Rostock wird Knotenpunkt für Seidenstraße

Die ersten 49 Container mit Industrie- und Medizingütern aus Xi’an in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi erreichten jetzt über den Schienen- und Seeweg der Neuen Seidenstraße den Überseehafen Rostock.

Das von der DB CARGO EURASIA organisierte Bahnprodukt mit Ladungen des Logistikdienstleisters DB Schenker nutzte dabei den Weg von China über Kasachstan, Russland, Weißrussland und Litauen bis in den russischen Hafen Kaliningrad. Dort übernahm das Containerschiff „Dornbusch“ der Reederei Mann Lines die Ladung und legte heute in den frühen Morgenstunden am Liegeplatz 43 im Hafenbecken A des Überseehafens Rostock an.

Am General Cargo Terminal des Umschlagunternehmens Euroports Germany auf Pier II wurden die Container von Bord gehoben und größtenteils direkt auf einen Ganzzug mit Ziel Duisburg verladen. Weitere Container werden über das KV-Terminal von Rostock Trimodal nach Verona in Italien sowie mit der Fähre über Trelleborg nach Schweden verteilt.

Um den reibungslosen Ablauf des Transports sicherzustellen, war eine enge Zusammenarbeit der Unternehmen DB Cargo Eurasia, Mann Lines, DB Schenker, DB Cargo Russia, XI’AN ITL und UTLC unerlässlich.

Der entscheidende Unterschied zu den herkömmlichen ausschließlich landbasierten Transportrouten auf der Seidenstraße liegt in der Nutzung eines Short-Sea-Container-Liniendienstes zwischen Kaliningrad und Rostock. Die angestrebte Regellaufzeit dieses Containerverkehrs zwischen China und dem jeweiligen europäischen Bestimmungsort beträgt zwölf Tage.

„Im Vergleich zu den Bahnverkehren über die polnisch-weißrussische Infrastruktur mit Engpässen durch Streckenbauarbeiten und Grenzkontrollen bietet die „Short-Sea-Alternative“ Kaliningrad-Rostock eine kürzere Transitzeit sowie eine hohe Verlässlichkeit. Beides sind Hauptargumente für die Kunden, den kombinierten Land-See-Weg als alternative Transportmöglichkeit zu nutzen, zumal sie in Rostock perfekte Weiterverteilmöglichkeiten haben“, sagt Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer vom Hafenbetreiber ROSTOCK PORT.

Mit seinem engmaschigen Intermodal-Netzwerk mit mehr als 30 wöchentlichen Zugverbindungen, insbesondere nach Italien, in das Rhein-Ruhr-Gebiet, in die Tschechische Republik und nach Rumänien sowie den dicht getakteten Fähr- und RoRo-Verbindungen nach Dänemark, Schweden und Finnland mit bis zu 20 Abfahrten pro Tag, ist der Überseehafen Rostock ein idealer Verkehrsknoten zum Sammeln und Verteilen der Container in Europa.

„Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Nutzung bereits bestehender land- und seeseitiger Verkehrsverbindungen ab Rostock nach Nord- und Kontinentaleuropa. Das neue Transportangebot bietet aber auch Raum für den Aufbau völlig neuer europaweiter Logistikketten etwa nach Russland, Kasachstan oder in die baltischen Staaten“, so Dr. Gernot Tesch.

Der Container-Verkehr der Reederei Mann Lines zwischen Kaliningrad und Rostock wird wöchentlich durchgeführt; die nächste planmäßige Ankunft in Rostock ist der 14. April. Dieses Güterverkehrsangebot ist nicht nur interessant für weitere China-Verkehre, sondern auch für Transporte von und nach Russland, Weißrussland und Mittelasien. Ziel ist eine Steigerung der Frequenz auf sechs Abfahrten pro Woche.

„Jetzt werden unsere langjährigen Bemühungen, Mecklenburg-Vorpommern an die Neue Seidenstraße anzubinden – den überwiegend terrestrischen Handelsweg von China über Asien und Russland nach Europa – auch in Rostock sichtbar“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel und führt aus: „Wir haben als Ministerium mit den Häfen des Landes seit vielen Jahren kontinuierlich intensiven Kontakt in die russischen Partnerhäfen gehalten und dabei die Neue Seidenstraße stets als Riesenchance für unsere Häfen als Drehscheiben im Ostseeraum im Blick gehabt. Unsere Investitionen in die Infrastruktur der vergangenen Jahre machen sich nun sowohl in Rostock wie auch in Sassnitz-Mukran bezahlt. Wir haben mit unseren Häfen sowie dem Eisenbahn- und Straßennetz die Grundlage für einen leistungsfähigen Logistikstandort Mecklenburg-Vorpommern geschaffen.“

Euroports ist eines der größten maritimen Infrastrukturunternehmen in Europa und bietet seinen internationalen Kunden globale maritime Supply-Chain-Lösungen an. Die Euroports Germany Gruppe ist mit seinen rund 300 Mitarbeitern am Standort Rostock das führende Unternehmen für Hafenumschlag, Lagerung, Transport und Logistik. Mit langjähriger Erfahrung im see- und landseitigen Umschlag von Gütern jeglicher Art, bietet Euroports Germany seinen Kunden die Sicherheit eines zügigen und effizienten Warenumschlags. Das Leistungsportfolio wird durch die Lagerung, den Transport, die Montage von Maschinen und Anlagen sowie verschiedener Value-Added-Services noch ergänzt. Jährlich werden von Euroports Germany über 11 Millionen Tonnen an Stück-, Schütt- und Flüssiggütern sowie Projektladungen und Containerware umgeschlagen. www.euroports.de

Aufgabe der ROSTOCK PORT GmbH ist es, den größten Hafen des Landes so zu entwickeln, dass er den ständig steigenden Anforderungen der verladenden Wirtschaft und des Tourismus gerecht wird. Der Hafenbetreiber konzentriert seine Arbeit auf den vorausschauenden Ausbau der Infrastruktur wie auf deren Instandhaltung. Als Eigentümerin von Grund und Boden, der Kaianlagen und Wasserflächen sichert sie in enger Zusammenarbeit mit der Schifffahrt und den vor Ort tätigen Hafenunternehmen, dass Rostock über alle Voraussetzungen verfügt, seine Wettbewerbsposition ständig zu verbessern. Im Auftrag ihrer Eigner verfolgt sie eine aktive Ansiedlungspolitik. Bei der Verpachtung von Grund und Boden und der Vermietung von Immobilien wird das Prinzip verfolgt, durch mehr Wettbewerb im Hafen, durch die Gewinnung neuer Kunden und die Akquisition von Gütern neue Geschäftsfelder zu erschließen. Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und die Hansestadt Rostock sind die Eigentümer des Rostocker Hafens. Ihre Interessen werden durch die ROSTOCK PORT GmbH wahrgenommen.

