CCS-Projekt Porthos einen Schritt weiter

Die Projektorganisation Porthos hat ein Übereinkommen mit vier Unternehmen unterzeichnet, in den kommenden neun Monaten parallel an Vorbereitungen für Abscheidung, Transport und Speicherung von CO2 zu arbeiten. Bei diesen Unternehmen handelt es sich um ExxonMobil, Shell, Air Liquide und Air Products. Die Abscheidung soll in deren Raffinerien und bei diesen Wasserstoff-Produzenten in Rotterdam erfolgen. Der Transport zur Nordsee sowie die Speicherung in der Tiefe der Nordsee wird von Porthos vorbereitet, einer Projektorganisation, die sich aus EBN, Gasunie und dem Hafenbetrieb Rotterdam zusammensetzt.

CCS (Carbon Capture und Storage) ist ein wichtiges Element bei der Erreichung der im niederländischen Klimaabkommen festgeschriebenen Ziele. CCS wird ebenfalls für die Produktion von klimaneutralem blauem Wasserstoff gebraucht, anhand dessen es der Wasserstoffwirtschaft möglich sein wird, schnelle Fortschritte zu machen.

Die Projektorganisation Porthos hat inzwischen die FEED-Phase gestartet. Mehrere Millionen Euros werden in dieser Phase für die technischen Vorbereitungen investiert. Aus diesem Grunde ist es wünschenswert, dass Porthos über eine Art Verpflichtungserklärung seitens des Wirtschaftssektors verfügt, dass er tatsächlich die CO2-Infrastruktur nutzen wird. Diese Verpflichtungserklärung wurde nun von den vier Unternehmen abgegeben. Sie zeigt, dass es mehr als genug Interesse seitens Unternehmen zur Lieferung von CO2 gibt. Die Verpflichtung des Wirtschaftssektors ist jedoch nicht bindend: Die Unternehmen können sich noch immer zurückziehen, und andere Unternehmen können sich anschließen. Parallel dazu hat sich Porthos dazu verpflichtet, die Vorbereitungen für den Transport und die Speicherung von CO2 in der Tiefe der Nordsee fortzusetzen.

Gemäß dem Zeitrahmen wird zum September 2020 eine SDE++-Ausschreibung, das nationale Programm zur CO2-Reduktion, gestartet. Eine SDE++ Subvention ist erforderlich, um die Differenz zwischen den Kosten für das Emissionshandelssystem (ETS) und den Gesamtkosten für die Abscheidung, den Transport und die Speicherung von CO2 zu überbrücken. Auf diese Weise können die Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig zur Erreichung der Ziele des niederländischen Klimaabkommens beitragen. Es wird erwartet, dass Anfang 2021 bekannt ist, ob diese Subvention gewährt wird und wie der Finanzrahmen für alle Beteiligten aussehen wird. Dann müssen die Unternehmen die endgültige Entscheidung hinsichtlich der Abscheidung von CO2 und der Lieferung an Porthos treffen. Es soll möglich sein, das erste CO2 Ende 2023 in den Tiefen der Nordsee zu speichern.

Quelle und Grafik: Port of Rotterdam

 

 

 




Montage der Brücken der Theemsweg-Trasse

Am Mittwoch, 4. Dezember 2019, wurde zwischen 10:00 und 15:00 Uhr, das letzte Bogenelement der Stahlbrücke der zukünftigen Theemsweg-Trasse am Thomassentunnel hochgezogen. Dann sind die zwei Bogenbrücken am Montagestandort fertiggestellt, so dass sie kommenden Frühjahr über die Straße an ihren definitiven Standort transportiert werden können.

Das wird im März 2020 für die Brücke an der Rozenburg-Schleuse und zwei Monate später für die Brücke am Thomassentunnel der Fall sein. Die Zwischenzeit wird von der Baukombination unter anderem für weitere Fertigstellungs- und Schweißarbeiten, das Einbringen der Brückenpfeiler und die Aushärtung des Auflagebalkens genutzt.

Es geht um eine Bogenbrücke mit einer Überspannung von 156,1 Metern und einer Gesamtlänge, einschließlich der Vorlandbrücken, von 269,1 Metern. Diese Brücke wird ab nächstem Jahr recht imposant zu sehen sein, denn nach dem Frühjahr 2020 fährt der Verkehr auf der A15 unter ihr hindurch. Die andere Bogenbrücke, bei der Rozenburg-Schleuse, weist eine Gesamtlänge von 176,8 Metern auf. Der Bau der Theemsweg-Trasse verläuft noch völlig planmäßig. Ende 2021 wird voraussichtlich der erste Zug über die Brücke fahren.

Im Rotterdamer Hafengebiet wird die Hafenbahnlinie, der erste Teil der Betuweroute, verlegt. Der neue Bahnstreckenabschnitt mit einer Länge von über 4 km, mit der Bezeichnung „Theemswegtracé“ (Theemsweg-Trasse), wird Ende 2021 übergeben und ist eine Lösung für den Kapazitätsengpass an der Calandbrücke bei Rozenburg.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, Mittwoch, dem 4. Dezember 2019 wurde der letzte Bogenelement der Stahlbrücke der zukünftigen Theemsweg-Trasse am Thomassentunnel hochgezogen.

