Einblick in die Zugbildung im Rotterdamer Hafen

„Rail Connected“, das Programm zur effizienteren Gestaltung des Informationsaustauschs zwischen Spediteuren, Schienenverkehrsbetreibern und Terminals, ist auf einem guten Weg. Im kommenden Frühjahr können die Nutzer selbst verfolgen, wie die Züge in Bezug auf Waggons, Lokomotiven und Container zusammengestellt werden. Die Rotterdamer Schienengüterverkehrsbranche ist inzwischen weitgehend angeschlossen und die Teilnehmer haben beschlossen, das Programm um zwei Jahre zu verlängern.

Das Wachstumsprogramm „Rail Connected“ ist das Ergebnis des Maßnahmenpakets Schienengüterverkehr zur Förderung des Gütertransports auf der Schiene. Das Programm wird vom niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft und der Port of Rotterdam Authority finanziert. Die Port of Rotterdam Authority koordiniert das Programm, das gemeinsam mit den Marktteilnehmern gestaltet wird.

Ziel ist es, den Informationsaustausch zwischen Spediteuren, Schienenverkehrsbetreibern und Terminals durch Digitalisierung effizienter zu gestalten und so die Anzahl manueller Vorgänge zu reduzieren. Der erste Schritt ist getan: die Voranmeldung der Züge. Einmal wöchentlich melden sämtliche Teilnehmer digital, welche Züge in der Folgewoche verkehren werden. Schritt 2 – die „Zugbildung“ – geht im Januar in die letzte Testphase. Dann wird die Zusammenstellung der Güterzüge in Bezug auf Lokomotive, Waggons und Container digital dargestellt.

Vor kurzem konnte Rail Connected die Cabooter Group als 25. Partei begrüßen. Gemeinsam mit APM Terminals Maasvlakte II, Combi Terminal Twente-Rotterdam, Contargo, Danser Containerline, DB Cargo Nederland, DistriRail, DP World Intermodal, ERS Railways, Hutchison Ports Europe Intermodal, Haeger & Schmidt Logistics, Hutchison Ports ECT Rotterdam, KombiRail Europe, Lineas, LTE Logistics & Transport, Neska Container Line, Optimodal, PortShuttle, Rail Force One, Raillogix, Rail Service Center Rotterdam, Rotterdam Rail Feeding, RTB Cargo, Rotterdam World Gateway und Trimodal Europe ist die Rotterdamer Schienengüterverkehrsbranche damit weitgehend abgedeckt.

Rémon Kerkhof, stellvertretender Geschäftsführer von Optimodal, einem Logistikdienstleister mit Schwerpunkt auf den europäischen Containertransport auf Wasser, Schiene und Straße, bewertet diese Schritte als positiv. „Für uns als Betreiber liefert das keinen großen Mehrwert, aber für den Eisenbahnsektor insgesamt ist es von großer Bedeutung. Es ist ein Anfang. Das Momentum ist da, ausgehend von der gesamten Branche. Es wäre schade, wenn wir jetzt aufhören würden, vor allem auch, wenn man die Wachstumschancen betrachtet“.

Arno van Rijn stimmt dem zu. Der kaufmännische Geschäftsführer des Terminalbetreibers Hutchison Ports ECT Rotterdam war bereits an den Vorgängern von Rail Connected beteiligt, HaROLD und OnTrack. „Bei ECT ist uns seit längerem bewusst, dass Digitalisierung unabdingbar ist, um auch in Zukunft ein wettbewerbsfähiges Bahnangebot zu schaffen. Die vorgenannten Projekte waren sehr ehrgeizig. Die Schritte, die wir jetzt im Rahmen von Rail Connected unternehmen, sind überschaubarer. Sie liefern Ergebnisse und sind für alle Beteiligten umsetzbar. Damit schaffen wir die richtige Basis.“

„Wir erhöhen Effizienz und Qualität“, so Van Rijn weiter. „Wir tippen PDF-Dateien nicht mehr in unser eigenes System ein, was zwangsläufig zu Fehlern führte. Das ist natürlich noch nicht alles. Vieles ist noch erreichbar, so z. B. Vorhersagen zur voraussichtlichen Ankunftszeit von Zügen.“

