BfG mit zwei neuen Wasserstandsvorhersagen

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, gab bei seinem Besuch an der BfG den Startschuss für zwei neue Wasserstandsvorhersage-Produkte der BfG: „Mit der 6-Wochen-Vorhersage und der 14-Tage-Vorhersage ist ein wesentlicher Handlungspunkt des Aktionsplans „Niedrigwasser Rhein“ erfüllt. Von den neuen Diensten der BfG profitieren Logistik und Schifffahrt an Rhein und Elbe.“

Die Wasserstände an den Bundeswasserstraßen sinken wieder: Die Elbe führt bereits seit Mitte Juni Niedrigwasser und auch am Rhein müssen tiefergehende Schiffe die Abladung verringern. Zwei neue Vorhersageprodukte der BfG lassen die Binnenschifffahrt sowie die Logistik an Rhein und Elbe weiter in die Zukunft schauen. Damit kann effizienter auf Niedrigwassersituationen reagiert und die Transportplanung verbessert werden.

Die BfG veröffentlicht ab sofort zweimal die Woche eine 6-Wochen-Vorhersage des Wasserstandes und Abflusses für ausgewählte Pegel an Rhein und Elbe. Angegeben werden Wochenmittelwerte und die Einschätzung, wie sicher die Aussagen sind. Die Vorhersage erscheint über das WSV-Portal ELWIS für die Rheinpegel Kaub, Köln und Duisburg-Ruhrort sowie für die Elbepegel Dresden, Barby und Neu Darchau.

Zusammen mit dem Start der 6-Wochen-Vorhersage ging auch die 14-Tage-Wasserstandsvorhersage für den Rhein in den operationellen Betrieb. Es handelt sich dabei um den verbesserten Nachfolger der 10-Tage-Wasserstandsvorhersage. Die 14-Tage-Wasserstandsvorhersage gibt Tageswerte der Wasserstände für sieben besonders relevante Rheinpegel in Verbindung mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten an. Damit kann die Schifffahrt die Beladung ihrer Schiffe für die jeweiligen Routen noch präziser planen.

Beide Vorhersageprodukte fokussieren auf den Niedrig- und Mittelwasserbereich. Sie sind in erster Linie für Akteure konzipiert, die an der Planung der Logistik des Wasserstraßentransports und den damit verbundenen Produktions- und Geschäftsprozessen beteiligt sind.

Dr. Birgit Esser, Leiterin der BfG: „Meine Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen Jahren einen intensiven Dialog mit den Nutzerinnen und Nutzern der Bundeswasserstraßen geführt. Dass Wasserstände mit derart langen Zeiträumen überhaupt vorhergesagt werden können, ist das Ergebnis mehrjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Ich freue mich, dass wir mit diesen Produkten unseren Beitrag zum Aktionsplan Niedrigwasser Rhein und zum Masterplan Binnenschifffahrt leisten“

Bundesminister Dr. Volker Wissing: „Dank der neuen Vorhersagen erhalten Schifffahrt und verladende Wirtschaft zusätzliche Informationen, mit denen sie ihre Transportplanungen optimieren können. Die neuen Produkte stehen rechtzeitig zum Beginn der Niedrigwassersaison bereit. Das ist von großem Wert für die Gesellschaft und den Umgang mit den Folgen des Klimawandels. Denn das Binnenschiff ist elementarer Bestandteil vieler Transportketten. Mit Maßnahmen wie diesen setzen wir uns dafür ein, dass künftig noch mehr Güter auf der Wasserstraße transportiert werden.“

Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt: „Die erweiterte Wasserstandvorhersage hilft uns insbesondere bei länger andauernden Niedrigwasserereignissen dabei, frühzeitig Vorkehrungen an den Bundeswasserstraßen zu treffen. Durch die neuen Vorhersagen können wir z. B. unsere Peilungen anpassen, zielgerichtete Messkampagnen vorbereiten und unsere Anlagen noch effizienter steuern.“

Quelle: BFG, Foto: Dr. Martin Labadz, BfG, die neue 14-Tage Wasserstandsvorhersage für ausgewählte Rheinpegel auf einem Tablet-PC am Rhein bei Koblenz




Leichter Anstieg des Gesamtumschlags

Der Gesamtumschlag im Rotterdamer Hafen lag im ersten Halbjahr 0,8 % höher (233,5 Millionen Tonnen) als im selben Zeitraum 2021 (231,6 Millionen Tonnen). Für viele Gütersegmente hat der Krieg in der Ukraine einschneidende Folgen. So stiegen die LNG- und Kohlelieferungen als Alternative zum verminderten europäischen Import von russischem Gas per Rohrleitung enorm an. Der Umschlag von Rohöl nahm zu, während er bei den Ölprodukten sank. Eisenerz, Agrarmassengüter und Container wurden weniger umgeschlagen als im selben Vorjahreszeitraum.

Der Containertransport von und nach Russland kam zum Erliegen, und anhaltende Engpässe in der weltweiten Containerlogistik sorgten für eine Verlagerung von Frachten aus den großen in kleinere Containerhäfen. Im Vorgriff auf die Kohle- und Ölsanktionen wurden in den vergangenen Monaten weniger Kohle, Rohöl, Ölprodukte und LNG aus Russland angelandet. Die betroffenen Unternehmen importieren diese Rohstoffe zunehmend aus.

Höhepunkte des ersten Halbjahres

  • 0,8 % mehr Güter als im ersten Halbjahr 2021
  • Russland: Containervolumen weggefallen, immer weniger Kohle, LNG und ÖI
  • Anstieg von Umsatz und Betriebsergebnis des Hafenbetriebs
  • Energiewende: Investitionsentscheidungen der Wirtschaft ca. € 3 Milliarden
  • Lösung des Stickstoffproblems unverändert dringend

Allard Castelein, CEO Hafenbetriebs Rotterdam: “Europa ist stark von Energie aus Russland abhängig. In der aktuellen geopolitischen Lage ist Europa sehr verwundbar. Die Verfügbarkeit von Energie und Rohstoffen zu erschwinglichen Preisen ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Positiv ist jedoch, dass in den vergangenen Monaten konkrete Schritte auf dem Gebiet der Ökologisierung und Autarkie unserer Energieversorgung unternommen wurden, insbesondere in Form von Investitionsentscheidungen für den Bau einer großen Bioraffinerie und der größten europäischen Fabrik für grünen Wasserstoff. Die Wirtschaft hat sich im letzten halben Jahr verpflichtet, 3 Milliarden Euro in die Energiewende zu investieren. Neben der Verwundbarkeit des europäischen Energiesystems bleibt auch die Stickstoffproblematik ein dringliches Thema. Verschiedene Großprojekte, darunter das CO2-Sequestrierungsprojekt Porthos, laufen angesichts der Ungewissheit und des Mangels an Stickstoffemissionsrechten Gefahr, sich zu verzögern oder befinden sich bereits im Rückstand.”

