Möglichkeiten für den See- und Binnenschiffstransport

Anfang dieses Jahres ist das europäische Projekt SEAMLESS („Safe, Efficient and Autonomous: Multimodal Library of European Shortsea and Inland Solutions“) gestartet. Erklärtes Ziel ist die Entwicklung der organisatorischen und technologischen Bausteine für eine sichere, wirtschaftliche und autonome Schifffahrt und deren Integration in die Logistikketten der Zukunft. Unter Federführung der Nationalen Technischen Universität Athen (NTUA) fanden sich nun 47 Vertreter der 26 Partnerorganisationen aus zwölf EU-Ländern in Brüssel zusammen, um offiziell den Start des Projekts zu begehen. Aus Deutschland findet das Vorhaben tatkräftige Unterstützung aus Duisburg und Bremen.

Um die im Green Deal der Europäischen Kommission definierten Emissionsziele für den Güterverkehr erreichen zu können, ist eine erhebliche Verlagerung von Transporten auf die Wasserstraßen notwendig. Konzepten der Automatisierung bis hin zum vollständig autonomen Schiffsbetrieb wird eine besondere Bedeutung beigemessen, um einerseits die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit wassergebundener Transporte zu erhöhen und angesichts des bereits eingetretenen Fachkräftemangels die notwendigen Transportvolumen zu ermöglichen. Das SEAMLESS-Projekt adressiert vor diesem Hintergrund die Entwicklung von Technologien zur autonomen Navigation, dem Umschlag sowie der digitalen Integration in künftige Transportketten. Zudem werden auch die für die Einführung autonomer Schiffstransporte notwendigen regulatorischen Rahmenbedingungen und tragfähigen Geschäftsmodelle in den Blick genommen.

Neben dem Duisburger Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) und dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) aus Bremen ist die Duisburger Hafen AG Teil des internationalen Konsortiums. „Die zunehmende Automatisierung des Schiffsbetriebs wird unmittelbare Auswirkungen auf den Betrieb von Häfen haben. Für uns ist es daher selbstverständlich, dass wir uns bereits heute gemeinsam mit unseren europäischen Partnern auf die ersten Anläufe durch teilautonome Einheiten vorbereiten“, so Jan-Christoph Maaß von der Duisburger Hafen AG.

Quelle: duisport, Bild: NTUA, Projektgruppe des SEAMLESS-Konsortiums 




Der Albert-Kanal bietet viele Möglichkeiten

Von den 40 Millionen Tonnen, die jährlich auf dem Albert-Kanal transportiert werden, ist bereits ein großer Teil für das deutsche Hinterland bestimmt. Dennoch werden weiterhin beträchtliche Containervolumen, die für eine Verlagerung auf das Binnenschiff geeignet wären, auf der Straße zwischen Deutschland und dem Hafen in Antwerpen transportiert. Aus diesem Grund wurde nun von flämischer Seite aus eine Informationskampagne ins Leben gerufen. Den Start machte eine Netzwerkveranstaltung für nordrhein-westfälische Verlader, Spediteure und Frachtführer in Aachen, auf der Vlaamse Waterweg nv, Port of Antwerpen-Bruges, POM Limburg sowie alle Terminals am Albert-Kanal die Möglichkeiten des Containertransports über den Albert-Kanal präsentierten.

In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Investitionen in die Verbreiterung und Anhebung aller Brücken getätigt. Dies macht den Albert-Kanal, der Teil des europäischen Verkehrsnetzes TEN-T ist und über ausreichende zusätzliche Kapazitäten verfügt, zu einer hochmodernen Wasserstraße. Durch die Nutzung der Services flämischer Binnenterminals können deutsche Verlader zudem Kosten sparen, ihre Lieferketten effizienter organisieren und nachhaltiger gestalten. Mit Nutzung des „Inland Container Yard“-Konzepts können zum Beispiel zahlreiche Leercontainertransporte zu den Seehäfen vermieden werden, was sich positiv auf die Überlastung der Straßen auswirkt.

Lydia Peeters, flämische Ministerin für Mobilität und öffentliche Arbeiten, sagt: „Zunächst machen wir den deutschen Markt mit den Vorteilen und Möglichkeiten des Albert-Kanals bekannt. Mit unserer Netzwerkveranstaltung in Aachen haben wir den Anfang gemacht. Nun folgen eine Teilnahme an der Messe transport logistic in München und eine Veranstaltung in Kooperation mit POM Limburg, flankiert von gezielten Anzeigen und Mailings.“

„In einem zweiten Schritt geht es darum, den Kontakt zu unseren Terminalbetreibern herzustellen“, sagt Chris Danckaerts, Geschäftsführer von De Vlaamse Waterweg nv. „Denn die flämische Binnenschifffahrt und unser Logistiksektor strotzen nur so vor Potenzial und davon wollen wir auch unsere Nachbarn überzeugen.“

Quelle und Foto: Vlaamse Waterweg




NRW-Binnenschifffahrt 2022 auf neuem Tiefstand

In den nordrhein-westfälischen Binnenhäfen sind im Jahr 2022 insgesamt rund 104 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen worden. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, lag der Güterumschlag der Binnenschiffe damit um 7,0 Prozent unter dem Ergebnis des Jahres 2021 und damit auf einem neuen Tiefstand.

