HHM wird Mitglied im BDB

Der Hamburger Hafen, vertreten durch den Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM), unterstützt ab sofort das Netzwerk der Binnenschifffahrt in Deutschland.

Der Hafen Hamburg ist nicht nur der größte Seehafen Deutschlands, sondern auch der zweitgrößte Binnenschiffshafen. Der Aufnahmeantrag von HHM im Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) wurde am 7. November 2018 in Berlin vom BDB-Vorstand einstimmig angenommen.

Nach den Westhäfen Rotterdam (NL) und Antwerpen (B) kann der BDB somit nun den ersten deutschen Seehafen im Kreis der Mitglieder begrüßen. Hierzu erklärt BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen: „Es ist das erklärte Ziel des BDB, das Netzwerk zur Unterstützung der Binnenschifffahrt kontinuierlich auszubauen und dabei auch die Kräfte zur Steigerung des Gütertransports auf dem Wasser im Hinterlandverkehr der Seehäfen zu bündeln. Wir haben dabei nicht nur die Interessen der so genannten ZARA-Häfen im Westen Europas im Auge, sondern wollen auch die Warenströme der deutschen Seehäfen verstärkt auf den Flüssen und Kanälen sehen. Deshalb freut uns die Mitgliedschaft von HHM im BDB außerordentlich.“

Im Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens besteht noch erhebliches Potenzial für eine größere Verlagerung von Gütern auf das besonders umweltverträgliche Binnenschiff. Der Transport auf dem Wasserweg hätte nicht nur große ökologische Vorteile, sondern würde zugleich auch den Straßen- und Schienenverkehr in der Region entlasten. Der Modal-Split-Anteil des Binnenschiffs beträgt im Hamburger Hinterlandverkehr über alle Güter betrachtet 11 Prozent, beim Containertransport aktuell aber lediglich 2,2 Prozent. Um den Anteil des Binnenschiffs zu steigern, bedarf es aber nicht nur eines gemeinsamen Willens der am System Wasserstraße Beteiligten. Es müssen auch gezielt die so genannte Bottlenecks, also Engpässe, in der Infrastruktur beseitigt werden, die eine Verkehrsverlagerung verhindern. Zu nennen ist etwa das Schiffshebewerk Lüneburg Scharnebeck am Elbe-Seitenkanal, das Mitte der 1970er Jahre erbaut wurde und seinerzeit das weltgrößte Doppelsenkrecht-Schiffshebewerk war. Heute, über 40 Jahre später, ist das Hebewerk permanent störanfällig. Hierzu erklärt BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen:

„Nahezu im Wochenturnus stehen Binnenschiffer stunden- oder gar tagelang lang im Stau, weil der Betrieb des Hebewerks eingeschränkt oder sogar komplett eingestellt ist. Das verträgt sich nicht mit dem Anspruch unserer Kundschaft, Verkehre planbar und verlässlich durchzuführen. Hinzu kommt, dass das Hebewerk mit seinen lediglich 100 Meter langen Trogkammern nicht in der Lage ist, Schiffe mit der heute üblichen Abmessung von 110 Metern Länge aufzunehmen. Der Ersatzneubau ist überfällig. Politik und Verwaltung müssen diesem Vorhaben nun höchste Priorität einräumen, damit die Verlagerung auf das Wasser reibungslos gelingt. Dieses Ziel wollen wir gemeinsam mit unserem Mitglied HHM in Angriff nehmen.“

Große Probleme bereitet den Hamburgern und den Binnenschiffern gleichermaßen die Schiffbarkeit der Elbe. Im Prinzip ist diese Wasserstraße von Geesthacht bis zur tschechischen Grenze prädestiniert für einen die Umwelt und die Bevölkerung schonenden Gütertransport im Zu- und Ablauf des Hamburger Hafens. Problematisch sind jedoch die stark schwankenden Pegelstände der Elbe. Das gemeinsam mit den Natur- und Umweltschutzverbänden entwickelte „Gesamtkonzept Elbe“ soll die Schifffahrbarkeit der Elbe verbessern, gleichzeitig aber dem Erhalt der Auen- und Naturlandschaft dienen. HHM-Repräsentant Stefan Kunze, der gemeinsam mit dem BDB-Vertreter Karl-Heinz Ehrhardt im Beirat des Gesamtkonzeptes als Wirtschaftsvertreter auch an der Umsetzung mitarbeitet, erklärt dazu:

​„Es geht nunmehr um eine zügige Umsetzung des Gesamtkonzeptes Elbe. Mit der Bewilligung der 34,5 Planstellen in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ist ein erster Schritt getan. Allerdings muss uns auch klar sein, dass es uns nicht gelingen wird, eine Dürre wie im Jahr 2018 zu kompensieren. Das nicht nur vor dem Hintergrund der Einschränkungen für die Schifffahrt, sondern auch – oder besonders – der Umwelt. Bei einer Bereisung des ersten Ausbaubereiches, dem Projekt Klöden, mussten wir eine Versteppung der schützenswerten Auenlandschaft bereits im Juni zur Kenntnis nehmen. Wir sollten daher auch über ein intelligentes Wassermanagement, auch in Zusammenarbeit mit unseren tschechischen Nachbarn, nachdenken.“