Wichtig bei jedem Digitalisierungsprojekt ist die Verwendung bestehender Schnittstellenstandards. Was ist mit den verwendeten Termini und Begriffen gemeint? „Man muss eine gemeinsame Sprache sprechen. Das ist ausschlaggebend“, erläutert Gerwin Roke, Anwendungsmanager bei DB Cargo Nederland. „Durch die European Union Association for Railways (ERA) wurden bereits Standards für Frachtbrief- und Zugdaten geschaffen. Bei der Art und Weise, wie Terminals und Spediteure Standorte in ihren Systemen kodieren, bestehen jedoch noch Unterschiede. Diese werden wir jedoch allmählich auflösen. Die Stimmung bei Rail Connected ist gut. Jeder, ob groß oder klein, leistet seinen Beitrag. Es winkt die Aussicht auf mehr Effizienz, Transparenz und Zuverlässigkeit.“

„Wir haben das Gewicht, um gemeinsam grundlegende Schritte zu unternehmen“, äußert Suzanne Smit, Programmmanagerin im Auftrag der Port of Rotterdam Authority. „Die Voranmeldung läuft. Die Zugbildung steht in den Startlöchern. Im Jahr 2024 werden wir auch die Einführung der „estimated time of arrival“ (ETA) in Angriff nehmen. Wie das möglich ist, haben wir bereits herausgefunden, die Umsetzung müssen wir jedoch noch optimieren. Traktionsanbieter müssen die Zugnummer in MCA Rail hinzufügen, damit sie über das Zuginformationssystem von RailNetEurope mit der „Strecke“ verknüpft werden kann. Mit Hilfe von Sensoren im Gleis kann ProRail die ETA auf den Strecken verfolgen und aktualisieren. Dabei handelt es sich um den so genannten „überwachten Bereich“ von ProRail. Im „nicht überwachten Bereich“ fehlen diese Informationen noch. ProRail arbeitet jedoch an Kameras und Sensoren, so dass auch diese Abschnitte Informationen liefern werden. Dazu laufen Gespräche.“

Laut Smit werden bei der Digitalisierung der manuellen Vorgänge gute Fortschritte erzielt. „Das heißt allerdings nicht, dass wir unser Ziel schon erreicht haben. 2024 möchten wir ein integriertes Konzept erstellen, wie wir mit den digitalisierten Prozessen und den daraus resultierenden Daten Verladung, Strecken und Terminalbelegung optimieren können. Dies ist ganz im Sinne von Nextlogic, der integralen Planung für die Abfertigung der Containerbinnenschifffahrt im Rotterdamer Hafen.“

„Das wäre natürlich ein großer Schritt“, kommentiert Arno van Rijn von ECT. „Zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs genießt Zuverlässigkeit bei unseren Kunden höchste Priorität. Alles, was dazu beiträgt, die Züge rechtzeitig zu platzieren und zu entfernen, unterstützen wir mit ganzer Kraft. Heute ist es so, dass sich die Ineffizienz der Kette bei einer Partei manifestiert und für Flexibilität und Effizienz bei einer anderen Partei sorgt. Davon müssen wir weg. Das muss straffer und zuverlässiger werden. Ein integralerer Ansatz kann dabei sicherlich helfen.“

Rémon Kerkhof von Optimal hält dies ebenfalls für eine gute Lösung. „Jetzt müssen wir alles eins zu eins mit jedem Terminal und jeder anderen Partei separat koordinieren. Dies führt häufig zu Kompromissen, die nicht zwangsläufig die besten Lösungen sind. Bald wird das System das optimieren. An sich dürfte dies bei der Schiene leichter zu bewerkstelligen sein als bei der Binnenschifffahrt. Bei uns gibt es weniger Einflussparameter. Der Schienenverkehr ist per definitionem weniger flexibel. Damit will ich nichts bagatellisieren. Die Initialisierung wird allen Beteiligten einiges abverlangen, aber das war bei Nextlogic in der Binnenschifffahrt nicht anders. Das funktioniert dort jetzt immer besser. Und das wird uns auch auf der Schiene gelingen!“

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Bremischen Häfen bleiben im Gespräch – auch international

Von Berlin über Sao Paulo bis nach Houston und Shanghai: Gleich 20 Mal nutzen die Bremischen Häfen im nächsten Jahr die Möglichkeit, national und international auf sich aufmerksam zu machen. Das Programm des Marketing-Teams für die Häfen in Bremerhaven und Bremen kann sich sehen lassen – und das buchstäblich weltweit auf vier Kontinenten.