 




Die Bahn – Erfolgsfaktor für die Häfen

In Hamburg trafen sich Experten aus der Bahn- und Hafenbranche zur 3.  Bahnkonferenz Schienengüterverkehr und Häfen. In der vom Arbeitskreis Schiene der Logistik-Initiative Hamburg und Hafen Hamburg Marketing gemeinsam organisierten Konferenz ging es um die Herausforderungen und Perspektiven für den Intermodalverkehr in Verbindung mit den Häfen. Digitalisierung und Innovation bei der Realisierung umweltfreundlicher Lieferketten standen im Fokus.


Die „3. Bahnkonferenz Schienengüterverkehr und Häfen“ brachte in Hamburg viele Experten aus den Bereichen Eisenbahnnetz, Bahnoperateure sowie Terminal- und Hafenbetriebe zusammen. Der Tagungsraum in der Handelskammer Hamburg war mit den rund 150 Teilnehmern gut gefüllt. „Das große Interesse verdeutlicht, dass eine Bahnkonferenz mit Fokus Schienengüterverkehr und Häfen als Plattform zum fachlichen Austausch im Markt angenommen wird“, sagt Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing. Zur Eröffnung der Konferenz sprach der ehemalige Bahnchef und Vorsitzende des Aufsichtsrats der Hamburger Hafen und Logistik AG, Prof. Dr. Rüdiger Grube. In seinem Vortrag wagte er einen Ausblick auf die weltwirtschaftlichen Entwicklungen und die Perspektiven der deutschen Wirtschaft. Im Zentrum seiner Ausführungen standen die Verflechtungen der deutschen Wirtschaft mit dem chinesischen Markt und die Bedeutung Chinas für den Hamburger Hafen. Für die deutsche Wirtschaft sei seiner Meinung nach entscheidend, ob sie weiterhin schnell und innovativ auf Entwicklungen reagieren könne. Ein großer Vorteil sei der hohe Anteil an mittelständischen Unternehmen mit mehr als 1.300 „Hidden Champions“. Im weiteren Verlauf der Konferenz ging es in den Fachvorträgen um die Anforderungen der Reedereien an die Häfen und die Entwicklungen im Schifffahrtsmarkt, um die Kurzstreckenverkehre auf der Schiene, Fragen der Digitalisierung und die Situation der Bahnverkehre von und nach China.

Die Initiatoren der Bahnkonferenz Schienengüterverkehr und Häfen sind die Logistik-Initiative Hamburg und Hafen Hamburg Marketing. Die beiden Organisationen sind auch die Gründer des Arbeitskreises Schiene. Eingeladen wurden interessierte Mitglieder und zahlreiche Vertreter von Unternehmen und Organisationen aus Hamburg und dem Binnenland.

Quelle: HHM, Foto: HPA-Bildarchiv: Paulo Kalkhake

 

 

 




Riesige Windturbine auf der Maasvlakte

Die weltweit größte Windturbine, die Haliade-X, wird auf der Maasvlakte getestet. Diese „Pilotanlage“ kam dank eines innovativen fruchtbaren Austauschs des amerikanischen Unternehmens GE Renewable Energy, der niederländischen Unternehmen Sif Netherlands und Pondera Consult zustande.

Auf der Maasvlakte drehen sich seit kurzem gigantische Flügel mit einer Länge von 107 Metern. Diese gehören zur Haliade-X 12 MW, der weltweit stärksten Windturbine. Sie weist eine Gesamthöhe von 260 Metern auf, hat eine Leistung von zwölf (12) Megawatt und kann damit so viel Energie erzeugen, dass 16.000 Haushalte in der Region mit Strom versorgt werden können. Zum Vergleich: Die Windturbine in der Nähe der Van Brienenoord-Brücke hat eine Leistung von höchstens drei (3) Megawatt.

Auf dem 62 Hektar großen Gelände am Pieter van Vollenhovenweg errichtet Sif Netherlands Fundamente für Offshore-Windparks. Und seit kurzem ist dies somit auch ein Teststandort für die Haliade-X.

Für die Dauer von fünf Jahren wird die Windturbine gründlich getestet, damit die Leistungen der Windturbine und die operativen Abläufe beurteilt werden können. Sif und Pondera (Consultingfirma im Bereich nachhaltiger Energien) haben zu diesem Zweck das Joint Venture mit dem Namen „Future Wind“ gegründet. GE Renewable Energy hat mit diesen Partnern einen Vertrag unterzeichnet, der eine Testdauer von fünf Jahren und eine Service- und Wartungsdauer von fünfzehn Jahren einschließt.