Das Interesse der Mitgliedsunternehmen von HHM begründet Ingo Egloff, Vorstand von HHM: „Leistungsfähige Hinterlandanbindungen begründen den Erfolg des Hamburger Hafens. Neben der Bahn ist das Binnenschiff der Verkehrsträger mit dem größten Potential zur Bewältigung des sichtbaren Verkehrszuwachses. Über den Elbeseiten-Kanal und dem darüber angebundenen west- und mitteldeutschen Kanalsystem verfügen wir über eine zuverlässige Anbindung per Binnenschiff. Um weitere Potentiale zu erschließen, setzt sich HHM für eine Umsetzung der Infrastrukturvorhaben ein. Durch die Mitgliedschaft im BDB wird sich die Wahrnehmung in der deutschen Verkehrspolitik weiter verbessern.“

Quelle: HHM, Foto: © HHM / Dietmar Hasenpusch




Hamburg ist Bayerns führender Seehafen

Dass ein Hafen den Bahnanteil der Containertransporte mit dem Bundesland Bayern durch kontinuierliche Marktbearbeitung und gezielte Informationsmaßnahmen von 62 Prozent im Jahr 2014 auf mehr als 67 Prozent im Jahr 2018 steigern kann, beweist der Hamburger Hafen.

„Der Hamburger Hafen fertigt im Containerverkehr mit Bayern jährlich 720.000 TEU (20 Fuß-Standardcontainer) ab. Das ist eine eindrucksvolle Erfolgsstory und entspricht mehr als der Hälfte des gesamten Überseeaufkommens Bayerns im Containerverkehr“, erläutert Jürgen Behrens, Leiter der Hafen Hamburg Repräsentanz in München. Mit 448 wöchentlichen Containerzugverbindungen ist Hamburg der mit großem Abstand vor den West- und Südhäfen Europas der führende Eisenbahnhafen für Containertransporte von und nach Bayern.

Vor welchen Herausforderungen die europäischen Häfen bei der Steigerung der Effizienz im Seehafenhinterlandverkehr stehen und welche Entwicklungen im Binnenland zu einer leistungsfähigeren und schnelleren Abfertigung wachsender Transportmengen im Kombinierten Verkehr führen könnten, waren Fragestellungen und Inhalte von Vorträgen auf der zweiten Hafenhinterland-Konferenz. Diese fand in den Räumlichkeiten der IHK Akademie Mittelfranken Ende Oktober in Nürnberg statt. Rund 80 Experten aus der Verkehrswirtschaft, Industrie und Organisationen trafen sich, um über die Entwicklungspotenziale der Seehafenhinterlandverkehre zwischen Bayern und den Seehäfen zu diskutieren. In seinem Eröffnungsbeitrag hob Harald Leupold, Vizepräsident der IHK Nürnberg, die hohe Exportquote in der Metropolregion Nürnberg hervor, die bei rund 50 Prozent liege. Zahlreiche international bekannte Unternehmen produzieren in der Region und nutzen die Seehäfen zur Abwicklung ihrer Exporte und Importe.

Die beiden Fachjournalisten Behrend Oldenburg aus Hamburg und Mels Deers, Chefredakteur des Nieuwsblad Transport, führten durch interessante Diskussionsrunden. Experten aus der Verkehrswirtschaft beleuchteten aus unterschiedlichen Perspektiven die Vorzüge und anzugehenden Aufgaben im Kombinierten Verkehr. Der Leiter der Hafen Hamburg Repräsentanz in München, Jürgen Behrens, nutzte seine Teilnahme an der Diskussionsrunde mit Hafenvertretern aus Bremerhaven, Antwerpen und Wilhelmshaven, um die herausragende Bedeutung Hamburgs im Hinterlandverkehr mit Bayern zu hervorzuheben. Behrens wies darauf hin, dass der Hamburger Hafen sein Hafenbahnnetz weiter modernisiere und man sich sehr engagiert für die Digitalisierung aller Verkehrsprozesse einsetze. Dem Ausbau der „Ostkorridor“ Bahntrasse zwischen Hamburg und Bayern komme bei den Infrastrukturmaßnahmen eine besondere Bedeutung zu. „Um die bestehende Hauptroute über Hannover, Kassel, Würzburg und Nürnberg zu entlasten, ist der „Ostkorridor“ eine hervorragende Alternativtrasse mit ausreichend Kapazitätsreserven für weiter steigende Verkehrsmengen auf der Schiene. Hier gilt es, möglichst schnell die noch bestehenden Lücken bei der Elektrifizierung der Strecke zu schließen“, sagt Behrens.

Viele weiterführende Informationen gab es für die Teilnehmer der Konferenz am Hafen Hamburg  Informationsstand. Hier wurde neben den Themenfeldern Seehafen-Hinterlandverkehr und Hafenentwicklung auch ausführlich über die Hafen Hamburg Beteiligung im Rahmen des europäischen Verkehrsprojekts NSB Core und EMMA informiert.

