Klimaschutzziele nur mit Häfen zu erreichen

Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen hat auf seiner Jahrestagung in Berlin die entscheidende Rolle von Binnenhäfen, Binnenschifffahrt und Güterbahnen, für die Erreichung der Klimaziele in Deutschland und Europa diskutiert. Unter dem Titel „Kann der Güterverkehr die Klimaziele erreichen?“ trafen sich über 100 Experten im Berliner Osthafen.

Joachim Zimmermann, Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen, machte in seiner Rede die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung deutlich: „In Anbetracht der Einbindung der deutschen Wirtschaft in internationale Produktionssysteme war und ist Deutschland auf eine leistungsfähige Logistik angewiesen. Das Güterverkehrswachstum geht auf diese Erfolgsgeschichte zurück und hat die beachtlichen Einsparungen im Energieverbrauch und bei den CO2 Emissionen in der Vergangenheit überkompensiert. Dennoch dürfen wir nun nicht mit einem Tunnelblick allein den Verkehrssektor zum Klimaretter bestimmen.“

Gastredner Prof. Dr. Alexander Eisenkopf, Zeppelin Universität Friedrichshafen, verwies in seinem Beitrag auf die Versuche der vergangenen Jahre eine Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsträger zu erreichen, die allerdings die CO2 Emissionen nicht entsprechen reduziert haben. Er mahnte einen neuen Weg an und verwies auf Maßnahmen, die marktwirtschaftliche Instrumente bevorzugen. Der Staat muss dafür den Ordnungsrahmen vorgeben.

Auch der Präsident des Europäischen Binnenhafenverbandes Friedrich Lehr mahnte das Ende von Placebo Maßnahmen an. Investitionen in multimodale Knoten wie Häfen und das Hinterfragen der aktuellen Antriebstechnologien müssen Realität werden. Es muss auch im Kleinen in die Wasserstraßen investiert werden und national-staatlichen Interessen zu Gunsten einer europäischen Entwicklung der Verkehrskorridore überwunden werden. Noch längeres Warten führt nur dazu, dass später umso härter gehandelt werden muss, mit entsprechenden Folgen für die Wirtschaft.

Auch Ralf Fücks vom Zentrum Liberale Moderne, mahnte eine Neuausrichtung an. Fücks sieht in der aktuellen Bewegung der Jugendlichen eine ernstzunehmende Kraft, die eine Dynamik in die gesellschaftliche und politische Entwicklung bringt. Für Fücks kann Klimaschutz nur erfolgreich sein, wenn er wirtschaftlich erfolgreich ist. Gerade die Binnenschifffahrt müsste den Klimawandel bekämpfen, da dieser hier am Offensichtlichsten (wie beim Niedrigwasser) seine Folgen zeigt.

Joachim Zimmermann zog ein klares Fazit der Jahrestagung: „Die Deutschen Binnenhäfen sind bereit, sich den Aufgaben des Klimaschutzes zu stellen und diesen mit Engagement zu verwirklichen. Die Politik muss allerdings die Rahmenbedingungen auch ernsthaft verändern und diese richtig setzen.“ Zimmermann ging auch auf die Probleme bei der Realisierung von Hafenentwicklungsprojekten ein: „Die Genehmigung von Vorhaben dauert zu lange und ist häufig mit Auflagen verbunden. Damit können wir den gewünschten Beitrag zu Klimaschutz nur verspätet oder nur mit Abstrichen leisten. Es ist Aufgabe der Politik, hieran endlich etwas zu ändern.“

Quelle und Foto: BÖB, die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Thema: Kann der Güterverkehr die Klimaziele erreichen (v.l.): Magister Friedrich Lehr (EFIP), Ralf Fücks (Zentrum Liberale Moderne), Susanne Landwehr (DVZ), Prof. Dr. Alexander Eisenkopf (Zeppelin Universität Friedrichshafen), Joachim Zimmermann (BÖB)

 

 




Betriebsratsvorsitzender widerspricht Politikern

In einer gemeinsamen Erklärung haben Kölner Politiker von CDU, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP und der Ratsgruppe GUT begründet, warum die Planungen zum Ausbau des Godorfer Hafens in Köln gestoppt werden sollen. Für den Betriebsratsvorsitzenden der Häfen und Güterverkehr Köln AG, Michael Auer, sind diese Argumente nicht stichhaltig. Er widerspricht den Thesen.

Bernd Petelkau, Vorsitzender der CDU-Fraktion, wurde in der Erklärung so zitiert: „Alle bisherigen Überlegungen zum Ausbau des Godorfer Hafens basieren auf einem Gutachten aus dem Jahr 2012. Die darin prognostizierten Zuwachsraten im Containermarkt haben sich in keinster Weise realisiert. Mittlerweile ist außerdem der Bonner Hafen ausgebaut, in Lülsdorf werden ebenfalls weitere Kapazitäten geschaffen.“ Das ist so nicht richtig, entgegnet Auer.

„Zum einen ignoriert Herr Petelkau ein Gutachten vom Dezember 2016, das den Ausbau betriebs- und volkswirtschaftlich empfiehlt. Das Dokument liegt der Politik vor. Zum anderen führen seine Vorschläge im Hinblick auf die Ausweichstandorte Bonn und Lülsdorf nur zu zusätzlichen Verkehren, da die Lkw dann von den Industriekunden im Kölner Süden nach Bonn beziehungsweise Lülsdorf fahren müssten. Diese Verkehre sollen doch gerade ver- mieden werden. Zudem hat die Kölner Politik keinen Einfluss auf den Hafen Bonn, und Lülsdorf ist nicht ausgebaut und hat Kapazitätsengpässe.“

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, Jörg Frank, hatte erklärt, „das Naturschutzgebiet Sürther Aue bleibt nun erhalten. Das ist auch ein wichtiger Betrag zum Klimaschutz. Statt Umweltzerstörung wird nun ein wirtschaftlicher Kurs eingeschlagen, LKW-Verkehre zugunsten von Schiene und Wasserstraße deutlich zu reduzieren.“ Auer entgegnet: „Wirklichen Klimaschutz betreibt man tatsächlich durch die Verlagerung der Verkehre auf die Wasserstraßen und Schienenstrecken. Dazu gehört aber auch im Sinne der Umwelt, die Güter nah am Erzeuger zu verladen. Ohne Hafen geht das nicht, was auch Herr Frank als mein Aufsichtsratskollege der HGK AG eigentlich wissen müsste.“

