Niedersachsen plant Investitionen

68 Millionen Euro fließen in diesem Jahr in die niedersächsischen Häfen an den Standorten Brake, Cuxhaven, Emden, Stade, Wilhelmshaven sowie in die landeseigenen Inselversorgungshäfen. Davon sind rund 11 Millionen Euro für Hafenbahn-Projekte der jeweiligen Standorte vorgesehen.

„Unsere Häfen sind wichtige Logistikdrehschreiben in der Region und darüber hinaus. Mit einer modernen Hafenbahn knüpfen wir direkt im Hafen die Anbindung an das Hinterland. So schaffen wir beste Bedingungen für die Logistikketten“, sagte Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG auf der diesjährigen Pressekonferenz.

Als Teil der maritimen Logistikkette übernimmt Niedersachsen Ports Verantwortung für sein Handeln und berücksichtigt die sozialen und ökologischen Auswirkungen, die aus dem Betrieb und der Entwicklung der Hafeninfrastruktur sowie der Vermarktung der Immobilien entstehen. „Wir sind überzeugt davon, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Schlüssel für zukunftsfähige Häfen sind. In unserem Tagesgeschäft und in unseren Projekten setzen wir hier bewusst einen Schwerpunkt“, so Banik weiter. Was im Einzelnen an den jeweiligen Hafenstandorten passiert:

Durch den Bau des Großschiffsliegeplatzes an der Südpier können nun zwei Schiffe mit einer Länge von bis zu 270 Metern gleichzeitig festmachen können. Auf diese Weise hat Niedersachsen Ports hier die Voraussetzungen für höhere Umschlagskapazitäten geschaffen. Am bestehenden ersten Großschiffsliegeplatz werden zurzeit die Fender und Poller saniert. „Neben dem Bau neuer Liegeplätze ist es eben auch unsere Aufgabe, den Bestand unserer Häfen zu sichern und damit die Entwicklung in den Häfen kontinuierlich zu gewährleisten und zu verbessern“, sagt Holger Banik.

In Brake wird außerdem weiter an der Brücke Berliner Straße gebaut, die künftig über die Bahngleise führt. Die Brücke ersetzt die parallel zueinander verlaufenden Bahnübergänge, an denen sich nur teilweise Schranken befinden. So wird in Zukunft nicht nur die Verkehrssicherheit vor Ort erhöht. Auch die Standzeiten der Fahrzeuge verringern sich, da beispielsweise Lkws nicht mehr wie bisher an den Schranken warten müssen. Darüber hinaus entstehen weniger Abgase und Lärm. Die Fertigstellung dieser Maßnahme ist für 2019 vorgesehen.

In Cuxhaven konnten 2018 drei Bauprojekte erfolgreich abgeschlossen werden. Im September vergangenen Jahres feierte NPorts die Einweihung des Liegeplatzes 4. Die Umschlagskapazität am Standort hat sich dadurch seit der Inbetriebnahme durch den Terminalbetreiber Cuxport schon jetzt deutlich erhöht. Außerdem wurden der Hansakai sowie der Liegeplatz 9.1 eingeweiht.

„Für uns sind diese Entwicklungen in Cuxhaven eine große Motivation, die Zukunft des Hafenstandorts tatkräftig voranzubringen“, so Banik. Ende Februar reichte NPorts beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) den Antrag zur Planfeststellung der Liegeplätze 5 -7 mit einer Länge von 1,3 km ein. Damit hat Niedersachsen Ports alle nötigen Vorkehrungen für einen Lückenschluss zwischen Europakai und Offshore-Basis getroffen. Das Unternehmen geht davon aus, den Planfeststellungsbeschluss innerhalb der nächsten zwei Jahre zu erhalten. Nach der Fertigstellung des Lückenschlusses hätten die Stromliegeplätze vom Liegeplatz 1 bis zum Liegeplatz 9 eine zusammenhängende Gesamtlänge von rund 3,6 km.

Nachdem die umfassende Bauwerksprüfung der Großen Seeschleuse abgeschlossen ist, laufen die Planungen der Sanierungsarbeiten. NPorts rechnet hier mit einem Zeitraum von mehreren Jahren, da die Projekte zur Instandhaltung unter laufendem Betrieb der Schleuse umgesetzt werden müssen. Vorbereitend findet eine Kampfmittelsondierung sowie eine ergänzende Baugrunduntersuchung für den Bau des Großschiffsliegeplatz Emspier statt. Mit der Fertigstellung des Großschiffsliegeplatz wird dann eine rund 860 Meter lange Kaje zur Verfügung stehen.

Über 8 Millionen Euro sind für die Erneuerung des Stellwerks Kai Nord Fahrdienstleister (Knf) über zwei Jahre eingeplant. Die Modernisierung der Technik des Stellwerks aus den 50er Jahren beginnt in diesen Wochen. Die Arbeiten finden zum Teil bei laufendem Eisenbahnbetrieb statt und sind bis Ende 2019 geplant. Die Maßnahme dient dazu, die Verkehrssicherheit im Bahnbetrieb sicherzustellen, die Effektivität zu erhöhen, den Verkehrsfluss zu gewährleisten und die Unterhaltungskosten zu senken.

Im Dezember 2018 hat das NLWKN die Vertiefung der Liegewanne an der Emspier im Außenhafen genehmigt. Damit können in 2019 die Baggerarbeiten beginnen, um an dem Liegeplatz eine Tiefe von Seekartennull (SKN) -10,92 Metern zu schaffen. Das ermöglicht die Abwicklung von Schiffen mit einem Tiefgang bis 10,30 Metern. „Größere Schiffe und mehr Umschlagskapazität– so stärken wir den Hafenstandort Emden“, bringt Holger Banik die Maßnahme auf den Punkt.

NPorts rechnet ferner damit, dass Anfang September das Verfahren zur Planfeststellung für den Großschiffsliegeplatz Emspier beendet werden kann. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine Kampfmittelsondierung des Plangebietes sowie eine ergänzende Baugrunduntersuchung. Mit der Fertigstellung des Großschiffsliegeplatzes wird dann eine rund 860 m lange Kaje zur Verfügung stehen.

Der Passagier- und Frachtverkehr zu und von den Ostfriesischen Inseln wächst. Zudem wird Norddeich als Basishafen verschiedener Offshore-Dienstleister genutzt. Durch die Erschließung von Windparks ist der Versorgungsverkehr auf dem Wasserweg im Zuge von Offshore-Tätigkeiten zu einem wichtigen Faktor geworden. Um zusätzliche Liegekapazitäten im Hafen zu schaffen, hat NPorts die Nord-Ost-Kaje verlängert, so dass sie nun insgesamt 140 Meter lang ist. Die Einweihung fand im letzten Jahr statt. Am Hafenstandort stehen nun weitere Liegeplätze zur Verfügung, die tideunabhängig genutzt werden können.

„Wir schaffen gute Bedingungen für die Offshore-Branche und sichern die Versorgung der Ostfriesischen Inseln. Zudem leisten wir unseren Beitrag dazu, dass die Region touristisch ein attraktiver Magnet bleibt“, erklärt Holger Banik. Die Hafengesellschaft bereitet weiterhin die Unterlagen zur Planfeststellung zur Erneuerung des Hafens Wangerooge vor. Die Planungen hierfür sind im letzten Jahr gestartet. Der Baubeginn ist voraussichtlich im Jahr 2022 zu erwarten.

Insgesamt 2,5 Jahre und zehn Millionen Euro Investitionen plant die Hafengesellschaft für die Sanierung des Helgoland- und Wangeroogkais. Die vorhandenen Hafenanlagen mit insgesamt rund 360 Metern Kailänge und einer Wassertiefe bei Niedrigwasser von vier Metern sind wichtige Umschlagsmöglichkeiten für den Küstenschutz sowie für Rettungseinsätze. „Für uns ist die Maßnahme Helgolandkai ein besonderes Digitalisierungsprojekt. Als 3D-Bauwerksmodell haben wir ihn virtuell schon gebaut und so bereits im Vorfeld sichtbar gemacht“ erklärt Holger Banik. Ermöglicht wird diese Vorgehensweise durch das Verfahren Building Information Modeling, das hier zum ersten Mal angewendet wird und auch Grundlage der Ausschreibung ist.

Wie sehen die niedersächsischen Häfen der Zukunft aus? Um es mit drei Schlagwörtern zu sagen: Digital, ressourcenschonend, wirtschaftlich. In diesem Zusammenhang forscht NPorts an innovativen Lösungen und steckt sich konkrete Ziele. Bis zum Jahr 2025 will das Unternehmen die CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 2014 um 53% senken. In Tonnen ausgedrückt bedeutet das: Von 8370t auf 3876t jährlich. Zum Vergleich: Pro Person verbraucht ein Flug von Hamburg nach New York rund 2 Tonnen CO2. Unterstützung und Wissen findet das Unternehmen nicht nur in zahlreichen Kooperationen mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Auszubildende, die an der IHK-Weiterbildung „Energie-Scouts“ teilnehmen, tragen mit ihrer Expertise und ihren Projekten zur Energiewende im Unternehmen bei.

Dank einer digitalen Steuerung kommt Licht im Hafen Emden ressourcenschonend und gezielt zum Einsatz: In den letzten Monaten hat NPorts an einem Gleisfeld ein innovatives Beleuchtungskonzept realisiert. Vor Ort erfassen Bewegungsmelder sowie Licht- und Gleissensoren die jeweilige Situation. Die Anlage kann über eine Web-Anbindung ferngesteuert bedient werden, um dort Licht zur Verfügung zu stellen, wo, wann und in welcher Lichtstärke es tatsächlich benötigt wird.

In den Häfen Brake und Wilhelmshaven bietet NPorts öffentliche WLAN-Hotspots an der Kaikante an. Sie dienen in erster Linie Kunden, Schiffsbesatzungen und Personen, die im Hafen arbeiten und digitale Lösungen nutzen. Auch allen anderen, die sich im Hafengebiet aufhalten, steht es zur Verfügung. „Moderne Abläufe im Hafen erfordern digitale Lösungen. Mit dem frei zugänglichen WLAN bieten wir unseren Kunden einen weiteren Service an, um ihren Aufenthalt in unseren Häfen optimal zu gestalten“, sagt Holger Banik. Die Anmeldung funktioniert ohne Passwort. Nutzerinnen und Nutzer müssen lediglich den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung zustimmen.

Für die Anmeldung von Binnenschiffen steht die von Niedersachen Ports entwickelte App „Port Spot“ zur Verfügung. Sie soll das Formular ablösen, mit dem bisher ein Schiff handschriftlich angemeldet werden musste. Das digitale Werkzeug vereinfacht die nötigen Vorbereitungen einer Anmeldung deutlich: Die Dokumente, Melde- und Zählkarten lassen sich jederzeit von überall auf elektronischem Weg anhängen, bearbeiten und versenden. Binnenschiffer können die App in den bekannten App Stores herunterladen. Über einen Gastzugang oder ein dauerhaft angelegtes Konto können sie das jeweilige Schiff anmelden. Es ist außerdem möglich, Liegeplatzwünsche für den geplanten Hafenaufenthalt zu äußern.

Auf vier südlich ausgerichteten Dächern der Werkstattgebäude in der Werftstraße wurden in den letzten Monaten auf einer Gesamtfläche von rund 600 Quadratmetern insgesamt 311 Solarmodule errichtet. Anschließend wurde die elektrische Anbindung sowie eine eigene Stromtankstelle installiert. Die Anlage hat eine Gesamtgröße von knapp 100 kWp und kann ca. 90.000 kWh Strom im Jahr produzieren. Dies entspricht dem durchschnittlichen Energieverbrauch von 24 deutschen Haushalten. Damit können 52 Tonnen CO2 jährlich vermieden werden. Diese Beispiele zeigen, wie vielfältig die verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekte der Hafengesellschaft ausfallen. Weitere Projekte finden Sie hier auf unserer Homepage.

Quelle: NPorts, Foto: Andreas Burmann/NPorts, vlnr: Holger Banik (Geschäftsführer Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG), Dr. Bernd Althusmann (Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung), Timo A. Schön (Geschäftsführer Seaports of Niedersachsen GmbH)

 

 

 




Seaports leicht rückläufig

Mit rund 50 Millionen Tonnen umgeschlagener Seegüter (53 Millionen Tonnen in 2017), haben die neun niedersächsischen Seehäfen 2018 das herausragende Ergebnis des vorherigen Jahres, trotz steigender Tendenz im Stückgut- und Containersegment knapp verfehlt.

Während der Umschlag von Getreide und Futtermittel, bedingt durch den extrem trockenen Sommer ein Hoch erlebte, hat selbiger einen negativen Einfluss auf z.B. die Wasserstände der Inlandswasserstrassen und somit den Bedarf der Hinterlands-Raffinerien an Rohölen durch Produktionssenkung.

Nach dem zweistelligen Vorjahreswachstum im seeseitigen Stückgut, konnte dieses im abgelaufenen Jahr um weitere 9,7 % auf insgesamt 14,06 Millionen Tonnen gesteigert werden (12,82 Millionen Tonnen in 2017). Maßgeblich verantwortlich hierfür zeichnen sich der, um 18,3 % auf 655.790 TEU (554.449 TEU in 2017), stetig steigende Containerumschlag in Wilhelmshaven, das Handling diverser Komponenten für die Windenergie-Industrie über Cuxhaven sowie eine beachtliche Entwicklung des Forstprodukteumschlags (Holz und Zellulose) in Brake. Der Bereich Neufahrzeuge ist mit 1,78 Millionen Stück (1,92 Millionen Stück in 2017), trotz leichtem Rückgang, weiterhin ein Erfolgsgarant für Niedersachsens Hafenwirtschaft.

Ein Defizit, im Vergleich zum Vorjahr, wird im Umschlag von flüssigen und trockenen Massengütern verzeichnet. Nach noch gut 40 Millionen Tonnen in 2017, waren dies 2018 36 Millionen Tonnen. Die Haupteinflüsse sind hier eine vorübergehende Revision, sowie Tiefgangs bedingte Produktionsdrosselung (Sommerdürre) an mehreren, durch die niedersächsischen Häfen versorgte, Raffinerien. Der ungewöhnlich nasse Jahresanfang und plötzliche Wintereinbruch im März wirkten sich zusätzlich, zu den reduzierten Bauprojekten in der Region, umschlagsmindernd auf den Baustoff-Sektor aus. Die Verluste konnten leider nicht vollends durch das stark gestiegene Volumen an importiertem Futtergetreide und Speiseölen über Standorte wie Brake oder Oldenburg kompensiert werden.

„Ein Rekordergebnis wie in 2017 zu toppen ist immer eine große Herausforderung. Seitens der Akteure in den niedersächsischen Seehäfen hat man sich der großen Aufgabe angenommen. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn auch alle äußerlichen Umstände mitspielen. Dies war in 2018 leider nicht der Fall. Ein meteorologisch gesehen ungewöhnliches Jahr erwies sich, mit all seinen Auswirkungen auf die verschiedensten Industrien, letztendlich als großes Hindernis für nahezu alle Beteiligten in unseren Seehäfen. Hiervon war primär der Umschlag trockener und flüssiger Massengüter negativ beeinflusst. Stand heute ist, selbst mit erneutem zweistelligem Wachstum, ein Containerterminal Wilhelmshaven noch nicht in der Lage solche – nicht zu beeinflussenden – Umstände alleine zu kompensieren. Unter Berücksichtigung der Entwicklung in den letzten Jahren, langfristig gesehen sicherlich schon. Das Ergebnis zeigt aber auch, dass wir in Niedersachsen durch breite Diversifikation auch in solchen Geschäftsjahren unsere Position in der Nordrange behaupten können.“ sagte Timo Schön, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen GmbH. Die Prognosen für 2019 sind, wie man aus diversen Gesprächen mit den Unternehmen der Universalhafengruppe Niedersachsen entnehmen kann, durchaus positiv. Die erfolgreiche Positionierung in Nischenmärkten und die Stärkung von Massenmärkten wird weiter dynamisch ausgebaut.

Durch Suprastrukturinvestitionen in Höhe von rund 119 Millionen Euro für Gebäude und Ausrüstung setzten die privaten Unternehmen ein klares zukunftsweisendes Zeichen pro Hafenstandort Niedersachsen.

Für den individuell betrachteten Seegüterumschlag der neun niedersächsischen Seehafenstandorte ergibt sich, in alphabetischer Ordnung, folgende Situation:

Der Seehafen Brake verzeichnete in 2018 eine Steigerung des Umschlagsvolumen um 11 % auf 6,28 Millionen Tonnen (5,66 Millionen Tonnen in 2017). Im Stückgutumschlag wurde mit über 2 Millionen Tonnen das Vorjahresergebnis (1,63 Millionen Tonnen) um 23 % übertroffen. Hierzu haben vor allem gestiegene Volumen von Forstprodukten beigetragen. Auch der Umschlag von festem Massengut konnte, dank gestiegener Futtergetreide Volumina, auf 3,73 Millionen Tonnen um 4 % angehoben werden (3,58 Millionen Tonnen in 2017). Sehr erfreulich sind auch die 24% Steigerung beim flüssigen Massengut auf 554.579 Tonnen (448.208 in 2017), hier vordergründig der Umschlag von Speiseölen.

Cuxhaven weist im Vergleich zum Vorjahr ein gutes Ergebnis von +2% und 2,65 Millionen Tonnen (2,60 Millionen Tonnen in 2017) auf. Die weiterhin positive Entwicklung im Stückgutsegment auf 1,73 Millionen Tonnen (Vorjahresergebnis 1,66 Millionen Tonnen), hier speziell der Umschlag von Windkomponenten mit 149%iger Steigerung der Tonnage auf 230.361 Tonnen, konnten kleinere Verluste im Containersegment und den leichten Rückgang im Umschlag von Neufahrzeugen (423.315 Stk / 2018 und 476.176 Stk. / 2017) mehr als kompensieren. Das feste Massengut ist mit 610.095 Tonnen stabil und fast auf Vorjahresniveau (613.409 Tonnen). Beim flüssigen Massengut macht sich die Produktionseinstellung von Bacardi in Buxtehude bemerkbar, so wurden lediglich 28.804 Tonnen (31.268 Tonnen in 2017) umgeschlagen.

Der Seehafen Emden konnte 2018, trotz des drittbesten Ergebnisses im Autoumschlag überhaupt mit 1.356.897 Fahrzeugen (1.447.532 in 2017), ein Gesamtdefizit von -12 % nicht abwenden. So erzielte man ein immer noch gutes Umschlagsergebnis von insgesamt 4,47 Millionen Tonnen (5,08 Millionen Tonnen in 2017), welches weiterhin über den Jahren 2016 (4,33 Millionen Tonnen) und 2015 (4,30 Millionen Tonnen) liegt. Positive Entwicklungen gab es bei den Forstprodukten mit einem Zuwachs um 10,8 % auf 472.977 Tonnen (427.018 Tonnen in 2017) und der Warengruppe Chemische Grundstoffe mit 188.604 Tonnen (122.046 Tonnen in 2017). Wie überall wirkte sich auch am Standort Emden der für die Bauindustrie schwierige Jahresanfang negativ auf den Umschlag von Baumineralien aus, dies spiegelt sich in 795.682 Tonnen im Vergleich zu 1,18 Millionen Tonnen in 2017 wieder.

Der Hafenstandort Leer kam in 2018 auf ein stabiles seewärtiges Umschlagsergebnis von 56.246 Tonnen und konnte damit das Ergebnis des Vorjahres nicht gänzlich (58.594 Tonnen in 2017) treffen, liegt aber weiterhin deutlich über den Jahren 2016 (42.698 Tonnen) sowie 2015 (38.524 Tonnen). Beim Binnenschiffsumschlag wurden in Leer 303.027 Tonnen Güter verladen. Vornehmlich handelt es sich bei den im Hafen Leer umgeschlagenen Produkten um Futter- und Düngemittel sowie Baustoffe.

Der Seehafen Nordenham registriert für 2018 eine Umschlagsabnahme um -15% auf 2,71 Millionen Tonnen (3,18 Millionen Tonnen in 2017). Auch hier musste man sich an einem sehr guten Vorjahr messen und liegt dennoch über dem Niveau von 2016 und 2015. Im trockenen Massengut, hauptsächlich Kohle, sind Partien hausintern über den Standort Wilhelmshaven umgeroutet worden, was zu einem geringeren Ergebnis von 2,35 Millionen Tonnen (2017 2,75 Millionen Tonnen) geführt hat. Im flüssigen Massengut wurden 215.091 Tonnen Mineralölprodukte (260.615 Tonnen in 2017) über die Kaikante bewegt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es 2017, durch Ausfall einer Raffinerie, zu einem überproportionalen Anstieg (50%+) des Imports kam.

Beim Stückgutumschlag liegt die Begründung für den Rückgang auf 106.023 Tonnen (124.023 Tonnen in 2017) in dem gedrosselten Ausbau von Offshore-Windparks.

Der Oldenburger Hafen konnte im abgelaufenen Jahr die angepeilte Grenze von 1 Millionen Tonnen nicht ganz erreichen, so kam man in Kombinationen See- und Binnenverkehre auf 994.597 Tonnen. Erwähnenswert ist hierbei der seeseitige Anstieg um 30% auf 83.614 Tonnen (64.412 Tonnen in 2017) und dass trotz weiterhin ausstehender Fertigstellung des Wendebeckens. Die Oldenburger Hafenwirtschaft wurde 2018 besonders stark durch meteorologische Ausnahmesituationen beeinflusst. Die Nachfrage an Baustoffen war bedingt durch den nassen Jahresanfang und plötzlichem Wintereinbruch zum Ende des ersten Quartals hinter der Erwartung, im Laufe des Jahres wiederrum fehlte ob des Niedrigwassers auf dem Rhein entsprechende Binnenschiffstonnage welche für das Segment Sekundärstoffe wichtig ist. Der Bereich Futtermittel wiederrum profitierte von dem heißen Sommer und den damit verbundenen schlechten Ernteergebnissen.

Der Hafen Papenburg konnte seeseitig mit 599.105 Tonnen das herausragend gute Ergebnis aus 2017 (647.217 Tonnen) nicht wiederholen und blieb um 7% unter dem Vorjahresergebnis. Zieht man den Vergleich zu den Jahren 2016 (559.976 Tonnen) und 2015 (586.827 Tonnen) lässt sich für Papenburg jedoch eine sehr positive Entwicklung verzeichnen. Während bei den Schiffs- und Konstruktionsteilen, Holzabfällen und Getreide/Futtermitteln Zuwächse je im 10.000 Tonnen Bereich verzeichnet werden konnten, blieb der Umschlag von Torf, Dünger witterungsbedingt sowie Schlacke und Kies, ob mangelnder Bauprojekte (Autobahn) hinter dem Vorjahresvolumen zurück.

Stade konnte mit 5,66 Millionen Tonnen ein stabiles Ergebnis im Seeverkehr vorweisen (Vorjahr 5,79 Millionen Tonnen). Bedingt durch einen Wartungsstopp einer großen Stader Produktionsanlage und der Umverlagerung einiger Gutarten über den Stader Hafen von See- auf Binnenschiffsverkehre, wurde das sehr gute Ergebnis aus 2017 nicht ganz getroffen. Während der Stückgutumschlag um 14% auf 14.855 Tonnen zunahm, blieben flüssige Massengüter mit 2,55 Millionen Tonnen und trockenes Massengut mit 3,09 Millionen Tonnen dezent unter Vorjahresniveau.

Der Hafenstandort Wilhelmshaven bleibt mit 27,34 Millionen Tonnen rund 10% hinter dem Ergebnis aus 2017 (30,29 Millionen Tonnen). Sehr positiv hat sich an dem Standort der Containerterminal entwickelt, hier wurden im letzten Jahr 655.790 TEU und somit 18,3% mehr Container als 2017 bewegt.

Somit konnte das Vorjahresergebnis zum dritten Mal in Folge im zweistelligen Bereich übertroffen werden. Der Umschlag von flüssigem Massengut lag mit 16,66 Millionen Tonnen rund 18% unter dem Ergebnis aus 2017. Begründet wird der Rückgang durch die geplante Revision und den damit verbundenen Produktionsstopp einer an Wilhelmshaven angeschlossenen Raffinerie sowie der Produktionssenkung einer durch den Standort versorgten Hinterlandsraffinerie, die durch den niedrigen Wasserstand des Rheins ihre Produktionsmengen reduzieren mussten, da die Distribution ihrer Produkte nicht in gewohnten Größenordnungen per Binnenschiff vollzogen werden konnte. Im Segment der festen Massengüter musste ein Rücklauf von 10% auf 3,77 Millionen Tonnen verzeichnet werden, hier vordergründig bei Kohle und Baumineralien. Während der Rücklauf bei den Baustoffen den marktüblichen Schwankungen entspricht, ist die Mindermenge an Steinkohle auf diverse Kraftwerksstillstände zurück zu führen.

Quelle: Seaports of Niedersachsen, Foto: Andreas Burmann, von links: Timo A. Schön (Geschäftsführer der Seaports of Niedersachsen GmbH), Dr. Bernd Althusmann (Niedersaechsicher Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung) und Holger Banik (Geschäftsführer Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG und der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG). 

 

 




Unterirdisch: Ausstellung St. Pauli Elbtunnel

Anlässlich der Wiedereröffnung der Oströhre des St. Pauli Elbtunnels wurde die Ausstellung „Der St. Pauli Elbtunnel“ von Kulturstaatsrätin Jana Schiedek und Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority (HPA) eröffnet. Die Ausstellung wurde im Auftrag der HPA durch den Hamburger Wirtschaftshistoriker Daniel Frahm konzipiert.

Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien: „Der St. Pauli Elbtunnel ist nicht nur eines der markantesten Wahrzeichen Hamburgs, sondern auch das einzige erhaltene Bauwerk seiner Art in Europa. Den Weg dorthin illustriert die Ausstellung eindrucksvoll mit spannendem Fotomaterial – zeitlich passend zum Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Oströhre des Tunnels. Dies ist ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zum Erhalt dieses beeindruckenden Baudenkmals und zentralen Verbindungswegs zwischen den Elbseiten.“

Jens Meier, CEO HPA: „Die Sanierung des St. Pauli Elbtunnels ist für die Hamburg Port Authority eine Herzensangelegenheit“, sagt Jens Meier, CEO der HPA. „Pünktlich zur Fertigstellung der Oströhre laden wir jetzt alle Hamburgerinnen und Hamburger ein, die über einhundertjährige Geschichte des Wahrzeichens in einer eindrucksvollen Ausstellung mit zum Teil noch nie gezeigten Bildern zu erleben.“

Eindrucksvolle Bilder, Hintergründe und Informationen zum Bau illustrieren die Geschichte des Elbtunnels – von den ersten Ideen einer Elbquerung im Jahr 1882, über den Bau des Elbtunnels bis hin zu den Kriegsjahren und dem heutigen Stand. Zahlreiche Fotos werden erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Diese kamen bei der wissenschaftlichen Aufbereitung von alten Aktenbeständen auf einem Dachboden im Betriebsgebäude des Elbtunnels zum Vorschein.

Die frisch sanierte Oströhre des St. Pauli Elbtunnels wird am 26.4.2019 durch den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher, für die Öffentlichkeit freigegeben. Die Ausstellung wird von Ende April bis Ende Mai auch in der sanierten Oströhre gezeigt.

Der Eintritt in die Rathaus-Ausstellung ist frei. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags, 7.00 bis 19.00 Uhr, samstags 10.00 bis 17.00 Uhr und sonntags 10.00 bis 16.00 Uhr.

Quelle: HPA, Senatskanzlei, Foto: HPA/ Historische Aufnahme des St. Pauli Elbtunnels

 

 




Wien und Hamburg – eine erfolgreiche Hafenpartnerschaft

Mit 260.00 TEU hält Hamburg in Österreich einen Marktanteil von über 40 % und ist damit gemessen an TEU (20-Fuß-Standardcontainer) der wichtigste Umschlagsplatz für die österreichische Wirtschaft.


Der Wiener Hafen ist der wichtigste logistische Umschlagknoten für die Millionenmetropole und österreichische Hauptstadt Wien. In den vergangenen Jahren konnten jeweils über 400.000 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) umgeschlagen werden. Ein Großteil dieser Menge wird aus den Verkehren von und nach Hamburg generiert. Hamburg ist seit über 30 Jahren im containerisierten Verkehr der wichtigste Hafen für die österreichische Industrie. Hamburg ist über den Schienenweg optimal für die österreichische Wirtschaft erreichbar und ermöglicht dadurch eine Vernetzung mit den weltweiten Fahrtgebieten.

Die Basis dieses Erfolgs bieten die traditionell guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Hamburg und Österreich sowie ein dichtes Netz an Containerganzzugverbindungen. Derzeit sind es 250 Verbindungen, die den Elbehafen mit der Alpenrepublik verbinden. Für das Jahr 2019 erwartet Alexander Till, Leiter der Hafen Hamburg Repräsentanz Wien, eine deutliche Steigerung der Volumina, da einige bedeutende Schiffsdienste, etwa USA-Dienste, per Jahreswechsel von anderen Häfen auf Hamburg umgestellt wurden. Da Österreich über starke Volumina im USA-Export verfügt, müsste sich das am Ende des Jahres positiv widerspiegeln.

Die engen Handelsbeziehungen beider Logistik-Hubs spiegelt sich auch in der Zusammenarbeit zwischen der Hafen Wien GmbH & Co. KG und Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM) wider, die gemeinsam zu einem Informationsabend in Wien eingeladen haben. Mehr als 70 Gäste, darunter zahlreiche Kunden und Partner aus der Verladerschaft sowie der Transportwirtschaft aus Österreich und Deutschland, nahmen am 21. Februar an der Networking-Veranstaltung in der Wiener Hafenlounge teil. Die Gastgeber, Mag. Friedrich Lehr, Geschäftsführer des Wiener Hafens, sowie HHM-Vorstand Axel Mattern und Alexander Till eröffneten die Veranstaltung.

Frank Schnabel, Geschäftsführer der SCHRAMM group GmbH & Co. KG, betonte die Vorteile der Zusammenarbeit der norddeutschen Häfen entlang der Unterelbe. „Ich finde es äußerst bereichernd, von dem weltweiten Netzwerk von HHM partizipieren zu können“, so Schnabel über die positive langjährige Zusammenarbeit mit Hafen Hamburg Marketing.

Niklas Nitsch, Logistikleiter für Mittel- und Osteuropa von SIEMENS stellte die Anforderungen des Großverladers an die Logistikbranche dar. Friedrich Lehr berichtete über die positive Entwicklung der Umschlagsmengen im Wiener Hafen sowie über die Erweiterung der Logistikflächen und Immobilien. Themen waren außerdem die aktuellen Umschlagzahlen des Hamburger Hafens sowie der Stand der Fahrrinnenanpassung. Im Anschluss nutzten die Teilnehmer intensiv die Gelegenheit zu Fachgesprächen und zur Erweiterung des persönlichen Netzwerks.

Quelle: HHM, Foto: HHM / Petra Halwachs,  v.l: Axel Mattern, Vorstand, Hafen Hamburg Marketing e.V.; Mag. Niklas Nitsch, Logistikleiter für Mittel- und Osteuropa, Siemens; Frank Schnabel, Geschäftsführer, SCHRAMM group GmbH & Co. KG; Mag.a Doris Pulker-Rohrhofer, Technische Geschäftsführerin, Wiener Hafen GmbH & Co KG; Alexander M. Till, MBA, Leiter Repräsentanz Wien, Hafen Hamburg Marketing. e.V.; Mag. Friedrich Lehr, MBA, Kaufmännischer Geschäftsführer, Wiener Hafen GmbH & Co KG

 

 

 




Hanau Hafen GmbH wird Mitglied im BDB

Die Hanau Hafen GmbH ist dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) beigetreten und unterstützt den Verband nun tatkräftig bei seinen Bemühungen für eine Stärkung des Systems Wasserstraße. 

Seit seiner Errichtung während der Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren hat sich der Hanauer Hafen zum zweitgrößten Umschlagplatz am Main entwickelt. Seit 1992, also seit der Öffnung des Main-Donau-Kanals, wurde der an den Hafen angebundene Verkehr auch in Richtung Donau und Schwarzes Meer geöffnet. Hanau zählt heute zu den Häfen mit dem größten Güterumschlag an Main, Main-Donau-Kanal und Donau. Rund drei Mio. Tonnen Güter, vornehmlich aus den Bereichen der Erdöl- und Mineralölerzeugnisse und der Kali-Düngemittel, werden in Hanau umgeschlagen, davon bis zu 1,7 Mio. Tonnen über das Binnenschiff.

BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen: „Über 1.100 Schiffe werden jedes Jahr in Hanau abgefertigt. Der Hafen ist damit ein wichtiger Systempartner für die Binnenschifffahrt, insbesondere im Massengutbereich. Deshalb freue ich mich über das Engagement des Hanauer Hafens im BDB. Er unterstützt uns in unseren Bemühungen, die Binnenschifffahrt als attraktiven Logistikpartner zu vermarkten, noch mehr Güter in besonders umweltschonender Weise über das Wasser zu transportieren und die Rahmenbedingungen dieses Verkehrsträgers zu verbessern. Als Systempartner können wir gemeinsam die dringend notwendigen und leider immer noch nicht in Angriff genommenen Ausbaumaßnahmen im Wasserstraßennetz gegenüber Politik und Verwaltung einfordern.“

Der Hanauer Hafen liegt im Projektbereich der Fahrrinnenvertiefung des Untermains bis Aschaffenburg. Großmotorgüterschiffe sollen hier zukünftig bis auf eine Tiefe von 3,10 Meter abgeladen werden können (bisher: 2,90 Meter). Das stellt wegen der höheren Auslastung der Schiffe eine deutliche Effizienzsteigerung dar, die der Wirtschaft und der Bevölkerung gleichermaßen zu Gute kommt. Die Ausbaumaßnahme wird im Bundesverkehrswegeplan unter „Vordringlicher Bedarf  – Engpassbeseitigung“ geführt, d.h. die Maßnahme soll im Geltungszeitraum des BVWP bis zum Jahr 2030 umgesetzt bzw. begonnen werden. Bisher wurde jedoch seitens der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung nicht einmal mit den Vorplanungen begonnen.

Jörg Krieger, Betriebsleiter der Hanau Hafen GmbH: „Mit unserer Mitgliedschaft im BDB setzen wir ein bewusstes Zeichen zur Stärkung des nassen Verkehrsträgers. Die Binnenschifffahrt verfügt nach wie vor über erhebliche Potenziale, die wir als Hafenbetrieb heben und nutzen wollen. Insbesondere die Umweltfreundlichkeit und die Kapazitätsreserven sprechen für die Zukunft der Binnenschifffahrt. Gerne bringen wir uns dafür in das Netzwerk des Verbandes ein und unterstützen ihn, zum Beispiel bei der Werbung für eine leistungsfähigere Infrastruktur oder bei der Arbeit am „Masterplan Binnenschifffahrt“ der Bundesregierung.

Quelle und Foto: BDB

 

 




Startschuss am Industriepark Nord

Die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) beabsichtigt, eine etwa 17 Hektar große Fläche im Industriepark Köln Nord von der Stadt Köln zu erwerben, um das dortige Terminal für den kombinierten Ladeverkehr auszubauen und ein Logistikzentrum zu errichten.

Seitens der Stadt wurde der HGK AG eine vorzeitige Besitzeinweisung erteilt, so dass schon vor dem eigentlichen Abschluss des Kaufvertrages das Unternehmen mit vorbereitenden Maßnahmen beginnen kann. Das Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln hat der HGK jetzt genehmigt, das Gelände unter Auflagen zu roden.

Die Entwicklung des Geländes ist ein Schlüsselprojekt für die Kölner Logistik: Durch den Ausbau des Terminals und die Nutzung des Logistikzentrums können jährlich bis zu 250.000 LKW-Fahrten durch die Stadt oder über den Autobahnring entfallen. Das führt zu weniger Schadstoff-Ausstoß und vermindert Lärmbelästigungen.

Als erste Maßnahme, das Gelände zu ertüchtigen, wird die Brachfläche vorbereitet. Bis zum Beginn der Schonzeit werden Bäume, deren Stammumfang kleiner als ein Meter ist, gerodet. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln und werden von Umwelt-Experten begleitet.

Quelle und Foto: HGK

 

 

 




weniger Heizöl, viel mehr LNG

Im Rotterdamer Bunkerhafen hat sich der Verkauf von Bunkeröl, das als Kraftstoff für die Schifffahrt eingesetzt wird, 2018 von 9,9 auf 9,5 Mio. m³ verringert. Der Rückgang ist beinahe vollständig auf die rückläufigen Verkäufe von schwerem Heizöl von 8,3 auf 7,9 Mio. m3 zurückzuführen. Der Umschlag von LNG (Flüssiggas) zur Betankung stieg beträchtlich – von 1.500 auf 9.500 Tonnen.

Der Hafenbetrieb Rotterdam vermutet, dass der Rückgang der Bunkermengen im größten Bunkerhafen Europas mit Skaleneffekten und der Nutzung modernerer Schiffe in der Containerschifffahrt zusammenhängt. Lieferungen an die Containerschiffe belaufen sich auf ungefähr 70 Prozent des gesamten Rotterdamer Bunkermarktes.

Das Bunkern von LNG (Flüssiggas) gilt in Rotterdam derzeit als ganz normaler Geschäftsvorgang (business as usual). Abgesehen von dem Unternehmen Titan LNG haben sich inzwischen ebenfalls Shell und Anthony Veder als LNG-Bunkerunternehmen in den Rotterdamer Hafengewässern angemeldet. Der Hafenbetrieb erwartet für die Zukunft eine beträchtliche Steigerung beim LNG-Bunkern sowie eine Erhöhung auf zehn Anbieter im Laufe von fünf Jahren.

Die Einführung der so genannten „TimeToBunker App“ ist erfolgreich verlaufen. Der Hafenbetrieb startete letzten Sommer einen Versuch mit den Bunkerunternehmen VT Group, Unibarge, Titan LNG, FTS Hoftrans und Transnational Blenders zur digitalen Anmeldung der Bunkerungen. Diese erfolgte mittels der speziell dazu entwickelten App. Andere Bunkerlieferanten können diese App nun ebenfalls verwenden. Die „Die TimeToBunker App“ ist inzwischen in Betrieb.

Im Rotterdamer Hafen sind die Bunkerbetriebe verpflichtet, vor jeder Bunkerung der Hafenaufsichtsbehörde Meldung zu erstatten. Bislang erfolgte diese Anmeldung über Schiffsfunk. Jährlich werden rund 20.000 Bunkerungen durchgeführt. Durch die Online-Anmeldung werden diese Prozesse größtenteils automatisiert, was die Effizienz der Arbeit erhöht. Die App bietet die Möglichkeit, die Anmeldung auf einmal sowohl an den Hafenbetrieb Rotterdam als auch die Zollbehörden (als Option) zu verschicken.

Ab Januar 2020 gelten neue Regeln für die zulässige Schwefelmenge im Brennstoff für die Schiffsfahrt. Den internationalen Vorschriften der IMO, International Maritime Organization, zufolge beläuft sich diese dann auf 0,5 %. Derzeit beträgt der Schwefelgehalt der Schifffahrtsbrennstoffe noch höchstens 3,5 Prozent. Das bedeutet, dass die Schifffahrt entweder emissionsbeschränkende Systeme installieren muss oder zu einem saubereren Brennstoff wie LNG (Flüssiggas), das keinen Schwefel enthält, wechselt.

Die Rotterdamer Raffinerien und Lagerterminals für Ölprodukte bereiten sich auf die Lieferung und Lagerung des so genannten VLSFO (very low sulphur fuel oil) vor, das die vorgeschriebenen 0,5 % Schwefel enthält. In der vergangenen Woche hat der Markt signalisiert, dass die ersten VLSFO-Bunker geliefert worden sind.

Bunkerverkäufe (in 1.000m3)

Heizöl Gasöl Dieselöl Schmieröl Insgesamt
2016 8.483,644 1.426,879 139,036 96,326 10.145,884
2017 8.255,467 1.387,913 147,035 99,677 9.890,091
2018 7.918,852 1.358,613 103,671 94,201 9.475,338

Bunkerverkäufe LNG (in Tonnen)

Bunkerverkopen LNG in ton)
2016 100
2017 1500
2018 9500

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, LNG Schiff Cardissa

 




Vier neuen Transatlantik-Dienste in Hamburg

Zum Jahresanfang nahmen gleich vier neue Transatlantik-Dienste der Reedereiallianz THE Alliance Deutschlands größten Containerhafen in ihren Fahrplan auf.

Die vier für Hamburg neuen Liniendienste AL-1 bis AL-4 werden seit Januar zusammen mit dem bereits bestehenden Service AL-5 am HHLA Containerterminal Altenwerder (CTA) abgefertigt. Durch die Bündelung dieser Dienste ergeben sich vielfältige Synergieeffekte für die beteiligten Unternehmen.

In den jetzt Hamburg anlaufenden Diensten setzen die Reedereien Hapag Lloyd, Yang Ming und ONE  Containerschiffe mit Stellplatzkapazitäten zwischen 3.200 und 5.600 Standardcontainern (TEU) ein. Hafen Hamburg Marketing, die Marketingorganisation des Hamburger Hafens, geht davon aus, dass durch die Verlegung der Containerdienste aus Bremerhaven ein Jahresumschlagvolumen in der Größenordnung von bis zu 500.000 TEU an die Elbe kommen wird.

Vor dem Hintergrund des zuletzt schwächer ausgefallenen Containerumschlags zwischen Hamburg und der US Ostküste ist das für die Verkehrswirtschaft in der Region Hamburg eine sehr erfreuliche Perspektive. Viele Verlader, Spediteure und Unternehmen mit Import- und Exportgeschäft mit den USA und Mexiko profitieren künftig von kürzeren Hinterlandanbindungen beim Zu- und Ablauf der Boxen. Für den Hamburger Hafen ist damit auch eine Zunahme der Containertransporte auf der umweltfreundlichen Schiene verbunden.

Die neuen Containerdienste ab Hamburg im Detail:

  • AL-1: Hamburg, Antwerpen, London, Norfolk, Philadelphia, New York, Halifax, Rotterdam, Hamburg
  • AL-2: Hamburg, New York, Charleston, Savannah, Le Havre, London, Rotterdam, Hamburg
  • AL-3: Hamburg, London, Charleston, Port Everglades, Houston, Savannah, Norfolk, Antwerpen, Hamburg
  • AL-4: Hamburg, Le Havre, Tuxpan, Vera Cruz, Altamira, Houston, New Orleans, London, Antwerpen, Hamburg

Insgesamt verbinden im Fahrtgebiet Transatlantik dann zwölf Linienverkehre den Hamburger Hafen mit der nordamerikanischen Ostküste und dem Golf von Mexiko.

Neben den sieben Containerdiensten werden auch ein kombinierter Dienst für Container und rollende Ladung sowie vier Mehrzweckdienste abgefertigt. Sie sind besonders geeignet für Projektladung und weitere konventionelle Stückgüter. Ein Container-Service bietet außerdem eine Anbindung an Häfen der nordamerikanischen Westküste.

Quelle: HHM, Foto: HHM / Dietmar Hasenpusch

 

 

 




Vereint im Amsterdam-Utrecht-Rotterdam-Corridor

TMA Logistics, CTU und VCL setzen mit der Gründung des North West Central Corridor auf Zusammenarbeit. Diese Bündelung bei der Ladung führt zu einem zuverlässigeren Produkt bei der Binnenschifffahrt und dadurch zu nachhaltigerem Transport und geringerer Verzögerung bei der Abfertigung an den Terminals. Die Initiative wird von den Deepsea-Containerterminals in Rotterdam, dem Port of Amsterdam, dem Hafenbetrieb Rotterdam und dem nachhaltigen Logistikprogramm Lean & Green Europe unterstützt.

Für den Container-Transport auf der Route Amsterdam-Utrecht-Rotterdam ist die Binnenschifffahrt von entscheidender Bedeutung. Jedes Jahr werden auf diese Weise gut 250.000 Container transportiert. Seit dem 18. Februar wird diese Ladung gebündelt: In der Praxis sieht die Zusammenarbeit so aus, dass Schiffe bei den verschiedenen Terminals mindestens 150 bis 200 Container für ein einziges Deepsea-Containerterminal in Rotterdam (RWG, APMT, Delta ECT Euromax) kombinieren. Ein Anfang wird mit sieben Binnenschiffen gemacht, die pro Woche siebzehnmal auslaufen und auf diese Weise ca. 5.000 Container transportieren.

„In sogenannten Corridors ist die Zusammenarbeit absolut erforderlich“, äußert sich Etienne Morrien, Geschäftsführer CTU. „Wir müssen uns als Hinterland dem Ladungswachstum anschließen, so dass wir mit innovativen Lösungen für eine weiterhin konkurrenzfähige und zuverlässige Binnenschifffahrt sorgen.“ Rens Rohde, CFO TMA Holding: „Diese Bündelung bedeutet niedrigere Demurrage- und Detentionkosten für unsere Kunden. Auch werden so weniger Container über die Straße transportiert.“

Die Hafenbetriebe Rotterdam und Amsterdam freuen sich über diese Initiative. „Solche Projekte, bei denen das Interesse des Sektors im Vordergrund steht, unterstützen wir sehr gerne“, erläutert Rob Smit, Manager Hinterland Port of Amsterdam. „Eine gute Abfertigung der Containerbinnenschifffahrt ist für die Entwicklung der Niederlande als effizienteste und zuverlässigste Logistikdrehscheibe Europas extrem wichtig.“

Der North West Central Corridor passt gut zum Programmansatz bei den Korridoren für den Gütertransport, bei dem das Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, die Provinzen, die Hafenunternehmen, der Top-Sektor Logistik und die Wirtschaft der Niederlande bei so genannten „Top-Korridoren“ zusammenarbeiten. Emile Hoogsteden, Geschäftsführer für Container, Stückgut und Logistik beim Hafenbetrieb Rotterdam: „Voriges Jahr wurde in diesem Rahmen bereits der West-Brabant Corridor gegründet, der in ähnlicher Weise die Häfen von Tilburg, Oosterhout und Moerdijk mit Rotterdam verbindet. Dies hat für uns bereits zu hervorragenden Ergebnissen geführt.“

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, Port of Amsterdam, Lean & Green Europe

 

 

 

 




Staatsminister besucht den Hafen Straubing-Sand

„Phantasie ist wichtiger als Wissen“ – dieses Zitat von Albert Einstein fiel auch beim Besuch des Bayerischen Verkehrsministers Dr. Hans Reichhart im Hafen Straubing-Sand. Gemeinsam wurde an kreativen Lösungen gearbeitet, um für den aufstrebenden Hafen auch künftig die Weichen auf Wachstum zu stellen – auch bei dem Wissen um angespannte Haushalte.


Der Straubinger Donauhafen liegt beim Umschlagvolumen seit Jahren über der ursprünglich geplanten Kapazität von rund 600.000 t Schiffsgüterumschlag pro Jahr. Im ufernahen Bereich gibt es keine freien Ansiedlungs- und Umschlagflächen mehr. Die Schiffsliegeplätze sind häufig ein Engpass.

„Der flussbauliche Ausbau der Donau, der die nächsten Jahre erfolgen wird, bringt eine Belebung der Wasserstraße mit sich. Weiterhin lassen die kontinuierlich gute Entwicklung im Hafenschwerpunkt Agrargüter und Biomasse, sowie die Chancen der industriellen Biotechnologie am Standort weitere Verkehrszuwächse erwarten“, so Hafen-Geschäftsführer Andreas Löffert.

Um diese mit dem umweltfreundlichen Binnenschiff zu bewältigen sind alsbald umfangreiche Investitionen in neue Liegeplätze, Umschlagflächen und ein Umschlaggerät notwendig.

Um Wege für diese ambitionierten Vorhaben zu finden hatte der Landtagsabgeordnete Josef Zellmeier den Bayerischen Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart nach Straubing eingeladen. Zellmeier betonte bei seiner Begrüßung, dass die Verknüpfung von hochwertiger Infrastruktur und thematischer Fokussierung auf Nachwachsende Rohstoffe die Erfolgsfaktoren des Hafens sind.

Oberbürgermeister Markus Pannermayr stellte seine Bedeutung für die Region bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, der Sicherung von unternehmerischen Investitionen und der Gründerförderung hervor. „Bei seinen infrastrukturellen Möglichkeiten ist der Hafen Straubing-Sand die letzten Jahre immer wieder über sich hinaus gewachsen.“

Verkehrsminister Dr. Reichhart zeigte sich sehr beeindruckt über den Straubinger Weg in Sachen Bioökonomie und Hafenentwicklung. Auch wenn die Wünsche an die Staatsregierung aus allen Teilen Bayerns vielfältig sind, versicherte er Unterstützung: „Die Schifffahrt leistet beim Güterverkehr einen wichtigen Beitrag, um den Verkehr auf den Straßen zu entlasten. Der Freistaat Bayern wird den Hafen Straubing auch weiterhin unterstützen.“

Quelle und Foto: Hafen Straubing-Sand, der Bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Dr. Hans Reichhart (3. v. l.) und der Vorsitzende des Bayerischen Haushaltsausschusses MdL Josef Zellmeier (4. v. l.) mit Verantwortlichen des Hafens Straubing-Sand (v. l.: Bürgermeister Manfred Krä, Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Landrat Josef Laumer und Geschäftsleiter Andreas Löffert.