Antwerpen will CO2 weiter reduzieren

Antwerpen unternimmt einen weiteren wichtigen Schritt zum nachhaltigen und emissionsärmeren Hafen: Acht führende Akteure im Hafengebiet, neben dem Hafen selbst die Unternehmen Air Liquide, BASF, Borealis, INEOS, ExxonMobil, Fluxys und Total, haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die mögliche Entwicklung einer Carbon Capture, Utilisation & Storage (CCUS)-Infrastruktur zu untersuchen.

Das Konsortium wird eine gemeinsame Studie über die wirtschaftliche und technische Machbarkeit solcher Anlagen durchführen. CCUS-Anwendungen können einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.

Der Kampf gegen den Klimawandel und die Auswirkungen von CO2-Emissionen erfordern innovative Konzepte. Als größter Energie- und Chemie-Cluster Europas ist der Hafen Antwerpen ein geeigneter Standort, um die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und innovative Lösungen zur CO2-Reduktion zu fördern. Um dies in die Praxis zu überführen, wird im Rahmen der Kooperationsvereinbarung eine Machbarkeitsstudie für Anlagen zur Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 (CCUS) im Hafen durchgeführt. Diese Anlagen sollen dem Prinzip des „Open Access“ folgen und stünden damit der gesamten Industrie im Hafen zur Verfügung.

Die CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture & Storage, CCS) sowie die Verwendung von CO2als Rohstoff für unterschiedliche industrielle Anwendungen (Carbon Capture & Utilisation, CCU) gelten als wichtige Instrumente für den Übergang zu einem emissionsärmeren Hafen. Die Projektpartner sind der Ansicht, dass beide Anwendungen langfristig erhebliche Wirkung zeigen und einen nützlichen Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele auf flämischer, belgischer und europäischer Ebene leisten können. Wenn sich die Vorschläge als technisch und wirtschaftlich machbar erweisen, kann die Entwicklung solcher Anlagen zu einer Verringerung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 führen.

In der ersten Phase werden die Partner detaillierte Studien über die technische und wirtschaftliche Machbarkeit von CO2-Anlagen zur Unterstützung von CCUS durchführen. Diese Analyse wird voraussichtlich rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Die finanzielle Unterstützung durch Flandern, die belgische Bundesregierung und die EU ist für die weitere erfolgreiche Durchführung des Projekts unerlässlich. Ein wichtiger Teil ist dabei die Vorbereitung von Förderanträgen.

Die Machbarkeitsstudie wird ebenfalls die Möglichkeiten der CO2-Speicherung untersuchen. Belgien verfügt nicht über eine geeignete geologische Bodenbeschaffenheit für die unterirdische Speicherung von CO2, so dass eine internationale Zusammenarbeit erforderlich sein wird. Um diese  Zusammenarbeit auf internationaler Ebene zu unterstützen, haben der Hafen Antwerpen und eine Reihe weiterer Partner Anfang des Jahres bei der Europäischen Kommission zwei Anträge auf Anerkennung als „Projects of Common Interest“ eingereicht. Beide Projekte bieten die Möglichkeit, die Entwicklung einer grenzüberschreitenden CO2-Verkehrsinfrastruktur zu untersuchen, inklusive einer Anbindung an Rotterdam (CO2TransPorts-Projekt) sowie Norwegen (Northern Lights-Projekt). Eine Entscheidung über diese Anträge wird bis Ende dieses Jahres erwartet. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werden die Ergebnisse dieser Anträge berücksichtigt sowie der Austausch mit anderen CO2-Speicherinitiativen gesucht, um tragfähige Konzepte für die CO2-intensiven Unternehmen in der Region zu entwickeln.

