HES Hartel Tank Terminal genau im Zeitplan

Im Auftrag des Hafenbetriebs Rotterdam baut der Firmenzusammenschluss von Boskalis, Van Hattum, Blankevoort und Mobilis einen Tiefwasserkai, einen Binnenschifffahrtskai und einen Steg für das neue HES Hartel Tank Terminal am Hartelstrook (Maasvlakte 1).

Um dafür zu sorgen, dass am Tanklager sowohl große Öltanker als auch Binnenschiffe anlegen können, legt der Firmenzusammenschluss eine 1.200 Meter lange Kaimauer für Seeschiffe, eine 1.100 Meter lange Kaimauer und einen 350 Meter langen Steg mit vier Liegeplätzen für Binnenschiffe plus den erforderlichen Ufer- und Bodenschutz an.

„Der Hafenbetrieb Rotterdam hat im Januar 2018 seinen Teil der Arbeiten aufgenommen, und mittlerweile befinden sich 600 sogenannte Schraubinjektionspfähle im Boden und die Verstärkungsarbeiten und der Betonguss der Kaimauern sind in vollem Gang. Ende 2019 müssen alle Arbeiten abgeschlossen sein, und wir liegen auf Kurs“, verkündet Stefanie van der Wee, Projektmanagerin Port Development beim Hafenbetrieb Rotterdam.

Die Niederlassung von HES International B.V. am Hartelstrook stimmt mit der Vision des Hafenbetriebs Rotterdam überein, den verfügbaren Platz im vorhandenen Hafengebiet so gut wie möglich auszunutzen. Weitere Informationen gibt es  hier

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Port of Rotterdam/ Paul Martens

 




40. Bombardier-Mehrsystemlok für Metrans

Die HHLA-Intermodalgesellschaft Metrans hat an 25. Oktober 2018 in Prag die 40. Mehrsystemlokomotive von dem Hersteller Bombardier Transportation übernommen. Damit baut die 100-prozentige Bahntochter der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ihren Lok-Pool auf 80 Fahrzeuge aus und kann so noch flexibler und schneller auf Marktanforderungen reagieren.


Die HHLA-Tochter Metrans investiert weiter in die Steigerung ihrer Produktqualität. Das Unternehmen setzt dabei nicht nur auf eigene Bahnterminals, sondern zunehmend auch auf die sogenannte Eigentraktion. Das bedeutet: Lokomotiven der Metrans ziehen Containerzüge durch Europa. Damit erweitert die Metrans ihren Handlungsspielraum und macht sich als eigenständiger Anbieter von intermodalen Dienstleistungen noch autonomer. Die Lieferung der 40. Bombardier-Mehrsystemlok schließt eine Serie ab, die 2014 mit der Bestellung der ersten Bombardier-Lok begann.

Die Mehrsystemlokomotiven vom Typ TRAXX F140MS sind speziell für die unterschiedlichen Spannungs- und Zugsicherungssysteme innerhalb Europas ausgelegt – 15 kV und 25 kV Wechselstrom sowie 1,5 kV und 3 kV Gleichstrom. Sie sind damit für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr in Europa geeignet. Metrans setzt die neuen Streckenlokomotiven hauptsächlich für den Bahnverkehr zwischen den Nordseehäfen Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam und Antwerpen sowie Tschechien, der Slowakei und Ungarn ein.

Die Übergabe der 40. TRAXX-Lokomotive fand auf dem Metrans-Containerterminal in Prag Uhříněves im Beisein unter anderem von Martin Horinek, Chief Operating Officer von Metrans, statt. Er sagte: „Das Geschäftsmodell der Metrans basiert auf einer engen Verzahnung und Optimierung aller Prozesse entlang der Transportkette zwischen Seehafen und dem Kunden im europäischen Hinterland. Mit mehr eigenen Lokomotiven können wir die Transportprozesse der Metrans noch besser steuern. Damit werden wir noch zuverlässiger, können flexibler auf die Wünsche unserer Kunden eingehen und neue Angebote entwickeln.“

Dominik Rohrer, Projektmanager Lokomotivbau bei Bombardier Transportation unterstrich die Vorteile der Mehrsystemtechnik: „Gemeinsam mit Metrans und der HHLA konnten wir den Radius der TRAXX-Lokomotive um die Länder Tschechien, Slowakei und Ungarn erweitern. Diese Lok kann so auf einem europäischen Ost-West-Korridor besonders viele Ländergrenzen überqueren.“

Die Metrans ist einer der führenden Bahnoperateure in Europa und Marktführer für Containertransporte im Seehafenhinterlandverkehr mit Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Das Netzwerk der HHLA-Bahntochter umfasst 13 eigene Inlandterminals in fünf mittel- und osteuropäischen Ländern. Allein in den ersten sechs Monaten 2018 hat das Unternehmen 13.000 Containerzüge durch Europa befördert. Bis 2022 wird die HHLA der Metrans 350 Millionen Euro an Investitionsmitteln für neue Terminalanlagen, Lokomotiven und den Waggonpark zur Verfügung stellen.