Nach Meinung von Ralph Sterck, Fraktionsvorsitzender der FDP, sei das Ausbauprojekt Godorf wirtschaftlich „schon immer sinnlos gewesen, da ausreichend Kapazitäten im Niehler Hafen vorhanden und regionale Kooperationspotentiale nicht ausgeschöpft sind.“ Auer dazu: „Die Kapazitäten in Niehl sind nicht endlos ausbaubar. Darüber hinaus wird mit dieser Aussage völlig ausgeblendet, dass Lkw-Fahrten vom Süden so eben gerade nicht vermieden werden können.“

Die Ratsgruppe GUT hatte den „Aktiven vor Ort“ im Kölner Süden gedankt, „die Jahrzehnte lang um die Sürther Aue gekämpft haben“, so Thor Zimmermann. Für Michael Auer ist das Klientelpolitik: „Bürgerrechte und Umweltschutz sind hohe Güter, die nicht in Frage gestellt werden dürfen. Der Teil des Naturschutzgebietes, um den es hier geht, ist aber eine Aufschüttung aus dem vorigen Jahrhundert. In Wahrheit geht es doch darum, dass Industrieanlagen immer dort bekämpft werden, wo eine zu große Nähe zur Bebauung befürchtet wird. Der Verweis der Ausbaugegner, doch einfach woanders die Güter umzuschlagen, ist dafür ja ein deutliches Indiz!“

Michael Auers Fazit: „Sollte der Ausbau des Godorfer Hafens aufgrund dieser in Gänze nicht stichhaltigen Argumente verhindert werden, wird der Häfen und Güterverkehr Köln AG die Möglichkeit genommen, die Güterverkehrsbelastung in Köln und der Region im Sinne des Umweltschutzes nachhaltig zu steuern.“

Quelle und Foto: HGK

 




Ausbaustopp wäre ein schwerer Fehler zu Lasten der Stadt Köln

Am kommenden Donnerstag wird im Rat der Stadt Köln über den Antrag der Fraktionen von CDU, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP und Ratsgruppe GUT verhandelt, die Planungen für den Ausbau des Godorfer Hafens zu beenden.

Die Häfen und Güterverkehr Köln AG hält ihrerseits an dem Projekt fest, da es ein zentraler Baustein im nachhaltigen und umweltschonenden Logistikkonzept des Unternehmens darstellt. In dem Antrag sind leider Begründungen aufgeführt, die von der HGK AG entschieden zurückgewiesen werden.

So heißt es in dem Antrag: „Der immer auch ökonomisch umstrittene Hafenausbau spielt in der Geschäftsstrategie der HGK-Holding … längst keine signifikante Rolle mehr.“ Diese Behauptung ist falsch. Nach wie vor steht der Ausbau von Terminals für den kombinierten Verkehr – wie in Godorf – im Fokus der HGK AG, um verstärkt Güter vom Lkw auf die Bahn und das Binnenschiff zu transferieren. Das ist verantwortungsbewusstes Handeln im Sinne des Klimaschutzes. Der Ausbau des Godorfer Hafens spielt im nachhaltigen Logistikkonzept der HGK AG dabei eine entscheidende Rolle.

Weiterhin steht in dem Antrag: „Das in 2011 erneut eingeleitete B-Planverfahren beruht auf Annahmen, die heute so nicht mehr gelten.“ Auch hier widerspricht die HGK AG. In einem im Dezember 2016 fertig gestellten Gutachten, das eine renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorgenommen hat, wird die Empfehlung ausgesprochen, dass ein Ausbau des Hafens in Godorf aus betriebswirtschaftlicher und volkwirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Diese Analyse liegt der Kölner Politik vor. Heute ist es nicht mehr exakt nachvollziehbar, mit welchen Annahmen der lange Prozess einst vor über 30 Jahren gestartet wurde. Entscheidend ist aber, dass das jüngste Gutachten die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile des Projekts bestätigt.

Im Antrag wird behauptet, „… der Ausbau wäre eine öffentliche Fehlinvestition.“ Diese Annahme ist falsch. Das Projekt wird in dem genannten Gutachten von 2016 mit einem Nutzenfaktor über 2 klassifiziert. Das bedeutet, dass jeder investierte Euro einen Nutzen von über 2 Euro bewirken wird. Ein Ausbaustopp hätte dagegen direkte finanzielle Auswirkungen für den Steuerzahler. Die bereits getätigten Investitionen der HGK in Höhe von etwa 8 Millionen Euro, die nach dem gültigen Ratsbeschluss geflossen sind, müssten abgeschrieben werden und würden sofort eine Ergebnisminderung auslösen. Im Jahr 2018 hatte die HGK AG einen Gewinn von 7,8 Millionen Euro erwirtschaftet und damit einen signifikanten Beitrag zum Haushalt der Stadt Köln geliefert.

Der Verzicht auf den Hafenausbau, wird im Antrag geschrieben, stellt „einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar. Es würde die Zerstörung eines Großteils des Naturschutzgebietes Sürther Aue (15 ha) vermieden.“ Tatsächlich wird für die Hafenerweiterung ein Teil des Geländes versiegelt. Bei dem betroffenen Areal handelt es sich – ohne den Naturschutz kleinzureden – um ein Gebiet, dass beim Bau des Godorfer Hafens im letzten Jahrhundert aufge- schüttet wurde. Die HGK ist zudem vorab ihren Verpflichtungen zur Renaturierung von Ausgleichsflächen nachgekommen. Die operativen Töchter- und Beteiligungsfirmen der HGK AG sind bei ihren Geschäften auf funktionale und moderne Terminals angewiesen, die alle Verkehrsträger berücksichtigen. Nur so kann die angesprochene Güter-Verlagerung von der Straße weg gelingen. Die HGK AG hält daher in der Abwägung aller Argumente den Ausbau des Godorfer Hafens für ökologisch vertretbar und sinnvoll aufgrund der damit verbundenen Entlastung des Straßenverkehrs.

Klimaschutz geht alle an, für die Häfen und Güterverkehr Köln AG gehört nachhaltiges und ökologisches Handeln zur Unternehmensphilosophie. Nachdem vom Rat der Stadt Köln der Klimanotstand ausgerufen wurde, soll die „Stabsstelle Klimaschutz“ bewerten, ob Beschlüsse des Rates, der Ausschüsse und der Bezirksvertretungen klimarelevant sind. Ziel ist, Handlungsempfehlungen im Sinne des Umweltschutzes zu geben. Der Ausbau des Godorfer Hafens wäre eine solche Empfehlung.

Quelle und Foto: HGK, bei dem markierten Bereich handelt es sich im das betreffende Gelände.

 




Rotterdam heißt innocent willkommen

In festlichem Rahmen wurde jetzt gefeiert, dass der Smoothie-Hersteller innocent eine Produktionsstätte im Rotterdamer Hafen bauen wird. Der CEO des Hafenbetriebs Rotterdam Allard Castelein und Bürgermeister Aboutaleb begrüßten Douglas Lamont, den CEO von innocent, auf dem Gelände „Kop van de Beer“. An diesem Standort am Calandkanaal soll der Rotterdam Food Hub wieder zum Leben erweckt werden.

Mehr als vier Jahre lang wurde an den Bauplänen für die neue Fabrik gearbeitet. Die Nachhaltigkeit ist in allen Phasen des Projekts von größter Bedeutung. innocent verändert die traditionelle Art des Baus, der Gestaltung und des Betriebs einer Fabrik. Durch die Nutzung von wiederverwertbarer Energie, den nachhaltigen Umgang mit Wasser und die Betrachtung von Abfall als Ressource reduziert innocent die CO2-Emissionen der neuen Fabrik. Mit Rotterdam als neuem Heimatstandort wird die Produktion so nah wie möglich am Ankunftsort der Rohstoffe stattfinden. Dadurch müssen weniger Kilometer zurückgelegt werden. Pro Jahr sind auf diese Weise rund 13.000 Lkw-Fahrten weniger erforderlich.

Anfang 2021 soll die Fabrik eröffnet werden. Die Produktion wird im ersten Quartal 2021 hochgefahren und 2022 wird sie erwartungsgemäß auf vollen Touren laufen. Etwa 400 Millionen Flaschen gekühlter Saft werden jedes Jahr für 17 europäische Länder produziert. innocent investiert 250 Millionen $ (223 Millionen €) in die Fabrik.

innocent ist das erste Unternehmen, das sich im Rotterdam Food Hub, dem 60 Hektar großen neuen Gewerbegebiet am Calandkanaal, niederlässt. Das Gelände wurde vom Hafenbetrieb Rotterdam speziell so eingerichtet, dass Unternehmen aus der Agrofood-Branche optimale Bedingungen vorfinden. Der Rotterdam Food Hub wird beispielsweise über mehrere Liegeplätze speziell für Binnenschiffe verfügen und die Lagerhallen sollen direkt an den Kais errichtet werden, sodass gekühlte und gefrorene Ladung schnell gelagert, bearbeitet oder transportiert werden kann.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 

 




Ausbau der Bahninfrastruktur zwingend erforderlich

Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group, begrüßte zusammen mit Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing e.V., rund 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zum gemeinsamen Hafenabend am Elbehafen in Brunsbüttel. Thema des Abends war die Bahninfrastruktur in Brunsbüttel und der Metropolregion Hamburg.

Die Industrieunternehmen und Häfen im ChemCoast Park Brunsbüttel wollen mehr Güter auf dem umweltfreundlichen Transportträger Schiene bewegen, um die Straßen und die Umwelt zu entlasten. Um mehr Güter auf die Schiene verlagern zu können, ist die Investition in eine moderne, elektrifizierte Bahninfrastruktur zwingend erforderlich. Aktuell ist die Bahnanbindung zwischen Brunsbüttel und Wilster/Itzehoe nur eingleisig und nicht elektrifiziert. Außerdem ist der aktuelle Güterbahnhof in Brunsbüttel abgängig und die aktuelle Trassenführung durch das Werk der Total Bitumen Deutschland GmbH stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Studien belegen, dass die aktuellen Kapazitäten der Bahninfrastruktur nicht ausreichen und der Ausbau von enormer Bedeutung für die Region ist, um auch zukünftig bei steigenden Hinterland-Transportmengen eine leistungsfähige, zuverlässige und zeitgemäße Erreichbarkeit anbieten zu können.

Nachdem das Land Schleswig-Holstein zugesagt hatte, mit der Vorplanung der Elektrifizierung der Bahnstrecke Brunsbüttel-Itzehoe in Vorleistung zu gehen, hat der Bund die hohe Bedeutung der Bahnanbindung erkannt und die Elektrifizierung der Strecke im November 2018 in den „vordringlichen Bedarf“ hochgestuft.

Frank Schnabel erläuterte: „Wir freuen uns, dass die Elektrifizierung in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wurde. Dies war ein wichtiger Meilenstein für den Industrie- und Hafenstandort Brunsbüttel. Die Hochstufung ist nun fast ein Jahr her, passiert ist bisher nur wenig. Vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung der investierenden Industrieunternehmen und einem sich dynamisch entwickelnden Hafenstandort Brunsbüttel sind außerdem auch ein zweigleisiger Ausbau sowie ein moderner Güterbahnhof zwingend erforderlich. Die Kapazitäten der aktuellen Bahnanbindung sind erreicht und die verantwortlichen Akteure müssen endlich handeln!“.