Die Errichtung der Haliade-X auf der Maasvlakte passt voll und ganz in das Bestreben von Rotterdam, sich zum Vorreiter auf dem Gebiet nachhaltiger Energien zu entwickeln. Dazu stimuliert der Hafenbetrieb Rotterdam Initiativen, die zu einem „intelligenten“ und „sauberen“ Hafen führen – und bringt der Hafenbetrieb Geschäftsparteien zusammen, die sich für einen innovativen fruchtbaren Austausch eignen. Genau das ist der Fall bei Sif und GE. „Der erste Kontakt wurde über den Hafenbetrieb Rotterdam geknüpft“, erzählt Diederik de Bruin von Sif. „Dessen Mitarbeiter berichteten von den Plänen von GE und haben uns aneinander gekoppelt.“

Das Projekt passte voll und ganz in das Bestreben von Sif, die eigene Produktion CO2-neutral zu gestalten. „Wir setzen einen Großteil der erzeugten Windenergie dazu ein, unsere Produktionsstandorte in Roermond und Rotterdam mit Strom zu versorgen. Zudem unterstützen wir GE, wo dies erforderlich ist, und zudem stellen wir den Standort zur Verfügung.“ Das letztendliche Ziel dieser Testphase ist die Zertifizierung der Windturbine, so dass die Turbine in Serienproduktion gehen kann. In der zweiten Jahreshälfte von 2021 sollen die ersten Typen dieser Windturbine geliefert werden.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Foto: Port of Rotterdam/ Danny Cornelissen

 

 

 




Lokomotiv-Werkstatt Rotterdam eröffnet

Der neue Locomotive Workshop Rotterdam (LWR) auf der Maasvlakte ist festlich eröffnet worden, eine Hightech-Werkstatt, in der alle Lokomotivtypen gewartet, repariert und zertifiziert werden können. Einzigartig für die Niederlande sind die Testgleise mit Oberleitung, die mit allen in Europa gängigen Netzspannungen der Eisenbahnstrecken versehen werden können.

Dank der Eröffnung des LWR auf der Maasvlakte wird es für Betreiber von Güterzügen attraktiver, mehr Güter vom Rotterdam Hafen aus und dorthin zurück über die Schiene zu transportieren. Damit werden die Ambitionen des Hafenbetriebs Rotterdam unterstützt, den Anteil des Schienenverkehrs im europäischen Güterverkehr weiter zu steigern.

Die Eröffnungsfeierlichkeiten fanden in Anwesenheit von Vertretern des Lokomotivherstellers Siemens Mobility, der Zug-Leasing-Gesellschaft Mitsui Rail Capital Europe (MRCE), des Schienenbetreibers ProRail und des Hafenbetriebs Rotterdam statt. LWR ist ein Joint-Venture von Siemens Mobility und MRCE.

Die Werkstatt verfügt über acht Parkgleise und sechs Arbeitsgleise und ist über eine im Hauptgleis befindliche Weiche mit dem Eisenbahnnetz verbunden. Über zwei parallele Gleise erreichen und verlassen die Lokomotiven das Gelände. Mit einer beweglichen Bühne werden ankommende Lokomotiven auf das richtige Gleis gesetzt. Die Lokomotiven werden, bevor sie in die Werkstatt einfahren, erst in einer Wäscherei gereinigt. Auf der Unterflur-Radsatzdrehmaschine können die Eisenbahnräder erneut mit einem Profil versehen werden.

Der Hafenbetrieb Rotterdam strebt eine optimale Verteilung des Güterverkehrs über die Schiene, die Straße und die Binnenschifffahrt an. Von Rotterdam aus werden die meisten Container per LKW zu ihrem Zielort transportiert. Das sorgt für einen hohen Druck auf den Autobahnen rund um Rotterdam und anderswo. Der Hafenbetrieb Rotterdam, Behörden und die im Hafen ansässige Wirtschaft verfolgen das Bestreben, den Anteil des Schienenverkehrs im europäischen Güterverkehr weiter zu steigern.

Anhand einer Vielzahl von Projekten setzt sich der Hafenbetrieb Rotterdam dafür ein, dass mehr Container über die Schiene und die Binnenschifffahrt transportiert werden. Auf diese Weise versetzt der Hafenbetrieb Rotterdam Betreiber in die Lage, ihre Logistik zu optimieren und ihre Aufenthaltsdauer im Hafen zu minimieren, indem über PortShuttle Güter von Terminals aus transportiert werden, wo sie kleine Mengen halten. Zudem beschäftigt der Hafenbetrieb Rotterdam verschiedene Experten, die Empfehlungen im Hinblick auf die Einrichtung von Schienenverbindungen nach Rotterdam – einschließlich der Abfertigung im Hafen – aussprechen können.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 




Ziel der HHLA: bis 2040 klimaneutral

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) verstärkt ihre Anstrengungen für mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung. Bis zum Jahr 2040 soll der gesamte Konzern klimaneutral sein. Die bisher bereits erfolgreich umgesetzte Nachhaltigkeitsstrategie wird künftig unter der Marke „Balanced Logistics“ umgesetzt. Damit unterstreicht die HHLA ihren Anspruch, sowohl wirtschaftlich erfolgreich zu sein als auch soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen.

Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende: „Die Menschen in Hamburg können sich auf die HHLA verlassen. Wir sind uns unserer Verantwortung für den Klimaschutz sehr bewusst und setzen deshalb konkrete Maßnahmen für einen effizienten und nachhaltigeren Containerumschlag sowie klimafreundliche Transportketten um. Ungeachtet der Dynamik, die die aktuelle Klimaschutzdebatte derzeit entfaltet, unternimmt die HHLA bereits seit vielen Jahren große Anstrengungen, um die Energieeffizienz ihrer Prozesse zu steigern, Ressourcen zu schonen und Emissionen konsequent zu reduzieren. So haben wir unser selbstgestecktes Ziel einer Senkung der CO2-Emissionen je umschlagenen Container um mindestens 30 Prozent bis 2020 im vergangenen Jahr bereits vorzeitig erreicht. Nun stecken wir uns neue Ziele. Wir arbeiten daran, unsere absoluten CO2-Emissionen bis 2030 gegenüber dem Jahr 2018 zu halbieren. Bis 2040 soll der gesamte HHLA-Konzern klimaneutral sein.“

Um noch deutlicher zu machen, wofür die HHLA bei diesem gesellschaftlich wichtigen Thema steht, wird die Nachhaltigkeitsstrategie künftig unter dem Leitmotiv „Balanced Logistics“ umgesetzt und mit einem entsprechenden Logo sichtbar gemacht. „‚Balanced Logistics‘ bedeutet für uns, ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Erfolg, guten Arbeitsbedingungen, gesellschaftlicher Verantwortung und dem Umwelt- und Klimaschutz zu finden“, erklärte Titzrath heute auf einer Pressekonferenz in Hamburg. „Denn nur als erfolgreiches und wettbewerbsfähiges Unternehmen haben wir die Mittel und Möglichkeiten, nachhaltig in unsere Mitarbeiter zu investieren und unserer Verpflichtung für Gesellschaft und Umwelt nachzukommen“, sagte Titzrath.

Die HHLA betrachtet intelligente, nachhaltige Lösungen als Chance für neue Geschäftsmodelle und steigende Wertschöpfung. „Wer frühzeitig in innovative, klimaschonende Technologien investiert, hat schneller tragfähige Resultate, die bei Shareholdern, Kunden, Mitarbeitern und in der Gesellschaft gleichermaßen Akzeptanz finden“, so die Vorstandsvorsitzende. Dabei müsse man sich auch neuen Technologien ohne Vorbehalte annähern, um die Herausforderungen der Zukunft konsequent anzugehen.

Ein Handlungsfeld ist der Container Terminal Altenwerder (CTA), der 2019 als weltweit erste klimaneutrale Umschlaganlage für Container vom TÜV Nord zertifiziert wurde. Die Hamburger Kaianlage ist einer der technologisch modernsten und effizientesten Containerterminals der Welt, der seit der Inbetriebnahme 2002 stetig weiterentwickelt wurde. Der Betrieb des CTA erfolgt inzwischen überwiegend elektrifiziert mit Ökostrom. Terminalprozesse, die heute noch CO2-Emissionen verursachen, werden sukzessive auf elektrifizierten Betrieb umgestellt bzw. die Umstellung wird erprobt.

Über sogenannte Emissionsreduktions-Zertifikate kompensiert die HHLA die derzeit noch emittierten CO2-Emissionen und unterstützt dabei klimafreundliche Projekte, die nach dem höchsten Gold-Standard gemäß Voluntary Emission Reduction (VER) zertifiziert sind: Windkraftanlagen in Indien, reibungsarme Antifouling-Farben für Schiffsrümpfe und die Aufforstung von Regenwald in Panama. Im nächsten Jahr wird der CO2-Fußabdruck des CTA durch den TÜV Nord erneut überprüft. Es ist davon auszugehen, dass der Kompensationsbedarf dann abnimmt, da die Elektrifizierung des Terminals weiter voranschreitet.

Die Maßnahmen der HHLA machen nicht an der Kaikante halt. Neben der weiteren Optimierung der eigenen Anlagen birgt die Vernetzung mit anderen Akteuren der Logistik weiteres Potenzial. Mit HHLA Pure hat das Unternehmen ein Produkt entwickelt, das klimaneutrale Transportketten vom Hafen bis ins europäische Hinterland sicherstellen kann, und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Senkung transportbedingter CO2-Emissionen. Dabei verbindet die HHLA die Stärke Hamburgs als größter europäischer Eisenbahnhafen und die umweltfreundlichen Schienentransporte der Intermodalgesellschaft Metrans. Die HHLA-Tochter setzt hierbei auf energieeffiziente E-Loks und Leichttragwaggons, mit denen bei gleicher Zuglänge eine größere Anzahl an Containern transportiert werden kann.