Mehr zum Aufbau und den technischen Eigenschaften der Loks Gibt es beim „Blick unter die Motorhaube“ auf der HHLA-Webseite.

Quelle: HHLA, Foto: HHLA/Lubomír Vosáhlo




DeltaPorts kooperiert mit Universität

Das Zentrum für Logistik und Verkehr der Universität Duisburg-Essen und die Hafengesellschaft DeltaPort GmbH & Co. KG haben jetzt eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Der feierlichen Bekundung geht eine enge Zusammenarbeit zwischen den Partnern für das nachhaltige Hafen-Zukunftsprogramm „DeltaPort 4.0“ voraus.

DeltaPort und das Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben deshalb ein „Memorandum of Understanding“ für eine zukünftig gewinnbringende Zusammenarbeit unterzeichnet.

Die Idee zur Kooperationsvereinbarung entstand im Zuge eines bereits erfolgreichen Austausches zwischen den Partnern zur Entwicklung eines nachhaltigen Hafenkonzepts. Das ZLV als universitäres Kompetenzzentrum fördert und begleitet vorzugsweise den Wissenstransfer zwischen seinem breiten Forschungsnetzwerk und der Wirtschaft, sodass in enger Zusammenarbeit zwischen DeltaPort und dem ZLV, vor allem mit Mitgliedern des Zentrums sowie dem Lehrstuhl Transportsysteme und -logistik von Professor Noche, das Zukunftsprogramm „DeltaPort 4.0″ entstand, das nun als Grundstein für ein „Memorandum of Understanding“ zwischen der Universität und der Hafengesellschaft dient.

Beide Partner können im Zuge einer zukünftigen Kooperation entsprechend profitieren: Die UDE zum Beispiel durch interessante Praxisfälle für die Masterausbildung, gemeinsame Forschungsprojekte sowie die vorbildliche Darstellung alternativer Entwicklungsplanungen von nachhaltigen Häfen und Logistikkonzepten. „Durch die enorme Flexibilität der Standorte DeltaPort können wir von vorne herein einen aktiven Part für eine zukunftssichere Entwicklung spielen, sowie unsere Logistik- und Hafenforschung vor Ort weiterentwickeln“, erklärt Vorstandsvorsitzender des ZLV Prof. Bernd Noche.

ZLV-Geschäftsführer Klaus Krumme möchte dazu das Hafengeschäft mit der umliegenden Wirtschaft verkuppeln: „Wir müssen Umschlag und Dienstleistungen der Standorte DeltaPorts an die regionale Struktur des Niederrhein anpassen und damit innovative Wertschöpfungskonzepte realisieren. Dabei meinen wir Nachhaltigkeit ernst und nicht als leeres Schlagwort.“

DeltaPort-Geschäftsführer Andreas Stolte hofft durch die enge Zusammenarbeit mit der Wissenschaft integrierte Lösungen für das Flächenpotenzial am Niederrhein zu schaffen: „Wir wollen als Vorreiter einer innovativen Hafenlogistik vorangehen und proaktiv unsere Zukunft gestalten. Dazu öffnen wir mit viel Zuversicht der Universität unsere Pforten.“

 

Quelle und Foto: DeltaPort, v.l. Prof. Dr.-Ing. Bernd Noche (Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Logistik und Verkehr und Leiter der Fakultät TUL (Transportsysteme und -logistik), Universität Duisburg-Essen), Andreas Stolte (Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG) und Prof. Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel (Prorektorin für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Wissenstransfer, Universität Duisburg-Essen)




Die ersten LNG-Fahrzeuge im Einsatz

Im Duisburger Hafen sind jetzt die ersten auf die Nutzung mit dem umweltfreundlichen verflüssigten Erdgas LNG umgerüsteten Fahrzeuge im Einsatz.

Dabei handelt es sich um einen sogenannten Reachstaker und eine Terminalzugmaschine auf logport III in Duisburg-Hohenbudberg. Betankt werden die Fahrzeuge mit einer mobilen LNG-Tankanlage.