Finanziell gesehen erlebte der Hafenbetrieb eine positive erste Jahreshälfte. Der Umsatz stieg um 6,3 % (€ 24,6 Millionen) auf € 412,2 Millionen an, während die betrieblichen Aufwendungen um 2,4 % (€ 3,1 Millionen) sanken, hauptsächlich infolge der niedrigeren Ausgaben für die Sandgewinnung. Die Bruttoinvestitionen im ersten Halbjahr 2022 beliefen sich auf € 117,1 Millionen einschließlich Kapitaleinzahlungen in Beteiligungen (erstes Halbjahr 2021: € 100,5 Millionen). Die wichtigsten Investitionen im ersten Halbjahr 2022 sind der Bau von Kaimauern im Amaliahaven und die Landgewinnung im Alexiahaven auf der Maasvlakte 2.

Vivienne de Leeuw, CFO Hafenbetriebs Rotterdam: “Unsere solide Finanzlage ist entscheidend dafür, dass wir auch in den kommenden Jahren in traditionelle Hardware wie Kaimauern und Anlegestege, aber insbesondere auch in Infrastruktur für die Energiewende investieren können. Darüber hinaus werden wir weiterhin in die Digitalisierung investieren. Indem wir für Infrastruktur von Weltklasse sorgen, stellen wir sicher, dass der Hafen ein attraktiver Standort für Unternehmen bleibt, die in die Energiewende investieren wollen.”

Sicherheit hat im Rotterdamer Hafen höchste Priorität. Der Hafenbetrieb Rotterdam arbeitet zusammen mit öffentlichen Partnern intensiv daran, die Sicherheit zu gewährleisten, sowohl auf dem Wasser als auch an Land. Im ersten Halbjahr ereignete sich leider ein sehr schwerer Schiffsunfall mit einem Binnenschiff. Im Umweltbereich wurden keine großen Zwischenfälle verzeichnet. Der Hafenbetrieb setzt sich mit verschiedenen Dienstleistungen und Projekten dafür ein, die digitale Sicherung von Systemen und die Cyberresilienz der Unternehmen und ihrer Mitarbeitenden zu verbessern.

Unterwanderung und Drogenkriminalität sind im Rotterdamer Hafen ein zunehmendes Problem. Auch hier übernimmt der Hafenbetrieb eine aktive Rolle, unter anderem durch Förderung des Bewusstseins seiner eigenen Mitarbeitenden und des Personals Dritter im Hafen für integres Verhalten im Rahmen des Programms „Integres Verhalten“. Darüber hinaus sind mit den Partnern und dem Ministerium für Justiz und Sicherheit Vereinbarungen getroffen, die Zahl des vorhandenen Netzes von 225 Kameras im Hafen zu erweitern und es weiterzuentwickeln.  Bilder dieses Netzes werden von verschiedenen öffentlichen Partnern (Geschäftsbereich Hafenmeister, Polizei und Zoll).

Im Gütersegment trockenes Massengut wurde in der ersten Jahreshälfte ein Anstieg von 4,4 % verzeichnet. Der Umschlag von Agrarmassengütern ging um 15,1 % zurück. Dieses Segment wird immer stark vom Umfang der Ernte in den verschiedenen Teilen der Welt beeinflusst. Darüber hinaus wurde bei einem der Verarbeitungsbetriebe gestreikt. Hinzu kam, dass wegen der hohen Energiekosten weniger Agrarmassengüter verarbeitet wurden. Hohe Energiekosten führten auch zur Drosselung der Produktion der deutschen Stahlindustrie und infolgedessen zu einem Rückgang der Eisenerzanlieferung um 20,6 %.

Der Antransport für Koks für die Stahlindustrie blieb auf Niveau. Der Umschlag von Kohle für Elektrizitätswerke stieg jedoch erheblich an. Daraus ergab sich per Saldo eine Zunahme des Kohleumschlags um 29,7 %. Kohle ist momentan billiger als Erdgas und verringert außerdem die Abhängigkeit von russischem Erdgas. Auffällig ist der Anstieg von 30,1 % beim sonstigen trockenen Massengut. Dies ist vor allem auf die hohen Preis für den Containertransport zurückzuführen: Frachten, die auch lose transportiert werden können, etwa industrielle Mineralstoffe und Dünger, werden darum häufiger auf diese Weise befördert.

Im ersten Halbjahr wurde 4,6 % mehr flüssiges Massengut umgeschlagen. Die Zunahme beim Rohöl um 4,3 % war vor allem eine Folge des Transits von russischem Öl über Rotterdam, insbesondere nach Indien. Nordwesteuropäische Raffinerien stellen auf Öl aus anderen Ländern als Russland um, wodurch das russische Öl in anderen Märkten abgesetzt wird.

Der Rückgang des Umschlags von Ölprodukten um 9,4 % ist hauptsächlich auf den strukturellen Rückgang der Anlieferung und Wiederausfuhr von Heizöl zurückzuführen. Bei LNG wurde ein Zuwachs von 45,8 % verzeichnet. Es besteht eine sehr hohe Nachfrage nach LNG als Alternative für das Erdgas, das per Rohrleitung von Russland nach Europa befördert wird. Die Zunahme des übrigen flüssigen Massenguts um 22,5 % erklärt sich einerseits durch eine Verlagerung des Transports per Tankcontainer auf Chemikalientanker und durch die Vorratsbildung bei den Abnehmern chemischer Substanzen. So sichern sie sich trotz der Störungen in den Transportketten ausreichende Grundstoffvorräte. Bei der Anlieferung von Kohle, Rohöl, Ölprodukten und LNG zeichnete sich im zweiten Quartal eine Verschiebung der Herkunft ab. Unternehmen beziehen diese Energieträger und Rohstoffe immer weniger aus Russland, sondern aus anderen Teilen der Welt.