73,3 Prozent der umgeschlagenen Güter stammten aus folgenden vier Güterabteilungen: 28,7 Millionen Tonnen waren Erze, Steine und Erden (−7,9 Prozent), 21,0 Millionen Tonnen Kokerei- und Mineralölerzeugnisse (−5,5 Prozent), 15,7 Millionen Tonnen Kohle, rohes Erdöl und Erdgas (+5,6 Prozent) und 11,0 Millionen Tonnen chemische Erzeugnisse (−14,6 Prozent).

Wie das Statistische Landesamt mitteilt, handelte es sich bei gut einem Viertel (26,8 Prozent) der insgesamt beförderten Tonnage um Gefahrgut (27,9 Millionen Tonnen).

Die bedeutendste Binnenwasserstraße in Nordrhein-Westfalen ist der Rhein. Drei Viertel (74,0 Prozent) der beförderten Güter wurden im vergangenen Jahr in den Häfen an dieser Wasserstraße umgeschlagen. Auf den Plätzen zwei und drei rangierten das Westdeutsche Kanalgebiet (24,0 Prozent) und der Mittellandkanal (1,8 Prozent). Das Schlusslicht bildet das Wesergebiet (0,2).

Je nach Wasserstraße wurden schwerpunktmäßig unterschiedliche Güter umgeschlagen: Auf dem Rhein waren dies am häufigsten Erze, Steine und Erden (34,7 Prozent aller Güter dieser Wasserstraße). Auf dem Westdeutschen Kanalgebiet wurden vor allem Kokerei- und Mineralölerzeugnisse (36,7 Prozent) sowie Kohle, rohes Erdöl und Erdgas (26,1 Prozent) verschifft. Auf dem Mittellandkanal wurden hauptsächlich Erze, Steine und Erden (22,6 Prozent) und Kokerei- und Mineralölerzeugnisse (20,5 Prozent) umgeschlagen. Auf der Weser überwogen mit 57,9 Prozent landwirtschaftiche Erzeugnisse.

10,0 Prozent der transportierten Güter wurden im Jahr 2022 in Containern verladen (etwa 1,0 Millionen TEU) und verschifft. Dabei wurden in den NRW-Häfen rund 479 100 TEU empfangen und etwa 539 500 TEU versendet.

Die beförderte Menge in Containern wird in sog. TEU gemessen. Ein TEU entspricht einem ISO-Container, der 6,058 Meter lang, 2,438 Meter breit und 2,591 Meter hoch ist. (IT.NRW)

Quelle und Foto: IT.NRW




Erweiterung des Containerterminals Maasvlakte II

APM Terminals, einer der weltweit führenden Betreiber von Containerterminals und Teil von A.P. Moller-Maersk, hat die Erweiterung seines Maasvlakte II-Terminals in Rotterdam bekannt gegeben. Das Projekt umfasst eine Fläche von etwa 47,5 Hektar mit einem 1.000 Meter langen (betriebsbereiten) Deep-Sea-Kai. Die neuen Kaimauern werden derzeit vom Hafenbetrieb Rotterdam errichtet und sollen bis Mitte 2024 fertiggestellt sein. Die Erweiterung wird die Kapazität des Terminals um ca. 2 Millionen TEU (20-Fuß-Container-Äquivalent, Standardeinheit für Container) erhöhen. Der neue Bereich wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in Betrieb genommen.

2015 wurde APM Terminals auf der Maasvlakte II als vollautomatische und CO2-emissionsfreie Anlage eröffnet. Der zusätzliche Bereich des Terminals wird ebenfalls mit einem Netto-Null-Emissionsausstoß laufen und vollständig automatisiert und für die Landstromversorgung vorbereitet sein.

Allard Castelein, CEO beim Hafenbetrieb Rotterdam, sagt dazu: „Die Entscheidung von APM Terminals, das Terminal zu erweitern und Rotterdam als Drehscheibe für die eigenen westeuropäischen Aktivitäten zu wählen, freut uns sehr. Diese zusätzliche Terminalkapazität wird für die effiziente und nachhaltige Abwicklung des steigenden Containeraufkommens in den kommenden Jahren dringend benötigt.“

Keith Svendsen, CEO APM Terminals, fügt hinzu: „Unsere Entscheidung, auf der Maasvlakte II weiter zu investieren und zu expandieren, unterstreicht die Bedeutung Rotterdams für die globalen Lieferketten und für unser globales Netzwerk. Wir sind gespannt auf dieses wichtige Projekt und die Möglichkeiten, die es eröffnen wird.“

Letztes Jahr wurden bereits 18,5 Hektar Land in demselben Gebiet an A.P. Moller-Maersk für die Entwicklung eines Cross Docks und einer Kühlhausanlage verpachtet. die sollen. Das Cross Dock und die Kühlhausanlagen sollen im Laufe des Jahres 2024 eröffnet werden und Maersk, als einem der wichtigsten Reedereikunden des Terminals, mit „On-Dock“-Diensten versorgen.