„Die bremischen Häfen haben international einen hervorragenden Ruf und einen hohen Bekanntheitsgrad. Gerade angesichts der neuen und teilweise veränderten Aufgaben, die auf die Häfen im Zuge der Energiewende und der geopolitischen Entwicklungen zukommen, bleibt es unverzichtbar im Gespräch zu bleiben“, betont Ronald Schwarze, der als Leiter der bremenports Marketingabteilung im Auftrag der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation gemeinsam mit seinem Team genau das tut: Die bremischen Häfen ins Gespräch bringen.

Ein Element dabei ist die Reihe „Logistics Talk“, die im nächsten Jahr gleich fünf Mal unter anderem in Leuna (11.04.), Neuss (13.06.) und Stuttgart (10.10.), aber auch in Österreich (Wien, 12.09.) und Tschechien (Prag, 07.11.) zu Gast sein wird. Schwarze: „Im Rahmen dieser Talk-Reihe gehen wir genau dorthin, wo große Kunden der bremischen Häfen ihren Sitz haben um deren Bedürfnisse im Blick zu behalten und über das breite Leistungsangebot unserer Häfen zu informieren.“

Den Anfang macht dabei der schon traditionelle Neujahrsempfang in der Bremer Landesvertretung in Berlin am 17. Januar 2024 bei dem unter anderem die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, Kristina Vogt, einen Ausblick auf die kommenden Ereignisse und Projekte in den bremischen Häfen geben wird.

Gemeinsam noch stärker – unter diesem Motto treten die bremischen Häfen im kommenden Jahr außerdem gleich mehrfach im Sinne der Häfenkooperation zusammen mit den übrigen norddeutschen Küstenländern auf. Nicht nur bei einem gemeinsam Empfang in Berlin (04.06.), sondern vor allem auch im Rahmen der großen internationalen Leitmessen: Unter der Dachmarke „GermanPorts“ werden Bremerhaven und Bremen mit den übrigen norddeutschen Seehäfen und der lokalen Hafen- und Logistikwirtschaft an der Intermodal South America in Sao Paulo (März ) und der Transport Logistic in Shanghai (Juni) beteiligt sein.

Darüber hinaus werden die bremischen Häfen bei der Fruit Logistica in Berlin (Februar), in Rotterdam bei der Breakbulk Europe (Mai) sowie auf der Antwerp XL (Oktober), der Breakbulk Americas in Houston (Oktober) und bei der IAPH World Ports Conference, die im Oktober in Hamburg stattfinden wird, (Speck-)Flagge zeigen.

Ein besonderes Augenmerk des Veranstaltungsprogramms für das nächste Jahr liegt auf dem Thema Nachhaltigkeit: So wird unter anderem die WindEnergy-Messe im September und einen Monat später die H2Expo & Converence in Hamburg genutzt, um auf die bremischen Planungen für den EnergyPort und die Leistungsfähigkeit der bremischen Häfen in Sachen Windenergie und Energieimport aufmerksam zu machen.

Ein weiteres Highlight dürfte zudem das jüngste Baby des Standortmarketings werden: Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr wird die ENVOCONNECT im September in die zweite Runde gehen, um Akteure in und rund um die Häfen im Sinne der Nachhaltigkeit zusammenbringen. Wie müssen die Häfen der Zukunft aussehen? Wie lässt sich ressourcenschonend entlang der Waterkant wirtschaften? Welche Chancen bietet das Thema Energiewende für die Häfen und die hafennahe Wirtschaft? Über diese und weitere Fragen rund um das Thema Nachhaltigkeit wird im September im Rahmen der 2. ENVOCONNECT gemeinsam mit namhaften Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Forschung diskutiert. „Wir stecken mitten in der konkreten Programm-Planung. Eines ist dabei jetzt schon klar: Die Besucherinnen und Besucher unseres neuen Kongressformates dürfen sich auch bei der zweiten ENVOCONNECT auf inspirierende Vorträge und spannende Aus- und Ansichten freuen. Näheres dazu sowie ein Rückblick auf die Premiere der ENVOCONNECT und die Möglichkeit, sich jetzt schon anzumelden, finden sich online auf der Seite www.envoconnect.com“, so Ronald Schwarze.

Quelle und Foto: bremenports




Auswirkungen auf den Umschlag in Rotterdam gering

Die Unruhen rund um die Einfahrt ins Rote Meer werden im Januar 2024 zu einem zusätzlichen Andrang an den Containerterminals führen, aber ansonsten kaum Auswirkungen auf den Gesamtumschlag des Rotterdamer Hafens haben. Die Port of Rotterdam Authority rechnet allerdings damit, dass die Umschlagszahlen für 2023 um etwa 1,25 Millionen Tonnen niedriger ausfallen, da sich die Verlangsamung gerade um den Jahreswechsel herum auf den Umschlag auswirkt. Dieser „Ausfall“ wirkt sich dann wiederum positiv auf die Ergebnisse von 2024 aus.

Viele Hochseeschiffe aus dem Nahen Osten und Südostasien – insbesondere Containerschiffe – fuhren in den letzten Wochen den Umweg über das Kap der Guten Hoffnung. Das bedeutet eine zusätzliche Fahrzeit für Containerschiffe von acht bis zwölf Tagen. Massengutfrachter sind durchschnittlich etwas langsamer unterwegs – 24 Kilometer pro Stunde statt über 33 Kilometer pro Stunde – und brauchen daher 11 bis 18 Tage länger. Die Entfernung von Singapur nach Rotterdam über den Suezkanal beträgt 8.288 nm (nautische Meilen) oder 15.349 km. Die Entfernung von Singapur nach Rotterdam über das Kap der Guten Hoffnung beträgt 11.755 nm oder 21.770 km.

Die Port of Rotterdam Authority hat errechnet, dass der Umschlag im Dezember aufgrund dieser Verzögerung um etwa 1,25 Millionen Tonnen geringer ausfiel. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 betrug der Gesamtumschlag des Rotterdamer Hafens 467 Mio. Tonnen.

Die Port of Rotterdam Authority vermutet, dass der Containerumschlag in den letzten beiden Dezemberwochen bei 65.000 TEU liegen wird, also etwa 0,65 Mio. Tonnen weniger als im Vorjahr. Die Auswirkungen auf den Umschlag von flüssigem Massengut (z. B. Öl, Ölprodukte, Palmöl) werden von der Port of Rotterdam Authority auf maximal 0,5 Millionen Tonnen geschätzt. Rund 2,4 Millionen Tonnen flüssiges Massengut passieren auf dem Weg nach Rotterdam jeden Monat den Suezkanal, doch längst nicht alle Massengutfrachter wurden umgeleitet. Jeden Monat werden etwa 0,5 Millionen Tonnen trockenes Massengut (einschließlich Kohle und Eisenerz) durch den Suezkanal nach Rotterdam transportiert. Die maximale Auswirkung für diese Art von Fracht hält die Port of Rotterdam Authority bei etwa 0,1 Millionen Tonnen.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Kees Torn, CMA CGM Tenere in Rotterdam. 




North Sea Port zweiter Aktionär für Pipelink

North Sea Port wird Minderheitsaktionär von Pipelink, derzeit eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Port of Antwerp-Bruges. Diese neue Partnerschaft wird lokale, nationale und internationale Pipeline-Projekte entwickeln und aufbauen, sodass wesentliche Fortschritte bei der Verkehrsverlagerung und der Energiewende erzielt werden können.

Pipelink besitzt und verwaltet einen Bestand von 750 Kilometern Pipelines in Belgien. Nachdem North Sea Port durch eine Kapitalerhöhung Minderheitsaktionär von Pipelink geworden ist, sind die drei größten belgischen Hafenplattformen Antwerpen, Gent und Zeebrugge in Pipelink vertreten.

Pipelines sind der umweltfreundlichste, energieeffizienteste und sicherste Transportweg für die Ver- und Entsorgung von gasförmigen und flüssigen Produkten. Pipelines spielen daher eine Schlüsselrolle bei der Verkehrsverlagerung und der Energiewende.

Neben Gent sind auch Vlissingen und Terneuzen in den Niederlanden Teil von North Sea Port. Da in diesem Gebiet zahlreiche energieintensive Unternehmen angesiedelt sind, bieten sich mehrere Möglichkeiten für eine Pipeline an. Darüber hinaus verfolgt Pipelink das Ziel, Pipelinenetze für den Transport von (grünen) Wasserstoffträgern wie Ammoniak, Methan und Methanol zu entwickeln.

Zur Verlegung solcher Pipelines zwischen den Hafenplattformen von Zeebrugge und Antwerpen werden diese Leitungen die Hafenplattform von Gent durchqueren und können auch die Cluster von Gent und Antwerpen miteinander verbunden werden. Analog zum Port of Antwerp-Bruges in Antwerpen kann der North Sea Port als Aktionär von Pipelink eine unterstützende Rolle bei der Entwicklung dieser Projekte übernehmen.