Der Containerumschlag ging um 4,4 % zurück (in TEU, dem Standardmaß für Container). Nach Gewicht gemessen betrug der Rückgang 8,9 %. Die Differenz zwischen den beiden Werten erklärt sich durch eine Zunahme der Zahl der Leercontainer. Der Rückgang beim Containerumschlag ist auf zwei Hauptgründe zurückzuführen: erstens kam der Containertransport aus und nach Russland infolge der Sanktionen, der Ungewissheiten, die der weitere Handel mit russischen Partnern mit sich bringt und der Einstellung der Liniendienste nach Russland zum Erliegen, und zweitens ist die Containerlogistik anhaltend gestört. Vor zwei Jahren führte die Coronapandemie zu Lockdowns und verändertem Konsumverhalten. Es gelang den Containerschiffen nicht mehr, ihre Fahrpläne einzuhalten, wodurch auch die Vor- und Nachlauftransporte gestört wurden. Um Zeit aufzuholen, streichen große Schiffe nun oft Häfen aus ihrem Fahrplan (-5,5% weniger Einläufe in Rotterdam als im Vergleich zum letzten Jahr), während je Einlauf mehr Container geladen und gelöscht werden (+6,1 %). Das führt zu einer Spitzenbelastung der Terminals, an denen doch bereits Hochbetrieb herrschte, da die Container infolge der zunehmenden Unzuverlässigkeit der Ankunftszeiten der Schiffe durchschnittlich länger stillstehen. Die Reedereien machen aufgrund dieser Entwicklungen momentan relativ betrachtet für Umschlagaktivitäten häufiger Gebrauch von kleineren Anlaufhäfen als von großen Häfen wie Rotterdam. Es wurde eine Beratungsstruktur mit allen Akteuren der Rotterdamer Containerbranche eingerichtet, um die Entwicklungen sorgfältig beobachten und möglichst effektiv darauf reagieren zu können.

Der Roll-on/Roll-off-Verkehr nahm um 16,8 % zu. Diese Zahl ist durch das Ende des Übergangszeitraums für den Brexit am 1. Januar 2021 beeinflusst, was seinerzeit zu zusätzlichen Transporten Ende 2020 und einem Einbruch des RoRo-Transports Anfang 2021 führte.

Der Bereich „sonstiges Stückgut“ verzeichnete einen starken Anstieg um 17,7 %. Eine wichtige Ursache hierfür ist der Import von Stahl und Nichteisenmetallen. In Reaktion auf den Angriffs Russlands auf die Ukraine schossen die Preise für Stahl und Nichteisenmetalle in die Höhe. Schon bald wurden alternative Anbieter gefunden, vor allem in Asien, wo infolge der Coronapandemie die Nachfrage nach Stahl eingebrochen war. Infolgedessen stieg der Import von Stahl und Nichteisen-metallen an. Darüber hinaus führten die hohen Containerpreise dazu, dass mehr Ladung als Stückgut verschifft wird.

Im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2021 stieg der Umsatz des Hafenbetriebs um 24,6 % auf € 412,2 Millionen an. Davon entfielen € 16,1 Millionen auf den Anstieg der Hafengebühren. Diese war vor allem eine Folge der Indexierung der Tarife der Hafengebühren und durch den Rückgang der gewährten Rabatte. Der Anstieg der Einkünfte aus Mietverträgen in Höhe von € 6,2 Millionen ist hauptsächlich auf die vertragliche Tarifindexierung zurückzuführen.

Die betrieblichen Aufwendungen gingen in der ersten Jahreshälfte 2022 um 2,4 % (€ 3,1 Millionen) auf € 124,4 Millionen zurück. Insbesondere die Kosten der Sandgewinnung sanken, da 2022 der Umstieg auf einen neuen Konzessionspartner erfolgte.

Die Investitionen einschließlich Kapitaleinzahlungen in Beteiligungen betrugen € 117,1 Millionen. Die wichtigsten Investitionen im ersten Halbjahr 2022 sind der Bau von Kaimauern im Amaliahaven (€ 32,7 Millionen) und die Landgewinnung auf der Maasvlakte 2 (€ 19,8 Millionen). Im Juni 2022 wurde die Dividende einschließlich Dividendensteuer für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von € 122,7 Millionen an die Gemeinde Rotterdam und den Staat gezahlt.

Der Datenaustausch und die Digitalisierung von Prozessen sind der Schlüssel für die Bewältigung der wichtigsten Herausforderungen in der Logistik. Der Hafenbetrieb investiert darum in die Entwicklung digitaler Tools und Programme. Dem Planungstool Routescanner sind inzwischen alle Binnenschifffahrts-, Eisenbahn- und Shortsea-Operatoren in Nordwesteuropa sowie verschiedene Deepsea-Reedereien angeschlossen. Sie teilen ihre Fahrpläne direkt im Routescanner, wodurch diese Plattform auf dem besten Wege ist, sich zum weltweit genutzten neutralen Ort für die Anzeige von Containerstrecken zu entwickeln. Über das Planungstool Nextlogic wurden seit der Freischaltung im Oktober 15.000 Binnenschifffahrtscalls eingeplant. Zusammen mit den Akteuren der Logistikkette wird an der Einführung des integrierten Planungssystems im Hafen von Rotterdam und am Anschluss neuer Partner gearbeitet. Außer in elektronische Plattformen zur Verbesserung der Logistikketten über Rotterdam wird auch in Datenlösungen zur Optimierung der Hafeninfrastruktur investiert. So wird in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Delft eine neue Datenplattform für Bodenstützkonstruktionen entwickelt.

Große Projekte benötigen eine lange Vorbereitung. In den letzten Jahren wurde ein großes Portfolio von Projekten im Zuge der Energiewende aufgebaut. Da nun allmählich mehr Klarheit darüber entsteht, auf welche Weise die abstrakten Klimaziele in konkrete europäische und einzelstaatliche Maßnahmen und Fortschritte umgesetzt werden, werden auch die Folgen für die einzelnen Projekte deutlicher. Im letzten Halbjahr wurden einige wichtige Investitionsentscheidungen getroffen; die umfangreichsten betreffen eine große Bioraffinerie und die europaweit größte Fabrik für grünen Wasserstoff. Darüber hinaus hat eine Gruppe von Unternehmen endgültig beschlossen, einen Importterminal für Ammoniak auszubauen, die Kapazität für das Recycling von Batterien zu erweitern, eine Wasserstofftankstelle für Lkw anzulegen und ein Landstromprojekt in Angriff zu nehmen.

Diese Investitionsentscheidungen der Wirtschaft haben einen Umfang von insgesamt rund € 3 Milliarden. Diese Art von Investitionen leistet der Energiewende in voller Breite Vorschub. Ergänzend dazu hat der Hafenbetrieb im letzten Halbjahr beschlossen, die CO2-Emissionen der eigenen Organisation beschleunigt zu reduzieren. Das Ziel besteht darin, die eigenen CO2-Emissionen im Vergleich zu 2019 bis 2025 um 75 % und bis 2030 um 90 % zu reduzieren.