Als Pilotkunden konnten die Spedition Jakob Weets und der Transportlogistiker cargo-partner gewonnen werden, für die Metrans Containertransport vom Hamburger Hafen nach Mittel- und Osteuropa durchführt. Hinterlässt der Umschlag und Bahntransport eines 20-Fuß-Containers vom CTA ins knapp 700 km entfernte Prag beispielsweise einen CO2-Fußabdruck von ca. 80 kg je Standardcontainer (TEU), dann kann dieser zertifizierte Wert mit HHLA Pure kompensiert werden. Das Angebot bietet den Kunden die Möglichkeit, Containertransporte klimafreundlich zu gestalten und gleichzeitig die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Nach der erfolgreichen Testphase wird HHLA Pure 2020 im Markt eingeführt.

„Jede Prozessoptimierung und jede technische Neuentwicklung hinterfragen wir nicht nur hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit und ihres Nutzens für unsere Kunden, sondern auch hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit“, sagte Titzrath. „Als ‚Tor zur Zukunft‘ versteht die HHLA Innovationen und technische Exzellenz dabei als zentralen Schlüssel, unserer Verantwortung nachzukommen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.“

Unter nachfolgendem Link erhalten Sie weitere Informationen zum klimaneutralen HHLA Container Terminal Altenwerder

Die AGV-Flotte am HHLA Container Terminal Altenwerder wird derzeit auf schnell-ladefähigen Lithium-Ionen-Batterieantrieb umgestellt.

Quelle und Foto: HHLA, die AGV-Flotte am HHLA Container Terminal Altenwerder wird derzeit auf schnell-ladefähigen Lithium-Ionen-Batterieantrieb umgestellt.

 




10 Jahre Hafen-Nachhaltigkeitsstrategie

Die bremischen Häfen haben ihre Klimabilanz deutlich verbessert. In den vergangenen acht Jahren konnten die Emissionen um 70 Prozent reduziert werden. Das Ziel ist, bis Ende 2023 die Hafeninfrastruktur komplett CO2-neutral zu gestalten. Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling: „Die Häfen sind der Motor der Bremer Wirtschaft. Jeder fünfte Arbeitsplatz im Land hängt von ihnen ab. Umso mehr freue ich mich, dass es auch gelingt, die Häfen klimapolitisch voran zu treiben.“

Die Hafenmanagementgesellschaft bremenports hat bereits 2009 unter dem Titel „greenports“ als erstes Unternehmen der deutschen Hafenwirtschaft eine Nachhaltigkeitsstrategie entworfen. Seitdem wurde unter anderem ein Maßnahmenplan für einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit Energie entworfen, der Anteil an erneuerbarem Strom auf über 90 Prozent gesteigert und 67 Beleuchtungsmasten der Hafeneisenbahn mit neuester LED-Technik ausgerüstet. Und auch in anderen Bereichen trägt die greenports-Programmatik Früchte: Das Baggergut aus den Häfen wurde erheblich reduziert und mit der Luneplate ein europaweit bedeutendes Naturschutzgebiet geschaffen.  bremenports-Geschäftsführer Robert Howe: „Wir sind auf dem Weg zum grünen Hafen bereits ein gutes Stück vorangekommen. Mit der greenports-Strategie ist es gelungen, die Anstrengungen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu bündeln. Dies trägt inzwischen deutlich zum positiven Image der bremischen Häfen bei.“

Wichtig für eine Senkung der Emissionen wird auch das Forschungsprojekt „SHARC“. Seit Anfang des Jahres arbeiten unter der Koordination von bremenports, die Siemens AG, das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI), die TU Berlin und das Institut für Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen GmbH an einem „Smarten Hafen-Applikationskonzept zur Integration erneuerbarer Energien“. Im September 2020 endet die Konzeptionsphase. Eine konkrete Umsetzung ist von 2021 bis 2025 geplant. Schilling: „Bei diesem Projekt wird die Verknüpfung von Wissenschaft und Häfen sehr deutlich. Nur mit einer starken Wissenschaftslandschaft können wir unsere ehrgeizigen Ziele erreichen.“

Doch auch die Reedereien selbst sind gefragt, die Emissionen zu senken. Um einen Anreiz zu bieten, gewährt Bremen seit 2012 Hafengebührenrabatte für umweltfreundliche Schiffe. Howe: „Ermöglicht hat uns das der sogenannte ‚Environmental Ship Index‘ (ESI), mit dem Schiffe nach ihren Emissionseigenschaften bewertet werden können. An dessen Entwicklung hat sich Bremen vor zehn Jahren beteiligt.“ Im vergangenen Jahr wurden 197 Anläufe rabattiert. Schiffe, die ausschließlich durch verflüssigtes Erdgas oder Methanol angetrieben werden, können von einem separaten Anreizsystem profitieren: Sie erhalten einen Rabatt von 20 Prozent pro Anlauf.

