Rotterdam und DeltaPort verstärken Kooperation

Der größte europäische Seehafen und die Hafengruppe DeltaPort Niederrheinhäfen streben eine verstärkte Kooperation an. Ziel ist, mit Hilfe der Digitalisierung das nordrhein-westfälische Hinterland noch besser erschließen zu können und bei Transport und Logistik Einsparungen von CO2 durch die ideale Nutzung von Abwärme zu ermöglichen. Dazu haben beide Parteien in München eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Mit dem Stadthafen Wesel, dem Rhein-Lippe-Hafen Wesel, dem Hafen Voerde-Emmelsum, sowie den Häfen Emmerich und Rheinberg-Orsoy stehen insgesamt fünf trimodal erschlossene Häfen zur Verfügung um im staugeplagten Nordrhein-Westfalen nachhaltig die Verlagerung von LKW-Verkehren auf die ökologisch bedeutsamen Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn zu ermöglichen.

Für Rotterdam ist DeltaPort der ideale Partner, um die Regionen des Ruhrgebietes, des Münsterlandes, Ost-Westfalen-Lippe und des südlichen Westfalens noch effizienter erreichen zu können. Die DeltaPort-Gruppe mit ihren Möglichkeiten und Schwerpunkten im Bereich Agrobulk, Projekt-Logistik und Container-Logistik bietet beste Voraussetzungen zur Optimierung der Supply-Chain in die genannten Regionen.

Die Kooperation der beiden Häfen richtet sich auf drei strategische Themenfelder:

  1. Kühllogistik
    Beide Häfen erfahren einen starken Zuwachs auf dem Gebiet der Kühllogistik. Zusammen untersuchen beide Parteien, wie diese Güterströme noch zuverlässiger, effizienter und nachhaltiger unterstützt und transportiert werden können.
  2. Digitalisierung
    Der Digitalisierungsprozess in der Logistik soll vorangetrieben werden. Effizientere Gestaltung der Prozessabläufe im Transport, bei Umschlag, Lagerhaltung und Kommissionierung und auch die Stärkung der Transparenz für den Kunden stehen hier im Fokus der gemeinsamen Entwicklungen. Der strukturelle digitale Informationsaustausch (z.B. durch Rotterdamer Produkte wie Boxinsider und mobile OCR) zwischen beiden Häfen wird weiter ausgebaut. Mehr Transparenz und eine höhere Zuverlässigkeit ermöglichen den weiteren Ausbau des intermodalen Verkehrs und tragen so zur besseren Erreichbarkeit des DeltaPorts und Rotterdams bei.
  3. Nachhaltigkeit
    Augenmerk wird auch gerichtet auf die ökologisch nachhaltige Gestaltung der einzelnen Schritte komplexer Logistiklösungen. Rotterdam bringt hier seine Erfahrung auf dem Weg zu einem langfristig emissionsfreien Hafen ein und DeltaPort sorgt mit innovativen technologischen Projekten für einen steigenden Kundennutzen.

Hervorzuheben ist hierbei das Nachhaltigkeitsprojekt „EcoPort 813“, welches zukünftig das vorhandene Abwärmepotential des im Hafen Emmelsum befindlichen Aluminiumwerkes, in einer Größenordnung von 136 GWh, nutzen wird um temperaturgeführte Logistikimmobilien mit CO2-neutraler Energie zu versorgen. 27.000 Tonnen CO2 können so im Rahmen der Energieversorgung der anzusiedelnden Kühlhäuser eingespart werden. Neben der Nutzung von Abwärme für Logistikzentren im Hafen, soll auch die Nachhaltigkeit für Transportlösungen (bspw. auf dem Wasser) näher untersucht werden.

Für beide Partner stellen derartige Projekte die Zukunft in der nachhaltigen Entwicklung ihrer Häfen und der damit in Verbindung stehenden logistischen Ketten dar. Der Geschäftsführer von DeltaPort, Herr Andreas Stolte, und Emile Hoogsteden, Direktor Containers, Breakbulk & Logistics der Hafengesellschaft Rotterdam besiegelten die Absichtserklärung mit einem Handschlag und betonten die Wichtigkeit dieses Schrittes für alle Beteiligten. „Nicht nur sehen wir in Rotterdam den größten europäischen Seehafen, sondern vielmehr einen der führenden Innovationstreiber der Hafenlogistik“, sagt Stolte, „auch sind wir überzeugt davon, dass wir mit dieser Zusammenarbeit gemeinsam einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung logistischer Ketten leisten und damit für die Entlastung unserer Umwelt sorgen.“

Quelle: Port of Rotterdam, DeltaPort Niederrheinhäfen, Foto: DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH, besiegelten die Kooperationsvereinbarung mit einem Handschlag: Emile Hoogsteden, Directeur CBL des Port of Rotterdam (links) und Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort Niederrheinhäfen.“

 

 

 

 

 

 

 

 




Hupac und duisport intensivieren Zusammenarbeit

Der Schweizer Kombi-Operateur Hupac Intermodal und die Duisburger Hafen AG (duisport) intensivieren ihre Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung des klimafreundlichen kombinierten Verkehrs. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung des Terminalraums Duisburg und die Kooperation für Verkehre zwischen Europa und China.

Auf der Messe Transport Logistic in München vereinbarten Hupac als Betreiber eines der grössten intermodalen Netzwerke in Europa und duisport als wichtigste Logistikdrehscheibe Zentraleuropas, den Terminalraum Duisburg weiterzuentwickeln und somit Umschlagkapazitäten für neue intermodale Verbindungen zu schaffen. Hupac hat ein hohes Interesse daran, ihre Verkehre im Raum Rhein/Ruhr mit der Nutzung zusätzlicher Terminalkapazitäten auch im Sinne einer Drehscheibe weiter auszubauen. Durch den Aufbau eines virtuellen Betriebs sollen die verschiedenen Terminalstandorte der duisport effizient vernetzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die verbesserte Anbindung der Westhäfen Antwerpen, Rotterdam und Zeebrugge. Dadurch wird der Duisburger Hafen als Gateway für den Weitertransport der maritimen Frachten innerhalb Europas gestärkt.

Überdies werden duisport und Hupac zur Optimierung ihrer Aktivitäten im Rahmen der „Belt & Road“-Initiative verstärkt kooperieren. So werden beide Partner gemeinsam Terminals entlang der Seidenstraße entwickeln und an Lösungen zur Reduzierung der Fahrtzeiten der Chinazüge arbeiten.

„Wir sehen grosses Potenzial in der Stärkung unserer jahrzehntelangen Zusammenarbeit. Das Ziel die Umsetzung der Verlagerungsziele der Schweiz auf der Nord-Süd-Achse und die Anbindung des Hupac-Netzwerks in der Mitte Europas an die transkontinentalen Verkehrsströme auf der Ost-West-Achse. Dazu bauen wir gemeinsam eine Pipeline auf, stärken den Standort Duisburg und nutzen die Kraft des jeweiligen Partners“, so Michail Stahlhut, CEO der Hupac Intermodal.

Und duisports Vorstandsvorsitzender Erich Staake sagt: „Durch diese Zusammenarbeit entwickeln wir zusätzliche Angebote für unsere Kunden und bauen als Premium-Port unser internationales Netzwerk und unsere Position als die wichtigste europäische Drehscheibe im innereuropäischen und internationalen Handel weiter aus.“

Quelle: hupac und duisport, Foto: dws Werbeagentur GmbH, Bernhard Kunz (CEO Hupac Group), Peter Plewa (Geschäftsführung duisport agency GmbH), Hans-Jörg Bertschi (Executive Chairman, Board of Directors der Bertschi Group) und Erich Staake (CEO duisport-Gruppe).

 

 




Wachstum stärkt Rotterdamer Hafen

Der Containerumschlag in Rotterdam wächst kontinuierlich. Nach einem Rekordjahr 2018 und dem Rekordergebnis im ersten Quartal 2019 war der April dieses Jahres der beste Monat des Rotterdamer Hafens aller Zeiten: Im April 2019 wurden 13,6 Millionen Tonnen Containerfracht umgeschlagen.

Bis dahin lag der Monatsrekord bei 13,2 Millionen Tonnen im August 2018. Gemessen in TEU war der April 2019 der zweitbeste Monat aller Zeiten mit 1,3 Millionen TEU – nur ein Bruchteil unter dem Rekordergebnis von August 2018.

Unter anderem wegen seines außergewöhnlichen Tiefgangs hat sich Rotterdam zum größten Containerhafen Europas entwickelt. Der Hafenbetrieb Rotterdam kann auch eine weitere Zunahme in diesem Wachstumsmarkt hervorragend abbilden, weil:

• ausreichende verfügbare Kapazität an den Tiefsee-Terminals vorhanden ist;
• der Hafen über gute Verbindungen ins Hinterland per Binnenschifffahrt, Straße und Schiene verfügt;
• der Hafenbetrieb stark in eine Verbesserung der physischen Infrastruktur investiert – so zum Beispiel in die Container Exchange Route für einen schnelleren, günstigeren und effizienteren Austausch von Containern zwischen den Terminals;
• sowie weil der Hafenbetrieb Rotterdam im Bereich digitaler Infrastrukturen mit Logistiklösungen wie Pronto, Navigate, Nextlogic, OnTrack, Box Insider und Deliver führend ist: Kein anderer Hafen verfügt über ein derartig vollständiges digitales Portfolio wie der von Rotterdam.

Der Hafenbetrieb Rotterdam nimmt vom 4. bis 7. Juni in Halle B3, Stand 313/314 an der Fachmesse Transport & Logistic München 2019 teil. Die digitale Transformation von Hafen und Logistik ist dort wieder ein wichtiges „Verkaufsargument“ für den Hafenbetrieb Rotterdam. Der Hafenbetrieb möchte ein weltweites Netzwerk intelligent vernetzter Häfen aufbauen. Dies steigert die Effizienz globaler Schifffahrtswege, senkt die Kosten und reduziert den CO2-Ausstoß.

„Container 42“ ist ein Sinnbild für diese digitale Transformation und deshalb dieses Jahr eine besondere Attraktion auf der Transport & Logistic München. „Container 42“ ist ein hyperintelligenter Container, der am 24. Mai in Rotterdam seine zweijährige Datenerfassungsreise rund um die Welt angetreten hat. München ist dabei der erste Zwischenstopp. Der mit Sensoren und Kommunikationstechnologie ausgestattete Container misst während seiner Reise Vibrationen, Gefälle, Position, Schall, Luftverschmutzung, Feuchtigkeit und Temperatur. Am Container angebrachte Solarmodule ermitteln, wie viel Energie ein Container auf einem Containerschiff, Zug oder Lkw auf der Reise erzeugen kann.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 




Innocent kommt ins Rotterdam Food Hub

Innocent, ein Hersteller von Smoothies und Fruchtsäften, lässt sich als erstes Unternehmen im Rotterdam Food Hub nieder. Der Hafenbetrieb Rotterdam hat dieses 60 Hektar große neue Gewerbegebiet am Calandkanaal speziell einrichtet, um Unternehmen aus der Agrarlebensmittelindustrie optimal zu bedienen.

nnocent beginnt dieses Jahr mit dem Bau seiner eigenen CO2-neutralen Fabrik im Rotterdamer Hafengebiet. Mehr als vier Jahre wurde an den Bauplänen für diese Fabrik gearbeitet. Schließlich entschied man sich für Rotterdam als neue Heimatbasis. Für Innocent ist dies der nachhaltigste Standort für die Errichtung der Fabrik, unter anderem, weil die Produktion dadurch so nah wie möglich am Eingangsort der Zutaten angesiedelt ist. Auf diese Weise wird die Menge der Transportkilometer reduziert.

Die Fabrik, in die Innocent 250 Millionen $ (223 Millionen €) investiert, wird jährlich ca. 400 Millionen Flaschen gekühlten Saft für 17 europäische Länder produzieren und für ca. 200 neue Arbeitsplätze sorgen. Innocent will seine Ambitionen und seine Vorbildfunktion mithilfe der Verringerung von Millionen Kilometern Straßentransport und der Reduzierung des CO2-Fußabdrucks um 10 % bei nachhaltiger Produktion weiterhin ausbauen.

Douglas Lamont, Geschäftsführer Innocent Drinks: „Wir freuen uns sehr darüber, dass wie unsere eigene CO2-neutrale Fabrik bauen, in der wir alles unter einem Dach herstellen können, vom Obst bis zum Obst-in-der-Flasche. Wir arbeiten bereits seit vier Jahren daran, unser Produktionsnetzwerk näher zusammenzuziehen, um unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern. Der Besitz einer eigenen Fabrik ist auch eine logische Konsequenz unseres starken Wachstums auf dem europäischen Festland. Die Fabrik soll ein gesunder und anregender Arbeitsplatz für unsere Mitarbeiter werden.“

Quelle und Artist Impression: Port of Rotterdam

 

 

 




Ernsthafte Alternative zur Straße

Wie lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt verbessern? Welche technischen Möglichkeiten bringt die Digitalisierung, um das umweltfreundliche Transportsystem zu stärken? Von welchen internationalen Modellprojekten lässt sich lernen?  Fragen, die auf der Konferenz „#IWTS 2.0 – Innovation and Competence Delivered“ in Bremerhaven intensiv diskutiert worden sind.

IWTS steht für inland waterway transportation system, die international übliche Abkürzung für Binnenschifffahrt. Experten aus Deutschland, den Niederlanden und Schweden erläuterten vor Entscheidern aus Speditionen und Logistik  mit welchen Praxis-Ansätzen die Binnenschifffahrt in Zukunft wieder mehr Bedeutung erlangen kann. In seiner Einleitung erläuterte Jörg Peters, verantwortlich für Hafenentwicklung beim  Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, die Zielsetzung des Bremer Senats: „Binnenschifffahrt ist nicht nur ein Thema für den Rhein, sondern gerade auch für die Nordhäfen“, so Peters. „Wir möchten erreichen, dass dieses Transportmittel als eine ernsthafte Alternative insbesondere zum Transport über die Straße wahrgenommen wird.“

Die Veranstaltung zur Zukunft der Binnenschifffahrt ist Teil eines INTEREGG-Projektes, das bremenports mit flämischen und niederländischen Partnern gemeinsam durchführt. Hauptpartner ist die Maritime Akademie Harlingen (MAH), ein führender Anbieter von Berufsausbildung für die Branche. Für die MAH berichtete Jörn Boll über Projekte, mit denen auch kleinere Wasserstraßen in den Niederlanden für die Binnenschifffahrt nutzbar gemacht werden. So will eine große Molkerei ihre Export-Container vollständig per Binnenschiff zum Seehafen  versenden. Bisher war dies nur mit einem Lkw-Vorlauf durch die Stadt Leeuwarden möglich. Um diese kleinen Wasserstraßen vermehrt nutzen zu können, muss unter anderem die Schulung der Binnenschiffer mittels Simulation weiter ausgebaut werden.

Dr. Vendela Santén, Projektleiterin am schwedischen Forschungsinstitut SSPA mit Sitz in Göteborg berichtete über den erstmaligen Einsatz der Binnenschifffahrt im Containerhinterland-Verkehr des Hafens Göteborg. Entlang des Göta Alv, des Flusses der Göteborg mit seinem nord-östlichen Hinterland verbindet, finden derzeit Pilotprojekte statt, per Binnenschiff Container zu bewegen. Was in anderen Häfen üblich ist, war bis 2014 in Schweden wirtschaftlich kaum darstellbar: Zu diesem Zeitpunkt trat ein nationaler Rechtsrahmen für die Flussschifffahrt in Kraft, der es ermöglichte, Binnenschiffe auf vielen Seen und Flüssen des Landes einzusetzen. Bis dato war Schifffahrt nur mit teuren Seeschiffen möglich. In einer engen Kooperation von staatlichen Stellen, Häfen, Verladern und Transporteuren wird jetzt systemattisch daran gearbeitet, die neuen Möglichkeiten wirtschaftlich attraktiv zu gestalten, um das Transportmittel Schiff konkurrenzfähig zu machen.

Dr.-Ing. Marius Brinkmann, Geschäftsführer des ZDIN OFFIS e.V. – Institut für Informatik, Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN) erläuterte, wie in der Seeschifffahrt der Austausch zwischen den Partnern einer Lieferkette im digitalen Zeitalter von statten gehen soll. Das vom OFFIS entwickelte Tool „Maritime Connectivity Platform (MCP)” könne auch für die Binnenschifffahrt Vorteile bringen, so Brinkmann.

Die insgesamt schwierigen Rahmenbedingungen der Binnenschifffahrt betonte  Christopher Beplat, Geschäftsführer, Norddeutsche Wasserweg-Logistik GmbH: Nach wie vor sei die Infrastruktur mangelhaft. Darüber hinaus mache der Binnenschifffahrt auch die zunehmende Konzentration auf Reederseite und der Handelsstreit zwischen der USA und der EU Probleme. Die  Oligopolisierung im Seeverkehr drücke die Preise, der Fachkräftemangel sei ein Problem.  Zudem gebe es Aufklärungsbedarf über die Möglichkeit der inländischen Wasserwege. Selbst die Disponenten der Speditionen wüssten oftmals nicht über die Möglichkeiten der Binnenschifffahrt als alternativer Verkehrsträger Bescheid.

Im Rahmen des INTEREGG-Projektes soll auch diesem Mangel begegnet werden. So kommt bremenports die Aufgabe zu,  junge Entscheidungsträger in Speditionen und Logistikdienstleistern entsprechend zu schulen. Projektleiter Dr. Lars Stemmler: „Neue Technologien bieten auch für die Binnenschifffahrt neue Chancen. Wir wollen unter dem Motto „modal shift is mind shift“ dem Logistik-Nachwuchs durch eine Internet-basierte Trainingsplattform die Möglichkeiten aufzeigen, die die inländischen Wasserwege und die Binnenschifffahrt bieten.“

Im kommenden Jahr wird es dazu einen Wettbewerbsaufruf an den Nachwuchs geben, digital-basierte Vorschläge zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu machen.

Quelle: bremenports GmbH & Co. KG, Foto: bremenports GmbH & Co. KG/ Henk Hinze

 

 

 




Binnenhäfen für den Masterplan

Mit dem klaren Bekenntnis, so viele Güter wie möglich auf die Wasserstraßen zu verlagern, hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den Masterplan Binnenschifffahrt vorgestellt – gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann,  dem Präsidenten des Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen Joachim Zimmermann und dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt Martin Staats.

Minister Scheuer betonte das enorme Verlagerungspotential der Binnenschifffahrt und den wichtigen Beitrag, den diese zur Reduktion von CO2, Stickoxiden und Feinstaub leisten könne. Entscheidend sei es, die Wettbewerbsfähigkeit des Systems Hafen-Schiff-Wasserstraße nachhaltig zu stärken.

Der Masterplan Binnenschifffahrt geht auf die Anregung des BÖB und anderer Verbände und Institutionen zurück. Diese hatten vorgeschlagen, eine Strategie für das System Wasserstraße zu entwickeln – in Anbetracht der vielfältigen verkehrs- und umweltpolitischen Herausforderungen und als Ergänzung zum Masterplan Schienengüterverkehr. BÖB-Präsident Joachim Zimmermann betonte: „Zur Bewältigung des Klimawandels wird die notwendige Verlagerung weg von der Straße nur mit Schiff UND Bahn gelingen – beide dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern sollen ihre jeweiligen Stärken nutzen und kombinieren.“

In den fünf Handlungsfeldern des Masterplans Binnenschifffahrt – Infrastruktur, umweltfreundliche Flotte, Digitalisierung, multimodale Transportkette und Fachkräftegewinnung – hat das BMVI, gemeinsam mit der Wirtschaft, über 80 kurz- und mittelfristige sowie bereits laufende Maßnahmen erarbeitet.

„Der Masterplan Binnenschifffahrt ergänzt hervorragend das Nationale Hafenkonzept und den Masterplan Schienengüterverkehr“, sagt Joachim Zimmermann, „damit hat das System Hafen-Schiff-Wasserstraße jetzt einen klaren Fahrplan für die kommenden Jahre. Der von uns Binnenhäfen immer wieder geforderten integrierten Strategie im Güterverkehr kommen wir damit deutlich näher.“

Für Joachim Zimmermann ist klar: „Das Handlungsfeld Infrastruktur ist prioritär, da ohne eine zuverlässige Infrastruktur die anderen Handlungsfelder ins Leere laufen. Vor allem müssen wir schneller ins Bauen kommen, sowohl auf der Wasserstraße als auch in den Häfen. Für uns als Hafenwirtschaft gibt der Masterplan Binnenhäfen Rückenwind, um die hohe Bedeutung der Binnenhäfen auch bei Landesentwicklung und Stadtplanung festzuschreiben.“

Für die deutschen Binnenhäfen ist die Vorstellung des Masterplans Binnenschifffahrt der Auftakt zu einem Prozess, den es zu verstetigen gilt: „Der Masterplan wird eine Dynamik erzeugen, er wird Investitionen in noch umweltfreundlichere Transport- und Umschlagtechnologien mit sich bringen und das Potential der Digitalisierung nutzen“, betont Joachim Zimmermann, „all das wird auch die Berufsbilder im System Hafen-Schiff-Wasserstraße deutlich attraktiver machen. Der Kurs stimmt.“

Quelle und Foto: BÖB, Vorstellung Masterplan Binnenschifffahrt in Berlin (v.l.): Joachim Zimmermann (BÖB), Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, MdB Enak Ferlemann, Martin Staats, (BDB) 

 

 

 




Rotterdam kooperiert mit Guangzhou

Vertreter des Hafenbetriebs Rotterdam und der Hafenbehörde des chinesischen Hafens Guangzhou haben ein Kooperationsabkommen in Guangzhou unterschrieben.

Beide Organisationen werden Fachwissen und bewährte Verfahren im Bereich von Hafenmanagement miteinander austauschen. Die Kooperation passt zu den strategischen Zielsetzungen des Hafenbetriebs Rotterdam, international unser Wissen und unsere Fähigkeiten mit anderen Häfen auszutauschen und eine Führungsrolle bei der Entwicklung neuer Märkte einzunehmen.

Der Hafen von Rotterdamer Hafen genießt international einen guten Ruf. Das liegt an der hervorragenden Hafeninfrastruktur, dem starken Hafen- und Industriekomplex und der Vielseitigkeit der Warenströme und Industrien. Es gibt verschiedene Methoden, mit denen der Hafenbetrieb Rotterdam sein Wissen und seine Fähigkeiten teilt, unter anderem durch Machbarkeitsstudien, Beteiligungen und den Abschluss von Kooperationsabkommen wie mit Guangzhou. Der Hafenbetrieb Rotterdam hat in der Vergangenheit bereits Kooperationsabkommen unter anderem mit Shanghai, Shenzhen, Singapur, Tokyo und mit den thailändischen Hafenbehörden abgeschlossen.

Genauso wie Rotterdam ist Guangzhou ein vielseitiger Hafen, der unter anderem aufgrund seines Containerumschlags groß geworden ist und noch immer wächst. Guangzhou gehört zu den größten Containerhäfen der Welt, der 2018 einen Umschlag von ca. 22 Millionen Standardcontainern erreichte. Zum Vergleich: Im Rotterdamer Hafen wurden im selben Jahr 14,5 Millionen Standardcontainer umgeschlagen.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 

 




Feier für die neue Verbindung

 Am Stapelkai der CTS Container Terminal GmbH im Hafen Niehl herrschte geschäftiges Treiben der anderen Art: Knapp 150 geladene Gäste feierten Donnerstagabend in stimmungsvollem Rahmen in einer Lagerhalle die neue Containerzug-Verbindung zwischen Köln und den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven. Das gemeinsame Produkt der Kölner CTS und der IGS Intermodal Container Logistics GmbH in Hamburg war am vergangenen Montag gestartet. 

„Wir haben intensiv daran gearbeitet, jetzt freuen wir uns sehr, dass es nach zwei Jahren wieder eine Güterverbindung auf der Schiene zwischen Elbe und dem Rheinland gibt“, erklärte Ingo Egloff, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing, in seinem Grußwort. Oliver Haas, CTS-General-Manager Geschäftsentwicklung, betonte die Bedeutung der neuen Shuttlezug-Linie für Köln: „Mit Hamburg und Bremerhaven sowie Antwerpen und Rotterdam sind wir an alle relevanten Seehäfen der Nordsee angebunden.“ 

CTS-Geschäftsführer Oliver Grossmann und IGS-Geschäftsführer Harald Rotter waren sich im Beisein von NRW-Staatssekretär Dr. Hendrik Schulte einig, dass dieses Projekt der Start für eine Ausweitung der Zusammenarbeit sein kann: „Wir sehen da noch eine Menge Potenzial!“ Darüber hinaus seien die Partner jederzeit in der Lage, auch kurzfristig und flexibel bei Bedarf Lösungen anzubieten. 

Bei einer Diskussionsrunde, die vom Herausgeber der Fachzeitschrift „Schiffahrt und Technik“ (SUT), Hans-Wilhelm Dünner, moderiert wurde, sprachen Oliver Grossmann, Harald Rotter, Thomas Lütje (Direktor Vertrieb Hamburger Hafen und Logistik AG), Wolfgang Birlin (Geschäftsführer der RheinCargo GmbH, die die Schienentraktion verantwortet) und Gerd Deimel (Sprecher des Verbandes der Chemischen Industrie) intensiv über die Chancen und Herausforderungen der Branche. Einig waren sich alle Beteiligten darüber, dass sich Schiene, Wasserstraße und Straße ergänzen müssen: „Die einzelnen Verkehrsträger dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden!“ 

Bei Würstchen und Steaks, gegrilltem Gemüse sowie Kölsch, Wein und Softdrinks diskutierten die Gäste anschließend noch angeregt über die angesprochenen Themen und gewonnenen Eindrücke des Abends. 

Quelle und Foto: CTS, diskutierten intensiv: Gerd Deimel, Oliver Grossmann, Harald Rotter, Thomas Lütje, Wolfgang Birlin und Hans-Wilhelm Dünner.

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Sonne auf dem Slufter

Rijksvastgoedbedrijf (RVB), Rijkswaterstaat (RWS) und der Hafenbetrieb Rotterdam möchten im westlichen Hafengebiet von Rotterdam den größten schwimmenden Solarpark anlegen. Dafür wird ein geeigneter Betreiber gesucht. Am 8. Mail 2019 wird zu diesem Zweck eine Marktkonsultation durchgeführt. Danach folgt ein Ausschreibungsverfahren.

Der schwimmende Solarpark muss auf dem Slufter errichtet werden – einem Depot für verunreinigtes Sediment von 250 Hektar auf der Maasvlakte. Die Tatsache, dass das Aushubdepot Slufter im äußersten Westen liegt, macht es zu einem der Orte mit den meisten Sonnenstunden in den Niederlanden. Damit ist es ein idealer Ort für die Erzeugung von Solarenergie. Schätzungen zufolge ist es möglich, etwa 100 Hektar Wasser für den Bau eines schwimmenden Solarparks mit einem Leistungspotenzial von etwa 100 MWp zur Verfügung zu stellen; dies entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von etwa 33.000 Haushalten. „Sonne auf dem Slufter“ wird damit der bei weitem größte schwimmende Solarpark der Niederlande.

Der schwimmende Solarpark steht im Einklang mit der Politik des Hafenbetriebs, der intensiv an der Energiewende des Hafens arbeitet und den Einsatz von Solarmodulen und Windturbinen fördert. Das Projekt ‚Sonne auf dem Slufter‘ ist Teil des Pilotprogramms ‚Hernieuwbare energie op Rijks(waterstaat)-areaal’ (Erneuerbare Energie auf nationalem Gebiet bzw. Gebiet der nationalen höchsten Wasserbaubehörde). Es ist ein Programm, das von RWS, RVB und dem Rijksdienst Ondernemend Nederland getragen wird. Ziel dieses Programms ist es herauszufinden, wie landeseigener Boden so optimal wie möglich für die Erzeugung von erneuerbarer Energie eingesetzt werden kann.

Auf dem Slufter wurde bereits ein Test mit schwimmenden Solarmodulen durchgeführt. Daraus ging unter anderem hervor, dass der Wellengang, der bei Sturm entsteht, zu Beschädigungen an der schwimmenden Konstruktion führen kann. Das ist für den Bau des Solarparks ein äußerst wichtiger Gesichtspunkt.

Derzeit wird erwartet, dass erst 2022/2023 tatsächlich mit dem Bau des schwimmenden Windparks begonnen werden kann.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 

 

 




Shuttlezug-Verbindung Hamburg Köln gestartet

Die neue Containerzug-Verbindung zwischen Köln und den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven ist erfolgreich gestartet: Montagabend, 6. Mai, traf der erste Shuttlezug von Hamburg im Niehler Hafen in Köln ein. Am frühen Dienstagmorgen wurde der Zug auf die Rückreise vom Rhein an die Elbe geschickt.

Für den Premierenzug aus Hamburg galt es dabei, kurz vor dem Ziel ein ungeplantes Ereignis zu meistern: Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld war am Montag bei Bauarbeiten eine amerikanische Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.

Die Entschärfung wurde am Abend problemlos durchgeführt. Bis auf eine kurze Verzögerung der Ankunft bei der CTS hatte der explosive Fund keine weiteren Auswirkungen auf den Zug mit der Nummer 68757.

Verantwortlich für die neue Shuttle-Verbindung, die vermehrt Güter von der Straße auf die Schiene holen soll, sind die CTS Container Terminal GmbH Köln (gehört zur HGK-Tochter neska) und die IGS Intermodal Container Logistics GmbH (gehört zur IGS Logistics Group Hamburg). „Wir freuen uns sehr, dass unsere Städte jetzt auch durch regelmäßige Containertransporte auf der Schiene dreimal pro Woche in beide Richtungen verbunden sind. Wir bieten so Reedern und Spediteuren zusätzlich eine zuverlässige und umweltfreundliche Transportlösung an, die auch die Westhäfen Antwerpen und Rotterdam anbindet. Bei entsprechender Nachfrage ist eine Ausweitung der Verkehre möglich“, so Oliver Haas (CTS General Manager Geschäftsentwicklung) und Bernd Trepte (Geschäftsführer IGS Intermodal).

Die Traktion übernimmt die RheinCargo, die bereits regelmäßige Massengutverkehre zwischen dem Rheinland und dem Hamburger Hafen auf der Schiene befördert und über langjährige Erfahrungen auf dieser Verkehrsachse verfügt.

Die CTS Container-Terminal GmbH operiert seit 1984 im Hafen Köln-Niehl und zählt mit über 173.000 m² Fläche zu den größten Terminalanlagen entlang der Rheinschiene. Die Bewirtschaftung der vier Terminalbereiche erfolgt u. a. durch fünf Containerkranbrücken und neun Reach-Stacker. Mit täglichen Zug- und Bargeabfahrten in die Seehäfen und optimaler Anbindung an Autobahnen und Schnellstraßen gibt es bei CTS ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Logistik. Neben dem Containerumschlag bietet CTS auch die Möglichkeit der Containervermietung, des Containerverkaufs und der Instandhaltung. CTS ist Mitglied im Terminalnetzwerk der neska intermodal, die zur HGK-Gruppe gehört.

Quelle und Foto: CTS