Zehn Vectron-Lokomotiven für Metrans

Metrans a.s., eine Tochtergesellschaft der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), hat zehn Lokomotiven vom Typ Vectron MS bei Siemens Mobility in Tschechien in Auftrag gegeben. Die Lokomotiven werden im Werk von Siemens Mobility in München-Allach gefertigt und sollen ab Ende 2019 bis Frühjahr 2020 ausgeliefert werden. Die Lokomotiven werden im grenzüberschreitenden Güterverkehr in Mittel- und Osteuropa zum Einsatz kommen.

„Wir freuen uns über die Erweiterung unserer Fahrzeugflotte bei Metrans um zehn Vectron-Mehrsystemlokomotiven von Siemens Mobility. Das unterstreicht unser Ziel, weiterhin mit den Transportströmen der Zukunft zu wachsen. Die Anschaffung der zusätzlichen Lokomotiven wird dazu beitragen, dass wir noch flexibler und zuverlässiger auf die Wünsche unserer Kunden eingehen können“, so Peter Kiss, CEO der Metrans-Gruppe.

„Wir sind überzeugt, dass unser Kunde Metrans mithilfe der neuen Vectron-Lokomotiven aktuelle und zukünftige Transportanforderungen erfüllen und seine langfristigen Zielsetzungen erfolgreich umsetzen kann. Die Vectron-Lokomotiven sind seit ihrer Einführung im europäischen Markt eine Erfolgsgeschichte, und wir sind stolz, den Verkauf der 900. Vectron-Lokomotive gemeinsam mit Metrans zu feiern“, so Roman Kokšal, CEO von Siemens Mobility in Tschechien.

Die Lokomotiven für Metrans erreichen eine Höchstleistung von 6,4 MW und eine Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h. Zudem verfügen sie über die erforderlichen nationalen Zugsteuerungssysteme sowie das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS (European Train Control System). Die Lokomotiven sind für den Einsatz in Österreich, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Polen und der Slowakei zugelassen. Zukünftige Aufrüstungen für den Einsatz in Bulgarien, Kroatien, den Niederlanden, Rumänien, Serbien und Slowenien sind möglich.

Quelle und Foto: HHLA

 

 

 




Echtzeitinfos über den Bahnverkehr

Es verlaufen über 250 internationale Bahnverbindungen vom und zum Rotterdamer Hafen. Der Transport per Bahn ist eine relativ nachhaltige Transportart und damit für den Transport von Ladung zwischen dem Rotterdamer Hafen und dem Hinterland von zunehmender Bedeutung. Zur effizienteren Gestaltung des Bahntransports entwickelte der Hafenbetrieb Rotterdam OnTrack.

Diese Anwendung ermöglicht einen Echtzeitüberblick über den Bahntransport im Rotterdamer Hafen und dessen Abfertigung am Terminal. OnTrack entspricht damit dem Bedarf von Terminals und Transportunternehmen, die dadurch effizienter planen und sich besser auf Abweichungen einstellen können.

Zur weiteren Optimierung des Transports von Ladung mit der Bahn zwischen dem Rotterdamer Hafen und dem Hinterland benötigen die Marktparteien einen Einblick in die Planung und Statusinformationen des Bahnverkehrs und dessen Abfertigung. Derzeit nutzen die meisten Terminals ein eigenes Planungssystem und eigene Standards für den Bahnverkehr. Der Informationsaustausch erfolgt derzeit überwiegend per Telefon und E-Mail. Die Anwendung OnTrack kombiniert Daten von verschiedenen Parteien in der Schienenkette und bereichert sie mit intelligenten Geschäftsalgorithmen.

So erhält ein Transportunternehmen mit OnTrack einen Einblick in die Abfertigung des Zugs an einem Terminal. OnTrack informiert darüber, wie viele Container oder Waggons be- oder entladen wurden und wann der Vorgang abgeschlossen wird. Abweichungen vom geplanten Zeitfenster sind direkt sichtbar und müssen nicht mehr auf verschiedenen Websites oder telefonisch eingeholt werden.

Ein Terminal erhält in OnTrack einen besseren Einblick in die voraussichtlichen und tatsächlichen Abfahrtszeiten der Züge, die den jeweiligen Terminal ansteuern. Durch die Benachrichtigungen können alle Partner besser auf Abweichungen reagieren und dadurch ihre Teams und Kapazität optimieren. Auch für Bahnunternehmen und Inlandterminals wird OnTrack in Kürze verfügbar sein.

OnTrack ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Hafenbetrieb mit neuen digitalen Anwendungen die Abläufe im Hafen effizienter gestaltet und passt in die Bestrebung, sich zum intelligentesten Hafen zu entwickeln. Zudem kann durch bessere Informationen über den Bahnverkehr ein zuverlässigeres Produkt geboten werden, was der Wettbewerbsposition des Rotterdamer Hafens zugutekommt.

OnTrack wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Marktparteien unter dem Projektnamen HaROLD ausführlich entwickelt und getestet. Anfang April beginnt die operative Nutzung durch nahezu alle Verkehrsunternehmen und Terminals, die Ladung über den Rotterdamer Hafen transportieren. Sollte bei nationalen und internationalen Häfen Interesse an der Anwendung bestehen, kann sie auch an anderen Orten eingeführt werden.

Quelle und Film: Port of Rotterdam

 




Hafen Riesa wichtiger Standortfaktor

Die exportorientierte heimische Wirtschaft braucht leistungsfähige Infrastrukturen. Das Logistik Netzwerk Mitteldeutschland befürwortet deshalb die Ausbaupläne am Hafen Riesa. Am trimodalen Containerterminal werden bereits jährlich mehr als 40.000 TEU (Standard-Container) umgeschlagen.

Damit ist die Leistungsgrenze erreicht. Von einem neuen Hafenterminal würden zahlreiche Industrie- und Handelsunternehmen profitieren, die mittels regelmäßigen Zug- und Binnenschiffsabfahrten ab Riesa weltweite Absatzmärkte erreichen.

Trotz zwei aufeinanderfolgender Niedrigwasserjahre 2017 und 2018 konnten in Riesa jeweils Rekordergebnisse erreicht und damit die Bedeutung des Warenumschlagplatzes unter Beweis gestellt werden. 2018 wurden mit rund 43.500 TEU so viele Container wie nie zuvor am Hafen Riesa umgeschlagen. Durch die trimodale Anbindung gelang es, die niedrigen Wasserstände zu kompensieren. Schon bei durchschnittlichen Pegelständen wären noch mehr Transporte auf dem Wasserweg möglich.

Die enorme Bedeutung der deutschen Binnenschifffahrt wurde auch im Bundes­verkehrsministerium erkannt, wo aktuell an einem Masterplan gearbeitet wird, der im Mai vorgestellt werden soll. Denn zur Erreichung auch der gesteckten Klimaziele kann die Binnenschifffahrt einen wichtigen Beitrag leisten, sofern die dafür notwendigen Infrastrukturen geschaffen werden.

Auch der Hafen Riesa könnte nach seinem Ausbau zusätzliche Kapazitäten aufnehmen und mit seinem trimodalem Transportangebot punkten. Am Standort starten täglich Güterzüge in Richtung Hamburger Hafen, von wo Ziele in der ganzen Welt erreicht werden können. Mit dem neuen Terminal könnten auch diese Züge schneller und effektiver beladen werden.

„Die Verbindung von Wasserstraße, Straße und Schiene am Standort Riesa ist ein klarer Standortvorteil. Die sächsischen Binnenhäfen stellen mit ihren trimodalen Angeboten unverzichtbare Schnittstellen dar, um für verschiedenste Transportaufgaben passende Lösungen anbieten zu können“, betont Marko Weiselowski, Vorstandsmitglied im Netzwerk Logistik Mitteldeutschland, und ergänzt: „Wir Logistiker brauchen diese Infrastrukturen, wenn nicht noch mehr Transporte auf die Straße verlagert werden sollen.“

Das 2008 gegründete Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V. trägt aufgrund seines vergrößerten Aktionsradius seit 2018 den Namen Netzwerk Logistik Mitteldeutschland e.V. Es vereint neben zahlreichen „klassischen“ Logistikdienstleistern auch Unternehmen aus dem Bereich logistiknaher Dienstleistungen, aus der Personal- und Immobilienwirtschaft, Gebietskörperschaften wie die Städte Leipzig und Halle, die regionalen Industrie- und Handelskammern sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen, darunter acht Hochschulen. Seit 2016 verfügt das Netzwerk über Regionalbüros in Dresden und Chemnitz.



Hafen Antwerpen fordert Wandel

Der Hafen Antwerpen fordert einen mentalen Wandel zugunsten nachhaltiger und staufreier Alternativen für den Transport. Gerade vor dem Hintergrund potenzieller Störungen im Straßenverkehr während der jetzt beginnenden Maßnahmen zum Ausbau der Oosterweel-Verbindung gewinnen diese Mobilitätsalternativen an Bedeutung.

Jetzt müssten sich alle Anstrengungen auf mehr Binnenschiffs- und Schienenverkehr konzentrieren, betont die Hafenbehörde – und ruft dazu auf, die Möglichkeiten zum Nachttransport auf der Straße zu nutzen. Über die Bandbreite der Transportalternativen vom und zum belgischen Hafen konnten sich Vertreter von Terminals, Eisenbahnunternehmen und Verladern sowie Warenempfänger informieren. Bereits zum siebten Mal in Folge veranstaltete der Hafen Antwerpen seine jährliche Netzwerkveranstaltung zur Hafenmobilität.

„Es ist klar erkennbar, dass Änderungen an der Infrastruktur allein nicht ausreichen werden. Wir brauchen einen mentalen Wandel, um den Transport nicht nur von Gütern, sondern auch der Menschen in und um Antwerpen effizienter zu gestalten“, erklärte Jacques Vandermeiren, CEO des Hafens Antwerpen.

Der Hafen Antwerpen hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil des Binnenschiffsverkehrs bis zum Jahr 2030 von derzeit 38 Prozent auf 42 Prozent zu erhöhen. Dies bedeutet, vier Prozent des aktuellen Transportvolumens von der Straße auf die Wasserstraße zu bringen. Der Aktionsplan für die Containerbinnenschifffahrt – eine von der Antwerpener Hafengemeinschaft getragene Logistikinitiative – soll die Zusammenarbeit zwischen allen Partnern in der Lieferkette weiter verbessern. Er setzt dabei auf eine Kombination aus Bündelung, Digitalisierung und Planung von Binnenschiffsbewegungen. Im Rahmen der Bündelung sollen Binnenschiffe jeweils die maximal mögliche Anzahl von Containern transportieren. Mit der Einführung von einer Mindest-Anlauf-Größe von 30 Containern pro Binnenschiff soll die Zahl der Lkw auf dem Antwerpener Ring deutlich gesenkt werden.

Der Hafen Antwerpen setzt sich zudem stark für die Nutzung von Shortsea-Verkehren ein, z. B. für Güter, die von Belgien nach Spanien oder in die Türkei befördert werden. Auch angesichts des drohenden Brexit sind Shortsea-Verkehre eine vielversprechende Alternative zum Lkw-Transport. Ein Binnenschiff bringt nicht nur eine große Anzahl von Containern von der Straße, sondern bedeutet auch weniger Zollformalitäten an den Grenzen.

Nicht minder ehrgeizig sind die Ambitionen des Hafens Antwerpen im Bereich Bahnverkehre: bis 2030 soll sich der Anteil der auf der Schiene beförderten Güter von aktuell 7 auf 15 Prozent verdoppeln. Gemeinsam mit Railport und dem belgischen Eisenbahninfrastrukturunternehmen Infrabel will die Hafenbehörde die vorhandenen Bahnkapazitäten des Hafens effizienter und flexibler nutzen. Zu den Maßnahmen gehören die Konsolidierung der auf der Schiene beförderten Mengen, vereinfachte Vorschriften sowie ein Pilotprojekt für ein „Rail Traffic System“ zum digitalen Informationsaustausch zwischen Bahnbetreibern und Terminals. Diese Initiativen haben das Potenzial, den Anteil des Straßenverkehrs, der derzeit bei über 55 Prozent liegt, deutlich zu verringern. Steve Declercq, Commercial Manager bei DP World: „Durch eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Seeterminals und die Konsolidierung sowohl der maritimen als auch der kontinentalen Ströme über den Rail-Hub des Antwerp-Gateway-Terminals können wir mehr Güter auf die Schiene am linken Scheldeufer bringen.“

Analog zum Binnenschiffsverkehr hat die Antwerpener Hafengemeinschaft auch rund zehn Workshops zum Nachtbetrieb der Containerterminals durchgeführt. Alle Beteiligten, darunter Terminals, Reedereien und andere Logistikunternehmen, haben sich zusammengeschlossen, um ein neues Pilotprojekt zu starten. Für einen Zeitraum von drei Monaten werden damit die Containerterminals am rechten Ufer der Schelde in Kürze auch nachts geöffnet sein. Dies gilt bereits für die Terminals und Depots am linken Scheldeufer. Der Nachtbetrieb ist die erste und wichtigste Voraussetzung für eine effizientere Nutzung der Straßenkapazitäten.

Bei planmäßigem Verlauf soll auf die Testphase eine zweijährige Umsetzungszeit folgen, in der der gesamte Markt in dieses Logistikprojekt eingebunden wird. „Als Community Builder arbeiten wir mit der Hafengemeinschaft zusammen, um einen guten Zugang zum Hafen zu gewährleisten. Wir setzen auf eine Vielzahl erfolgsversprechender Transportalternativen, sowohl für den Güterverkehr als auch für den Personenverkehr, um die Erreichbarkeit unseres Hafens auch während der Ausbaumaßnahmen zu gewährleisten“, erklärte Hafensenatorin Annick de Ridder.

Weitere Informationen zur Optimierung des Container-Binnenschifftransports sowie der Schienenverkehre gibt es hier und hier

Quelle und Foto: Hafen Antwerpen

 




duisport hält Kurs in schwierigem Umfeld

Die duisport-Gruppe hält Kurs, obwohl das wirtschaftliche Umfeld schwieriger geworden ist. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz in Höhe von 278,6 Mio. Euro erzielt. Das ist eine Steigerung um 11,6 % oder 28,9 Mio. Euro gegenüber dem Umsatz von 249,7 Mio. Euro im Jahr 2017.

Das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich um 4,9 % von 40,5 auf 42,5 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss erhöhte sich von 11,7 Mio. Euro in 2017 auf 12,2 Mio. Euro. Das ist ein Plus von 4,3 %. Besonders erfreulich: Die Unternehmensbeteiligungen trugen erheblich zur guten Ergebnisentwicklung bei. Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG Erich Staake dämpfte in der Bilanzpressekonferenz die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr: „Wir können uns den globalen Entwicklungen nicht entziehen. Nach aktueller Schätzung des RWI ist der weltweite Container-Umschlag bereits im Februar auf 133,9 Indexpunkte gefallen. Im Januar lag er noch bei 138,2. Dies ist viertstärkste bisher beobachtete monatliche Rückgang. Uns stehen raue Zeiten bevor.“

Staake verwies in diesem Zusammenhang auch auf weitere Unwägbarkeiten, die bereits im letzten Geschäftsjahr negative Auswirkungen auf den Konzernumsatz hatten: Das Niedrigwasser 2018 auf dem Rhein und die offenen Fragen um den drohenden Brexit sind hier nur zwei Beispiele. Vor dem Hintergrund dieser Fakten seien die guten Geschäftszahlen in 2018 „ein vermutlich nur schwer wiederholbarer Erfolg.“

Zugleich betonte Staake die straffe strategische Ausrichtung auf Qualitätskriterien. duisport habe sich im internationalen Vergleich eine Spitzenstellung als „Premium-Port“ erworben: „Wir setzen auf Qualität. Die von uns entwickelten Logistikareale sind Premium-Standorte. Wir haben unsere Wertschöpfungsketten breit und sicher aufgestellt. Diese intensive Kundenorientierung hat duisport zu einer vernetzenden Plattform für Dienstleistungen rund um die Logistik gemacht. Unsere Kunden schätzen diese Marktpositionierung als Qualitätsanbieter. Diese Strategie werden wir auch international weiter entwickeln.

Unter den vier duisport-Geschäftsbereichen erzielte das Segment Infra- und Suprastruktur einen Umsatz von 54,4 Mio. Das ist eine Steigerung um 7,3 % gegenüber dem Umsatz von 50,7 Mio. Euro im Vorjahr.

Der Umsatz bei den Logistischen Dienstleistungen steigerte sich um 2,1 % von 75,8 Mio. Euro auf 77,4 Mio. Euro. Auch das umsatzstärkste Geschäftssegment Verpackungslogistik verzeichnete mit 7,6 % ein kräftiges Plus – von 87,0 Mio. Euro auf nun 93,6 Mio. Euro. Bei der Kontraktlogistik erzielte duisport einen Umsatz von 24,2 Mio. Euro.

Die duisport-Gruppe hat 2018 Sach- und Finanzinvestitionen in Höhe von 20 Mio. Euro getätigt. 2017 waren es außergewöhnliche 34 Mio. Euro aufgrund des Erwerbs von Bohnen Logistik und der Errichtung der Logistikimmobilie für Daimler auf der Duisburger Mercatorinsel.

Der Gesamtgüterumschlag einschließlich der privaten Werkshäfen betrug 127,5 Mio. Tonnen (2017: 130,6 Mio. Tonnen). Das ist ein Rückgang um 3,0 %. In den Häfen der duisport-Gruppe ging der Umschlag von 68,3 Mio. Tonnen auf 65,3 Mio. Tonnen zurück. Die Niedrigwasserperiode führte beim Schüttgut zu einem zehnprozentigen Rückgang. Vor allem der Umschlag von Eisen, Stahl und Kohle ging zurück, während dieser im Mineralöl- und Chemiesektor stabil blieb.

Beim Containerumschlag, der mit einem Anteil von rund 55 % das wichtigste duisport-Gütersegment ist, wurde mit einem Umschlag von 4,1 Mio. TEU das Rekordniveau des Vorjahres erreicht.

Rund 30 % des gesamten Handels per Güterzug zwischen China und Europa wird bereits über den Duisburger Hafen abgewickelt. Die Rhein-Ruhr-Region entwickelt sich damit zur zentralen Drehscheibe für den Handel zwischen der EU und China. Zwischen Duisburg und einem Dutzend Destinationen in China verkehren wöchentlich 35 Züge. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rund 130.000 TEU mit diesen Zügen transportiert.

Durch Kooperationen mit chinesischen Partnern soll im Interesse der deutschen Exportwirtschaft weiteres Wachstum entlang der Korridore der Seidenstraße ermöglicht werden. duisport engagiert sich derzeit vor allem beim Aufbau des weltweit größten Industrie- und Logistikparks „Great Stone“ nahe dem weißrussischen Minsk. In einem Konsortium mit europäischen und asiatischen Partnern soll mittelfristig die Transportzeit der Chinazüge von derzeit 14 auf perspektivisch 10 Tage reduziert werden.

Wesentliche Projekte in 2018

startport

Seit der Gründung der Innovationsplattform Logistik „startport“ durch duisport Ende 2017 wurde bisher bereits insgesamt 20 Startup-Unternehmen am Duisburger Innenhafen die Möglichkeit gegeben, innovative logistische Lösungen zu entwickeln. Der Andrang der Gründer nimmt zu. Zu den startport-Exklusivpartnern Evonik, Klöckner & Co. und Initiativkreis Ruhr gehören seit Anfang 2019 nun auch die RAG Stiftung und Borussia Dortmund. duisport komplettiert sein Engagement auf diesem Sektor durch eine aktive Beteiligung am Digital Hub des Dortmunder Fraunhofer-Instituts.

Gewerbe- und Industrieareal Garzweiler

duisport und die RWE Power AG entwickeln gemeinsam ein 53 Hektar großes Areal auf dem Gebiet der Stadt Grevenbroich und der Gemeinde Jüchen. Auf der rekultivierten Fläche des Tagebaus Garzweiler soll ein Gewerbe- und Industriegebiet entstehen. Die lokale Politik unterstützt das Vorhaben als wichtigen Schritt zum Strukturwandel ebenso wie die Landesregierung.

logport V in Oberhausen

Die logport ruhr GmbH, ein Joint Venture von duisport und RAG Montan Immobilien, bereitet derzeit ein 30-Hektar-Areal in Oberhausen für die Edeka Handelsgesellschaft Rhein Ruhr mbH auf. Dort entsteht ein Logistikzentrum mit über 1000 Arbeitsplätzen.

logport VI in Duisburg-Walsum

Die Rückbauarbeiten auf dem 40 Hektar großen Areal einer ehemaligen Papierfabrik sind abgeschlossen. Dort entsteht ein trimodal angebundenes Containerterminal direkt am Rhein. Hier sind die ersten Ansiedlungen bereits auf den Weg gebracht. Etwa 600 neue Arbeitsplätze sollen entstehen und derzeit wird bereits über eine Ausweitung durch Zukauf weiterer Flächen in der Größenordnung von etwa 15 Hektar verhandelt.

Automotive Cluster

Der VW-Konzern hat 2018 sein CKD-Geschäft für Audi und VW auf logport II konzentriert. Damit ist Duisburg-Wanheim das weltweit größte CKD-Verpackungszentrum im Konzern. Daimler ist mit seinem Engagement bereits erfolgreich gestartet.

Neuansiedlungen

duisport hat auch 2018 wieder erfolgreich Gewerbe- und Logistikflächen vermarktet. Es handelt sich um insgesamt 223.000 Quadratmeter Fläche, unter anderem für die Unternehmen Amazon in Kasslerfeld, Flaschenpost im Freihafen, EMR European Metal Recycling auf der Schrottinsel sowie TIP Trailer Services auf logport III. Insgesamt stehen im Duisburger Hafen ca. 2,2 Mio. Quadratmeter überdachte Lagerfläche zur Verfügung, die von rund 300 im Hafen ansässigen Unternehmen genutzt werden.

Jobs für die Rhein-Ruhr-Region

Allein durch die Ansiedlungen von Amazon und dem ehemaligen Startup Flaschenpost sind 2018 über 500 neue Arbeitsplätze im Duisburger Hafen entstanden. Schätzungen zufolge sind die Arbeitsplätz in der Rhein-Ruhr-Region rund 47.000 Menschen direkt oder indirekt vom Duisburger Hafen abhängig.

Nachhaltigkeit

Im Rahmen der 2016 beschlossenen Kooperation von duisport und innogy, den Duisburger Hafen zum „Drehkreuz für die Energiewende“ auszubauen, wurden 2018 die ersten selbstklebenden ultraleichten Solarfolien an einer Hallenfassade im Duisburger Hafens angebracht. Diese sind von der innogy-Beteiligungsgesellschaft Heliathek entwickelt worden und finden in Duisburg erstmalig in einem Hafen Verwendung.

Im Frühjahr 2019 sind drei von innogy betriebene Landstromtankstellen in Duisburg-Ruhrort installiert worden. Dort können bis zu sechs an Land liegende Binnenschiffe gleichzeitig mit Strom versorgt werden. Weitere Landstromtankstellen auch für die wachsende Anzahl der im Duisburger Hafen liegenden Flusskreuzfahrtschiffe sind geplant.

Beim gemeinsamen Forschungsprojekt von duisport, RWE Supply & Trading und der Uni Duisburg-Essen zur Nutzung des umweltfreundlichen verflüssigten Erdgases LNG wurden 2018 die ersten umgerüsteten Fahrzeuge auf logport III in Betrieb genommen. Betankt werden die Fahrzeuge mit einer mobilen LNG-Tankanlage. Geplant ist eine stationäre LNG-Tankstelle im Duisburger Hafen.

Die Beleuchtung von über 100.000 Quadratmeter Hallenfläche wurde 2018 auf stromsparendes LED umgestellt. Die mehr als 500 Leuchten auf den gesamten hafeneigenen Straßen werden in diesem Jahr auf LED-Betrieb umgerüstet.

Quelle: duisport, Foto: Hans Blossey, trotz schwierigem wirtschaftlichen Umfeld hält die duisport-Gruppe im Geschäftsjahr 2018 Kurs und hat einen Umsatz in Höhe von 278,6 Mio. Euro erzielt. Das ist eine Steigerung um 11,6 % gegenüber dem Vorjahr. © Hans Blossey

 

 

 




Mehr Frachttransporte per Binnenschifffahrt

Der Hafenbetrieb Rotterdam und die Stichting Multimodaal Coördinatie en Adviescentrum Brabant (MCA Brabant) haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Die Zusammenarbeit zielt auf die Durchführung von mehr Containertransporten per Binnenschifffahrt zwischen Rotterdam und Nordbrabant ab.

2018 wurden im Rotterdamer Hafen über 8,6 Mio. Container umgeschlagen (14,5 Mio. TEU). Nordbrabant ist mit über 1 Mio. Containern eine der bedeutendsten Hinterlandregionen von Rotterdam, hat jedoch einen relativ hohen Anteil an Lkw-Transporten und damit an der weiter zunehmenden Belastung des Straßennetzes. Mit einem verstärkten Frachttransport per Binnenschifffahrt anstatt mit dem Lkw (Modal Shift) wäre eine bessere Erreichbarkeit des Hafens und auch der Region möglich.

Emile Hoogsteden, Geschäftsführer für Container, Stückgut und Logistik beim Hafenbetrieb Rotterdam: „Eine durchdachte Verbindung des Rotterdamer Hafens mit Brabant ermöglicht eine strukturell höhere Zuverlässigkeit des multimodalen Transports und trägt damit zur Nachhaltigkeit bei Erreichbarkeit und Wachstum eines der bedeutendsten Logistikhotspots in den Niederlanden bei.”

Hendrik-Jan van Engelen, Vorstand der Stiftung MCA Brabant: „Eine gute Verbindung mit dem Rotterdamer Hafen über das Wasser ist für Brabanter Verlade- und Transportunternehmen von wesentlicher Bedeutung, um weiteres Wachstum zu ermöglichen. Dadurch werden nicht nur zahlreiche Lkw von der Straße geholt, zuverlässige Schiffsverbindungen sorgen auch für Zuverlässigkeit in der gesamten Lieferkette. Wir sind sehr bestrebt, alle Initiativen, die wir mit dieser Zusammenarbeit beabsichtigen, in Gang zu setzen.“

Eine der Initiativen, die die Partner 2019 umsetzen, ist der Ausbau des digitalen Informationsaustauschs zwischen dem Rotterdamer Hafen und den Brabanter Binnenschifffahrtsterminals. Indem wir rechtzeitig die korrekten Informationen teilen, beispielsweise über die Ankunft von (See-) Schiffen und Containern, kann auf beiden Seiten effizienter geplant werden und kommt es zu weniger Verzögerungen in der Binnenschifffahrt. Außerdem werden die Partner prüfen, wie der Transport zwischen Brabant und Rotterdam rasch nachhaltiger gestaltet werden kann, etwa durch die Nutzung von Batteriespeichern für den Antrieb von Binnenschiffen.

Der Kooperationsvertrag knüpft an frühere Initiativen des Hafenbetriebs Rotterdam an, mehr Containerfracht zu bündeln und nach einem festen Fahrplan für Verbindungen von Punkt zu Punkt zu transportieren. So entstand 2018 der sog. West-Brabant-Korridor. Diese Verbindung zwischen den Deepsea-Containerterminals auf der Maasvlakte und den
Brabanter Binnenschifffahrtsterminals in Moerdijk, Oosterhout und Tilburg sorgte bereits für 20 % mehr Frachttransporte per Binnenschifffahrt und eine um 35 % kürzere Hafenverweilzeit der Binnenschiffe.

Quelle und Grafik: Port of Rotterdam

 

 

 




Eine Ära geht zu Ende

12 Jahre lang prägten die verschiedenfarbigen „Sandberge“ das Bild des Alberthafens. Rund 270.000 Tonnen Flussspat wurden während dieser Zeit im Hafen Dresden umgeschlagen und gelagert. Pro Jahr haben etwa 35 Binnenschiffe rund 22.000 Tonnen Flussspat transportiert.

Flussspat – ein Mineral, das als Massengut hervorragend für den Transport per Binnenschiff geeignet ist. Aus verschiedenen Bergwerken weltweit wird der Rohstoff per Seeschiff nach Rotterdam gebracht und anschließend per Binnenschiff zum Alberthafen Dresden, wo die sortenreine Lagerung erfolgt. Lediglich die „letzte Meile“ bis zum Kunden Fluorchemie in Dohna wird per LKW absolviert.

Nun wurde die Lagerung ab 01.04.2019 auf der bisherigen Hafenfläche durch das Umweltamt Dresden untersagt. Grund hierfür seien laut der Behörde „erhebliche Mängel an den Hafenanlagen, die zur Gefährdung von Boden und Gewässer führen.“ Damit bleibt der Fluorchemie in Dohna, die den Flussspat seit 1903 auf ihrem Gelände verarbeitet, nur eine Lösung: die Anlieferung des Rohstoffes per LKW. „Wenn 20.000 Tonnen Flussspat ab jetzt auf der Straße transportiert werden müssen, sind das etwa 800 LKW-Fahrten zusätzlich“, erklärt SBO-Geschäftsführer Heiko Loroff. „Dadurch werden die ohnehin schon stark befahrenen Autobahnen noch mehr belastet.“

Um die Fluorchemie bei den Flussspat-Zuführungen zu unterstützen, hat die SBO eine Kooperation mit dem Hafen Haldensleben (UHH Umschlags- und Handelsgesellschaft Haldensleben mbH) geschlossen. „Ab 01.04.2019 werden die Flussspat-Binnenschiffe nun in Haldensleben ausgeladen“, sagt Heiko Loroff. „Anschließend erfolgt der LKW-Transport in das rund 270 Kilometer entfernte Dohna.“

Quelle und Foto: Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH

 

 

 




Loods 6 kurbelt Schüttgutumschlag an

Mit der Fertigstellung von Loods 6 am Laurenshaven-Terminal von EBS ist der Rotterdamer Hafen wiederum um einen Wettbewerbsvorteil beim Umschlag hochwertiger Mineralien und Biomasse reicher. Für European Bulk Services bedeutet dies zudem den nächsten Schritt beim Übergang von Kohle zu anderen Produkten.

Die Ausmaße des neuen Komplexes sind schlichtweg beeindruckend. Insgesamt wurden 126.000 Kubikmeter überdachter Lagerkapazität hinzugefügt, womit die Gesamtkapazität von EBS in Rotterdam 650.000 Kubikmeter erreicht. Das Besondere an dieser Lagerhalle ist, das der Kunde Hudig & Veder nicht nur einen langfristigen Vertrag für die Miete des größten Teils dieser Lagerkapazität abgeschlossen hat, sondern dass er zudem 25 Prozent der Finanzierungskosten für den Neubau übernommen hat. „Indem wir Miteigentümer geworden sind, können wir – in Koordination mit EBS – unseren Auftraggebern mehr maßgeschneiderte Lösungen anbieten“, erläutert Hans Lagendijk, Manager bei Gans Cargo Operations (Teil der Hudig & Veder-Gruppe). „Dies stärkt unsere Marktposition und somit die Attraktivität von Rotterdam als Logistikdrehscheibe beispielsweise für Mineralien, Biomasse und kalzinierten Petrolkoks.

Den Teil, den Hudig & Veder nutzt, ist auf zehn Zonen à 3.500 Kubikmeter und sieben Zonen à 5.000 Kubikmeter aufgeteilt. Eine dieser Zonen verfügt über eine überdachte Durchfahrt zu einer angrenzenden Flachhalle von 20.000 Quadratmetern, in denen mithilfe von mobilen Zwischenwänden verschiedene Mineralien und Biomasse separat voneinander gelagert werden können. „Mit dieser neuen Lagereinrichtung sind wir nicht nur flexibel, sondern wir können auch die unterschiedlichen Posten sauber, trocken und kontaminationsfrei lagern“, sagt Henk Hoepel, Manager Hudig & Veder Bulk. „Das ist wichtig, da wir vor allem mit hochwertigen Mineralien und Tonarten wie Bauxit, Bentonit und Perlit arbeiten. Diese werden häufig nur in kleinen Mengen gleichzeitig in den Produktionsprozessen unserer Kunden verwendet. In Rotterdam verwalten wir einen Vorrat, der von dort aus, für gewöhnlich per Leichter oder Lkw, weiter zu Zwischenlagern in der Nähe von Fabriken in Deutschland, Österreich, Belgien und Nordfrankreich transportiert wird.

Eine der schönen, innovativen Aspekte der Halle ist, dass sie mit einem von EBS selbst entwickelten Lukensystem ausgestattet ist. Der Kranmaschinenführer kann mit einem Druck auf eine Taste den richtigen Teil der Halle öffnen und schließen, wodurch Schüttgut, ohne jeglichen Transport, direkt vom Schiff aus in den Hallen gelagert wird. Aufgrund von Schutzdächern an der Außenseite der Halle kann das Beladen der Lkws jetzt, anders als zuvor, auch bei regnerischem Wetter weitergehen. Dies sorgt zudem dafür, dass die Prozesse in und um die Halle effizienter werden.

Zusätzlich zum Bau der Halle wurde in einen Hafenmobilkran 6 für 50 Tonnen von Gottwald investiert. Der Behälter enthält eine kalibrierte elektronische Wiegeeinrichtung. Hoepel: „Dies ist eine echte Verbesserung hinsichtlich der herkömmlichen Gewichtsermittlung mithilfe von Eichaufnahme und Schiffseiche. Die Präzision ist beispiellos. Nicht unwichtig, wenn man mit kostbaren Mineralien arbeitet.“

Die Begeisterung für die neue Lagervorrichtung und den Kran wird von EBS geteilt. „Eine tolle Kombination“, nennt dies Jan de Wit, Geschäftsführer von EBS. Neben der Kapazität, die Hudig & Veder nutzt, hat EBS zusätzlich 40.000 Kubikmeter im neuen Komplex realisiert, die ebenfalls bereits vollständig genutzt werden. „Die Halle symbolisiert auch schön den Übergang, den wir als Umschlagsunternehmen durchleben.“ Drehte sich früher alles um Kohle, haben wir jetzt sehr viel mit anderen Produkten wie Mineralien, landwirtschaftlichen Schüttgütern und Biomasse zu tun. Wir folgen der Energiewende.“

Das bedeutet nicht, dass überhaupt keine Kohle mehr über die Standorte der Tochterunternehmen von HES International B.V. im Laurenshaven und Europoort umgeschlagen wird. „Für die Energiegewinnung ist es wirklich wesentlich weniger, aber in der Stahlindustrie wird sie natürlich noch genutzt.“

Die Realisierung der neuen Halle bedeutet nicht, dass man sich bei EBS gemütlich zurücklehnen kann. Die Planung geht in vollem Umfang weiter. De Wit: „Wir hoffen in Kürze, in Absprache mit dem Hafenbetrieb, den Tiefgang für Loods 6 auf zwölf Meter ausbauen zu können. Dies schafft noch mehr Möglichkeiten für effiziente Zu- und Abfuhr. Zudem wird (unter anderem mit Hudig & Veder) nach einer Möglichkeit für eine Erweiterung der geschlossenen Lagerung am Laurenshaven-Terminal Ausschau gehalten. Aber auch am Standort Europoort wird bald der erste Spatenstich gesetzt. „Dort möchten wir eine neue Halle mit einer Kapazität von 50.000 Kubikmetern für Lebens- und Futtermittel realisieren. Denken Sie dabei an Sojamehl, Mais, Weizen und andere Getreidesorten. Das ist natürlich etwas völlig anders, aber illustriert wiederum die Vielfalt unseres Unternehmens und die Möglichkeiten von Rotterdam als führender europäischer Logistikdrehscheibe.“

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 




Neue Lösungen für steigende Güterströme

Die Schweiz und der belgische Hafen Antwerpen rücken näher zusammen. Allein zu Beginn dieses Jahres kamen zwei Liniendienste hinzu, die Antwerpen auf der Schiene mit Basel sowie mit Frenkendorf verbinden. Aber auch die Binnenschifffahrt spielt eine wichtige Rolle auf dieser Relation, wie die Antwerp Port Authority auf der Generalversammlung des PROPELLER CLUBS, Port of Basel, deutlich machte. 

Der Bedarf an intermodalen Linienverkehren wächst. Logistikunternehmen und Bahnoperateure reagieren auf die Anforderungen der Industrie und bauen ihre Angebote im Hinterland entsprechend aus. Anfang des Jahres hat die Schweizerzug AG ihr Angebot zwischen der Schweiz und Belgien verdichtet. So bietet der Operateur vier statt zuvor zwei Rundläufe pro Woche zwischen Frenkendorf bei Basel und Antwerpen an. Zudem werden die Terminals Frenkendorf und Niederglatt bei Zürich jetzt täglich verbunden, sodass auch Verlader in der Ostschweiz davon profitieren können. Ferner offerieren die Bahnoperateure Hupac acht und Lineas fünf Rundläufe wöchentlich zwischen Basel und Antwerpen.

Auch andere Bahnoperateure haben auf die steigenden Güterströme reagiert. Seit dem 22. Januar transportiert der Antwerpen-TriRegio-Express zweimal wöchentlich Container zwischen Antwerpen und dem Bahnhof Basel Bad (Ubf). Betreiber dieses neuen Bahnprodukts ist die Contargo AG, die damit auch eine Alternative bei Engpässen auf dem Rhein schafft. Der Rhein bleibt aber auch weiterhin ein besonderer Vorteil Antwerpens für schweizerische Verlader. Über tägliche Linienverkehre wird Basel per Binnenschiff direkt mit dem belgischen Hafen verbunden.

„Der Hafen ist nicht nur ein Drehkreuz für Im- und Exporte. Wir sind auch ein zuverlässiger Partner der gesamten Lieferkette. Dazu gehört es, gemeinsam mit Logistikern, Bahnoperateuren, Terminals und Häfen im Hinterland an nachhaltigen und zukunftsfähigen Lösungen zu arbeiten. Wir als Hafenbehörde stellen hiersehr gern unsere Expertise zur Verfügung“, erklärt Luc Arnouts, Director International Networks der Antwerp Port Authority. Erklärtes Ziel der Hafenbehörde ist es, als Community Builder branchenübergreifende Zusammenarbeit im Hafen selbst und darüber hinaus zu fördern, um die fünf strategischen Ziele nachhaltiges Wachstum, Mobilität, Transition, Safety & Security sowie operative Exzellenz umsetzen zu können. So arbeitet Antwerpen gemeinsam mit Partnern im Hinterland unter anderem an der digitalen Transition der Lieferkette, etwa in der Binnenschifffahrt.

Im Rahmen einer Abendveranstaltung des PROPELLER CLUB, Port of Basel  hatten sich gut ein Dutzend Unternehmen der Antwerpener Hafengemeinschaft vorgestellt. Sie präsentierten die logistischen Möglichkeiten und Mehrwertdienstleistungen an Europas zweitgrösstem Seehafen und erläuterten die Potenziale zum weiteren Ausbau der Verkehrsströme. Zuvor hatten sich die Hafenvertreter mit Unternehmen des Spediteursverbandes SpedLogSwiss getroffen, um über Themen wie Zoll inklusive E-Desk und Importprozesse sowie den Aktionsplan für Binnenschiffs- und Bahnprodukte im Hafen Antwerpen zu diskutieren. Die Schweiz gilt als ein wichtiger Handelspartner für den belgischen Seehafens, der im vergangenen Jahr mit 235 Millionen Tonnen einen neuen Umschlagrekord erzielen konnte.

Quelle und Foto: Port of Antwerp, (von links nach rechts) Thomas W. Rickli, Ehrenpräsident, Propeller Club Basel – Luc Arnouts, Director International Networks, Antwerp Port Authority – Roman Mayer, Präsident, Propeller Club Basel

 




HHLA will 2019 weiter wachsen

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat das Geschäftsjahr 2018 sehr erfolgreich abgeschlossen und das bereits starke Vorjahresergebnis übertroffen.

Ungeachtet eines sich im zweiten Halbjahr eintrübenden Marktumfelds stieg der Containerumschlag, auch dank der erfolgreichen Integration des erworbenen größten estnischen Terminalbetreibers HHLA TK Estonia AS, leicht an. Stabile Ergebnisse beim Containertransport auf dem Niveau des Vorjahres und die erfolgreiche Immobilienbewirtschaftung führten zu einem Umsatz von 1,29 Mrd. Euro (+3,1 Prozent). Das Betriebsergebnis (EBIT) lag deutlich über dem Vorjahr, da Aufwendungen im Jahr 2017 für den Organisationsumbau und die Harmonisierung der Altersversorgungssysteme in Höhe von insgesamt rund 25 Mio. Euro entfielen. Doch auch bereinigt um diesen Effekt legte das Betriebsergebnis (EBIT) moderat zu.

Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende: „Die starken Ergebnisse des Geschäftsjahres 2018 unterstreichen, dass sich unsere Strategie auszahlt. Wir konnten das solide Fundament der HHLA weiter stärken. Dazu trugen alle Segmente und der erfolgreich in die HHLA-Familie integrierte Terminalbetreiber HHLA TK Estonia bei. In einer sich immer schneller wandelnden Welt ist ein solides Fundament wichtig. Das reicht allein jedoch nicht aus, um weiteres Wachstum zu generieren. Wir werden deshalb unsere auf die Stärkung der Gestaltungskraft und Zukunftsfähigkeit der HHLA ausgerichtete Strategie entschlossen und konsequent umsetzen. Dazu werden wir kontinuierlich in die Qualität und Profitabilität unseres Kerngeschäfts investieren und neue, insbesondere digitale Wachstumsfelder identifizieren und vorantreiben. Dabei geht es immer darum, unseren Kunden die beste Lösung anzubieten, damit sie ihre Waren sicher, schnell und effizient transportieren können. Und es geht darum, den Unternehmenswert der HHLA für unsere Aktionäre zu steigern. Daher halten wir an unseren ambitionierten Wachstumszielen unverändert fest.“

Durch die Übernahme von Nordamerikadiensten und die Berücksichtigung der erstmals ganzjährig konsolidierten Umschlagmengen des Containerterminals HHLA TK Estonia AS (vormals Transiidikeskuse AS) erwartet die HHLA für das Jahr 2019 einen leichten Anstieg des Containerumschlags. Beim Containertransport wird ebenfalls ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr erwartet. Auf Konzernebene sollte dies im Umsatz zu einem leichten Anstieg führen.

Für das Betriebsergebnis (EBIT) des Teilkonzerns Hafenlogistik wird im Jahr 2019 eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr erwartet, die hauptsächlich auf die ab 2019 veränderte Leasingbilanzierung (IFRS 16) zurückzuführen ist. Die Ergebnisentwicklung des Teilkonzerns wird dabei maßgeblich durch die Segmente Container und Intermodal bestimmt. Im Segment Container wird eine stabile EBIT-Entwicklung auf dem Niveau des Vorjahres, im Segment Intermodal ein deutlicher Anstieg erwartet.

Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik erzielte im Geschäftsjahr 2018 dank des gestiegenen Containerumschlags und Ergebnissen beim Containertransport auf Vorjahresniveau Umsatzerlöse von 1,26 Mrd. Euro (im Vorjahr: 1,22 Mrd. Euro) und ein Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 188 Mio. Euro (im Vorjahr: 157 Mio. Euro). Aufgrund gesunkener Minderheitenanteile nach der Übernahme der ausstehenden Anteile an Metrans stieg der den A-Aktionären zustehende Jahresüberschuss um 44,5 Prozent auf 102,9 Mio. Euro (Vorjahr: 71,2 Mio. Euro).

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen auf der Hauptversammlung am 18. Juni 2019 eine Dividende von 0,80 Euro je dividendenberechtigter A-Aktie vor (Vorjahr: 0,67 Euro). Damit würde die Dividende um 19,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen. Die Ausschüttungsquote von 54 Prozent liegt erneut in der Zielbandbreite von 50 bis 70 Prozent.

Quelle: HHLA, Foto: Foto: HHLA / Thies Rätzke