Ein zentraler Punkt wird künftig auch die Bereitstellung von Landstrom sein. Schilling: „Für die Binnenschifffahrt gibt es inzwischen an nahezu allen Anlegeplätzen Landstromanschlüsse. Es ist vorgesehen, die Nutzung künftig verbindlich vorzuschreiben.“ Und auch für die Stromkaje prüft bremenports derzeit die Möglichkeit, mit mobilen Anlagen ein erstes Angebot für die Containerschifffahrt zu schaffen

Quelle: bremenports, Foto: bremenports/ Luftfoto Scheer

 

 

 




Neue Hafenperspektive verabschiedet

Der Rotterdamer Stadtrat hat eine revidierte Hafenperspektive verabschiedet, deren Herzstück die Schaffung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Werte sowie die Umsetzung eines nachhaltigen Wachstums ist. Zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr wurde die revidierte Hafenperspektive bereits vom Aufsichtsrat des Hafenbetriebs Rotterdam genehmigt. Da der Rotterdamer Stadtrat nun die revidierte Hafenperspektive verabschiedet hat, ersetzt diese definitiv die aus dem Jahr 2011 datierende Hafenperspektive 2030.

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam: „Das Ende eines intensiven Prozesses ist eine attraktive und weithin unterstützte Perspektive, die darauf abzielt, die führende Position des Rotterdamer Hafens im Bereich der Energiewende und Logistik weiter auszubauen.”

Die Hafenperspektive zeigt die Ambitionen für die Zukunft des Rotterdamer Hafens auf und fungiert als Kompass: Die Ambitionen bilden einen Punkt am Horizont, selbst wenn sich die Umstände ändern sollten. Die revidierte Hafenperspektive wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Hafenbetrieb Rotterdam, der Stadt Rotterdam, dem Staat, Deltalinqs und der Provinz Südholland entwickelt. Die Partner werden die Fortschritte anhand der jährlich zu erstellenden Fortgangsberichterstattungen verfolgen.

Die Welt um uns herum verändert sich, und das beeinflusst auch den Rotterdamer Hafen- und Industriekomplex. In diesem Zusammenhang geht es unter anderem um die Energiewende, die Rohstoffwende und die Digitalisierung. Darin bestand der Anlass, die Hafenperspektive 2030 zu modifizieren. Diese revidierte Version beschreibt die Zukunftsperspektive für den Hafen- und Industriekomplex auf der Grundlage der aktuellen Einsichten und verhilft auf diese Weise der aus dem Jahr 2011 datierenden Perspektive zur Zukunftsfähigkeit.

Rotterdam ist bestrebt, Spitzenreiter im Bereich der nachhaltigen und effizienten Lieferketten zu sein. Die revidierte Hafenperspektive übernimmt die ehrgeizigen Zielsetzungen, wie sie im Rotterdamer Beitrag zum Klimaübereinkommen (Rotterdam-Moerdijk) festgeschrieben sind, voll und ganz. Zudem wird den von den Vereinten Nationen festgelegten, der nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung dienenden so genannten nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals – SGD) eine zentrale Rolle zuteil. Auf diese Weise unterstreichen die vorstehend genannten fünf Parteien die Bedeutung der Schaffung von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Werten.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 

 

 

 

 

 




Mit vereinten Kräften zur Wasserstoffwirtschaft

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen wasserstoffbasierten Wirtschaft bündeln sieben Partner in Belgien ihre Kompetenzen: Die Seehäfen Antwerpen und Zeebrugge, das Wasserbauunternehmen Deme, der Energieversorger Engie, die Reederei Exmar, der Fernleitungsbetreiber Fluxys und die Entwicklungsplattform WaterstofNet. In einem ersten Schritt entsteht im Rahmen dieser Kooperation eine gemeinsame Studie.

Sie soll die Grundlagen für die Umsetzung konkreter Projekte in Produktion, Transport und Speicherung von Wasserstoff schaffen und Belgien dabei unterstützen, die CO2-Emissionen des Landes bis 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Niveau von 2005 zu senken.

Wasserstoff ist ein wichtiges Trägermaterial für erneuerbare Energien, die zur Strom- und Wärmeerzeugung, zur Mobilität, zur Kraftstoffherstellung und als Rohstoff für die industrielle Produktion genutzt werden. Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft ist es, genügend Strom aus erneuerbaren Energiequellen für die Wasserstofferzeugung bereitstellen zu können. Da in Belgien Wind- und Solarenergie nicht in ausreichendem Maß verfügbar sind, muss ein Teil der notwendigen erneuerbaren Energien importiert werden.

Effiziente und wirtschaftliche Lösungen für den Import, Transport und die Speicherung von Wasserstoff erfordern jedoch ein besonderes Know-how. Deshalb bündeln sieben große Industrieunternehmen und öffentliche Stakeholder ihre Kräfte: Deme, Engie, Exmar, Fluxys, Port of Antwerp, Port of Zeebrugge und WaterstofNet haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um ihr Fachwissen koordiniert zusammenzuführen und Schritte in Richtung einer belgischen Wasserstoffwirtschaft zu unternehmen.

In einer ersten Phase werden die Partner gemeinsam die gesamte Import- und Transportkette für Wasserstoff analysieren. Ziel ist es, die finanziellen, technischen und regulatorischen Aspekte der verschiedenen Komponenten der Logistikkette abzubilden: Produktion, Be- und Entladung sowie Transport auf dem Seeweg und über Pipelines. Das Ergebnis der Analyse wird ein Fahrplan sein, der den besten Ansatz für den Transport von Wasserstoff für die verschiedenen Anwendungen im Energie- und Chemiebereich vorgibt. Die Ergebnisse dieser Analyse, die voraussichtlich in etwa einem Jahr vorliegen wird, bilden die Grundlage für konkrete Projekte.

Luc Vandenbulcke, CEO Deme: „Wir sind fest davon überzeugt, dass Wasserstoff eine entscheidende Rolle bei der CO2-freien Energienutzung spielen kann. Als Pionier bei der Entwicklung, dem Bau und der Finanzierung von Offshore-Windparks wollen wir unser Know-how für die Produktion, den Transport und die Speicherung von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen voll ausschöpfen. Dank dieser einzigartigen Partnerschaft zwischen Häfen und Industrie kann Belgien eine führende Rolle in der umweltfreundlichen Wasserstoffwirtschaft spielen und die CO2-Emissionen weiter senken.“

Philippe Van Troeye, CEO Engie Benelux: „Wasserstoff ist ein wesentliches Glied in einem kohlenstoffarmen Ökosystem. Unsere Teilnahme an diesem Projekt und unser Wille, unsere Expertise in den Bereichen erneuerbare Energien und Wasserstoff mit anderen zu teilen, passen perfekt zu der Ambition von Engie führend im Bereich des CO2-freien Übergangs zu sein indem wir integrierte und maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden entwickeln.“

Nicolas Saverys, CEO Exmar: „Als internationaler Transporteur von Erdgas, Flüssiggas, Ammoniak und anderen petrochemischen Gasen setzt Exmar auch auf die Zukunft. Wir wollen mithelfen zu untersuchen, wie die Transportkette für Wasserstoffgas auf die effizienteste und wirtschaftlichste Weise aufgebaut werden kann. So kann unsere langjährige Expertise im Bereich des Transports und der sicheren Umwandlung von Gasen alle Initiativen für den großtechnischen Einsatz von Wasserstoffgas unterstützen.“

Pascal De Buck, CEO Fluxys: „Als Gasinfrastrukturunternehmen ist der Transport und die Speicherung von Gas unser Kerngeschäft. Heute ist dies Erdgas, aber mit der Zeit wird es zunehmend durch andere Gase wie Wasserstoff und Biomethan ersetzt werden. Mit der maximalen Weiterverwendung unserer Infrastruktur für klimaneutrale Energieträger gestalten wir das Energiesystem der Zukunft.”

Jacques Vandermeiren, CEO Port of Antwerp: „Wir wollen dem Wasserstoff alle Chancen als Energieträger eröffnen, als Grundelement der Chemie sowie als Kraftstoff und uns dabei als aktiver Vorreiter der Wasserstoffwirtschaft engagieren. Als größter integrierter Chemiecluster Europas sind wir dazu ein wichtiges Bindeglied. Wir sind auch auf die Zusammenarbeit mit Spitzenclustern und Forschungseinrichtungen ausgerichtet und wollen von dieser Wasserstoffkoalition für unsere internationalen Ambitionen lernen.“

Joachim Coens, Geschäftsführer Port of Zeebrugge: „Zeebrugge ist bereits heute eine wichtige Anlandestation für die in der belgischen Nordsee gewonnene Windenergie. In den kommenden Jahren werden wir enorme Kapazitäten für variable erneuerbare Energie aus Wind, Sonne und Gezeiten aufbauen. Die Herausforderung besteht darin, diese großen Mengen an Ökostrom zu transportieren und zu speichern. Der Hafen von Zeebrugge hat hier eine Rolle als multifunktionale Energiedrehscheibe zu übernehmen. Wenn Wasserstoff die Lösung für den Energietransport und die Energiespeicherung sein kann, dann kann dies perfekt in Zeebrugge gelingen, wo modernste LNG-Infrastruktur, d.h. Speicherkapazität, Pipelines und langjähriges Know-how zur Verfügung stehen.“

Adwin Martens, Direktor von WaterstofNet: „Als Pionier der Wasserstoffentwicklung in Flandern und Koordinator des IBN Power-to-Gas freuen wir uns besonders, dass eine Reihe starker Parteien ihr Fachwissen zum Thema Large-Scale Import, Transport und Speicherung von Wasserstoff zusammenbringen werden. Diese Zusammenarbeit bietet wichtige Perspektiven für einen weiteren groß angelegten Rollout von Wasserstoffanwendungen.“

Quelle: Antwerp Port Authority




Starke Ausgangsposition des Rotterdamer Hafens

Der Rotterdamer Hafen verfügt dank seiner Größe und seiner strategischen Lage über eine hervorragende Ausgangsposition, wenn es darum geht, sich zu einer Drehscheibe für die Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Die bereits vorhandene Industrie ist ein Großabnehmer von Rohstoffen und produziert, ebenso wie der Logistiksektor und das angrenzende Gebiet, eine Reihe von Abfallströmen.

Die Wiederverwertung und das Recycling dieser Restströme passen in den breiter angelegten Übergang zu einem neuen Rohstoffsystem und bieten für Rotterdam neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Chancen.

Dies geht aus einem am heutigen Tage veröffentlichten Bericht „Rotterdam towards a circular port – a deep dive into Waste-to-Value opportunities“ (Rotterdam auf dem Weg zum Kreislaufwirtschaftshafen – ein tiefer Einblick in die Abfallverwertungsmöglichkeiten) vom Hafenbetrieb Rotterdam und von Circle Economy hervor. Im Bericht werden die derzeitigen Abfallströme im Hafen erfasst, ebenso wie die Entwicklung bei einer Reihe modernster Betriebe im Industriecluster, die bereits auf Aktivitäten im Rahmen der Kreislaufwirtschaft setzen. Der Bericht vermittelt des Weiteren Einblick in die Möglichkeiten, neue Aktivitäten in der Kreislaufwirtschaft im Hafen zu entfalten.

In der derzeitigen linearen Weltwirtschaft werden Rohstoffe in Produkte umgewandelt, wobei das, was übrigbleibt, als Abfall behandelt wird. Auch wenn der Großteil des industriellen Abfalls im Hafen recycelt oder als Brennstoff verwendet wird, wird ein beträchtlicher Anteil des Abfalls noch immer verbrannt oder auf die Mülldeponie gebracht.

Durch die Valorisierung von Restströmen kann Rotterdam, mit seiner Führungsposition in der Rohstoffproduktivität und kohlenstoffarmen Produktion im Rahmen der Kreislaufwirtschaft, seine Stellung als Kreislaufwirtschaftshafen und internationaler Waste-to-Value-Port (Abfallverwertungshafen) verstärken.

Auf dem Wege zu einer Kreislaufwirtschaft arbeitet der Hafenbetrieb Rotterdam in erster Linie daran, die Innovation zu stimulieren. In diesem Zusammenhang geht es vor allem darum, für neue Aktivitäten attraktiv zu sein und das Upscaling bzw. die Expansion von Startups zu erleichtern. Allerdings steckt die Kreislaufwirtschaft noch in den Kinderschuhen. In Zukunft ist es vor allem wichtig, Technologien einführen zu können, anhand deren es möglich ist, die großen, im Rotterdamer Gebiet erforderlichen Mengen zu verarbeiten.

In zweiter Linie werden Sortierung und Recycling unter die Lupe genommen. Damit entsteht eine hervorragende Kombination, da in Rotterdam alle Glieder der Produktionskette vorhanden sind – und zwar vom primären Plastikhersteller, über Transport-, Sortier-, Recyclingunternehmen bis hin zu Abnehmern mit einer Verschiedenheit an sekundären Produkten.

Das dritte Hauptaugenmerk betrifft die industrielle Symbiose. Die Konzentration industrieller und logistischer Aktivitäten macht es Betrieben relativ einfach, Produkte und Restströme auszutauschen und sich dazu ebenfalls gemeinschaftlicher Einrichtungen zu bedienen. Als Schlusselement wird auf CCU (Carbon, Capture & Utilization) gesetzt – eine Technologie, bei der CO2 abgeschieden wird und erneut als Rohstoff für die Industrie verwendet wird.

Die Aufmerksamkeit zugunsten der Kreislaufwirtschaft passt zur breiter angelegten Bestrebung des Hafenbetriebs Rotterdam, das Hafengebiet mit den Zielsetzungen des Klimaübereinkommens von Paris in Einklang zu bringen. Zur Ermöglichung der Übernahme einer Vorreiterrolle im internationalen Energiewandel wurde eine Roadmap erstellt, so dass die nationalen Klimaziele von 2030 und 2050 in drei Schritten umgesetzt werden können. Dabei spielt die Kreislaufwirtschaft eine unverzichtbare Rolle.

Die ersten beiden Schritte der Roadmap beschäftigen sich vor allem mit Energie-Effizienz, dem Anlegen neuer Infrastruktur und der Entwicklung eines neuen Energiesystems, das auf Elektrifizierung und Wasserstoff basiert. Beim dritten Schritt geht es um die Einführung eines neuen Rohstoff- und Brennstoffsystems – dann steht uns eine Kreislaufwirtschaft zur Verfügung. Damit dieses Ziel erfolgreich umgesetzt werden kann, setzen Betriebe im Hafen bereits jetzt auf die Verminderung des Rohstoffverbrauchs. Dies geschieht unter anderem anhand der Valorisierung von Restströmen.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam