Premiere für den ChemCoast Park Brunsbüttel in Berlin

Voller Erfolg für den Hafen- und Industriestandort Brunsbüttel und die gesamte Region: rund 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – und damit deutlich mehr als erwartet –  nahmen am 31. Januar am parlamentarischen Frühstück in der Vertretung des Landes Schleswig-Holstein beim Bund teil.

Organisiert wurde das parlamentarische Frühstück von den Unternehmen der Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel. Zahlreiche Akteure aus Brunsbüttel, Dithmarschen, Steinburg und der gesamten Region waren nach Berlin gekommen, um mit den mehr als 20 Bundestagsabgeordneten über die herausragende Bedeutung und großen Potenziale des Industrie- und Hafenstandortes sowie viele weitere Themen des Wirtschaftsraumes zu sprechen. Als Ehrengast nahm auch der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein Daniel Günther am parlamentarischen Frühstück teil.

Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel und Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group begrüßt das große Interesse am parlamentarischen Frühstück: „Unser gemeinsamer Auftritt als Industrie- und Hafenstandort in Berlin ist eine Premiere. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass so viele unterschiedliche Akteure aus unserer Region mit nach Berlin gekommen sind! Dies unterstreicht, wie wichtig es für uns ist, in Berlin und in der Bundespolitik wahrgenommen zu werden. Besonders freue ich mich außerdem, dass unser Ministerpräsident unsere Region auch in Berlin unterstützt, so wie er es auf dem Brunsbütteler Industriegespräch bereits angekündigt hatte!“.

In seiner Rede unterstrich der Ministerpräsident die landes- und bundesweite Bedeutung des ChemCoast Park Brunsbüttel: „Der ChemCoast Park ist das industrielle Schwungrad in Schleswig-Holstein. Hier sind hoch innovative Unternehmen, große Konzerne und erfolgreiche Mittelständler zuhause. Sie alle sind in ihrer Konzentration und mit ihrer Dynamik wichtig für das industrielle Wachstum nördlich der Elbe“, sagte Günther. Der Bau des ersten deutschen Flüssiggas-Importterminals hätte darüber hinaus weit über die Region hinausreichende positive Folgen. Günther: „Brunsbüttel ist der beste Standort für ein LNG-Terminal. Lassen Sie uns daher gemeinsam für dieses innovative Vorhaben werben. Es geht für Schleswig-Holstein um das bedeutendste Industrie-Projekt der vergangenen Jahrzehnte.“

Frank Schnabel verdeutlicht die regionalökonomische Bedeutung und Attraktivität des Standortes für Unternehmen mit Zahlen: „Rund 12.500 Arbeitsplätze beeinflusst der ChemCoast Park Brunsbüttel, darunter knapp 4.500 direkt am Standort. Daraus ergibt sich eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 870 Mio. Euro, wie in einer regionalökonomischen Studie ermittelt wurde. Diese Zahlen sind eindrucksvoll und Grundlage für Steuereinnahmen und Kaufkraft. Die angesiedelten Unternehmen investieren außerdem derzeit hohe Millionenbeträge am Standort. Dies ist ein klares Bekenntnis der Unternehmen zur Attraktivität der Region.“

Ein noch stärkeres Wachstum des Industriestandortes könnte in Brunsbüttel durch ein LNG Import- und Distributionsterminal für Deutschland mit bundesweiter Bedeutung für die Transport-, die Industrie- und die strategische Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland entstehen. Um weiterhin den Standort zu entwickeln, muss die infrastrukturelle Anbindung weiter verbessert werden. Der zweigleisige Ausbau inklusive Elektrifizierung der Bahnstrecke vom Industriegebiet Brunsbüttel bis Wilster/Itzehoe, der dreispurige Ausbau der Bundestraße 5 über Wilster hinaus bis nach Brunsbüttel, die Weiterführung der A20 inklusive westlicher Elbquerung bei Glückstadt, der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals, eine schnelle Umsetzung der Fahrrinnenanpassung der Elbe und die Verfügbarkeit von Energie in Form von Elektrizität und Gas sind hierfür notwendig.

„Dafür benötigt der Standort auf jeden Fall die Unterstützung aus Berlin, wo die Finanzmittel für den Infrastrukturausbau und die Fördergelder für zukunftsorientierte Projekte vergeben werden“, so Schnabel.

Mit ca. 2.000 Hektar Fläche ist der ChemCoast Park Brunsbüttel das größte zusammenhängende Industriegebiet in Schleswig-Holstein und hat sich zu einem pulsierenden Cluster für Unternehmen aus der Chemie-, Energie- und Logistikbranche entwickelt. Zudem ist Brunsbüttel mit rund 13 Millionen Tonnen Ladung pro Jahr der sechstgrößte und einer der dynamischsten Seehafenstandorte Deutschlands.

„Wir haben einen prosperierenden Standort, den es mit Unterstützung aus Berlin weiter zu stärken gilt. Mit dem parlamentarischen Frühstück und den konstruktiven Gesprächen mit den Bundestagsabgeordneten haben wir uns erfolgreich in Berlin präsentiert. Hierfür möchte ich auch dem Ministerpräsidenten herzlich danken. Nun gilt es, die Aufmerksamkeit auf bundespolitischer Ebene weiter zu nutzen, um unsere Region dynamisch weiterzuentwickeln.

An uns wird es nicht liegen“, so der Sprecher der Werkleiterrunde, „wir gehen mit voller Dynamik voran“.

Quelle und Foto: Brunsbüttel Ports GmbH, v.l.n.r.: Frank Schnabel (Sprecher der Werkleiterrunde), Stefan Mohrdieck (Landrat Kreis Dithmarschen), Daniel Günther (Ministerpräsident Land Schleswig-Holstein), Martin Schmedtje (Bürgermeister der Stadt Brunsbüttel), Ingbert Liebing (Bevollmächtigter des Landes Schleswig-Holstein beim Bund)

 




Neele-Vat Logistics zum City Terminal

Neele-Vat Logistics und der Hafenbetrieb Rotterdam haben einen Vertrag zur Entwicklung eines Distributionszentrums auf dem letzten brachliegenden Grundstück des City Terminals am Eemhaven bei Heijplaat-Rotterdam unterzeichnet.

Der Logistikdienstleister wird das Distributionszentrum zum „Crossdocking“ nutzen, das heißt zum Löschen von Fracht einer eintreffenden Transporteinheit und zum anschließenden Kombinieren und Laden von Fracht auf eine ausgehende Transporteinheit, praktisch ohne Zwischenlagerung.

„Einige bedeutende Shortsea-Reedereien bekundeten, sie sähen in einer Crossdock-Einrichtung einen Mehrwert. Die Vereinbarung passt in die weitere Entwicklung des City Terminals zum multimodalen Shortsea-Hub und Kontinentalcluster Europas“, so Emile Hoogsteden, Geschäftsführer für Container, Massenstückgut und Logistik des Hafenbetriebs.

„Neele-Vat Logistics strebt eine Lagerfläche von ca. 10.000 m2 Lagerungskapazität, 60 Tore zum Andocken sowie einen Umschlag von ca. 50.000 Containern jährlich an. Wir beginnen wahrscheinlich nächstes Jahr mit der Anlage des Zentrums und gehen davon aus, dass wir 2021 mit der Distribution beginnen können, so Cuno Vat, CEO von Neele-Vat Logistics.

Neele-Vat Logistics ist ein bekannter Rotterdamer Logistikdienstleister. Das Familienunternehmen bietet außer Lagerung auch Transport, Versand und Zolldienstleistungen. Mit Niederlassungen in Hoogvliet, Zwijndrecht, Botlek, Albrandswaard und auf der Maasvlakte bietet es seinen Kunden ein vollständiges Dienstleistungspaket. Die Investition in „Crossdocking“ beim City Terminal passt zur Bestrebung, Frachtströme gemeinsam mit den Kunden effizient und nachhaltig abzufertigen.

Der City Terminal entwickelt sich allmählich zum zweiten großen Containerstandort in Rotterdam mit Logistikpartnern wie SCA (Stückgut), RST/Steinweg (Container) RSC (Bahnterminal), Kramer (Containerreparatur und –lagerung), MRS (Containerdienstleistung) und Kloosterboer (gekühlte Fracht). Derzeit wird intensiv an der Einrichtung eines neuen Stapelgeländes für RSC, an der weiteren Erweiterung des Lkw-Tors sowie am Bau einer Kaimauer für Kramer gearbeitet. Der Hafenbetrieb investiert insgesamt ca. 60 Mio. Euro in den City Terminal, die Hafenwirtschaft ca. 160 Mio. Euro.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 




Mit Elan und Optimismus ins neue Jahr

Die bremischen Häfen starten mit einer Fülle von spannenden Themen in das Jahr 2019. Davon konnten sich rund 150 Besucherinnen und Besucher überzeugen, die zum Neujahrsempfang der Hafengesellschaft bremenports in die Landesvertretung der Hansestadt in Berlin gekommen waren.

In seiner Ansprache erinnerte bremenports Geschäftsführer Robert Howe daran, dass das Jahr 2018 ein gutes Jahr für die bremischen Häfen gewesen sei. „Mit einem stabilen Umschlagsvolumen haben die Häfen ihre Position im Wettbewerb gehalten“, so Howe. Dabei sei der Passagierzuwachs am Kreuzfahrtterminal besonders erfreulich gewesen.

Der Senat habe zudem im vergangenen Jahr mit der Freigabe von mehr als 140 Millionen Euro die Weichen für eine Erneuerung mehrerer Hafenanlagen gestellt. „Das schafft Voraussetzungen, die bremischen Häfen weiter zu stärken.“ In seiner Vorausschau auf das Jahr 2019 erinnerte Howe daran, dass es drei Jahre nach Planfeststellung des Offshore Terminals in der kommenden Woche zur Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht in Bremen komme. Gemeinsam mit dem Senat sei bremenports fest davon überzeugt, dass der Schwerlastterminal für Windenergieanlagen notwendig, sinnvoll und gut begründet sei.

Robert Howe: „Die Zukunft der Offshore-Energie kommt erst noch und zwar nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit.“ Bremerhaven habe dabei nach wie vor beste Chancen, mit seinem starken Cluster von dieser Entwicklung zu profitieren. Auf Bundesebene sei festzustellen, dass sich die Ausgangsbedingungen für die Offshore-Industrie nach Jahren der Unsicherheit derzeit wieder deutlich verbessern.

Howe: „Auf der Kostenseite ist Offshore inzwischen mehr als konkurrenzfähig. Und die Netzsituation hat sich durch neue technische Möglichkeiten deutlich entspannt. Wir sind deshalb nach wie vor der Überzeugung, dass der lange Atem, den wir bei diesem Projekt haben, sich am Ende lohnen wird.“

Auch bei den Planungen für die Entwicklung eines Hafens am isländischen Finnafjord sieht Howe ermutigende Signale. Der Gesellschaftsvertrag zur Gründung einer Hafenentwicklungsgesellschaft sei mit den isländischen Partnern ausverhandelt. Nach Zustimmung der Aufsichtsgremien könne die Suche nach einem Investor vorangetrieben werden und die konkrete Hafenplanung beginnen. Ziel sei es, in den kommenden fünf Jahren Baurecht für den Hafen zu schaffen. Howe: „Wir sind ein wenig stolz darauf, dass die isländischen Partner bremenports das Vertrauen geben, sich an diesem Projekt zur nachhaltigen Entwicklung der Arktis beteiligen zu können. Dies wird auch einen Beitrag leisten, den Standort Bremen mit seiner Hafenkompetenz auf der internationalen Bühne zu präsentieren.“

Vor den anwesenden Vertretern aus Wirtschaft, Verbänden und Politik zeigte sich Howe optimistisch, dass auch nach der Bürgerschaftswahl im Mai dieses Jahres der Hafen auf politische Unterstützung rechnen kann: „Die bremischen Häfen als Herzkammer der Wirtschaft im Land Bremen haben eine breite politische Lobby. Ich bin sicher, dass im Land Bremen in den kommenden Jahren keine Hafenbecken aus der Nutzung genommen werden, sondern vielmehr weiter zielgerichtet für Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Häfen gearbeitet wird.“

Quelle und Foto: bremnports. Geschäftsführer Robert Howe spricht vor den Gästen des Neujahrsempfangs

 




Hafen und Port Promotion Council verlängern

Auch in den nächsten vier Jahren werden der Hafenbetrieb Rotterdam und der Rotterdam Port Promotion Council (RPPC) ihre Zusammenarbeit fortsetzen. Das gaben Steven Lak (Vorsitzender des RPPC) und Allard Castelein (Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam) beim Neujahrsfrühstück des RPPC bekannt.

Castelein ist erfreut: „Unsere langjährige Zusammenarbeit zeigt immer wieder, wie effektiv es ist, den Rotterdamer Hafen gemeinsam mit dem RPPC und dem Industriekomplex im Hafen zu promoten. Durch die Fortsetzung der Bündelung unserer Kräfte holen wir neue Ladung nach Rotterdam und wahren unsere Stellung als intelligentester und sauberster Hafen.“ Steven Lak ist über das Vertrauen des Hafenbetriebs Rotterdam erfreut: „Wir sind stolz, dass wir einen Beitrag im Auftrag unserer Mitglieder und mit dem Team des Hafenbetriebs zur Expansion dieses herausragenden Hafens leisten können.“

Der RPPC führt Mitglieder mit Ladungsinteressenten weltweit bei Werbereisen, Messen und Netzwerktreffen zusammen und profiliert so den Rotterdamer Hafen. Außer allgemeinen Veranstaltungen hält der RPPC Treffen ab, die auf bestimmte Teilmärkte oder Branchen ausgerichtet sind. So wurde kürzlich die Offshore und Breakbulk Community gegründet.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 

 




Schienentransport nach China steigt

Trotz einiger Verzögerungen in Kasachstan in den letzten Monaten, wächst die Beliebtheit der Schienengütertransporte zwischen China und Rotterdam. „Bis vor Kurzem entschied man sich eigentlich standardmäßig fürs Schiff, wenn man die Fracht aus oder in die Volksrepublik bekommen wollte. Jetzt gibt es langsam mehr Ausgewogenheit“, sagt Dirk Wens, Spediteur bei Cross Limits Logistics, Teil der D&R Group.

Einen Container mit dem Schiff von China nach Rotterdam zu transportieren ist nicht teuer. Die Umständlichkeit und die Kosten der Vor- und Nachbereitung führen jedoch dazu, dass die Wettbewerbsposition des Schienenverkehrs sich rapide verbessert. Wens: „Die Küstenregion in China ist darüber hinaus nicht nur unbezahlbar geworden, auch die Luftverschmutzung hat inzwischen ein solches Niveau erreicht, dass sie einen ernsthaften Einfluss auf das Investitionsklima dort ausübt. Man sieht, dass immer mehr Werke ins Inland von China verlegt werden.“

Aus den Provinzen Xinjiang, Qinghai, Sichuan und Gansu sieht die Logistikkette auf einmal ganz anders aus. Von dort aus stellt der Zug eine seriöse Option dar. „Insbesondere wenn die Artikel zum Beispiel nach Großbritannien sollen, ist die Schienenverbindung und Short Sea über Rotterdam interessant. Das gilt sogar für die Fracht in die USA. Da Rotterdam oft der letzte und erste Anlaufhafen auf der Atlantikroute ist, kann man auf der Schiene – im Vergleich zur gesamten Route per Schiff – sicherlich zwei Wochen Zeitgewinn verbuchen.“

Auch bei der europäischen Fracht steigt die Nutzung der Schiene. Auffällig ist das Wachstum im Bereich Fashion aus China. „Das lief früher immer als Kombi von Flugzeug – bei der Einführung der Kollektionen – und Schiff. Jetzt sieht man, dass der Schienenverkehr viel häufiger eingesetzt wird, um zwischenzeitlich die Vorräte an schnell abverkauften Items wieder aufzufüllen“, erklärt Dennis de Roo, Managing Director der D&R Group. „Mit dem Schiff kostet es 35 bis 40 Tage, mit dem Zug hat man es in 24 Tagen. Das macht einen doch etwas flexibler. Auf diese Weise transportieren wir ziemlich viel Fracht nach Frankreich, zum Beispiel Petit Bateau, Café Au Lait-Shirts und die Kleidung für Carrefour.”

Im Prinzip gibt es vier Schienenverbindungen nach Westeuropa. Hamburg, München, Duisburg und Tilburg. Die beiden letzten haben einen nahezu direkten Anschluss nach Rotterdam. Nach Meinung des Spediteurs sind die Logistikketten nach China jedoch nicht immer so einfach, wie sie dargestellt werden. Die D&R Group hat bereits seit 1977 Erfahrung mit Transport von und nach China. De Roo: „Natürlich kann man online viel regeln und steigt die Transparenz, man muss jedoch wissen, wie der Hase läuft. Ankündigungen von Shuttledienstleistungen stellen sich oft als nicht mehr als ein einmaliger Zug heraus, und die Fahrpläne werden, was die Zeiten und die Bahnhöfe anbetrifft, auch nicht immer genau eingehalten. Trotzdem konnte Cross Limits 2018 einen Anstieg des Transports nach China um etwa 30 Prozent verzeichnen. De Roo: „Die Marge auf die Zugreise alleine ist dabei unter dem Einfluss der Einführung von allerlei Buchungstools ziemlich gesunken. Die Wertschöpfung der Spediteure muss also immer häufiger aus den zusätzlichen Dienstleistungen, wie zum Beispiel der Zollabfertigung und dem Organisieren der „Last Mile“ stammen. Und das ist natürlich auch richtig so.“

Quelle: D&R Group, Foto:  D&R Group/ Shutterstock

 




Über 2,2 Mio. Passagiere und mehr als 7 Mio. t

Kiel setzt seinen Wachstumskurs im Passagierkehr mit einem Plus von 4,2 % auf über 2,2 Mio. Reisende fort. Gleichzeitig konnte der Hafen beim Güterumschlag nicht an das Spitzenergebnis des Vergleichszeitraumes (2017: 7,4 Mio. t, plus 14,3 %) anschließen.

Die Umschlagsleistung ging in 2018 um 3,5 % auf 7,15 Mio. Tonnen zurück. Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG: „Nach zwei Jahren mit sehr starken Zuwächsen fällt die Umschlagsbilanz des Kieler Seehafens etwas schwächer aus. Wirtschaftlich wird dies durch den wachsenden Passagierverkehr kompensiert.“ Um die Infrastruktur im Hafen weiter zu verbessern, wurde die Investitionstätigkeit nochmals intensiviert. Ein Schwerpunkt bildet dabei der Umweltschutz.

Kerngeschäft des Hafens sind die Fährverkehre, die mit knapp 6 Mio. Tonnen über 80 % zum Gesamtumschlag beitragen. Während die Linien nach Norwegen (+ 2,3 %) und ins Baltikum (+ 1,6 %) Zuwächse verzeichnen, wurden auf der Route Kiel – Göteborg gut 10 % weniger Ladungstonnen befördert. Ursächlich hierfür ist auch eine lange Werftliegezeit der „Stena Scandinavica“, die zu Jahresbeginn mit einer modernen Abgasreinigungsanlage ausgestattet wurde und dem Dienst nicht zur Verfügung stand. Im wöchentlichen Linienverkehr mit Russland gab es aufgrund anhaltender gegenseitiger Handelsbeschränkungen kaum Veränderungen. Der Umschlag von Massengütern schloss mit einem Minus von 2,0 % bei 1,2 Mio. Tonnen. Umschlagsstärkste Verbindung ab Kiel war auch im vergangenen Jahr die Route nach Klaipeda der Reederei DFDS, die im Herbst zwischenzeitlich sogar mit einer achten und neunten Abfahrt verstärkt wurde. Dirk Claus: „Kiel konnte seine Position im Fährverkehr ins Baltikum, nach Westschweden und Norwegen im vergangenen Jahr behaupten. Dazu hat sich der Forstproduktumschlag fest etabliert.“ Seit der Eröffnung des SCA-Terminals im Herbst 2016 wurden bereits weit über 1,5 Mio. Tonnen Papierprodukte der schwedischen Konzerne SCA und Iggesund über das Kieler Terminal transportiert.

Die Color Line setzt seit Anfang Januar zusätzlich die „Color Carrier“ auf der Route Kiel – Oslo ein und baut so den Güterverkehr weiter aus. Der RoRo-Frachter bietet drei Rundläufe je Woche, die die täglichen Abfahrten der großen Passagierfähren ergänzen. Die jährliche Transportkapazität erhöht sich damit auf 80.000 Ladungseinheiten. Dirk Claus: „Die zusätzliche Fähre bietet Potenzial, das Frachtaufkommen am Norwegenkai mittelfristig um über 500.000 Tonnen zu steigern. Dazu wird der Kombinierte Ladungsverkehr am Hafenstandort insgesamt gestärkt.“ Zu Jahresbeginn wurde der Norwegenkai zunächst an den werktäglichen Kombi-Shuttle nach Hamburg-Billwerder angebunden, von wo alle nationalen Destinationen über Nacht erreicht werden. Im vergangenen Jahr wurden im Kombinierten Ladungsverkehr insgesamt knapp 29.000 Trailer und Container in Kiel auf Waggon verladen. Aufgrund der Aussetzung des Triest-Zuges konnte aber die anvisierte Dreißigtausender-Marke nicht erreicht werden. Dirk Claus: „Durch die Anbindung des Norwegenkais wird das Kombi-Aufkommen in diesem Jahr wieder steigen. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir an zusätzlichen Direktzugverbindungen.“ Um die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs mit infrastrukturellen Maßnahmen zu fördern, sind in Kiel – mit der Ertüchtigung des Rangierbahnhofs und dem Bau eines drittes Gleises am Schwedenkai – zwei Ausbauprojekte in der Umsetzung.

Aktuell investiert der PORT OF KIEL mehr als 30 Mio. Euro in die Hafenerweiterung und den Umweltschutz. So wird das Vorfeld des Ostuferhafens bis zum Frühjahr neu gestaltet, um logistische Abläufe zu optimieren und einen vergrößerten Bereitstellungsraum für Lkw, Trailer und Pkw zu schaffen. Im Stadthafen laufen derweil die Arbeiten an der ersten Landstromanlage des Handelshafens auf Hochtouren. Bis Ostern wird die Anlage am Norwegenkai fertiggestellt sein, um die Schiffe der Color Line umweltfreundlich mit Ökostrom zu versorgen. Parallel wird die europaweite Ausschreibung einer Landstromanlage für den Ostseekai und den Schwedenkai vorbereitet. Dirk Claus. „Von unseren Gesamtinvestitionen fließen 50 % in den Umweltschutz. Unser Ziel ist es, künftig 60 % des Energiebedarfs der Kiel anlaufenden Schiffe mit Landstrom zu decken.“ Die mit 13 Mio. bzw. 9 Mio. Euro größten Einzelinvestitionen des PORT OF KIEL sind die Landstromanlage am Ostseekai sowie der Neubau eines zweiten Terminals für Kreuzfahrtpassagiere. Das 3.700 m² umfassende Gebäude entsteht im nördlichen Anschluss des bestehenden Gebäudes und bildet mit diesem ein Ensemble. Wurden am Ostseekai bislang zwei Kreuzfahrtschiffe über ein Terminal abgefertigt, so steht jedem Schiff künftig ein eigenes Gebäude zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr wurde Kiel insgesamt 169-mal (2017: 143-mal) von 34 verschiedenen Kreuzfahrtschiffen mit einer Gesamttonnage von über 11,5 Mio. BRZ (plus 15,3 %) angelaufen. Über die Terminalanlagen gingen knapp 600.000 Kreuzfahrtpassagiere (plus 16,5 %) an oder von Bord. Dirk Claus: „In diesem Jahr werden wir die Ergebnisse im Bereich Kreuzfahrt erneut übertreffen. Highlights sind die „Mein Schiff 2“, die „AIDAprima“ und die „MSC Meraviglia“ in Kiel.“ Bis dato sind in Kiel 179 Anläufe von 33 verschiedenen Schiffen gemeldet. Die Gesamttonnage steigt auf über 15 Mio. BRZ bei einer erwarteten Passagierzahl von 620.000 Reisenden. Häufigste Gäste sind in dieser Saison die Schiffe der Reedereien AIDA/Costa, TUI Cruises und MSC, wobei AIDA und TUI Cruises den Hafen mit jeweils vier Schiffen anlaufen. Größtes Schiff der Saison ist die „MSC Meraviglia“ (171.600 BRZ), die über 5.700 Passagierbetten verfügt. Neu in Kiel sind auch die „Nieuw Statendam“, das Flaggschiff der Holland America Line, sowie die „AIDAprima“, die als erstes Kreuzfahrtschiff während der Hafenliegezeit mit umweltfreundlichem LNG versorgt werden kann. Die Saison beginnt regulär am 31. März mit einem Anlauf der „Viking Sky“ und endet Mitte Oktober. Derzeit befindet sich mit der „Mein Schiff 2“ allerdings bereits der jüngste Neubau der Meyer Turku Werft in Kiel, der am 22. Januar am Ostseekai an die Reederei TUI Cruises übergeben wird.

Quelle: Port of Kiel, Foto: Port of Kiel/ Tom Koerber

 

 




INEOS plant Mega-Investition im Hafen Antwerpen

INEOS, eines der größten Chemieunternehmen der Welt, hat den Hafen Antwerpen als Standort für eine Mega-Investition in Höhe von drei Milliarden Euro ausgewählt, die 400 Arbeitsplätze schaffen wird.

Die Investitionssumme ist die größte in die europäische Chemieindustrie seit 20 Jahren. Damit bestätigt Flandern seine Position als eine der führenden Chemieregionen. Zugleich unterstreicht und stärkt der Hafen Antwerpen seine Rolle als größter Chemiecluster in Europa.

Anfang des Jahres hatte INEOS im Rahmen des weiteren Ausbaus seiner Chemieanlagen eine Großinvestition angekündigt. Mehrere europäische Standorte standen zur Wahl, aber am Ende entschied sich der britische Chemiekonzern für Antwerpen.

INEOS plant den Bau einer brandneuen Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) und einen Ethan-Cracker in Antwerpen. Diese werden benötigt, um Propan beziehungsweise Ethan in Propylen und Ethylen umzuwandeln. Das sind Rohstoffe für chemische Produkte, die in einer Vielzahl von Branchen wie Automobil, Bau, Bekleidung, Kosmetik und Körperpflege, Pharmazie, Elektronik und Verpackungsmaterialien eingesetzt werden.

Die Investition wird am bestehenden Standort in Lillo im Antwerpener Hafengebiet sowie angrenzenden Arealen getätigt. Zu diesem Zweck übernimmt INEOS ungenutzte Teil-Konzessionen von benachbarten Unternehmen, was eine optimale Integration in die bestehende Chemieindustrie gewährleistet. So werden die neuen Anlagen per Pipeline an verschiedene INEOS-Ethylen- und Propylenderivat-Anlagen im europäischen Ausland angebunden.

Die Fertigstellung eines Projekts dieser Größenordnung dauert in der Regel vier bis fünf Jahre. Entsprechend sollen die neuen Produktionsanlagen bis 2024 in Betrieb gehen. Nach der Inbetriebnahme schaffen sie 400 direkte Vollzeitarbeitsplätze sowie das Fünffache an indirekten Arbeitsplätzen. Während der Bauphase werden rund 3.000 Menschen beschäftigt sein.

Jim Ratcliffe, CEO und Chairman von INEOS, erklärte: „Unsere Investition in eine erstklassige Ethan-Cracker- und PDH-Anlage ist die größte ihrer Art in Europa seit mehr als einer Generation. Als solche ist es eine wichtige Entwicklung für die europäische petrochemische Industrie. Wir sind davon überzeugt, dass diese Investition den rückläufigen Trend der vergangenen Jahre in der europäischen Chemieindustrie umkehren kann.“

Hans Casier, CEO von INEOS Phenol und Vorsitzender von essenscia (Verband der Chemie- und Life-Science-Industrie): „Dass Antwerpen als Standort für diese Investition gewählt wurde, ist ein bedeutender neuer Impuls für die internationale Wettbewerbsposition des bestehenden Chemieclusters. Dies ist ein großer Erfolg nicht nur für die Chemische Industrie im Hafen, sondern auch für die Wirtschaft Flanderns, Belgiens und nicht zuletzt für ganz Europa.“

Frank Beckx, Geschäftsführer des belgischen Chemieverbands essenscia vlaanderen, sagt: „Die Tatsache, dass nach Borealis im vergangenen Monat nun auch INEOS den Standort Antwerpen gewählt hat, bringt die Chemiebranche in Flandern mehr denn je auf die Weltkarte. Insbesondere der Bau eines hochmodernen Crackers auf dem neuesten Stand der Technik ist von großer strategischer Bedeutung, denn zuletzt wurde in den 1990er-Jahren eine derartige Anlage in Westeuropa gebaut. Ein Cracker produziert essenzielle Basismoleküle, die die Grundlage der gesamten Chemischen Industrie bilden. Mit nicht weniger als 400 neuen Arbeitsplätzen ist das ein zusätzlicher Impuls für das Beschäftigungswachstum in diesem Sektor. Dies sind zweifellos die wichtigsten Wirtschaftsnachrichten seit Langem. Eine solche Investition – die sehr wahrscheinlich andere ihrer Art anziehen wird – stärkt die Position der Chemischen Industrie als Schlüsselsektor der flämischen Wirtschaft weiter. Dies ist ein massiver Vertrauensbeweis, der uns darin bestärkt, unsere Zusammenarbeit mit der Regierung fortzusetzen, um gemeinsam an der starken internationalen Wettbewerbsposition dieses führenden Chemiecluster von Weltrang zu arbeiten.“

Jacques Vandermeiren, CEO der Antwerp Port Authority, hebt hervor: „Dass sich INEOS mit dieser Investition für unseren Hafen entschieden hat, ist natürlich eine außerordentlich erfreuliche Nachricht. Einmal mehr zeigt sich, dass wir als größter integrierter Chemiecluster Europas eine starke Anziehungskraft auf internationale Investoren haben. Darüber hinaus ist die Produktion von Propylen und Ethylen die Grundlage für viele andere Prozesse, so dass die Herstellung dieser Basiskomponenten unsere Rohstoff-Positionierung in der Chemischen Industrie und vielen anderen Industrien unseres Landes weiter stärken wird. Diese Mega-Investition erhöht die Gesamtsumme der Neu-Investitionen, die wir im vergangenen Jahr nach Antwerpen holen konnten, auf mehr als fünf Milliarden Euro. Dies wird zweifellos dazu beitragen, die Präsenz der Industrie hier in Antwerpen zu sichern und einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Zukunft für unseren Hafen und die belgische Wirtschaft zu leisten.“

Bart De Wever, Bürgermeister der Stadt Antwerpen: „Heute können wir die größte Investition in der europäischen Chemieindustrie seit 20 Jahren bekannt geben. Dies macht mich stolz und demütig zugleich. Dies sind die Momente, für die ich lebe und arbeite. Antwerpen floriert. Diese Aussage werde ich ein ums andere Mal wiederholen, denn wir müssen endlich mit diesen Untergangsszenarien aufhören. Wir können vollstes Vertrauen in die Zukunft haben. Das Wirtschaftsklima ist gut. Antwerpen ist offen für Geschäfte. Diese Investition von INEOS ist eine Investition für eine ganze Generation. Sie zeigt auch, dass Investoren selbst in Zeiten der Brexit-Unsicherheit immer noch an Wirtschaftswachstum, Internationalisierung und nachhaltige Technologie glauben. Das Vertrauen in den Fortschritt bleibt bestehen.“

Anfang dieses Jahres wurde das „Welcome Team for the Chemical Sector“ von Flanders Investment & Trade (FIT) und dem Branchenverband essenscia vlaanderen gegründet. Diese Initiative versammelt ein Expertenteam, um ausländische Unternehmen des Chemiesektors bei ihren Investitionsvorhaben intensiv zu unterstützen und die Vorteile des Chemiesektors in Flandern hervorzuheben – so etwa in den Bereichen Innovation, Steuerwesen und Investitionsförderung. Mit rund 300 Investitionsprojekten macht der Chemie- und Life-Science-Sektor seit 2010 etwa die Hälfte aller ausländischen Investitionen in Flandern aus.

Ministerpräsident Geert Bourgeois: „Das sind besonders gute Nachrichten, ein außergewöhnliches Ereignis: die größte Investition in Flandern seit 20 Jahren. Das Projekt ist auch ein gutes Beispiel für die langfristige Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ministerien und Regierungsstellen, den Industrieverbänden, dem Hafen und weiteren – alle mit einem gemeinsamen Ziel und koordiniert von meiner Agentur Flanders Investment & Trade.“

Claire Tillekaerts, Geschäftsführerin von Flanders Investment & Trade (FIT): „Eine Investition von drei Milliarden Euro im Hafen Antwerpen durch INEOS ist nicht nur eine überaus gute Nachricht für die flämische Wirtschaft. Sie betont auch die effiziente Zusammenarbeit zwischen Regierung, Wirtschaft, Wissenszentren und der Antwerp Port Authority, die es unserer Region ermöglicht, derart große Investitionen anzuziehen. Das von FIT koordinierte ‚Welcome Team for the Chemical Sector‘ steht mit der notwendigen Expertise zur Verfügung, um den idealen Standort zu finden, die richtigen lokalen Partner auszuwählen und vieles mehr. Um dieser Investition in Flandern einen Kickstart zu geben, arbeiteten auch die zuständigen Regierungsstellen intensiv zusammen. Jeder Beteiligte in diesem Projekt beantwortete die Fragen von INEOS sehr schnell, umfassend und professionell. Das eigens zusammengestellte Paket maßgeschneiderter Dienstleistungen überzeugte das britische Chemieunternehmen und gewann trotz des intensiven Wettbewerbs letztlich die Investition.“

Quelle: Antwerp Port Authority, essencia Vlaanderen, Flanders Investment & Trade, INEOS, Foto: Antwerp Port Authority, feierliche Unterzeichnung der Mega-Investition im Antwerpener Port House




Weniger Unfälle in Rotterdam

Im vergangenen Jahr kamen 29.475 Seeschiffe im Rotterdamer Hafen an. Es waren 200 weniger als im Vorjahr (29.646) und genauso viele wie im Jahr 2013 (29.436). Die Zahl der Unfälle sank von 129 auf 118 bei knapp einer Million Schifffahrtsbewegungen (See- und Binnenschifffahrt).

Darunter gab es 14 Unfälle bei der Freizeitschifffahrt. „Ganz schön viele für eine so kleine Gruppe der Wasserwegnutzer. In diesem Bereich möchten wir dieses Jahr etwas tun“, sagt der Hafenmeister René de Vries in seinem Büro im World Port Center. „Wir werden der Gemeinde helfen, Ihr Ziel zu verwirklichen, mehr von der Lage am Wasser zu profitieren und die Freizeit- und Passagierschifffahrt zu promoten. Wir sitzen alle in einem Boot.“

Unter den 118 Vorfällen gab es bedauerlicherweise fünf „ernsthafte Unfälle“. Das sind genauso viele wie in den Jahren 2012, 2013, 2014 und 2015, jedoch mehr als 2016 und 2017. Über das Ölleck der Bow Jubail hinaus stieß ein Wassertaxi mit einer Schaluppe zusammen, sank ein Freizeitboot, lief ein Patrouillenboot bei einer Probefahrt auf Grund und wurde ein Lastkahn zwischen der Kaimauer und einem Schiff eingeklemmt.

„Wir sind alle in einem Boot“ („Varen doe je samen“) lautet der Name einer landesweiten Plattform für professionelle Schifffahrt und Freizeitschifffahrt, es könnte jedoch auch ein Credo für unsere Politik im Jahr 2019 sein, meint De Vries. „Letzten Sommer wurden wir durch einen Vorfall zwischen einer Schaluppe mit Passagieren und einem Wassertaxi aufgerüttelt. Es war ein ernster Unfall und hätte noch viel ernsthafter sein können. Hinsichtlich des Risikos bilden die Passagierschifffahrt und die Freizeitschifffahrt eine besondere Kategorie, da die Personen an Bord sehr verwundbar sind. Die Gemeinde Rotterdam hat sehr ehrgeizige Pläne und als Hafenmeister trage ich gerne dazu bei. Die Stadt, der Fluss und die Schifffahrt müssen nebeneinander bestehen können. Für den Hafenbetrieb ist dabei die Sicherheit von primärer Bedeutung.“

Der Hafenmeister hat aus einem neuen Risiko-Assessment mit Stakeholdern Schlüsse gezogen. Die gesetzlichen Regelungen bezüglich der Geschwindigkeitsbegrenzungen im Uferbereich und beim Rein- und Rausfahren in die Häfen muss den Wasserwegnutzern bewusster werden und der Hafenbetrieb muss das Fahrverhalten intensiver kontrollieren. Es geht dabei um ganz grundsätzliche Regeln wie einander beachten, Rücksicht nehmen aufeinander, sorgfältig fahren, gerade aus überqueren, deutlich angeben was man tut und sich selbstverständlich an die Verkehrsregeln halten.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 




Gut gerüstet für große Aufgaben

Das Jahr 2018 war für die Hafenentwicklung in Bremen und Bremerhaven ein gutes Jahr. Mit den Senatsentscheidungen für mehrere große Neubauprojekte sind wesentliche Weichen gestellt worden. bremenports Geschäftsführer Robert Howe: „Die Senatsentscheidungen des Jahres 2018 sind weit mehr als Sanierungsbeschlüsse. Der Neubau der Kajen führt zu einer deutlichen qualitativen Verbesserung der Hafenanlagen und damit auch zu neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten.“

Auf der Basis der bremenports Entwürfe hatte der Senat mehr als 120 Millionen Euro für die Hafeninfrastruktur zur Verfügung gestellt.

  • Mit dem Neubau der Columbuskaje wird die positive Entwicklung der Kreuzfahrtschifffahrt am Standort Bremerhaven gesichert. In enger Abstimmung mit dem CCCB wird an der Columbuskaje ab dem Jahr 2021 eine rund ein Kilometer lange neue Kaje gebaut. Der Bau wird in mehreren Abschnitten durchgeführt, um das Kreuzfahrtgeschäft auch während der Bauphase in vollem Umfang fortführen zu können.
  • Mit dem Neubau der Nordmole wird der Fischereihafen eine deutlich verbesserte Zufahrt erhalten und damit neue wirtschaftliche Möglichkeiten erhalten. Mit dem Baubeginn ist nach einer intensiven Planungsphase ebenfalls ab 2021 zu rechnen.
  • Der Neubau der Kaje 66 ist erforderlich, um die Standfestigkeit der Kaje zu sichern, die an der Einfahrt der Kaiserschleuse in einer für die Hafenverfügbarkeit wichtigen Stelle liegt. Mit dem Neubau ist in 2020 zu rechnen.

Darüber hinaus stehen 2019 weitere wichtige Baumaßnahmen in der Jahresplanung:

  • Der Neubau der Westkaje im Kaiserhafen ist abgeschlossen. Im Moment wird die davor liegende alte Kaje abgerissen. Damit wird das Hafenbecken um 7 Meter verbreitert. Sehr erfreulich ist, dass bremenports mit Bremerhavener Werften Nutzungsverträge für diese Kaje abschließen konnte. Dies eröffnet Zukunftsperspektiven für künftige Werftprojekte.
  • Ein wichtiges Projekt ist die abschließende Sanierung der Kaiserschleuse. Zusammen mit dem Konsortium hat sich bremenports auf eine technische Lösung verständigt, mit der die bestehenden Probleme beseitigt werden. Die Umbauarbeiten an der Schleuse werden im Sommer beginnen und voraussichtlich drei Monate dauern.
  • In der Stadt Bremen stehen weitere Verbesserungen im Industriehafen an. Die Vertiefung und Verbreiterung des Hüttenhafens hat bereits zu einer Belebung des Umschlagsgeschäftes geführt. Nun soll auch in weiteren Teilbereichen mehr Tiefgang für die Schifffahrt ermöglicht werden.
  • Auf der Planungsebene gibt es mit den Überlegungen zu einem Neubau der Drehbrücke und zur Optimierung des Fischereihafens weitere große Themen, auf die sich bremenports vorbereitet.

Bei den internationalen Aktivitäten sind die Überlegungen zum Bau eines Hafens am isländischen Finnafjord ein gutes Stück vorangekommen. Gemeinsam mit einer isländischen Ingenieurgesellschaft und den in der Nähe des Fjords gelegenen Kommunen sind die Verträge zur Gründung einer Entwicklungsgesellschaft ausverhandelt. Mit der Klärung weiterer gesellschaftsrechtlicher Themen sollen im Frühjahr alle erforderlichen Verträge unterzeichnet werden. Nach dem Einstieg eines Investors in die Entwicklungsgesellschaft können dann in den kommenden fünf Jahren alle technischen und rechtlichen Voraussetzungen für den Bau eines  Mehrzweckhafens im Nordwesten Islands geschaffen werden.

Robert Howe: „Dies ist ein Projekt, mit dem sich bremenports und damit auch Bremen bei einem international beachteten Jahrhundertthema wie der Entwicklung der Arktis sehr weit vorne platzieren kann.“

Erfreulich hat sich auch die Kooperation mit Namibia entwickelt. Für die Hafengesellschaft des Landes führt bremenports Weiterbildungsveranstaltungen für die Mitarbeiter durch. Darüber hinaus prüft die Hafengesellschaft, ihre neu einzurichtende Europazentrale in Bremen anzusiedeln.

Neben den Aufgaben im Hafen ist bremenports auch für den Deichschutz in Bremerhaven zuständig. Auch hier sind die nächsten wichtigen Schritte gemacht worden. Der Seedeich entlang des Fischereihafens ist in einem weiteren Stück fertiggestellt worden. Im kommenden Jahr wird mit dem Deichschutz der Columbusinsel das nächste große Projekt in Angriff genommen. Darüber hinaus  wurde eine Leitzentrale geschaffen, die im Falle einer Sturmflut beste Kommunikationsmöglichkeiten schafft.

Anfang 2018 hatte bremenports im Auftrag des Ressorts ein neues Marketing-Konzept vorgelegt. Dies war erforderlich, weil VIA Bremen seine operative Tätigkeit eingestellt hat. Jetzt gibt es eine klare Struktur mit der Bremischen Hafenvertretung als Interessenvertretung der Hafenwirtschaft und bremenports als für das Hafenmarketing allein verantwortliche Organisation.

Eine Vorausschau auf 2019 zeigt den Umfang der Aktivitäten:

Es gibt in Kooperation mit der Hafenwirtschaft etwa zehn Logistics Talks, bei denen sich die bremische Hafenwirtschaft ihren Kunden im In- und Ausland präsentiert. Dabei wird insbesondere ein Schwerpunkt bei der neuen Kooperation mit Tschechien gesetzt.

Erfolgreich ist auch das Thema Messebeteiligung. Im kommenden Jahr organisiert bremenports acht Gemeinschaftsstände der Hafenwirtschaft auf Messen in Asien, Südamerika, USA und Europa.

Ein großer Erfolg war zudem die Breakbulk Europe, die erstmals in Bremen stattgefunden hat. In Antwerpen waren es 7.000 Besucher, in Bremen 10.000. Und am von bremenports organisierten Gemeinschaftsstand haben sich dreißig bremische Unternehmen präsentiert. Die Neuauflage in 2019 ist gesichert. bremenports arbeitet mit dem Ressort, der Messe Bremen und der Tourismuszentrale intensiv daran, die privaten Veranstalter davon zu überzeugen, auch längerfristig in Bremen zu bleiben. Robert Howe: „ Wir wissen, dass auch andere Städte sehr viel tun, um diese Veranstaltung für sich zu gewinnen. Insofern ist dies bislang noch ein offenes Rennen.“

In den kommenden zehn  Jahren werden bei bremenports rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Altersgründen ausscheiden, dies ist rund ein Drittel der Belegschaft. Die Notwendigkeit zur personellen Erneuerung stellt das Unternehmen vor eine große Herausforderung, die bislang gemeistert werden konnte. So haben alleine in diesem Jahre 25 neue Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit in der Hafengesellschaft aufgenommen, ein Beleg dafür, dass bremenports als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Eine große Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Thema Ausbildung zu. Mit derzeit 38 Auszubildenden hat bremenports eine Ausbildungsquote von über 10 Prozent und bietet ein breites Spektrum von Berufsbildern sowohl im gewerblich-technischen als auch kaufmännischen Bereich. Hinzu kommen inzwischen auch drei Studenten, die bei bremenports die Praxisphase ihres dualen Studiums absolvieren.

Positiv bewertet Howe auch den Wirtschaftsplan für 2019: „Wir haben in enger Abstimmung mit dem Wirtschafts- und dem Finanzressort eine gute Grundlage geschaffen, um auch 2019 alle anstehenden Aufgaben und Herausforderungen bewältigen zu können.“

Quelle: bremenports GmbH & Co. KG, Foto: bremenports GmbH & Co. KG/ Wolfhard Scheer




Kölner Nutzungsgebot für Landstrom

An der Kaimauer im Kölner Rheinauhafen sind durch die HGK AG Schifffahrtszeichen angebracht worden. Diese regeln die Nutzung der Kaimauer durch festmachende Binnenschiffe unter Auflagen, wodurch das generelle Festmachverbot in dem Bereich aufgehoben ist. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Köln (WSA) hat diese Regelungen genehmigt. 

Folgende Vorgaben sind einzuhalten: Beladene Schiffe dürfen eine Breite von 9,50 Meter und eine Tragfähigkeit von 1.200 Tonnen nicht überschreiten. Der Einsatz von Winden zum Festmachen ist nicht gestattet. Ebenso ist das Liegen von mehreren Schiffen nebeneinander nicht erlaubt. Leere Schiffe dürfen an der Kaimauer im Rheinauhafen generell festmachen.

Für die Schiffe gilt ein Nutzungsgebot des dort zur Verfügung gestellten Landstroms. Das heißt, es ist untersagt, die an Bord benötigte Energie während der Liegezeit über eigene Dieselmotoren zu gewinnen. Die Versorgung muss über eine der zehn Stromtankstellen im Rheinauhafen erfolgen. Dies vermeidet zum Wohl von Anwoh- nern und Passanten Belästigungen durch Abgase und Geräusche. Die Bedienung ist einfach: Die Schiffer müssen sich zunächst unter www.rheinenergie.com/landstrom registrieren und erhalten dann per E-Mail die Informationen zur weiteren Vorgehensweise.

Das bislang geltende generelle Festmachverbot an der Kaimauer war von der HGK AG im Februar 2018 ausgesprochen worden. Grund dafür waren zwei schwere Ha-varien, bei denen Schiffe Festmachvorrichtungen auf der Mauer mitsamt den Steinen herausgerissen hatten, ohne sich um die Schäden zu kümmern. Die jetzige Rege- lung, die nach Überprüfung der Zugfestigkeit der verbliebenen Festmacher in Kraft trat,stellteinInterimdar,bisdiegeplanteendgültigeLösungumgesetztwerden kann. Dazu gehört die Installation so genannter Dalben durch das WSA. Die Dalben werden ufernah im Grund des Rheins verankert und ermöglichen das Festmachen der Schiffe sowie den Landgang für die Besatzungen. Vor der Umsetzung dieses Vorhabens werden die politischen Gremien von der Verwaltung der Stadt Köln eingeschaltet und die Öffentlichkeit informiert.

Quelle und Foto: Häfen und Güterverkehr Köln AG, Mitarbeiter der HGK brachten die Schilder an