Quelle: HHM, Foto: HHM, van Beuningen, v.l.n.r.: Ingo Meidinger, Director Sales, Container Terminal Wilhelmshaven JadeWeserPort Marketing GmbH Co.KG; Katarina Stancova, Senior Advisor Rail Mobility Department, Antwerp Port Authority; Anne Scholz, Abteilungsleiterin Hafenbahn, bremenports; Jürgen Behrens, Leiter Repräsentanz Deutschland-Süd, Hafen Hamburg Marketing e.V.; Behrend Oldenburg, Moderator




Führungswechsel am EUROGATE Container Terminal Hamburg

Tom Eckelmann (35) wird am 1. Januar 2019 die Geschäftsführung des EUROGATE Container Terminals Hamburg von Wolfgang Schiemann (63) übernehmen, der künftig als Senior Advisor die Gruppengeschäftsführung der EUROGATE-Gruppe berät.


Tom Eckelmann kennt das Unternehmen und die Branche bestens. Nach seinen Studien an der Universität Edinburgh und der Cass Business School der City Universität London sammelte er erste Berufserfahrungen als Linienmanager bei X-PRESS FEEDER in Singapur und als Analyst bei MORGAN STANLEY INFRASTRUCTURE PARTNERS, einer Investorengruppe in London. Seit September 2012 leitet Tom Eckelmann bei EUROGATE die Bereiche Strategie sowie Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement. Durch strategische Projekte, die er in diesem Rahmen initiierte, wirkte er bereits an der Entwicklung der EUROGATE Containerterminals in Deutschland mit. Darüber hinaus ist er seit April 2015 Mitglied im Board of Directors der Contship Italia SpA.

Michael Blach, Vorsitzender der Gruppengeschäftsführung der EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG sagte anlässlich der Entscheidung: „Wolfgang Schiemann hat das EUROGATE Container Terminal Hamburg überzeugend und erfolgreich durch sehr schwierige Zeiten gesteuert. Wir sind ihm für seinen unermüdlichen Einsatz sehr dankbar und freuen uns, dass er uns seine Leidenschaft und unschätzbare Erfahrung weiterhin zur Verfügung stellt. Mit Tom Eckelmann haben wir einen Nachfolger in den eigenen Reihen gefunden, der unsere Anstrengungen zur Steigerung der Auslastung des EUROGATE Container Terminals Hamburg fortsetzen und, darüber hinaus, wichtige Zukunftsthemen unserer Unternehmensgruppe am Standort Hamburg vorantreiben wird. Wir sind fest davon überzeugt, dass er diese komplexen Aufgaben erfolgreich meistern wird.“

Die Umschlagszahlen des EUROGATE Container Terminals Hamburg waren durch die Reedereikonsolidierung der vergangenen Jahre stark zurückgegangen. Allein in den letzten beiden Jahren musste EUROGATE den Verlust von zwei Kunden (UASC und China Shipping) im Zuge von Fusionen bzw. Übernahmen und eines Kunden aufgrund dessen Insolvenz (Hanjin) in Hamburg verkraften. Ein neuer Kunde (Hyundai Merchant Marine) sowie neue Dienste (Hamburg Süd) konnten diese Rückschläge bereits teilweise kompensieren.

Quelle und Foto: Eurogate




Für den Logistik-Nachwuchs von morgen

„Ja, eine Ausbildung in der Logistik kann ich mir jetzt sehr gut vorstellen. Anpacken und im Team Verantwortung übernehmen – das hat mir besonders gut gefallen – und dass es so viele verschiedene Aufgaben gibt, das war mir überhaupt nicht klar. Vor allem der IT Bereich hat mir besonders gut gefallen“, so Muhammad Ali, Schüler der Profilklasse „Logistics Youngsters“ im 9. Jahrgang der Stadtteilschule Wilhelmsburg.

Mit dem Projekt Logistics Youngsters ist es erstmalig gelungen, Logistikinhalte in den laufenden Unterricht zu integrieren. Und das nicht nur einmalig, sondern kontinuierlich, über zwei Schuljahre, mit viel Praxis und vielen Beteiligten.

Zehn Betriebe, zwei außerschulische Lernorte, eine Schule, zuständige Behörden und die Logistik-Initiative Hamburg agieren in gemeinsamer Sache und gestalten das Pilotprojekt, um Jugendlichen Logistik mit all ihren Berufsfeldern authentisch und inspirierend zu vermitteln. Bei dem offiziellen Auftakt haben sich alle beteiligten Unternehmen, Schüler, Lehrer und Behördenvertreter auf dem Umschlagsterminal von C. Steinweg eingefunden, um das deutschlandweit einzigartige Projekt – auch offiziell – zu starten.

Mit der ersten Profilklasse Logistik hat die Logistik-Initiative Hamburg gemeinsam mit der Stadtteilschule Wilhelmsburg und ihren Mitgliedsunternehmen aus Logistik und Handel ein einzigartiges Projekt geschaffen. Schüler lernen so die Branche von der 8. bis zur 10. Klasse aus allen Blickwinkeln kennen, im Unterricht und in mehreren Praktikumsphasen. Das Besondere dabei ist, Logistics Youngsters sind nur die Schüler geworden, die in Klasse 8 besonderes Interesse an der Logistik gezeigt haben. Ziel ist es, die Schüler nach Ablauf der 10. Klasse in Ausbildungsverhältnisse mit Logistikbetrieben zu bringen und diese dort zu halten. Authentische Erwartungen im Vorfeld zu entwickeln sind kriegsentscheidend im „War of Talents“ und mit den Logistics Youngsters soll dies geleistet werden.