Dr. Uwe Arndt, Standort- und Produktionsleiter in Brunsbüttel der Covestro Deutschland AG, ergänzte: „Wir benötigen als produzierendes Unternehmen vor Ort eine elektrifizierte und zweigleisige Bahnanbindung, um unsere Versorgung mit Rohstoffen und den Export unserer Produkte über die Bahn sicherstellen zu können. Die Elektrifizierung ist notwendig, um zum einen dem steigenden Frachtvolumen und zum anderen aber auch den Nachhaltigkeitszielen und Wünschen sowohl der angesiedelten Firmen als auch den Bürgern gerecht zu werden. Die Unternehmen im ChemCoast Park Brunsbüttel investieren aktuell einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in ihre Anlagen. Dies ist ein klares Bekenntnis und unterstreicht die Attraktivität des Industrie- und Hafenstandortes Brunsbüttel.“

Auch Christian Sörensen, Eisenbahn-Experte und zuständiger Referatsleiter im Kieler Verkehrsministerium, ließ keinen Zweifel daran, dass für das größte Industriegebiet des Landes mit seinem Hafen eine leistungsfähige Schienenanbindung unerlässlich sei. Nachdem die Aufnahme des Projekts in das Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSWAG) geglückt sei, komme es nun darauf an, dass die Deutsche Bahn auch mit den Planungen beginnen kann. Sörensen appellierte an die Unternehmen der Region: „Die Industrie hier vor Ort muss ihr Interesse an der Bahnanbindung stetig deutlich machen und dokumentieren, denn erst wenn die Bagger rollen, können wir sicher sein, dass tatsächlich etwas passiert.“

Michael Körber, Leiter Vertrieb und Fahrplan für die Region Nord der DB Netz AG, sagte: „In den kommenden Jahren investiert die DB Netz AG so viel in ihre Infrastruktur wie in der Vergangenheit noch nie. Neben dem Bestandserhalt stehen dabei auch Aus- und Neubaumaßnahmen im Vordergrund. Die Metropolregion Hamburg stellt dabei mit einer Vielzahl von in der Planung bzw. bereits in der Umsetzung befindlichen Maßnahmen einen Investitionsschwerpunkt dar. Neben den Strecken fokussieren wir uns dabei auch auf die Engpassauflösung in den Knoten. Wir werden auch die Elektrifizierung und den zweigleisigen Ausbau der Strecke Wilster-Brunsbüttel weiterhin mit dem Bund intensiv diskutieren, um zeitnah in die Planungen einsteigen zu können. Mit den Investitionen der kommenden Jahre können wir die benötigte Kapazität, unter anderem für den Seehafenhinterlandverkehr, auch perspektivisch bedarfsgerecht sicherstellen.“

Der erforderliche Ausbau der Bahninfrastruktur betrifft nicht nur den Standort Brunsbüttel, sondern die gesamte Metropolregion Hamburg und den Hamburger Hafen. „Als führender Eisenbahnhafen Europas ist die Bahnhinterlandanbindung für den Hamburger Hafen von elementarer Bedeutung. Diese gilt es in der gesamten Metropolregion Hamburg und in der gemeinsamen Hafen- und Wirtschafsregion auszubauen, damit die Güter unsere Häfen reibungslos erreichen und verlassen können. Ich freue mich, dass die beiden Hafenstandorte Brunsbüttel und Hamburg eine langjährige Kooperation verbindet und sie sich länderübergreifend für den Wirtschaftsraum Unterelbe engagieren. Durch unsere gemeinsame Veranstaltung möchten wir dem Bahnausbau Nachdruck verleihen“, erläuterte Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing e.V.

Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg fügte hinzu, dass alle von einer bedarfsgerechten und modernen Bahnverbindung profitieren. Er betonte: „Der weitere Ausbau der Eisenbahninfrastruktur in und um Hamburg ist für uns als Metropolregion von großer Bedeutung. Bund und Bahn müssen hierschnell die Projekte des Bundesverkehrswegeplans angehen und umsetzen.“

Abschließend macht Frank Schnabel noch einmal deutlich, dass der Ausbau nicht nur für die ansässige Industrie, sondern auch für zukünftige Ansiedlungen von enormer Bedeutung ist: „Das geplante LNG-Terminal bietet nicht nur eine große Chance für den Standort Brunsbüttel, sondern auch für den Hamburger Hafen und die gesamte Region Unterelbe. Auch für das geplante LNG-Terminal in Brunsbüttel ist eine leistungsstarke Bahnanbindung erforderlich. Hierfür müssen nun endlich die Weichen gestellt werden. Deshalb freue ich mich, dass wir die Kooperation entlang der Unterelbe leben und mit dem Hamburger Hafen ein gemeinsames Sprachrohr nutzen, um den Druck auf die beteiligten Akteure zu erhöhen und für eine bessere Anbindung zu kämpfen! Durch eine bessere Bahnanbindung wird außerdem die Chance erhöht, dass sich weitere Unternehmen in unserer Region ansiedeln. Bereits heute beeinflusst die ansässige Industrie über 12.500 Arbeitsplätze in der Region, davon mehr als 4.000 direkt in Brunsbüttel. Durch die Ansiedlung weiterer Unternehmen können wir diese regionalökonomischen Effekte halten und weiter ausbauen.“

Quelle und Foto: Brunsbüttel Ports GmbH, v.l.n.r.: Staatsrat Andreas Rieckhof (Freie und Hansestadt Hamburg), Michael Körber (DB Netz AG), Christian Sörensen (Land Schleswig-Holstein), Melanie Graf (charakterPR), Axel Mattern (Hafen Hamburg Marketing e.V.), Frank Schnabel (Brunsbüttel Ports GmbH), Dr. Uwe Arndt (Covestro Deutschland AG)

 

 




Nachhaltige Konzepte für Südwestfalen

Die südwestfälische Wirtschaft ist auf effiziente und zuverlässige Verkehrsanbindungen angewiesen. Vor dem Hintergrund einer Zunahme des Güterverkehrsaufkommen und langfristigen Brückenbauarbeiten auf den Bundesautobahnen A4 und A45 sind alle am Transport und der Logistikplanung Beteiligten interessiert, den Anteil der Eisenbahn im Mix der Verkehrsträger zur Entlastung der Straßen in Südwestfalen auszuweiten.

Bei der Veranstaltung „DIALOG.Schiene.Südwestfalen3“ in Kreuztal hob Hendrik Wüst, Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, in seiner Begrüßung die Bedeutung intermodaler Ansätze für die Mobilität der Zukunft hervor.

Welche Rolle übernimmt in diesem Zusammenhang das kürzlich in Betrieb genommene Container Terminal-Südwestfalen in Kreuztal? Wie haben sich die Verbindungen im alpenquerenden Verkehr gerade in Anbetracht der Tiroler LkwFahrverbote in der Region etablieren können? Was kann zur Optimierung der Anbindung der deutschen Seehäfen noch getan werden? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Gemeinschafts-veranstaltung der KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH, Hafen Hamburg Marketing e.V., DB Cargo AG, Bundesvereinigung Logistik e.V. Regionalgruppe Südwestfalen und der IHK Siegen in die Räumlichkeiten der Krombacher Brauerei. Rund 200 Vertreter aus Industrie, Handel, Verkehrswirtschaft sowie Verbänden und Institutionen nutzten die Gelegenheit, um sich über die Perspektiven und Herausforderungen im Kombinierten Güterverkehr (KV) der Region Südwestfalen zu informieren und auszutauschen.

„Der Kombinierte Verkehr ist ein wichtiger Baustein für einen modernen und sauberen Güterverkehr. Mutige Investitionen wie in den Bau des neuen Container-Terminals in Kreuztal bringen die Verkehrsverlagerung voran und mehr Güter auf die Schiene,“ sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst.

Gunnar Platz, Geschäftsführer der Planco Consulting GmbH, und Sebastian Doderer, Leiter Geschäftsbereich Logistik der EVB Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH, informierten über die Entwicklungschancen im KV und die Anbindung der Wirtschaftsregion Südwestfalen an den Hamburger Hafen. Im Mittelpunkt der Präsentation von Dr. Jörg Hilker, Senior Vice President Industrial Sales der DB Cargo AG, standen Beispiele für kundenindividuelle Logistiklösungen bei DB Cargo, welche die wachsende Bedeutung intermodaler Schienentransporte untermauerten. Dem alpenquerenden Gütertransport auf der Schiene und einem gemeinsamen Resümee der Erfahrungen aus den ersten fünf Monaten der Zugverbindung Kreuztal – Verona widmeten sich Martin Gruber, Group CEO, GRUBER Logistics S.p.A. und Peter Dannewitz, Leiter Vertrieb der Kombiverkehr Deutsche Gesellschaft für kombinierten Güterverkehr mbH & Co. KG.

Gastgeber und Referenten sprachen sich in ihren Beiträgen und der anschließenden Podiumsdiskussion, die Beate Schmies, Studioleitung Siegen des WDR, moderierte, unter anderem für eine Modernisierung und für den Ausbau einer zuverlässigen Schieneninfrastruktur aus. Man war sich darin einig, dass neben Seecontainern auch der Transport von Einheiten mit größerer Ladehöhe problemlos auf der für die Verkehrsanbindung des Container Terminal-Südwestfalen in Kreuztal wichtigen Ruhr-Sieg Bahnstrecke im Abschnitt Hagen-Siegen ohne größere Einschränkungen möglich sein müsse. So wurde erst im August dieses Jahres die Siegstrecke auf dem Abschnitt Au-Betzdorf-Siegen für das KV-Profil P/C 400 von der DB Netz AG freigegeben, wodurch sich Potenziale für neue Intermodalverkehre zum KV-Terminal in Kreuztal sowie Ausweichrouten für die bestehenden alpenquerenden Verkehre ergeben.

Den Betrieb des neuen KV-Terminals in Kreuztal übernehmen unter dem Namen Südwestfalen Container-Terminal GmbH (SWCT) die Gesellschafter KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH (KSW) und die Kombiverkehr Deutsche Gesellschaft für kombinierten Güterverkehr mbH & Co. KG. Für Christian Betchen, Geschäftsführer KSW und SWCT, erhält die in Südwestfalen stark vertretene Stahl- und stahlverarbeitende Industrie mit dem neuen KV-Terminal Kreuztal bessere Verlademöglichkeiten. Neben intermodalen Verbindungen zu den deutschen und internationalen Häfen werden nach Überzeugung von Christian Betchen auch nationale KV-Verkehre und die Einbeziehung des Einzelwagenverkehrs neue und leistungsstarke Transportkonzepte für die Wirtschaft bringen.

Die Gemeinschaftsveranstaltung DIALOG.Schiene.Südwestfalen3 brachte auch zahlreiche Unternehmensvertreter nach Kreuztal, die sich neben den Angeboten des klassischen Wagenladungs- und Einzelwagenverkehr verstärkt für intermodale Transportlösungen interessierten, die für Verlader ohne eigenen Gleisanschluss zugeschnitten sind. Im Zusammenhang mit dem KV-Terminal Kreuztal ergeben sich erstmals neue Chancen sowohl bei der Organisation von kontinentalen Transportketten als auch für maritime Seehafenhinterlandverkehre in Richtung des Hamburger Hafens.

Markus Heinen, Leiter der Hafen Hamburg Repräsentanz in Dortmund, wies darauf hin, dass Südwestfalen in Nordrhein-Westfalen die Industrieregion Nummer eins sei. Verlässliche Routen für den Transport aller Güter seien für diese exportorientierte Wirtschaftsregion von zentraler verkehrs- und industriepolitischer Bedeutung. Der Hamburger Hafen stelle mit seiner großen Auswahl an weltweiten Liniendiensten für Südwestfalen das Tor zur Welt dar. Aus Sicht des Hamburger Hafens haben sich nach Auffassung von Markus Heinen mit der Inbetriebnahme des neuen Container-Terminals in Kreuztal auch die Möglichkeiten einer Anbindung der Region Südwestfalen an Deutschlands größten Universalhafen seit 2018 enorm verbessert. Die Seehafen-Hinterlandverkehre des Hamburger Hafens werden von dem neuen KV-Terminal in Südwestfalen profitieren können, ist Heinen überzeugt: „Mit einem jährlichen Verkehrsaufkommen von rund 550.000 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) ist Nordrhein-Westfalen die zweitwichtigste Region im Container-Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens.“

Jörg Hilker und Christian Betchen sehen mit der Betriebsaufnahme des KV-Terminals in Kreuztal gute Chancen, jetzt auch verstärkt Unternehmen der Region, die über keinen eigenen Gleisanschluss verfügen, auf die umweltfreundliche Schiene zu bringen. Neue Verlademöglichkeiten erhalten insbesondere Hersteller industrieller Halb- und Fertigerzeugnisse, wie beispielsweise Automobilzulieferer, aber auch Konsumgüterhersteller, wie zum Beispiel die Brauerei Krombacher. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder innovative und sehr kundenindividuelle intermodale Transportlösungen entwickelt und umgesetzt. Das neue Container-Terminal in Kreuztal erweitert unsere Möglichkeiten in dieser für uns sehr wichtigen Wirtschaftsregion noch einmal deutlich“, resümiert Jörg Hilker. Christian Betchen ergänzt: „Diesen Unternehmen steht mit dem Container-Terminal Südwestfalen in Kreuztal nun eine leistungsfähige Umschlaganlage für Container, Wechselbrücken und Sattelauflieger im Kombinierten Verkehr Straße-Schiene zur Verfügung, die eine Kapazität von rund 45.000 Container pro Jahr bietet“.

Der Geschäftsführer der KSW hob abschließend noch einmal hervor, dass Kreuztal neben der Rheinstrecke der einzige Standort südlich des Rhein-Ruhr-Gebietes sei, der mit dem „KV Profil 400“ den Transport von Megatrailern und High-Cube Containern erlaube.

Quelle und Foto: KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH, die Veranstalter von DIALOG.Schiene.Südwestfalen (von links): laus Gräbener, Hauptgeschäftsführer IHK Siegen, Dr. Jörg Hilker, Senior Vice President Industrial Sales DB Cargo, Hendrik Wüst, Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Frank Haberkorn, Sprecher Regionalgruppe Südwestfalen der Bundesvereinigung Logistik, Christian Betchen, Geschäftsführer KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein und Südwestfalen Container-Terminal, Remo Piesker, Leiter Regional Sales West DB Cargo, Ingo Egloff, Vorstand, Hafen Hamburg Marketing, Markus Heinen, Leiter Repräsentanz Deutschland-West, Hafen Hamburg Marketing.




Drehscheibe für China-Verkehre

Seit dem 18. Jahrhundert sind Hamburg und China über den Handel miteinander verbunden. Seit 1986 pflegt Hamburg eine Städte- und Hafenpartnerschaft mit der Hafenstadt Shanghai. Im Jahr 1995 eröffnete Hamburg in Shanghai das Hamburg Liaison Office (HLO), das Hamburger Interessen in China vertritt und Standortmarketing betreibt.

Sowohl das HLO in Shanghai als auch die Hafenvertretung in Hong Kong werben vor Ort durch zahlreiche Veranstaltungen, Messebeteiligungen, Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie eine kontinuierliche Kontaktpflege für die Leistungsfähigkeit des Hamburger Hafens und die Logistikkompetenz der Metropolregion Hamburg.

China ist heute der größte Handelspartner des Hamburger Hafens. Die Hansestadt gilt als Chinas Gateway nach Europa für chinesische Waren und gleichzeitig als Tor für die deutsche Exportwirtschaft nach Fernost. Allein 2018 wurden in Deutschlands größtem Seehafen rund 2,6 Millionen Standardcontainer (TEU) im China-Verkehr umgeschlagen. Fast jeder dritte Container, der im Hamburger Hafen über die Kaikante geht, hat sein Ziel oder seinen Ursprung im Reich der Mitte. Insgesamt verbinden 15 Liniendienste Hamburg mit allen wichtigen chinesischen Häfen. Im direkten Außenhandel zwischen Hamburg und China wurden 2018 über den Hamburger Hafen Ausfuhren nach China mit einem Wert von 5,3 Milliarden EUR und Einfuhren im Wert von 8,0 Milliarden EUR abgefertigt. Die Menge aller 2018 zwischen Hamburg und China per Seeschiff transportierten Güter beträgt rund 24 Millionen Tonnen.

Hamburg positioniert sich neben dem seeseitigen Außenhandel auch auf der Landseite als führender Eisenbahnknoten für China-Verkehre. „Als digital-innovativer Knotenpunkt ist die HHLA bereits auf der maritimen und kontinentalen Seidenstraße sehr gut positioniert. Seit über 35 Jahren pflegen wir enge Geschäftsbeziehungen zu chinesischen Unternehmen. Am Container Terminal Tollerort werden wöchentlich die größten Containerschiffe der chinesischen Reederei Cosco abgefertigt. Auch unsere Bahntochter Metrans ist auf der Neuen Seidenstraße sehr aktiv. Wir sind also schon lange dabei, die Seidenstraßen-Initiative unternehmerisch mitzugestalten“, sagt Thomas Lütje, Direktor Vertrieb der Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA).

Der Hamburger Hafen ist durch seine Drehscheibenfunktion und die sehr gut entwickelten Seehafenhinterlandverkehre nicht nur für Deutschland, sondern auch für Österreich, Polen, Tschechien, Russland, Ungarn, Slowakei und die Schweiz der zentrale Hub für China-Verkehre. Neben dem nach wie vor dominierenden Transport per Schiff entwickelt sich seit 2013 auf der Landseite die „Neue Seidenstraße“ als attraktive Bahnverbindung und Alternative zum See- und Lufttransport für zeitkritische Gütertransporte. „Als China-Hub für die per Seeschiff transportierten Güter und mit der weitreichenden China-Expertise sowie den sehr guten Wirtschaftsbeziehungen im Rücken ist es nur konsequent, dass Hamburg auch bei den Transporten per Schiene auf der Neuen Seidenstraße eine Schlüsselrolle einnimmt“, sagt Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing.

Der „Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtel“ umfasst mehrere Routen
Der Ausbau der Zugverbindungen und des Schienennetzes zwischen Fernost und Westeuropa begann vor sieben Jahren, als der chinesische Staatspräsident Xi Jinping das Projekt „One Belt – One Road“ vorstellte. Der „Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtel“ umfasst mehrere Routen zur kontinentalen Verbindung Chinas mit Europa und den süd- und südostasiatischen Nachbarstaaten sowie sechs Wirtschaftskorridore.

Die Chinesen verfolgen insgesamt sehr ehrgeizige Pläne und haben auf der landseitigen Seidenstraße bereits den Güterverkehr auf der Schiene in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt: 2014 waren es jährlich noch knapp 800 Züge mit einem Volumen von 25.000 TEU, die die Neue Seidenstraße zwischen dem Reich der Mitte und Westeuropa befuhren. 2016 gab es eine Steigerung auf 1.700 Züge mit einem Containervolumen von 145.000 TEU. Bis 2027 sollen jedes Jahr 670.000 TEU über die Eurasischen Bahnkorridore rollen. „Die METRANS ist einer der führenden Anbieter für intermodale Containertransporte im europäischen Seehafenhinterlandverkehr. Aktuell verkehren monatlich mehr als 30 METRANS-Züge, die wichtige Wirtschaftszentren in China mit dem METRANS-Netzwerk verbinden. Die Abfertigung erfolgt in Malaszewicze/Brest an der polnisch-weißrussischen Grenze, von dort aus geht es weiter nach Polen, Tschechien oder direkt nach Hamburg. Unser Ziel ist es, diese Verkehre weiter auszubauen“, sagt Peter Kiss, CEO der Metrans.

Hamburg ist in Deutschland die führende Drehscheibe im Eisenbahngüterverkehr. Mehr als 200 Güterzüge erreichen oder verlassen täglich den Hamburger Hafen. Zwischen Hamburg und 20 chinesischen Zielorten fahren wöchentlich 36 Containerzüge. Rund 120.000 TEU wurden im vergangenen Jahr auf der Schiene zwischen Hamburg und China transportiert.

Quelle: HHM, Foto: HHLA/Thies Rätzke, Metrans-Hub-Terminal in Prag mit Metrans-Zug

 

 




RWE und duisport weihen LNG-Tankstelle ein

Minus 161 Grad und ein 600stel des normalen Volumens: Das ist Liquefied Natural Gas (LNG), also flüssiges Erdgas. Das können Betriebsfahrzeuge des Duisburger Hafens ab sofort tanken. Die Duisburger Hafen AG und die RWE Supply & Trading GmbH eröffneten die gemeinsame LNG-Tankstelle feierlich im Rahmen des diesjährigen RWE-Energiedialogs, dem Industriekundenevent von RWE.

Die mobile Tankstelle ist der erste Schritt zu einer LNG-Infrastruktur. Das Ziel ist, die Nutzung von LNG als umweltfreundlichen Kraftstoff im Duisburger Hafen zu etablieren. Mit der LNG-Tankstelle wird in der Region ein funktionierendes Anwendungsumfeld für diesen Kraftstoff aufgebaut. „Wir treiben den Ausbau der LNG-Infrastruktur im Duisburger Hafen zielstrebig voran. Dadurch leisten wir einen wichtigen umweltpolitischen Beitrag zur Reduzierung der lokalen Emissionen“, so Erich Staake, Vorsitzender des Vorstands der Duisburger Hafen AG. Die Anlage senkt CO2- und andere Emissionen und stärkt den Standort und die Region wirtschaftlich. Die gewonnenen Ergebnisse fließen in ein langfristiges Geschäftsmodell für die LNG- Nutzung als Kraftstoff ein.

In der Anfangsphase wurden bereits Reachstacker und Terminal-Zugmaschinen auf LNG umgerüstet. Sie werden jetzt im dualen Diesel- und LNG- sowie im reinen LNG-Betrieb getestet. „Wir sind stolz unseren Beitrag zur Reduzierung von Emissionen im Duisburger Hafen zu leisten“, betont Andree Stracke, Mitglied der Geschäftsführung der RWE Supply & Trading GmbH und zuständig für das Industriekunden- und LNG-Geschäft. „Als nächsten Schritt verfolgen wir den Einsatz von LNG im Duisburger Hafen auf weitere Fahrzeuge auszuweiten.“ Mit der Tankstelle greift RWE das stetig steigende Interesse an LNG in Deutschland und Europa auf.

Die LNG-Tankstelle ist Teil eines gemeinsamen Forschungsprojektes von RWE Supply & Trading, duisport und der Universität Duisburg-Essen. Aufgrund seines wegweisenden innovativen Potentials wird das LNG-Infrastrukturprojekt vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 740.000 Euro gefördert.

Quelle: RWE Supply & Trading GmbH  , Duisburger Hafen AG, Foto: RWE, Dank der LNG-Tankstelle auf logport III können Betriebsfahrzeuge des Duisburger Hafens ab sofort das flüssige Erdgas tanken.

 

 




Erweiterung von SIF auf der Maasvlakte

Der Hafenbetrieb Rotterdam hat mit der SIF Holding N.V. eine Vereinbarung über die Vermietung von 20 Hektar Hafengelände und 200 Metern so genannten „Deep-Sea“-Kais auf der Maasvlakte geschlossen. Die neue Parzelle grenzt an die Parzelle des Hafengeländes, wo SIF bereits operationell tätig ist und die Montage von Offshore-Fundamenten für Windkraftanlagen auf See durchführt.

SIF wird das neu gepachtete Gelände für Kunden einsetzen, die in der Offshore-Windenergie tätig sind. Bei dem ersten Projekt auf der neuen Parzelle handelt es sich um die logistische Abwicklung aller 94 Monopiles (Fundamente von Windkraftanlagen) für den Offshore-Windpark Borssele 1 + 2, im Auftrag von Deme Offshore.

Allard Castelein, (Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam) äußert sich folgendermaßen dazu: „Auf den Erfolg der SIF-Group in unserem Hafen sind wir stolz. Seit der Niederlassung von SIF im Jahre 2015 ist es Rotterdam gelungen, die eigene Position im Hinblick auf den Offshore-Windenergiesektor zu stärken. Dank dieser Erweiterung kann sich ein führender Akteur auf dem Markt weiter entwickeln. Dieser Umstand stellt eine Bestätigung unserer Politik dar, die Offshore-(Wind-)Industrie als wichtigen Wachstumsmarkt zu stimulieren und diesbezüglich unser Know-how, unser räumliches Angebot und unsere Entwicklungsstärke einzusetzen.“

Der Hafenbetrieb Rotterdam setzt uneingeschränkt auf die Energiewende und engagiert sich dafür, DER Offshore-(Windenergie-)Hafen Europas zu werden. Die Niederlassung und der weitere Ausbau der SIF Group ist ein weiterer Beitrag zu diesem Engagement. Der Hafenbetrieb setzt sich – gemeinsam mit seinen Partnern – dafür ein, Wachstum von Offshore-Wind als DER Quelle für erneuerbare Energien zu realisieren. Dabei setzt der Hafenbetrieb auf Innovation, Tests & Vorführungen, Förderung und Lobby-Tätigkeiten.

Das breite Spektrum an Reparatur- und Wartungseinrichtungen, Terminals sowie ein weltweit bekannter maritimer Cluster in Kombination mit der geeigneten physischen Infrastruktur machen Rotterdam zu DEM attraktiven Hafen für Offshore-Windenergie.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 

 




Hamburg und Shanghai vertiefen Zusammenarbeit

Im Beisein von Shanghais Parteisekretär LI Qiang haben Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Shanghais Vizebürgermeister XU Kunlin ein Memorandum of Understanding über die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Shanghai für die Jahre 2019/2020 unterzeichnet.

Neben der Vertiefung der Kooperationen in Wirtschaft und Wissenschaft wollen beide Partnerstädte zukünftig auch im Bereich der digitalen Stadtentwicklung stärker zusammenarbeiten. Shanghai wurde eingeladen,Partnerstadt des Hafengeburtstages 2021 zu werden.

Bürgermeister Peter Tschentscher: „Hamburg und Shanghai haben beide eine jahrhundertealte Geschichte. Sie sind aber keine Museumsstädte, sondern dynamische, moderne Metropolen mit einem zuversichtlichen Blick auf die Zukunft. Dabei stehen sie vor ähnlichen Herausforderungen: Den Klimaschutz und die Mobilität in ihren urbanen Zentren zu verbessern und den digitalen Wandel unserer Gesellschaft positiv zu gestalten.“

Bei einem Gespräch mit Vizebürgermeister XU Kunlin hat Bürgermeister Peter Tschentscher Shanghai eingeladen, im Jahr 2021 Partnerstadt des weltweit größten Hafenfestes, dem Hamburger Hafengeburtstag, zu werden. In diesem Jahr wird sich die Städtepartnerschaft zum 35. Mal jähren.

Mit einer rund 50-köpfigen Delegation von hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur bereist Bürgermeister Peter Tschentscher in dieser Woche Asien. Vom 25. bis 27. August 2019 besucht die Delegation Shanghai. Neben Besuchen von Unternehmen und Kultureinrichtungen sind das „3. Shanghai-Hamburg Business Forum“ sowie das „Campus Forum Hamburg-Shanghai“ Teil des Delegationsprogramms.

Auf dem „Campus Forum Hamburg-Shanghai“ am Dienstagnachmittag tauschten sich beide Städte über die Chancen von Wissenschaft und Forschung für moderne Metropolen aus. Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY), dem Shanghai Advanced Research Institute und der Chinese Academy of Sciences (SARI, CAS) organisiert. Bei dieser Gelegenheit präsentierten Vertreter der Universität Hamburg und DESY die neue „Science City Bahrenfeld“. Rund um den Forschungscampus in Bahrenfeld entstehen neue wissenschaftliche Institute und Einrichtungen sowie rund 2.500 Wohnungen.

Bürgermeister Peter Tschentscher: „Mit der Science City Bahrenfeld entwickeln wir in Hamburg einen ganzen Stadtteil zu einem Zentrum der Grundlagenforschung und angewandten Wissenschaft, einen Inkubator für Innovation und Technologietransfer. Zugleich sollen hier attraktive Wohnungen und Erholungsräume für Studenten, Wissenschaftler und Kreative entstehen. Dies alles sind beste Standortbedingungen für wissenschaftliche Einrichtungen, Startups und innovative Unternehmen, mit Laboren und modernen Arbeitsplätzen für kluge Köpfe aus der ganzen Welt.“

Nach dem anschließenden Besuch der Shanghai Superintense Ultrafast Laser Facility (SULF) und der Shanghai Synchrotron Radiation Facility (SSRF) in Zhangjiang Hi-Tech Park verließ die Hamburger Delegation am Dienstagabend Shanghai und ist nach Japan gereist. Die weiteren Stationen der Reise sind Osaka, Kobe und Tokio.

Bereits am Montagmorgen (26. August) eröffnete Bürgermeister Peter Tschentscher das 3. Shanghai-Hamburg Business Forum. In seiner Rede sprach der Bürgermeister über die Bedeutung innovativer Verkehrskonzepte für die Mobilität der Zukunft, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität in Metropolen führen.

„Hamburg ist eine Modellstadt für die Mobilität der Zukunft. Mit einer innerstädtischen Teststrecke für autonomes Fahren, digitaler Verkehrssteuerung und intelligenter Baustellenkoordination erproben wir bereits heute die Mobilität von morgen. Darüber hinaus investieren wir in den Ausbau des schienengebundenen Öffentlichen Nahverkehrs, damit die Bürgerinnen und Bürger sicher, komfortabel und pünktlich ankommen. Diese Investitionen und Innovationen machen uns wirtschaftlich stark und ermöglichen es, das Wachstum unserer Stadt nachhaltig zu gestalten. Chinesische Metropolen sind ebenfalls Pioniere bei der Einführung innovativer Mobilitätskonzepte, und ich freue mich, sie auf dieser Reise kennenzulernen“, so Bürgermeister Tschentscher.

Hamburg ist Austragungsort des ITS Weltkongresses 2021, bei dem Städte auf der ganzen Welt dazu eingeladen sind, innovative Mobilitätslösungen zu präsentieren. Der ITS Weltkongress 2022 wird in China stattfinden.

Hamburgs Handelsbeziehungen mit China reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert und sind heute lebendiger denn je. 2018 wurden im Hamburger Hafen rund 2,6 Millionen Standardcontainer im China-Verkehr umgeschlagen. Als traditionelles Zentrum des europäisch-chinesischen Handels ist Hamburg ein Knotenpunkt der maritimen und auch der landseitigen Seidenstraße. Mehr als 200 wöchentliche Zugverbindungen vernetzen Hamburg mit fast 30 Städten in China. Mit über 550 ansässigen chinesischen Unternehmen ist Hamburg der führende China-Standort in Europa.

Am Montagnachmittag besuchte Bürgermeister Tschentscher mit der Wirtschaftsdelegation die Reederei COSCO SHIPPING Group und sprach mit Zhang Wei, Executive Vice President des Unternehmens, unter anderem über die Entwicklung der Containerschifffahrt sowie innovative Technologien zur Förderung des Klimaschutzes. Anschließend besuchte der Bürgermeister die tesa-Niederlassung von Beiersdorf in Shanghai.

Das Memorandum of Understanding zwischen Hamburg und Shanghai 2019/2020 kann hier eingesehen werden: https://www.hamburg.de/shanghai/206028/shanghai-partnerschaftserklaerung/

Quelle: Pressestelle des Senats, Foto: HHM/Michael Lindner