Busan Port Authority im Rotterdamer Hafen

Die Busan Port Authority hat Hercuton mit der Entwicklung eines nachhaltigen Logistiklagers mit einer Größe von 30.000 Quadratmetern auf dem Distripark Maasvlakte West im Rotterdamer Hafen beauftragt. Es wird erwartet, dass dieses Lager in der zweiten Jahreshälfte von 2021 abgenommen wird. Samsung SDS wird dann für den Betrieb und das Management verantwortlich sein.

Hercuton ist für das nachhaltige Design auf Breeam Outstanding-Niveau und den endgültigen Bau verantwortlich. Das Unternehmen verfügt über große Erfahrung in der Entwicklung und Realisierung von Logistikimmobilien in den Niederlanden und auch in der Region Rotterdam.

Die Port Authority Busan und der Hafenbetrieb Rotterdam haben vor einem Jahr einen Vertrag über die Vergabe eines fünf Hektar großen, auf dem Distripark Maasvlakte West gelegenen Grundstücks unterzeichnet. Damit wurde die südkoreanische Port Authority zum Erstkunden für dieses Industriegebiet.

Quelle und Grafik: Port of Rotterdam

 

 

 




Schweizer Rheinhäfen im Normalbetrieb

Als zumindest ansprechend kann das Halbjahresergebnis 2020 unter Berücksichtigung der Umstände mit gut 2,7 Mio. t Gesamtumschlag bezeichnet werden, so Port of Switzerland. Das sehr starke Resultat des 1. Semesters 2019 konnte aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der sinkenden Binnennachfrage (COVID-19-Pandemie) nicht erreicht werden; der Rückstand liegt bei knapp 16%.

Ein anfangs teilweise befürchteter Einbruch fand aber nicht statt. Vielmehr gelang es der Schifffahrt, ihre Rolle als wichtiger Pfeiler der Landesversorgung auch in der Krisenzeit unter Beweis zu stellen. Hauptverantwortlich für den Umschlagsrückgang ist der Import von Mineralölprodukten – als weiterhin wichtigstes Gütersegment – mit einem Minus von 15% gegenüber dem 1. Semester 2019. Das Ergebnis im Containerbereich liegt um rund 11% unter der Vorjahresperiode.

 2’722’098 t wurden im ersten Semester 2020 in den Häfen Kleinhüningen, Birsfelden und Muttenz-Auhafen umgeschlagen, 3’228’791 waren es in der Vergleichszeit 2019. Dies entspricht einem Minus von 15,7% gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. Am stärksten traf es mit einem Minus von 27% Muttenz, gefolgt von Birsfelden mit knapp -15%; bei diesen beiden Häfen liegt der Schwerpunkt auf den Mineralölverkehren. In Kleinhüningen, wo nebst festem Massengut und Recycling vor allem die Containerverkehre zuhause sind, resultierte eine Verringerung um 11,5%.

Der Import- oder Bergverkehr – mit knapp 2,3 Mio. t der wichtigere der beiden Sektoren – nahm gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um 14,5% ab. Der Export- oder Talverkehr ging bei gut 430’000 t um etwas mehr als 21% gegenüber der Vergleichszeit zurück.

Der Rückgang des Gesamtumschlags im 1. Semester 2020 fiel angesichts der Umstände besser aus als erwartet. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, aber auch der Wirtschaftskonflikt USA-China tangierten die Umschlagsmengen teilweise, die Schifffahrt konnte sich aber gut behaupten und die Landesversorgung stets gewährleisten. So liegt der Semester-Wert 2020 nur leicht unter dem Halbjahresergebnis von 2018. Aber die aufgrund des Lockdowns im März und April verringerte Inlandnachfrage, verbunden mit den erst langsam wieder hochgefahrenen Lieferkapazitäten in Fernost im Mai und Juni hatten Auswirkungen auf das Ergebnis der Häfen.

Zur Verdeutlichung soll das Beispiel der Hobby- und Baumärkte dienen, deren Sortiment zu einem guten Teil aus China oder Korea stammt und bei dem der Import via Schweizer Rheinhäfen eine bestimmende Rolle spielt. Rund zweieinhalb Monate im Berichtszeitraum fand aufgrund der geschlossenen Verkaufslokale keine Inlandsnachfrage statt. Als diese wieder anlief, hatte die Produktion in Fernost zwar wieder angefangen. Die Ware musste aber erst in die dortigen Häfen und von dort via Nordhäfen (Rotterdam, Antwerpen) in die Schweiz spediert werden.

56’112 TEU wurden im Berichtszeitraum in den Schweizerischen Rheinhäfen wasserseitig umgeschlagen. Gegenüber dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2019 von 62’907 TEU entspricht dies einem Rückgang um rund 11%.

Der bereits im 1. Quartal festgestellte Rückgang (-8,4%) hat sich damit etwas akzentuiert, aber bei weitem nicht so stark wie befürchtet. Im April 2020 lag der Umschlag in etwa auf dem Niveau des Vorjahresmonats, im Mai um 20,7% darunter und im Juni um 16,6%. Während im April (wie im März) Nachholverkehre von verspätet in den Nordhäfen aus Fernost angekommenen Schiffen für Zusatzvolumina sorgten, schlugen die bereits erwähnten Corona-Umstände im Mai und Juni voll zu.

Zurückgegangen ist vor allem der reine Exportverkehr, also die Menge der in den Schweizerischen Rheinhäfen verschifften vollen Container. 19’688 TEU bedeuten eine Verminderung um 9%. Der reine Importverkehr sank mit 21’469 TEU (-4,9%) leicht unter das Vorjahresniveau.

Vermutlich weil die internationalen Verkehre zurückgingen und aufgrund der fast als paarig zu bezeichnenden Verkehre sank die Anzahl der gefahrenen Leercontainer in der Berichtszeit. Ankommend sind es 9’588 TEU (-10%), abgehend 5’367 TEU (-35,7%). Diese Verkehre dienen weitgehend dazu, die Depots in den Binnenhäfen zu regulieren.

Prognosen für den Gesamtumschlag 2020 sind angesichts der noch nicht ausgestandenen Corona-Krise schwer zu tätigen. Eine grosse Rolle spielen auch die Wasserstände. Nach einem eher verregneten Juni ist vorläufig keine ausgeprägte Niederwasserperiode in Sicht. Ob dies so bleibt, wird massgeblich von der Niederschlagsdichte im Spätsommer und Herbst abhängen.

Im ersten Halbjahr 2019 sind knapp 1,25 Mio. t flüssige Treib- und Brennstoffe über die Schweizerischen Rheinhäfen importiert worden. Gegenüber den 1,47 Mio. t in der Vergleichszeit des Vorjahres entspricht dies einer Abnahme um gut 15%.

Der Corona-Effekt ist in diesem Güterbereich allgegenwärtig. Aufgrund des nahezu vollständigen Groundings der weltweiten Luftfahrt während mehr als drei Monaten ist die Nachfrage nach Jet Fuel natürlich stark zurückgegangen; dieses Segment spielt in den Häfen aber nur eine komplementäre Rolle.

Beim für die Häfen viel wichtigeren Bereich „Gas-, Diesel und leichtes Heizöl“ wurden in der Berichtszeit etwas über 190’000 t eingeführt. Dies entspricht einem Rückgang um 11% gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres. Die sehr tiefen Produktpreise führten in den ersten Monaten dazu, dass die Kunden bestrebt waren, alle Läger aufzufüllen. Nachdem diese einmal voll waren, ergab sich in der Folge eine Abflachung des Umschlags.

Im Bereich „Motorbenzin und ähnliche Leichtöle“ brachten der Virus und die Empfehlung, auf den öffentlichen Verkehr möglichst zu verzichten, nebst den niedrigeren Produktpreisen erst mal eine kleinere Steigerung. Diese Entwicklung flachte aufgrund des verstärkten Wechsels zu Home Office aber rasch und dramatisch ab. Nach sechs Monaten resultierte eine Reduktion in diesem Bereich um -67% auf 75’000 t.

Ebenfalls deutlich, nämlich um mehr als 72%, zurückgegangen ist der Export von Mineralölprodukten ab den Schweizerischen Rheinhäfen. Hier handelt es sich um Schweröl, dass in der Raffinerie anfällt, in der Schweiz nicht verwendet und per Schiff abtransportiert wird. Im 1. Quartal fiel dieser Bereich nahezu auf Null, nach sechs Monaten wurden total knapp 10’000 t in den Häfen abgeführt.

Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse schlossen im 2. Quartal des Berichtsjahres 34% über dem Vorjahr ab, was einer Zunahme von 17’000 t entspricht. Aufgrund des sehr schwachen 1. Quartals liegen die Mengen für das 1. Semester insgesamt noch immer ca. 15’000 t hinter dem Vorjahr.

Bei den Nahrungs- und Futtermitteln konnte die Menge im 2. Quartal um 15 % resp. 16’000 t gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Jedoch auch hier liegen die Mengen im 1. Semester noch 11’000 t hinter Vorjahr. Der Rückgang in diesem Bereich ist ebenfalls auf das schwache 1. Quartal zurückzuführen.

Der Hauptgrund für die positive Entwicklung im 2. Quartal ist COVID-19 bedingt, da viele Importe, vor allem aus dem asiatischen Raum, verzögert waren und mit Verspätung in die Schweiz gelangten.

Diese positive Entwicklung im 2. Quartal kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor sehr grosse Mengen an europäischer Ware über den Landweg in die Schweiz kommen. Eine Entwicklung, die Anlass zur Sorge gibt, da dadurch die in den Rheinhäfen verbleibende Ware in einigen Silos nicht mehr „dreht“ (Pflichtlager) und somit eine kostendeckende Bewirtschaftung der Infrastruktur in den Rheinhäfen zunehmend verunmöglicht wird; dazu ist auf Bundesebene eine entsprechende Interpellation von Frau NR Alin Trede (BE, Grüne) eingereicht worden.

Nach Beschluss der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind die Einfuhrmengen im Bereich Eisen, Stahl und NE-Metallen im April gegenüber März um mehr als die Hälfte von 22’456 t auf 10’214 t gesunken. Neben der Schliessung der Automobilwerke in Frankreich und Italien ist die Reduktion der Produktion wegen der Einführung von Kurzarbeit in vielen Schweizer Betrieben ein Grund für den Rückgang der Einfuhren. Während im Mai die Zufuhren auf sehr niedrigem Niveau blieben, konnte im Juni eine leichte Erholung auf 16’505 t verzeichnet werden.

Bei den Abfuhren konnte im April ein Anstieg der Exporte von Stahlprodukten auf 4’079 t verzeichnet werden, aber bereits im Mai und Juni sind die Mengen wieder massiv auf nur noch 400 t respektive 340 t eingebrochen. Mit einer Erhöhung der Im- und Exporte ist aufgrund der Sommerferien in Frankreich und „Ferragosto“ in Italien nicht vor September zu rechnen.

Während der Umschlag stark zurückgegangen ist, sind aufgrund von Annahme- und Lieferverzögerungen mehr Mengen in den Lagern der Hafenbetriebe geblieben. Somit konnten Verluste zum Teil durch Mehreinnahmen im Lagergeschäft kompensiert werden.

Weniger anfällig auf die international und national beschlossenen Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ist die Gruppe Steine, Erden und Baustoffe. Die Zufuhren und Abfuhren sind auf einem sehr guten Niveau im zweiten Quartal geblieben, unter anderem dank der vom Lockdown nur wenig beeinflussten Baubranche. Viele Bauprojekte konnten ohne grössere Einschränkungen durchgeführt werden; im schlimmsten Fall sind einzelne Projekte verzögert.

Im zweiten Quartal sind die Zufuhren auf 207’037 t angestiegen, 41’077 t oder knapp 25% mehr als im ersten Quartal. Ebenso sind die Abfuhren, besonders dank dem Export von Recyclingprodukten, auf 76’406 t gestiegen. Ein Zuwachs von mehr als 7% oder 5’419 t gegenüber dem ersten Quartal. Zu bemerken ist auch die durchschnittliche Abfuhr von 25’348 t pro Monat, welche auf dem Niveau der durchschnittlichen monatlichen Abfuhren des Vorjahres 2019 mit 25’670 t liegt.

Ebenfalls unter Corona-Druck geraten sind die Exporte im Bereich Chemische Erzeugnisse, die um 12% auf knapp 110’000 t sanken. Da damit auch weniger Rohstoffe benötigt wurden, verbuchten die Import-Verkehre bei einem Halbjahres-Total von knapp 90’000 t ebenfalls ein Minus, nämlich von über 46%.

Quelle und Foto: Port of Switzerland




Erwerb der „Shipping Group“ vollzogen

Mit Wirkung vom 1. August 2020 hat die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) wie bereits angekündigt die europäischen Binnenschifffahrts-Aktivitäten der Imperial Logistics International B.V. & Co. KG übernommen. Die HGK tritt ohne Einschränkung in alle bestehenden Vertragsverhältnisse der Gesellschaften in dem bisher als „Shipping Group“ firmierenden Unternehmensverbund ein. „Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung der HGK hin zu einer integrierten Logistik-Holding“, freut sich Uwe Wedig, Vorsitzender des Vorstandes der HGK.

Dem Erwerb vorausgegangen waren die notwendigen Entscheidungen der zuständigen Genehmigungs-Gremien. Vorbehalte des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Aufsichtsbehörde der Bezirksregierungen in NRW, konnten ausgeräumt werden.

„Wir freuen uns sehr, dass eine breite Mehrheit der Kölner Politik und die weiteren zuständigen Behörden unser Vorhaben unterstützt haben. Die HGK AG kann so ihre Position als zuverlässiger Anbieter nachhaltiger und zuverlässiger Transportketten und Logistikdienste für die heimische Industrie stärken“, erklärt Uwe Wedig. Die neue Einheit wird innerhalb der HGK-Gruppe unter dem Namen „HGK Shipping GmbH“ etabliert. Geführt wird die HGK Shipping GmbH vom bisherigen Management der „Shipping Group“ mit Steffen Bauer und Walter Steinig als Geschäftsführer. „Dieser Schritt bedeutet Sicherheit für die Planungen vieler unserer Kunden und ihre Produktionsbetriebe im Raum Köln und entlang des Rheins. Integriert in die HGK Gruppe können wir unsere Angebote zukünftig noch besser darauf abstimmen“, kommentiert Steffen Bauer den Übergang.

Mit der Akquisition der HGK Shipping rundet die HGK-Gruppe ihr Portfolio für trimodale Güterverkehre ab. Wie kaum ein anderes Unternehmen kann die HGK zukünftig für die großen Industrien entlang der Rheinschiene nachhaltig, effizient und vor allem zuverlässig Transport- und Logistikdienstleistungen sicherstellen. „Unser Ziel ist, die logistischen Angebote unserer Unternehmensbereiche auf Schiene und Wasserstraße auszubauen und noch enger zu verzahnen. Wir übernehmen nicht nur eines der größten Binnenschifffahrtsunternehmen in Europa, sondern auch das Know-how für wachsende Märkte, die für die Industrie in unserer Region von großer Bedeutung sind, beispielsweise im Gas- und Chemiesegment. Die HGK Shipping GmbH als hervorragend geführtes und wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen passt hervorragend zur HGK AG“, so Uwe Wedig. Im Stadtwerke Köln Konzern (SWK) steuert die HGK als Holding ein operatives Beteiligungsportfolio für Logistik- und Güterverkehrsleistungen. Zur HGK-Gruppe gehören unter anderem die 100-Prozent-Töchter Neska und HTAG sowie die 50-Prozent-Beteiligung RheinCargo. Insgesamt stoßen etwa 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur HGK-Gruppe hinzu, in der nun mehr als 2500 Personen beschäftigt sind.

Die Integration der HGK Shipping GmbH nimmt die HGK zum Anlass, den Markenauftritt der Unternehmensgruppe neu zu positionieren. Zukünftig firmiert das Unternehmen unter der Bezeichnung „HGK Integrated Logistic Group“ und erhält ein neues Logo. Drei leuchtend rote Balken stehen für die kombinierten Leistungen der Gruppe auf den Verkehrsträgern Schiene, Wasserstraße und Straße. „Wir visualisieren damit auch anschaulich unseren Transformationsprozess und das enorme Potenzial, das für unsere Kunden unter dem Dach der HGK-Gruppe integriert ist. Die Unterzeile in englischer Sprache reflektiert die Sprache unserer Kunden und Geschäftspartner – die Industrie denkt und handelt international,“ erklärt Uwe Wedig die Veränderung.
Vom Container zur Papierrolle, vom Mineralölzug zum Chemietankschiff, von der Eisenbahnwartung zur Immobilienentwicklung und Lagermiete – das alles finden die Kunden in Zukunft unter dem Dach der HGK Integrated Logistics Group mit den Geschäftsbereichen HGK Logistics and Intermodal, HGK Shipping, HGK Rail Operations, HGK Infrastructure and Maintenance und HGK Real Estate.
“Wir werden uns mit Augenmaß und Bedacht verändern“, sagt Uwe Wedig. „Deshalb geht der Impuls zunächst von der Dachmarke aus. Schritt für Schritt werden dann die beteiligten Tochterunternehmen in den Prozess miteinbezogen – den Auftakt macht die neue HGK Shipping.“
Quelle und Grafik: HGK




duisport mit Investition im Hafen Triest

Die Duisburger Hafen AG (duisport) bereitet aktuell gemeinsam mit der Hafenbehörde von Triest und der lokalen Finanz-Holding Friulia S.p.A.  (Friulia) eine Investition im Hinterland des norditalienischen Seehafens vor. Investitionsziel ist dabei die „Interporto di Trieste S.P.A.“ (Interporto), eine Gesellschaft im Hafenverbund Triest.

Interporto betreibt drei Logistikeinrichtungen in und um Triest, alle mit sehr guten Gleisanschlüssen sowie in Summe knapp einer Million Quadratmeter Grundfläche und ca. 130.000 Quadratmeter Lagerflächen. Die angebotenen Dienstleistungen umfassen neben der Zollabwicklung insbesondere auch die Erstellung intermodaler und logistischer Konzepte sowie die gezielte Flächenentwicklung im Hafengebiet von Triest.

Die aktuellen Verhandlungen basieren auf der seit Sommer 2017 bestehenden strategischen Zusammenarbeit zwischen duisport und der Hafenbehörde Triest. duisport-CEO Erich Staake hat das enorme Potenzial des norditalienischen Hafens bereits vor Jahren erkannt und die gemeinsame Entwicklung von logistischen Dienstleistungen forciert. „Dies ist eine sinnvolle Erweiterung unseres internationalen Netzwerks. Insbesondere für unsere Kunden die im Warentransport ihre Schwerpunkte im europäischen Raum setzen“, so Staake.

Der Hafen Triest ist der größte Seehafen des oberen Adriatischen Meeres. Der Standort gilt als wichtiges maritimes Tor für Zentral- und Osteuropa und hat sich über die vergangenen Jahre zu einem führenden europäischen Logistik-Knotenpunkt entwickelt. Überdies ist Triest über die maritime Seidenstraße in die Belt and Road-Initiative eingebunden.

Die Investition in Triest ist ein weiterer Beweis für die internationale Relevanz und Anerkennung des Duisburger Logistik-Know-Hows. duisport stellt dabei nicht nur die Erfahrung bei der Entwicklung logistischer Flächen zur Verfügung, sondern schafft über die logistische Verbindung der beiden Standorte auch einen attraktiven Mehrwert für das gesamte duisport-Netzwerk.

Gemessen an der Nettogesamttonnage liegt Triest unter allen europäischen Häfen auf Platz 9 (62 Millionen Tonnen im Jahr 2019). Darüber hinaus ist Triest der führende Erdölterminal im Mittelmeerraum und rangiert unter den italienischen Häfen hinsichtlich des Bahnverkehrs an erster Stelle (10.000 Züge im Jahr 2019). Dies ist auf die täglichen Bahnverbindungen zu allen wichtigen europäischen Zielen zurückzuführen: Sieben Länder werden von Triest aus regelmäßig mit der Bahn angefahren und 33 Zugpaare verbinden Triest wöchentlich mit Deutschland.

Seine Sonderregelung als Freihafen ist ein einzigartiges Merkmal auf internationaler Ebene. In dieser Hinsicht wird Triest zu einer strategischen Drehscheibe für die „Belt and Road“-Initiative, als idealer Zugangspunkt für den Handel von und nach Fernost und im gesamten Mittelmeerraum, dank eines natürlich tiefen Meeresbodens von bis zu 18 Metern. Die Hafenbehörde als integrierter Verwalter des „Hafensystems“ ist ein Hauptaktionär des Interporto di Trieste, ein Unternehmen, das drei intermodale und logistische Einrichtungen in der Region Triest/Friaul-Julisch Venetien verwaltet, darunter einen Bahnsteig (460.000 Quadratmeter) in Cervignano del Friuli.

FRIULIA ist eine Finanzgesellschaft der Region Friaul-Julisch-Venetien (Friuli-Venezia-Giulia). Seit ihrer Gründung im Jahr 1967 hat die regionale Holdinggesellschaft 1.500 Projekte in über 700 Unternehmen durchgeführt und dabei stets Entwicklung und Innovation gefördert. Als Investor unterstützt Friulia die finanzielle Leistungsfähigkeit der beteiligten Unternehmen und fördert so deren Wachstum.

Die Tätigkeit von Friulia ist seit jeher mit der Arbeit eines Beraters vergleichbar, der sich um die Ermittlung der besten Möglichkeiten bemüht. Aus diesem Grund bietet Friulia an, mit lokalen Unternehmen zusammenzuarbeiten, Industriepläne und Entwicklungsmodelle zu bewerten oder als Finanzpartner zu fungieren, der sensibel auf die Bedürfnisse des Marktes und der Unternehmen eingeht.

Quelle: duisport, Foto: duisport/ Hans Blossey




Rotterdam Mitglied des Hydrogen Council

Der Hafenbetrieb Rotterdam ist als erster Hafen dem Hydrogen Council beigetreten, einer weltweiten Initiative von Unternehmen, die die Energiewende durch den Einsatz von Wasserstoff fördern möchten. Sie wurde 2017 ins Leben gerufen und zählt inzwischen 92 Mitglieder, insbesondere weltweit tätige Unternehmen im Bereich von Energie und Transport wie Air Liquide, Air Products, Aramco, BP, Shell, Vopak, BMW, CMA CGM, Daimler, GM und Toyota. Auch große Banken und Investitionsgesellschaften sind Mitglied der Initiative Hydrogen Council.

„Politiker, Unternehmen und Investoren weltweit halten die Entwicklung von Wasserstoff für die Erholung des derzeitigen wirtschaftlichen Abschwungs infolge der Pandemie für unerlässlich. Die kürzlich angekündigten europäischen, deutschen und koreanischen Wasserstoffpläne sind dafür klare Beispiele“, so Benoît Potier, CEO Air Liquide und Mitvorsitzender des Hydrogen Council. „Dieser Zeitpunkt ist für die Energieerzeugung und den Energieverbrauch mindestens einer Generation entscheidend. Bei den Unternehmen des Hydrogen Council ist man sich dessen bewusst, dass wir an einem kritischen Punkt angelangt sind, an dem man zur Realisierung der Klimaziele die Entwicklung sauberer Energie beschleunigen sollte. Wasserstoff ist dabei von größter Bedeutung.”

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam: „Wasserstoff ist der Energieträger des 21. Jahrhunderts. Die Wasserstoffwirtschaft kommt in Rotterdam derzeit aufgrund der Entwicklung einiger Projekte zügig voran. Als Mitglied des Hydrogen Council gehen wir davon aus, dass wir unsere Erfahrungen teilen, von anderen lernen und diesem klimafreundlichen Brenn- und Rohstoff gemeinsam einen Impuls verleihen können.“

Quelle und Grafik: Port of Rotterdam

 

 

 




Wasserstoffbetriebener Straßentransport

Air Liquide und der Hafenbetrieb Rotterdam haben gemeinsam die Initiative ergriffen, damit im Jahr 2025 eintausend LKW in den Niederlanden, in Belgien und Deutschland mit Wasserstoff betrieben werden können. Verschiedene Partner aus der Lieferkette von LKW-Herstellern, wie z. B. VDL Groep, Iveco/Nikola und weitere, bis hin zu Transportbetrieben wie beispielsweise Vos Logistics, Jongeneel Transport und HN Post, jedoch ebenfalls führende Brennstoffzellen-Lieferanten, haben sich bereits dieser Initiative angeschlossen.

Dies ist eines der größten Projekte in Europa zur Entwicklung von mit Wasserstoff betriebenen LKW und der dazugehörigen Infrastruktur. Das Projekt sorgt für eine Verbesserung der Luftqualität sowie für eine Reduzierung der CO2- Emissionen von – schätzungsweise – mehr als einhunderttausend Tonnen. Diese Menge entspricht 110 Millionen LKW-Kilometern.

Damit eintausend Lastwagen unterwegs sein können, von denen voraussichtlich fünfhundert von Rotterdam aus starten, muss gleichzeitig die Infrastruktur entwickelt werden; dazu gehören etwa fünfundzwanzig Wasserstoff-Tankstellen entlang der wichtigsten Verkehrskorridore zwischen den Niederlanden, Belgien und Westdeutschland. Das Projekt richtet sich ebenfalls auf die für die Herstellung von Wasserstoff erforderliche Elektrolyse-Kapazität. Die an der Initiative beteiligten Unternehmen werden gemeinsam die Umsetzung der Durchführbarkeitsstudie für die gesamte Wertschöpfungskette vornehmen.

Die am Projekt beteiligten Partner verfügen über zusätzliche Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf die Wasserstoffproduktion, die Bereitstellung über Tankstellen, den Bau von Lastwagen, den Güterverkehr und die Herstellung von Brennstoffzellen für diese Art von Schwerlastanwendungen. Air Liquide und der Hafenbetrieb Rotterdam laden Unternehmen dazu ein, sich dieser Initiative anzuschließen. Es ist zu erwarten, dass verschiedene Geschäftsparteien dies in den kommenden Monaten tun werden. Auf diese Weise können die beteiligten Parteien gemeinsam zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Straßenverkehr beitragen, indem sie Wasserstoff als sauberen und nachhaltigen Energieträger nutzen. Die Investitionsentscheidung ist für Ende 2022 vorgesehen.

Wasserstoff ist einer der Energieträger, der einen Beitrag zu einem sauberen Transport leisten kann. So wird für weniger Treibhausgase, eine geringere Luftverschmutzung in Städten sowie für eine geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen gesorgt. Wasserstoff eignet sich vor allem für Schwerlastfahrzeuge, die intensiv genutzt werden.

François Jackow, Executive Vice President und Mitglied des Executive Committee der Air Liquide Group, äußert sich folgendermaßen: „Die Bekämpfung des Klimawandels steht im Mittelpunkt der Mission von Air Liquide, und wir entwickeln zu diesem Zweck eine breite Palette an Lösungen. Wir sind davon überzeugt, dass Wasserstoff entscheidend für die Energiewende ist. Wasserstoff wird eine wichtige Rolle im Güterverkehr spielen und ein Mittel zur Realisierung eines nachhaltigen CO2-neutralen Transports darstellen. Diese Allianz zeigt das Engagement der beteiligten Parteien, den Klimawandel gemeinsam zu bekämpfen. Air Liquide bringt in dieses Projekt seine einzigartige Erfahrung mit der gesamten, in den letzten fünfzig Jahren entwickelten Wasserstoffkette ein.

Allard Castelein, CEO Hafenbetrieb Rotterdam, sagt dazu: „Dieses Projekt setzt unsere Ambition in die Tat um, den Transport nachhaltiger zu gestalten. Mit dieser Koalition von Partnern, die sich gegenseitig ergänzen, können wir den Straßenverkehr ohne Emissionen in Schwung bringen. Auf diese Weise werden wir unserer Verantwortung als Europas größter Hafen gerecht und helfen lokalen, nationalen und europäischen Behörden, ihre eigenen Ambitionen zu verwirklichen.“

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Air Liquide 

 




Bohnen Logistik lagert Jacques‘ Wein-Depot

Zukunftsfähige Zusammenarbeit zweier Branchenexperten – Bohnen Logistik, eine Tochtergesellschaft der duisport-Gruppe, betreibt seit dem 1. Mai 2020 das Zentrallager für die Jacques‘ Wein-Depot Wein-Einzelhandel GmbH in Mönchengladbach und übernimmt deutschlandweit die Distribution.


Die Jacques‘ Wein-Depot Wein-Einzelhandel GmbH ist ein Tochterunternehmen der Hawesko Holding AG, eine auf Premiumprodukte spezialisierte Weinhandelsgruppe mit Hauptsitz in Hamburg.

Bohnen Logistik verantwortet damit das Zentrallager von Jacques‘ Wein-Depot in Deutschland und führt jegliche B2B- sowie B2C-Abwicklungen durch. Neben der Versorgung aller 320 nationalen Jacques‘ Wein-Depots, steuert Bohnen Logistik die vollständige Lager- sowie Transportlogistik inklusive der Abwicklung des Onlineshops sowie der Erbringung von diversen IT-Leistungen, wie der Inhouse Konzipierung, Entwicklung und Umsetzung eines Warehouse Management Systems sowie modernsten Logistiktechnologien. Mehrere Millionen Wein- und Sortimentsartikel sollen an dem hochmodernen Standort jährlich umgeschlagen werden.

„Mit der Übernahme des Zentrallagers für Jacques‘ Wein-Depot, verdeutlicht unser Tochterunternehmen, Bohnen Logistik, abermals seine umfassende Expertise im Konsumgüterbereich. Die Partnerschaft mit Jacques‘ Wein-Depot stärkt das gesamte Hafennetzwerk, ein echter Mehrwert für alle Beteiligten“, so duisport-Vorstandsvorsitzender Erich Staake.

„Jacques‘ Wein-Depot freut sich, in enger Zusammenarbeit mit Bohnen Logistik, ihr Geschäft weiterzuentwickeln und von der Innovationskraft eines engagierten und dynamischen Dienstleisters zu profitieren“, ergänzt Kathy Ferón, Geschäftsführerin von Jacques‘ Wein-Depot.

Nachhaltige Effizienz
Bohnen Logistik und Jacques‘ Wein-Depot verfolgen nicht nur eine strategische Partnerschaft auf Augenhöhe, sondern setzen gemeinsam auf eine langfristige Logistikstrategie mit Zukunftsgeist: Neben Innovation und höchster Qualität, sind die Dienstleistungen individuell, bedürfnisbezogen und skalierbar ausgearbeitet worden. Hierzu wurde in Vorbereitung auf das Projekt gemeinsam eine Supply Chain-Simulation durchgeführt, sinnvolle Umsetzungsstrategien abgestimmt und technologische Ansatzpunkte festgelegt. Ein Zusammenführen von Produkt- und Logistik-Know-How mit Erfolg: Durch die enge Zusammenarbeit entsteht nicht nur ein gegenseitiger Mehrwert sowie ein Bündeln der Ressourcen, sondern eine klare Ausrichtung in Richtung Wachstum.

Quelle und Foto: duisport

 




COVID-19-Pandemie drückt Frachtumschlag

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 erzielte der Hafen von Rotterdam einen Umschlag von 218,9 Millionen Tonnen. Das ist 9,1 % weniger als in der ersten Hälfte des Jahres 2019, der damals ein Rekordumschlag war. Trotz der Störungen durch die COVID-19-Pandemie für Wirtschaft, Produktion und Logistik blieb der Hafen von Rotterdam zu 100 % betriebsfähig. Die wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 sind der wichtigste Grund für den Rückgang bei den Umschlagmengen.

Wichtige Punkte der ersten Jahreshälfte:

  • 218,9 Millionen Tonnen (-9,1 %) Gesamtumschlag.
  • Es ist ein erheblicher Rückgang beim Umschlag von Kohle, Erzen und Mineralölprodukten, ein geringfügiger Rückgangs beim Containerumschlag und eine Zunahme des Umschlags von Biomasse und LNG zu verzeichnen.
  • Der Umsatz stieg um 0,7 % auf 360,4 Millionen €.
  • Das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit sank um 4,8 % auf 128,4 Millionen.
  • Die gesunde finanzielle Lage des Hafenbetriebs ermöglicht anhaltend hohe Investitionen (die Brutto-Investitionen betrugen 136,4 Millionen €) unter anderem in die Theemswegtrasse, die Container Exchange Routeund in die Maasvlakte Plaza.
  • Der Hafenbetrieb hat unter anderem auf Ersuchen der Zentralregierung eine Übersicht über die Investitionsprojekte erstellt, die sowohl die Nachhaltigkeit der Niederlande stärken als auch die Erholung der Wirtschaft beschleunigen können (Startmotor).

Allard Castelein, Geschäftsführer des Hafenbetriebs Rotterdam: ‚Die niederländische Wirtschaft und der Hafen von Rotterdam sind von der Entwicklung im Welthandel abhängig. Die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sind weltweit spürbar. Es sollte daher nicht überraschen, dass das Umschlagsvolumen in den vergangenen sechs Monaten deutlich geringer war als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei ist positiv zu vermerken, dass die im zweiten Quartal realisierten Umschlagsmengen weniger ungünstig ausgefallen sind als zu erwarten war. Es würde auch nicht zu Rotterdam passen, einfach untätig zu bleiben. Daher hat der Hafenbetrieb eine Übersicht darüber erstellt, welche öffentlich-privaten Investitionsprojekte beschleunigt werden können. So können die Behörden und der Rotterdamer Hafen gemeinsam etwas bewirken, um die Wirtschaft nachhaltiger zu machen und ihr gleichzeitig einen neuen Anstoß zu geben‘.

Trockenmassengut macht 14 % des Umschlags im Rotterdamer Hafen aus. Volumenrückgänge gab es vor allem beim Umschlag von Eisenerz und Schrott (-22 %) sowie Kohle (-34 %).Trockene Massengüter

gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 entspricht. Trockenmassengut macht 14 % des Umschlags im Rotterdamer Hafen aus. Volumenrückgänge gab es vor allem beim Umschlag von Eisenerz und Schrott (-22 %) sowie Kohle (-34 %).

Die Stahlwerke, die den Hafen von Rotterdam für die Erzversorgung nutzen, arbeiteten mit einem viel niedrigeren Produktionsniveau als normalerweise. Die Stahlnachfrage ging ab März infolge von Produktionsstillständen in der Automobilindustrie und im Baugewerbe stark zurück.

Ein niedriger Gaspreis sorgt dafür, dass mehr Gas und weniger Kohle für die Energieerzeugung eingesetzt wird. Hinzu kam eine Zunahme verfügbarer Windenergie durch die Wetterbedingungen und in der Folge eine geringere Ergänzung der Stromproduktion durch Kohlekraftwerke.

Biomasse nahm stark (+109 %) zu, was auf das weitere Wachstum der Mitverbrennung in Kraftwerken zurückzuführen ist.

Es wurden 99,8 Millionen Tonnen flüssige Massengüter umgeschlagen. Das waren 10 Millionen Tonnen weniger als im ersten Halbjahr 2019, was einem Rückgang von rund 9 % entspricht.

In Rotterdam sind 46 % des Umschlagvolumens flüssige Massengüter. Der Umschlag von Mineralölprodukten ging stark zurück (-22 %). Bei Rohöl war der Rückgang nur gering (-4 %), während beim LNG-Umschlag ein leichter Anstieg (+2,6 %) zu verzeichnen war. Der Umschlag von anderen flüssigen Massengütern blieb in der ersten Jahreshälfte auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.

Innerhalb der Kategorie Mineralölprodukte war hauptsächlich Heizöl vom Rückgang betroffen.

Der Rohöl-Umschlag sank hauptsächlich infolge eines Nachfragerückgangs. Alle großen Raffinerien haben daher mit einer geringeren Kapazitätsauslastung als üblich gearbeitet.

Der Gaspreis ist durch die Covid-19-Pandemie noch weiter gesunken. Daher ist es attraktiv geworden, LNG (Flüssiggas) aus der Nordsee und dem Atlantischen Ozean für die Stromerzeugung in Europa zu nutzen.

Beim Container-Umschlag war nur ein Rückgang von 3,3 % im Vergleich zu 2019 (in TEU) zu verzeichnen, also 2,5 Millionen Tonnen weniger Fracht. Redereien haben bis 20 % aller Dienstleistungen im Mai und Juni eingestellt. Der Umschlagsrückgang war ebenfalls weniger stark, was auf die gestiegenen Callsizes und zusätzliche Schiffe zurückzuführen ist, die Rotterdam angelaufen haben. Die Menge an leeren Containern war deutlich geringer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies liegt daran, dass die Importe aus Asien zurückgegangen waren, bei gleichzeitigem Anstieg der Exporte.

Das Segment Breakbulk verzeichnete im ersten Halbjahr einen Rückgang von 11 %. Der RoRo-Umschlag sank um 12 %. Der größte Rückgang erfolgte zu Beginn des zweiten Quartals, als der Lockdown in meisten westeuropäischen Ländern in Kraft getreten war. Gegen Ende des Quartals nahm die Menge wieder zu.

In den vergangenen sechs Monaten wurden bei der schrittweisen Neugestaltung der Energieversorgung und den Maßnahmen zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft im Hafen erneut bedeutende Schritte unternommen. Beispiele sind:

  • Zero Emission Services (ZES) wurde von Engie, ING, Wärtsilä und dem Hafenbetrieb Rotterdam gegründet, um eine Binnenschifffahrt mit austauschbaren Batteriecontainern zu realisieren.
  • Für das Porthos-Projekt wurden die Umweltverträglichkeitsprüfung und alle erforderlichen Genehmigungsanträge abgeschlossen und im Juni bei der zuständigen Behörde eingereicht. Die Investitionsentscheidung ist geplant, sobald die Genehmigungen vorliegen (zweite Hälfte 2021).
  • Ankündigung einer Standortanlage für Elektrolyseure (Produktion von grünem Wasserstoff) auf der Maasvlakte mit Shell als erstem Kunden, gleichzeitig zum Bau eines öffentlichen Wasserstoffnetzes im Hafengebiet durch Gasunie und den Hafenbetrieb

Unser Ziel ist es, der intelligenteste Hafen zu werden, und damit unsere Wettbewerbsposition zu stärken. Auch bei der Digitalisierung sind in den vergangenen sechs Monaten gute Ergebnisse erreicht worden. Beispiele sind:

  • Die weitere Implementierung der digitalen Hafeninfrastruktur für eine reibungslose und sichere Schiffsabfertigung und die Verwaltung der Hafeninfrastruktur.
  • Die internationale Ausweitung von PortXchange geht gut voran. Im letzten Halbjahr wurden Pilotprojekte mit Shell in Houston und Maersk in Felixstowe und Algeciras durchgeführt.
  • Durch eine neue Routen-Engine und die Verwendung von Daten, die direkt von Spediteuren und Betreibern angeboten werden, ist Navigate effizienter, vollständiger und damit zuverlässiger geworden.
  • Nextlogic ist einsatzbereit.

Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum um 0,7 % auf 360,4 Millionen €. Der Anstieg ist durch einen Anstieg der Vertragseinnahmen begründet, die zum Teil auf neue Mietverträge und zum Teil auf die Preisindexierung bestehender Verträge zurückzuführen sind.

Die betrieblichen Aufwendungen lagen 3,5 % höher als in der ersten Hälfte des Vorjahres, was hauptsächlich auf höhere Betriebs- und andere Ausgaben aufgrund einiger Einmaleffekte zurückzuführen ist. Die Personalkosten sanken um 1,8 Millionen €, was ebenfalls weitgehend auf eine einmalige Belastung zugunsten des Beteiligungsprogramms für ältere Menschen im Jahr 2019 zurückzuführen ist. Die Abschreibungen sind um 3,6 Millionen € angestiegen, was hauptsächlich auf das umfangreiche Investitionsprogramm der letzten Jahre zurückzuführen ist.

Das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit vor Steuern für das erste Halbjahr 2020 betrug 128,4 Millionen €, ein Rückgang um 4,8 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019. Im ersten Halbjahr 2020 wurde ein Ergebnis nach Steuern von 98,1 Mio. € verbucht.

Die Bruttoinvestitionen in der ersten Hälfte des Jahres 2020 belaufen sich auf 136,4 Millionen €. Der Hafenbetrieb Rotterdam hat sich bewusst dafür entschieden, während des COVID-19-Zeitraums weiterhin in den Hafenindustriekomplex zu investieren. Die wichtigsten Investitionen für das erste Halbjahr 2020 waren der Bau der Theemswegtrasse, der Bau der Container Exchange Route und die Erweiterung des Von Maasvlakte Plaza. Die Investitionssumme für 2020 liegt wahrscheinlich auf dem Investitionsniveau des Vorjahres (2019: 338,3 Millionen €).

Investitionen sind gut für die Wirtschaft und können ihr schneller wieder auf die Beine helfen.

Daher hat der Hafenbetrieb Rotterdam geprüft, welche Investitionsprojekte in dieser Zeit vorgezogen werden können. Projekte, die die wirtschaftliche Erholung beschleunigen können, vergleichbar mit einem Motoranlasser für einen Neustart der Wirtschaft.

Startmotor wirkt wie ein Messer mit zwei Klingen: Die Beschleunigung zukunftsorientierter Investitionen in Wachstum und Ertragskraft bei gleichzeitiger Beschleunigung der Energiewende und einer nachhaltigeren Gestaltung der Wirtschaft. Beispiele für Startmotor-Projekte sind der Aufbau eines Wasserstoffnetzes, die Einführung von Landstrom und der Bau eines Wärmekreisels.

Vorschau

Es besteht große Unsicherheit darüber, wie lange die Rezession dauern wird und wann wieder eine Erholung einsetzen wird. Die Erholung der Weltwirtschaft hängt stark davon, ob es eine so genannte zweite Welle von Virusinfektionen geben wird. Es stellt sich zudem die Frage, ob es der EU und dem Vereinigten Königreich gelingen wird, in den kommenden Monaten nach dem Brexit gemeinsam ein Handelsabkommen zu vereinbaren. Für den Rest des Jahres wird mit einer vorsichtigen Erholung der Wirtschaft gerechnet. Infolgedessen wird das Volumen im Hafen nicht weiter zurückgehen, aber es wird wahrscheinlich keine vollständige Erholung des Volumens geben. Daher wird das Gesamtumschlagsvolumen für das gesamte Jahr 2020 voraussichtlich deutlich niedriger ausfallen als 2019.

Hier gibt es den Halbjahresbericht auf englischer Sprache

Quelle und Video: Port of Rotterdam

 

 




Hamburg ist wichtige Drehscheibe für Autoteile

Im Zuge der Coronakrise erlebt die deutsche Automobilindustrie eine nie dagewesene Disruption. Der Verband der Automobilindustrie berichtet von einem massiven Einbruch der Auftragseingänge aus dem In- und Ausland, die im April 2020 rund 70 Prozent bzw. 47 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Mit dem Einstellen der Produktion aus Sicherheitsgründen sei auch das Exportgeschäft fast vollständig zum Erliegen gekommen (-92 Prozent). Mit der schrittweisen Wiederaufnahme der Produktion im Mai ist jedoch bereits eine Erholung zu erkennen.


Ebenso nehmen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in Hamburgs Partnerländern Einfluss auf die Umschlagergebnisse. Sowohl Polen als auch Ungarn, Tschechien und die Russische Föderation melden signifikante Einbrüche im Automobilmarkt mit Auswirkungen auf den Binnen- und Außenhandel. „Besonders im Trade mit Russland hatten Autoteile 2019 einen besonders großen Anteil,“ erläutert Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing. Vor diesem Hintergrund ist abzusehen, dass der Produktionsstopp und die daraus resultierenden fehlenden Im- und Exporte im Automotive-Sektor für den Umschlag in diesem Bereich im Hamburger Hafen nicht spurlos bleiben wird.

Dennoch konnte der Hafen Hamburg bei weltweit wegfallenden Schiffsanläufen infolge der Corona-Pandemie mit seiner Position als Europas größter Eisenbahnhafen punkten und sogar den neuen Shangdong-Europa Express am 30. April begrüßen. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann betont: „12 Prozent des nationalen Schienengüterverkehrs haben aktuell als Ziel oder Startpunkt den Hamburger Hafen. Das ist eine gute Voraussetzung, um diese Stärken auf der Seidenstraße auch in Zukunft in nachhaltiger Weise auszuspielen.“ Bei Betrachtung der Top-Handelspartner im Automotive-Sektor ist dies besonders interessant, da sowohl Russland als auch China an der „One Belt, One Road“- Initiative beteiligt sind. Dieses gigantische Infrastruktur-Projekt soll als eine Brücke zwischen dem asiatisch-pazifischem und dem europäischen Wirtschaftsraum dienen und verbindet die Volksrepublik bereits jetzt landseitig mit dem Hamburger Hafen. Unter diesem Gesichtspunkt entstehen demnach große Erfolgsaussichten für den Hamburger Hafen, sich unter anderem als wichtige Drehscheibe für Fahrzeuge und Fahrzeugteile zu etablieren.

Seeseitig war der Fahrzeug-/ teile- Umschlag zuletzt um 6 Prozent auf 3,2 Mio. t zwischen 2018 und 2019 gewachsen. Besonders stark im Export ist der Handel mit Russland und China (inkl. Hongkong) – Fahrzeuge und andere Erzeugnisse der Automobilindustrie zählen hier zu den Top 10 Gütergruppen. Bei den Einfuhren spielen besonders Asien und die USA eine große Rolle.

Der Hafen Hamburg ist im Automotive-Bereich gut aufgestellt. Derzeit verkehren hier neun Liniendienste für Rollende Ladung (RoRo). Davon sind drei reine Fahrzeugtransporte, vier Dienste für Container und Rollende Ladung sowie zwei Mehrzweck-Dienste die auch Rollende Ladung akzeptieren. Die Dienste verkehren wöchentlich und zweiwöchentlich und in einem Fall einmal pro Monat.

Wie aus den Angaben zum Umschlag hervorgeht sind die bedeutendsten Fahrtgebiete Nordamerika, Südamerika sowie der Mittlere und Ferne Osten. Darüber hinaus spielt auch Westafrika eine Rolle beim Export gebrauchter Fahrzeuge.

Fahrzeugteile werden in der Regel containerisiert transportiert. Hier stehen den Kunden des Hamburger Hafens Container-Liniendienste in allen Fahrtgebieten weltweit zur Verfügung.

Quelle: HHM, Foto: HHM / Achim Multhaupt, Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.




HHLA und Braunschweig sind strategische Partner

Die Hamburger Hafen und Logistik AG und die Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig mbH haben einen Vertrag über eine strategische Partnerschaft unterzeichnet. Ziel ist die Förderung der umweltfreundlichen Binnenschifffahrt im Containerhinterlandverkehr zwischen Hamburg und dem niedersächsischen Binnenhafen.


Als größter Eisenbahnhafen Europas ist vor allem der schienengebundene Hinterlandverkehr eine der Stärken des Hamburger Hafens. Auf kurzen Strecken kann dieser Wettbewerbsvorteil jedoch häufig nicht genutzt werden. So ist die Distanz zwischen Hamburg und Braunschweig mit rund 180 Kilometern zu kurz für die Bahn. Das Binnenschiff ist auf dieser Strecke eine attraktive Alter-native zum Lkw-Transport. Die Transitzeit über die Wasserstraße beträgt rund 24 Stunden.

„Hamburg und Braunschweig sind über die Elbe, den Elbe-Seiten-Kanal und den Mittellandkanal hervorragend miteinander verbunden“, sagte HHLA-Betriebsvorstand Jens Hansen. Im vergangenen Jahr seien 70.000 Standardcontainer über die Wasserstraße zwischen Hamburg und Braunschweig bewegt und annähernd 40.000 Lkw-Fahrten eingespart worden. „Um weiteres Transportvolumen auf den umweltfreundlichen Verkehrsträger Binnenschiff zu verlagern, wollen wir gemeinsam mit dem Hafen Braunschweig neue Transportkonzepte für die verlandende Wirtschaft entwickeln“, so Hansen. Das entlaste die Straße und reduziere gleichzeitig die CO2-Emissionen.

„Aktuell bieten wir wöchentlich sieben Binnenschiffsabfahrten zwischen Hamburg und Braunschweig an“, berichtete Jens Hohls, Geschäftsführer der Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig. „Diese Verkehre müssen zuverlässig laufen. Die strategische Partnerschaft mit der HHLA ist daher für uns von besonderer Bedeutung.“

Die strategische Kooperation ist die erste dieser Art, die die HHLA mit einem Binnenhafen eingeht. Weitere sollen folgen, kündigt Hansen an. Die HHLA führe bereits Gespräche mit weiteren Binnenhäfen im Hinterland des Hamburger Hafens.

Der Hamburger Hafen ist nicht nur Deutschlands größter Seehafen, sondern gleichzeitig der zweitgrößte deutsche Binnenhafen. Etwa 10.000 Binnenschiffe laufen jedes Jahr die Umschlaganlagen der Elbmetropole an. Seit 2012 ist das jährliche Containervolumen, das den Hamburger Hafen per Binnenschiff erreicht oder verlässt, um 50 Prozent auf über etwa 140.000 Standardcontainer gestiegen.

Für die reibungslose Abwicklung sorgt unter anderem das Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC), ein Gemeinschaftsunternehmen der Hamburger Hafen und Logistik AG und der Eurogate Container Terminal Hamburg GmbH. Das HVCC hat im vergangenen Jahr eine digitale Plattform eigens für Binnenschiffe entwickelt, über die Schiffsanläufe, Rundläufe im Hafen sowie die Liegeplatzvergabe und Terminalabfertigung digital und zentral koordiniert wird.

Quelle: HHLA, Foto: Hafen Braunschweig