Quelle: Rostock Port GmbH, Foto: ROSTOCK PORT/nordlicht

 




Zustand des Hafens Rotterdam ist gut

Die Gesamtanzahl der Besucherschiffe lag in der letzten Woche etwas niedriger als der Durchschnitt im vorigen Jahr im selben Zeitraum. Der Krankenstand bei der Abteilung Hafenmeister ist gleich hoch wie zu normalen Zeiten. Auch bei den nautischen Dienstleistern (Lotsen, Festmachern und Schleppern) sind im Hinblick auf Krankenstand und Betrieb keinerlei Besonderheiten zu verzeichnen. Alles läuft.

Portbase meldet, dass Kapazität und Einsatz gemäß der Normalsituation zur Verfügung stehen. Die Terminals teilen mit, dass es mehrere Meldungen von Mitarbeiter(inne)n gibt, die Symptome des Coronavirus aufweisen, dass dies jedoch vorläufig keine Folgen für die Kontinuität darstelle. Fähren und Roll-on/Roll-off haben einen deutlichen Rückgang bei Fracht und Passagieren zu verzeichnen.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 

 




Keine zusätzlichen Maßnahmen für die Binnenschifffahrt

Im Gegensatz zur Erlaubnis für die Seeschifffahrt (siehe Port of Rotterdam COVID-19 Update #3) gibt es für die Binnenschifffahrt im Hafen Rotterdam – abgesehen von den bereits für jedermann geltenden – keine zusätzlichen Coronamaßnahmen. Das bedeutet, dass die Hygienemaßnahmen berücksichtigt und Abstände von 1,5 Metern von einander eingehalten werden müssen.

Coronavirus an Bord

Wenn ein Besatzungsmitglied oder Familienmitglied Symptome des Coronavirus aufweist, wird dies wie üblich dem eigenen Hausarzt oder dem arbeitsmedizinischen Dienst, in den Niederlanden oder im Ausland, gemeldet. Der Arzt nimmt mit dem Schiffsführer zwecks näherer Auskünfte Kontakt auf. Nur in sehr dringenden Fällen kommt der Arzt an Bord. Eine Person mit leichten Coronavirus-Beschwerden bleibt an Bord.
Wenn der Arzt entscheidet, dass eine erkrankte Person nicht länger in Isolation an Bord bleiben kann oder falls die Isolationsmöglichkeiten unzureichend sind, besteht, in Rücksprache mit dem Arzt und dem städtischen Gesundheitsamt (GGD), die Möglichkeit für eine Aufnahme an Land. Entscheidet der Arzt, dass der Patient lebensbedrohlich erkrankt ist, wird er in ein Krankenhaus eingewiesen.
Sollte es sich um eine akute Situation handeln, dann muss die internationale Katastrophennummer 112 angerufen werden.

Landurlaub

Gehen Sie nur von Bord, wenn Sie medizinische Gründe dafür haben oder Einkäufe tätigen müssen.

Besuche auf Schiffen

Lassen Sie möglichst wenige Menschen an Bord gehen. Diesbezügliche Ausnahmen gelten für Ärzte und dringend erforderliches Personal, etwa zur Bevorratung und Reparatur sowie für Mitarbeiter von Behörden.

Besatzungswechsel

Unter der Auflage, dass dies auf eine kontrollierte Art und Weise erfolgt, können Besatzungswechsel so weit wie möglich durchgeführt werden. Für nicht-niederländische Besatzungsmitglieder gilt, dass dies nur möglich ist, soweit die Luftfahrt dies zulässt, sowie dass es laut den geltenden Immigrationsregeln zu erfolgen hat.

Hafenabläufe

Wenn ein Besatzungsmitglied oder ein Familienmitglied positiv auf das Coronavirus getestet wurde, kann der Frachtbetrieb fortgesetzt werden. Das Besatzungs- oder Familienmitglied darf dann nicht mit Hafenarbeitern in Kontakt kommen.

Schiffsabfahrt

Ein Schiff mit einem Familien- oder Besatzungsmitglied mit leichten Coronabeschwerden darf im Prinzip auslaufen, wenn das Schiff nach Ansicht des Schiffsführers sicher bedient werden kann.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 




Hinterland: Logistik-Hotspots helfen Unternehmern

Im Rotterdamer Hafen arbeiten alle Glieder in der Logistikbranche – unter Einhalten der geltenden Maßnahmen – erfolgreich weiter. Im Hinterland des Rotterdamer Hafens gibt es verschiedene Initiativen, mittels deren Akteure im Logistiksektor miteinander verknüpft werden können, oder aber die direkt Hilfe leisten können. Es handelt sich auf alle Fälle um die Regionen Gelderland, Brabant, Overijssel und Zeeland.

Logistics Valley in Gelderland bietet über die Website logisticsvalleyhelpt.nl Logistik-Unternehmern Hilfe. Unternehmer in den Bereichen Transport und Logistik können sich beispielsweise melden, wenn ihnen Arbeitskräfte zur Verfügung stehen oder wenn sie Fahrer suchen. In Brabant meldet Vijfsterren Logistiek, dass das Unternehmen über diese Website dafür gerüstet ist, Logistik-Unternehmern aus Brabant seine Hilfe anzubieten. Zeeland hat eine centraal coronaloket zentrale Corona-Anlaufstelle eröffnet, um Unternehmern aus Zeeland zu helfen. Auch das Logistiek Netwerk Regio Zwolle hat, unter der Federführung von Port of Zwolle, eine meldpunt logistiek (Meldestelle Logistik) ins Leben gerufen. Zwischen dem Rotterdamer Hafen und Port of Zwolle besteht täglich Kontakt. Auf diese Weise wird die lebensnotwendige logistische Kette unterstützt.

Mitglieder des Lenkungsausschusses sind:

  • VRTO: Rob Bagchus
  • LOTSENWESEN: Tjitte de Groot
  • VRC: Kees Groeneveld
  • Deltalinqs: Bas Janssen
  • VRMO: Mathijs Pelsma
  • Hinterlandverbindungen: Ben Maelissa
  • TLN / Fenex: Ad Schoenmakers
  • Zollhafen Rotterdam: Jan Kamp
  • Hafenbetrieb Rotterdam: Allard Castelein (CEO), Rene de Vries (Harbour Master), Jan Willem Verkiel (DHMR), Emile Hoogsteden und Hans Nagtegaal (Business & Accounts) und Richard van der Eijk (Communications and External Affairs)

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 




duisport: Stabil in schwierigen Zeiten

In 2019 zeigte sich das diversifierte Geschäftsmodell der duisport-Gruppe stabil. Das wurde bei der erstmals „online“ durchgeführten Bilanzpressekonferenz der duisport-Gruppe am 21. April deutlich. Obwohl das wirtschaftliche Umfeld schon 2019 erheblich schwieriger geworden war, konnte die duisport-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr noch Kurs halten. Zwar ging der Gesamtumschlag im Hafen zurück, nicht zuletzt wegen der strukturbedingten Tonnage-Verluste bei Kohle und Stahl, dennoch konnte das immer stärker diversifizierte Unternehmen 2019 einen Umsatz in Höhe von 292,6 Mio. Euro erzielen.

Das ist eine Steigerung um 5,1 % oder 14,1 Mio. Euro gegenüber dem Umsatz von 278,5 Mio. Euro im Vorjahr.

Das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich um 2,1 % von 42,5 auf 43,4 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss erhöhte sich von 12,2 Mio. Euro in 2018 auf 13,0 Mio. Euro. Das ist ein Plus von 6,8 %.

„Nach 21 Jahren ununterbrochenen Wachstums steht der Duisburger Hafen vor großen Herausforderungen. Die mit der Pandemie einsetzende Rezession und der zweite Strukturwandel  an Rhein und Ruhr  werden negative Auswirkungen in diesem und in den folgenden Geschäftsjahren haben. Die einsetzenden Nachholeffekte, der Rückgang im Automotive- und Industriegeschäft, sind schon heute einschneidend und werden noch bis weit in den Herbst spürbar sein. Insgesamt rechne ich mit einem Rückgang der gesamten Wirtschaftsleistung von 10 % über das Jahr 2020,“ schätzt der Vorstandsvorsitzende der duisport-Gruppe Erich Staake die Lage ein. „Wir müssen mit Augenmaß und Realitätssinn auf Sicht fahren, dürfen aber unsere strategischen Projekte nicht vernachlässigen. Wir müssen  unsere Geschäftsmodelle  für den  zweiten Strukturwandel hin zu einer digitalisierten Logistik und Industrie aktiv anpassen, deshalb werden wir  im Digitalisierungsbereich unseren Inkubator  startport wie geplant weiter ausbauen. Auch anspruchsvolle Infrastrukturprojekte wie logport VI werden weiter forciert. Die Corona-Situation darf nicht zu einer Lähmung führen, sondern fordert unsere unternehmerische Kreativität in besonderer Weise heraus. Wir werden die zu erwartenden Rückschläge hinnehmen, aber weiter mutig nach vorn schauen. Nur so kann man diese Krise überwinden“, so Staake weiter.

Das umsatzstärkste Geschäftssegment Verpackungslogistik verzeichnete mit 8,9 % ein kräftiges Plus – von 93,6 Mio. Euro auf nun 102,0 Mio. Euro.

Bei der Kontraktlogistik erzielte duisport ein Umsatzwachstum von 24,4 Mio. Euro auf nun 29,7 Mio. Euro.

Das Segment Infra- und Suprastruktur verbuchte einen Umsatz von 53,5 Mio. Das ist ein leichter Rückgang um 1,6 % gegenüber 54,3 Mio. Euro im Vorjahr.

Der Umsatz bei den Logistischen Dienstleistungen sank um 1,5 % von 77,1 Mio. Euro auf 75,9 Mio. Euro.

Die duisport-Gruppe hat 2019 die Ausgaben für Sach- und Finanzinvestitionen von 20 Mio. Euro in 2018 auf nun 26,4 Mio. Euro gesteigert.

Der Gesamtgüterumschlag der duisport-Gruppe ist 2019 von 65,3 Mio. Tonnen auf ca. 61,1 Mio. Tonnen gesunken. Das ist ein Rückgang um 4,2 Mio. Tonnen.

Hauptursachen dafür sind die sich abschwächende Industrienachfrage und der Ausstieg aus der Kohleverstromung, der zu einem weiteren deutlichen Rückgang der Schüttladungen geführt hat. Insgesamt lag der Kohle- und Stahlbereich mit 20 % unter Vorjahresniveau. Weitere Faktoren sind u. a. die Sperrung der Öresundbrücke, die den Handel mit Skandinavien deutlich beeinträchtigt, außerdem die abgeschwächte Nachfrage nach chemischen Vorprodukten.

Der Containerumschlag der Duisburger Hafen AG ist dagegen 2019 mit rd. 4,0 Mio. TEU auf dem Niveau von 2018 (4,1 Mio. TEU) geblieben. Mit einem Anteil von rd. 60 Prozent ist der Containerumschlag inzwischen das wichtigste duisport-Geschäftsfeld.

„Der Abschied von der Kohle, die fortgesetzte Krise im Stahl, die unklaren politischen Rahmenbedingungen der Energiewende, die Herausforderungen der Digitalisierung und die sich abzeichnende konjunkturelle Verschlechterung, all diese Faktoren wirken wie ein zweiter Strukturwandel für ganz Nordrhein-Westfalen. Das diversifizierte Geschäftsmodell der Duisburger Hafen AG ist diesen Herausforderungen gewachsen. Aber auch ein so gut aufgestelltes Unternehmen wie unseres kann sich auf Dauer den zunehmend schlechteren Rahmenbedingungen nicht entziehen“, so das Fazit des duisport- Vorstandsvorsitzenden Erich Staake zur Umschlagstatistik des Jahres 2019.

Zugleich hat duisport weitere Erfolge beim Ausbau seiner Rolle als zentrale Güterdrehscheibe für Mitteleuropa erreicht. Rund 30 % des gesamten Handels per Güterzug zwischen China und Europa wird bereits über den Duisburger Hafen abgewickelt. Die Rhein-Ruhr-Region wird damit immer wichtiger für den Handel zwischen der EU und China. Zwischen Duisburg und einem Dutzend Destinationen in China verkehren wöchentlich bis zu 40 Züge.

Durch Kooperationen mit Premium-Partnern aus China, aus der Schweiz und Osteuropa soll im Interesse der deutschen Exportwirtschaft weiteres Wachstum entlang der Korridore der Seidenstraße ermöglicht werden.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die China Railway Container Transport Corp., Ltd (CRCT). Mit diesem führenden Bahnunternehmen wurde im November 2019 ein Rahmenabkommen über weitere gemeinsame Optimierungen im Chinaverkehr unterzeichnet. Zugleich eröffnete die CRCT Europe Logistics GmbH ihre offizielle europäische Niederlassung in Duisburg. So fördern die beiden führenden Unternehmen im Transport- und Logistikbereich den Schienenverkehr zwischen China und Duisburg. Gleichzeitig konnte duisport ein zusätzliches Angebot für seine Kunden schaffen und seine Position als Europas bedeutendster Hinterlandhub stärken.

Im Industrie- und Logistikpark Great Stone wird auf Initiative und unter der Leitung von duisport gemeinsam mit den Partnern China Merchants China-Belarus, der weißrussischen Staatsbahn und dem Schweizer Unternehmen Hupac auf einem 80 Hektar großen Areal ein bimodales Railterminal inklusive großer Logistikfläche nach logport-Vorbild errichtet. Hierzu wurde in Minsk eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben. Die Bauarbeiten sollen noch 2020 beginnen.