Die Umrüstung der Fahrzeuge ist Teil eines gemeinsamen Forschungsprojektes von duisport, RWE Supply & Trading und der Universität Duisburg-Essen zur verstärkten Verwendung von LNG als Ersatz für Dieselkraftstoff im Duisburger Hafen. Aufgrund seines wegweisenden innovativen Potentials wird das LNG-Infrastrukturprojekt vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit 740 000 Euro gefördert.

„Wir werden den Ausbau der LNG-Infrastruktur im Duisburger Hafen konsequent vorantreiben. Dadurch leisten wir einen wichtigen umweltpolitischen Beitrag“, so duisports-Vorstandsvorsitzender Erich Staake.

Quelle und Foto: duisport, der Reachstaker wird erstmalig mit LNG betankt. 




HPA investiert in den Umweltschutz

Die Hamburg Port Authority AöR (HPA) beginnt Ende des Jahres mit dem Bau einer Regenwasserbehandlungsanlage für das Niederschlagswasser der Köhlbrandbrücke.

Jährlich prasseln rund 60.000 m³ Niederschlagswasser auf das markante Wahrzeichen der Stadt Hamburg nieder. Aufgrund von neuen technischen Möglichkeiten plant die HPA, dieses künftig von Schwermetallen zu befreien, bevor es in die Elbe abfließt.

„Allen ist bewusst, dass die Lebensdauer der Köhlbrandbrücke endlich ist. Doch bis wir diese durch eine neue Querung ersetzen werden, können wir noch eine große Menge an Niederschlagswasser säubern und somit die Einleitung von Schwermetallen wie Kupfer, Zink, Aluminium, Blei, Chrom und Nickel in die Elbe vermeiden. Das entspricht unserer Philosophie bei der HPA hinsichtlich Nachhaltigkeit und Ökologie. Aus diesem Grund haben wir intensiv nach einer möglichst kostengünstigen und effektiven Methode gesucht. Wir sind fündig geworden und beginnen nun mit der Umsetzung“, berichtet Matthias Grabe, CTO der HPA.

Zur Reinigung des Regenwassers werden Behandlungsanlagen nach dem Sedimentationsprinzip als Reinigungsschächte mit Leichtstoffabscheidung gebaut. Zudem erfolgt der Ausbau eines vorhandenen Grabens zu einem Versickerungsgraben. Gemäß Wasserhaushaltsgesetz in Verbindung mit Wasserrahmenrichtlinie ist eine Reinigung des einzuleitenden Niederschlagswassers rechtlich notwendig gemäß dem jeweils aktuellen Stand der Technik.

Die Hamburg Port Authority (HPA) betreibt seit 2005 ein zukunftsorientiertes Hafenmanagement aus einer Hand und ist überall dort aktiv, wo es um Effizienz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Hamburger Hafen geht. Den wachsenden Ansprüchen des Hafens begegnet die HPA mit intelligenten und innovativen Lösungen. Die HPA ist verantwortlich für die effiziente, ressourcenschonende und nachhaltige Planung und Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen im Hafen und ist Ansprechpartner für alle Fragen hinsichtlich der wasser- und landseitigen Infrastruktur, der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs, der Hafenbahnanlagen, des Immobilienmanagements und der wirtschaftlichen Bedingungen im Hafen. Dazu stellt die HPA die erforderlichen Flächen bereit und übernimmt alle hoheitlichen Aufgaben und hafenwirtschaftlichen Dienstleistungen. Sie vermarktet spezielles, hafenspezifisches Fachwissen und nimmt zudem die hamburgischen Hafeninteressen auf nationaler und internationaler Ebene wahr.

Quelle: HPA, Foto HHM, die Hamburg Port Authority AöR (HPA) beginnt Ende des Jahres mit dem Bau einer Regenwasserbehandlungsanlage für das Niederschlagswasser der Köhlbrandbrücke

 




Minister Andreas Scheuer zu Gast beim ZDS

Der Export- und Logistikweltmeister Deutschland kann seine Spitzenposition nur halten, wenn Verkehrsinfrastrukturprojekte und die Nutzung der Potenziale der Digitalisierung mit Nachdruck vorangetrieben werden. Darauf lag der Fokus des Gesprächs zwischen dem Präsidium des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) und Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.


„Die Hafenwirtschaft investierte allein im vergangenen Jahr hunderte Millionen Euro in die Hafen- und Verkehrslogistik, in Nachhaltigkeitsprojekte und in digitale Angebote für ihre Kunden“, sagte Frank Dreeke, Präsident des ZDS. „Mit besseren Anbindungen der Seehäfen an das Binnenland und an die Weltmeere können wir die hohe Leistungskompetenz der deutschen Seehäfen noch effektiver im Wettbewerb ausspielen. Der notwendige Interessenausgleich darf Verkehrsinfrastrukturprojekte nicht übermäßig verzögern.“

‎Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Wir wollen die Zukunft der Mobilität effizient und nachhaltig gestalten. Klar ist: Die gute Verkehrsinfrastruktur ist ein Standortvorteil Deutschlands. Und damit dies auch so bleibt, haben wir bei Ausbau und Erhalt im Bereich Häfen und Wasserstraßen Prioritäten mit dem Nationalen Hafenkonzept gesetzt – natürlich auch in Abstimmung mit den Verbänden und Ländern. Zugleich unterstützen wir die Hafenwirtschaft mit unserem Förderprogramm IHATEC dabei, die Arbeit im Hafenbereich weiter zu optimieren. So kann beispielsweise der Containerumschlag mittels digitaler Innovationen ‎noch schneller und sicherer werden. Letztlich sind natürlich in der Seeschifffahrt auch alternative Kraftstoffe ein wichtiges Thema. Wir unterstützen die Entwicklung mit großen Projekten – wie hier im Hamburger Hafen mit PowerPacs zur Landstrom-Versorgung.“

Das ZDS-Präsidium sprach mit dem Bundesminister auch über die Digitalisierung der maritimen Logistik. Hierzu erklärte Frank Dreeke: „In unserer Branche ist verstärkt eine hohe Innovationsbereitschaft zu spüren. Die Bundesregierung setzt wichtige Impulse, etwa mit dem Nationalen Hafenkonzept, der Forschungsförderungsinitiative IHATEC und dem Digitalen Testfeld Hafen. Mit Investitionen und optimierten Rahmenbedingungen kann die deutsche Hafenwirtschaft ihre starke Position als Dienstleister für den EU-Wirtschaftsstandort Deutschland weiter ausbauen.“

Bundesminister Scheuer und die Vertreter der Hafenwirtschaft tauschten sich zudem zu Standortfaktoren wie das Erhebungsverfahren zur Einfuhrumsatzsteuer, die Energieversorgung von Handels- und Kreuzfahrtschiffen sowie die EU-Wasserrahmenrichtlinie aus.

Quelle: ZDS, Foto: ZDS/Athanasios Tsitales, v. l. n. r.: Reinhard Klingen (BMVI), Jens Aurel Scharner (Vizepräsident des ZDS), Andreas Scheuer (Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur), Frank Dreeke (Präsident des ZDS), Angela Titzrath (ZDS-Präsidiumsmitglied), L. Daniel Hosseus (ZDS-Hauptgeschäftsführer), Lutz Könner (ZDS-Geschäftsführer)

 




Projekt zur Konsolidierung kleiner Containermengen

Am 5. November startet ein dreimonatiges Pilotprojekt zur Konsolidierung kleiner Containervolumen am Hafen Antwerpen. Die Mindest-Call-Größe pro Containerterminal (Be- und Entladung) wird dabei wegen des aktuellen Kleinwassers auf dem Rhein zunächst auf 20 Moves festgelegt. Ab 3. Dezember gilt die ursprünglich vorgesehene Call-Größe von mindestens 30 Moves.  

Die Konsolidierung kleiner Containervolumen ist eine der Schlüsselkomponenten des Aktionsplans für den Container-Binnenschiffsverkehr der Antwerpener Hafengemeinschaft. Ziel ist es, den Umschlag an den Seeterminals durch höhere Call-Größen effizienter zu gestalten. Containerbinnenschiffe laufen im Antwerpener Hafen durchschnittlich acht Terminals an. Die Analyse hat gezeigt, dass fast 60 Prozent der Anläufe an den Seehafenterminals durch Binnenschiffe mit Volumina von weniger als 30 Moves erfolgen. Das macht 20 Prozent des Gesamtvolumens der containerisierten Binnenschifffahrt im Hafen Antwerpen aus. Die Bündelung sorgt für einen einfacheren Planungsprozess und eine Effizienzsteigerung.

Containerbinnenschiffe, die die minimale Call-Größe pro Terminal erreichen oder übertreffen, können die Seehafenterminals in Antwerpen weiterhin direkt anlaufen. Bargeoperator, die diese Mindestumschlagmenge nicht erreichen, müssen ihre Volumen vorher konsolidieren. Möglich wird dies durch die Zusammenarbeit mit anderen Binnenschiffsoperateuren und den Austausch von Containern an Konsolidierungshubs.

Zur Umstellung auf größere Calls, können Bargeoperator Konsolidierungshubs an den verschiedenen Binnenschiffskorridoren und im Hafen Antwerpen nutzen. Die Transaktionskosten an den Hubs werden den Nutzern während der Testphase im Hinterland pro Container mit 5 Euro und im Seehafen mit 10 Euro in Rechnung gestellt. Außerdem sorgen die Hubs jeweils zu einem festen Transporttarif für einen pünktlichen Transport der zusammengeführten Container zu den Seehafenterminals. Dazu nutzen sie entweder eigene Binnenschifffahrtsdienste oder die Zusammenarbeit mit den Binnenschiffsoperateuren. Zielsetzung der Hubs ist es dabei, mit den Binnenschiffsoperateuren im Monatsdurchschnitt die gleiche Anzahl von Containern zu laden und zu löschen, damit die Kosten für die Bargeoperator möglichst gering bleiben. Insgesamt stehen aktuell sechs Konsolidierungszentren zur Verfügung.

Eine Arbeitsgruppe und ein Lenkungsausschuss – bestehend aus Vertretern der Seehafenterminals, der Reedereien (ASL), der Binnenschifffahrtsunternehmen (ICBO), der Spediteure (VEA), der Verlader (OTM) sowie Voka-Alfaport, NxtPort, CEPA, Antwerp Port Authority, De Vlaamse Waterweg und der flämischen Regierung – werden das Pilotprojekt sorgfältig verfolgen und bewerten. Unter Berücksichtigung der erzielten Ergebnisse kann die Arbeitsgruppe nach der Testphase das Konzept anpassen und den Benutzertarif an den Konsolidierungszentren ändern. Das Pilotprojekt läuft zunächst drei Monate. Im Falle einer positiven Bewertung wird das Projekt fortgesetzt.

Weitere Informationen zum Thema gibt es  hier

Quelle und Foto: Antwerp Port Authority 




Hafenentwicklungsdialog

Die für Häfen zuständigen Minister und Senatoren der Küstenländer, der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, ein hochrangiger Vertreter des Bundesverkehrsministeriums sowie der Präsident des Zentralverbands der Deutschen Seehafenbetriebe haben sich zum siebten Hafenentwicklungsdialog in Hamburg getroffen.

Der seit 2010 jährlich stattfindende Dialog dient der Kooperation zwischen den deutschen Küstenländern und dem Bund in verschiedensten aktuellen Hafenfragen. Er ist ein wichtiges Instrument der Hafenkooperation und hat den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Häfen im Fokus. Bei den Gesprächen stehen die Identifikation von Handlungsbedarfen und die gemeinsame Entwicklung von Zielen und Strategien im Vordergrund. Gastgeber Frank Horch: „Wir alle verfolgen dasselbe Ziel. Nämlich die nachhaltige Stärkung und den Ausbau der internationalen Position unserer Häfen gegenüber den internationalen Mitbewerbern. Dabei wollen wir die Standorte innovativ und nachhaltig entwickeln. Daraus ergeben sich viele Möglichkeiten der Kooperation, auch wenn wir im Wettbewerb stehen.“

Nach einem externen Impulsvortrag der Meyer Werft zu Nachhaltigkeit und alternativen Antrieben, berichteten die Bundesvertreter zu den Schwerpunkten und Perspektiven der Hafen- und Schifffahrtspolitik der neuen Bundesregierung.

Weiterhin wurde über die Chancen der Digitalisierung für die Häfen, diesbezügliche Aktivitäten in den norddeutschen Bundesländern und unterstützende Maßnahmen des Bundes (IHATEC und Mobilfunkversorgung) gesprochen. „Immer komplexer werdende Logistikprozesse und die zunehmende Optimierung der Wertschöpfungsketten erfordern eine noch intensivere Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien auch in den Seehäfen“, betonte Dr. Berend Lindner, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. „Für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unserer Häfen und des Wirtschaftsstandortes Norddeutschland ist eine weitere Digitalisierung und verstärkte Vernetzung unserer Häfen unabdingbar. Hier gilt es, alle Akteure aus Häfen, Hafenwirtschaft, Schifffahrt und Logistik zu unterstützen, um diesen Prozess erfolgreich voranzutreiben“, so Lindner.

Zudem wurde beim siebten Hafenentwicklungsdialog die Hafenpolitik der Europäischen Union diskutiert. Im Fokus standen die praktische Anwendung der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) bei Hafeninfrastrukturinvestitionen, die EU-Hafenverordnung und die Neufassung der Hafenauffangrichtlinie, die im Zuge der europäischen Strategie zum Umgang mit Plastikmüll zurzeit überarbeitet wird. Der Hafenentwicklungsdialog ist dabei eine anerkannte Plattform zum Austausch zwischen den für Häfen zuständigen Ländern und dem Bund, der die Länderinteressen gegenüber der EU vertritt. „Die Vorgaben der EU zum Umgang mit Investitionen und Wettbewerb in den Häfen müssen durch die Küstenländer umgesetzt werden“, sagte Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern. Er fügte hinzu: „Deshalb ist es wichtig, dass die norddeutschen Länder gemeinsame Positionen zur europäischen Hafenpolitik entwickeln und diese geschlossen gegenüber Brüssel vertreten. Der Hafenentwicklungsdialog ist daher für mich von besonderer Bedeutung für die Interessen der norddeutschen Häfen.“

Ein zentrales Ziel der Küstenländer ist die Erhöhung der Umwelt- und Klimaverträglichkeit der Schifffahrt. Daher stand auch die Luftreinhaltung in den Häfen auf der Agenda. Die Küstenländer befürworten die Verbesserung der Luftreinhaltung in den Häfen und unterstützen deshalb im Sinne des Umweltschutzes unter anderem die Förderung der Einführung von Landstrom-Anschlüssen in den See- und Binnenhäfen sowie die Nutzung von Flüssigerdgas (LNG) in der Schifffahrt. Insgesamt sprachen sich die Länder für einen grundsätzlich technologieoffenen Ansatz zur Reduktion der emissionsbedingte Belastung in den Häfen aus. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz sagte hierzu: „Luftreinhaltung ist ein wichtiges Thema. Deshalb gibt es bereits strenge Regelungen der EU zum Schwefelgehalt von Schiffkraftstoffen und Initiativen der Vereinten Nationen, um Stickoxid- und CO2-Emissionen zu verringern. Wir tragen dazu bei, indem wir die Brückentechnologie LNG unterstützen und auf Landstromprojekte setzen.“

Vor dem Hintergrund des kürzlich erfolgten Startsignals für die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe wurde auch über das Thema der Planungsbeschleunigung gesprochen. Dieses, so Jörg Schulz, Staatsrat beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen  der Freien Hansestadt Bremen, ist die zentrale Voraussetzung für eine zukunftsgerichtete Hafenentwicklung: „Viele Jahre und zum Teil sogar über Jahrzehnte andauernde Planverfahren und Prozesse seien in keiner Weise zeitgemäß und auch kein Garant für ausgewogene Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen ökologischen und ökonomischen Interessen. Gerade die Beispiele aus den Nachbarländern Niederlande und Dänemark zeigen, dass den heute üblichen, immer dynamischeren Wirtschaftsprozessen mit ebenso zügigen infrastrukturellen Entwicklungen begegnet werden kann. Das deutsche Planungsrecht, so Staatsrat Schulz, muss orientiert an diesen europäischen Maßstäben deutlich beschleunigt werden. „Die bisher vom Bund verfolgten Maßnahmen reichen nicht aus, um die Häfen in Deutschland dauerhaft weiter erfolgreich zu entwickeln“.

Die deutschen Seehäfen sind internationale Warendrehscheiben. Deshalb sind die globalen Handelsentwicklungen von großer Bedeutung und müssen bei der Hafenpolitik und -entwicklung berücksichtigt werden. Handelshemmnisse können Ladungsvolumina mit einzelnen Ländern reduzieren, Linienverkehre verlagern oder Verzögerungen im Weitertransport durch neue Ein- oder Ausfuhr-Regularien verursachen. Daher unterstützen die Hafenminister und -senatoren die Bestrebungen der Bundesregierung hin zu einem freien internationalen Handel und dem Abbau von Handelshemmnissen.

Senator Frank Horch: „Häfen sind Symbole für den freien Handel. Europa muss sich als Wirtschaftsraum mit über 500 Millionen Einwohnern geeint als Stimme der Vernunft deutlich positionieren. Die deutschen Seehäfen haben ein hohes Interesse an einer konstruktiven Debatte über die künftige Ausgestaltung der Globalisierung und des freien Handels.“ Mit Blick auf den bevorstehenden Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU verständigten sich die Länder mit dem Bund darauf, die Ein- und Ausfuhr-Kontrollstellen in den Häfen, unter anderem die Veterinärämter, den Pflanzenschutz und den Zoll, bestmöglich auf den sogenannten Brexit vorzubereiten.

Quelle: Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Foto: HALA




50.000 Tonnen Roheisen trafen in Rotterdam ein

Am Montag kam in einem Schüttgutschiff eine Rekordtonnage von 50.000 Roheisen im Hafen von Rotterdam an. Carbones Holding GmbH, ein großer österreichischer Händler von Metallprodukten, hat zum ersten Mal eine Ladung dieses Umfangs zusammengestellt und verschifft sie auf einmal.

Umschlagbetrieb ZHD Stevedores lagert das Roheisen und schlägt es um, wonach es weiter in Europa vertrieben wird.

Was ist Roheisen eigentlich? Bei Roheisen oder Englisch „pig iron“ handelt es sich um Eisen, das in die Form eines „Brötchens“ von ca. 10 cm Länge und 10 cm Breite gegossen ist. „An der Oberseite weist es eine Verformung auf, es sieht ein bisschen so aus, wie ein Kuchen, der aus der Backform kommt. Sie wiegen 10 bis 20 Kilo pro Stück, sind also recht schwer für einen Kuchen oder ein Brötchen“, sagt Dico Regoord, Vertriebsleiter bei ZHD Stevedores.

Carbones Holding GmbH, der österreichische Händler von Metallprodukten, hat die Rekordladung Roheisen zusammengestellt und verschifft sie an seine europäischen Kunden. Sebastian Brunner, Kaufmann bei Carbones: „Normalerweise werden 30.000 bis 35.000 Tonnen Roheisen transportiert. Jetzt jedoch 50.000 Tonnen. Dies ist eine Premiere für Roheisen! Wir sind sehr froh, dass es jetzt geklappt hat. Das Organisieren, Koordinieren und Planen des Verschiffens ist ein komplizierter Prozess, bei dem alle beteiligten Partner eng miteinander zusammenarbeiten müssen. Die Produktionsstandorte von Roheisen befinden sich nicht direkt am Hafen, sondern weiter landeinwärts. Vor dort aus muss die Fracht per Zug, LKW oder kleinerem Schiff zum großen Schiff im Hafen transportiert werden. Es ist eine ganz schön knifflige Angelegenheit, 50.000 Tonnen Roheisen von den verschiedensten Standorten aus rechtzeitig zum Schiff zu schaffen.“

Carbones vertreibt jährlich in einem Umfang von ca. 2,2 Millionen Metallprodukte (größtenteils Roheisen) an ca. 400 Kunden in Europa. Roheisen wird in der Stahlindustrie verwendet, unter anderem für den Maschinenbau. In der Automobilbranche werden beispielsweise Motorblöcke für Maschinen, Lastwagen, Autos und Busse daraus hergestellt. Aber auch Auspuffe, Bremsscheiben und Achsen. Und in der Windindustrie wird Roheisen in den Türmen verwendet, an die die Flügel montiert werden. Roheisen kommt hauptsächlich aus Russland und Brasilien. Diese Ladung stammt aus Brasilien, und wurde hauptsächlich von zwei bekannten Roheisenfabrikanten (Grupo AVG und Grupo PLANTAR) hergestellt. Der Wert der Ladung liegt bei ca. 25 Millionen Dollar. Für die Finanzierung der Verschiffung arbeitet Carbones mit einer Schweizer Bank zusammen. Sebastian Brunner: „Das Verschiffen einer großen Schüttgutladung wie dieser bedeutet Kosteneinsparung. Und davon profitieren unsere Kunden.“

Die Ladung wird ab Rio de Janeiro mit dem Seeschiff MV Yuanping Sea transportiert. Die MV Yuanping Sea ist 200 Meter lang und 32 Meter breit und hat einen Tiefgang von 12 Metern. Das Schiff hat seine Ladung im Hafen von Rio de Janeiro aufgenommen. Von dort ist es am 3. Oktober 2018 aufgebrochen.

Wenn das Schiff vor der Küste von Hoek van Holland eintrifft, geht es vor Anker und wartet auf die richtige Tide. Unter dem Geleit des Hafen-Koordinationszentrums und der Lotsen wird das Schiff zu den reservierten Bojen im Botlek gelotst und von den Festmachern festgemacht. Und dann ist ZHD Stevedores an der Reihe, das Umschlagunternehmen mit Niederlassungen in Dordrecht und Moerdijk. Das Unternehmen ist mit selbstfahrenden Hafenkränen auch in Rotterdam tätig.

Dico Regoord: „Wir löschen das Schiff mit unserem selbstfahrenden Hafenkran. Das haben wir schon vor Wochen vorbereitet. Das Schiff hat 5 Lagerräume, und transportiert mehrere Chargen unterschiedlicher Roheisensorten. Die Chargenladungen werden an Bord von sogenannten Abscheidern, die aus Brettern oder Segeln bestehen, getrennt. Das Löschen haben wir schon vor Wochen vorbereitet. Im Vorhinein arbeiten wir eng mit Carbones zusammen. Mit dem Schiffskapitän bestimmen wir gemeinsam, welche Charge für welchen Kunden wir als erste und welche als letzte löschen.

Sebastian Brunner ergänzt: „Auch einzigartig an dieser Ladung ist, dass es sich um unterschiedliche Sorten Roheisen handelt, allesamt von hoher Qualität. Den Unterschied kann man von außen nicht erkennen, aber die chemische Zusammensetzung der Chargen ist unterschiedlich. Es handelt sich schon um eine Herausforderung, dafür zu sorgen, dass die unterschiedlichen Sorten im Schiff nicht durcheinander geraten. Bei einer derart großen Operation wie dieser gibt es immer kleinere Probleme. So ist beispielsweise momentan der Rheinpegel für einen direkten Weitertransport per Schiff zu niedrig. Deshalb lagern wir 18.000 Tonnen bei ZHD Stevedores in Dordrecht. Vor dort aus transportieren wir die Ladung per Lastwagen oder Binnenschiff an unsere Kunden weiter wie Gießereien und Stahlfabrikanten in Dänemark, Schweden, der Schweiz, Frankreich und Belgien.“

Dico Regoord über die Zusammenarbeit: „Carbones ist schon seit 7 Jahren unser Kunde. Wir verfügen über den erforderlich Kranpark für derartige Arbeiten. Rotterdam ist für ein Projekt wie dieses der perfekte Hafen zum Löschen, aufgrund des Tiefgangs der Wasserstraße, der Umladung an den Bojen oder Pfählen und der weiteren Vertriebsmöglichkeiten. Bei einem Projekt wie diesem sind wir 24 Stunden am Tag bereit. Es ist sowohl für Carbones als auch für uns eine sehr spannende und spektakuläre Aufgabe!“

Quelle und Foto: Port of Rotterdam

 




CFO Paul Smits verlässt Rotterdam

Paul Smits, Chief Financial Officer des Hafenbetriebs Rotterdam, wird den Hafenbetrieb Rotterdam, nach Ende seiner Amtszeit, im Laufe des kommenden Jahres verlassen.

Paul Smits äußert sich zu diesem Schritt: „Abgesehen von der weiteren Professionalisierung der finanziellen Funktion habe ich mein Augenmerk in den vergangenen siebeneinhalb Jahren auf die Digitalisierung und Innovation im Unternehmen sowie im Hafen gerichtet. Es ist eine äußerst interessante Herausforderung, ein Unternehmen mitgestalten zu dürfen, das mitten im Zentrum von Wirtschaft und Gesellschaft tätig ist. Die Organisation hat sich entscheidend verändert und ist für die Zukunft gerüstet. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den nächsten Schritt zu unternehmen. Und dieser wird zweifellos wieder im Bereich Finanzen, Digitalisierung, Energiewende und Veränderung seine Wirkung zeigen.“

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam, sagt Folgendes zum Ausscheiden von Paul Smits: „Ich bin Paul für seinen langjährigen Einsatz für den Hafenbetrieb und den Rotterdamer Hafen dankbar. Die Einführung der Körperschaftsteuer für den Hafenbetrieb und die damit verbundene Abstimmung mit der niederländischen Steuerbehörde sind wichtige Meilensteine gewesen. Auch hat Paul beim Stimulieren der Digitalisierung und des Innovationsklimas im Rotterdamer Hafen, worin wir große Fortschritte erzielt haben, Führungsqualitäten bewiesen.“

Der Aufsichtsrat nimmt diese Gelegenheit zum Anlass, Paul Smits für seinen Einsatz und die erzielten Ergebnisse seinen Dank auszusprechen.

Paul Smits bleibt dem Hafenbetrieb bis ins neue Jahr erhalten und wird spätestens zum 1. Juni 2019 seine Tätigkeiten beenden. Und damit hat die Suche nach einem Nachfolger für Paul Smits für den Hafenbetrieb Rotterdam begonnen. Die Bestellung wird von beiden Aktionären vorgenommen.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam