Versorgung von Chemieunternehmen sichern

Extremwettersituationen, Pandemie und Handelskrisen: Die Lieferketten der chemischen Industrie sind anfällig für Störungen. Wie dennoch eine krisenfeste und nachhaltige Versorgung sichergestellt werden kann, diskutierten Chemieunternehmen aus der Rhein-Ruhr-Region Mitte Februar gemeinsam mit Branchen- und Logistikexperten bei einem digitalen Get-together auf Einladung des Hafens Antwerpen.

Die Teilnehmer waren sich einig: Mehr Kooperation und ein Ausbau der Schienenverkehre in Richtung der ARA-Häfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen sind notwendig, damit die Chemieregionen an Rhein und Ruhr langfristig im internationalen Wettbewerb bestehen können.

Die chemische Industrie in Deutschland, speziell in Nordrhein-Westfalen, bezieht Importe von Rohstoffen und Vorprodukten über die ARA-Häfen. Allein über Antwerpen kommen jährlich rund 3 Millionen Tonnen Güter.

„Der Hafen Antwerpen versteht sich als Partner der chemischen Industrie. Wir unterstützen die Entwicklung neuer Verbindungen im Hinterland deshalb ganz aktiv, denn allein multimodale Lösungen können Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit garantieren. Gerade die Schiene birgt hier große Potenziale, die es in den kommenden Jahren auszuschöpfen gilt“, sagt Katarina Stancova, Senior Mobility Advisor Rail, Hafen Antwerpen.

Ein großer Teil der chemischen Güter wird per Binnenschiff zu den Produktionsstätten an Rhein und Ruhr transportiert. Die Bahn spielt bislang eine eher untergeordnete Rolle. Bis 2030 plant der Hafen Antwerpen, den Anteil der Schienenverkehre im Modal Split daher zu verdoppeln, von aktuell 8 auf rund 15 Prozent. Alleine im vergangenen Jahr wurden mehrere Linienverbindungen auf der Schiene nach Deutschland und Europa ins Netzwerk aufgenommen, auf anderen Verbindungen die Kapazitäten erweitert. Dabei hat sich die Bündelung von Verkehren auf der letzten Meile als hilfreich erwiesen. Weniger Zugbewegungen erhöhen die Effizienz der Schienenverkehre und schaffen mehr Kapazitäten. Zudem können auf diese Weise auch kleine Transportvolumina und einzelne Wagen auf der Schiene transportiert werden.

Saad Ait Aboulehcen, Projektleiter Chemion Logistik GmbH, betont: „Die Stärkung eines nachhaltigen kombinierten Verkehrs erfolgt im Sinne der Kunden. Um nachhaltig und kundenorientiert Güter von der Straße auf die Schiene zu holen, plant auch Chemion einen weiteren Ausbau seiner Angebote im grenzüberschreitenden Verkehr zu den ARA-Häfen.“

Prof. Dr. Carsten Suntrop, Inhaber des Beratungsunternehmens CMC2 GmbH, ergänzt, dass sichere Lieferketten über die Zukunftsfähigkeit des Chemie-Business entscheiden. „Die Erhöhung der Versorgungssicherheit kann nur auf Basis transparenter, sicherer und digital-intelligenter Supply Chains erfolgen.“

Dirk Verstraeten, Director Global Logistics Procurement der Covestro Deutschland AG und Chairman EPCA Arbeitsgruppe SCPC – Supply Chain Program Comittee: „Aus Sicht der produzierenden Wirtschaft hat die Verlagerung von Verkehren einen weiteren wesentlichen Vorteil: Als sicherer und zugleich nachhaltiger Verkehrsträger tragen Schienenverkehre zur Verkleinerung des Carbon Footprint von Unternehmen und damit zum Erreichen der Ziele im EU-Green-Deal bei.“

Das Fazit der Expertenrunde: Die chemische Industrie in der Rhein-Ruhr-Region ebenso wie deutschlandweit benötigt einen höheren Anteil an Schienenverkehren. Dazu werden die passende Infrastruktur, solide funktionierende Bahnanbindungen und multimodale Konzepte zwischen den ARA- Häfen und den Produktionsstätten im Hinterland benötigt. Die Experten sehen den Bedarf der Vernetzung und Kooperation aller Akteure entlang der Supply Chain, von Verladern über die Spediteure und Bahn- Operator bis hin zu den Infrastrukturbetreibern. Der Hafen Antwerpen, zweitgrößter Seehafen und größter integrierter Chemiecluster Europas, hat mit dem digitalen Get-together einen Beitrag dazu geleistet, das notwendige Netzwerk zu schaffen.

Quelle und Foto: Port of Antwerpen




Hamburger favorisieren alternative Antriebe

Eine Umfrage im Rahmen des europäischen Projekts Smooth Ports unter den Teilnehmern zeigt, welche Maßnahmen zur CO2-Reduzierung im Hamburger Hafen auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht erfolgversprechend sind.


Um den Kohlendioxid-Ausstoß im Straßenverkehr weiter zu reduzieren, halten es Unternehmen und Verbände aus dem Hamburger Hafen für am erfolgversprechendsten, wenn bei schweren Lkw die Entwicklung alternativer Antriebe weiter gefördert werden. Das ist eines der Ergebnisse der Umfrage im Rahmen des europäischen Projekts Smooth Ports unter den Teilnehmern. Auf den weiteren Plätzen folgten in der Priorität Maßnahmen zur Prozesskonsolidierung (BOSS), zu einer Emissionsminderungsstrategie und zum nachhaltigen Fahren. Konkrete Maßnahmen sind dabei die Verbesserung eines Slotbuchungssystems, eine Plattform zum Wenden von Import- zu Exportcontainern zur Vermeidung von Leerfahrten sowie Möglichkeiten zur Verkehrsoptimierung. Die Teilnehmer der Umfrage bewerteten die einzelnen Maßnahmen auf einer Skala von 1 ungeeignet bis 10 sehr geeignet. Die Stakeholder gaben auch an, dass sie im Moment in erster Linie die Prozesskonsolidierung unterstützen würden, in zweiter Linie alternative Technologien und Kraftstoffe und in letzter Linie andere Maßnahmen wie das nachhaltige Fahren. Das aktuelle Slotbuchungssystem liegt als Maßnahme bei durchschnittlich 6,6 und ein digitales intelligentes Leercontainermanagement bei 7,0.