Die Duisburger Infrastrukturgesellschaft (DIG) ist gemeinsam von der Stadt Duisburg (75,1 Prozent Anteile) und der Duisburger Hafen AG (24,9 Prozent) im Februar 2019 gegründet worden. Ziel ist eine zügige und bedarfsgerechte Bewältigung von Infrastrukturprojekten rund um den Hafen durch die Bündelung städtischer Projektverantwortlichkeit einschließlich jeweiliger Förderfähigkeit und der Planungs-, Finanzierungs- und Realisierungserfahrung auf Seiten der Hafengesellschaft.

Auf dem 40 Hektar großen Areal von logport VI baut duisport ein trimodal angebundenes Containerterminal direkt am Rhein. Im September 2019 hat logport VI, das zweitgrößte Entwicklungsprojekt seit logport I, das erste Etappenziel erreicht. Zu diesem Zeitpunkt war der Abriss der Fabrikhallen der 2016 in Konkurs gegangenen Papierfabrik Walsum beendet, die Fläche war baureif gemacht.

Im Zuge der weiteren Entwicklung von logport VI hat duisport inzwischen die genehmigungsrechtlichen Grundlagen für den Bau des Containerterminals sowie der internen Erschließungsstraße von logport VI erarbeitet: Die DIG soll kurzfristig mit der Durchführung des Bebauungsplanverfahrens für den 2. Bauabschnitt der Querspange Walsum beauftragt werden; zudem wird die Gesellschaft auch die bauliche Realisierung des ersten Bauabschnitts im Auftrag der Stadt übernehmen. Als Hauptgesellschafter der Duisburger Infrastrukturgesellschaft (DIG) wird die Stadt Duisburg den Planungsauftrag für den zweiten Bauabschnitt nun auch formal erteilen.

Die logport ruhr GmbH, ein Joint Venture von duisport und RAG Montan Immobilien, bereitet derzeit ein 30-Hektar- Areal in Oberhausen für die Edeka Handelsgesellschaft Rhein Ruhr mbH auf. Dort entsteht ein Zentrallager mit über

1.000 Arbeitsplätzen. Im Juni 2019 hat EDEKA Rhein-Ruhr von der Stadt Oberhausen die Genehmigung zum Bau und Betrieb des Lagers erhalten. Im Oktober 2019 fand auf dem Areal in Sichtweite der A3 der erste Spatenstich statt. Während die Logistikhallen in den Himmel wachsen, arbeitet die logport ruhr GmbH an der Vollendung einer zwei Kilometer langen Verbindungsstraße zum Autobahnanschluss. EDEKA plant die Eröffnung des Lagers rechtzeitig vor dem Start der Weihnachtssaison 2021.

Die Duisburger Hafen AG und das Leipziger Bahntechnologie-Unternehmen CargoBeamer AG haben 2019 eine langfristig angelegte Kooperation für mehr Wachstum im Kombinierten Verkehr Schiene/Straße vereinbart. Ziel der Zusammenarbeit ist eine massive Steigerung des Güterverkehrs auf der Schiene, also eine Entlastung von Straßen und Autobahnen. Zu Gunsten einer weiteren klimafreundlichen Verkehrswende sollen drei Elemente eingesetzt werden: Ein automatisierter Umschlag für Sattelaufleger von der Straße auf die Schiene, robotisierte Warenzentren sowie die elektromobile Verteilung von Gütern zu Industriezentren und in urbane Ballungsräume.

Die duisport-Gruppe ist einer der größten und wichtigsten Arbeitgeber in der Region Rhein-Ruhr: Insbesondere die logport-Flächen des Duisburger Hafens sind Jobmotor für die gesamte Metropolregion. Im Jahr 2019 sind insgesamt

47.000 Beschäftigte direkt oder indirekt in den verschiedenen Transport- und Logistikunternehmen des Hafens tätig. Allein die duisport-Gruppe beschäftigt 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit seiner langfristig wirksamen Aus- und Weiterbildungsstrategie ist duisport einer der wichtigsten Impulsgeber und bietet insgesamt 12 Ausbildungsberufe an. Rund 30.000 vielseitige, abwechslungsreiche und zukunftsfähige Arbeitsplätze sind durch duisport seit 1998 entstanden.

Die duisport-Gruppe hat ihren eigenen 3D-Kransimulator im Duisburger Freihafen vorgestellt: Premiere für den Kombinierten Verkehr im Hinterland. Damit setzt der weltweit größte Binnenhafen nicht nur neue Maßstäbe auf dem Gebiet der technischen Weiterentwicklung der Logistikbranche, sondern investiert gleichzeitig in die professionelle Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

startport ist die Innovationsplattform des Duisburger Hafens. Seit der Gründung Ende 2017, wurde bisher bereits insgesamt 35 Startup-Unternehmen die Möglichkeit gegeben, gemeinsam mit dem Accelerator startport, innovative Lösungen für die Logistik-Branche zu entwickeln. Neben jungen Startup-Gründern aus Deutschland sind seit Anfang 2020 auch zwei Startup-Unternehmen aus Finnland und Slowenien im startport-Headquarter im Duisburger Innenhafen tätig. Gleichzeitig wächst das Team der startport GmbH – im Geschäftsjahr 2019 auf insgesamt 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Zu den startport-Exklusivpartnern Evonik, Klöckner & Co. und Initiativkreis Ruhr gehören seit Anfang 2019 nun auch die RAG Stiftung und Borussia Dortmund. 2020 möchte startport den Kreis seiner Exklusivpartner erneut erweitern. duisport komplettiert sein Engagement im Thema Digitale Logistik-Innovationen durch eine aktive Beteiligung am Digital Hub des Dortmunder Fraunhofer-Instituts.

„Mit startport im duisport-Netzwerk ziehen wir junge Unternehmer an, die neue Wertschöpfungsketten für die Unternehmen vor Ort erschließen. Wir und unser Netzwerk machen die Logistik zum Innovationstreiber und die Industrie 4.0 wird Realität“, so duisport- Vorstandsvorsitzender Erich Staake.

Im Frühjahr 2019 sind drei von innogy betriebene Landstromtankstellen in Duisburg-Ruhrort installiert worden. Dort können bis zu sechs an Land liegende Binnenschiffe gleichzeitig mit Strom versorgt werden.

Forschungsprojekt mit RWE Supply & Trading + Universität Duisburg-Essen: Verstärkte Nutzung des umweltfreundlichen verflüssigten Erdgases LNG im Hafen. Die Firmen Rolande und Liquind errichten Tankstellen, die Mitte 2020 in Betrieb gehen werden.

Stetige Umrüstung der Hallenbeleuchtung: Insgesamt hat der Hafen bereits mehr als 100.000 Quadratmeter Hallenfläche mit stromsparendem LED ausgerüstet. Dieüber 1.000 Leuchten auf den hafeneigenen Straßen und dem Bahngelände werden seit 2019 auf LED-Betrieb umgerüstet.

Seit Juni 2019 erarbeiten die Duisburger Hafen AG (duisport) und das Fraunhofer-Institut Umsicht gemeinsam im Projekt ein Gesamtkonzept zur Energienutzung und – versorgung auf dem über 1.550 Hektar großen Hafenareal. Das Projekt trägt den Namen „enerport“ und wird mit mehr als 1 Mio. EUR vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Es verfolgt am Beispiel des Duisburger Hafens einen cross-industriellen Ansatz zur Kopplung von Energiewirtschaft mit den Bereichen Wohnen, Gewerbe, Industrie, Logistik und Verkehr.

duisport ist ebenfalls an drei Forschungsprojekten im Förderprogramm „Innovative Hafentechnologien“ (IHATEC) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) maßgeblich beteiligt. Dort geht es gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis um die Entwicklung anwendungsbezogener Innovationen im Hafensektor:

Im Projekt InnoPortAR werden innovative Einsatzfelder für Augmented Reality entwickelt, die anhand mehrerer Anwendungsfälle demonstriert werden.

Das Projekt TrailerPort hat sich zum Ziel gesetzt die Stellplatzprobleme, die durch eine steigende Anzahl an Sattelaufliegern in den Umschlagterminals entstehen, durch intelligente technische und organisatorische Lösungen abzumildern und die Kapazität der Terminals zu steigern bzw. zu erhalten.

Das dritte Projekt „SecProPort“ zeigt prototypisch Lösungen für eine Sicherheitsarchitektur im Hafenkommunikationsverbund auf. Es soll helfen, zukünftige Bedrohungen durch Cyperangriffen abwehren zu können. Durch die Beteiligung an diesen Projekten bestätigt duisport seine Innovationskraft und baut sein enges Netzwerk zu Partnern in Wissenschaft und Logistik weiter aus.

Quelle: Duisburger Hafen AG, Foto: duisport / Hans Blossey

 

 




Marcel Lohbeck wird Geschäftsführer des BÖB

Die Kernkompetenz der öffentlichen Binnenhäfen in Deutschland ist die Verknüpfung, denn trimodale Binnenhäfen sind Drehscheiben der Verkehrsträger Binnenschiff, Bahn und Lkw und damit Start- und Zielpunkt logistischer Ketten. Zudem verknüpfen sie als Wirtschafts-Standorte die Verantwortlichen aus Industrie, Fachhandel und Logistik und initiieren damit neue Wertschöpfung. Stark sind die öffentlichen Binnenhäfen auch in der Verknüpfung von Interessen. So kooperieren BÖB und VBW bereits seit Jahren themenbezogen, um gemeinsam das System Wasserstraße voranzubringen. Jetzt haben BÖB und VBW entschieden, ihre Kooperation durch eine gemeinsame Geschäftsführung zu vertiefen: Ab 1. Mai 2020 übernimmt Marcel Lohbeck (39) die vakante Position des BÖB-Geschäftsführers und bleibt gleichzeitig Geschäftsführer des VBW, der als international anerkannte fachwissenschaftliche Vereinigung über ein breites Netzwerk an Expertinnen und Experten verfügt.

BÖB Interims-Geschäftsführer Rainer Schäfer unterstützt Marcel Lohbeck bis Ende Juni 2020 in der Geschäftsführung. Ab 1. Juli 2020 übernimmt Lohbeck die alleinige Führung von BÖB und VBW. Beide Verbände bleiben rechtlich selbstständig, die gemeinsamen Büros sind in Berlin und Duisburg. Ziel ist es, die Kooperation nachhaltig auszubauen und anlass- und themenbezogen um zusätzliche Kooperationspartner zu erweitern.

„Nach dem tragischen Tod von Boris Kluge haben wir im BÖB-Präsidium darüber gesprochen, wie wir den Verband in seiner Arbeit und in seiner Aufstellung weiter stärken können. Der VBW ist dafür der richtige Kooperationspartner. Schritt 1 ist jetzt die gemeinsame Geschäftsführung, in einem zweiten Schritt werden wir Synergien heben und die Chancen unserer vertieften Kooperation nutzen. Zudem freuen wir uns darauf, mit weiteren Partnern immer wieder neue Allianzen zu bilden und sind für weitere Kooperationspartner offen“, so Joachim Zimmermann, Präsident des BÖB.

Auch Patricia Erb-Korn, Präsidentin des VBW, äußert sich positiv zu der schon langen bestehenden inhaltlichen Nähe der beiden Verbände: „VBW und BÖB sind dem Gesamtsystem Wasserstraße verpflichtet, dadurch verbindet sie naturgemäß eine inhaltliche Nähe. Beide haben in der Vergangenheit schon erfolgreich zusammen gearbeitet. Die Idee einer gemeinsamen Geschäftsführung ist bei unseren Gremien daher schnell auf fruchtbaren Boden gefallen. Wir freuen uns auf die Kooperation!“

Marcel Lohbeck: „Ich bedanke mich bei den Gremien des BÖB und des VBW für das mir ausgesprochene Vertrauen. Diese anspruchsvolle Aufgabe ausfüllen zu dürfen erfüllt mich mit Freude. Mit vereinten Kräften werden wir die Perspektive der Binnenhäfen, als trimodale Logistikdrehscheiben und die der weiteren Stakeholder am Gesamtsystem Schiff/Wasserstraße/Häfen in den politischen Diskurs einbringen.“

Zurzeit sind die Gremien von BÖB und VBW mit der Fortentwicklung des Kooperationskonzeptes befasst, welches in den Mitgliederversammlungen beider Organisationen im Herbst 2020 vorgestellt und beschlossen werden soll.

Quelle und Foto: Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e.V.

 

 

 




Die Ruhe nach dem Sturm

Sturmfluten sind ein stets wiederkehrendes Thema für Häfen. Vom Herbst bis zum Frühjahr ist Sturmflutsaison. Sie tritt auf, wenn die Wasserstände in Küstengebieten, ausgelöst durch starke Winde, eine Höhe von 1,5 m über dem Mittleren Hochwasser (MHW) übersteigen.

Sturmfluten können große Schäden verursachen. Umso wichtiger ist es für Häfen, umfassende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Dass die NPorts-eigenen Häfen gut gewappnet sind, zeigt die diesjährige Sturmflutbilanz. Abgesehen von Unrat, der durch die starken Winde in die Hafenbereiche angetrieben wird, gab es nur leichte Schäden. Welche Maßnahmen an welchem Standort getroffen wurden, verrät ein kleiner Einblick in die NPorts-Niederlassungen Brake, Cuxhaven, Emden, Norden und Wilhelmshaven.

Brake

Im Seehafen Brake wurden zehn Sturmfluten gemessen. Davon fanden fünf im Februar dieses Jahres statt. Bei allen Sturmflutwarnungen wurden die Hochwassserschutztore geschlossen. Einmal wurden, als zusätzliche Schutzmaßnahme, Dammbalken gesetzt. Es gab keine nennenswerten Schäden im Zuge der Sturmflutsaison. Mithilfe des digitalen Notfall-Alarmierungssystems „RapidReach“ konnten notwendige Sicherheitsvorkehrungen rechtzeitig durchgeführt werden.

Cuxhaven

In der Sturmflutzeit vom 01.10.2019 bis zum 30.04.2020 gab es 18 Sturmfluten in Cuxhaven. Das sind sieben mehr als in der vergangenen Sturmflutsaison. Im Rahmen der Sturmfluteinsätze wurden, abhängig vom Wasserstand, die Sperrwerke, Flutschutztore und Regenwasserschieber geschlossen. Leichte Schäden gab es an dem Holzbauwerk „Alte Liebe“. Es entstanden zudem leichte Auskolkungen (Strudellöcher) am Rampenfuß im Deichvorland am Liegeplatz 8.

Emden

Der Seehafen Emden meldet elf leichte Sturmfluten und eine schwere Sturmflut zwischen November 2019 und März 2020. Die schwere Sturmflut am 12.02.2020 erreichte eine Höhe von +2,21 m. „Als Schutzmaßnahme haben wir alle neun Deichscharte geschlossen“, berichtet Holger Kamer, Leiter des Technisches Service bei NPorts in Emden. Es gab zwei nächtliche Einsätze von NPorts-Mitarbeitern, um alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Die Bemühungen zeigen ihre Erfolge. „Wir hatten nur kleine Ausspülungen in der Grasböschung am Rysumer Nacken im Bereich der Gaststätte „Strandlust“. Ansonsten gab es keine nennenswerten Schäden in dieser Sturmflutsaison“, sagt Kramer.

Norden

Der Standort Norden musste sich im Zeitraum vom 15.10.2019 bis 15.04.2020 nur auf zwei Sturmfluten vorbereiten. Das Nachthochwasser vom 10. auf den 11. Februar wurde mit +1,50 bis 2,00 m über dem MHW angekündigt. Das Wasser erreichte dann aber nur +1,40 m und verlief somit glimpflicher als erwartet. Die zweite Sturmflut fand in der Nacht vom 11. auf den 12.Februar statt und erreichte seinen höchsten Punkt mit +1,95 m über dem MHW.

Beide Sturmfluten verursachten keine Personen-, Umwelt- oder Sachschäden.

Wilhelmshaven

Im Hafen Wilhelmshaven sind acht Sturmfluten im Alarmtagebuch dokumentiert. „Bei allen Sturmflutvorhersagen haben wir Hafenbereiche wie die Parkplätze am Wangeroogekai, Helgolandkai und Nassauhafen abgesperrt und entsprechend kontrolliert“, erklärt Stefan Wrieden, Abteilungsleiter des Port Office bei NPorts in Wilhelmshaven „Wenn notwendig fordern wir Fahrzeugführer zum Räumen der Flächen auf. Ob die Deichtore geschlossen werden liegt hingegen in der Verantwortung der örtlichen Feuerwehr“.

Auch in Wilhelmshaven gab es nur kleinere Bagatellschäden. Einmal wurde eine Absperrbake in die Jade geweht und ein Rettungsringkasten beschädigt. Von der Baustelle am Wangerooge-/Helgolandkai wurde im Februar eine Holzverschalung beschädigt. Das Holz ist teilweise in die Jade getrieben, von wo es von der Baufirma geborgen werden konnte.

Quelle: Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG

 

 

 

 




Umschlagmengen in Rotterdam im ersten Quartal gesunken

Infolge der Coronavirus-Pandemie war das erste Quartal 2020 eine sehr außergewöhnliche Zeit mit schwerwiegenden Störungen in den Produktionsprozessen und in der logistischen Kette weltweit. Geschlossene Fabriken, strengere Grenzkontrollen und Einschränkungen der persönlichen Bewegungsfreiheit haben Gesellschaften auf der ganzen Welt aus dem Gleichgewicht gebracht. Diese neue Situation und ihre Folgen betreffen auch die Knotenpunkte der internationalen Handelswege wie den Hafen von Rotterdam. Der Umschlag ist im ersten Quartal um 9,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 112,4 Millionen Tonnen gesunken. Dabei muss wohl bedacht werden, dass im ersten Quartal 2019 Rekordmengen beim Container-Umschlag, bei LNG (Flüssiggas) und Biokraftstoffen zu verzeichnet waren.

Allard Castelein, Geschäftsführer des Hafenbetriebs Rotterdam: „Wir sind mit bisher ungekannten Störungen konfrontiert, bei denen der Hafen von Rotterdam weiterhin als vitale Kraft einen Beitrag zur Gesellschaft leisten will. Die Folgen eines Nachfragerückgangs aufgrund der Coronakrise wird erst im April wirklich sichtbar werden. Ein Rückgang der Umschlagmengen um 10 % bis 20 % auf Jahresbasis scheint nun sehr wahrscheinlich zu sein. Diese Prognose hängt von der Dauer der Maßnahmen und der Geschwindigkeit ab, in der sich die Produktion und der Welthandel erholen werden.“

Es gab im ersten Quartal aber auch Lichtblicke. Der Container-Umschlag war fast derselbe wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch der Biomasse-Umschlag hat weiter zugenommen. Große Investitionsprojekte werden in der Zwischenzeit weiter verfolgt, z. B. der Bau der Container Exchange Route und der Theemswegtrasse sowie die Hafeninfrastruktur für den Produktionsstandort des Smoothie-Herstellers Innocent.

Für den Hafenbetrieb Rotterdam, die Abteilung Hafenmeisterei und alle Unternehmen, die innerhalb des Industriekomplexes Hafen tätig sind, gelten die gleichen zwei Prioritäten: die Gesundheit der Menschen und die Aufrechterhaltung des Hafenbetriebs. Damit die niederländische Gesellschaft weiterhin funktionieren kann, hat die niederländische Regierung dafür entscheidende Vorgaben gemacht. Der Hafenbetrieb Rotterdam und das Betriebsleben im Hafen sind dafür sehr dankbar. Die Abwicklung der Schifffahrt, die damit verbundenen Logistikketten und die industrielle Produktion sind von entscheidender Bedeutung. Wenn dieser Kettenprozess nicht als Ganzes durchgeführt werden kann, kommt es zu Engpässen im Hafen und im Einzugsgebiet sowie zu einer Verknappung auf dem Markt. Dadurch werden die industrielle Produktion, der Logistikprozess und die Gesellschaft insgesamt in Mitleidenschaft gezogen.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2020 wurden im Hafen von Rotterdam 112,4 Millionen Tonnen Waren umgeschlagen. Dies ist 9,3 % weniger als im ersten Quartal 2019.

Der Umschlagrückgang ist hauptsächlich den Segmenten Kohle, Rohöl und Ölprodukte zuzurechnen. Anstiege gab es beim Umschlag von Eisenerz, Biomasse, LNG (Flüssiggas) und anderem flüssigen Massengut.

Im ersten Quartal wurden 16,7 Millionen Tonnen Trockenmassengutumgeschlagen. Dies ist 14 % weniger als im Vergleichsquartal 2019. Der Kohleumschlag ging beträchtlich zurück ( 39,6 %), beinahe 3 Millionen Tonnen weniger. Der Hauptgrund dafür war die geringere Stromerzeugung aus Kohle in Deutschland und den Niederlanden. Stattdessen wurde mehr Strom aus Gas und Wind erzeugt, was auf einen niedrigen Gaspreis oder ein hohes Angebot an Windenergie aufgrund günstiger Wetterbedingungen zurückzuführen ist.

Der Eisenerzumschlag nahm um 15,7 % (920 Tausend Tonnen) zu. Die Stahlunternehmen haben im vergangenen Quartal größere Lagerbestände als im Vorjahr eingekauft, wobei die Produktionsmengen nicht gestiegen sind.

Die Menge an weiterem Trockenmassengut ist um 21 % ( 694 Tausend Tonnen) zurückgegangen. Dieser Rückgang steht im Zusammenhang mit verschobenen Bauprojekten und der Lieferung von Sand und Baumaterialien, die für diese Projekte benötigt wurden. Im ersten Quartal kam es aufgrund der rückläufigen Industrieproduktion in Deutschland auch zu einem geringeren Mineralientransport.

Der Biomasse-Umschlag ist um 106 % gestiegen. Diese Verdoppelung ist auf den Anstieg der Biomassenutzung im Kraftwerk Amer 9 in Geertruidenberg auf 80 % bis 90 % zurückzuführen.

Bei flüssigem Massengut war der Umschlag von Ölprodukten um 32,8 % rückläufig. Der Handel mit Heizöl zwischen Russland und Singapur, für den in den letzten Jahren Rotterdam als Umschlagplatz diente, ging erneut stark zurück. Stattdessen wurde ein Großteil des Heizöls direkt von Russland in die Vereinigten Staaten zur Raffination geliefert. Der Umschlag von Dieselkraftstoffen ist ebenfalls gesunken. Der rückläufige Umschlag für den Export von Dieselkraftstoff hängt mit dem verstärkten lokalen Einsatz von Seeschiffen infolge der neuen IMO-Vorschriften über Emissionen von Schiffsmotoren zusammen.

Die Rohöllieferungen gingen im vergangenen Quartal um 8 % zurück. Dabei wurden die im letzten Jahr aufgebauten Bestände im vergangenen Quartal für die Produktion verwendet. Der Umschlag von LNG (Flüssiggas) ist um über 18 % auf mehr als 2 Millionen Tonnen angestiegen. Insbesondere in das europäische Gasnetz wurde mehr LNG eingespeist. Der niedrige Gaspreis führte zu einem verstärkten Einsatz von Gas für die Stromerzeugung.

Der Umschlag von anderem flüssigen Massengut nahm um 710 Tausend Tonnen (9,3 %) zu. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf eine Zunahme von chemischen Produkten und Biodiesel zurückzuführen. Der Rotterdamer Hafen ist für diese Produkte in zunehmendem Maße ein zentraler Logistikstandort in Europa für den Import und für den Export in andere europäische Länder geworden.

Der Container-Umschlag in Tonnen war im ersten Quartal praktisch gleich ( 0,3 % in Tonnen, 4,7 % in TEU) gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres – damals ein Rekordquartal für Container (+5,9 % in Tonnen, +7,3 % in TEU). Interkontinental- und Feedercontainer verzeichneten einen Anstieg, während der Kurzstreckenseeverkehr einen Rückgang um 4,5 % zu verzeichnen hatte. Die Ursachen dafür waren die schwächere Konjunktur der letzten sechs Monate in Europa und der stagnierende Welthandel aufgrund von Handelskonflikten. Die Auswirkungen der Coronakrise waren Ende März bereits eingeschränkt spürbar, da das Angebot aus China nach dem teilweisen Lockdown im Februar geringer ausfiel. Seeschiffe benötigen vier bis fünf Wochen für die Fahrt. Daher wird dieser Effekt in Rotterdam erst später spürbar. Die Containermenge aus Asien lag um 2,8 % unter der Menge im ersten Quartal 2019.

Der RoRo-Umschlag ist um 7,3 % im Vergleich zum ersten Quartal des letzten Jahres gesunken. Infolge des Coronavirus-Ausbruchs gab es im März 2020 weniger Personen- und Warenverkehr zwischen dem Vereinigten Königreich und Rotterdam. Dabei muss bedacht werden, dass im März 2019 ein Rekordumsatz durch Hamsterkäufe im Vorfeld des Brexit, der zu diesem Zeitpunkt unmittelbar bevorstand, erzielt wurde. Der Umschlag von sonstigen Stückgütern war infolge des wirtschaftlichen Abschwungs etwas niedriger ( 3,2 %).

Die durch die Corona-Pandemie stark rückläufige Weltwirtschaft wird sich auch erheblich auf den Hafen von Rotterdam auswirken. Die Folgen eines Nachfragerückgangs aufgrund der Coronakrise wird erst im April wirklich sichtbar werden. Ein Rückgang der Umschlagmengen um 10 % bis 20 % auf Jahresbasis scheint nun sehr wahrscheinlich zu sein. Diese Prognose hängt von der Dauer der Maßnahmen und der Geschwindigkeit ab, in der sich die Produktion und der Welthandel erholen werden.

Im Containerbereich ist derzeit eine Verringerung der Kapazität um etwa 25 % zwischen Europa und Asien aufgrund geringerer Transportnachfrage zu beobachten. Dieser Kapazitätsabbau wird sich im kommenden Quartal auch im Hafen von Rotterdam deutlich bemerkbar machen.

Der RoRo-Verkehr ist direkt von der geringeren wirtschaftlichen Aktivität in Europa betroffen und wird solange ein deutlich geringeres Volumen haben, wie der Lockdown in den unterschiedlichen Ländern andauert.

Die Versorgung der deutschen Stahlindustrie mit Eisenerz und Kohle wird aufgrund der sinkenden Nachfrage aus der Automobil- und Bauindustrie zurückgehen. Der Nutzungsrückgang von Erdölprodukten für den Transport verringert außerdem die Notwendigkeit für Rohöl-Lieferungen. Die Volatilität auf dem Ölmarkt kann jedoch die Handelsströme wieder erhöhen.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 

 




Hafen Hamburg erneut „Beste Logistik Marke“

Die Mitglieder der BVL Bundesvereinigung Logistik e.V. und die Leser der Logistikzeitschrift LOGISTIK HEUTE haben den Hafen Hamburg in der Kategorie „Seehäfen“ nach 2017 erneut als „BESTE LOGISTIK MARKE 2020“ gewählt. Die Sieger der Leser- und Expertenwahl wurden gestern verkündet.


„Wir freuen uns über diese Auszeichnung. Neben der Anerkennung der hohen Leistungsfähigkeit des Hamburger Hafens drückt sie besonders die erfolgreiche Positionierung der Marke Hafen Hamburg im Markt aus“, erklärt Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM).

Hafen Hamburg Marketing beschäftigt in der Hamburger Zentrale und in den Repräsentanzen, die sich in Deutschland, Europa und Asien befinden, 43 Mitarbeitende. Gemeinsam mit seinen fast 300 Mitgliedern trägt der Verein die Marke Hafen Hamburg nach außen und stärkt dadurch die Position des Hamburger Hafens in den weltweiten Märkten. Hafen Hamburg agiert nicht als eigenständiges Unternehmen sondern fungiert als Dachmarke, unter deren Schirm hafennahe Betriebe organisiert sind, die von dem durch Hafen Hamburg Marketing etablierten positiven Image profitieren.

Die Aufgabe von Hafen Hamburg Marketing, gerade im stetigen Wettbewerb zu anderen Nordrange-Häfen, liegt darin, dem Hafenstandort und der gesamten Metropolregion ein klares Profil zu geben und es auch weiter zu schärfen. „Diese Herausforderung setzen wir sehr erfolgreich um, wie uns jetzt auch die Auszeichnung bestätigt“, freut sich Ingo Egloff, Vorstandskollege von Axel Mattern.

Zu dem Ausbau der Wettbewerbsposition trägt auch die Arbeit der Repräsentanzen bei, die sich in den verschiedenen Märkten für die Belange der HHM Mitgliedsunternehmen einsetzen und die Marke Hafen Hamburg im Binnenland bewerben. Verschiedene Veranstaltungsformate, die ein Zusammenkommen von Marktpartnern ermöglichen, Messe- und Konferenzbeteiligungen sowie Projektarbeit, in der sich HHM an EU- und national geförderten Ausschreibungen beteiligt, spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Versorgung der Mitglieder mit regelmäßigen Marktberichten und Statistiken, die Betreuung von Besuchergruppen und die vielfältigen Kommunikationskanäle von klassischer Pressearbeit bis zu Social Media Aktivitäten, der Website hafen-hamburg.de  und einer Port of Hamburg App runden den Leistungsumfang von Hafen Hamburg Marketing ab. HHM hat den Ausbau der digitalen Kanäle mit interaktiven Datenbanken für Schiffs-, Bahn- und Binnenschiffsverbindungen in den vergangenen Jahren vorangetrieben. Die Website erfreut sich guten Zuspruchs. Ein in der Krise aufgesetztes Portal zu Covid 19 hat in den vergangenen vier Wochen bereits über 100.000 Aufrufe erzielt.

Quelle: HHM, Foto: HHM / Catharina Pape, Ingo Egloff (l.) und Axel Mattern, Vorstände von Hafen Hamburg Marketing e.V.

 

 




Transportketten über Rostock funktionieren

Auf dem Rostocker Terminal für den Kombinierten Verkehr (KV), der Rostock Trimodal GmbH (RTM), sind im Monat März 8.806 Ladungseinheiten – und damit so viele wie noch nie zuvor in einem Monat umgeschlagen worden.

Intermodale Transportketten haben einen hohen Stellenwert im Umschlaggeschehen des Rostocker Überseehafens. Der Umschlag der kombinierten Ladeeinheiten erfolgt im Rostocker Hafen durch RTM, ein Gemeinschaftsunternehmen der EUROPORTS Germany, Kombiverkehr und ROSTOCK PORT. Die Anzahl der durch RTM umgeschlagenen Einheiten erlebt seit Jahren einen nahezu steten Aufwärtstrend. Diese Entwicklung setzte sich in Rostock auch im aktuellen Jahr, selbst nach Einsetzen der Corona-Krise fort.

Natürlich wird auch die derzeitige Krise Rückgänge in diesem Umschlagsegment verursachen – allerdings etwas zeitverzögert. So sind im Monat April nach derzeitigem Stand, Rückgänge durch ausgelegte Züge zu erwarten. Nichtsdestotrotz beweist die noch nie erreichte Anzahl umgeschlagener Einheiten des Kombinierten Verkehrs im Monat März die Krisenfestigkeit dieses Transportsystems. Während sich beispielsweise an den europäischen Landesgrenzen mitunter lange Staus durch wartende Lkw bildeten, ist unter diesen Umständen die Kombination der Verkehrsträger Schiene, Straße und See von Vorteil. Karsten Lentz, Geschäftsführer der EUROPORTS Germany GmbH betont: „Der Umschlag intermodaler Ladeeinheiten kann durch das Team der RTM sichergestellt werden. Dabei werden flexible Lösungen für die Kunden gesucht und gefunden, auch in diesen turbulenten Zeiten.“

Die ROSTOCK PORT GmbH baut die Terminalkapazitäten dem Bedarf entsprechend weiter aus. Die Stärkung des umweltfreundlichen Verkehrsträgers Schiene nimmt einen wichtigen Stellenwert in der Strategie des Hafens ein. Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer der ROSTOCK PORT GmbH erklärt: „Ein Schlüssel der Attraktivität von Hafenstandorten liegt in noch besseren Bahnangeboten. Der Eisenbahnhafen Rostock mit seinen rund 54 Kilometer langen Gleisen im Hafengebiet wie auch dem vorgelagerten Rangierbahnhof mit weiteren 180 Kilometer Gleislängen ist dafür prädestiniert. Die ROSTOCK PORT GmbH wird in Zusammenarbeit mit der DB Netz AG auch zukünftig dem Bedarf entsprechende Terminalkapazitäten bereitstellen, sowohl beim kombinierten als auch konventionellen Bahnverkehr.“

Der Überseehafen Rostock konnte bereits Anfang April mit der Ankunft des ersten Zuges von DB Cargo Eurasia mit chinesischen Containern die zunehmende Attraktivität des Standortes für kombinierte Verkehrslösungen aufzeigen.

Ab Rostock verkehren im Kombinierten Verkehr wöchentlich 31 Intermodal-Verbindungen von und nach Verona (16), Cervignano (2), Brünn (3), Lovosice (5), Curtici (1), Wuppertal (3), Halle / Schkopau (1).

Quelle: Rostock Port GmbH, Foto: Rostock Port/ nordlicht