Anlass zur Sorge gibt die Tatsache, dass drei Jahre nach dem Urteil des Staatsrats zum Thema Stickstoffdeposition noch immer Ungewissheit hinsichtlich bestimmter Vorschriften besteht, etwa über die Ausnahmegenehmigung für Bauvorhaben, Abrissarbeiten und einmalige Bauaktivitäten (sog. Baufreistellung), und dass es an Stickstoffemissionsrechten fehlt. Dies kann die Energiewende behindern, und das, während diese Art von Projekten oft nicht nur zur Reduktion der CO2- Emissionen beiträgt, sondern auch den Ausstoß von Stickstoff und anderen Emissionen in Rotterdam und anderen Abschnitten der Lieferkette verringert. Übrigens entfällt auf die Rotterdamer Industrie nur 1 % der Stickstoffdeposition in der empfindlichen niederländischen Natur.

Die aktuelle geopolitische Lage bringt große Ungewissheit mit sich. Eine zuverlässige Energieversorgung von Nordwesteuropa ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Energiepreise sind hoch, was wesentlich zum starken Anstieg der Inflation beiträgt. Möglicherweise ist eine Rezession zu erwarten. Das macht es besonders schwierig, eine Prognose für die Umschlagvolumen im zweiten Halbjahr abzugeben. Mit Blick auf die Energiewende, die für die Zukunft des Rotterdamer Hafens und die Erreichung der nationalen Klimaziele so wichtig ist, werden im zweiten Halbjahr voraussichtlich wieder wichtige Schritte unternommen. Die Lösung des Stickstoffproblems ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass in diesem Bereich weiterhin Fortschritte erzielt werden können.

Quelle und Video: Port of Rotterdam




Neuer Datenhub für den Kombinierten Verkehr

DXI heißt die neue Gesellschaft für die Nutzung einer Datendrehscheibe, die erstmals alle Akteure des Kombinierten Verkehrs datentechnisch miteinander verbindet. Gesellschafter sind die Kombioperateure Hupac und Kombiverkehr, die Transportunternehmen Hoyer und Paneuropa, das Bahnunternehmen Lokomotion sowie das Kombiterminal Ludwigshafen.

Die Ende Juni 2022 gegründete Gesellschaft geht hervor aus dem Forschungsprojekt „Digitalisierung intermodaler Lieferketten – KV4.0“, welches im Zeitraum 2017-2021 eine systemübergreifende Datenplattform für den Kombinierten Verkehr geschaffen hat. Die DXI GmbH setzt sich nun zum Ziel, das System weiterzuentwickeln und allen Akteuren der intermodalen Transportkette den Zugriff auf die Datendrehscheibe zu ermöglichen. Geschäftsführer sind Christoph Büchner, Leiter IT bei Kombiverkehr, und Aldo Puglisi, Leiter Digitalisierung bei Hupac.

Zum künftigen Kundenkreis gehören Spediteure und KV-Operateure, Terminals und Eisenbahnverkehrsunternehmen. „Mit Hilfe des DXI Hubs können Spediteure sämtliche Daten ihrer intermodalen Transporte zwischen den Kombi-Operateuren und ihrem eigenen System austauschen, einschließlich der EVU- und Terminaldaten“, erläutert Aldo Puglisi. Das System basiert auf dem #EDIGES-Datenaustauschstandard und ermöglicht den Zugriff auf Fahrpläne, Buchungen, Terminalstatus, Zugfahrten sowie Vor- und Nachläufe auf der Straße. Der Datenaustausch erfolgt in Echtzeit und barrierefrei, jedoch stets innerhalb eines bevollmächtigten Verteilerkreises.

Mit der einmaligen technischen Anbindung an die Datendrehscheibe wird der Datenaustausch mit den jeweils beteiligten Intermodal-Unternehmen ermöglicht. So werden z.B. Fahrplandaten, Tracking-Daten oder Buchungen aus der eigenen IT-Anwendung zukünftig auch anderen Beteiligten sichtbar gemacht. „Ein Open-Data Approach, der für alle beteiligte Akteure Vorteile bringt“, so Christoph Büchner. Durch die rechtzeitige Kenntnis über das avisierte Sendungsaufkommen wird die Planung der Terminalslots verbessert. Eisenbahnverkehrsunternehmen können Lokomotiven und Lokführern flexibler disponieren, wenn sie Kenntnis über Verspätungen haben. Lkw-Zu- und Abläufe im Terminal lassen sich durch vorauseilende Information optimieren. „Letztlich führt die Datentransparenz zu einer höherer Zuverlässigkeit und Produktivität und somit auch zu einer höheren Kundenzufriedenheit“, sagen die DXI Geschäftsführer.

Quelle: Hupac und Kombiverkehr, Foto: Kombiverkehr




Hamburgs CTA erneut zertifiziert

Der Container Terminal Altenwerder (CTA) der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat vom TÜV NORD erneut das Zertifikat “Klimaneutrales Unternehmen” erhalten. Damit unterstreicht der CTA seine Vorreiterrolle als nachhaltiges, innovatives Unternehmen in der Branche.

Erstmalig wurde der CTA im Jahr 2019 als klimaneutral zertifiziert und war damit die weltweit erste Umschlaganlage für Container mit dem entsprechenden Prüfzeichen. Die Vorstandsvorsitzende der HHLA, Angela Titzrath, verdeutlicht: „Die wiederholte Zertifizierung des CTA stellt die Innovationskraft des Terminals erneut unter Beweis. Dieses Jahr können wir dem CTA bereits zum 20. Jubiläum gratulieren und sind sehr stolz, dass der Terminal in der Branche bereits seit 2002 als Vorreiter für Innovation und Nachhaltigkeit gilt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Dank technologischer Exzellenz und Prozesseffizienz machen wir klimaneutralen Containerumschlag möglich und kommen unserem Ziel näher, bis 2040 Klimaneutralität im gesamten Konzern zu erreichen.“

In dem zertifizierten Zeitraum Januar bis Dezember 2021 sanken die CO2-Emissionen am CTA deutlich um 26,3 Prozent auf rund 11.000 Tonnen. Diese Entwicklung ist insbesondere auf einen stark verminderten Dieselverbrauch durch die weitere Umstellung auf elektrisch betriebene Containertransporter (Automated Guided Vehicles – AGV) zurückzuführen. Knapp 90 Prozent der am CTA eingesetzten AGVs fahren mittlerweile mit Ökostrom statt Diesel, perspektivisch werden bis zum Jahr 2023 alle AGVs auf schnellladefähige Lithium-Ionen-Batterien umgestellt. Auch die 14 Containerbrücken für den wasserseitigen Umschlag, die 52 vollelektrifizierten Portalkräne im Containerblocklager sowie die vier Bahn-Portalkräne werden mit Ökostrom betrieben.