Jacques Vandermeiren, CEO des Hafens Antwerpen, erklärte: „Neben der Nutzung nachhaltiger Energiequellen und der Steigerung der Energieeffizienz von Produktionsunternehmen können CCUS einen wichtigen Beitrag zum Übergang zu einer nachhaltigen, emissionsarmen Kreislaufwirtschaft im Hafen leisten. In unserer Rolle als Community Builder wollen wir einen wesentlichen Teil dazu beitragen. Wenn eine solche gemeinsame Infrastruktur realisiert werden kann, dann wird sie der gesamten Industrie im Hafen zugutekommen.“

Quelle und Foto: Port of Antwerp

 

 

 

 




Horst Köhler besuchte Duisburger Hafen

Der neunte Bundespräsident a.D. der Bundesrepublik Deutschland, Horst Köhler, hat den Duisburger Hafen besucht. Köhler informierte sich über die Weiterentwicklung des gelungenen Strukturwandels durch das logport-Konzept und die aktuellen duisport-Projekte. Auch die neuesten Branchentrends der Logistik beim Startup-Accelerator startport waren Teil des Besuches.

duisports-Vorstandsvorsitzender Erich Staake empfing Horst Köhler im Beisein seiner Vorstandskollegen Professor Thomas Schlipköther und Markus Bangen.

Erster Besichtigungspunkt war logport I, wo Staake zunächst auf die einzigartige Erfolgsgeschichte in Duisburg-Rheinhausen einging:  Von Industriebrachen zu einem der führenden Logistikstandorte Europas. Auf dem ehemaligen Gelände des Krupp-Stahlwerkes in Rheinhausen ist ein boomendes Logistikareal entstanden. Auf der 265 Hektar großen Fläche beschäftigen heute rund 50 Unternehmen über 5000 Mitarbeiter. Insgesamt beschäftigt der Duisburger Hafen direkt oder indirekt über 47.000 Menschen und ist damit einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Rhein-Ruhr-Region.

Zweite Station des Hafenbesuches war die duisport-Tochter startport in der Werhahnmühle im Duisburger Innenhafen. startport hat sich seit seinem Start vor zwei Jahren für die Logistikbranche als Plattform für innovative Ideen mit internationaler Strahlkraft entwickelt.

Bereits 2006 besuchte Köhler den Duisburger Hafen zum ersten Mal im Rahmen einer Einladung nach Duisburg durch die Agentur für Arbeit. 2009 war das Diplomatische Korp der Bundesrepublik Deutschland in Duisburg zu Gast. Im Rahmen dessen war Horst Köhler ebenfalls vor Ort und informierte sich bei einer gemeinsamen Schiffstour mit dem damaligen Oberbürgermeister Adolf Sauerland und duisport-Vorstandsvorsitzenden Erich Staake über den Logistikstandort Duisburg.

„Wir freuen uns, dass wir den Bundespräsidenten a.D. Horst Köhler bereits zum dritten Mal persönlich im Duisburger Hafen begrüßen durften. Sein erneuter Besuch und das Interesse am Fortschritt des logport-Konzeptes sind eine Wertschätzung für Duisburg und die gesamte Region Rhein-Ruhr“, erklärt Erich Staake.

 Quelle: duisport, Foto: krischerfotografie, der duisport-Vorstand empfing den Bundespräsidenten a.D. und seine Ehefrau vor der Hauptverwaltung der Duisburger Hafen AG: (v. l. n. r.) Erich Staake (Vorsitzender des duisport-Vorstandes); Bundespräsident a.D. Horst Köhler; Eva Luise Köhler; Prof. Thomas Schlipköther (Mitglied des Vorstandes); Markus Bangen (Mitglied des Vorstandes) 

 

 

 




Interimsgeschäftsführer für den BÖB

Nach dem völlig unerwarteten Tod von Boris Kluge, dem langjährigen Geschäftsführer des Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen e. V. (BÖB), wird ab sofort bis zur Neubesetzung dieser Position Rainer Schäfer Interimsgeschäftsführer des BÖB.

„Mit Rainer Schäfer als Interimsgeschäftsführer haben wir einen fachlich anerkannten und versierten Kollegen an unserer Seite“, sagt BÖB Präsident Joachim Zimmermann.

Rainer Schäfer war bis April 2018 Geschäftsführer der Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH) und bis September 2018 Präsident des BÖB. Seit Mai 2019 ist er ehrenamtlicher Präsident der Hanse-Gesellschaft Neuss.

Quelle: BÖB, Foto: BÖB/ Michael Fahrig Berlin




Güterumschlag in der Schifffahrt wächst

Von Januar bis September 2019 wurde in den rheinland-pfälzischen Häfen mehr Fracht umgeschlagen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems meldeten die Schiffs- beziehungsweise Frachtführer in den ersten neun Monaten des Jahres einen Güterumschlag von 17,7 Millionen Tonnen; das waren 1,3 Millionen Tonnen beziehungsweise 8,3 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Der Empfang stieg um 5,7 Prozent auf 9,8 Millionen Tonnen, der Versand um 11,7 Prozent auf 7,8 Millionen Tonnen.

Die höchsten umgeschlagenen Tonnagen entfielen mit 3,72 Millionen Tonnen (plus 27,1 Prozent) auf die Güterabteilung „Erze, Steine und Erden, sonstige Bergbauerzeugnisse“, knapp gefolgt vom Bereich „Chemische Erzeugnisse“ mit 3,71 Millionen Tonnen (minus 1,3 Prozent) sowie der Abteilung „Kokerei- und Mineralölerzeugnisse“ mit 3,64 Millionen Tonnen (plus 18,3 Prozent).

In Ludwigshafen, dem größten Binnenhafen des Landes, wurden 1,5 Prozent mehr Güter umgeschlagen. Im zweitgrößten Hafen Mainz gab es ein Plus von 11,7 Prozent.

Die Ergebnisse basieren auf den monatlichen Meldungen der Schiffs- und Frachtführer über die Ein- und Ausladungen in rheinland-pfälzischen Binnenhäfen beziehungsweise an sonstigen Lösch- und Ladeplätzen des Landes.

Quelle und Grafik: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

 




Führungswechsel im GvSH

Zum 1. Januar 2020 wechselte turnusmäßig die Führung des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH). Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group, folgt auf Sebastian Jürgens, Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft, als Vorstandsvorsitzender.

Damit einhergehend übergibt Sven Wernecke die Geschäftsführung des Verbandes an Carsten Lorleberg, der dieses Amt bereits während der ersten Amtszeit Frank Schnabels bekleidete.

Rund dreieinhalb Jahre lenkten die LHG-Vertreter die Geschicke des Schleswig-Holsteinischen Hafenverbandes. Ein Hauptaugenmerk des scheidenden Vorsitzenden Jürgens lag auf der Förderung der kleineren Hafenstandorte Schleswig-Holsteins. Insgesamt drei Schleswig-Holsteinische Hafentage wurden mit dem Fokus auf die regionalen Häfen initiiert. Veranstaltungsorte waren Husum, Flensburg und Rendsburg.

Rückblickend stellt Jürgens fest: „Der Verband ist ein wichtiges Sprachrohr für die Interessen der Schleswig-Holsteinischen Häfen. Mir lag vor allem eine Stärkung der kleineren Häfen am Herzen. Diesen Häfen haben wir mit Hilfe der Verbandsarbeit die Möglichkeit geboten, ihre Anliegen prominent zu platzieren.“

Zum 1. Januar 2020 hat Frank Schnabel nun zum zweiten Mal den Vorstandsvorsitz des GvSH übernommen. Bereits von September 2011 bis März 2016 hatte er rund viereinhalb Jahre den Vorsitz im Verband inne. In dieser Zeit etablierte er unter anderem die jährliche Durchführung des schleswig-holsteinischen Hafentages.

Für Frank Schnabel ist es eine Ehre, dass der Vorstand und die Mitglieder ihm zum zweiten Mal das Vertrauen geben, die Führung des Verbandes zu übernehmen. „Die Häfen in Schleswig-Holstein punkten durch ihre Vielseitigkeit. Durch die Lage an zwei Meeren übernehmen die Häfen in unserem Bundesland eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben. Das macht sie genauso besonders wie bedeutend. Ich freue mich, in meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender die Interessen aller Häfen gegenüber Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit ab sofort wieder noch intensiver vertreten zu dürfen.“

Erstmals Gelegenheit dazu wird Schnabel am 13. Februar in Berlin bekommen. Dort findet das jährliche Parlamentarische Frühstück des GvSH in der Ständigen Vertretung SchleswigHolsteins beim Bund statt. Gemeinsam mit Dr. Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein treten die GvSHMitglieder in der lockeren Atmosphäre eines maritimen Frühstücks in den Dialog mit Bundestagabgeordneten. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen Bedeutung, Herausforderungen und Perspektiven der schleswig-holsteinischen Häfen als Drehkreuz der maritimen Logistik auf Landes-, Bundes- und Europäischer Ebene.

Quelle und Foto: Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen

 

 

 

 




HES Hartel Tankterminal abgeschlossen

Das Ziel ist erreicht! Die Kaimauern, die Landungsbrücke und die dazugehörigen Arbeiten für das neu zu errichtende HES Hartel Tankterminal konnten planungsgemäß abgeschlossen werden. Die Combinatie HHTT, die sich aus Van Hattum en Blankevoort (Koninklijke VolkerWessels), Mobilis (TBI) und Boskalis Nederland zusammensetzt, hat dem Hafenbetrieb Rotterdam als Auftraggeber des Projekts das Baugelände übergeben.

Insgesamt war mit diesem Auftrag ein Betrag in Höhe von gut 100 Millionen Euro verbunden. Im Dezember 2017 begann die Combinatie HHTT mit dem Bau dieses anspruchsvollen Projekts auf der Maasvlakte.

Das Projekt umfasste den Bau einer Tiefseekaimauer mit einer Länge von 1.200 Metern, eine Anbindung des neuen Kais an den bestehenden Kai, eine Kaimauer mit einer Länge von 1.000 Metern für fünf Binnenschiffe – mit Landstrom ausgestattet – und eine 350 Meter langen Landungsbrücke mit vier Liegeplätzen. Zudem wurden Erdbewegungs- und Baggerarbeiten durchgeführt.

Ronald Paul, COO des Hafenbetriebs Rotterdam, lobt das Teamwork mit der Combinatie HHTT: „Durch die ganze Technik ist der Bau einer Kaimauer für ein Tankterminal schon für sich genommen eine komplizierte Aufgabe. Zudem ging es um eine der tiefsten Kaimauern im ganzen Rotterdamer Hafen. Trotz der Entdeckung mehrerer archäologisch interessanter Schiffswracks hat die Combinatie HHTT die Arbeit innerhalb der vereinbarten Zeit fertigstellen können. Das ist ein ganz dickes Kompliment wert!“

Jeroen Bonekamp, Direktor Van Hattum en Blankevoort im Namen der Combinatie HHTT, ist stolz auf die erbrachte Leistung: „Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Hafenbetrieb Rotterdam hat die Bündelung von Knowhow und Fertigkeiten der Combinatie-Mitglieder zu einem reibungslos verlaufenen Bauwerk geführt, das technisch perfekt ist, keine schweren Unfälle mit sich brachte und pünktlich übergeben wurde. Wir haben gezeigt, was wir wert sind!“

Parallel zu den Bauarbeiten für die Kaimauern und die Landungsbrücke befindet sich seit dem 4. Quartal 2018 auch das Tankterminal im Bau. Die Inbetriebnahme des HES Hartel Tanklagers, eines Lagers für Ölprodukte und Biokraftstoffe, soll im Laufe des Jahres 2021 erfolgen. Weitere Informationen finden Sie unter www.hesharteltankterminal.eu.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Paul Martens, links: Situation zu Beginn der Arbeiten und nach Abnahme der Kaimauern und der Landungsbrücke am HES Hartel Tankterminal. 

 

 

 

 

 

 

 

 




Landstrom-Test in Rotterdam

Die Stadt Rotterdam und der Hafenbetrieb Rotterdam haben mit einem Testprojekt begonnen, kleine Seeschiffe an der Parkkade mit Elektrizität zu versorgen. Bei einer Versorgung mit Landstrom brauchen Schiffe ihre Generatoren nicht einzuschalten, um Elektrizität für die Nutzung an Bord zu produzieren. So werden Luftverschmutzung und Lärmbelästigung reduziert.

Der Testlauf ist für eine Dauer von ungefähr fünf Monaten ausgelegt. Während dieses Zeitraums werden fünf verschiedene Systeme ausprobiert. Im Hinblick auf die Größe und Konzeption ist dieser Test weltweit einzigartig.

„Mit dem Landstrom schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: er führt zu sauberer Luft und senkt die CO2-Belastung“, erklärt Arno Bonte, Beigeordneter für Luftqualität und Nachhaltigkeit der Stadt Rotterdam. „Ich erwarte, dass uns dieser Test Einblick darin gewährt, wie wir an mehreren Orten, und dabei vor allem in städtischen Gebieten, Landstrom einsetzen können.“

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam, erläutert: „Wir machen in Sachen Landstrom immer mehr Fortschritte. Für die Binnenschifffahrt ist der Landstrom bereits seit ungefähr zehn Jahren obligatorisch. Die Stena Line in Hoek van Holland verfügt bereits darüber. Wir werden für Heerema in der Nähe von Rozenburg Landstrom anlegen. In den kommenden Jahrzehnten müssen noch viel mehr Schiffe an die Steckdose. Dabei gilt: Je größer das Schiff, desto schwieriger und teurer ist das Ganze. Und das erfordert somit Zeit.“

Die Parkkade zeichnet sich besonders dadurch aus, dass man nicht einen festen Stromanschluss einsetzt, sondern sich mobiler Konzepte bedient. Dadurch kann man die Steckdosen dort einsetzen, wo Bedarf an Landstrom besteht. Es werden verschiedene Energiequellen in Betracht gezogen – wie zum Beispiel Wasserstoff- Batterie-, (Bio-)LNG- und Hybrid-Lösungen. Bei der zuletzt genannten Möglichkeit werden verschiedene Quellen miteinander kombiniert. Für die genannten Brennstoffe ist vor Ort ein Generator erforderlich, damit diese in Strom umgewandelt werden können.

In dem Test werden vor allem die technische und wirtschaftliche Machbarkeit, die Nutzerfreundlichkeit und die Auswirkungen auf die Umgebung untersucht. Während der Tests werden Messungen vorgenommen, um den Rückgang der Lärm- und Emissionswerte dieser Systeme festzuhalten. Diese Werte werden verglichen mit den Werten des selben Schiffs, welches mit seinen eigenen Generatoren Strom erzeugt.

An der Parkkade legen viele Küstenschiffe von Reedereien wie Wilson, Vertom und Wijnne&Barends an. Im Prinzip kann jedes Seeschiff, das dort anlegt, den mobilen Landstrom nutzen. Es sind jedoch noch lange nicht alle Seeschiffe mit einem Anschlussstecker ausgerüstet.

Die Kosten für das Testprojekt liegen bei ungefähr 500.000 Euro. Finanziert wird der Test vor allem mit Mitteln des staatlichen „Nationale Samenwerkingsovereenkomt Luchtkwaliteit“ (nationaler Kooperationsvertrag Luftqualität). Ziel ist die Verbesserung der Luftqualität in – vor allem – städtischen Gebieten.

Nach dem Test mit dem mobilen Landstrom an der Parkkade wird 2020 ein zweiter Test gestartet. Dieser richtet sich dann vor allem auf innovative Landstromkonzepte für größere Seeschiffe. Hierfür stehen Gelder in Höhe von 1,5 Millionen Euro bereit.

Berechnungen von DNG GL und des Hafenbetriebs Rotterdam zeigen auf, dass der Gesamtenergiebedarf von Seeschiffen im Hafen bei rund 750 – 850 Gigawattstunden (GWh) liegt. Das entspricht ungefähr dem Energieverbrauch von 200.000 Haushalten. In diesem Bereich können somit Verbesserungen bezüglich Luftqualität, Lebensqualität und Klima erzielt werden.

Es ist relativ einfach, Landstrom zu installieren und diesen für die Binnenschifffahrt und Fährschiffe rentabel zu machen. Erstere verbrauchen relativ wenig Energie, Letztere fahren auf festen Routen, so dass abgesehen von den Schiffen selbst nur in wenigen Häfen Einrichtungen für den Landstrom benötigt werden.

Der Landstrom für die Schifffahrt ist aufgrund des höheren Stromverbrauchs und der Tatsache, dass die Schiffe viele verschiedene Häfen anlaufen, eine komplexere Angelegenheit. Das erfordert eine Zusammenarbeit zwischen Häfen, Terminals und Reedereien. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass große Seeschiffe sehr viel mehr Elektrizität verbrauchen. Kreuzfahrtschiffe beispielsweise gleichen mit ihren Tausenden Passagieren und Besatzungsmitgliedern beim Stromverbrauch dem einer Kleinstadt.

Die fünf Unternehmen, deren Landstromsysteme in den kommenden Monaten getestet werden, sind:

  • ENGIE Ventures & Integrated Solutions B.V.: Ein Hybrid-System mit einer Big Battery Box, integriert in einen mit Biokraftstoff (HVO) betriebenen Motor-Generator;
  • PON Power & Schwestergesellschaften: Hybrid-Container mit einer Batterie, in Kombination mit einem mit blauem Diesel (HVO) betriebenen Generator in einem 20-Fuß-Container, mit Sonnenkollektoren auf dem Dach;
  • Aggreko Benelux: LNG-betriebener Gasmotor in einem 20-Fuß-Container;
  • Mobiele Stroom BV: Bio-LNG-betriebene Turbine in einem 20-Fuß-Container; sowie
  • JP-Energiesystemen B.V: Ein mit Wasserstoff betriebenes Brennstoffzellenaggregat, in Kombination mit einer kleinen Batterie.

Quelle und Video: Stadt Rotterdam und Hafenbetrieb Rotterdam

 




Niedersachsen Ports saniert zwei Kaianlagen

Hafenbauwerke sind in ihrer Lebensdauer vielseitigen Belastungen ausgesetzt. So wirken zum Beispiel auf der Wasserseite Wasserdruck ein, der durch die Gezeiten schwankt. Darüber hinaus sorgen Schiffe für einen Lastzug auf die Kaianlage. An Land drückt von der Seite der Boden gegen das Bauwerk. Von oben wird der Hafenbereich durch schwere Umschlag- oder Transportmaschinen belastet.

Eine Aufgabe von Niedersachsen Ports besteht darin, den Zustand der Kaianlagen regelmäßig zu überwachen und zu prüfen. Daraus wird der Maßnahmenplan für die Anlagen erstellt, die aus Sicherheitsgründen saniert oder instand gesetzt werden müssen. Im Emder Hafen sind es derzeit zwei Projekte: Während die Kaianlage im Borssumer Hafen in den letzten Tagen fertig gestellt worden ist, beginnen in diesen Tagen die Arbeiten an der Nordkaje im Industriehafen.

„Für uns ist es entscheidend, dass sich unsere Häfen durch leistungsfähige Infrastruktur auszeichnen. Wir müssen vorausschauend genauso den zukünftigen Bedarf im Blick haben, wie unseren aktuellen Bestand. So gelingt es uns, verantwortungsvoll und gezielt mit den Ressourcen umzugehen“, erklärt Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG.

Im Emder Binnenhafen auf der westlichen Seite des Borssumer Hafens ist die vorhandene Kaianlage auf einer Länge von rund 100 Metern instand gesetzt worden. Dadurch ist die Standsicherheit der Spundwand wieder auf ein Niveau gebracht worden, das der Norm entspricht. Die neuen Leitern und Poller, der neu gebaute Stahlbetonholm und eine rund neun Meter breite, frisch gepflasterte Fläche parallel zur Kaianlage sind die sichtbaren Ergebnisse der Baumaßnahme. Unsichtbar unter der (Wasser-) Oberfläche ist die angepasste Verankerung und die Verbindung zur Spundwand.

Begonnen haben die Arbeiten im Juni mit dem Rückbau der alten Teile und Bereiche des Bauwerks. Zu Einschränkungen für den Baustoffumschlag kam es bis zur Fertigstellung im November nicht, da dieser ausschließlich von Herbst bis Frühling eines Jahres stattfindet.

Zu den physikalischen Kräften und dem Zahn der Zeit hat am Nordufer im Industriehafen in Emden die Bohrmuschel dazu beigetragen, dass die Kaianlage saniert werden muss. Die hölzernen Pfahlroste, die Lasten in den Baugrund ableiten, sind davon befallen.

In diesen Tagen wird die vor über 100 Jahren errichtete Kaianlage zurück gebaut. Die vorhandene Schwergewichtswand wird abgetragen. Mehr als 1000 Pfähle aus Holz und teilweise aus Stahl werden abgetrennt, um im Anschluss ein geböschtes Ufer auf der gesamten Länge von 300 Metern aufzubauen. Die Sicherung der Böschung zum Stichkanal erfolgt durch eine teils rückverankerte Flügelspundwand, die an die vorhandene Spundwand angeschlossen wird.

Die Kaianlage ist weiträumig gesperrt und gesichert. Die Sanierung ist erforderlich, um die Sicherheit und Leichtigkeit der Schifffahrt weiterhin zu gewährleisten.

Die Kosten der beiden Sanierungsmaßnahmen ergeben zusammen mehr als zwei Millionen Euro.

Quelle und Foto: Niedersachsen Ports

 




Wirksam handeln, Werte schaffen

Die Hamburg Port Authority (HPA) informiert mit dem jetzt  vorgestellten Nachhaltigkeitsbericht über die nachhaltige Entwicklung der Jahre 2017 und 2018. Der vorgelegte Nachhaltigkeitsbericht betrachtet dabei erstmals nicht nur das Handeln der HPA, sondern die gesamte nachhaltige Entwicklung des Hamburger Hafens. Dafür wurde auf Initiative des Senats und unter der Schirmherrschaft der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) eine Projektgruppe aus Akteuren der Wirtschaft gegründet.

Unter der Federführung der HPA beteiligten sich in den vergangenen zwei Jahren Stakeholder wie beispielsweise die Handelskammer, der Unternehmerverband Hafen Hamburg, der Industrieverband Hamburg, der Zentralverband Deutscher Schiffsmakler, der Verein Hamburger Spediteure, die Logistik-Initiative Hamburg, der Hafen Hamburg Marketing e.V. sowie die Behörde für Umwelt und Energie, die BWVI und der Deutsche Gewerkschaftsbund. Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht informiert damit sowohl über die Aktivitäten der genannten Teilnehmer, aber auch in einem Extrateil über die Nachhaltigkeitsleistungen der HPA und ihrer Töchter.

Die entwickelte Nachhaltigkeitsstrategie sowohl für die HPA als auch für den gesamten Hafen beruht auf dem Shared Value Ansatz – was sich auch im Titel „Wirksam handeln, Werte schaffen“ widerspiegelt. So legt der Nachhaltigkeitsbericht vor allem einen Fokus auf den gesellschaftlichen Mehrwert des Hamburger Hafens für die Menschen in der Stadt und der Region. Verantwortungsvolles Hafenmanagement bedeutet in diesem Kontext vor allem, wertstiftend zu handeln.

Ein wichtiges Beispiel für nachhaltiges Handeln im Hamburger Hafen greift der Bericht am Beispiel der Hafenbahn auf. Hier konnte durch eine wiederholte und kontinuierliche Effizienzsteigerung in der Zugabfertigung sowohl die Wertschöpfung gesteigert, als auch gleichzeitig zunehmend ressourcenschonend agiert werden. Zudem ist es der HPA durch aktives Handeln gelungen, ihren CO2-Footprint 2018 im Vergleich zum Jahr 2012 um 50 Prozent zu reduzieren. Auch beim Sedimentmanagement weist die HPA eine Verwertungsquote von mittlerweile 64 Prozent auf.

Auf den gesamten Hafen betrachtet, ist den Stakeholdern eine Reduktion der CO2-Emssionen um 100.000 t/a gelungen. Zusätzlich konnten verkehrsbedingte Luftschadstoffe durch die wasserseitige Verkehrsverlagerung und Flottenmodernisierungen gesenkt werden. Darüber hinaus haben die Beteiligten die Arbeit im Hafen als einen wesentlichen Aspekt für nachhaltiges Handeln identifiziert. So sind im Wettbewerb um Fachkräfte und zur Steigerung der Attraktivität von Branchen und Berufen gute Arbeitsbedingungen, interkulturelle Offenheit und eine gesunde sowie sichere Arbeitsumgebung entscheidende Erfolgsfaktoren. Gemeinsam formulierter Anspruch der Projektgruppe ist es, dass sich der Hamburger Hafen auch in Zukunft dadurch auszeichnet, hochwertige und attraktive Arbeitsplätze im Rahmen einer guten Sozialpartnerschaft bereitzustellen.

„Wir wollen, dass der Hamburger Hafen in der Zukunft nachhaltig und resilient bewirtschaftet wird. Der Hafen soll Wertschöpfung generieren, ohne die CO2-Bilanz zu verschlechtern. Zu einer nachhaltigen Entwicklung gehören kurz gesagt: Stadt und Hafen, Reduktion von Emissionen und Verbräuchen, attraktive Arbeitsplätze und die Entwicklung der Tideelbe als Natur- und Wirtschaftsraum“, sagt Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

„Mir bedeutet es sehr viel, dass wir erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht für den gesamten Hafen vorgelegt haben, an dem alle wichtigen Partner mitgearbeitet haben. Denn nur gemeinsam können wir uns den Herausforderungen von morgen stellen“, sagt Jens Meier, CEO der HPA. „Nachhaltigkeit heißt für uns aber auch, die eigene Organisation anpassungsfähig und leistungsstark zu machen. Ein wichtiger Schlüssel ist, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fit für den Wandel zu machen, beispielsweise indem wir sie für die Digitalisierung qualifizieren. Zudem werden wir dadurch verhindern, dass der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko wird.“

Der Berichtsteil der HPA wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars GmbH & Co. KG geprüft. Der Nachhaltigkeitsbericht für den gesamten Hamburger Hafen erscheint künftig alle zwei Jahre. Der Nachhaltigkeitsbericht 2017/2018 kann ab sofort im Download-Center der HPA heruntergeladen werden:
www.hamburg-port-authority.de.

Quelle und Grafik: HPA

 

 

 




Starker Zuwachs bei Containern mit den USA

Anfang des Jahres 2019 nahmen vier neue Transatlantik-Dienste der Reedereiallianz THE Alliance den Hamburger Hafen in ihren Fahrplan auf. Der Containerumschlag mit den USA hat sich somit vervierfacht.

Dies führte dazu, dass sich die USA sprunghaft von Platz 17 auf Platz zwei der Handelspartner Hamburgs verbesserte. Auch im dritten Quartal konnte das anhaltende Wachstum, mit einem Zuwachs von 325 % von Januar bis September dieses Jahr, weiter beobachtet werden.

Diese und weitere Informationen stellt Hafen Hamburg Marketing e.V. für seine Mitgliedsunternehmen in den Verkehrswirtschaftlichen Informationen (VWI) zusammen. Diese informieren über aktuelle Infrastrukturprojekte, Umschlagzahlen, Entwicklungen in US-Häfen und Veränderungen in Liniendiensten. Die VWI sind in deutscher und englischer Sprache verfügbar.

Quelle: HHM, Foto: ONE / Dietmar Hasenpusch