Zusätzlich zum neuen Terminalstandort wird für Star Container Services – eine Tochtergesellschaft von A.P. Moller-Maersk – ein ca. 16 Hektar großes Leerdepot gebaut, das sich ebenfalls auf dem Gelände direkt neben APM Terminals Maasvlakte II befindet.

Mit dieser aktuellen Ankündigung für die Maasvlakte II sind nun alle für APM Terminals verbleibenden freien Grundstücksflächen im Hafengebiet Amaliahaven für Expansionsprojekte verpachtet worden.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Port of Rotterdam/ Topview, Prinses Amaliahaven




„Logistik ist kein Selbstzweck“

„Schneller planen, genehmigen und bauen“, „Kapazitäten der Schiene erweitern“ und „Wasserstoff-Infrastruktur aufbauen“. Das sind drei von insgesamt zehn Forderungen des Verkehrsleitbilds Rheinland, das die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen hat. „Ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu mehr Klimaschutz ist die Verkehrswende. Dazu benötigt man aber funktionsfähige und nutzbare Infrastruktur.“ Mit diesen Worten warb Johann-Andreas Werhahn, Mitglied der Vollversammlung, für das Papier. „Dabei ist Logistik kein Selbstzweck, sondern als Teil aller Wertschöpfungsketten erforderlich.“

Tobias Haberland (M. Zietzschmann GmbH & Co. KG, Neuss), Thomas Klann (Dachser SE, Neuss), Andreas Hamm (Neuss-Düsseldorfer Häfen), Andreas Ungar (Flughafen Mönchengladbach), Martin van Nooy (Currenta GmbH & Co. OHG, Uerdingen/Dormagen), Michael Lambert (ARS Altmann AG, Neuss) und Johann-Andreas Werhahn (Neusser Produktenmarkt e.V.) vom IHK-Netzwerk Mobilität und Logistik haben gemeinsam mit den Verkehrs- und Infrastrukturexperten der IHK die wesentlichen Forderungen für die Region Mittlerer Niederrhein in das Leitbild eingebracht. Allein 22 Schienenprojekte sind in dem Papier aufgeführt. Dazu gehören beispielsweise der durchgehend zweigleisige Ausbau der Strecke Köln-Mönchengladbach-Venlo, die Verlängerung der S 28 bis Viersen und der Bau der Hafenbrücke „Erftsprung“ in Neuss. Auch die neue „Revierbahn“ (doppeltrassig und elektrifiziert) für ÖPNV und Frachtverkehre von Neuss/Krefeld über Grevenbroich, Bedburg, Jülich nach Aachen und Antwerpen ist im Leitbild zu finden.

Neben Schienen- sind auch 14 Straßenprojekte wie unter anderen der dreispurige Ausbau der Autobahnen A 44, A 46 und A 57, die Realisierung der L 19 als Lückenschluss der A 44 in Mönchengladbach sowie der Aus- und Neubau von Rheinbrücken aufgegriffen worden. „Autobahnbau ist dann umweltfreundlich, wenn der Verkehr fließt“, so Werhahn. Es komme neben den konkreten Bauprojekten vor allem auch darauf an, unterschiedliche Verkehrsträger besser zu vernetzen, neue Mobilitätsformen zu fördern und die Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten zu beschleunigen.

Quelle und Foto: IHK Mittlerer Niederrhein, Johann-Andreas Werhahn, Mitglied der Vollversammlung der IHK Mittlerer Niederrhein, warb vor dem Unternehmergremium für das neue Verkehrsleitbild Rheinland.




Neuer Lkw-Parkplatz im Hafen Antwerpen

Der Port of Antwerp-Bruges hat heute den neuen Lkw-Parkplatz Ketenis eröffnet. Der kostenlose Parkplatz verfügt über 280 Stellplätze. In naher Zukunft wird die Anlage auch mit Schnellladestationen für Elektro-Lastwagen ausgestattet.

Nach dem Lkw-Parkplatz Goordijk (210 Plätze) am rechten Scheldeufer eröffnet der Port of Antwerp-Bruges nun den kostenlosen Parkplatz Ketenis am linken Scheldeufer mit 280 Stellplätzen.

Komfort und Sicherheit der Fahrer sind dem Port of Antwerp-Bruges ein wichtiges Anliegen. Der Parkplatz ist eingezäunt, beleuchtet und kameraüberwacht und ist mit WLAN und sanitären Anlagen ausgestattet. Snacks und Getränke sind an Automaten erhältlich.

Darüber hinaus möchte der Port of Antwerp-Bruges Belästigungen durch parkende Lastwagen in der Umgebung des Hafens vermeiden.

Der neue Parkplatz liegt in der Nähe der derzeitigen und künftigen Containerterminals am linken Scheldeufer. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, den Parkplatz künftig tagsüber als Warteparkplatz für Lastwagen zu nutzen, die zu früh zu ihrem Termin am Terminal ankommen.

Die Gesamtinvestition beläuft sich auf etwa 10 Millionen Euro, wovon etwa 2 Millionen Euro EU-Unterstützung im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) sind.

Ein erheblicher Teil dieser Investitionen ist in die Sanierung des Standorts geflossen. Hier hat der Port of Antwerp-Bruges seine soziale Verantwortung gegenüber künftigen Generationen wahrgenommen.

Im Untergrund wurden sofort auch Vorbereitungen für die Ladeinfrastruktur getroffen.

Der Port of Antwerp-Bruges arbeitet unterdessen an der Konzessionierung der Parkplätze Ketenis und Goordijk. Der Konzessionär wird den Parkplatz betreiben und Schnellladestationen (300 kW) für Elektro-Lastwagen bereitstellen: mindestens zehn in Ketenis und mindestens fünf in Goordijk.

In diesem Monat begannen auch die vorbereitenden Arbeiten für einen Lkw-Parkplatz im Innenhafen von Zeebrugge. Auch dort wird eine Ladeinfrastruktur für Elektro-Lastwagen zur Verfügung gestellt. Damit wird ein grüner Korridor für den Straßenverkehr zwischen den beiden Hafengebieten geschaffen.

Auf diese Weise will der Port of Antwerp-Bruges unter anderem auch die „Henne-oder-Ei“-Situation überwinden: Nämlich, dass es keine Elektro-Lastwagen gibt, weil es keine Ladestationen gibt, und umgekehrt. Sowohl in Antwerpen als auch in Zeebrugge werden auf den Lkw-Parkplätzen Schnellladestationen zur Verfügung gestellt.

Annick De Ridder, Hafenschöffin der Stadt Antwerpen und Vorstandsvorsitzende des Port of Antwerp-Bruges: „Dieser neue Parkplatz befindet sich in hervorragender Lage: in der Nähe der derzeitigen und künftigen Containerterminals am linken Ufer der Schelde. Der Parkplatz Ketenis bietet mehr Komfort und Sicherheit für Lkw-Fahrer. Darüber hinaus wird dieser Parkplatz dank seiner elektrischen Ladekapazität zu einem wichtigen Bindeglied im elektrischen Lkw-Verkehr zwischen den Hafenplattformen von Antwerpen und Zeebrugge. Unser Hafen ist der Wirtschaftsmotor Flanderns schlechthin. Je nachhaltiger der Motor läuft, desto besser!“

Quelle und Foto: Port of Antwerp-Bruges




Sonderbericht 08/2023: Intermodaler Güterverkehr

Beim intermodalen Güterverkehr werden Güter in einer einzigen Ladeeinheit (etwa einem Container) unter Nutzung einer Kombination verschiedener Verkehrsträger wie Straße, Schiene, Wasserstraßen oder Luft transportiert. Dadurch können die relativen Stärken der einzelnen Verkehrsträger im Hinblick auf ihre Flexibilität, Geschwindigkeit, Kosten und Umweltleistung optimal genutzt werden. Im Zeitraum 2014–2020 wurden insgesamt EU-Mittel in Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro für Projekte zur Förderung der Intermodalität bereitgestellt, so der Europäische Rechnungshof in einem Sonderbericht.

Die Kommission legte auf EU-Ebene Ziele für die verstärkte Nutzung von Schiene und Binnenwasserstraßen fest. Diese Ziele waren unrealistisch, und die Mitgliedstaaten hatten sich eigene Ziele gesteckt, die nicht mit den EU-Zielen abgestimmt waren. Insgesamt gelangte der Hof zu dem Schluss, dass der intermodale Güterverkehr aufgrund von Hindernissen im Bereich der Rechtsvorschriften und Infrastruktur noch immer nicht unter gleichen Bedingungen mit dem Straßengüterverkehr in Wettbewerb treten kann. Der Hof sprach eine Reihe von Empfehlungen aus, um die Wirksamkeit der EU-Förderung in diesem Bereich zu verbessern.

​Sonderbericht des Hofes gemäß Artikel 287 Absatz 4 Unterabsatz 2 AEUV.

Quelle und Foto: Europäischer Rechnungshof




DB Schenker erzielt höchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte

Der Deutsche Bahn-Konzern (DB) schreibt wieder schwarze Zahlen. Trotz Belastungen des Bahngeschäfts durch Pandemie-Folgen, Ukraine-Krieg und stark gestiegene Inflation hat der DB-Konzern das Geschäftsjahr 2022 mit einem deutlichen operativen Gewinn abgeschlossen. Das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) verbesserte sich im Vergleich zum Corona-Jahr 2021 um rund 2,8 Milliarden Euro auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz (bereinigt) wuchs 2022 gegenüber dem Vorjahr um 19,1 Prozent auf rund 56,3 Milliarden Euro – eine neue Höchstmarke. In den Jahren 2020 und 2021 hatte die DB pandemiebedingt noch Verluste in Milliardenhöhe gemacht.

Maßgeblicher Treiber der positiven Entwicklung des Konzerns war neben einer starken Nachfrage im Personenverkehr erneut die sehr erfolgreiche Logistik-Tochter DB Schenker. Sie übertraf beim operativen Ergebnis den Spitzenwert von 2021 um fast 50 Prozent, erwirtschaftete mit rund 1,8 Milliarden Euro den höchsten operativen Gewinn ihrer Unternehmensgeschichte und hat den Konzern damit in die Gewinnzone zurückgebracht.

Im Kerngeschäft der DB verbesserten sich im Vergleich zum Vorjahr Umsatz und Ergebnis 2022 insgesamt ebenfalls erheblich. „Klimafreundliche Mobilität boomt. Die Nachfrage stimmt und wächst aktuell weiter stark. Für 2023 könnte es im Fernverkehr mit deutlich mehr als 150 Millionen Reisenden eine neue Rekordzahl geben. Das spornt uns an, für unsere Kundinnen und Kunden so schnell wie möglich besser zu werden – denn Deutschland verdient eine Bahn, die leistungsfähiger und pünktlicher ist“, sagte Dr. Richard Lutz, DB-Vorstandsvorsitzender, in Berlin. Der Schlüssel dazu seien höhere Kapazitäten, vor allem im dicht befahrenen Schienennetz. Deshalb arbeite die DB gemeinsam mit ihrem Eigentümer und der Branche mit Hochdruck an einer grundlegenden Erneuerung der Infrastruktur.

Mit dem Nachlassen der Corona-Pandemie sind die Fahrgäste schnell zurückgekehrt. Rund zwei Milliarden Reisende nutzten 2022 die Züge der DB – gut 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Der DB-Fernverkehr zählte sogar rund 61 Prozent mehr Passagiere. Er steigerte im vergangenen Jahr seinen Umsatz gegenüber 2021 um mehr als zwei Milliarden Euro auf rund 4,8 Milliarden Euro. DB Regio schaffte ein Umsatz-Plus von rund einer Milliarde Euro. Auch die Verkehrsleistung im Personenverkehr auf der Schiene nahm 2022 im Vergleich zum Vorjahr kräftig zu: um etwa 63 Prozent auf rund 82,6 Milliarden Personenkilometer. Positiv ausgewirkt hat sich dabei unter anderem das 9-Euro-Ticket, das im vergangenen Sommer branchenweit insgesamt 52 Millionen Mal verkauft wurde.

DB Cargo steigerte seinen Umsatz, schreibt aber weiter rote Zahlen. Die Schienengüterverkehrs-Tochter litt vor allem unter der angespannten Betriebslage sowie zusätzlichen Kosten. Das Eisenbahngeschäft insgesamt hat Umsatz und Ergebnis stark verbessert, blieb aber mit minus 600 Millionen Euro in der Verlustzone.

Die Betriebsleistung auf der dicht befahrenen Schieneninfrastruktur der DB stieg 2022 im Vergleich zum Vorjahr weiter um 2,2 Prozent auf rund 1,13 Milliarden Trassenkilometer. Damit ist das Netz stärker belastet als vor der Pandemie. Es ist zu alt, zu störanfällig und hat zu wenig Kapazität. Weil gleichzeitig deutschlandweit auf Rekordniveau modernisiert und gebaut wird, waren die DB-Züge 2022 so unpünktlich wie noch nie: Nur 65,2 Prozent der Fernverkehrszüge kamen pünktlich ans Ziel (2021: 75,2 Prozent). Bahn-Chef Lutz sagte: „Das vergangene Jahr markiert einen Wendepunkt. Allen Beteiligten ist klar geworden: Wir müssen umsteuern und die Sanierung und Modernisierung der Infrastruktur gänzlich anders angehen.“

Ihre Netto-Investitionen steigerte die DB im Geschäftsjahr 2022 weiter um 6,4 Prozent auf rund 6,8 Milliarden Euro. Die Brutto-Investitionen, die auch die Investitionszuschüsse vor allem des Bundes enthalten, erreichten mit rund 15,4 Milliarden Euro das Rekordniveau des Vorjahres. Die Netto-Finanzschulden betrugen per 31.12.2022 rund 28,8 Milliarden Euro. Das ist leicht unter dem Wert am Vorjahresende.

Das Vorsteuerergebnis des DB-Konzerns verbesserte sich 2022 gegenüber dem Vorjahr um 1,73 Milliarden Euro auf 932 Millionen Euro. Das Nachsteuerergebnis verbesserte sich ebenfalls deutlich, blieb aber aufgrund eines bilanziell stark gestiegenen Steueraufwands mit minus 227 Millionen Euro negativ (2021: minus 900 Millionen Euro, 2020: minus 5,7 Milliarden Euro).

Finanzvorstand Dr. Levin Holle betonte den außerordentlich positiven Beitrag von DB Schenker zum Konzernergebnis. Trotz der aktuellen Marktentwicklungen mit zuletzt deutlich gesunkenen Frachtraten in der Luft- und Seefracht habe die Logistik-Tochter sich in Bestform gezeigt. „DB Schenker ist eine Erfolgsgeschichte und in allen relevanten Marktbereichen gut aufgestellt. Mit seinem 2022 gestarteten Transformationsprogramm setzt das Unternehmen diesen Weg konsequent fort. DB Schenker hat das Potenzial, auch in den nächsten Jahren sehr gute Ergebnisse zu liefern“, sagte Holle.

Die europäische Nahverkehrs-Tochter DB Arriva machte gute Fortschritte in ihrem Geschäft und schrieb 2022 operativ wieder schwarze Zahlen.

Im Geschäftsjahr 2023 werden die sehr hohen Energiekosten und die erheblich gestiegenen Einkaufspreise die DB stark belasten. In der gesamten Logistik-Branche dürften sich zudem die außerordentlich hohen Frachtraten weiter normalisieren. Holle sagte: „In einem schwierigen Umfeld 2023 müssen wir darauf achten, dass wir Kosten und Einnahmen der DB in ein tragfähiges Verhältnis bringen. Dazu gehören auch vernünftige Tarifabschlüsse, die für das Unternehmen bezahlbar sind.“ Ziel sei es, die dringend notwendigen Investitionen für mehr Kapazität und Pünktlichkeit auch künftig leisten zu können. Dazu werde die Produktivität erhöht werden müssen.

Unter anderem aufgrund der hohen Inflation und milliardenschwerer Vorleistungen für zusätzliche Verbesserungen in der Infrastruktur rechnet die DB im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust von etwa einer Milliarde Euro. Der Konzernumsatz (bereinigt) soll 2023 mehr als 56 Milliarden Euro betragen. Die Brutto-Investitionen werden voraussichtlich auf über 18 Milliarden Euro steigen und die Netto-Investitionen auf mehr als 8,5 Milliarden Euro. Die Nettofinanzschulden werden sich wahrscheinlich auf über 33 Milliarden Euro erhöhen. Alle Vorhersagen sind wegen volatiler Marktentwicklungen mit großen Unsicherheiten behaftet.

Quelle und Foto: Deutsche Bahn AG, Bilanzpressekonferenz 2023 – Dr. Richard Lutz (Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG) und Dr. Levin Holle (Vorstand Finanzen und Logistik der Deutschen Bahn AG) (l/r)




Dr. Marie Nauheimer zur BDB-Vizepräsidentin gewählt

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) sich jetzt zur 53. Ordentlichen Mitgliederversammlung in den Räumlichkeiten des Entwicklungszentrums für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. (DST) getroffen. Im Rahmen der Vorstandssitzung standen Nachwahlen für das Präsidium an. Dabei wurde Dr. Marie Nauheimer (Frankfurter Personenschifffahrt Anton Nauheimer GmbH, Frankfurt am Main) einstimmig in das BDB-Präsidium gewählt.

Marie Nauheimer ist bereits seit vielen Jahren als Geschäftsführerin im Familienunternehmen tätig und seit Ende März 2022 in Nachfolge ihres Vaters, Anton Nauheimer, Mitglied im Vorstand des BDB. „Wir freuen uns über die Wahl von Dr. Marie Nauheimer. Mit ihr bleibt dem Präsidium eine hohe Fachkompetenz im Hinblick auf Themen rund um die Personenschifffahrt erhalten“, erklärte BDB-Präsident Martin Staats (MSG eG, Würzburg).

Ausgeschieden aus dem Präsidium ist Dr. Achim Schloemer. Er wurde bereits in der Vorstandssitzung am 6. Februar 2023 aus den Gremien des Verbandes verabschiedet, da er seine Tätigkeit für die Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrt GmbH zum 28. Februar 2023 beendet und sich einer neuen beruflichen Aufgabe zugewandt hat. In diesem Zuge legte Dr. Achim Schloemer seine Ehrenämter im BDB nieder. Staats dankte Schloemer für die geleistete Arbeit für den BDB und für sein außerordentliches Engagement für die Belange der Personenschifffahrt und die Angelegenheiten der Kommission Schulschiff.

Das BDB-Präsidium setzt sich damit nach den Nachwahlen:

Präsident:
Martin Staats (MSG eG, Würzburg)

Stellvertreter(-innen):
Dirk Gemmer (Rhenus PartnerShip GmbH & Co. KG, Duisburg)
Dr. Gunther Jaegers (Reederei Jaegers GmbH, Duisburg)
Thomas Maaßen (Rhenus PartnerShip GmbH & Co. KG, Duisburg)
Dr. Marie Nauheimer (Frankfurter Personenschiffahrt Anton Nauheimer GmbH, Frankfurt am Main)
Friedrich Weigert (Kühne + Nagel Euroshipping GmbH, Regensburg)
Cok Vinke (Contargo Waterway Logistics BV, Zwijndrecht)

Quelle und Foto: BDB




In Niedersachsen wächst der Seegüterumschlag

Der Anstieg in den neun niedersächsischen Seehäfen Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven wurde 2022 vor allem durch starke Entwicklungen im Bereich der festen Massengüter wie Kohle aber auch Stückgüter wie Eisen, Stahl und Forstprodukte geprägt. Mit gut 54 Millionen Tonnen gingen 2022 insgesamt rund 6 Prozent mehr Güter als im Jahr 2021 über die Kaikanten.

Um Deutschlands Energieversorgung sicherzustellen, feierte die Kohle als Energieträger ein Comeback. Dies führte dazu, dass der Umschlag von festen Massengütern in 2022 mit 14,99 Millionen Tonnen um 24 Prozent gestiegen ist (2021: 12,14 Millionen). Im Bereich der flüssigen Massengüter konnte ein Zuwachs von 2 % verzeichnet werden (25,88 Millionen Tonnen im Jahr 2022 / 25,44 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Der Umschlag von Erdöl trug hier zum positiven Ergebnis bei. Im Bereich der Stückgüter (inkl. RoRo und Container) belief sich der Umschlag auf rund 13,57 Millionen Tonnen (-2 % / 13,84 Millionen Tonnen im Jahr 2021). In diesem Ladungssegment verzeichnete der Umschlag von Forstprodukten und Neufahrzeugen einen deutlichen Zuwachs, während der Umschlag von Containern unter dem Niveau des Jahres 2021 lag. Die Umschlagsmenge am EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven ist mit 683.403 Standardcontainern (TEU) um 4,1 Prozent gesunken. Der Umschlag von rund 1,43 Millionen Neufahrzeugen ergab einen Anstieg von knapp 12 Prozent im Vergleich zu 2021 (1,27 Millionen).

„Der seeseitige Güterumschlag in 2022 ist das beste Ergebnis seit der globalen Finanzkrise im Jahre 2008. Neben sämtlichen Herausforderungen, wie der angespannten, weltwirtschaftlichen Lage, coronabedingte Einschränkungen durch Lockdowns, Energiekrise und Lieferkettenprobleme entwickelten sich Bereiche im Stückgutsektor und der festen Massengüter deutlich positiv. Auch im Hinblick auf die Energiewende sehen wir die niedersächsischen Seehäfen als Universalhafengruppe gut positioniert und als unverzichtbar“, erläutert André Heim, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen GmbH.

Nachfolgend ein detaillierterer Überblick über die Umschlagsergebnisse der einzelnen Standorte:
Der Seehafen Brake verzeichnete im Jahr 2022 im Seeverkehr ein Umschlagsvolumen von 6,85 Millionen Tonnen (+33 % / 5,14 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Im Stückgutumschlag wurde mit rund 2,81 Millionen Tonnen das Jahresergebnis aus 2021 (2,20 Millionen Tonnen) um 27 % übertroffen. Hierzu haben u. a. gestiegene Volumina von Eisen, Stahl, Zellstoff und Holz beigetragen. Der Bereich der festen Massengüter liegt mit 3,45 Mio. Tonnen im Jahr 2022 rund 35 % über dem Niveau des Vergleichszeitraums (2,54 Mio. Tonnen in 2021). Insbesondere der Umschlag von Getreide- und Futtermittel trug zu diesem Ergebnis bei.

In Cuxhaven sind im vergangenen Jahr rund 2,49 Millionen Tonnen Güter im Seeverkehr (+1,75 % / 2,45 Millionen Tonnen im Jahr 2021) umgeschlagen worden. Mit 319.232 umgeschlagenen Fahrzeugen im Jahr 2022 liegt das Volumen im Neufahrzeugumschlag rund 8 % über dem Vorjahr (295.644 Fahrzeuge im Jahr 2021). Beim seeseitigen Umschlag von Stückgütern, zu denen im Hafen Cuxhaven z. B. Holz gehört, kommt der Standort auf ein Volumen von rund 1,04 Millionen Tonnen (+10 % / 0,94 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Das feste Massengut liegt mit 592.208 Tonnen 9 % unter dem Vorjahresniveau (653.919 Tonnen).

Der Hafen Emden verzeichnet einen Seegüterumschlag von rund 4,28 Millionen Tonnen im Jahr 2022 (+6 % / 4,03 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Positiv entwickelte sich der Umschlag der Stückgüter (+9 % / 2,56 Millionen Tonnen im Jahr 2022 / 2,34 Millionen Tonnen im Jahr 2021), hier überwiegend der Versand von Forstprodukten, wie Holz und der von Neufahrzeugen. Der Neufahrzeugumschlag von 1,11 Mio. Fahrzeugen liegt mit rund 14 % im Jahr 2022 über dem Niveau des Vergleichszeitraums (0,98 Millionen Fahrzeuge in 2021). Der Umschlag von Windenergieanlagen konnte gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt werden, während die flüssigen Massengüter das Ergebnis aus dem letzten Jahr um 2 % übertroffen haben.

Der Hafenstandort Leer kam im Jahr 2022 auf 6.626 Tonnen im Seeverkehr. Der Umschlag verringerte sich um rund 80 % (34.434 Tonnen im Seeverkehr 2021). Aufgrund von Mindertiefen im Anlauf auf den Leeraner Hafen haben in 2022 nur 3 Seeschiffe festgemacht. Auch der Krieg in der Ukraine und die Unterbrechungen von Lieferketten beeinflussten das Ergebnis negativ. Im kombinierten See- und Binnenverkehr wurden in Leer 212.163 Tonnen Güter bewegt, im Vorjahreszeitraum 313.328 Tonnen. Schrott, Kies, Splitt und Torf wurden hierbei am häufigsten im Seehafen Leer umgeschlagen. Für dieses Jahr wird eine Steigerung im Seeverkehr prognostiziert.

In Nordenham belief sich das seewärtige Umschlagsergebnis auf rund 2,71 Millionen Tonnen (+18 % / 2,30 Millionen Tonnen in 2021). Beigetragen haben hierzu insbesondere steigende Volumen bei Kohle (+ 55 % / 1,69 Millionen Tonnen im Jahr 2022 / 1,09 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Aufgrund der Energiekrise wurden die Betriebszeiten der deutschen Kohlekraftwerke wieder hochgefahren, was zu einer Steigerung im Kohleumschlag geführt hat. Zudem stieg das Umschlagsaufkommen der flüssigen Massengüter, hier deutlich der der Mineralölprodukte.  Für das Jahr 2023 werden stabile Umschlagszahlen im Bereich der Kohle und Zuwächse beim Stückgutumschlag erwartet.

Der Oldenburger Hafen verzeichnete im seeseitigen Verkehr ein Umschlagsplus von knapp 26 % (97.189 Tonnen im Jahr 2022 / 77.329 Tonnen im Jahr 2021). Die neue Wendestelle hat die Erreichbarkeit des Oldenburger Hafens für Seeschiffe verbessert und sich positiv auf das Umschlagsergebnis ausgewirkt.  Das Umschlagsergebnis im kombinierten See- und Binnenverkehr lag im Jahr 2022 bei rund 0,80 Millionen Tonnen (0,88 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Zu den Hauptumschlagsgütern zählten erneut Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft. Die Oldenburger Hafenwirtschaft blickt positiv nach vorne und erwartet für das Jahr 2023 ein stabiles Umschlagsniveau.

Im Jahr 2022 wurden im Seehafen Papenburg 602.329 Tonnen im Seegüterverkehr umgeschlagen (-3,6 % / 624.818 Tonnen im Jahr 2021). Der Seehafenstandort bleibt somit weiterhin auf einem guten Umschlagsniveau. Im kombinierten See- und Binnenverkehr belief sich der Umschlag auf 736.826 Tonnen (748.947 Tonnen im Jahr 2021). Registriert wurden Rückgänge beim Umschlag von Holzabfällen und Torf und ein deutlicher Anstieg beim Umschlag von Gummiabfällen. Für 2023 wird im Bereich der Baumaterialien, aufgrund von Investitionen in die Infrastruktur, mit einem Umschlagsanstieg gerechnet.

Die Hafenbilanz in Stade fällt mit einem Umschlag von 5,1 Millionen Tonnen im Seeverkehr negativ aus (5,9 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Das Umschlagsaufkommen der festen Massengüter fiel um 4 % auf rund 3,28 Millionen Tonnen (3,43 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Beim Umschlag von chemischen Produkten wurde ein Rückgang um 27 % auf 1,81 Millionen Tonnen (2,47 Millionen Tonnen im Jahr 2021) registriert. Im Zuge der Energiekrise, verbunden mit erhöhten Kosten für Erdgas, hat insbesondere die energieintensive Industrie drastisch ihre Produktion gedrosselt.

Der Seehafen Wilhelmshaven erzielte mit einem Umschlagsvolumen von 32,29 Millionen Tonnen im Jahr 2022 ein erneut sehr stabiles Ergebnis (+5 % / 30,84 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Getragen wird dies von deutlichen Zuwächsen von festen Massengütern, insbesondere von Kohle. Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte sich dieser Wert (+99 % / 3,15 Millionen Tonnen im Jahr 2022 / 1,58 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Beim Stückgutumschlag wurden insgesamt rund 5,99 Millionen Tonnen verbucht (-16 % / 7,13 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Der Rückgang im Containerumschlag kommt hier zum Tragen (-16% / 5,97 Millionen Tonnen im Jahr 2022 / 7,12 Millionen Tonnen im Jahr 2021). Den umschlagsstärksten Bereich bilden nach wie vor die flüssigen Massengüter, welche mit 22,5 Millionen Tonnen im Jahr 2022 auf einem konstant hohen Niveau lagen (21,64 Millionen Tonnen im Jahr 2021).

Quelle und Foto: Seaports Niedersachsen,