Prozesse, die heute noch CO2-Emissionen verursachen, werden über Kompensationszertifikate ausgeglichen. Mit diesen unterstützt die HHLA Klimaschutzprojekte, die nach höchstem Gold-Standard gemäß Voluntary Emission Reduction (VER) zertifiziert sind. Ziel ist es, den Kompensationsanteil weiter konsequent zu reduzieren. Dafür setzt HHLA gemeinsam mit Partnern auf die Entwicklung technisch innovativer Lösungen.

Bereits im Jahr 2002 hat die HHLA mit der Eröffnung des CTA die Hafenlogistik geprägt und Impulse für die Zukunft gesetzt. Neue, zukunftsträchtige Technologien, die sich am CTA bewährt haben, kommen heute auf Terminalanlagen in der ganzen Welt zum Einsatz. Darüber hinaus nimmt der CTA durch seinen hohen Automatisierungsgrad eine wesentliche Rolle für die Entstehung neuer Berufsbilder im Hafen ein. Diesen Standard will die HHLA auch auf ihren anderen Anlagen erreichen, indem die Terminalprozesse im laufenden Betrieb weiter automatisiert und digitalisiert werden. Innovationen und technische Exzellenz sind für die HHLA der zentrale Schlüssel, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln, mit denen das Unternehmen weiterhin ökologisch handeln und erfolgreich wirtschaften kann.

Mehr Informationen zum CTA gibt es hier.

Quelle und Foto: HHLA




Wasserschutzpolizei Niedersachsen feiert

Ob in den Binnengewässern oder weit draußen in der stürmischen Nordsee: Die Einsatzgebiete der Wasserschutzpolizei Niedersachsen sind genauso vielfältig wie ihre Aufgaben, die von der Kontrolle der Berufsschifffahrt sowie von Sportbooten, der Bearbeitung von Schiffsunfällen und Gewässerverunreinigungen bis hin zur Begleitung von Spezialtransportschiffen reichen. Auf ca. 2.500 Quadratkilometern Küstengewässer, ca. 1800 Kilometern Bundes- und Landeswasserstraßen sowie ca. 71 Quadratkilometern Seen ist die Wasserschutzpolizei (WSP) Niedersachsen tagtäglich für maritime Sicherheit im Einsatz- und das seit inzwischen 75 Jahren.

„Niedersachsen ist nicht nur ein Flächen-, sondern auch ein Wasserland. Insbesondere an der Nordsee, aber auch auf den Flüssen leistet die niedersächsische Wasserschutzpolizei inzwischen seit 75 Jahren großartige Arbeit. Ich bedanke mich bei allen Polizistinnen und Polizisten, die aktuell und auch in der Vergangenheit für Sicherheit auf dem Wasser gesorgt haben“, sagte der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, am Mittwoch beim Festakt zum 75-jährigen Bestehen im Alten Landtag in Oldenburg.

Als Gründungsdatum der niedersächsischen Wasserschutzpolizei gilt der 13. Januar 1947 – an diesem Tag ging aus der „WSP-Gruppe Bremen“ organisatorisch die „WSP-Gruppe Niedersachsen“ hervor. Die ursprünglich am 13. Januar dieses Jahres auf den Tag genau geplante Jubiläumsfeier musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden.

Gastgeber war die Polizeidirektion Oldenburg, da ihr die Wasserschutzpolizeiinspektion (WSPI) angegliedert ist. Die WSPI mit Sitz in Oldenburg fungiert seit einer Strukturreform Anfang 2016 als eigenständige Polizeiinspektion mit einer landesweiten Koordinierungsstelle. Mit den vier Wasserschutzpolizeistationen in Emden, Wilhelmshaven, Brake und Stade ist die Wasserschutzpolizei an den wichtigsten Häfen der niedersächsischen Küste vertreten. Im Binnenland werden die wasserschutzpolizeilichen Aufgaben von den regionalen Polizeidirektionen Hannover, Lüneburg, Osnabrück und Göttingen wahrgenommen.

Vor rund 100 geladenen Gästen blickte Innenminister Boris Pistorius in seiner Festrede nicht nur auf die von vielen – insbesondere auch technischen und organisatorischen – Veränderungen geprägte Entwicklung der Wasserschutzpolizei in den vergangenen Jahrzehnten zurück. Er benannte zugleich die vor ihr liegenden Herausforderungen. „Die Wasserschutzpolizei ist in Niedersachsen strukturell und personell gut aufgestellt. Ihre Bedeutung wird gerade angesichts der Veränderungen durch den Klimawandel weiter zunehmen. Schon seit einigen Jahren spielen zum Beispiel Kontrollen von Umweltvorschriften und artverwandte Aufgaben auf unseren Gewässern eine immer größere Rolle“, so Pistorius.

„Die Kolleginnen und Kollegen der Wasserschutzpolizei Niedersachsen tragen eine hohe Verantwortung, der sie Tag für Tag gerecht werden – egal ob auf der Nordsee, an den Häfen, auf den Flüssen oder Seen. Sie sind echte Spezialisten auf ihrem Gebiet und ich bin heilfroh, dass wir sie haben“, hob Oldenburgs Polizeipräsident Johann Kühme die Verdienste der ehemaligen und aktuellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervor. Zugleich bedankte sich Johann Kühme bei den zahlreichen anderen maritimen Sicherheitsbehörden und Kooperationspartnern der Wasserschutzpolizei. Als ein herausragendes Beispiel für die funktionierende, auch länderübergreifende, Zusammenarbeit nannte er die WSP-Leitstelle in Cuxhaven als gemeinsame Einrichtung der Wasserschutzpolizeien der fünf Küstenländer. Zu den Verantwortlichkeiten der Polizeidirektion Oldenburg zählt auch die Bewältigung von maritimen Bedrohungslagen im niedersächsischen Küstengebiet.

„Ich spreche allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wasserschutzpolizei Niedersachsen für ihre fachlich qualifizierte und engagierte Arbeit meinen Dank aus. Die Wasserschutzpolizei Niedersachsen ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Maritimen Sicherheitsarchitektur in Deutschland und es ist ein gutes Gefühl, dass wir in allen Bereichen absolut verlässliche Partner haben“, sagte Jörg Beensen, Leiter der Wasserschutzpolizeiinspektion, der sich für die zahlreichen Glückwünsche der Anwesenden zum Jubiläum herzlich bedankte.

Weitere Grußworte hielten Prof. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, sowie Nils Hoffmann-Ritterbusch, Vorsitzender des Kuratoriums bei der Wasserschutzpolizeischule in Hamburg. Für die musikalische Begleitung des Festakts sorgten das Blechbläser-Quintett des Polizeiorchesters Niedersachsen sowie der Shantychor Bad Zwischenahn.

Quelle und Foto: Polizeidirektion Oldenburg, von links: Johann Kühme (Präsident der Polizeidirektion Oldenburg), Boris Pistorius (Nds. Minister für Inneres und Sport) und Jörg Beensen (Leiter der Wasserschutzpolizeiinspektion)




Produktionsanlage für Wasserstoff in Rostock

Innerhalb der nächsten vier Jahre soll im Überseehafen Rostock auf dem Gelände des Steinkohlekraftwerks eine 100-Megawatt-Produktionsanlage für die Erzeugung von grünem Wasserstoff entstehen. Die Elektrolyseanlage ist das Herzstück des Projektes „HyTech Hafen Rostock“, das sich auf Förderung im Rahmen des IPCEI-Programms (Important Project of Common European Interest) beworben hat. Eine finale Investitionsentscheidung ist noch nicht getroffen und erst nach Erhalt des Förderbescheides geplant.

Entwickelt und gebaut werden soll die Anlage von der rostock EnergyPort cooperation GmbH, einem gemeinsamen Unternehmen von EnBW Neue Energien GmbH, RheinEnergie AG, RWE Generation SE und der ROSTOCK PORT GmbH, das jüngst in der Hanse- und Universitätsstadt gegründet wurde. Die vier Partner beteiligen sich jeweils mit knapp 25 Prozent an dem neuen Unternehmen. Ziel ist der Auf- und Ausbau einer nachhaltigen und grünen Produktions-  und Verteilungsstruktur für Wasserstoff. Der dafür erforderliche Strom soll aus Erneuerbaren Energien, wie Windkraftanlagen auf See und an Land, bezogen werden. Jährlich sollen so bis zu 6,5 Tonnen Wasserstoff klimaneutral im Überseehafen Rostock erzeugt, in ein überregionales Verteilnetz (Wasserstoff-Startnetz) eingespeist und lokalen Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden. Der Standort ermöglicht den Ausbau der Anlage auf eine Leistung von bis zu 1.000 Megawatt und kann zur nachhaltigen Energieversorgung und Energiesicherheit Deutschlands einen wichtigen Beitrag leisten. Die Investitionen liegen im dreistelligen Millionenbereich und sollen mit Hilfe von Fördermitteln getätigt werden.

„Gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen treibt die RheinEnergie die zielgerichtete Transformation des Kraftwerkstandorts Rostock von der Steinkohle hin zu grünem Wasserstoff voran. Damit schaffen wir eine Perspektive, nicht nur für den Standort selbst, sondern für die gesamte Region. Die benötigten Mengen an grünem Wasserstoff stellen wir im Rahmen der neu gegründeten Gesellschaft künftig allen Marktteilnehmern zur Verfügung“, sagt Dr. Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie AG.

„Wir sehen in der Realisierung eines solchen Projektes und einem sich daran anschließenden weiteren Ausbau eine große Chance, einen Kohlekraftwerksstandort langfristig in einen zukunftsfähigen Energiestandort zu transformieren. Wir sichern damit auch Arbeitsplätze vor Ort“, sagt Rainer Allmannsdörfer, Geschäftsführer der EnBW Neue Energien GmbH, der auch Geschäftsführer des Kohlekraftwerkes ist.

„Die erfolgreiche Transformation von fossilen Energieträgern wie Kohle zu nichtfossilen Energieträgern wie Wasserstoff betrifft viele Teile des Hafens. Ein konsequenter Einstieg in den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern wird die fossilen Energieträger ablösen und zur Dekarbonisierung der Region führen. Als ein Partner des gemeinsamen Unternehmens möchten wir weiterhin Impulsgeber für eine klimaschonende und nachhaltige Hafenwirtschaft sein“, hebt ROSTOCK PORT-Geschäftsführer Jens Scharner hervor.

„Der Überseehafen Rostock ist ein idealer Startpunkt für einen Wasserstoff-Hub im Nordosten Deutschlands. Im Rahmen des neuen Konsortiums trägt RWE als weltweit führendes Unternehmen bei Erneuerbaren Energien und mit ihrer Kompetenz bei der Wasserstofferzeugung maßgeblich zur grünen Transformation des Standorts und der Region bei“, sagt Sopna Sury, COO Hydrogen RWE Generation.

Quelle: rostock EnergyPort cooperation GmbH, Foto: rostock port/ nordlicht




Bundesminister Wissing besucht die BfG

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, hat jetzt die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz besucht. Dabei standen überregionale Aufgaben in der Gewässerentwicklung, der Klimawandel und der Umgang mit Sedimenten in den Bundeswasserstraßen im Mittelpunkt der Gespräche mit Leitung und Belegschaft.

Bundesminister Dr. Wissing informierte sich bei seinem heutigen Besuch an der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) aus erster Hand über die aktuellen Herausforderungen für Gewässerkunde und Wasserwirtschaft. Die Expertinnen und Experten der BfG erläuterten dem Minister, welche Fortschritte sie in der Entwicklung digitaler Vorhersagesysteme für die Wasserstände in den Bundeswasserstraßen erzielt haben und diskutierten über die umweltgerechte Entwicklung unserer Flüsse. Der Umgang mit Sedimenten ist für die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) eine bedeutende Aufgabe, wenn Hindernisse in Fahrrinnen oder stoffliche Belastungen vorhanden sind. Hier ist die wissenschaftliche Beratung der BfG stets gefordert. Dies gilt auch bei der Frage, wie sich der Klimawandel auf die Schifffahrt und die Gewässerökosysteme auswirkt.

Bundesminister Dr. Volker Wissing: „Bei der Gestaltung der Mobilität der Zukunft stehen wir vor großen Herausforderungen. Eine der größten Fragen ist, wie wir dem Klimawandel entgegentreten und gleichzeitig die Gesellschaft mobil halten können. Zur Bewältigung dieser Zukunftsaufgaben leistet die Bundesanstalt für Gewässerkunde mit ihrer wissenschaftlichen Kompetenz einen wichtigen Beitrag.“

Besonders die Nähe der BfG zu Universität und Hochschule spielt hierbei eine zentrale Rolle. Minister Wissing begrüßte die Kooperation der drei Einrichtungen. Diese mache es möglich, bei der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern eng zusammenzuarbeiten.

Dr. Birgit Esser, Leiterin der Ressortforschungseinrichtung, betonte neben der Aufgabe der Politikberatung auch die besondere Rolle für die Praxis: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die tägliche Arbeit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes sehr gut. Für unsere wissenschaftliche Arbeit greifen wir auf umfangreiche gewässerkundliche Datenbestände zurück, die wir neben der WSV auch der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.“

Abschließend bekräftigte der Bundesminister: „Insbesondere bei der Planung leistungsstarker, umweltgerechter und möglichst naturnaher Bundeswasserstraßen können wir auf die Expertise der BfG zählen.“

Quelle: BfG, Foto: BfG/ Michael Hils




TX Logistik fährt mehr Züge Köln und Bologna

Die TX Logistik AG steigert die Zugfrequenz auf ihrer Intermodalverbindung zwischen Köln und Bologna. Zum 9. Juli wird sich die Zahl der Umläufe von fünf auf sechs pro Woche erhöhen. Grund dafür ist die in beiden Wirtschaftsregionen wachsende Nachfrage nach Schienentransportkapazitäten auf dieser Strecke durch die Schweiz.

TX Logistik hatte die Relation Anfang 2021 in den Fahrplan aufgenommen. Sie verbindet das Terminal Köln-Nord mit dem Terminal Interporto Bologna. Die Route führt über die Gotthard-Achse, deren Ausbau 2020 fertiggestellt wurde. Seitdem können auch Sattelauflieger mit einer Eckhöhe von vier Metern intermodal auf der Schiene durch die Schweiz transportiert werden. Die Umstellung auf das Profil P400 hat die Nachfrage nach Angeboten im Kombinierten Verkehr auf der Gotthard-Route deutlich erhöht.

Dieser Entwicklung trägt TX Logistik mit dem zusätzlichen Umlauf Rechnung. Sämtliche Leistungen – von der Vermarktung der Transportkapazitäten bis zur Traktion – übernimmt das zur Mercitalia-Gruppe (Gruppo FS Italiane) gehörende Schienenlogistikunternehmen mit seinen Tochtergesellschaften TX Logistik Switzerland und TX Logistik Transalpine komplett in Eigenregie. Zum Einsatz kommen moderne Multisystem-Lokomotiven, die mit Lokführern von TX Logistik besetzt sind. Bis zu 34 Ladeeinheiten passen auf einen Zug. Transportiert werden neben Sattelaufliegern auch Megatrailer, Wechselbrücken und Container. Verladen werden sie in Köln und Bologna jeweils täglich außer Sonntag.

Mit der höheren Zugfrequenz auf der Strecke Köln – Bologna leistet TX Logistik einen weiteren Beitrag zur Verkehrsverlagerung und zum Klimaschutz. Im Vergleich zum Transport mit dem Lkw spart die Beförderung auf der Schiene bei sechs Umläufen in der Woche etwa 23.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Quelle und Foto: TX Logistik




WSV-Azubiprojekt zum Wiederaufbau des Ahrtals

In der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde jetzt ein durch Auszubildende der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) naturnah fertiggestellter Uferabschnitt der Ahr übergeben.

Nach der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr haben über 100 Auszubildende der WSV im Bereich Wasserbau im Zeitraum von Dez. 2021 bis Mitte Juli 2022 das Ufer der Ahr instandgesetzt und damit die Kommune vor Ort unterstützt. Das Azubiprojekt ist Teil der Hilfeleistungen der WSV beim Wiederaufbau in den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr: „Dieses Projekt steht nicht nur exemplarisch für die beeindruckende Hilfsbereitschaft und den unermüdlichen Einsatz der Helferinnen und Helfer, sondern auch für die Wiederherstellung der Infrastruktur im gesamten Ahrtal. Denn auch 14 Kilometer Schiene, 70 Kilometer Straße und über 100 Brücken werden so wiederaufgebaut, dass sie klimaresilienter und für künftige Extremwetterlagen besser gerüstet sind.“

Für die Auszubildenden war der nachhaltige Wiederaufbau der Ufersicherung Teil ihrer praktischen Ausbildung. Anders als übliche Lehrstücke, die zu Übungszwecken dienen, werden an der Ahr die neuen Uferbefestigungen zwischen Ahrweiler und Walporzheim dauerhaft sein. Sie tragen zum Hochwasserschutz in der Region bei.

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz: „Das Azubiprojekt ist ein tolles Beispiel dafür, wie der hochwasserangepasste Wiederaufbau hier an der Ahr durch tatkräftige Zusammenarbeit und effiziente Kooperation über Gemeinde-, Behörden- und Ländergrenzen hinweg gemeinsam gelingt. Es ist einfach großartig, dass die jungen Leute hier im Ahrtal so beherzt mit angepackt und den Wiederaufbau unterstützt haben.“

Erstmalig für das Ahrtal wurde eine ingenieurtechnische Methode der Uferbefestigung angewandt, die bisher nur im Norden Deutschlands umgesetzt wurde: Bei dieser Technik werden zwischen Rundholzreihen Weidenruten (Faschinat) befestigt, die dann austreiben. Darüber hinaus haben die Auszubildenden heimische Gehölze angepflanzt. Voraus gingen Räum- und Säuberungsarbeiten mit Spezialgeräten der WSV an den Ufern und Böschungen.

Prof. Dr.Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt: „Für unsere Auszubildenden war der Einsatz im Ahrtal ein herausragendes Projekt. Die hochmotivierten jungen Menschen sind fachlich und auch persönlich über sich hinausgewachsen, indem sie zum Wiederaufbau des Ahrtals beigetragen haben. Ein nachhaltiges Wasserbauprojekt, das jetzt der Region zugutekommt.“

Nach der Flutkatastrophe haben über 260 Beschäftigte der WSV unbürokratisch rund fünf Monate lang die Aufräumarbeiten im Ahrtal mit Fahrzeugen und Spezialgeräten unterstützt. Teilweise waren pro Woche rund 30 Beschäftigte mit über sieben Lastkraftwagen, Baggern und einem Radlader vor Ort.
Zusätzlich zu den umfangreichen Aufräumarbeiten wurden in diesem Zeitraum z.B. durch die Schreinerei des Bauhofs Aschaffenburg über 50 neue Bänke, Stühle und Einbauschränke für die Grundschulen Bad-Neuenahr und Ahrweiler gezimmert. Die Taucher der Bauhöfe Koblenz und Trier haben Brückenpfeiler und Stützwände inspiziert.

Seit der Übergabe kann auch der gemeinsam mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde errichtete Lehrpfad besucht werden. Die Schautafeln informieren über die geleistete Arbeit und über die Flora und Fauna im Uferbereich.

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ist mit über 900 Auszubildenden in diversen technischen Berufen eine der großen Ausbildungsbehörden des Bundes.

Quelle und Foto: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, WSV.




Hafen Antwerp-Bruges: Mehr Umschlag

Der Gesamtgüterumschlag des Port of Antwerp-Bruges belief sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf 147,2 Millionen Tonnen, was einer Steigerung von 1,4 % im Vergleich zum selben Zeitraum des vorigen Jahres entspricht. In Anbetracht des aktuellen geopolitischen und makroökonomischen Kontextes bestätigt dieses leichte Wachstum trotz eines Rückgangs im Containersegment aufgrund der anhaltenden globalen Überlastungsprobleme die gestärkte Position als einheitlicher Hafen.

Der Containerumschlag geht um 9,8 % in Tonnen und um 6,2 % in TEU zurück, verglichen mit einem starken ersten Halbjahr 2021. Angesichts der weltweit gestörten Containerlinienschifffahrt, der Verspätungen und des hohen Aufkommens an Importfracht steht der Containerhandel weiterhin vor operativen Herausforderungen. Darüber hinaus ging der Umschlag von Containern mit Bezug zu Russland aufgrund des Konflikts in der Ukraine um 39 % zurück.

Stückgut steigt in der ersten Jahreshälfte erheblich um 22% im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2021, und verzeichnet das höchste Umschlagvolumen seit 2011. Der Hauptgrund dafür ist der gestiegene Import von Stahl, der wichtigsten Produktgruppe innerhalb dieses Segments. Die durch die Sanktionen verbotenen Stahlimporte aus Russland werden durch Importe aus anderen Ländern ersetzt. ​ Auch die anderen Produktgruppen wie Holz, Plattenmaterial und Obst verzeichneten ein Wachstum.

Der Roll-on/Roll-off-Verkehr verzeichnete einen Anstieg um 8,9 %. Ein deutliches Wachstum ist im Verkehr mit dem Vereinigten Königreich und Irland zu verzeichnen, die mit 3,8 Mio. Tonnen bzw. 0,6 Mio. Tonnen einen Zuwachs von 6,8 % bzw. 47 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 verzeichnen. Die Zahl der Neu- und Gebrauchtwagen verzeichnet einen leichten Zuwachs von 2,5 % bzw. 1,7 %, während die Zahl der Lastkraftwagen um 19 % zurückgeht.

Das Segment Trockenmassengut stieg um 17,6 %. Die Düngemittel verzeichneten nach einem starken Jahr 2021 einen Umschlagverlust (-15,4 %), der vor allem auf die gegen Russland verhängten Sanktionen zurückzuführen ist. ​ Auch beim Umschlag von Sand, Kies, Nichteisenerzen und Metallschrott wurden nach 6 Monaten Verluste verzeichnet. Während im Jahr 2021 nur 933.000 Tonnen Kohle umgeschlagen wurden, beträgt der Umschlag nach 6 Monaten im Jahr 2022 bereits 1,56 Millionen Tonnen, was auf den starken Anstieg der Gaspreise und die reduzierten Gaslieferungen aus Russland zurückzuführen ist.

Im Segment der flüssigen Massengüter (+16,5%) ist ein deutliches Wachstum bei Benzin, Naphtha und Energiegasen zu verzeichnen. Obwohl der Umschlag von Diesel und Heizöl seit 2019 stetig zurückgeht, steigt er in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 10,4 %. Auch der Umschlag von anderen Erdölderivaten und Chemikalien nahm um 9,9 % bzw. 12,3 % zu. Mit einem Umschlag von 8,4 Millionen Tonnen ist der wichtigste Zuwachs bei LNG (+55,3 %) zu verzeichnen, denn neben der Umschlagfunktion des LNG-Terminals sind die europäischen Länder nun auch damit beschäftigt, die Gasvorräte im Vorfeld des nächsten Winters aufzufüllen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 hat Zeebrugge 64 Kreuzfahrtschiffe empfangen, wobei April und Mai mit jeweils 15 Schiffen die Spitzenmonate waren. Die durchschnittliche Passagierkapazität liegt jetzt bei etwa 65 % und ist deutlich im Steigen begriffen. Es wird erwartet, dass die weltweite Kreuzfahrtflotte bis Mitte 2022 wieder voll einsatzfähig sein wird.

Jacques Vandermeiren, CEO des Port of Antwerp-Bruges: „In Anbetracht des derzeitigen geopolitischen und makroökonomischen Kontextes ist dieser leichte Zuwachs definitiv ein Ansporn. Diese Zahlen bestätigen, dass wir als gemeinsamer Hafen stärker sind. Der Kontext stellt nach wie vor eine große Herausforderung dar, insbesondere im Containersegment. Dank des Zusammenschlusses können wir nun als einheitlicher Hafen zwei komplementäre Plattformen anbieten, was unsere Position in der internationalen Logistikkette und als eines der wichtigsten Eingangstore nach Europa deutlich stärkt.“

Annick De Ridder, Vize-Bürgermeisterin der Stadt Antwerpen und Vorsitzende des Verwaltungsrats des Port of Antwerp-Bruges: „Trotz eines schwierigen geopolitischen und makroökonomischen Umfelds ist dieser vereinte Hafen der wirtschaftliche Motor Flanderns. Dies belegen die Zuwächse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beim Umschlag, beim Roll-on/Roll-off-Verkehr, beim trockenen und flüssigen Massengut sowie der besonders starke Anstieg beim konventionellen Stückgut (21,8 %) mit dem höchsten Umschlagsvolumen seit 10 Jahren. Damit wird der Rückgang des Containerumschlags kompensiert. Gleichzeitig machen die Zahlen deutlich, dass zusätzliche Containerkapazitäten und Investitionen in die strategische Infrastruktur unabdingbar sind, um unsere Position als Welthafen zu sichern.“

Dirk De Fauw, Bürgermeister der Stadt Brügge und stellvertretender Vorsitzender des Port of Antwerp-Bruges: „Diese Zahlen sind ein vielversprechender Start für unsere ‚Ehe’“. Und die neue Schleuse von Zeebrugge wird unsere Position als Welthafen weiter festigen. Mit der kürzlich getroffenen Wahl der Einrichtungsalternative wurde ein wichtiger Schritt für dieses wichtige Projekt gesetzt, das wirtschaftliche Interessen mit Mobilität und Lebensqualität für das gesamte Gebiet in Einklang bringt.

Quelle und Grafik: Port Antwerp-Bruges