Ein Ansatz, der auch dem Ausbildungsabbruchgedanken entgegenwirken soll indem Schülern ein realistisches Bild der Branche vermittelt wird. Die Klasse wird intensiv und kontinuierlich durch Praxispartner im Unterricht begleitet und stellt allen Schülern Praktika in logistikrelevanten Berufsfeldern. „Wir freuen uns sehr, dass wir uns mit den Projektpartnern die Bälle so gut zuspielen können. Es ist toll, wenn Berufsorientierung einen so wichtigen Stellenwert zugesprochen bekommt und die Wirtschaft bereits vor dem Schulabschluss in den Nachwuchs investiert. Trotz der Digitalisierung werden morgen Fachkräfte benötigt. Mit der Logistik-Initiative Hamburg haben wir einen Partner gewonnen, bei dem alle Fäden aus Wirtschaft, Politik und Schule zusammenlaufen und konstruktiv verknüpft werden.“, so Katja Schlünzen, Schulleiterin der Stadtteilschule Wilhelmsburg bei der offiziellen Auftaktveranstaltung am Montag.

Schlünzen ist mit Ihren Kollegen damit ein Musterbeispiel für ein gelungenes Zusammenspiel zwischen Schule und Wirtschaft. Das betonten auch die Unternehmen. „Mit dem Projekt haben wir eine zielführende Maßnahme entwickelt, Schülern nachhaltig Logistikwissen zu vermitteln“, so Uwe Richter, Ausbildungsleiter bei Kühne und Nagel. Viel Engagement liegt damit auf beiden Seiten – als Motivator dienen die Schüler, die von Woche zu Woche Logistik besser verstehen und demnächst vielleicht aus selbst gestalten.

Quelle und Foto: Logistik-Initiative Hamburg Management GmbH




Hafen Andernach verlängert mit Haeger & Schmidt

Haeger & Schmidt Logistics (HSL) ist seit mehr als 30 Jahren am Standort Andernach vertreten und Partner des Hafens. Am 31. Oktober haben die Stadtwerke Andernach GmbH und Haeger & Schmidt Logistics GmbH ihren Kooperationsvertrag vorzeitig um weitere 10 Jahre verlängert.

Seit dem Jahr 2000 bietet der erfahrene Logistik-Partner HSL in Partnerschaft mit den Stadtwerken Andernach als Hafenbetreiber individuelle Lösungen insbesondere im kombinierten Ladeverkehr im trimodalen KLV-Terminal „CSA Andernach“ in den Bereichen Umschlag, Spedition und Lagerei. Der Containerumschlag im größten Hafen am Mittelrhein hat sich von 10.000 TEU im Startjahr 2000 auf mehr als 130.000 TEU in 2017 gesteigert. Ursache für das rasante Wachstum des Containerservice Andernach ist ein umfassendes Leistungsangebot mit individuellen multimodalen Logistiklösungen. Basis sind Container-Linienverkehre entlang der Rheinschiene per Binnenschiff und per Zug zu den Seehäfen, Vor- und Nachläufe mit LKW sowie weitere Dienstleistungen rund um den Container im Hafen. Das CSA im Hafen Andernach ist heute eine wichtige trimodale Verkehrsdrehscheibe mit vielfältigen logistischen Dienstleistungen für die regionale Wirtschaft.

Gerade die in den letzten Jahren ausgebauten Bahnverkehre haben sich in den letzten Monaten mit Jahrhundert-Niedrigwasser auf dem Rhein bewährt, denn durch die Erhöhung der Anzahl der Zugabfahrten konnte den Kunden eine verlässliche Alternative geboten werden. Die vorzeitige Verlängerung der Partnerschaft zwischen HSL und Stadtwerken Andernach drückt das gegenseitige Vertrauen aus und ist Grundlage für die Umsetzung weiterer Expansionsstrategien am Mittelrhein.

„Die Vertragsverlängerung ist gerade in Zeiten einer langanhaltenden Niedrigwasserphase ein Zeichen für die Unternehmen in der Region, dass der Hafen Andernach auch in Zukunft Angebote rund um den Transport per Container langfristig bieten kann. Ob per Schiff oder Bahn.“, freuen sich die Geschäftsführer der Stadtwerke Jan Deuster und Lars Hörnig auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Duisburger Unternehmen, das eine Niederlassung direkt im Andernacher Hafen hat.

Heiko Brückner, CEO von Haeger & Schmidt Logistics, betonte in einer kleinen Feierstunde: „Es ist wichtig, Kräfte in einer Partnerschaft zu bündeln, um die Plattform CSA Andernach weiter auszubauen.“

Neben den handelnden Personen nahmen an der Feierstunde zur Vertragsverlängerung auch die Gesellschafter der beiden Partnerunternehmen teil. Für die Stadt Andernach hob Oberbürgermeister Achim Hütten das Containergeschäft als Schlüssel für die positive Hafenentwicklung hervor. DI Horst Felbermayr, Geschäftsführer der österreichischen Felbermayr-Gruppe, wertete als Gesellschafter von Haeger & Schmidt Logistics den Erfolg als Zusammenspiel von Vertrauen und Zuverlässigkeit einer gelebten Partnerschaft.