Die Umfrage zeigt, wie wichtig die Beteiligung der Stakeholder ist, wenn es darum geht, welche Maßnahmen zur CO2-Reduktion aus unternehmerischer Sicht sinnvoll und machbar sind. Die Stakeholder waren sich einig, dass es mehrere Hebel gibt, an denen man ansetzen kann, um die Emissionen zu reduzieren.

Die Hamburger Transport Consultancy hatte in einer von Smooth Ports in Auftrag gegebenen und im November 2020 vorgestellten Studie mehrere Maßnahmen identifiziert, um die CO2-Emissionen im Hamburger Hafen zu reduzieren (http://www.hafen-hamburg.net/mails/smooth-ports-report.pdf). Gleichzeitig bewerteten die Umfrage-Teilnehmer die bereits umgesetzten Maßnahmen wie DIVA, Container-Taxi und das Smart Area Parking. Die Teilnehmer stimmten mit einem Durchschnittswert von 5,4 zu, dass diese Maßnahmen zur CO2-Reduzierung beitragen, gaben aber auch an, dass weitere Maßnahmen folgen müssen.

Smooth Ports ist ein Interreg-Europe Projekt welches die Reduzierung von CO2Emissionen durch LKW in Hafengebieten anstrebt. Für Hamburg koordiniert die Behörde für Wirtschaft und Innovation als Lead Partner die Projektaktivitäten. Weitere Partner sind neben Hafen Hamburg Marketing e.V. die Hafenverwaltungen von Livorno (IT), Nantes Saint-Nazaire (FR), Monfalcone (IT) und Varna (BG). Weitere Informationen zu Smooth Ports finden Sie unter www.interregeurope.eu/smoothports

Quelle: HHM, Foto: HHM / Dietmar Hasenpusch




neue Serie an Klimamaßnahmen

‚Eine force for good, die den Weg für die Gestaltung nachhaltiger Hafenaktivitäten ebnet.‘ Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam, brauchte auf der virtuellen CEO-Konferenz lediglich einige kurze Worte, um den Fortschritt des World Ports Climate Action Program (WPCAP) zu beschreiben. Castelein war Gastheber der Sitzung, in der die Vertreter von fünf Arbeitsgruppen Ergebnisse vorstellten und eine Reihe neuer Aktionen für dieses Jahr beschlossen wurde.

Das WPCAC wurde 2018 auf der Weltklimakonferenz in San Francisco gegründet. Mittlerweile weisen die Mitgliedshäfen mit Antwerpen, Barcelona, Göteborg, Hamburg, Le Havre, Long Beach, Los Angeles, New York / New Jersey, Rotterdam, Valencia, Vancouver und Yokohama eine beachtliche geografische Reichweite auf.

Das WPCAP richtet sich auf die Durchführung von Aktionen zur Bekämpfung des Klimawandels. Hafenkoalitionen arbeiten an spezifischen Projekten und beziehen dabei so viele Reedereien, Terminals und Energieversorger wie möglich ein, um eine maximale Wirkung zu erzielen.

‚Was uns verbindet, ist die gemeinsame Überzeugung, dass wir bei der Beschleunigung der Energiewende eine Rolle zu spielen haben‘, sagte Castelein. ‚In den vergangenen zehn Monaten ist es uns gelungen, die Lieferkette aufrechtzuerhalten. Darauf dürfen wir stolz sein. Aber wir sollten den Tag nicht vor dem Abend loben. Auf die COVID-Welle folgt eine noch größere Welle: die Erwärmung unseres Planeten. Wir wollen beim Anpacken dieser Situation eine aktive Rolle übernehmen. Das heißt, nicht auf Regulierungen zu warten, sondern selbst die Regie für unsere Zukunft in die Hand zu nehmen. Unser Netz aus tonangebenden internationalen Hafenorganisationen hat inzwischen eine kritische Masse erreicht, mit deren Hilfe eine Veränderung erfolgreich umgesetzt werden kann.‘

Die Arbeitsgruppen haben auf der Konferenz eine Reihe neuer Aktionen vorgestellt. Die erste Vereinbarung wurde zum Thema Energieeffizienz getroffen. Die Gruppe verwies auf die Bemühungen der IMO Global Industry Alliance zur Unterstützung der kohlenstoffarmen Schifffahrt (GIA) und der Fachleute aus Häfen, Terminals und Schifffahrt auf diesem Gebiet. Dies betrifft insbesondere neun Maßnahmen, die Häfen ergreifen können, um die Treibhausgasemissionen der Schifffahrt zu reduzieren. Die Maßnahmen werden zuerst bei einem IMO-GIA-Treffen Ende Februar mit sowohl aus den Häfen als auch aus dem Schifffahrtssektor stammenden Interessenvertretungen besprochen.

Die CEOs haben sich darauf geeinigt, dass jeder Mitgliedshafen in diesem Jahr mindestens eine (1) Maßnahme aus der Palette umsetzen wird, die von Geschwindigkeitsoptimierungen, Maßnahmen zum Austausch von Hafentreibstoff, Aktivitäten zur Reinigung des Schiffsrumpfes bis hin zu einer verbesserten Routenplanung und z. B. der Hafenumlaufzeit reicht. Die CEOs begrüßten diese Vorgehensweise mit der Aufforderung, sich für eine Maßnahme mit der größten Wirkung zu entscheiden.

Mit Landstrom (power-to-ship) können festgemachte Schiffe ihre eigenen Motoren abschalten und vorzugsweise grünen Strom nutzen, der von Hafen- und Terminalorganisationen geliefert wird. Die Arbeitsgruppe zu diesem Thema hat die finanziellen Vorteile berechnet, wenn Häfen bei der Einführung von Landstrom viel stärker kooperieren. Dabei zeigte sich, dass eine Standardisierung die Kosten um EUR fünf (5) bis zehn (10) Millionen Euro pro Hafen senken kann. Hamburg, Antwerpen, Le Havre und Rotterdam werden gemeinsam Investitionspläne prüfen und ebenfalls als Koalition auf die Reeder zugehen, da Landstrom sowohl in den Häfen als auch auf den Schiffen Anpassungen erfordert.

Jens Meier, CEO Port of Hamburg, war mit diesem Ergebnis zufrieden. ‚Eine Kooperation in diesem Bereich wird wirklich Vorteile mit sich bringen. Als Hafen haben wir in den letzten Jahren in Sachen Landstrom viel von Los Angeles gelernt. Darin liegt die Kraft dieses Hafennetzes.‘ Zudem wurde eine Neuheit vorgestellt, die kürzlich auf der IAPH-Website veröffentlicht wurde. Mit Google Earth können jetzt 68 Häfen in der ganzen Welt, wo Landstrom eingeführt wurde, virtuell besucht werden. Die Website bietet Informationen über Infrastruktur, Konfiguration, Nutzung, Emissionsreduzierung und eingesetzte strategische Instrumente – damit ist sie eine wichtige Ressource im weltweiten Informationsaustausch.

Seit Oktober letzten Jahres gibt es in Rotterdam eine ambitionierte Landstromstrategie für Seeschiffe. Die Stadt Rotterdam und der Hafenbetrieb haben gemeinsam einen Plan entwickelt, 2030 einen Großteil der Seeschiffe ‚an die Steckdose‘ angeschlossen zu haben, wenn sie am Kai liegen. In den nächsten fünf Jahre wird mit einer Reihe von Projekten die Beschleunigung und das Upscaling von Landstrom angegangen.

Die Arbeitsgruppe Politik betonte auf der Konferenz, dass strategische Instrumente weiterhin entscheidend sind, um Emissionssenkungen in der maritimen Industrie anzuregen, zum Beispiel durch den Einsatz von Nachlasssystemen, Preispolitik und Regulierungen , dies unter Berücksichtigung des Wettbewerbsrechts. Die CEOs unterstrichen, dass es verschiedene Wege gibt, Ergebnisse auf diesem Gebiet zu erzielen.

Robin Silvester, CEO der Vancouver Fraser Port Authority, lud die Arbeitsgruppe ein, darüber nachzudenken, wie Anreizprogramme besser auf gemeinschaftliche Themen ausgerichtet werden können, um eine CO2-Reduzierung zu erreichen. ‚Bei mehr als 60 Anreizprogrammen, die von Häfen weltweit angeboten werden, bin ich besonders daran interessiert zu sehen, wie wir diese Angebote straffen und vereinfachen können, damit Reeder auf internationalen Handelsrouten so viel Nutzen wie möglich daraus ziehen können.‘

Gene Seroka, Executive Director Port of Los Angeles, unterstützt eine koordinierte Vorgehensweise. ‚Es gibt zahlreiche Optionen, die in Betracht zu ziehen sind. Es lohnt sich, nochmals gut zu untersuchen, ob eine gemeinschaftliche Vorgehensweise sinnvoll ist.‘ Die Arbeitsgruppe wird diesbezüglich zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr Bericht erstatten.

Zur Beschleunigung und Ausweitung der Nutzung nachhaltiger Schifffahrtsbrennstoffe für Seeschiffe wurde vereinbart, die Kooperation mit allen Kunden der Häfen fortzusetzen. Die CEOs werden sich ebenfalls im Gespräch unter anderem mit Schifffahrtsunternehmen dafür einsetzen, die Nachfrage zu stimulieren. Im Endeffekt wird die zu nachhaltigem Lager- und Umschlagmaterial erstellte Datei für Gespräche mit Terminalbetreibern genutzt.

Die Konferenz, an der rund 70 Vertreter der zwölf Häfen teilnahmen, zeigte sich über die erzielten Fortschritte und Vereinbarungen zufrieden. Allard Castelein zum Abschluss: ‚Dies sorgt für neue Energie. Das Ergebnis ist ein Beweis dafür, dass wir aktionsorientiert sind und als Hafennetz hohe Relevanz haben. Bei der Routenplanung von Wegen für die Zukunft haben wir neue Schritte vorwärts gemacht; und damit machen wir weiterhin den Unterschied.‘

Die nächste WPCAP-Konferenz der CEOs ist für Oktober dieses Jahres geplant. HIER gibt es mehr über WPCAP.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: WPCAP/ Andrey Sharpilo

 




BLG unter den Top-50 klimabewussten Unternehmen

BLG LOGISTICS wurde mit dem Prädikat „klimabewusstes Unternehmen“ ausgezeichnet. Das renommierte Magazin Capital hat gemeinsam mit Statista eine groß angelegte Studie durchgeführt, zu der Frage welche Unternehmen die Intensität ihrer Treibhausgasemissionen in den vergangenen fünf Jahren am stärksten reduziert haben – und sich somit zu den „Klimabewussten Unternehmen Deutschlands 2021“ zählen dürfen. 

Von insgesamt 2.000 untersuchten Unternehmen schaffte es BLG LOGISTICS auf Platz 49. „Das Ergebnis bestätigt, dass wir mit unseren Klimaschutzmaßnahmen auf dem richtigen Weg sind und unsere Maßnahmen auch wissenschaftlichen Untersuchungen standhalten“, freut sich Frank Dreeke, Vorstandsvorsitzender bei BLG LOGISTICS.

Erst im November wurden die neuen Ziele von BLG LOGISTICS zur absoluten Reduktion der Treibhausgasemissionen von der renommierten Science Based Targets initiative (SBTi) anerkannt. Damit ist BLG LOGISTICS der erste deutsche Logistikdienstleister mit einer wissenschaftlich anerkannten Klimaschutzzielsetzung. Ein Ziel der BLG-Gruppe in puncto Nachhaltigkeit ist, die Emissionen innerhalb des Unternehmens bis 2030 um absolut 30 Prozent und außerhalb der Firma um 15 Prozent zu senken.

Die SBTi ist eine Zusammenarbeit zwischen der Umweltorganisation CDP, dem Global Compact der Vereinten Nationen, dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wide Fund for Nature (WWF).

Den ganzen Artikel gibt es  hier.

Quelle undFoto: BLG Logistics, ein kleiner Schritt in Richtung mehr Klimaschutz: Im Tchibo-Hochregallager in Bremen tauschen zwei BLG- Mitarbeiter eine der rund 250 Leuchtstoffröhren gegen LED-Lampen aus.




„Border One Stop Shop“ stärkt Hamburger Hafen

Der Hamburger Hafen ist ein bedeutender europäischer Standort für die Ein- und Ausfuhr von Waren. Im Rahmen einer europäischen Strategie sollen alle EU-Mitgliedsstaaten an allen europäischen Eingangsstellen die verschiedenen Kontrollen nach Möglichkeit zur selben Zeit und am selben Ort vornehmen. In Deutschland wird Hamburg vorangehen und im nationalen Pilotprojekt „Border One Stop Shop“ (BOSS) die veterinär- und lebensmittelrechtlichen Einfuhrkontrollen, die Pflanzengesundheitskontrollen, die Konformitätskontrollen und die Zollkontrollen am Standort Waltershof/Finkenwerder Straße, an dem bisher schon das Zollamt Hamburg tätig ist, zusammenführen.

An dem Projekt sind die für die Wareneinfuhrkontrollen zuständige Behörde für Justiz und Verbraucherschutz, die Behörde für Wirtschaft und Innovation sowie die Generalzolldirektion und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beteiligt. Seit April 2019 wurden die Vorprüfungen für ein mögliches Projekt durchgeführt, die mit einem positiven Ergebnis für das Projekt und den Standort abgeschlossen wurden. Mit dem heutigen Senatsbeschluss geht das Projekt nun in die nächste Phase in der das Realisierungskonzept erarbeitet wird.

Ziel des Projektes BOSS unter Federführung der Behörde für Justiz- und Verbraucherschutz ist die Schaffung eines gemeinsamen Abfertigungszentrums, um die behördlichen Kontrollen bei Eingang der Sendungen im Hamburger Hafen an einem Ort und zur selben Zeit durchführen zu können. Die Einfuhrabfertigung von Containern wird hierdurch effizienter gestaltet. Die Kosten sowie der organisatorische und zeitliche Aufwand für die Wirtschaft werden reduziert und Synergieeffekte für die beteiligten Behörden erzeugt. Auf diese Weise soll die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens gesteigert und ein wichtiger Beitrag zur modernen Hafenentwicklung geleistet werden.

Am BOSS-Standort soll neben dem Zoll das Veterinär- und Einfuhramt Hamburg vertreten sein, das seine bisherigen Kontrollzentren am Reiherdamm und am Altenwerder Kirchtal aufgeben wird. Ebenso werden die Pflanzengesundheitskontrolle sowie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung jeweils eine Einrichtung am BOSS-Standort unterhalten. BOSS dient außerdem der Umsetzung neuer europäischer und nationaler Vorgaben hinsichtlich der Einfuhr von Waren aus Drittländern sowie künftiger rechtlicher Kontrollanforderungen.

Justiz- und Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina sagt: „BOSS ist eine große Chance für Hamburg. Mit dem heutigen Senatsbeschluss ist der Startschuss für die nationale Pilotierung gefallen. Wir freuen uns darüber, gemeinsam mit dem Bund ein zentrales Behördenkontrollzentrum im Hamburger Hafen zu errichten. Wir haben das Ziel für die Kundinnen und Kunden des Hamburger Hafens durch das gemeinsame Abfertigungszentrum erhebliche Verbesserungen zu erreichen und die Kontrollen noch effizienter zu organisieren. Neben dem neuen Standort, an dem die Kontrollen perspektivisch gebündelt werden, sollen auch IT-gestützte Abfertigungsprozesse zur Effizienzsteigerung beitragen.“

Der Senator für Wirtschaft und Innovation Michael Westhagemann sagt: „Durch das Zusammenwirken aller Kontrollbehörden werden wir unseren Hafen noch attraktiver machen. Wir werden den logistischen Aufwand für Unternehmen reduzieren, klimapolitische Ziele verwirklichen und die Containerabfertigung beschleunigen. Das gemeinsame Abfertigungszentrum hat Modellcharakter auch für andere Standorte in Deutschland.“

Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen Dr. Rolf Bösinger sagt: „Das Pilotprojekt BOSS bedeutet mehr Effizienz und weniger Bürokratie in der Abfertigung des Warenumschlags im Hamburger Hafen. Das ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland von elementarer Bedeutung.“

Quelle: Behörde für Justiz und Verbraucherschutz, Foto: HHM/ Michael Lindner




Liebherr-Hafenmobilkrane weiter Marktführer

Zu Beginn des Jahres 2020 konnte Liebherr-Hafenmobilkrane auf einen starken Auftragsbestand zurückgreifen, der bereits im Jahr 2019 aufgebaut wurde. Auch das erste Quartal 2020 verlief mit mehreren Auftragseingängen sehr positiv. Zu Beginn des zweiten Quartals 2020 war ein Rückgang der Aufträge deutlich spürbar. Dies hing stark mit der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden weltweiten Sperrung zusammen.

Laufende Projekte wurden jedoch nicht gestrichen, sondern verschoben. Eine gewisse Verunsicherung war im Markt zu spüren, aber in dieser noch nie dagewesenen Situation war dieses Verhalten durchaus verständlich und nachvollziehbar. Diese aufgeschobenen Entscheidungen führten, positiv betrachtet, zu einer verlängerten Sommerpause, aber nicht zu einem drastischen Einbruch. Zudem konnte der Produktionsbetrieb unter Einhaltung aller geforderten Hygienevorschriften und in ständiger Kommunikation mit der örtlichen Gesundheitsbehörde aufrechterhalten werden. Auch seitens der Lieferanten gab es in dieser Zeit keine Lieferengpässe und alle notwendigen Teile konnten geliefert werden.

Trotz des leichten Umsatzrückgangs im Zuge der weltweiten Abriegelung waren Liebherr-Hafenmobilkrane weiterhin in den Häfen der Welt im Einsatz. Obwohl die Warenströme kurzzeitig zurückgingen, sind Häfen systemrelevant, sodass Service und Unterstützung durch den liebherreigenen Kundendienst weiterhin gefragt waren. Das weltweit gut aufgestellte Liebherr-Servicenetz hat in dieser Zeit sehr geholfen: Durch lokale gemischte Vertriebsgesellschaften, Händler und Partner ist Liebherr immer vor Ort beim Kunden. Auch die reisebedingt ausgefallenen Messen und Kundenbesuche wurden durch Online-Messen, Online-Webinare und Online-Talkshows gut kompensiert. Auf diese Weise hielten Vertriebsmitarbeiter den Kontakt zu Kunden aufrecht, auch wenn Online-Angebote den persönlichen Kontakt natürlich nicht ersetzen.

Der Markt für Hafenmobilkrane war während des gesamten Zeitraums lebhaft. Mit Beginn des 4. Quartals 2020 war eine deutliche Belebung zu spüren. Im 4. Quartal 2020 wurden auf allen Kontinenten LHM-Geräte verkauft und das Jahr mit einem Auftragseingang leicht über dem Niveau von 2019 abgeschlossen. Andreas Müller, Vertriebsleiter der Liebherr-Hafenmobilkrane und Reachstacker kommentiert: „Damit bleibt Liebherr Marktführer im Segment der Hafenmobilkrane. Diese Entwicklung gibt Anlass zu Optimismus und ist eine gute Basis für den Start in das Jahr 2021. Ein stabiler Auftragseingang wird das Ziel und eine Herausforderung im kommenden Jahr sein – vor allem wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Wenn wir das schaffen, sollten wir auch eine Umsatzsteigerung gegenüber 2020 erreichen – alles in allem eine positive Prognose.”

Der rein elektrisch angetriebene Portalkran LPS 420 E hat sich beim Güterumschlag im Noworossijsk Commercial Sea Port mehr als bewährt. Die NCSP-Gruppe hat zwei weitere Geräte dieses Typs bestellt und erwartet in Kürze die Auslieferung von Kran Nummer zwei. Damit geht NCSP einen weiteren Schritt in Richtung eines emissionsfreien Hafens und entwickelt sich zu einem umweltbewussten Vorbild in der Branche.

In Argentinien verkaufte Liebherr einen LHM 420 an Euroamérica in Campana. Dies war der erste Kran dieses Typs in dem südamerikanischen Land. Es war auch der erste Hafenmobilkran, der mit Hilfe der neuen Remote Service App von Liebherr montiert wurde. Das Salerno Container Terminal in Italien hat seinen zweiten LHM 800 in der High-Rise-Version erhalten und baut damit seine Kapazitäten weiter aus. In Afrika hat Liebherr kürzlich zwei LHM 550 an den Kunden Ghana Ports and Harbour verkauft.

Vier LHM 550 wurden an den Kunden ISO Limited in Neuseeland geliefert. Die Maschinen sind mit einem Holzgreifer ausgestattet und heben den Holzumschlag dort auf ein neues Niveau. In Nordamerika platzierte Liebherr den ersten Liebherr-Hafenmobilkran im US-Bundesstaat Louisiana. Ein LHM 550 wird dort in Kürze für den Schüttgutumschlag beim Kunden Port of Lake Charles in Betrieb gehen.

Quelle und Foto: Liebherr 




Hafenentwicklungsdialog: Wüst will mehr Tempo

Beim 9. Hafenentwicklungsdialog, bei dem die zuständigen Minister und Senatoren der Küstenländer, Vertreter der Bundesregierung und der Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) aktuelle Themen der Hafen- und Verkehrspolitik diskutierten, betonte der ZDS, dass die deutschen Seehäfen trotz der unwägbaren Umstände mit den richtigen Rahmenbedingungen wieder auf Wachstumskurs gebracht werden können.

„In der Corona-Krise ist einmal mehr sichtbar geworden, dass die deutsche Hafenwirtschaft auch in schwierigen Zeiten die Lieferketten aufrechterhalten und die Versorgung von Bevölkerung und Industrie sicherstellen kann. Corona hat aber auch gezeigt, dass wir die bereits laufenden Transformationsprozesse im Hafen – sei es Digitalisierung oder die Umstellung auf alternative Kraftstoffe im Rahmen der Energiewende – beschleunigen und in bewährter Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und mit der öffentlichen Hand weiter aktiv begleiten müssen“, sagte Daniel Hosseus, Hauptgeschäftsführer des ZDS. „Die Hafenwirtschaft steht in einem hart geführten internationalen Wettbewerb, an dem sich zum einen Standorte und zum anderen internationale Hafen- und Schifffahrtsunternehmen beteiligen. Wir müssen gemeinsam Wettbewerbsnachteile abbauen und einen fairen ordnungspolitischen Rahmen für die maritime Logistik schaffen.“

Im Zuge der Corona-Krise sank der Güterumschlag in deutschen Seehäfen im Zeitraum Januar bis September 2020 um – 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im letzten Quartal gab es allerdings Anzeichen einer Erholung. Im Jahr 2021 wird es laut der neuesten Gleitenden Mittelfristprognose des Bundesamtes für Güterverkehr im Seegüterverkehr zu einer klaren Aufholbewegung kommen. Allerdings ist angesichts der Unsicherheiten durch die anhaltende Corona-Krise schwer vorauszusagen, wie sich die Lage in Deutschland, in Mittel- und Osteuropa und in Übersee entwickeln wird.

Neben den Folgen der Corona-Krise diskutierten die Teilnehmer des 9. Hafenentwicklungsdialogs den europäischen Green Deal im Kontext der Häfen, die Auswirkungen der Energiewende sowie aktuelle Marktentwicklungen und die volkswirtschaftliche Bedeutung der Häfen.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst erinnerte im Gespräch mit Vertretern von Bund und norddeutschen Küstenländern an die Bedeutung von leistungsfähigen Wasserstraßen, modernen Hinterlandverkehren sowie Digitalisierung und Vernetzung für eine bessere und saubere Mobilität.„Seehäfen sind für das Exportland Nordrhein-Westfalen das Tor zum globalen Handel“, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst. Wegen der geographischen Lage werde zurzeit der Größte Teil über die ZARA-Häfen (Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam) abgewickelt. „Aber ich bin um jede Tonne froh, die wir nicht von unseren starken Mittelständlern in Ost- und Südwestfalen quer durchs Ruhrgebiet und Rheinland fahren“, so Wüst. „Deshalb unterstützen wir das Projekt ‚Hamburg-NRW-Plus‘ mit einer direkten Containerzug-Verbindung zum Hamburger Hafen und sind offen für weitere, enge Zusammenarbeit mit den deutschen Seehäfen.“

Die Landesregierung nutzt für eine leistungsstarke Binnenschifffahrt auch die Chancen der Digitalisierung und Vernetzung. In Duisburg fördert das Land ein Versuchs- und Leitungszentrum für autonome Binnenschiffe mit 1,5 Millionen Euro. Die Automatisierung der Binnenschifffahrt ist gerade für Regionen mit hoher Verkehrs- und Industriedichte spannend, weil damit zur Entlastung des Straßenverkehrs beigetragen und für bessere und saubere Mobilität gesorgt werden kann.

Hinzu kommt ein weiteres spannendes Digitalisierungsprojekt in Duisburg, das die Landesregierung ebenfalls mit 1,5 Millionen Euro fördert: ein Versuchszentrum für innovative Hafen- und Umschlagtechnologien, wo am Hafen der Zukunft geforscht wird.

Weitere Themen des Hafenentwicklungsdialogs, der in diesem Jahr als Online-Treffen stattfand, waren die Herausforderungen für die Maritime Wirtschaft durch den von der EU-Kommission 2019 vorgestellten europäischen Green Deal, die Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz in der Schifffahrt sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Häfen.

Der Gastgeber des 9. Hafenentwicklungsdialogs, Dr. Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, sagte:

„Der heutige Hafenentwicklungsdialog hat gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Die Beteiligung des Binnenlandes Nordrhein-Westfalen unterstreicht die herausragende Bedeutung der Seehäfen für die Versorgung aller Regionen Deutschlands mit verschiedensten Gütern.“

Quelle und Logo: ZDS




Nonstop von Niederbayern an die Nordsee

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, Kerstin Schreyer, loben die partnerschaftliche Logistikkooperation in der Region: bayernhafen Passau und DB-Cargo-Tochter TFG Transfracht erweitern Güterzug-Netzwerk von Passau von und zu den Nordseehäfen. Projekt geht auf eine Initiative im IHK-Verkehrsausschuss zurück.

Der bayernhafen Passau ist ab sofort mit täglichen Güterzugverbindungen an die deutschen Seehäfen angebunden. Gewinner sind import- wie exportorientierte Unternehmen in Niederbayern. Die Initiative für diese neue, klimafreundliche Verbindung im Kombinierten Verkehr (KV) ergriffen Unternehmer aus der Region – die KV-Verbindung kommt ohne Fördermittel aus. Betrieben werden die Züge von der DB-Cargo-Tochter TFG Transfracht. Diese ist seit mehr als 50 Jahren Marktführer im sogenannten Seehafenhinterlandverkehr mit Containern.

Seit 1. Februar verkehrt der AlbatrosExpress täglich von Passau in Richtung der Nordseehäfen. Dreh- und Umschlagpunkt ist das Terminal des bayernhafen Passau. Aus dem Norden kommen vorrangig Container mit Automotive- Komponenten sowie Handelsgüter nach Niederbayern. Im Export werden Güter aus der niederbayerischen Wirtschaft nach Norden gefahren, unter anderem aus den Bereichen Automotive, regenerative Technik sowie Landwirtschaft. Die Seehäfen Hamburg, Bremerhaven, Bremen und Wilhelmshaven sind per klimafreundlicher Schiene direkt an Passau angebunden. Den Containerumschlag führt bayernhafen Passau mit einem Reachstacker und dem Hafenmobilkran aus, der seit Anfang 2019 im Einsatz ist. Neben Transporten im Kombinierten Verkehr bieten die Partner DB Cargo, TFG Transfracht und bayernhafen den zusätzlichen Service des Einzelwagenverkehrs an. Der Grundstein der Idee, Passau als einen Hafenhinterlandstandort zu implementieren, entstand 2019 im Fachausschuss für Verkehr, Logistik und Infrastruktur der IHK Niederbayern.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Die Argumente für den Kombinierten Verkehr sind unschlagbar: mehr Güter auf Wasser und Schiene heißt weniger Lkw auf den Straßen. Allein mit dem Albatros-Express entlasten wir die Straßen um rund 10.000 Lkw. Das bedeutet weniger Verkehr, weniger Staus, weniger Unfälle, weniger Emissionen – dafür mehr Lebensqualität für die Menschen. Dieses Projekt ist zudem ein Vorbild in puncto Umsetzung: in nur eineinhalb Jahren von der Idee zur Fertigstellung – hier wurden echte Macherqualitäten bewiesen.“

„Mit der Aufnahme des bayernhafen Passau ins Kombi-Verkehrsnetz der Transfracht macht der Kombinierte Verkehr in Bayern den nächsten Schritt“, sagt Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr. „Zu unseren Häfen gehören neben den Binnenschiffen auch die Züge: Diese transportieren die Waren weiter und sichern die Versorgung der Bevölkerung – auch in der Pandemie. Wir müssen Schiene und Wasserstraße noch viel mehr in die
Transportketten einbinden und optimal kombinieren. So erreichen wir im Güterverkehr den bestmöglichen Einklang von Mensch, Wirtschaft und Ökologie.“

Dr. Sigrid Nikutta, Vorstand Güterverkehr DB AG und Vorstandsvorsitzende DB Cargo AG: „Unser Partner bayernhafen und unsere Kunden haben ein Netzwerk geschaffen, in das wir als Bahn unsere Stärken einbringen können: Mit maximaler Flexibilität und zugleich Planbarkeit können wir wettbewerbsfähige Logistiklösungen anbieten. Und: jede Tonne Fracht, die sich hier auf den Weg macht, stößt 80 Prozent weniger CO2 aus als ein Lkw auf der Autobahn. “

„Unser Ziel ist es, Güterströme zu bündeln und Verkehre von der Straße auf Schiene und Binnenschiff zu verlagern“, sagt bayernhafen-Geschäftsführer Joachim  Zimmermann, „der neue Intermodalzug verbindet niederbayerische Unternehmen mit der deutschen Nordseeküste. So zeigt sich: Unser Investment in den trimodalen Ausbau am bayernhafen-Standort Passau-Schalding bringt Früchte. Wir bieten damit größtmögliche Flexibilität für die Anforderungen der niederbayerischen Wirtschaft.“ Damit sind jetzt alle fünf trimodalen bayernhafen Standorte
Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Regensburg und Passau fahrplanmäßig mit den deutschen Seehäfen verbunden. „Ein starkes Zeichen für den Wirtschaftsstandort Bayern und den Klimaschutz.“

„Jeder Verkehrsträger hat seine eigenen, spezifischen Stärken. Wir brauchen die Kombination von Bahn, Schiff und Lkw, um die logistischen Abläufe in der Region möglichst optimal gestalten zu können. Die Vorteile einer trimodalen Anbindung, wie sie Passau bietet, konnten bislang allerdings nur eingeschränkt genutzt werden“, so Jürgen Pfeil, Spediteur und Vorsitzender des IHK-Fachausschusses ’Verkehr, Logistik und Infrastruktur’. Das sei nun anders: „Unsere Unternehmen haben jetzt ein internationales Container-Terminal vor der Haustür, das ganz neue Möglichkeiten auf der Schiene von und zu den Seehäfen eröffnet“, so Pfeil. Möglich gemacht hat das ein Zusammenspiel mehrerer Akteure aus dem Ausschuss der IHK Niederbayern. „Wir setzen uns schon seit Jahrzehnten für eine Verbesserung der Verkehrsanbindung in unserer Region ein. Aber wir fordern nicht nur, wir liefern auch. In diesem Fall und ganz konkret: ein neues Angebot aus der Wirtschaft – für die Wirtschaft“, betont Pfeil.

„Wir freuen uns sehr, Passau zum 1. Februar als neuen Hafenhinterlandstandort in unser flächendeckendes AlbatrosExpress-Netzwerk zu integrieren“, sagt Frank Erschkat, Sprecher der Geschäftsführung TFG Transfracht GmbH, „mit diesem neuen Angebot für unsere Kunden, gemeinsam mit unserem Partner bayernhafen, binden wir den Wirtschaftsraum Passau mit leistungsfähigen Bahnverbindungen an alle großen norddeutschen Seehäfen an. Mit den zehn abfahrenden und ankommenden Zügen pro Woche zwischen Passau und Regensburg sowie dem dortigen Umstieg in unsere hochfrequente Achse Regensburg zu und von den deutschen Seehäfen mit 46 Zügen stärken wir weiter die bayerische Wirtschaft. Auf dem Weg zur Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele freut es uns sehr, mit dem Produkt „TFGreen“ in Verbindung mit dem Ausbau des Schienentransportes im KV und EV weitere Lkw-Transporte von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Damit gelingt uns zusammen mit unseren Kunden und Partnern, einen wesentlichen Beitrag für unsere Umwelt zu leisten. Für die Region Passau bedeutet dies eine Entlastung der Straße von rund 10.000 Lkws und einer CO2-Einsparung von 4.000 Tonnen im Jahr. “

„Eine sehr gute Nachricht für uns Passauer: Der bayernhafen Passau wird in den Container-Schienenverkehr eingebunden“, sagt Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper, „dies erfüllt die trimodale Drehscheibe bayernhafen mit noch mehr Leben und verbindet die Unternehmen aus der Region mit den großen deutschen Nordseehäfen. Durch diese Einbindung in den Seehafen-Hinterlandverkehr können niederbayerische Unternehmen jetzt auf das umweltfreundlichere Verkehrsmittel Schiene umsteigen. Das heißt, es gibt Sieger auf sehr vielen Seiten. Danke allen,
die dazu beigetragen haben, dieses Angebot in Passau zu realisieren.“

Quelle: TFG Transfracht, Foto: bayernhafen Passau / Michael Ziegler, von links nach rechts: Frank Erschkat, (Sprecher der Geschäftsführung TFG Transfracht GmbH), Frau Dr. Sigrid Nikutta (Vorstand Güterverkehr DB AG und Vorstandsvorsitzende DB Cargo AG), Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Joachim Zimmermann (bayernhafen Geschäftsführer), Jürgen Pfeil (Spediteur und Vorsitzender des IHK-Fachausschusses ’Verkehr, Logistik und Infrastruktur) und Christian Süß (Leiter Regionalbereich Süd TFG Transfracht).

 

 




Contargo verlängert die Neue Seidenstraße

Contargo hat erstmals am Terminal in Valenciennes Container gelöscht, die zwei Tage zuvor in Duisburg per Bahn aus China angekommen sind und dann mit einem von Contargo betriebenen Binnenschiff nach Frankreich transportiert wurden. Insgesamt dauerte die Reise der rund vierzig 40-Fuß-Container auf dieser Route von China nach Frankreich weniger als zwanzig Tage.

Die für den französischen Markt bestimmten Seecontainer wurden an zwei Terminals im Duisburger Hafen verladen. Die Strecke von Duisburg nach Nordfrankreich legten die Container mit einem 110 Meter langen und 11,40 Meter breiten Binnenschiff vom Typ Grand Rhine zurück, das eine Gesamtkapazität von 104 TEU hat. Das von Contargo betriebene Terminal in Valenciennes ist das einzige in der Region Hauts-de-France, das Binnenschiffe dieses Typs abfertigen kann.

Die Transportzeit von Duisburg nach Valenciennes per Binnenschiff beträgt ca. 60 Stunden. Insgesamt waren die Container weniger als 20 Tage unterwegs und damit halb so lange wie auf dem Seeweg.

Dieser neue Binnenschiffs-Dienst ermöglicht es verschiedenen Terminals in Duisburg, die für den französischen Markt bestimmten Container zu konsolidieren, die wöchentlich mit rund dreißig Zügen aus China eintreffen.

„Mit der Coronakrise und ihren Auswirkungen auf den internationalen Warentransport hat sich der Bahncontainerverkehr zwischen China und Europa im Jahr 2020 stark entwickelt, mit Duisburg als Drehscheibe für die Endverteilung in alle europäischen Länder. Dieser erste Rundlauf auf dem Wasserweg zwischen dem Duisburger Hafen und Valenciennes fügt das Terminal in die Fahrpläne der Neuen Seidenstraße ein und bietet den Unternehmen in unserer Region neue Möglichkeiten“, sagt Gilbert Bredel, Managing Director von Contargo North France.

Quelle und Foto: Contargo




SMM DIGITAL: Startschuss „maritime Transition“

Die maritime Weltleitmesse SMM DIGITAL beginnt.  Aufgrund der aktuellen Corona Pandemie läuft sie in diesem Jahr erstmalig in Form einer digitalen Konferenz. Zum Start der SMM DIGITAL beleuchten führende Branchenvertreter in der Online-Auftaktpressekonferenz die aktuelle Lage unter Covid-19-Bedingungen und die Perspektiven unter anderem im Hinblick auf Digitalisierung und Klimaschutz. Im Mittelpunkt der SMM DIGITAL steht das breitgefächerte Konferenzprogramm mit internationalen hochkarätigen Teilnehmern. Alle Konferenzen der SMM DIGITAL sind für die Zuschauer in diesem Jahr kostenfrei.


Am Vorabend der SMM DIGITAL meldete sich Kitack Lim, Generalsekretär der Weltschifffahrtsorganisation IMO, mit einer Grußbotschaft zu Wort. Er beschrieb in seinem Statement zur Online-Auftaktpressekonferenz die aktuellen Herausforderungen für die Branche durch die Pandemie und hob die Bedeutung von Schifffahrt und Seeleuten für funktionierende Lieferketten hervor. Außerdem betonte er die positiven Aspekte der Maßnahmen zur Emissionsreduzierung, auf die sich die IMO-Mitgliedsstaaten Ende Oktober geeinigt haben. Sie würden der Branche wichtige Impulse auf dem Weg zu einer karbonfreien Zukunft geben. Der Entwicklung alternativer Brennstoffe komme hierbei eine Schlüsselrolle zu.

Diese Position vertrat auch der ausgewiesene Branchenkenner Dr. Martin Stopford, Präsident des maritimen Analyseunternehmens Clarkson. Für das Erreichen der Klimaziele seien enorme Anstrengungen nötig. Es reiche nicht, die bestehenden Flotten emissionsfreundlicher zu machen, es brauche darüber hinaus kohlenstofffreie Antriebssysteme. „Diese Strategien sind für die Weltwirtschaft essenziell wichtig. Aber sie werden nur zum Erfolg führen, wenn die Branche substanzielle Ressourcen für den Aufbau der Teams und Organisationsstrukturen bereitstellt, die zu ihrer Realisierung benötigt werden“, so Stopford. „Das ist gegenwärtig nicht gerade eine Stärke der Branche. Es ist also erhebliche Denkarbeit notwendig, und nicht nur bei den Reedereien.“

Gefragt sind hier auch Motorenhersteller wie Rolls-Royce Power Systems. Dessen CEO Andreas Schell unterstrich die nachhaltige Ausrichtung seines Unternehmens. „Das diesjährige Motto der SMM ‚Driving the maritime transition‘ zeigt den richtigen Kurs für unsere Branche an. Als Anbieter von Energie- und Antriebslösungen für eine klimaneutrale Zukunft verfolgen wir diesen konsequent. Auch das letzte schwierige Jahr hat nichts daran geändert, dass die Klimaschutzziele ganz vorne auf der Agenda der maritimen Industrie bleiben. Wir unterstützen das und setzen alles daran, die maritime Energiewende mit neuen Technologien voranzutreiben“, sagte Schell.

Die Bedeutung einer Kooperation entlang der gesamten Lieferkette betonte in diesem Zusammenhang Knut Ørbeck-Nilssen, CEO des führenden Klassifikations- und Beratungsunternehmens DNV GL – Maritime: „Zusammenarbeit ist der Schlüssel, um die Ziele der IMO für 2050 zu erreichen.“ Bereits jetzt geschehe das in noch nie dagewesenem Ausmaß. Ørbeck-Nilssen ist davon überzeugt, dass „wir in ein Jahrzehnt der Innovation und Zusammenarbeit eintreten, das eine maritime Renaissance einläutet“. Die beiden Säulen seien der Schlüssel für den Fortschritt der Branche.

Auf einem guten Weg sieht sich die Hamburger Linienreederei Hapag-Lloyd, wie deren Chief Operating Officer Dr. Maximilian Rothkopf erklärte. „Das vergangene Jahr war eine ziemliche Herausforderung, aber wir und die gesamte Containerschiffsbranche haben sie gut gemeistert, indem wir flexibel auf die Veränderungen reagiert haben.“ Nun müsse die Branche den gleichen Ehrgeiz zeigen, wenn sie ihr „übergeordnetes Ziel“ angehe, so Rothkopf – die Reduzierung der Treibhausgasemissionen.

Welchen Beitrag die Schiffbauer und Zulieferer zu diesem Aufbruch zu neuen Ufern leisten können, skizzierte Kjersti Kleven, Vorsitzende des europäischen Branchenverbands SEA Europe. „Covid-19 hat Europas Werften und die maritimen Zulieferer hart getroffen – und das zu einer Zeit, in der der Sektor bereits unter wachsendem Handelsprotektionismus und fehlenden staatlichen Beihilfen litt“, so Kleven. Doch sie sieht in der aktuellen Situation auch eine enorme Chance: „Mit Unterstützung der Politik können Werften und Ausrüster nicht nur die aktuellen Herausforderungen durch die Pandemie bewältigen – wir können auch dem Klimawandel begegnen. Denn wir haben das Werkzeug, die dafür nötigen Technologien zu liefern und so das vielversprechende Potenzial der Digitalisierung, Automatisierung und der Blue Economy voll auszuschöpfen.“

Die Gastgeber der SMM DIGITAL blicken ebenfalls voller Erwartung auf die kommenden vier Tage: „Wir freuen uns, dass wir für das vielfältige Online-Konferenzprogramm der SMM DIGITAL mehr als 160 hochkarätige Branchenvertreter und Experten gewinnen konnten und versprechen uns – gerade in dieser für uns alle außergewöhnlichen Situation – viele anregende Diskussionen“, sagt Bernd Aufderheide, Präsident und CEO der Hamburg Messe und Congress GmbH.

Die Teilnahme an den digitalen Fachkonferenzen der SMM DIGITAL ist in diesem Jahr für die Zuschauer kostenfrei. Damit unterstreicht die maritime Weltleitmesse in dieser herausfordernden Zeit ihre Verbundenheit mit der Branche der maritimen Wirtschaft. Die Konferenzen der SMM DIGITAL sowie weitere Sessions und Interviews der maritimen Branche werden an den vier Tagen über zwei Streams online übertragen.

Über eine digitale Q&A Funktion können die Zuschauer Fragen an die Panelisten im Conference Stream stellen. Die Moderatoren sammeln die Fragen und richten sie am Ende jeder Session an die Speaker. Zusätzlich können sich die Zuschauer über eine Chatfunktion untereinander in der maritimen Community austauschen. Darüber hinaus haben die Macher der SMM DIGITAL eine zusätzliche Kommunikationsplattform geschaffen. Über MariMatch@SMM gibt es die Möglichkeit, potenzielle Geschäfts- und Forschungspartner kennenzulernen und das eigene maritime Netzwerk zu erweitern.

Mehr Informationen zur SMM DIGITAL sowie das gesamte Konferenzprogramm und den kostenfreien Zugang zu allen Konferenzen gibt es unter: www.smm-hamburg.com

Quelle: Hamburg Messen, Foto: Hamburg Messen/ Michael Zapf, SMM DIGITAL Pressekonferenz Moderator Daniel Münter und Bernd Aufderheide, Präsident und CEO Hamburg Messe und Congress GmbH.