Die Zukunft des Hamburger Hafens

Die Zukunft des Hamburger Hafens ist seit vielen Jahren Gegenstand politischer und standortpolitischer Diskussionen. Seit Jahrhunderten prägt er das Bild und die Entwicklung der Stadt. In der Kurzstudie „Die Zukunft des Hamburger Hafens. Determinanten, Trends und Optionen der Hafenentwicklung“ von Prof. Henning Vöpel will das Hamburgische Weltwirtschaftskrise Institut eine Einschätzung der für den Hafen relevanten Determinanten, Trends und Optionen vorgenehmen, ohne damit einen bestimmten Entwicklungspfad zu präjudizieren oder zu empfehlen.

Das Fazit der Studie: *Der gesamte Standort Hamburg ist von einem sehr grundlegenden technologischen und ökonomischen Strukturwandel betroffen, dessen Ausmaße durchaus als historisch bezeichnet werden können. Die relevanten Strukturbrüche sind die Verschiebungen in der Globalisierung, die Digitalisierung, die klimaneutrale Transformation sowie die kulturellen Veränderungen von Innovationsmilieus und Forschungsnetzwerken. Die Stadt verzeichnet derzeit ein Wertschöpfungsdefizit gegenüber ihrem eigentlichen Potenzial. Vor diesem Hintergrund gilt es, in größeren Maßstäben und längeren Zeiträumen über die Ausrichtung des Standortes nachzudenken, um diese Potenziale stärker auszuschöpfen und mehr Dynamik zu erzeugen. Das schließt die Definition von „Standort“ mit ein. Eine weitaus stärkere Kooperation in Norddeutschland könnte zu mehr Effizienz und Dynamik in der Wirtschaftsentwicklung führen. Die Neuausrichtung des Standortes insgesamt ist eine günstige Gelegenheit, den Hafen in diese grundsätzliche Transformation einzubeziehen.“

„Durch die Integration des Hafens in ein übergeordnetes und längerfristiges Standortkonzept ergeben sich für den Hafen neue Entwicklungsoptionen, die es bei einer partiellen Transformation des Hafens nicht gäbe. Der Hafen fungiert dabei als Teil, Treiber und Kern einer industriellen Transformation, anstatt ihn in seiner traditionellen Funktion gegen die sehr starken exogenen Trends zu verteidigen. Je früher dies im Rahmen einer Revision der mittelfristigen Umschlagprognose und eines neuen Hafenentwicklungsplans geschieht, desto größer sind die Chancen, den Strukturwandel für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Dynamik zu nutzen, insbesondere in den Bereichen der digitalen und klimafreundlichen Industrie, Wasserstoff und Windkraft wären hier in der Entwicklung neuer Antriebstechnologien und Kraftstoffe in Verkehr und Logistik eine solche Chance. Der Hafen ließe sich in eine übergeordnete Strategie einer industriellen Transformation und Forschungsentwicklung gut integrieren, sofern man bereit ist, den Hafen – unabhängig von kurzfristigen Restriktionen und partikularen Interessen – in einer breiteren und längerfristigen Perspektive zu denken.“

Die Studie gibt es unter http://www.hwwi.org/fileadmin/hwwi/Publikationen/Research/Paper/HWWI_Policy_Paper_123.pdf

Quelle: HHWI, Foto: HHM

 

 

 




Maaskade für Binnenschifffahrt geöffnet

Die Binnenschifffahrt kann wieder die am Noordereiland im Zentrum von Rotterdam gelegene Maaskade nutzen. Der Hafenbetrieb Rotterdam hat den 500 Meter langen und hypermodernen Kai mit klassischem Erscheinungsbild der Stadt Rotterdam zur Nutzung übergeben.

Im Dezember 2015 waren ungefähr 40 Meter der aus dem Jahr 1892 stammenden Kaimauer eingebrochen. Eine Untersuchung ergab, dass es nicht nur um die Reparatur des beschädigten Teils ging, da die Kaianlage die heutigen technischen Anforderungen nicht mehr erfüllte. Die Wiederherstellung erwies sich als sehr komplex, da der Kai an ein dynamisches, mit monumentalen Gebäuden bestücktes Gelände grenzt. Daher mussten Untersuchungen hinsichtlich des baulichen Zustands dieser Gebäude durchgeführt werden und wurde der erste Entwurf für die Kaimauer von der Stadtentwicklungsbehörde verworfen. Zur höchstmöglichen Beschränkung der Unannehmlichkeiten für die Anwohner haben sich die Planer unter anderem für die Verwendung von Beton mit Stahlfasern anstelle einer traditionellen Armierung entschieden.

„Der Hafenbetrieb ist stolz auf diese hypermoderne Kaimauer und freut sich, dass die Binnenschifffahrt wieder über diese beliebten Liegeplätze ganz in der Nähe des Rotterdamer Zentrums verfügen kann. Auch in Sachen Lebensqualität von Bewohnern und Unternehmen auf dem Noordereiland ist der neue Kai eine Wendung zum Guten. Das Hochwasserrisiko für die Maaskade ist jetzt beträchtlich gesunken. Wir hoffen, dass die Binnenschiffe schnell wieder die erneuerten Liegeplätze sowie die Landstromeinrichtung nutzen, denn die Binnenschifffahrt und Rotterdam gehören zusammen“, äußert sich Ronald Paul, COO des Hafenbetriebs.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 

 

 

 




Bremische Häfen steigern Gesamtumschlag

Die bremischen Häfen konnten im ersten Quartal dieses Jahres trotz der bereits beginnenden Coronakrise ihren Gesamtumschlag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent auf 17,8 Millionen Tonnen steigern. Besonders das Exportgeschäft stieg dabei um 4,7 Prozent auf 9 Millionen Tonnen.

Zuwächse gab es unter anderem auch beim Stückgutumschlag um 2,6 Prozent (15,8 Mio. Tonnen), das nicht-containerisierte Stückgut stieg um 11,9 Prozent (2,4 Mio. Tonnen). Auch der Containerumschlag war mit einem leichten Minus von 2,8 Prozent (1,2 Mio. TEU) in den ersten drei Monaten noch relativ stabil.

Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling: „Die Entwicklung im ersten Quartal zeigt mir, dass die generelle Aufstellung unserer Häfen gut und robust ist. Dies ist eine gute Basis für die Zeit nach der Pandemie.“

Aufgrund des durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten frühen Produktionsstopps mancher Zuliefererfirmen für die Autohersteller, sank der Fahrzeugumschlag um 15,8 Prozent auf 455.000 Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch der Massengutumschlag sank um 9,4 Prozent auf rund 2 Millionen Tonnen. Wobei der Ausschlaggeber dafür der starke Umschlagsrückgang von Kohle und Koks war. Die Menge des flüssigen Massenguts stieg hingegen um 11,8 Prozent auf 494.000 Tonnen. Auch der Umschlag von Getreide und Futtermittel erhöhte sich um 17,4 Prozent auf 135.000 Tonnen und der Im- und Export von Waldprodukten steigerte sich um 6,7 Prozent auf 176.000 Tonnen.

Schilling: „Forstprodukte spielen unter anderem für den Neustädter Hafen eine wichtige Rolle. Er ist nicht nur Deutschlands südlichster Seehafen, sondern auch einer der wichtigsten Umschlaghäfen für Stückgut und Projektladung in Europa.“

Im Ergebnis des zweiten Quartals könnte sich die Corona-Krise deutlicher in den Hafenzahlen widerspiegeln. Um die Hafen- und Logistikwirtschaft in dieser herausfordernden Zeit zu unterstützen, hatte die Senatorin für Wissenschaft und Häfen bereits die Stundungsmöglichkeiten der Miet-, Pacht- und Erbbauzinszahlungen auf den Weg gebracht, wozu der Senat in seiner Sitzung am 31.03.2020 die notwendigen Beschlüsse gefasst hat. Auch die Stundung der Hafengebühren ist als Sofortmaßnahme möglich. Zudem wird die turnusmäßige Erhöhung der Mieten- und Erbbauzinsen ausgesetzt.

Schilling: „Wir rechnen damit, dass der Umschlag im zweiten Quartal zurückgeht. Dies wird aber nicht an allen Terminals gleichermaßen geschehen, sondern jeweils von den spezifischen Marktgegebenheiten und Kundenstrukturen abhängig sein. Für den weiteren Verlauf des Jahres haben wir Hoffnung, dass der Umschlag wieder anziehen wird. Deshalb ist es gerade in diesen Zeiten so immens wichtig, dass wir weiter in unsere Häfen und in unsere Anbindungen an das Hinterland und zu unseren Kunden investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir wollen die bereits geplanten Maßnahmen weiter gezielt vorantreiben und dabei die Planung neuer Infrastrukturprojekte nicht aus den Augen lassen.“

Eine wichtige Botschaft, die Senatorin Dr. Schilling bei der Vorlage der Quartalszahlen noch einmal separat hervorhob ist, dass die bremischen Häfen in den zurückliegenden Wochen des weitgehenden Stillstands des öffentlichen Lebens hindurch voll leistungsfähig waren und sämtliche Schiffe, wie gewohnt, sicher und effizient abgefertigt werden konnten. „Dies ist ein großer Verdienst aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Häfen. Dafür meinen herzlichen Dank,“ so Schilling.

Quelle: Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Foto: Bremenports

 

 

 




Antwerpen auf Vorjahresniveau

Der Hafen Antwerpen kann, trotz rückläufigem Gesamtumschlag im April, für die ersten vier Monate dieses Jahres ein Wachstum von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnen. Dabei nahm der Containerverkehr 2020 weiter zu, während andere Güterströme wie konventionelles Breakbulk und Fahrzeuge unter Druck bleiben. Auch die Anzahl der Schiffsanläufe ging zurück, jedoch transportierten die Schiffe im Durchschnitt mehr Volumen.

Infolge der Corona-Krise kommt es zunehmend zu Störungen und Unterbrechungen der globalen Produktions- und Logistikketten. Dennoch verzeichnete der Hafen Antwerpen im Zeitraum Januar bis April 2020 einen leichten Anstieg des Gesamtumschlags im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Containerverkehr ging im April 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück, verzeichnete aber in den ersten vier Monaten 2020 insgesamt ein Wachstum von 6,1 Prozent in TEU. Die Auswirkungen ausgefallener Schiffsanläufe werden auch im restlichen Verlauf des zweiten Quartals zu spüren sein. Gleichzeitig ist jedoch ein starker Anstieg der Leercontainertransporte Richtung China zu beobachten – ein positives Zeichen für die Container-Nachfrage im Land.

Bei Breakbulk, mit Stahl als wichtigstem Produkt, werden seit 2019 die Entwicklungen im Welthandel deutlich und die Schließung einiger Industriebereiche aufgrund der Corona-Krise hat zu einem starken Rückgang von 15,7 Prozent im April und insgesamt 29,1 Prozent in den ersten vier Monaten 2020 geführt. Aufgrund der fehlenden Produktion im Automobilsektor blieben sowohl die Neuwagenimporte aus Asien als auch die Fahrzeugexporte aus Europa aus. Darüber hinaus brachte die Corona-Krise den Gebrauchtwagenmarkt praktisch zum Erliegen. Der Gesamt-RoRo-Umschlag ging daher im Zeitraum Januar – April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,2 Prozent zurück.

Für Dry Bulk gab es aufgrund des milden Winters und der stagnierenden Stahlindustrie nur eine geringe Nachfrage nach Kohle und daher wenig Transporte ins Hinterland. Auch die Tatsache, dass in Deutschland ausreichend Erneuerbare Energie (Sonne und Wind) zur Verfügung stand, trug zum starken Rückgang des Kohletransports bei. Andere Dry-Bulk-Segmente stehen ebenfalls unter Druck und sind im Rückgang begriffen. Beim Umschlag von Liquid Bulk ist ein Rückgang von 2,5 Prozent zu verzeichnen, was vor allem auf die geringere Nachfrage nach Ölderivaten zurückzuführen ist. Der Umschlag chemischer Produkte zeigte in den ersten vier Monaten dieses Jahres einen leichten Anstieg um 0,6 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2019.

Der Hafen Antwerpen ist ein Welthafen, der dem Rhythmus der europäischen Wirtschaft und der Weltwirtschaft folgt. Trotz eines schwächeren Monats April kann sich der Hafen im Frachtumschlag weiter behaupten. Die Auswirkungen eines Nachfragerückgangs aufgrund der Corona-Krise werden in den kommenden Monaten noch stärker zu spüren sein. Der Hafen Antwerpen unternimmt weiterhin alles, um den effizienten und reibungslosen Hafenbetrieb zu gewährleisten.

Als zweitgrößter Hafen Europas ist der Hafen Antwerpen eine wichtige Lebensader für die belgische Wirtschaft: Mehr als 300 Liniendienste zu mehr als 800 Destinationen gewährleisten die weltweite Anbindung. Der Hafen Antwerpen hat im Jahr 2019 rund 238 Millionen Tonnen internationale Seefracht umgeschlagen. Der Standort beherbergt zudem den größten integrierten (Petro-) Chemiecluster Europas. Der Hafen Antwerpen schafft direkt und indirekt insgesamt rund 143.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von über 20 Milliarden Euro.

Getreu ihrer Mission „Heimathafen für eine nachhaltige Zukunft“ reagiert die Antwerp Port Authority flexibel auf die rasanten Entwicklungen im maritimen Markt, damit der Hafen seine führende Rolle als Welthafen ausbauen kann. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Kooperation, hoher Anpassungsfähigkeit, einem starken Fokus auf Innovation und Digitalisierung sowie auf nachhaltiger Wertschöpfung und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.

Die Antwerp Port Authority ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung des öffentlichen Rechts („NV van publiek recht“) mit der Stadt Antwerpen als alleinigem Gesellschafter. Sie beschäftigt mehr als 1.600 Mitarbeiter. Die Hafensenatorin Annick de Ridder ist Aufsichtsratsvorsitzender der Antwerp Port Authority, Jacques Vandermeiren CEO und Vorsitzender der Geschäftsleitung, die für die tägliche Geschäftsführung zuständig ist. www.portofantwerp.com

Quelle und Foto: Hafen Antwerpen

 

 




Ein Herz für Rotterdam

Über Rotterdam flogen jetzt Hunderte beleuchteter Drohnen, die einen Schwarm Stare darstellten. Mit diesem Symbol für Freiheit und Hoffnung machten Studio DRIFT und Mothership den Rotterdamern Mut.

Die Drohnen nutzten den Rotterdamer Himmel als Leinwand in einer fliegenden Hommage an die Freiheit und als Ehrenerweisung für jeden, der Tag und Nach arbeitet, um die Freiheit und Gesundheit anderer zu gewährleisten.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Ossip van Duivenbode

 

 

 

 

 




Schleuse Rothensee arbeitet wieder

Die Sperre der Sparschleuse Rothensee, welche über den Rothenseer Verbindungskanal den Magdeburger Hafen mit dem Mittellandkanal verbindet, ist aufgehoben. Die notwendigen Reparaturarbeiten, die Anfang Mai begonnen hatten, konnten auch aufgrund der guten Arbeitsorganisation des WSA vorfristig abgeschlossen werden.


Der Hafen Magdeburg ist wieder uneingeschränkt unabhängig vom niedrigen Elbwasserstand über das Kanalsystem erreichbar. Der Umweg über die Schleusen Hohenwarthe und Niegripp nach Magdeburg entfällt damit. Somit sind volle Abladetiefen und eine verkürzte Fahrt der Binnenschiffe von und nach Magdeburg gegeben. Die Niedrigwasserschleuse, die auf der Rothensee-Strecke liegt und den Wasserstand im Hafen reguliert, sorgt für einen dem Kanalsystem angepassten Wasserstand im Hafen.

„Auch im Namen unserer Ansiedler möchte ich dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg für die vorfristige Fertigstellung danken“ erklärt Heiko Maly, Geschäftsführer der TRANSPORTWERK Magdeburger Hafen GmbH. „Wir sind froh, unseren Kunden wieder als logistischer Knotenpunkt mit allen drei Verkehrsträgern im vollem Umfang zur Verfügung zu stehen“ betont er weiter.

Quelle und Foto: WSA Magdeburg, MS Oberon schleuste als erstes Schiff nach Freigabe der Schleuse vom Mittellandkanal in den Rothenseer Verbindungskanal um Windkraftanlagenteile im Magdeburger Hanse-Terminal zu laden.

 

 




Online-Betrug mit Lagerkapazität

FERM warnt auf seiner Website vor „Storage spoofing“, dem Verkauf nicht vorhandener Lagerkapazitäten und Rohstoff- und Materialvorräte in Terminals im Rotterdamer Hafengebiet. Es geht hier um Betrug über das Internet. Aufgrund der Coronakrise ist offenbar ein zunehmender Trend beim „Storage spoofing“ zu verzeichnen. Der Schaden kann mehrere 100.000 Euro betragen. Bei FERM gehen wöchentlich neue Meldungen ein.

FERM meldet weiter auf seiner Website: Die Zielgruppen dieser Betrugsvariante sind primär (inter-) nationale Unternehmen, die im Hafengebiet ein Lager haben oder suchen. Des Weiteren gefährdet sind alle potenziellen Käufer des Handels, der unter falschen Vorwänden von den Terminals im Hafengebiet aus angeboten wird, doch in der Praxis nicht existiert. Zudem sind Unternehmen, die selbst über Lagerterminals im Hafengebiet verfügen, potenziell Opfer dieser Betrugsform, da ihr Name und Netz von Cyberkriminellen missbraucht werden kann.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 

 




Weniger Umschlag in Hamburg im Q1 2020

Auch Deutschlands größten Universalhafen treffen die Auswirkungen der Coronakrise. Im ersten Quartal 2020 blieb der Seegüterumschlag mit insgesamt 31,9 Millionen Tonnen (-7,9 Prozent) unter dem Vorjahresergebnis. Der Containerumschlag lag mit 2,2 Millionen TEU um 6,6 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Der Container-Hinterlandverkehr hält sich vergleichsweise stabil, während der Umschlag im Transhipment den Nachfragerückgang deutlicher spürt.


Der Hamburger Hafen ist voll betriebsfähig und übernimmt unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen durch die weltweite Coronakrise eine wichtige Funktion bei der verlässlichen Versorgung der Wirtschaft und Menschen mit Gütern und Rohstoffen. Die in Deutschlands größtem Universalhafen zu erkennende Abschwächung bei den Import- und Exportströmen ist mit dem Aussetzen globaler Transport- und Lieferketten durch die Auswirkungen der Coronakrise zu erklären. „Das Runterfahren der chinesischen Wirtschaft und die als Folge einsetzenden Blank Sailings in der Schifffahrt haben auch in Hamburg zu geringeren Umschlagmengen geführt“, erläutert Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.

Mattern weist darauf hin, dass der Hafen mit seinen leistungsfähigen Umschlagterminals und Verkehrsanbindungen mit dem Binnenland voll betriebsfähig sei. Den insgesamt bis zu 156.000 direkt und indirekt Beschäftigten des Hafens sowie den Unternehmen der Seehafenverkehrswirtschaft, die täglich für einen reibungslosen Güterumschlag sorgen, dankt Mattern für ihren Einsatz in schwieriger Zeit. „Wir gehen davon aus, dass der Hamburger Hafen mit seinen vielen Beschäftigten und gut aufgestellten Unternehmen auch diese Krise erfolgreich meistern wird“, sagt Mattern.

Im Segment Containerumschlag wurden im ersten Quartal 2020 im Hamburger Hafen insgesamt 2,2 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) über die Kaikanten geladen oder gelöscht. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 6,6 Prozent. Unter den drei vom Volumen her wichtigsten Partnerländern des Hamburger Hafens im Containerverkehr verlief die Entwicklung in den ersten drei Monaten sehr unterschiedlich. Im seeseitigen Containerverkehr mit China, Hamburgs wichtigstem Handelspartner, wurden im ersten Quartal in Hamburg insgesamt 579.400 TEU (-14,6 Prozent) umgeschlagen. „Der Rückgang beim seeseitigen Güterumschlag mit China ist im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Coronakrise zu erklären“, sagt Mattern.

Für die im Ranking der Containerpartner an Position zwei folgenden USA konnte im ersten Quartal 2020 mit insgesamt 146.100 TEU noch ein Wachstum von 20,7 Prozent verzeichnet werden. „Diese auffällig gute Entwicklung der USA-Containerverkehre ist auf vier Anfang 2019 in Hamburg neu gestartete Transatlantikdienste zurückzuführen. Diese konnten sich sehr gut entwickeln und sorgten für größere Umschlagmengen, vor allem im Containerverkehr mit den Ostküstenhäfen der USA“, sagt Mattern.

Auch das an dritter Position liegende Singapur erreicht mit 111.000 TEU in den ersten drei Monaten ein Plus. Hier weist der Containerverkehr einen Zuwachs von 10,5 Prozent aus. Axel Mattern vermutet, dass diese Entwicklung mit einer Verlagerung der Transhipmentverkehre aus Ländern des asiatischen Raums nach Singapur zu erklären ist.

In Hamburg ist dagegen der Transhipmentbereich, also der Containerumschlag zwischen Groß- und Feederschiffen, mit einem Rückgang um 10,8 Prozent auf 772.000 TEU besonders von der Coronakrise betroffen. Der Seehafenhinterlandverkehr mit den Verkehrsträgern Bahn, Lkw und Binnenschiff weist im ersten Quartal 2020 beim Containertransport mit 1,4 Millionen TEU bei einem Rückgang von 4,0 Prozent stabilere Werte aus. Der für den Hamburger Hafen sehr bedeutende Gütertransport auf der Schiene blieb mit 11,9 Millionen Tonnen (-4,3 Prozent) und 663.000 TEU (-4,6 Prozent) unter dem Ergebnis des Vorjahresquartals, bewegt sich aber auf deutlich höherem Niveau als im Jahr 2018 (612.000 TEU).

„Die hervorragende Hinterlandanbindung hat in den vergangenen Wochen erheblich dazu beigetragen, dass der Hamburger Hafen auch in schwierigen Zeiten uneingeschränkt leistungsfähig geblieben ist“, sagt Jens Meier, CEO der HPA. „Trotz vorrübergehend rückläufiger Containertransporte durch die Coronakrise konnte die Hafenbahn im ersten Quartal 2020 eine stabile Auslastung vorweisen und sogar noch das Niveau von 2018 übertreffen. Das ist keinesfalls selbstverständlich, sondern Folge von konsequenter Effizienzsteigerung und dem kontinuierlichen Ausbau der Hafenbahn.“

Der Umschlag von Massengut erreichte im ersten Quartal 2020 insgesamt 9,4 Millionen Tonnen
(-11,9 Prozent). In diesem Umschlagsegment entwickelte sich der Export mit insgesamt 2,7 Millionen Tonnen (+11,9 Prozent) positiv. Getragen wurde diese Entwicklung durch sehr deutliche Steigerungen beim Export von Getreide (694.000Tonnen / +177,2 Prozent) und Düngemittel (638.000 Tonnen / +8,1 Prozent).

Für die kommenden Monate geht Axel Mattern davon aus, dass sich der Hamburger Hafen zunächst noch auf eine Fortsetzung der Blank Sailings und einen rückläufigen Gesamtumschlag einstellen muss. „Ab Juni ist es durchaus möglich, dass wir mit dem langsamen Anfahren der Wirtschaft in China und in Europa auch wieder eine Zunahme der Schiffsabfahrten und wachsende Gütermengen im Hafenumschlag und dem Seehafenhinterlandverkehr sehen werden“, zeigt sich Mattern zuversichtlich.

Quelle: HHM, Foto:HPA-Bildarchiv: Andreas Schmidt-Wiethoff, die Hamburger Hafenbahn




Rotterdamer Industrie emittierte 3,8 % weniger CO₂

Zum dritten Mal in Folge waren die CO₂-Emissionen der Rotterdamer Industrie im vergangenen Jahr rückläufig. Die Hauptursache ist eine Verlagerung der Stromerzeugung von kohle- auf gasbetriebene Kraftwerke. Darüber hinaus war eine Zunahme im Raffineriebereich zu verzeichnen.

Darüber hinaus war eine Zunahme im Raffineriebereich zu verzeichnen. Dies liegt einerseits daran, dass einige Raffinerien in den Jahren zuvor teilweise wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb waren. Andererseits nahm die Produktion von saubereren Kraftstoffen zu. Saubere Kraftstoffe verbessern die Luftqualität, doch ihre Herstellung erfordert mehr Energie.

Der Höhepunkt der CO₂-Emissionen in Rotterdam war im Jahr 2016. Zu dieser Zeit wurden neue Kohlekraftwerke in Betrieb genommen, während die alten noch in Betrieb waren. Seit 2016 sind die Emissionen um 17,3 % zurückgegangen. Im Jahr 2019 betrug der Rückgang 3,8 %.

Um schrittweise auf einen CO₂-neutralen Hafen und eine CO2-neutrale Industrie im Jahr 2050 hinzuarbeiten, kooperiert der Hafenbetrieb Rotterdam mit der Wirtschaft und den Behörden in einer Reihe von Projekten. Beispiele hierfür sind die Nutzung von Restwärme für Wohnungen und Gewächshäuser, CCUS (Abscheidung, Transport und Speicherung von CO₂ unter der Nordsee; das Projekt Porthos), die Erzeugung von grünem Strom, die Produktion von blauem und grünem Wasserstoff sowie zirkuläre Produktionsprozesse wie chemisches Recycling (Abfall zu Chemikalien (waste-to-chemicals, Pyrolyse).

Quelle, Foto und Grafik: Port of Rotterdam

 

 

 

 




„Power-to-Methanol“-Demonstrationsanlage

Auf dem Weg zu einem nachhaltigen und emissionsarmen Kreislaufwirtschaftshafen ist Antwerpen einen weiteren wichtigen Schritt vorwärts beim Übergang zu alternativen Energiequellen gegangen. Sieben Partner haben jetzt ein Konsortium für die umweltverträgliche Produktion von Methanol gegründet, einen Hauptrohstoff für die Industrie im Hafen.

Daran beteiligt sind der Energieversorger ENGIE, der Fernleitungsbetreiber Fluxys, die Entsorgungsgruppe Indaver, das Chemieunternehmen INOVYN, der Logistikdienstleister Oiltanking, der Hafen Antwerpen und die Investitionsgesellschaft der flämischen Regierung PMV. Bis 2022 soll mit dem Bau einer Demonstrationsanlage am INOVYN-Standort in Antwerpen begonnen werden. Ziel ist es, dort jährlich 8 kt nachhaltiges Methanol zu produzieren und so mindestens eine ebenso große Menge an CO2-Emissionen zu vermeiden.

Methanol ist ein bedeutender und vielseitig verwendbarer Rohstoff für die chemische Industrie, mit zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten auch in anderen Industriezweigen. Für den täglichen Betrieb des Hafens Antwerpen als größtem integrierten Energie- und Chemiecluster Europas ist dieser Schlüsselrohstoff unverzichtbar. Bisher wird das Methanol aus fossilen Rohstoffen gewonnen. Im Rahmen des „Power-to-Methanol“-Projektes soll es künftig durch nachhaltig produziertes Methanol ersetzt werden, das aus abgeschiedenem CO2 und nachhaltig erzeugtem Wasserstoff hergestellt wird – eine Premiere für Belgien. Das Kohlendioxid wird mittels Carbon Capture and Utilisation (CCU) aus CO2-Emissionen abgetrennt und mit Wasserstoff zusammengeführt, der auf der Basis von grünem Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird.

Das jetzt formell gegründete Konsortium firmiert unter dem Namen „Power to Methanol Antwerp BV“. In einer ersten Phase werden die Partner des Konsortiums eine weitere gemeinsame Machbarkeitsstudie zur Vorbereitung der Demonstrationsanlage fertigstellen.

Jeder Partner bringt eigenes Fachwissen in das Projekt ein. So verfügt ENGIE über das Know-how im Strommarkt, Oiltanking berät bei den logistischen Aspekten der Methanolproduktion und -lagerung und Indaver liefert die Expertise zur CO2-Abscheidung. Fluxys steuert seine Infrastrukturerfahrung und spezifisches Fachwissen im Hinblick auf die Zertifizierung von Öko-Gasen bei. Die flämische Umweltholding (Vlaamse Milieu Holding) wird einen Teil der Finanzierung aufbringen und der Hafen Antwerpen fungiert als Bindeglied zwischen den privaten Unternehmen und der belgischen Regierung. INOVYN, eine Tochtergesellschaft des Chemiekonzerns Ineos, stellt den Standort für die Demonstrationsanlage zur Verfügung und trägt mit der Lieferung von Wasserstoff sowie seinem Know-how im Bereich Chemie und Elektrolyse zum Projekt bei.

Im Jahr 2022 soll die Demonstrationsanlage auf dem INOVYN-Gelände in Lillo errichtet und noch im selben Jahr in Betrieb genommen werden. Ihre Produktionskapazität wird bei bis zu 8 kt nachhaltigem Methanol liegen. In weiterer Zukunft könnten größere Mengen auch für eine breitere industrielle Nutzung zur Verfügung gestellt werden, unter anderem als nachhaltiger Kraftstoff für den Schiffs- und Straßengüterverkehr. Mit jeder produzierten Tonne Methanol würde eine mindestens ebenso hohe Menge an CO2-Emissionen eingespart.

Hafensenatorin Annick De Ridder: „Unser zukünftiger Wohlstand wird nachhaltig sein oder es wird keinen Wohlstand geben. Innovation ist der Schlüssel zur Inangriffnahme des Klimawandels. In Flandern haben wir eine Tradition innovativen Unternehmertums und der Hafen Antwerpen spielt dabei eine Vorreiterrolle, indem er als Versuchsfeld für technologische und nachhaltige Innovationen dient. Wir kombinieren diese Innovationen mit unseren Stärken als branchenübergreifende Hafenplattform, um vielversprechende Anwendungen wie CCU und Wasserstoff zu fördern. Zwischenzeitlich ist dies ein starkes Signal dafür, dass der Hafen Antwerpen an seiner Transformationsagenda festhält und hart dafür arbeitet, auch während der Covid-19-Krise.“

Hilde Crevits, Flämische Ministerin für Wirtschaft, Innovation, Beschäftigung, Sozial- und Landwirtschaft: „Innovation ist für den Übergang zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft unerlässlich. Aber auch Zusammenarbeit ist entscheidend. Das Konsortium zeigt, dass wir durch die Kombination des Know-hows und der Expertise verschiedener Partner eine ganze Menge bewegen können. Als flämische Ministerin für Innovation kann ich auf diese Leistung nur stolz sein. Auf diese Weise rücken wir Flandern als eine Region ins Blickfeld, die im Bereich alternative Energiequellen vorausgeht. Ich freue mich, diese Initiative durch die Flämische Umweltholding zu unterstützen“.

Ein Sprecher der Industriepartner: „Die formelle Weiterführung des Projekts Power to Methanol im Hafen Antwerpen bestätigt die Überzeugung dieser Gruppe von branchenübergreifenden Akteuren, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen. Das Projekt zeigt auf sehr praktische und innovative Weise die Bedeutung der Systemintegration als Teil des Weges zur Energiewende. Darüber hinaus bestätigt es das Umweltbewusstsein der Partner und den Ehrgeiz, ihre Präsenz im Hafen Antwerpen nicht nur für das Geschäft von heute, sondern auch für das von morgen zu stärken“.

Quelle und Grafik: Port of Antwerp, Foto: INOVYN