Quelle: Haeger & Schmidt, Foto: Christoph Maurer (v.l.n.r.) Lars Hörnig (kaufm. Geschäftsführer der Stadtwerke Andernach), Heiko Brückner (CEO Haeger & Schmidt Logistics), Jan Deuster (techn. Geschäftsführer der Stadtwerke Andernach), André Hoffmann (Niederlassungsleiter Haeger & Schmidt Logistics), DI Horst Felbermayr (Felbermayr-Gruppe), Jens Lauermann (Hafenbetriebsleiter Stadtwerke Andernach, Oberbürgermeister Achim Hütten (Stadt Andernach).




Michael Westhagemann ist neuer Senator

Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher hat Michael Westhagemann in den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg berufen. Er übernimmt das Amt als Präses der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation von Frank Horch, der auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt wurde.

Bürgermeister Tschentscher überreichte die Berufungsurkunde, im Anschluss wurde Michael Westhagemann durch die Hamburgische Bürgerschaft bestätigt und vereidigt.

Michael Westhagemann (parteilos) leitete bis 2017 die Siemens-Niederlassung in Hamburg und den Geschäftsbereich Nord. Dabei verantwortete er auch die Windenergiesparte des Konzerns. Zuvor war Westhagemann für die Siemens AG als Regional-Geschäftsverantwortlicher für den Mittleren Osten und Afrika tätig. Für den Wirtschaftsstandort Hamburg setzte sich Michael Westhagemann in verschiedenen Funktionen ehrenamtlich ein, darunter als Vizepräses der Handelskammer und Vorstandsvorsitzender des Industrieverbands.

„Michael Westhagemann ist ein erfahrener Manager, der die Anforderungen der Unternehmen bestens kennt und in Hamburg gut vernetzt ist“, sagte Bürgermeister Tschentscher. „Der Senat gewinnt mit ihm einen äußerst kompetenten Senator, der sich in den Zukunftsthemen der Wirtschaft wie der Digitalisierung und der Energiewende bereits profiliert hat. Den Ausbau und die Modernisierung unserer Verkehrssysteme wird er konsequent fortführen.“

Senator Frank Horch wurde zum 31. Oktober 2018 auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt. Bürgermeister Tschentscher überreichte ihm seine Entlassungsurkunde und würdigte dabei seine hervorragende Leistung: „Frank Horch hat sein Amt über mehr als sieben Jahre mit großem persönlichem Einsatz und Erfolg geführt. Die von ihm umgesetzten Projekte bis hin zur Fahrrinnenanpassung waren und sind für unsere Stadt von zentraler Bedeutung. Seine langjährige Erfahrung in der Wirtschaft, seine Integrität und durchsetzungsstarke Persönlichkeit haben uns sehr geholfen. Ich danke Herrn Senator Horch im Namen des gesamten Senats sehr herzlich für seine Arbeit zum Wohle der Stadt Hamburg und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute.“

Quelle und Foto: Freie und Hansestadt Hamburg, Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher (r.) hat Michael Westhagemann in den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg berufen




Eisenbahn wird Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts

„Es gibt keine Alternative zur Verdopplung des Schienenverkehrsanteils, wenn wir zukünftig den Verkehr, insbesondere den Pendelverkehr in die Ballungsräume, bewältigen wollen. Die Eisenbahn soll das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts werden“, sagte Enak Ferlemann MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, im Lenkungskreis Bahntechnologie des DVF.


Der Staatssekretär betonte dies auch mit Blick auf den Deutschland-Takt. Das Bundesverkehrsministerium hat nach vierjähriger Arbeit einen optimalen Fahrplan für 2030 vorgestellt. Ziel ist, möglichst viele Züge fahren zu können, die ihre Anschlüsse halten. Er soll Grundlage für den Infrastrukturausbau werden und den Schienengüterverkehr einbeziehen. „Wir haben in dieser Legislaturperiode den Schienenverkehr als Schwerpunktthema. Das zeigt sich im Koalitionsvertrag, bei der der Halbierung der Trassenpreise für den Güterverkehr und auch in der Struktur unseres Ministeriums“, erläuterte Ferlemann und betonte: „Mit dem Zukunftsbündnis Schiene wollen wir die Bahn zu dem Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts machen.“ Dafür stehe auch die Forschung im Bereich Eisenbahn im Fokus. „Den Forschungsbedarf im Schienengüterverkehr wollen wir hälftig finanzieren und 500 Millionen Euro investieren. Basis einer Spitzenbahn ist aber die kontinuierliche Finanzierung der Infrastruktur auf hohem Niveau statt kurzfristiger Konjunkturprogramme“, hob Ferlemann hervor.

DVF-Lenkungskreisvorsitzende Michael Peter, CEO Siemens Mobility, lobte, dass mit diesen Maßnahmen das Vertrauen der Schienenbranche in die Verkehrspolitik gestärkt werde. Als wichtig erachtete Peter den kontinuierlichen Mittelhochlauf für die nächsten Jahre im Bereich des Bahnsektors und die Anwendung von Innovationen in Pilotprojekten: „Schon allein um die Klimaziele zu erreichen, muss Deutschland Innovationen schneller einsetzen. Zusammen mit der Modernisierung des Netzes ermöglichen sie dringend notwenige Kapazitätssteigerungen. Ein nationales Schienenforschungsprogramm sollte anwendungsorientiert und komplementär zum mit europäischen Forschungsprogramm Shift2Rail konzipiert werden. Dabei ist der Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halte.“

Quelle: DVF, Foto: DVF/ Inga Kjer/ photothek, v. l. Prof. Dr. Karsten Lemmer, Vorstand Energie und Verkehr Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt e.V. (DLR), Enak Ferlemann, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Michael Peter, Chief Executive Officer Siemens Mobility

 




Hamburg als Vorreiter der digitalen Vernetzung

Unterwasserdrohnen, autonom fahrende Lastwagen und papierlose Zollabwicklung – die Zukunft klopft im Hamburger Hafen bereits an. Wie weit der Hafen 4.0 fortgeschritten ist, zeigte die Themenkonferenz „Digitale Vernetzung“ von Hafen Hamburg Marketing (HHM) auf.

„Im Hinblick auf die Digitalisierung steht der Hamburger Hafen glänzend und weltweit mit Alleinstellungsmerkmalen da“, betonte HHM-Vorstand Axel Mattern.

Dr. Sebastian Saxe, CDO Hamburg Port Authority, zeichnete in seinem Impulsreferat ein beeindruckendes Bild der digitalen Zukunft. Schon jetzt ist der Verkehr im Hafen auf Schiene, Wasser und Straße digital gesteuert. Die Erfahrungen aus dem Hafen seien wichtig für die gesamte Stadt und übertragbar auf das komplexe Verkehrssystem. Schon im nächsten Jahr sei künstliche Intelligenz bei der Verkehrslenkung ein großes Thema, so Saxe. Das Projekt „Green4Transport“ soll Fahrzeuge mit intelligenten Ampeln vernetzen und Lkw in Kolonnen über Kreuzungen führen. Mit der Einführung von 5G im Testfeld Hafen ließen sich weitere visionäre Projekte umsetzen. Diese Infrastruktur sei ein hervorragender Weg, um den Weg in die Zukunft mit allen Akteuren im Hafen zu gehen.

Aber auch an der Drohne führt im Hafen kein Weg vorbei.  Die Hamburg Port Authority kann sich vorstellen, künftig Kaimauern und Elbsedimente mit Unterwasserdrohnen zu überwachen oder mit fliegenden Drohnen zum Beispiel die Tragseile der Köhlbrandbrücke zu inspizieren. Die HHLA setzt Drohnen – auch autonome – auf ihren Terminals bereits erfolgreich ein. Jan Bovermann, Leiter Unternehmensentwicklung bei der HHLA, betonte, dass eine weitergehende Automatisierung nur durch vernetztes Denken zu erreichen sei. „Die digitale Kultur eines Unternehmens ist nicht daran zu messen, wie viele Blockchainprojekte aufgesetzt sind. Entscheidend sind die drei Faktoren Vision, Kultur und Kooperation. Das heißt auch, Mitarbeiter, Kunden, Dienstleister und Lieferanten gleichermaßen einzubinden“, so Bovermann.

Ulrich Wrage, Vorstand des auf Logistik spezialisierten IT-Dienstleisters Dakosy, stellte die digitale Kultur im Hamburger Hafen in den Mittelpunkt seines Statements. Der Hafen habe einen Digitalisierungsgrad von inzwischen 95 Prozent erreicht. Rund 2000 Unternehmen seien angebunden. Erreicht worden sei dieses Ergebnis in erster Linie über Vertrauen. Konkurrierende Betriebe, Dienstleister und Kunden gewähren Einblick in ihre Daten, um Abläufe zu vernetzen und Prozesse zu beschleunigen. „Das Geheimnis von Dakosy ist die Einbeziehung aller Akteure“, so Wrage. Dazu gehöre auch, in die Rolle des Moderators zu schlüpfen. Das habe unter anderem dazu geführt, dass die Zollpapiere mehr und mehr der Vergangenheit angehören und die Zollabwicklung schon im Zulauf der Container auf Hamburg digital in die Wege geleitet wird.

Wie gut die Vernetzung zwischen unterschiedlichen Unternehmen und Institutionen in Hamburg klappt, zeigt das Beispiel Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC). Gerald Hirt, Geschäftsführer HVCC, blickte mit Stolz auf die vergangenen zwei Jahre zurück. Von der Schnittstelle profitieren Reeder, Nautische Zentrale, konkurrierende Terminals und neuerdings auch die Binnenschifffahrt. Daten aller Beteiligten, der Lotsen, des Nord-Ost-Kanals, des Elbeseitenkanals und aus Rotterdam führen dazu, dass die Schiffsabfertigung immer reibungsloser abläuft.

„Andere Häfen warten nicht“, betonte Saxe. Das Tempo der technologischen Entwicklungen habe in den vergangenen Jahren stetig zugenommen und nehme weiter Fahrt auf. „Die Verlader geben den Takt vor“, ergänzte Wrage. Globale Handelskonzerne wie Amazon oder Alibaba „sehen genau hin, was ein Hafen kann oder nicht“.

Weitere Impulse für den Hafen 4.0 will der Digital Hub Logistics Hamburg setzen. Er ist der internationale Innovationshub für die Digitale Business Transformation der Logistik  zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Geschäftsführer Johannes Berg hofft, dass die nächste durchgreifende Innovation der Logistik – vergleichbar mit dem Erfolgsmodell wirecard der Geldwirtschaft – aus Hamburg kommt.

Den Schlüssel zum Erfolg sieht Ingo Egloff, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing, in der Zusammenarbeit aller Beteiligten im Hamburger Hafen. „Die Erfolge der Kooperation zwischen Unternehmen und Institutionen sind sichtbar und sie lassen sich für eine gemeinsame internationale Erfolgsgeschichte noch weiter ausbauen“, so Egloff.

Quelle: HHM, Foto: HHLA Raetzke, das Hamburger Vessel Coordination Center (HVCC) vernetzt Reeder und Terminals, um die Schiffsabfertigung zu optimieren.

 

 




Blockchain-Pilotprojekt zur Containerlogistik

In der Logistikbranche gibt es noch viel Spielraum, um durch Digitalisierung die Supply Chain transparenter und vor allem effizienter zu gestalten. Deswegen haben die niederländische Bank ABN AMRO, der Hafenbetrieb Rotterdam und Samsung SDS – der Logistik- und IT-Zweig von Samsung – sich zusammengeschlossen, um ein Blockchain-basiertes Pilotprojekt zu starten.

Ziel ist die vollständige, papierlose digitalisierte Integration physischer, administrativer und finanzieller Ströme in der internationalen Supply-Chain. „Transport, Tracking und die Finanzierung von Waren sowie Dienstleistungen muss genauso einfach werden wie die Online-Bestellung eines Buchs“, definiert Paul Smits vom Hafenbetrieb Rotterdam das langfristige Ziel. Die Durchführung des Projekts liegt beim vom Hafen Rotterdam mitgegründetem Fieldlab BlockLab(link is external).

Momentan sind die Zahlungen von Dienstleistungen und Waren, die Disposition von Container sowie deren physikalischer Transport noch nahezu vollkommen getrennte Kreisläufe“, erläutert Paul Smits, Finanzvorstand beim Hafenbetrieb Rotterdam und zuständig für die Digitalisierungsinitiativen des Hafenbetriebs Rotterdam. „Da viele Parteien beteiligt sind und alle Vorgänge anhand von Papierdokumenten bearbeitet werden, kommt es zu Verspätungen und Ineffizienzen. Beim Transport eines Containers von China nach Rotterdam sind beispielsweise gegenwärtig durchschnittlich 28 Parteien involviert. Das Transportieren, Verfolgen und Finanzieren von Waren und Dienstleistungen muss genauso einfach werden wie die Online-Bestellung eines Buchs.“

Daphne de Kluis, Geschäftsführerin kommerzielles Bankgeschäft bei ABN AMRO, begrüßt ebenfalls die umfassenden Ziele eines Blockchain-Ansatzes und seine Vorteile für Verlader: „In unserem Pilotprojekt werden wir alle Ströme integrieren: Vom Workflow-Management in Kombination mit Sendungsverfolgung bis hin zur Digitalisierung von Papierdokumenten wie dem Frachtbrief sowie der Finanzierung gehandelter Waren und Dienstleistungen. Das letztendliche Ziel ist eine offene, unabhängige und weltweit zugängliche Plattform, die von der Verladerperspektive ausgeht. Dadurch werden Logistikketten transparenter und effizienter. Langfristig erschließt sich dadurch ein Einsparungspotential von mehreren Millionen Euro.

„Bei der Durchführung des Projekts stützen wir uns auf Blockchaintechnologie“, ergänzt Shane Lee, Präsident von Samsung SDS EU/CIS. „Blockchain bietet allen Teilnehmern in der Supply Chain die Möglichkeit, mithilfe validierter Daten und ohne zentrale Verwaltungsinstanz die Aktivitäten koordinieren zu lassen. Digitalisierung sorgt dabei auch für Automatisierung, was die Supply Chain extrem effizient gestaltet. Besonders ist, dass wir zum ersten Mal in der übrigens noch kurzen Geschichte dieser Technologie unterschiedliche Blockchains miteinander operieren lassen. Dies geschieht mithilfe eines ‚Notary‘, der die vollständig eigenständigen Blockchains in Korea und den Niederlanden miteinander verbindet.“

Gegenstand des Pilotprojekts wird der multimodale Transport eines Containers aus einem asiatischen Produktionsstandort an einen Standort in den Niederlanden sein. Zunächst wird das Pilotprojekt von den drei Parteien ausgeführt. Die Teilnahme am Kooperationsverband steht danach jedoch auch anderen Parteien offen, die sich anschließen möchten. Das Pilotprojekt startet im Januar 2019, Ergebnisse werden im Februar 2019 bekanntgegeben werden.

Quelle: HbR (BlockLab), Samsung SDS, Abn Amro, Foto: Aad Hoogendoorn, v.l.n.r.: Sanghun Lee (Samsung SDS), Daphne de Kluis (ABN AMRO) en Paul Smits (Havenbedrijf Rotterdam)




HHLA fördert intelligente Mobilität ihrer Mitarbeiter

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) bietet ihren Beschäftigten und Besuchern künftig eine digitale Mobilitätsplattform an, um schneller Arbeits- und Dienstwege zu bewältigen.

Dazu kooperiert das Unternehmen mit dem Hamburger Start-up 25ways GmbH. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Mittwoch, 24. Oktober 2018, unterzeichnet. Als Pilotkunde nutzt die HHLA künftig die von 25ways entwickelte digitale Mobilitätsplattform „rethink mobility“, die verschiedene Transportmittel kombiniert.

In Zeiten verstopfter Innenstädte und überlasteter Autobahnen sind neue innovative Ideen gefragt, um schnell und umweltfreundlich von A nach B zu kommen. Die von 25ways entwickelte digitale Plattform „rethink mobility“ bietet für den Arbeits- oder Dienstweg bis zu 25 mögliche Kombinationen von verschiedenen Transportmitteln an. Dies ist ein neuer Ansatz, denn bisherige Dienste zeigen den Streckenverlauf ausschließlich nach Transportmitteln getrennt an – also beispielsweise nur mit dem Auto oder dem Fahrrad.

Die von 25ways gefundene Lösung errechnet nicht nur die für die verschiedenen Kombinationen benötigte Zeit, sondern ermittelt auch die Kosten- und CO2-Ersparnis beim Umstieg vom Auto auf Alternativen. Außerdem bündelt die Plattform alle Angebote, die ein Unternehmen seinen Beschäftigten rund um das Thema Mobilität bietet. Beim Pilotkunden HHLA sind das beispielweise das firmeneigene E-Bike-Programm, die Profi-Card für den öffentlichen Personennahverkehr sowie die Elektroautos und -fahrräder für Dienstfahrten.

Das Start-up 25ways wurde im Januar 2017 in der Hamburger Speicherstadt gegründet. In den vergangenen sechs Monaten wurde es durch den ebenfalls in der Speicherstadt ansässigen Next Logistics Accelerator (NLA) gefördert. Die HHLA unterstützt den NLA seit seinem Start im Frühjahr 2018 als Investor. Am Mittwoch, 24. Oktober, wurden die ersten vier durch den Accelerator geförderten Start-ups vorgestellt, darunter auch 25ways. Mit Unterstützung des NLA wurde die Mobilitätsplattform „rethink mobility“ zur Marktreife gebracht.

Die Plattform wird die HHLA als erster Kunde nutzen. Dazu unterzeichneten Arno Schirmacher, Direktor Personalmanagement der HHLA, und 25ways-Geschäftsführer Henrik Zölzer einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Damit ist die HHLA erstmals auch Kunde eines Projekts, das in einem von ihr unterstützten Accelerator entwickelt wurde.

Arno Schirmacher, Direktor Personalmanagement der HHLA, erklärt: „Bei der Umsetzung ihrer Digitalstrategie bezieht die HHLA auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Die von 25ways entwickelte digitale Lösung bietet für die HHLA-Beschäftigten einen echten Mehrwert, um sich schneller und umweltfreundlicher durch die Stadt zu bewegen. Intelligente Mobilitätskonzepte sind zudem ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für Unternehmen und ihr Umfeld. Wir möchten uns mit weiteren Hamburger Unternehmen vernetzen und über diese gemeinsame Plattform unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weitere Mobilitätsoptionen anbieten.“

Henrik Zölzer, Gründer und Geschäftsführer der 25ways GmbH, betont, wie wertvoll die Unterstützung des NLA für das Projekt war – nicht nur finanziell, sondern auch durch den engen Kontakt mit wichtigen Hamburger Unternehmen wie der HHLA: „Die HHLA war von Anfang an sehr offen für unsere digitale Lösung. Uns hat es beeindruckt, wie schnell es zur Vertragsunterzeichnung gekommen ist und dass die HHLA jetzt unser erster Kunde ist. Uns freut es besonders, dass die HHLA das Thema Mobilität im Hafen und in Hamburg in Zusammenarbeit mit anderen Arbeitgebern voranbringen möchte. Gemeinsam sehen wir viele Möglichkeiten für neue Ansätze.“

Welche Vorteile die Digitallösung bietet, zeigt ein beispielhafter Vorschlag von 25ways: Möchte ein Mitarbeiter oder eine Bewerberin von einer Wohnung in der Marktstraße im Hamburger Karolinenviertel zum HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA), so dauert die Fahrt mit Bus und Bahn abhängig von der Verkehrslage aktuell zwischen 75 und 120 Minuten. 25ways schlägt für die Strecke eine Kombination aus Fahrradfahrt und Nutzung einer Fährverbindung vor. Diese würde lediglich 48 Minuten dauern. Auf ein ganzes Jahr hochgerechnet würden sich dadurch im Vergleich zur Fahrt mit Bus und Bahn jährlich rund 120 Stunden Fahrzeit einsparen lassen. Im Vergleich zum Auto ermöglicht die Fahrrad-Fähre-Kombi eine Betriebskosteneinsparung von 630 Euro sowie eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um mehr als 830 Kilo.

25ways konnte seine Mobilitätsplattform im September in Kopenhagen auf dem Weltkongress „Intelligent Transport Systems“ (ITS) einem internationalen Fachpublikum vorstellen. Die weltweit größte Branchenveranstaltung im Bereich Intelligente Transportsysteme findet abwechselnd in Amerika, Asien und Europa statt. Im Oktober 2021 wird Hamburg der nächste europäische Gastgeber sein. Die HHLA wird sich mit eigenen Projekten an dem ITS-Weltkongress beteiligen.

Quelle und Foto: HHLA, nach der Vertragsunterzeichnung: Arno Schirmacher, Direktor Personalmanagement der HHLA (2. v. li.), und 25ways-Gründer und -Geschäftsführer Henrik Zölzer (Mitte) mit Projektmitarbeitern von HHLA und 25ways.