsident Rainer Schäfer betont die Relevanz der geplanten Regulierung für die Binnenhäfen im Wettbewerb: „Unsere Häfen konkurrieren als Teil der intermodalen Transportlösungen mit dem Straßengüterverkehr und nutzen dabei auch private Eisenbahnen. Wir spüren deutlich die Nachteile der stetig steigenden Anforderungen der Aufsichtsbehörden in diesem Wettbewerb. Weitere unnötige Auflagen, die zudem den Wettbewerb im Schienengüterverkehr nicht steigern, verschaffen nur dem Straßengüterverkehr weiteren Vorsprung, der immer schwerer einzuholen ist.“

Günter Haberland, Mitglied des DSLV-Präsidiums, gibt zu bedenken, dass „Betreiber von Güterterminals mit ihren Investitionen in Vorleistung gegangen sind und damit das Auslastungsrisiko und die Wirtschaftlichkeit ihrer Anlage auf Jahre hinaus tragen. Das Unternehmen, das die Nutzung eines fremden Gleisanschlusses beantragt hat, trägt dagegen kein wirtschaftliches Risiko und umgeht die bürokratischen Hürden, profitiert also, ohne selbst ins Risiko zu gehen. Zudem ist eine Regulierung nicht notwendig und dann auch rechtlich nicht zulässig, wenn ausreichender Wettbewerb besteht.“

VDV-Vizepräsident Joachim Berends unterstreicht die Notwendigkeit, Serviceeinrichtungen nach ihrer Nutzung zu unterscheiden: „Güterterminals haben in der Regel ein anderes Wettbewerbsumfeld und eine andere Nutzergruppe als die übrigen Serviceeinrichtungen. Sie stehen meist in einem direkten Verkehrsträger- und Standortwettbewerb. Hier bedarf es keiner weiteren Regulierung, der Wettbewerb zwischen den Güterterminals funktioniert in der Praxis bereits sehr gut.“

Quelle: Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e. V. (BÖB) , Foto: bayernhafen




Umschlag Terminal Marl (UTM) erhält CrefoZert

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Das Umschlag Terminal Marl (UTM) ist von der Wirtschaftsauskunftsdatei Creditreform Bochum mit dem Bonitätszertifikat CrefoZert ausgezeichnet worden.

Damit gehört UTM, ein Gemeinschaftsunternehmen der Duisburger Hafen AG (duisport) und Evonik Technology & Infrastructure, zu den derzeit rund 20.000 bundesdeutschen Unternehmen, die die Voraussetzungen für das ein Jahr gültige Zertifikat erfüllen.

UTM ist ein auf sensible Güter und Gefahrgut spezialisiertes Terminal für den Kombinierten Bahnverkehr im Chemiepark Marl.

Das CrefoZert basiert unter anderem auf einer Jahresabschlussanalyse, der Bonitätsprüfung und den Zukunftsprognosen.

Quelle: duisport, Foto: Evonik, von links nach rechts: Philipp Böhme (Geschäftsführer Creditreform Bochum), Sandra Gürtler (Betriebsleiterin Umschlagterminal Marl), André Linnemann (Firmenkundenbetreuer Creditreform Bochum)




Burchardkai führt zukunftsweisendes Arbeitszeitmodell ein

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Ab dem 15. Januar 2017 wird am Burchardkai ein neues Produktions- und Arbeitszeitmodell dafür sorgen, dass die Leistung bei der Schiffsabfertigung weiter deutlich verbessert werden kann. Dies wird einen noch effizienteren Umschlag an den immer größer werdenden Schiffen sicherstellen.

Jens Hansen, Geschäftsführer des HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB): „Durch Anpassungen des bisherigen Produktions- und Arbeitszeitmodells werden zukünftig vor allem die Containerbrücken und Van-Carrier auf unserem Terminal ohne Pausen durchgängig eingesetzt werden können – in der Woche wie auch am Wochenende. Wir verbessern damit verlässlich die wasserseitige Abfertigungsleistung und -qualität: ein weiterer zentraler Baustein zur Vorbereitung auf die effiziente Abfertigung der immer größer werdenden Schiffe. Im Frühjahr 2017 erwarten wir am Burchardkai das erste Schiff mit einer Kapazität von 20.000 Standardcontainern (TEU). Durch den optimierten Service wollen wir die Reeder noch stärker an den Burchardkai und den Standort Hamburg binden. Es ist deshalb erfreulich, dass wir in enger Abstimmung mit den Beschäftigten gemeinsam eine zukunftsweisende Lösung gefunden haben.“

Quelle: Hamburger Hafen und Logistik AG, Foto: © HHLA/Dietmar Hasenpusch




Antwerpen verleiht Sustainability Award

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Der erste Sustainability Award des Hafens Antwerpen geht an das Projekt ECLUSE. Mit ihm soll nach und nach die Energieversorgung der Chemieunternehmen am Linken Scheldeufer durch „grüne“ Wärme ersetzt werden.

Dieses Projekt erhielt die meisten Stimmen sowohl der Experten-Jury, als auch der Öffentlichkeit, die sich über eine Online-Abstimmung beteiligen konnte. Weitere Podiumsplätze gingen an Qpinch, Gyproc und BASF Antwerpen.

Sobald das ECLUSE-Projekt mit der vollen Kapazität läuft, wird es eines der größten industriellen Wärmecluster in Europa sein. Es wird dann gut zehn Prozent der „grünen“ Wärme in Flandern verteilen. Damit wird es einen bedeutenden Beitrag zur Erfüllung der belgischen Ziele leisten, die im Anfang November in Kraft getretenen Pariser Klimaabkommen vereinbart wurden.

Ziel des Projektes ist der Aufbau eines Wärme-Verteilnetzes, das nach und nach die bisher auf Erdgas basierende singuläre Wärmeversorgung mehrerer großer Chemie-Unternehmen am Linken Scheldeufer ersetzen soll. Die Wärme in Form von Dampf wird in den Abfall-Energie-Anlagen des Abfallverwertungsunternehmens INDAVER und seines Joint Ventures SLECO produziert, während das Wärme-Verteilnetz von Infrax aufgebaut wird. Sechs Abfallverbrennungsöfen werden Dampf mit einer maximalen Kapazität von 250 MW erzeugen. So können jährlich 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden, vergleichbar mit 50 Windkraftanlagen von jeweils 2,3 MW Leistung. Das Netz wird so ausgelegt, dass es weiteres Wachstum ermöglicht, entsprechend den CO2-Einsparungen von 100 Windkraftanlagen.

Zurzeit wird der Dampf genutzt, um Turbinen zu betreiben, die Elektrizität erzeugen, aber sobald das Netz betriebsbereit ist, wird der Dampf so weit wie möglich direkt zur Industrie geliefert. Das wird viel energieeffizienter sein und so dazu beitragen, die chemische Industrie in der Region zu stärken. Es überrascht daher nicht, dass das ECLUSE-Netzwerk von essencia, dem Verband der chemischen Industrie und Life Sciences in Belgien, unterstützt wird.

„Der Erhalt des Sustainability Awards nur zwei Monate nach der Unterzeichnung des Vertrages mit dem Bauherrn und den Chemie-Unternehmen ist das Tüpfelchen auf dem i für uns“, sagte Paul Verbeeck, Vorstandsvorsitzender von ECLUSE, der den Preis entgegen nahm. „Die Reduktion der CO2-Emissionen um 100.000 Tonnen jährlich, die Einsparung fossiler Energien, die Förderung der erneuerbaren Energien und der weitere Ausbau der chemischen Industrie im Hafen von Antwerpen… das sind nur einige der Vorteile des ECLUSE Dampf-Verteilnetzes. Wir sind sehr stolz, dass dieses Projekt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern durchgeführt wird und dass wir damit zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen.“

Um das Ereignis des ersten Sustainability Awards zu unterstreichen, wurde ein “Walk of Sustainability“ auf der Promenade am neuen Hafenhaus eingerichtet. Dort wird den Gewinnern des alle zwei Jahre verliehenen Preises ein Gedenkstein ins Pflaster eingesetzt.

Der Sustainability Award ist eine gemeinsame Initiative der Antwerp Port Authority, der Left Bank Development Corporation und von VOKA-Alfaport. Seit 2011 sind diese Akteure auch die treibenden Kräfte des Nachhaltigkeitsberichtes, der alle zwei Jahre von der Antwerpener Hafengemeinschaft veröffentlicht wird. Das ständige Thema dieses Berichtes ist der Ehrgeiz des Hafens  Antwerpen, seinen Spitzenplatz bei nachhaltiger Wertschöpfung zu behaupten. Ab diesem Jahr wird dieser Anspruch mit dem alle zwei Jahre verliehenen Sustainability Award weiter betont.

Insgesamt 20 Unternehmen und Organisationen haben Projekte für den Preis eingereicht. Aus diesen Bewerbungen hat eine siebenköpfige Jury, geleitet vom Vorsitzenden der Antwerp Port Authority Marc Van Peel und den Provinzgouverneuren Ostflanderns und Antwerpens eine Shortlist von vier Bewerbern ausgewählt. Neben dem Preisträger ECLUSE gehörten dazu der Gipsplattenhersteller und Kreislaufwirtschaft-Pionier Gyproc, BASF Antwerpen mit seinem „Pioneer Students“-Projekt und Qpinch mit einem Projekt zur Rückgewinnung von Abfallwärme.

Quelle und Foto: port of Antwerp, Marc Van Peel (links) überreicht Paul Verbeeck von ECLUSE, den Sustainability Award des Hafens Antwerpen




Experten diskutierten Seehafenhinterlandverkehr

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Die reibungslose Abwicklung der Seehafenhinterlandlogistik ist für einen Industriestandort wie Deutschland zur Versorgung der internationalen Märkte von besonderer Bedeutung. Deutschlands größter Universalhafen Hamburg ist Europas größter Eisenbahnhafen und setzt im Hinterlandverkehr vor allem auf die Schiene.

Bei der logistischen Steuerung weltweiter Transportketten sind die Verlader aus Industrie und Handel auf leistungsfähige Verkehrsanbindungen mit den Seehäfen angewiesen. Vor dem Hintergrund eines stetig wachsenden Aufkommens im Hinterlandverkehr steht der Hamburger Hafen vor besonderen Herausforderungen. So nimmt auf der Landseite besonders der Eisenbahnverkehr kontinuierlich zu. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass auch die Zahl der besonders großen Containerschiffe mit steigenden Umschlagmengen je Anlauf zunimmt. Das sind zwei bedeutende Entwicklungen, auf die sich neben der Hafenwirtschaft auch alle anderen an der Transportkette beteiligten Unternehmen einstellen müssen. Vor welchen Herausforderungen im Seehafenhinterlandverkehr die Verkehrs- und Industrieunternehmen stehen und mit welchen Lösungen aktuelle Anforderungen zu meistern sind, diskutierten Experten auf einer Informationsveranstaltung, die jetzt auf Einladung von TFG Transfracht GmbH und Hafen Hamburg Marketing e.V. in Mannheim stattfand.

Rund 100 Gäste der Informationsveranstaltung verfolgten nach der Begrüßung durch Sebastian Kolb, Leiter Regionalbereich West/Schweiz, TFG Transfracht GmbH, und Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V., den Eröffnungsvortrag „Herausforderungen und Zukunftskonzepte im Intermodalverkehr aus wissenschaftlicher Sicht“, den Professor Dr. Carlos Jahn, Leiter Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen, hielt. Nikolaus Gossmann, Regional Sales Manager, TFG Transfracht GmbH, und Ingo Egloff erläuterten anschließend in Kurzvorträgen die Seehafenhinterland-Anbindung der Wirtschaftsregion Rhein-Main/Neckar an die deutschen Seehäfen und die Entwicklungsperspektiven des Hamburger Hafens. In einer von Professor Dr. Jahn moderierten Podiumsdiskussion, an der sich Michael Berger, Managing Director OPDR, Wolfgang Hurtienne, Geschäftsführer Hamburg Port Authority (HPA), Marcus Jenner, Leiter Beschaffungslogistik und Prokurist der Firma Deichmann, Jörg Ullrich, Geschäftsführer ECL European Cargo Logistik GmbH, Sebastian Kolb, Leiter Regionalbereich West/Schweiz TFG Transfracht GmbH sowie Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. beteiligten, diskutierten die Teilnehmer dann u.a. die Möglichkeiten zur Optimierung von Hinterlandtransportketten, die Einbeziehung von Shortsea-Verkehren, die Entscheidungskriterien für die Verkehrsträgerwahl aus Verladersicht und die Herausforderungen bei der Kapazitäts- und Frequenzplanung am Beispiel der Operateure TFG und ECL.

Die Experten waren sich nach der lebhaft geführten Diskussionsrunde darüber einig, dass eine gut aufeinander abgestimmte Vernetzung der Verkehrsträger für Deutschlands stark auf den Außenhandel ausgerichtete Wirtschaft gefördert und ausgebaut werden muss. Mehr Güterverkehre auf der Schiene sind dabei auch vor dem Hintergrund von Klimaschutzzielen, und wachsender Gütermengen zur besseren Anbindung der Wirtschaftsregionen an die Seehäfen ein Ziel mit Perspektive.  „Als Europas führender Eisenbahnhafen sind wir auf eine gut ausgebaute und störungsfrei funktionierende Infrastruktur angewiesen, um wachsende Gütermengen zwischen den Häfen und den Wirtschaftsregionen im Binnenland bewältigen zu können. Immerhin haben 12 Prozent aller in Deutschland auf der Schiene transportierten Güter ihren Start- oder Zielpunkt im Hamburger Hafen. Heute bereits erreichen oder verlassen mehr Güter den Hamburger Hafen auf der Schiene als auf der Straße “, betonte Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V., zum Abschluss der Veranstaltung. Sebastian Kolb unterstrich ebenfalls die Bedeutung der deutschen Seehäfen und die Notwendigkeit intermodaler Logistik bei maritimen Supply Chains. „Dank der Erweiterung unseres Drehscheibenkonzeptes und der daraus resultierenden hohen Flexibilität unseres Zugsystems ist es uns gelungen, unser Transportvolumen in den deutschen Seehäfen im ersten Halbjahr 2016 um 13% zu steigern. Dabei spielt die Region Rhein-Main/Neckar mit dem Albatros-Express Frankfurt und Mannheim/Ludwigshafen eine wesentliche Rolle. Mit 38 Abfahrten wöchentlich und täglichen Anbindungen an alle großen Containerterminals in Hamburg und Bremerhaven bieten wir die höchste Frequenz und Kapazität in der Region.

Für Sebastian Kolb und seinen Kollegen Nikolaus Gossmann war die gut besuchte Informationsveranstaltung ein Erfolg. Das gemeinsam mit Jürgen Behrens, Leiter der Hafen Hamburg Marketing Repräsentanz Deutschland-Süd, gestaltete Veranstaltungsprogramm brachte in der Kombination von kurzen Fachvorträgen, und abschließender Podiumsdiskussion viele gute Anregungen und Beispiele für eine weitere Optimierung und den Ausbau multimodaler Transportketten.

Quelle: HHM, Foto: HHM / Michael Lindner




Hafenwirtschaft und Reeder skeptisch

Waltershofer Hafen in Hamburg mit Containerschiffen

Die Stimmung in der maritimen Wirtschaft Norddeutschlands ist im Herbst 2016 geteilt: Deutlich optimistisch ist sie im Schiffbau, während die Geschäftsaussichten in der Hafenwirtschaft und bei den Reedern rückläufig sind.

Risiken für die Entwicklung sehen die Unternehmen vor allem bei der Auslandsnachfrage. Auch die gestiegenen Energiekosten aufgrund der Trendwende beim Ölpreis seit Jahresanfang bereiten den Betrieben erste Sorgen. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Nord für die maritime Branche.

Im Schiffbau hat sich das Geschäftsklima im Vergleich zum Frühjahr 2016 deutlich aufgehellt. Der Index klettert von 83,2 auf 118,2 Punkte. Fritz Horst Melsheimer, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Hamburg, sagte: „Die Übernahme der Hamburger Werft Blohm+Voss durch die Bremer Lürssen-Gruppe wird mit Blick auf den deutschen Schiffbau insgesamt positiv bewertet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern haben die Übernahme der ehemaligen Nordic Werften – jetzt MV Werften – durch die malaysische Genting Gruppe und die nachfolgenden Aufträge die Schiffbaubranche in Aufbruchstimmung versetzt. Zudem hat die Zahl der Beschäftigten der Branche mit knapp 16.000 den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht. Angesichts der Krise im Weltschiffbau ist die wirtschaftliche Lage der Werften hierzulande erfreulich robust.“

Schlechtere Nachrichten kommen dagegen vonseiten der Reeder: Das Konjunkturbarometer sinkt um mehr als 13 Punkte und steht derzeit bei 84,9 Punkten. Die anhaltende Schifffahrtskrise mit Überkapazitäten bei der Tonnage und Problemen bei der Schiffsfinanzierung setzt die Branche unter Druck. „Die Charterraten sind zum Teil so stark gefallen, dass viele Reeder die Schiffskredite nicht mehr tilgen können. Die Zahl der Insolvenzen steigt deshalb weiter. Im Ergebnis wird die deutsche Handelsflotte auch in diesem Jahr schrumpfen“, sagte der IHK Nord-Vorsitzende.

Auch die Hafenwirtschaft blickt gedämpfter in die Zukunft. Der Geschäftsklimaindex sinkt hier von 112,9 auf 107,1 Punkte. Im ersten Halbjahr 2016 ging der Umschlag der deutschen Seehäfen um zwei Prozent zurück. Der nachlassende Welthandel, ein starker Wettbewerb mit den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen sowie die Russlandsanktionen belasten nach wie vor die Ergebnisse der Hafenbetriebe. Im Hinblick auf die für Dezember angesetzten Verhandlungstermine des Bundesverwaltungsgerichts zur Fahrrinnenanpassung der Elbe betonte Melsheimer: „Wir hoffen, dass in Kürze ein positives Urteil zum geplanten Ausbau der Elbe vorliegt. Die Wirtschaft braucht hier endlich Klarheit, auch bezüglich der seewärtigen Zufahrten der anderen deutschen Seehäfen“.

Die Diagramme mit den Konjunkturzahlen finden Sie zum Download auf: www.ihk-nord.de

Quelle: IHK Nord, Foto: www.mediaserver.hamburg.de/ Andreas Vallbracht




Rotterdam ebenfalls in vorderster Reihe

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Wenn auch Rotterdam vorige Woche bereits den prominentesten europäischen Platz im Fahrplan der Ocean Alliance erhielt, so kann Rotterdam auch im neuen Verbund von THE ALLIANCE mit der Position des Hafens zufrieden sein.

Rotterdam wurde in alle fünf Verkehrsdienste von THE Alliance (der Allianz der Containerreedereien Hapag-Lloyd, Yang Ming, UASC, MOL, NYK Line und „K“Line) zwischen Asien und Nordeuropa aufgenommen, ebenso wie in zwei der transatlantischen Bestimmungen. THE Alliance wird ab April 2017, mit 240 Schiffen, auf der Ost-West-Route insgesamt 31 Roundtrips (Loops) durchführen. Dabei werden 75 verschiedene Häfen angelaufen. Es geht um fünf Asien-Nordeuropa-Roundtrips, drei Roundtrips zwischen Asien und dem Mittelmeer, einen (1) Roundtrip zwischen Asien und dem Mittleren Osten, sechzehn transpazifische Roundtrips, von denen elf die amerikanische West- und fünf die Ostküste anlaufen, sowie sechs transatlantische Routen, von denen fünf Nordeuropa ansteuern.

Die Containerreederei-Allianz 2M von Maersk Line und MSC hat im Mai letzten Jahres ihren neuen Fahrplan auf der Route Europa-Asien bekannt gegeben. Das waren Neuigkeiten, die für den Rotterdamer als Erfolg zu werten waren. Mit diesem neuen, bereits Ende August in Kraft getretenen Fahrplan hat der Rotterdamer Hafen bereits große Fortschritte gemacht, da eine zusätzliche ‚first port of call‘- und ‚last port of call‘-Position hinzukam. Vorige Woche wurde bereits bekannt, dass Rotterdam einen Platz im Fahrplan der neu gebildeten Ocean Alliance (der Reedereien CMA CGM, Cosco, OOCL und Evergreen) auf allen acht Roundtrips, die Nordeuropa anlaufen, erhalten hat. Es geht um sechs Linienverbindungen mit Asien und zwei für Nordamerika. Dank des erschienenen Fahrplans von THE ALLIANCE kann Rotterdam mit der Position des Hafens in den Fahrplänen der Linienverbindungen, welche die Ost-West-Handelsbestimmungen anlaufen, zufrieden sein.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam