Konsortium startet ePIcenter-Projekt

Am 17. Juni hat ein großes internationales Konsortium aus 36 Partnern von führenden Häfen, Spediteuren, Frachteignern, Logistikanbietern, Wissenschaftsinstituten und Technologiefirmen offiziell das Projekt ePIcenter gestartet. Das Projekt wird durch das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, HORIZONT 2020, gefördert und hat eine Laufzeit von 42 Monaten. 

Unter Federführung des Hafens Antwerpen werden die Partner ihre Kräfte bündeln, um praxisorientierte Lösungen bereitzustellen. Diese sollen dazu dienen, Herausforderungen, die aus der zunehmenden Länge, Komplexität und Anfälligkeit globaler Lieferketten entstehen, in Chancen umzuwandeln. Ziel ist es, den nahtlosen Transport von Gütern zu ermöglichen, wobei der Fokus insbesondere auf den technologischen und operativen Möglichkeiten liegt, die Physical Internet, synchromodale Transporte und andere disruptive Technologien wie Hyperloop, Industrie 4.0 und autonome Fahrzeuge bieten.

Das ePIcenter hat eine globale Reichweite mit einer Reihe von groß angelegten Pilotprojekten auf den wichtigsten Schifffahrtsrouten von Europa nach Kanada und in die USA sowie auf neuen Handelswegen wie der Nördlichen Seeroute und entlang der Neuen Seidenstraße. Technologie-Innovatoren und Umweltexperten werden zusammenarbeiten, um neue Lösungen zu entwickeln, die sowohl die Effizienz als auch die Nachhaltigkeit globaler Lieferketten erhöhen.

Mit ergebnisorientierten Praxistests und der Zusammenarbeit mit einigen der ambitioniertesten Akteure im Handels- und Logistiksektor verpflichtet sich das ePIcenter, Lösungen mit spürbaren Effekten für die nachhaltige Logistikkette der Zukunft zu schaffen.

Der Hafen Antwerpen wird neben der Koordination des ePIcenter-Projekts auch einen der groß angelegten Demonstratoren beherbergen. Der „Link of the Future“-Demonstrator wird sich auf die Implementierung der verschiedenen ePIcenter-Innovationen in einem der größten multimodalen Verkehrsknotenpunkte Europas sowie auf die Realisierung des ersten transkontinentalen cyber-sicheren Handelsweges konzentrieren. Darüber hinaus wird das internationale Netzwerk des Hafens Antwerpen Möglichkeiten für einen wertvollen weltweiten Wissensaustausch sowie die weitere Verbesserung der im Projekt entwickelten Instrumente schaffen.

Erwin Verstraelen, Chief Digital and Innovation Officer des Hafens Antwerpen: „Wir sind sehr enthusiastisch über den Start des ePIcenter-Projekts, das es uns ermöglichen wird, einen transkontinentalen, integrierten und transparenten Güterverkehrskorridor zu schaffen, indem wir bestehende und vielversprechende Technologien, Frameworks und Datenstandards nutzen. Der Hafen Antwerpen und der Hafen Montreal, beides wichtige Knotenpunkte in der globalen Lieferkette, werden als Katalysator für eine Symbiose zwischen den verschiedenen Interessengruppen wirken“.

Dieses Projekt wurde durch das Forschungs- und Innovationsprogramm HORIZONT 2020 der Europäischen Union im Rahmen der Zuschussvereinbarung Nr. 861584 gefördert.

Quelle und Foto: Hafen Antwerpen

 

 

 




Den Rostocker Hafen live erleben

Die ROSTOCK PORT GmbH präsentiert ihr Leistungsangebot und das des gesamten Rostocker Hafens auf einer neu strukturierten und umfassend aktualisierten Internet-Seite.

Die ROSTOCK PORT GmbH präsentiert ihr Leistungsangebot und das des gesamten Rostocker Hafens auf einer neu strukturierten und umfassend aktualisierten Internet-Seite. Unter der etablierten Adresse www.rostockport.de werden Informationen zum Rostocker Hafen und Schiffsverkehr in Deutsch und Englisch gegeben.

Aktuelle Fahrpläne der Fähr- und RoRo-Linien ab Rostock sind hier ebenso zu finden wie Anlauflisten von Schiffen im Hafen und avisierten Schiffen. Zudem können Schiffsbewegungen im Hafen mit drei Webcams live verfolgt werden. Eine optimierte Version für den mobilen Browser bietet Handy-Nutzern, die mittlerweile die Hälfte aller Seitenbesucher darstellen, einen schnellen Zugriff. Eine zentrale Kartenanwendung für den Hafenplan vereint Terminalübersicht, Branchenbuch und Servicestationen. Statistiken, Links zu wichtigen Partnern im Hafen und in Rostock komplettieren den modernisierten Internet-Auftritt. Die Seite www.rostock-port.de wird durchschnittlich von über 2000 Nutzern pro Tag aufgerufen.

Die neue Hafenseite wurde in Zusammenarbeit mit der Rostocker Agentur »JAKOTA Design Group« realisiert.

Besuchen Sie den Hafen unter: www.rostock-port.de

Quelle: ROSTOCK PORT GmbH, Foto: ROSTOCK PORT GmbH/ nordlicht

 

 

 




Verbesserte Version Navigate Rotterdam

Der Hafenbetrieb Rotterdam kann durch die Nutzung von Daten, die von Betreibern zur Verfügung gestellt werden, Navigate Rotterdam immer weiter verbessern. Die digitale App Navigate versetzt Verlader und Spediteure in die Lage, die effizientesten und nachhaltigsten Transportoptionen für die von ihnen zu verschiffenden Container zu wählen. Durch die Hinzufügung einer neuen Route-Engine und der Nutzung von Daten, die direkt von Transporteuren und Betreibern stammen, ist diese Version effizienter, vollständiger und damit zuverlässiger.

Im Jahr 2017 führt der Hafenbetrieb Rotterdam Navigate ein. Diese digitale App vermittelt Einblick in Verbindungen von, nach und über Rotterdam sowie in die Geschäftstätigkeit im Hafen. Navigate bietet einen kompletten Überblick über alle, über Rotterdam verlaufenden Deepsea- und Shortseaverbindungen und koppelt diese an die Schienen- und Binnenschifffahrtsverbindungen. Zudem zeigt das „Empty Depot Service“, wo leere Container abgeholt und abgeliefert werden können. Navigate enthält ebenfalls einen Online-Unternehmensführer, der einen Einblick in die im Hafengebiet vertretenen Unternehmen vermittelt.

Anhand des gewählten Abfahrtsorts und des gewünschten Zielorts bietet der Routenplaner verschiedene Optionen. Für jede Strecke werden die möglichen Seeverbindungen sowie die Optionen über Schiene, Binnenschiff oder LKW zum Zielort ins Hinterland angezeigt. Mittels Filteroptionen wird die am besten passende Option angezeigt. Navigate ermöglicht es daraufhin, mit nur einem Mausklick Kontakte zu Dienstleistern aufzunehmen, um z.B. bei Ihnen Angebote einzuholen.

Die direkte Bereitstellung von Daten ist sehr einfach geworden und rundet die Qualität der angezeigten Routen noch weiter ab. Das Herzstück von Navigate bildet eine neue intermodale Route-Engine für alle Schiff-, Zug- und Binnenschiffverbindungen. Inzwischen verknüpft Navigate 3.186 Terminals weltweit und verarbeitet Navigate täglich mehr als 1.435.000 Zeitpläne.

Durch die Kooperation mit Marktpartnern erhöht der Hafenbetrieb Rotterdam die Qualität der digitalen Applikationen. Diese digitalen Apps passen in das Bestreben, sich zum intelligentesten Hafen zu entwickeln, wobei die Möglichkeiten der Technik genutzt werden, so dass der Rotterdamer Hafen schneller, sicherer, effizienter und nachhaltiger wird.

Quelle und Grafik: Port of Rotterdam

 

 

 

 




HMM Algeciras im Hafen Antwerpen angekommen

Die HMM Algeciras ist gestern Abend auf ihrer Jungfernfahrt nach Europa im belgischen Hafen Antwerpen eingetroffen. Das neueste und größte Containerschiff der Welt wird dort am Noordzee Terminal von PSA Container laden und löschen. Am Samstag, den 13. Juni, um 5.30 Uhr wird das von Yantian (China) nach Europa gestartete Schiff seine Reise nach London fortsetzen. 

Die HMM Algeciras kann mit einer Länge von 400 Metern und einer Breite von 61 Metern insgesamt 23.964 TEU (20-Fuß-Container) befördern und hat 23 Besatzungsmitgliedern. Am 24. April war das koreanische Schiff von der Werft Daewoo Shipping & Marine Engineering’s Okpo ausgeliefert worden.

Jacques Vandermeiren, CEO Hafen Antwerpen: „Wir im Hafen Antwerpen sind belastbar und waren auch während der Pandemie zu 100 Prozent operationell. Trotz der Auswirkungen der Coronavirus-Krise auch auf unsere Zahlen blicken wir unverändert zuversichtlich in die Zukunft. Wir freuen uns, die HMM Algeciras willkommen zu heißen. Damit stellen wir unter Beweis, dass unser Hafen auch die größten Containerschiffe empfangen kann und verdeutlichen die gute Ausgangsposition Antwerpens für weiteren Kapazitätsausbau. Es ist unser Anspruch, als Hafen nachhaltig weiter zu wachsen und  den Finger stets fest am Puls der Weltwirtschaft zu haben.“

Jae-hoon Bae, Präsident und CEO von HMM: „Der vergangene April war für HMM aufgrund zweier historischer Ereignisse sehr bedeutend. Das eine war der Abschluss unseres Rebranding-Prozesses mit der Einführung unseres offiziellen Firmennamens ‚HMM‘. Das andere war die Auslieferung der HMM Algeciras, des weltgrößten Containerschiffes der 24K-Klasse. Das erste Eintreffen der HMM Algeciras in Europa und das erste Anlaufen des Hafens Antwerpen hat eine enorme symbolische Bedeutung. Ich bin überzeugt, dass Schiffe der 24K-Klasse dazu beitragen werden, die wechselseitige Partnerschaft zwischen dem Hafen Antwerpen und HMM zu festigen“.

Annick De Ridder, Hafensenatorin: „Unser Hafen setzt sich weiterhin erfolgreich für nachhaltiges Wachstum ein und der Anlauf des größten Containerschiffs der Welt, der HMM Algeciras, ist dafür eine große Bestätigung. Er ist ein Ansporn, der uns ermutigt, schon heute weiter am Hafen von morgen zu bauen. Nur so werden die globalen Akteure auch künftig unsere Stadt als ihr Tor nach Europa wählen“.

Quelle und Foto: Port of Antwerp

 

 




Erster Erdpfahl für den Leuvepaviljoen

Letzte Woche wurde der erste Erdpfahl auf dem Schiedamsedijk in den Boden gerammt. Dort machen drei Pavillons Platz für ein einziges neues Gebäude: den Leuvepaviljoen. Ab dem Frühjahr 2021 wird dieser Pavillon den Hafeninformationspunkt Port Pavillion beherbergen, wo Besucher den modernen Hafen und alles, was es dort zu erleben gibt, auf eine besondere Weise kennen lernen können.

Zusätzlich zum Port Pavillion werden auch zwei zum Maritiem Museum (Schifffahrtsmuseum) gehörende, öffentlich zugängliche Werkstätten eingerichtet. Hier können Besucher miterleben, wie die Museumsflotte in Stand gehalten wird. Zudem kommen noch zwei Betriebe für das Gastgewerbe mit einer Terrasse hinzu, die Aussicht auf das Wasser und den Binnenhafen bietet. An dieser Stelle entstand im 17. Jahrhundert der Rotterdamer Hafen, der sich seither zum Heimathafen für die historische Flotte des Schifffahrtsmuseums, dem historischen Zentrum des Maritiem District (Schifffahrtsviertels), entwickelt hat.

„Rotterdam und der Hafen sind untrennbar miteinander verbunden. Inzwischen erstreckt sich der Hafen auf ein Gebiet von über 42 Kilometern und sind in den Niederlanden 385.000 Menschen für unseren Hafen tätig und stehen durch diesen in Brot und Lohn. Genau dort, wo der Hafen einst seinen Ursprung hatte, eröffnen wir unseren neuen Hafeninformationsstandort, mit dem Namen Port Pavillion; das ist der Ort, an dem die Besucher den Hafen auf unerwartete Weise als einen angenehmen Ort zum Verweilen, Wohnen und Arbeiten kennen lernen können.“ Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam, sagt dazu:

Im Port Pavillion macht der Besucher mit dem modernen Hafen Bekanntschaft. Diese Informationen werden in einer innovativen und einladenden Weise präsentiert, wodurch die Besucher angeregt werden, dem Hafen selbst einen Besuch abzustatten. Bewegliche Bildschirme in unterschiedlichen Formationen zeigen zum Beispiel die verschiedenen Gesichter und Kontraste, die das über 40 km umfassende Hafengebiet zu bieten hat.

Alle für einen Besuch des Hafens erforderlichen praktischen Informationen sind direkt vorhanden. Und zwar nicht nur in Form eines Modells, das einen Überblick vermittelt; der Besucher wird zudem auch von den „HavenHosts“ unterstützt, die alles über den Hafen und was man dort so machen kann, zu erzählen wissen. Ein allumfassendes Angebot an

(Publikums-)aktivitäten im Hafen ist hier vertreten. Dazu gehören beispielsweise ein Besuch bei RDM, eine Rundfahrt per Bus oder Boot, Sonnenbaden in Hoek van Holland, Kitesurfen mit Aussicht auf Containerschiffe, mit dem Fahrrad in den Hafen hinein zu radeln und Schiffe auf der Landzunge Rozenburg zu beobachten oder natürlich FutureLand einen Besuch abzustatten. Von dort aus können die weltweit modernsten Containerterminals auf der Maasvlakte besucht werden. Der Port Pavillion will Besucher und Bewohner von Rotterdam inspirieren, auch die Hafenseite der Stadt zu entdecken.

Der Museumhafen des Maritiem Museum ist der älteste und größte Museumhafen der Niederlande. Hier liegt die historische Flotte des Museums vor Anker. Für die Instandhaltung der Schiffe und Krane werden im neuen Pavillion zwei für das Publikum zugängliche Werkstätten des Schifffahrtsmuseum geschaffen. Damit will das Museum vor allem auch jüngere Menschen mit maritimen Handwerksberufen und der modernen Technik in Kontakt bringen. Ziel dessen ist es, handwerkliches Wissen zu vermitteln und Interesse für Technik und die maritime Welt zu wecken. Besucher können dort alte maritime Handwerksberufe und neue Techniken entdecken, anhand derer die historische

Flotte im Museumhafen instandgehalten wird. In den Werkstätten werden bald Schweißer, Schmiede und Schreiner am Werk sein, die gerne ihren maritimen Handwerksberuf demonstrieren. In diesem Pavillon bringen diese interaktiven Werkstätten des Maritiem Museum den alten und den neuen Hafen zusammen.

„Dieser neue Pavillon an diesem historischen Standort ist ein Gewinn für die Stadt. Hier kann man die maritime Welt ganz aus der Nähe ansehen und riechen – und sogar anfassen.“ Das sagt Bert Boer, Geschäftsführer des Maritiem Museum Rotterdam.

Der Leuvepaviljoen wurde weitgehend aus Glas errichtet, so dass man sowohl die Aktivitäten in den Werkstätten und im Port Pavillion als auch auf dem Wasser und im Leuvehaven gut überblicken kann. Für den Bereich ringsum den neuen Pavillon sind mehr Begrünung und mehr öffentliche Sitzgelegenheiten vorgesehen. All diese Entwicklungen verleihen dem Schiedamsedijk ein neues Gesicht und machen das Gebiet zwischen dem Maritiem Museum und dem Mainport/Inntel Hotel zu einem attraktiven Ausflugs-/Aufenthaltsgebiet.

Bewohner und andere Interessenten werden während des Baus des Leuvepaviljoen anhand der üblichen, der Stadt zur Verfügung stehenden Kanäle über den Fortschritt informiert. Dazu gehört die Internetseite: www.rotterdam.nl/wonen-leven/leuvepaviljoen.

Der Maritiem District gehört zur Innenstadt von Rotterdam und erstreckt sich über das Gebiet zwischen Schiedamsedijk, Oostplein, Blaak und Boompjes. Dieses Gebiet wird in den kommenden Jahren neu entwickelt. Mit der Zunahme der Anzahl an Häusern und Appartements steigt auch die Anzahl der Bewohner. Dies ist der Anlass, verschiedene Bereiche im Außengelände und um das Wasser herum einer Modernisierung zu unterziehen. Wasser, Geschichte und moderne Stadt laufen auf diese Weise stärker zusammen. Der Maritiem District wird hiermit zu einem sichtbaren, lebendigen und attraktiven Element der Innenstadt.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 

 




Erstanlauf des größten Containerschiffs

Mit der „HMM ALGECIRAS“ steuerte am Sonntag, den 7. Juni 2020, das neue Flaggschiff der südkoreanischen Linienreederei HMM (ehemals Hyundai Merchant Marine) den Hamburger Hafen auf seiner ersten Reise an. Die Abfertigung erfolgte in Hamburg am HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB). Insgesamt 13.600 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) wurden gelöscht und geladen.

Der Containerriese wurde von der südkoreanischen Werftgruppe Daewoo Shipbuilding and Marine Engineering (DSME) als das erste Schiff einer neuen Zwölfer-Serie gebaut und kürzlich an HMM ausgeliefert. Mit einer Stellplatzkapazität von 23.964 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) übertrifft die „HMM ALGECIRAS“ die bisherigen Rekordhalter der Reederei MSC, die Containerschiffe mit einer Kapazität von 23.756 TEU einsetzt. Die „HMM ALGECIRAS“ ist jetzt nach Angaben der Reederei HMM das größte Containerschiff der Welt.

Eingesetzt wird der Containerriese in der Asien-Europa-Fahrt. Der Hamburger Hafen wird auf der Jungfernfahrt der „HMM ALGECIRAS“ im FE-4 Liniendienst angelaufen. Dieser Dienst wird im Juni mit dem auch Hamburg anlaufenden FE-2 Dienst der THE Alliance zusammengelegt. Die Auswirkungen der Coronakrise wirken sich auch auf die Fahrplangestaltung der Linienreedereien aus. Diese passen die Transportkapazitäten ihrer Liniendienste an die Nachfrageschwankungen in den jeweiligen Fahrtgebieten an.

Mit einer Schiffslänge von 400 Meter und einer Breite von 61 Meter zählt die „HMM ALGECIRAS“ mit ihren noch folgenden 11 Schwesterschiffen zur Gruppe der „Megamax-24“-Containerschiffe. Diese besonders großen Schiffe können bei 24 Reihen in der Länge 24 Container quer stauen. Alle zwölf Einheiten werden gleich bei Ablieferung über Abgasreinigungsanlagen (Scrubber) zur Einhaltung der seit Jahresbeginn geltenden Umweltvorgaben verfügen. Eines der Schwesterschiffe wird den Namen „HMM HAMBURG“ tragen.

Den Hamburger Hafen verbinden acht Liniendienste mit Südkorea – drei Container-Liniendienste und fünf Mehrzweck-Dienste. Im letzten Jahr wurden 255.000 TEU zwischen der Hansestadt und den südkoreanischen Häfen Busan und Masan transportiert. Das ist ein Anstieg von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Südkorea nimmt derzeit Rang 6 der wichtigsten Handelspartner des Hamburger Hafens im Containerumschlag ein. Aktuell verkehren im Containerverkehr zwischen Hamburg und Korea die Reedereien CMA CGM, Hapag-Lloyd, HMM und ONE mit eigenen Schiffen sowie über Stellplatzkapazitäten auch Cosco, Evergreen, OOCL und Yang Ming. Darüber hinaus laufen die Reedereien AAL, BBC, Chipolbrok und SAL koreanische Häfen im Rahmen ihrer Mehrzweckdienste an.

„Wir freuen uns sehr, dass die ‚HMM ALGECIRAS‘ inmitten der Coronakrise ihre erste Reise nach Hamburg ohne Probleme absolvieren konnte. Gemeinsam haben alle Beteiligten in Hamburg dazu beigetragen, dieses außergewöhnlich große Schiff sicher und effizient abzufertigen“, sagt Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority.

„Mit der in Kürze erfolgenden Fahrrinnenanpassung der Elbe wird der Anlauf großer Schiffe künftig entscheidend erleichtert werden. Hamburg unterstreicht damit seine Position als nordeuropäischer Hub-Port“, sagt Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing.

Quelle: HHM/ Foto: HHM/ Dietmar Hasenpusch

 

 




Hafen Wien hat seine Position gestärkt

Der Hafen Wien hat seine Position als nationale und internationale Warendrehscheibe an der Donau auch im Jahr 2019 weiter gestärkt und ausgebaut. Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke präsentierte gemeinsam mit Wien Holding-Geschäftsführer Kurt Gollowitzer sowie den beiden Hafen-GeschäftsführerInnen Doris Pulker-Rohrhofer und Fritz Lehr die Bilanz des Hafen Wien für das Jahr 2019.

„Der Hafen Wien ist nicht nur eines der wichtigsten und größten Logistikzentren an der Donau, sondern auch ein starker Partner und eine erstklassige Wirtschaftsdrehscheibe für die Unternehmen in Wien und Österreich. In den letzten zehn Jahren haben wir konsequent in den Hafenausbau, die Digitalisierung und Modernisierung der Umschlagseinrichtungen aber auch in die Optimierung der Unternehmensstrukturen investiert. Der Einsatz hat sich gelohnt, wie auch die Bilanz für das Jahr 2019 zeigt. Der Hafen Wien ist ein starkes Unternehmen und das ist gerade vor dem Hintergrund der Corona-Krise ganz besonders wichtig“, so Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke.

„Wir rüsten den Hafen Wien konsequent und nachhaltig für die Zukunft. So investieren wir weiter in die Infrastruktur vor Ort – zum Beispiel in ein neues Hochwasserschutztor für den Hafen Albern. Wir optimieren konsequent unsere Abläufe im operativen Geschäft, auch mit digitalen Systemen und durch Automatisierung. Wir setzen neue Akzente im Umwelt- und Klimaschutz. Und wir haben durch entsprechende Maßnahmen, wie die Fusionierung von Teilgesellschaften, die Strukturen des Hafen Wien verschlankt und effizienter gestaltet. Heute konzentriert sich der Hafen Wien auf das logistische Kerngeschäft, um auch in Zukunft mit seiner trimodalen Anbindung an die Verkehrsträger Wasser, Schiene und Straße zu punkten“, so Wien Holding-Chef Kurt Gollowitzer.

Neben den Unternehmen der Hafen Wien-Gruppe sind auf dem Hafenareal zahlreiche Unternehmen aus der Logistikbranche angesiedelt. Mit einer Fläche von drei Millionen Quadratmetern und mit rund 100 Unternehmen und bis zu 5.000 Arbeitsplätzen am Standort ist der Hafen Wien ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Das Jahr 2019 war ein Jahr der Neustrukturierung im Hafen Wien. Die Hafengesellschaften wurden neu geordnet und fusioniert, mit dem Ziel, eine einzige Gesellschaft zu schaffen und damit einerseits alte – teilweise historisch gewachsene – Strukturen aufzubrechen und andererseits die Bündelung der Kräfte auf die klassische Güterlogistik in all ihren Facetten samt dazugehörigen Immobilien zu ermöglichen.

Deshalb wurden die Wiener Hafen und Lager Ausbau- und Vermögensverwaltung, GmbH & Co KG (WHV) und die Wiener Hafen, GmbH & Co KG (WHG) in die Wiener Hafen Management GmbH (WHM) verschmolzen und diese in Hafen Wien GmbH umfirmiert. Die neue Hafen Wien GmbH führt, managt und betreibt nun als schlanke, mittelgroße Kapitalgesellschaft den Hafen Wien und konzentriert sich mit ganzer Kraft und ohne Doppelgleisigkeiten auf das logistische Kerngeschäft.

Als zweite Maßnahme wurden die Gesellschaften im Personenschifffahrtsbereich nicht zuletzt aufgrund seiner großen touristischen Bedeutung und Fokussierung neu geordnet und vom Hafen Wien an die Wien Holding abgegeben. Konkret wurden die Beteiligungen des Hafen Wien an der Wiener Donauraum Länden und Ufer Betriebs- und Entwicklungsgesellschaft m.b.H. und an der DDSG Blue Danube Schiffahrt GmbH direkt in die Wien Holding GmbH eingegliedert. Die Wiener Donauraum betreibt den Personenhafen bei der Donau und die Schiffsstation Wien City beim Schwedenplatz. Außerdem ist sie für die Bewirtschaftung der Länden entlang der Donau verantwortlich. In die Wiener Donauraum verschmolzen wurde die Marina Wien GmbH mit ihrem Yachthafen.

Die Hafen Wien-Gruppe besteht nun nach der erfolgten Umstrukturierung der Gesellschaften im Wesentlichen aus den Unternehmen Hafen Wien GmbH, TerminalSped Speditionsgesellschaft m.b.H., WienCont Containerterminal GmbH sowie Fehringer´s Technical Service Consulting GmbH.

Vor dem Hintergrund der Umstrukturierung und um einen Vergleich mit dem Jahr 2018 in finanzwirtschaftlicher Hinsicht zu ermöglichen, wird die Hafen Wien-Gruppe im Folgenden so dargestellt, als hätte die aktuelle gesellschaftsrechtliche Struktur bereits im Jahr 2018 existiert. Dieser Vergleich zeigt, dass sich die Hafen Wien-Gruppe auch im Jahr 2019 wirtschaftlich sehr erfolgreich entwickelt hat.

In allen Geschäftsbereichen konnte das hohe Niveau des Vorjahres überschritten werden. Die Hafen Wien-Gruppe konnte im Berichtsjahr 2019 einen Umsatz in Höhe von 36,5 Mio. Euro (+7 %) und ein Betriebsergebnis in Höhe von 3,6 Mio. Euro (+12 %) erwirtschaften. Zu diesem ausgezeichneten Ergebnis haben nahezu alle Geschäftsbereiche durch entsprechende Steigerungen beigetragen.

„In den vergangenen zehn Jahren wurde der Ausbau des Hafen Wien stark vorangetrieben und gemeinsam mit Wien Holding, Stadt Wien und externen PartnerInnen über 200 Mio. Euro investiert. Alleine für das Projekt Hafentor Albern, welches gemeinsam vom Land Wien, Bund und Hafen finanziert wird, wurden insgesamt rund 22 Mio. Euro veranschlagt. Investiert wurde unter anderem in neue Umschlagseinrichtungen, in eine neue Straßen- und Schieneninfrastruktur, in den Containerterminal, in die Landgewinnung, in hafenspezifische Ausrüstungen und in Sanierungsmaßnahmen insbesondere für Gebäude und neue Immobilienprojekte, wie zum Beispiel auf dem Areal HQ7. Für das Jahr 2020 sind Investitionen von über sieben Mio. Euro vorgesehen. Bei diesen kommenden Investitionen steht vor allem der Bau des Hafentors Albern im Fokus“, so Fritz Lehr, kaufmännischer Geschäftsführer des Hafen Wien.

„Die Bedeutung des Hafen Wien als nationale und internationale Warendrehscheibe an der Donau steigt kontinuierlich. Das Herzstück des Hafen Wien, der trimodale Containerterminal, wickelte im Jahr 2019 rund 376.000 Containerumschläge ab (2018: 350.000 Containerumschläge). Das ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um rund 7,4 %. In unserer Tochter WienCont wird die komplette Wertschöpfungskette durch Fullservice abgedeckt. Wir sind damit sehr erfolgreich, denn nicht nur die Umsätze der WienCont, sondern auch die Zahl der NeukundInnen sind im Jahr 2019 gestiegen. Mit namhaften Reedereien konnten langfristige Verträge abgeschlossen werden“, zeigt sich Doris Pulker-Rohrhofer, technische Geschäftsführerin des Hafen Wien, erfreut. „Zusätzlich setzt die WienCont wie auch schon im Vorjahr auf eine deutliche Steigerung im Bereich Containerhandel und Containerreparatur.“

Mit neuen Services wurde das Angebot kundengerecht erweitert und wird weiterhin ausgebaut. Der im Jahr 2019 erfolgte Kauf einer Beteiligung im Reparatur- und Servicebereich – Fehringer´s Technical Service Consulting GmbH – erweitert zukünftig das Spektrum an Spezialleistungen um die Faktoren „mobil, flexibel & zeitsparend“. Container-Reparaturleistungen können nach Bedarf an jedem Standort im Großraum Wien abgewickelt werden.

Pro Woche können 100 Containerzüge, die zwischen dem Hafen Wien und den europäischen Güterverkehrszentren pendeln, verzeichnet werden. Und es wurden neue zusätzliche Verbindungen geschaffen: Seit Anfang Mai 2019 verkehrt das neue Shuttle Rotterdam-Wien und retour mit vier Zügen pro Woche über den Terminal der WienCont. Seit September gibt es weitere neue Verbindungen von Ludwigshafen und Rotterdam. Durch diese zusätzlichen Züge kann die WienCont eine Erhöhung der Umschlagszahlen im mittleren einstelligen Prozentbereich verzeichnen. Der Erfolg ist auch der Automatisierung des Containerterminals (Ingate) in den Jahren 2017 und 2018 zu verdanken. LKW‘s werden durch ein OCR-Fotogate (optical character recognition) bei der Einfahrt in den Terminal registriert. Dieser führt im Bereich der LKW-Verkehre zu einer signifikanten Zeitersparnis von bis zu 50 Prozent je Durchlauf.

Nachhaltigkeit wird ebenfalls großgeschrieben, seit August 2018 wird der gesamte ContainerTerminal mit Wasserkraft betrieben. Durch die Versorgung mit Wasserkraft-Energie werden rund 160 Tonnen CO2 pro Jahr in Wien eingespart.

Dass der Hafen Wien immer mehr als attraktiver Betriebsstandort punktet, zeigen die Erlöse aus Vermietung und Verpachtung, welche im Jahr 2019 bei rund 13 Mio. Euro (+4 % zum Vorjahr) lagen. Auch in den kommenden Jahren liegt ein starker Fokus auf dem Immobiliensektor. Das in den vergangenen zwei Jahren entwickelte Areal HQ7 hat gezeigt, dass Logistik keine Einbahnstraße ist und Logistikflächen auch in atypischen Branchen heiß begehrt sind. Die Auslastung im HQ7 beträgt für das Jahr 2019 rund 82,5 % (2018: 80 %).

Der Hafen Wien ist nicht nur Dienstleister im Bereich der klassischen Logistik, sondern hat sich inzwischen feste Standbeine in anderen Wirtschaftszweigen – wie der Filmwirtschaft – geschaffen. Das unterstreicht nochmals die logistische Vielfalt und die zunehmende Bedeutung der Logistikdrehscheibe Hafen Wien. So erreichten den Hafen Wien im Jahr 2019 über 50 Anfragen für Fotoshootings sowie Anmietungen von Immobilien für Filmdreharbeiten. Auf dem Industriegelände HQ7 wurden 16 Filmprojekte, darunter viele Studioprojekte, verwirklicht. Szenen von Serien, wie die Vorstadtweiber oder Tatort, wurden im Jahr 2019 im Hafen Wien gedreht. Ebenfalls wurden hier Sequenzen für die Filme „Das schaurige Haus“, „Südpol“ oder „Schachnovelle“ gedreht. Auch die Dokumentation „LiteraTOUR“ ist im Hafen Wien entstanden.

Die Auslastung in der Business-Unit Lagerlogistik liegt bei rund 80 % und konnte im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden (2018 rund 76 %). Alle Lagerflächen zusammen genommen entsprechen einer Fläche von insgesamt 270.000 m². Erfreulich ist auch die Entwicklung in der Business-Unit Autoterminal. Im Jahr 2019 wurden über 64.000 Fahrzeuge manipuliert – das entspricht einer Steigerung von rund 8 % im Vergleich zum Jahr 2018. Die Menge der am Hafen Wien umgeschlagenen Fahrzeuge beträgt etwa ein Fünftel der in Österreich registrierten PKWNeuzulassungen. Die Autoflächenauslastung liegt im Jahr 2019 bei 95 % und damit über dem Vorjahr (90 %). Im Februar und März 2019 wurde ein Rekordwert von über 98 % erzielt.

Im Bereich Hafenbetrieb der Business-Unit Massen- & Schwergut liegt die im Jahr 2019 umgeschlagene Menge in den drei Frachthäfen Freudenau, Albern und Lobau bei 1.135.933 Tonnen. Damit haben sich die Umschlagsmengen von 2018 um rund 168.000 Tonnen oder rund 17 % gesteigert.

In der klassischen Logistik hat der Hafen Wien im Jahr 2019 erfolgreich auf Nischen gesetzt. So konnte die Dienstleistung Containerstauung etabliert werden. Weiters wurden im Jahr 2019 von einem großen Industriebetrieb Fahrzeugteile und diverse Ausstattung für U-Bahngarnituren der saudischen Hauptstadt Riad im Lager des Hafen Freudenau eingelagert. Wegen des hohen Bedarfs an Streusalz aufgrund der Witterung in der Saison 2018/2019 wurden viele Straßenerhalter aus den Salzlagerhallen des Hafen Wien versorgt. Das hatte den positiven Effekt von stark gestiegener Umschlagstätigkeit zu Lande (plus 5 % gegenüber 2018).

Auch der thinkport VIENNA machte im Jahr 2019 von sich reden. Der thinkport VIENNA ist ein Mobilitätslabor, das sich in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur Wien den Herausforderungen der Logistik in urbanen Ballungsräumen stellt. Mission des thinkport VIENNA ist es, Katalysator und Multiplikator für neue Technologien, Dienstleistungen, Prozesse und Wissen zu sein, um güterlogistische Innovationen in Wien zu entwickeln, zu testen und umzusetzen. Der Wissenstransfer spielt im thinkport VIENNA eine relevante Rolle: So finden regelmäßig StakeholderWorkshops in den Räumlichkeiten des thinkport statt. Insgesamt wurden in den letzten Jahren rund 8.000 Personen mit Aktionen erreicht. So organisierte thinkport VIENNA im Jahr 2019 gemeinsam mit dem Hafen Wien und der Botschaft des Königreichs der Niederlande in Wien den ersten durchgehend elektrischen temperaturgeführten Transport aus den Niederlanden nach Wien.

Das vielleicht zukunftsweisendste Projekt des thinkport VIENNA aus dem Jahr 2019 ist das ZustellService „Hubert“. Es wurde im März 2019 gestartet und steht für eine nachhaltige und effiziente Nahversorgung von Geschäfts- und Gewerbebetrieben der Stadt Wien. Der Hafen Wien lässt hier erproben, wie eine Last Mile-Alternative in der Praxis aussehen kann. Güter werden am Hafen Wien gebündelt und mittels umweltfreundlicher Rundläufe zugestellt. Das bringt den Vorteil einer besseren Planbarkeit der Zustellung mit sich. Durch die gebündelte Lieferung wird auch ein wertvoller Beitrag zur Reduktion von Abgasen in der Stadt geleistet.

Im ersten Quartal des Jahres konnte der Hafen Wien in vielen Bereichen an die Erfolge des Jahres 2019 anschließen. Der mit Mitte März 2020 erfolgte Corona-Shutdown ist aber auch am Hafen Wien nicht spurlos vorübergegangen, jedoch sind die Corona bedingten Auswirkungen im Hafen Wien geringer als zum Beispiel im Kultur- und Freizeitbereich der Wien Holding. Denn der Hafen Wien war während der gesamten Corona-Krise durchgehend in Betrieb und hat Wien und Österreich als starke Drehscheibe zum Beispiel für Güter des täglichen Bedarfs aber auch mit besonders gefragten Medizinprodukten weiterhin versorgt.

Wie stark die Corona-Krise im Endeffekt das Ergebnis des Hafen Wien im Jahr 2020 letztendlich beeinträchtigen wird, kann seriöserweise derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Abzuwarten ist, wie schnell sich Wirtschaft, Kaufkraft und Konjunktur wieder in Richtung eines normalen Niveaus entwickeln – auch in europa- bzw. weltweiter Hinsicht. Dank der ausgezeichneten Ergebnisse der letzten Jahre ist der Hafen Wien jedoch gut gerüstet, die Auswirkungen der Corona-Krise gut zu meistern.




Cloud-Plattform für digitalen Austausch

Die Logistik-Branche muss digitaler werden, dies wird durch die Corona-Pandemie einmal mehr deutlich. Das Projekt „Häfen NRW 4.0“ hat jetzt die Grundlagen für eine cloudbasierte Plattform gelegt. Mit deren Hilfe werden sich die Häfen künftig weiter vernetzen, ihre Effizienz und Flexibilität stärken – und somit einen wichtigen Beitrag für die Logistikprozesse am Wirtschaftsstandort NRW beziehungsweise Deutschland leisten.

Funktionierende und optimal aufeinander abgestimmte Lieferketten sind für die deutsche Wirtschaft und für die Versorgung der Menschen unerlässlich. Die Binnenhäfen spielen für diese logistischen Prozesse eine wichtige Rolle. Viele Waren gelangen von den See- über die Binnenhäfen zum Kunden. Die Binnenhäfen werden in der Logistik der Zukunft noch wichtiger werden, da der Transport über die Wasserwege wesentlich emissionsärmer und daher klimafreundlicher ist als über die Straße. Vor diesem Hintergrund haben sich die acht Partner – „RheinCargo“ als Betreiber der Häfen in Köln, Neuss und Düsseldorf, „CPL Competence in Ports and Logistics“, „Inplan“, der Mindener Hafen, der Hafen Krefeld, der Stadthafen Lünen, die „DeltaPort Häfen“ und die Universität Duisburg-Essen – zum Forschungsprojekt „Häfen NRW 4.0“ zusammengeschlossen.

Ziel des Projekts ist es, den Technologievorsprung der Seehäfen aufzuholen, Forschungslücken in Bezug auf Binnenhäfen zu schließen und den Digitalisierungsprozess voranzubringen. Dazu vernetzen sich die beteiligten Häfen mit Hilfe einer cloudbasierten Plattform digital. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie haben die Partner an der Entwicklung konsequent weitergearbeitet. Das Bundesverkehrsministerium unterstützt das Forschungsprojekt durch sein Förderprogramm „Innovative Hafentechnologien“ (IHATEC) mit einem Budget von insgesamt 1,3 Millionen Euro. Das Projekt startete Anfang 2019 und hat eine Laufzeit von drei Jahren – in diesen Tagen ist also Halbzeit.

„Bis hierhin haben wir schon viele spannende Erkenntnisse gewonnen und interessante Lösungsansätze erarbeitet“, sagt Jan Sönke Eckel, Geschäftsführer RheinCargo GmbH & Co. KG, stellvertretend für die Projektpartner. Nachdem im ersten Schritt Daten, Trends und Zukunftsanalysen ausgewertet und die Prozesse in den Häfen analysiert wurden, legten die Projektpartner die Anforderungen für die Plattform fest. Dabei stehen vor allem die Themen Information, Kommunikation, Koordination und Administration im Vordergrund. Konkret haben sich die beteiligten Häfen darauf verständigt, dass die Plattform rund um die Uhr die Erfassung und den digitalen Austausch von Informationen wie Schiffskartei, Schiffsmeldungen, Liegeplatzmanagement, Hafenverzeichnis, Güterverzeichnis, Positionsübermittlung oder Landesamt-Statistik ermöglicht. Die einzelnen Häfen können sich darüber hinaus in ihrem persönlichen Bereich über Web oder App mit den gewohnten Ansprechpartnern austauschen.

Mit der technischen Umsetzung der ersten Maßnahmen wurde bereits begonnen, die nächsten Maßnahmen werden nun Schritt für Schritt realisiert. Die Projektpartner sehen sich dabei nicht als exklusiven Club; weitere Häfen könnten sich der Cloud-Lösung anschließen, um ihre Potenziale gemeinsam optimal auszuschöpfen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir mit der digitalen Vernetzung der Binnenhäfen den Weg der Zukunft beschreiten und dass die Binnenhäfen künftig noch viel zu einer klima- und umweltschonenden Logistik beitragen können“, blickt Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG optimistisch auf die zweite Projekt-Halbzeit.

Quelle und Foto: RheinCargo

 




Guter Tag für den Standort Hamburg

Die Corona-Pandemie lässt einige Probleme in den Hintergrund treten, einige werden jedoch dringlicher denn je. Eines dieser Themen ist das Erhebungsverfahren zur Einfuhrumsatzsteuer (EUSt).

Die Bindung von Liquidität durch die Einfuhrumsatzsteuer, die später wieder erstattet wird, führt verstärkt zur Verlagerung von Transporten. Diese Erfahrungen beeinflussen Entscheidungen von Unternehmen auch für die Zeit nach der jetzigen Krise erheblich zu Ungunsten des Standortes Deutschland. Quasi die gesamte Wirtschaft beschäftigt die Frage, in welchen Regionen sie ihr Engagement reduzieren wird, in welchen sie zukünftig ihre Investitionen tätigen sollten und wie Logistikketten finanziell optimiert gestaltet werden können. Dies war auch schon in der weltweiten Finanzkrise vor zehn Jahren der Fall. Nachdem die deutsche Import- und Logistikwirtschaft auf Wettbewerbsnachteile an deutschen Standorten hingewiesen hatte, hat Hamburg als erstes Land Art und Reichweite des Wettbewerbsnachteils untersucht. Auf Betreiben Hamburgs wurde die Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer auf die Agenda der Großen Koalition gesetzt. In den letzten Monaten wurde diese Frage im Rahmen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Wirtschaft näher untersucht und Lösungsansätze dazu entwickelt. Heute hat der Koalitionsausschuss der Bundesregierung das gemeinsame Anliegen des Bundesministers der Finanzen, Olaf Scholz und des Hamburger Senators für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Michael Westhagemann, entschieden: Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer wird verschoben auf den 26. des Folgemonats.

Senator Michael Westhagemann: „Ich bin froh, dass es jetzt von Seiten des Bundes eine Entscheidung gibt und bedanke mich für die konstruktive Zusammenarbeit. Die Lösung gibt Unternehmen einen Liquiditätseffekt von ca. 5 Mrd. Euro und ermöglicht den Unternehmen in Deutschland eine Gleichstellung im Wettbewerb mit unseren europäischen Nachbarn. Insbesondere für unseren Hafen- und Logistikstandort Hamburg ist das ein wichtiges Signal. Gleichzeitig können so langfristig Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in Deutschland gesichert werden.“

Der Beschluss soll so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Quelle: Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Foto: BMBV, Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann

 

 

 




Ausschreibung des Transportservices

Der Hafenbetrieb Rotterdam hat jetzt eine Ausschreibung bei Marktpartnern zur Lieferung eines Transportservices ausgeschrieben, mit dem Container auf einer speziell angelegten internen Strecke, besser bekannt als Container Exchange Route (CER), zwischen Containerunternehmen auf der Maasvlakte ausgetauscht werden können.

Bei der europäischen Ausschreibung geht es sowohl um die Lieferung hybrider Transportfahrzeuge als auch um den Transport von Containern (Transport As A Service). Hybrid heißt, dass das Fahrzeug völlig autonom fahren oder von einem Menschen gelenkt werden kann.

Der Hafenbetrieb Rotterdam wählte diesen Ansatz, da hybrider autonomer Verkehr zu einem möglichst effizienten wechselseitigen Containertransport beiträgt und Terminals zugleich Wahlfreiheit hinsichtlich der zeitlichen Planung der Transportart im eigenen Terminal bietet. Der Hafenbetrieb Rotterdam beabsichtigt das Tochterunternehmen PortShuttle als Operator für die CER einzusetzen. Dies bedeutet, dass PortShuttle für die Fahrtenplanung, Verwaltung und Rechnungsstellung zuständig ist.

Zwischen den angeschlossenen Terminals auf der Maasvlakte fahren die Verkehrsmittel völlig autonom. Sobald ein Verkehrsmittel die CER verlässt und auf ein Terminalgelände gelangt, kann das Lenken von einem Fahrer übernommen oder die Fahrt autonom fortgesetzt werden. Das können die einzelnen Unternehmen zum Beispiel je nach Unternehmenskonzept. unterschiedlich entscheiden.

Nach der Veröffentlichung der Ausschreibung auf der Website Tenderned können Interessenten ihr Angebot dem Hafenbetrieb Rotterdam zur Beurteilung vorlegen. Sofern attraktive Angebote eingehen, ist man beim Hafenbetrieb bestrebt, im 1. Quartal 2021 eine Auswahl zu treffen – gegebenenfalls vorläufig.

Die CER soll im 1. Quartal 2021 fertiggestellt sein. Nach einer Erprobungszeit kann die CER am Ende des 4. Quartals 2021 kommerziell in Betrieb genommen werden.

Mit einem Umschlag von über 14,8 Mio. TEU im Jahr 2019 ist Rotterdam der größte Containerhafen Europas. Zur schnelleren und effizienteren Abfertigung eines so riesigen Aufkommens lässt der Hafenbetrieb Rotterdam die CER auf der Maasvlakte anlegen. Die CER ist eine interne Strecke mit 17 km Länge, auf der Container effizient ausgetauscht werden können. Dank der CER können Bahn-, Binnenschifffahrts- und Feeder-Operators ihre Terminalbesuche optimieren.

Nach der kommerziellen Inbetriebnahme der CER, voraussichtlich Ende des 4. Quartals 2021, können Containerterminals, leere Containerdepots, das Rijksinspectieterminal, Distributionszentren und andere Unternehmen die Container auf dieser Strecke austauschen. Der Austausch von Containern verläuft schneller, kostengünstiger und es gibt weniger Staus in der Umgebung der Terminals.

Außerdem ermöglicht die CER eine Vereinfachung des Verwaltungsaufwands, z. B. bei den Zolldokumenten. So entsteht eine bessere Dienstleistung im Bereich von Containern im Containerhafen Rotterdam. Das bedeutet im Ergebnis: mehr Flexibilität, bessere Konnektivität, geringeres Staurisiko, kürzere Verweilzeit im Hafen und geringere Kosten.

Kurzum: Die CER trägt zur Verbesserung der Erreichbarkeit und Wettbewerbsposition des Rotterdamer Hafens bei. Eine gut funktionierende CER mit einem konkurrenzfähigen Transportpreis ermöglicht eine effizientere Abfertigung von Containern; dies führt zu mehr Ladung für den Rotterdamer Hafen und somit zu einer größeren Zahl von Arbeitsplätzen an den Terminals.

Quelle, Video und Foto: Port of Rotterdam