Die Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture & Storage, CCS) und langfristig die Wiederverwendung von CO2 als Rohstoff für verschiedene Anwendungen (Carbon Capture & Utilisation, CCU) sind für den Übergang zur Klimaneutralität von entscheidender Bedeutung. Wie der Port of Antwerp-Bruges, über das Projekt Antwerp@C mit Pipelink als Partner, hat auch der North Sea Port durch den Ghent Carbon Hub das Ziel, als Hafen seinen Industriekunden einen CO2-Hub mit lokal zugänglicher Infrastruktur (Open Access Backbone) anbieten zu können.

Zusätzlich zu diesen lokalen Backbones haben sich Fluxys, Pipelink, Socofe und FPIM im ​ „C-grid“ zusammengeschlossen, um ein nationales CO2-Backbone zu entwickeln. Es wird mit der CO2-Exportinfrastruktur und der angrenzenden Infrastruktur in den Nachbarländern verbunden, um die energieintensive Industrie in Nordwesteuropa bei ihren Bemühungen um Klimaneutralität zu unterstützen.

Jacques Vandermeiren, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Pipelink und CEO des Port of Antwerp-Bruges: „Bei einer Herausforderung wie der Energiewende ist Zusammenarbeit unerlässlich. Die Tatsache, dass der North Sea Port nun auch Teil von Pipelink ist, wird diesen Übergang und den Bau der notwendigen Infrastruktur nur beschleunigen. Dies ist eine gute Nachricht und eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Durch die Verbindung der belgischen Hafenplattformen können wir einen gegenseitigen Wettbewerb und eine mögliche Duplizierung teurer Infrastrukturen vermeiden“.

Daan Schalck, CEO des North Sea Port: „Unsere Beteiligung an Pipelink ist ein weiteres großartiges Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Häfen, mit Unternehmen und zwischen Belgien und den Niederlanden. So können wir die Verwaltung und Entwicklung von CO2-Pipelines im Hafengebiet des North Sea Port in Zukunft mitbestimmen. Damit können die Möglichkeiten und Projekte der Hafenkunden auf den Punkt gebracht werden.“

Annick De Ridder, Hafenrätin der Stadt Antwerpen und Vorstandsvorsitzende des Hafens Antwerpen-Brügge: „Obwohl der Hafen Antwerpen-Brügge und der Nordseehafen natürlich Konkurrenten sind, arbeiten wir beim Ausbau kritischer Infrastrukturen eng zusammen. Gemeinsam machen wir im Rahmen von Pipelink wichtige Schritte nach vorn. Sowohl bei der Verkehrsverlagerung als auch bei der Energiewende, und das ist natürlich eine gute Nachricht für die gesamte flämische Region.“

North Sea Port ist ein 60 Kilometer langes, grenzüberschreitendes Hafengebiet, das sich vom niederländischen Vlissingen an der Nordsee über Terneuzen bis ins belgische Gent erstreckt – 32 Kilometer landeinwärts in Belgien. Als zentraler Knotenpunkt in Westeuropa steht der Hafen für den multimodalen Verkehr (See- und Binnenschifffahrt, Bahn, Lkw und Pipelines) und eine Vielzahl von Ladungsarten. Der Nordseehafen ist mit einer Wertschöpfung von 12,6 Milliarden Euro die Nummer drei in Europa. Beim Güterumschlag liegt er mit 73,6 Millionen Tonnen an zehnter Stelle der europäischen Häfen. Im Hafengebiet sind 550 Unternehmen ansässig, die 102.000 Menschen (in)direkt beschäftigen.

Quelle und Foto: Hafen Antwerpen-Brügge




ExxonMobil baut Pilotanlage zur CO2-Abscheidung

ExxonMobil plant gemeinsam mit FuelCell Energy den Bau einer Pilotanlage mit Karbonat-Brennstoffzellentechnologie am Standort Botlek in Rotterdam. Diese Brennstoffzellen können CO2-Emissionen aus industriellen Quellen abscheiden, bevor sie in die Atmosphäre gelangen, und gleichzeitig wertvolle Nebenprodukte erzeugen.

Die Technologie erzeugt CO2-arme Energie, Wärme und Wasserstoff als Nebenprodukte. Das abgeschiedene CO2 wird über Porthos transportiert und in leeren Gasfeldern unter dem Nordseeboden gespeichert.

Ziel der Pilotanlage ist es, Daten über die Leistung und Nutzbarkeit der gemeinsam mit FuelCell Energy entwickelten Karbonat-Brennstoffzellentechnologie (CFC) zu erhalten. Die Technologie ist modular aufgebaut, sodass die CO2-Abscheidung potenziell breit einsetzbar ist.

Es ist das erste Mal, dass die Karbonat-Brennstoffzellentechnologie zur CO2-Abscheidung in einer industriellen Umgebung getestet wird. Dieses Pilotprojekt zielt darauf ab, potenzielle technische Probleme anzugehen, die in einem kommerziellen Umfeld auftreten könnten, und ein besseres Verständnis der Kosten für die Installation und den Betrieb einer CFC-Anlage zur CO2-Abscheidung zu gewinnen.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




HHLA bildet Deutschlands besten Azubi aus

Am 11. Dezember 2023 wurden in Berlin die besten Auszubildenden Deutschlands geehrt. Sieger in der Kategorie Fachkraft für Hafenlogistik: Niklas Rohde, der seit seinem Ausbildungsende am Container Terminal Tollerort der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) in Hamburg arbeitet. Die HHLA wurde zudem erneut als bester Ausbildungsbetrieb für diesen Beruf ausgezeichnet.

Der 22-jährige Niklas Rohde hatte seine Ausbildung im Januar 2023 mit der Note 1 beendet, nach nur zweieinhalb statt der üblichen drei Jahre. Während seiner Ausbildung sammelte er praktische Erfahrungen an allen drei Hamburger HHLA-Containerterminals, bei der auf rollende Ladung spezialisierten Tochtergesellschaft UNIKAI und im HHLA Frucht- und Kühl-Zentrum. Seit seinem erfolgreichen Abschluss arbeitet er auf dem HHLA Container Terminal Tollerort unter anderem als Fahrer für die Containertransporter (Van Carrier). Außerdem machte er im Frühjahr 2023 in seiner Freizeit einen Lkw-Führerschein, um auch die Zugmaschinen der HHLA fahren zu können – und den Löschzug bei der Freiwilligen Feuerwehr in Neudorf, in der er seit seiner Jugend aktiv ist.

Die großen Umschlaggeräte im Hafen hatten es Rohde schon während seines Schülerpraktikums während der 9. Klasse angetan, das er drei Wochen lang auf den HHLA-Terminals Burchardkai und Tollerort absolvierte. „Die Containerbrücken kann ich von zu Hause in den Vier- und Marschlanden sehen. Ich komme aus der Landwirtschaft und habe daher bereits von klein auf Erfahrung mit größeren Maschinen gemacht. Daher hat mich der Hafen schon früh fasziniert“, berichtet Rohde, der seine Ausbildung bei der HHLA nach dem Abitur begann.

„Niklas Rohdes ausgezeichnetes Ergebnis unterstreicht, wie gut Auszubildende bei der HHLA durch die Anleitung in der Praxis sowie theoretische Wissensvermittlung ganzheitlich lernen und sich persönlich weiterentwickeln“, erklärt André Konopatzki, Leiter der HHLA-Fachschule. Er ist zudem ein gutes Beispiel dafür, dass der Ausbildungsabschluss nur der Beginn der beruflichen Weiterbildung ist. „Ich hoffe, dass ich im Rahmen der geplanten Multipatent-Ausbildungen auch ein Patent für die Steuerung der Containerbrücken machen kann“, sagt Rohde. Außerdem hat er für seinen Top-Abschluss ein Weiterbildungs-Stipendium der Handelskammer erhalten und überlegt gerade, welche Fortbildung er damit berufsbegleitend machen möchte.

Die HHLA setzt im Rahmen der an ihren Hamburger Containerterminals gestarteten Transformationsprogramme zukünftig noch stärker als bisher darauf, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umschlag mit mehreren Patenten und für den terminalübergreifenden Einsatz zu qualifizieren. Dafür sind für die kommenden Jahre entsprechend zusätzliche Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten geplant.

Das hohe Ausbildungsniveau der HHLA zeigt sich auch daran, dass das Unternehmen regelmäßig als bester Ausbildungsbetrieb geehrt wird, zuletzt 2022, 2021 und 2020. Die Auszeichnung wird vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verliehen. In diesem Jahr gab es deutschlandweit knapp 300.000 erfolgreiche Ausbildungsabschlüsse, 219 junge Frauen und Männer wurden als Bundesbeste ausgezeichnet.

Quelle: HHLA, Foto: HHLA/ Susanne Schmitt




Neuer Aufsichtsrat der Port of Rotterdam Authority

Mit Wirkung vom 15. Dezember 2023 werden Thecla Bodewes und Jacqueline Prins Mitglieder des Aufsichtsrats der Port of Rotterdam Authority. Miriam Maes tritt nach zwei Amtszeiten als Vorsitzende des Aufsichtsrats zurück. Koos Timmermans übernimmt die Rolle des Vorsitzenden von Maes. Wouter van Benten wird zum stellvertretenden Vorsitzenden ernannt.

Thecla Bodewes führt ihr Schiffbauunternehmen in der siebten Generation und steht seit 1998 an der Spitze der Thecla Bodewes Shipyards Group. Das Familienunternehmen, zu dem vier Werften gehören, ist auf den Bau und die Instandhaltung verschiedener Arten von See- und Binnenschiffen spezialisiert. Das Unternehmen trägt aktiv dazu bei, die Schifffahrt nachhaltiger zu gestalten, indem es Lösungen in den Bereichen Methanol, Wasserstoff und elektrischer Schiffbau entwickelt.

Zusätzlich zu ihrer Rolle als CEO hat Thecla Bodewes verschiedene nicht exekutive Funktionen im maritimen Sektor inne, unter anderem bei der Royal Dutch Lifeboat Company und Allseas. Seit 2021 ist sie auch die Galionsfigur von Top Sector Water & Maritime. Auch in dieser Funktion ist sie aktiv an der Nachhaltigkeitsagenda der Branche beteiligt. Zudem ist Bodewes Vorsitzende des Aufsichtsrats von Scania Production Netherlands und Honorarkonsulin der Republik Paraguay.

Jacqueline Prins ist derzeit Geschäftsführerin/Sekretärin des Wirtschafts- und Sozialrats. In dieser Funktion befasst sie sich mit der Entwicklung der Politik in sozioökonomischen Fragen, den Außenbeziehungen auf politischer und administrativer Ebene sowie mit dem öffentlichen Dienst und mit den Sozialpartnern. In ihrer Laufbahn sammelte sie umfangreiche politisch-administrative Erfahrungen in verschiedenen Ministerien in (stellvertretenden) Führungspositionen, u. a. in den für den Hafen relevanten Ministerien für Infrastruktur & Wasserwirtschaft sowie Wirtschaft und Klima, und zwar in den Bereichen Emanzipation, Telekommunikation und Luftfahrt.

Prins übt ebenfalls mehrere nicht exekutive Funktionen im öffentlich-privaten Bereich mit gesellschaftlichen Herausforderungen aus. So ist sie beispielsweise Direktorin der Holdinggesellschaft der Aktionäre des Trinkwasserunternehmens Evides und Mitglied des Aufsichtsrats des Niederländischen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Prins ist auch Vorsitzende des Aufsichtsrates der Stiftung Lehrgeld in den Niederlanden.

Vorsitzende Miriam Maes zu den Änderungen: „Wir freuen uns, Thecla Bodewes und Jacqueline Prins als Mitglieder des Aufsichtsrats der Port of Rotterdam Authority zu begrüßen. Wir befinden uns mitten in einer Übergangsphase, die uns zu einem digitalen und klimaneutralen Hafen führt. Bei dieser anspruchsvollen Aufgabe sind ihre fundierten Kenntnisse und Erfahrungen im nautisch-maritimen Bereich und in der Verwaltung von großem Wert. Mit ihrem Eintritt wird die Expertise in den Bereichen Technologie, Innovation, Nachhaltigkeit sowie Affinität zu sozialen Themen, wie Vielfalt und Inklusion, im Aufsichtsrat weiter gestärkt.“

Miriam Maes war seit dem 1. Januar 2016 Mitglied des Aufsichtsrats und seit 2018 dessen Vorsitzende. Ihr Ausscheiden ist mit dem Ende des üblichen Achtjahreszeitraums verbunden. Maes wird von Koos Timmermans abgelöst. Timmermans ist seit 2021 Mitglied des Aufsichtsrats und seit Dezember 2022 auch stellvertretender Vorsitzender. Diese Funktion übernimmt jetzt Wouter van Benten. Van Benten ist seit 2018 Mitglied des Aufsichtsrats und zugleich Vorsitzender des Vergütungsausschusses.

Der Aufsichtsrat, die Port of Rotterdam Authority und die beiden Anteilseigner möchten Miriam Maes für ihr Engagement, ihren Einsatz und ihre Loyalität in den vergangenen acht Jahren herzlich danken. Als Vorsitzende hat sie mit ihrem Wissen über die Energiewende, ihrer internationalen operativen Erfahrung und ihrer konstruktiven Denkweise wichtige Beiträge zur weiteren Stärkung der Kernaktivitäten des Hafens und zur Nachhaltigkeit des Industriekomplexes geleistet.

Mit dem Ausscheiden von Maes und dem Eintritt von Bodewes und Prins hat der Aufsichtsrat der Port of Rotterdam Authority wieder fünf Mitglieder. Die Ernennung eines Mitglieds des Aufsichtsrats der Port of Rotterdam Authority erfolgt durch die Anteilseigner auf Vorschlag des Aufsichtsrats und gilt für eine Amtszeit von vier Jahren.

Quelle: Port of Rotterdam Authority, Foto: Julie Bild, Thecla Bodewes 




Charging Hubs mit 30 Stellplätzen für schwere Nutzfahrzeuge

Milence, das Joint Venture von Daimler Truck, der Volvo Group und der TRATON GROUP, wurde von Port of Antwerp-Bruges mit dem Bau von zwei hochmodernen Charging Hubs auf den Lkw-Parkplätzen Goordijk und Ketenis beauftragt. Milence entwickelt derzeit das größte öffentliche Ladenetz für alle batterieelektrischen Lkw in Europa. Die Hubs im Antwerpener Hafengebiet, die im Mai 2024 eröffnet werden sollen, bestehen aus zwei Parzellen mit insgesamt 30 Ladepunkten. In einer zweiten Ausbauphase wird die Anzahl der Ladestationen erhöht.

Die beiden Charging Hubs werden zunächst mit 15 leistungsstarken CCS-Ladegeräten (Combined Charging System) mit einer Ladeleistung von bis zu 400 kW ausgestattet. Milence plant außerdem eine schnelle Umstellung auf die Megawatt-Ladetechnologie (MCS), sobald diese verfügbar ist.

Milence konzentriert sich bei der Entwicklung seines Netzwerks auf die Schaffung grüner Korridore für den Straßentransport, die wichtige Logistikknotenpunkte, große Häfen und Flughäfen miteinander verbinden. Port of Antwerp-Bruges ist der zweitgrößte Hafen Europas und ein echter Welthafen. Mit mehr als 300 Schiffsdiensten und 800 Destinationen spielt er eine Schlüsselrolle bei den internationalen Verbindungen.

Milence beschleunigt den Übergang zum elektrischen Verkehr durch den Aufbau eines zuverlässigen und sicheren Stromtankstellennetzes für schwere Elektrofahrzeuge. Milence konzentriert sich auf ein ganzheitliches Rast- und Ladeerlebnis, das nicht nur die Fahrzeuge mit Strom versorgt, sondern auch eine entspannende Umgebung für die Fahrer schafft.

Port of Antwerpen-Bruges legt ebenfalls großen Wert auf Fahrerkomfort und Sicherheit. Dort wurde im März 2023 ein neuer Lkw-Parkplatz in Betrieb genommen. Beide Parkplätze sind eingezäunt, beleuchtet und mit Kameraüberwachung, Wi-Fi und Toiletten ausgestattet. Snacks und Getränke sind an Automaten erhältlich.

Port of Antwerp-Bruges hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden, indem er auf eine Kreislaufwirtschaft umstellt und umfangreiche Investitionen in die Energiewende tätigt. Der Hafen produziert bereits eine große Menge an erneuerbarer Energie vor Ort durch Sonnenkollektoren und Windturbinen, die für den täglichen Betrieb genutzt werden, auch für den neuen Milence Charging Hub.

Mit dieser Zusammenarbeit wollen Port of Antwerp-Bruges und Milence eines der größten Hindernisse für Transportunternehmen beim Umstieg auf Elektro-Lkw beseitigen.

Das flämische Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten (MOW) unterstützt dieses Projekt.

Anja van Niersen, CEO von Milence: „Ich freue mich sehr über diese Vereinbarung zwischen Milence und dem Hafen Antwerpen-Brügge, weil ich glaube, dass damit eine neue Ära des nachhaltigen Transports beginnt. Die Entwicklung einer Ladestation mit 30 Stellplätzen für Schwerlastkraftwagen zeigt unsere feste Überzeugung, dass die Elektrifizierung die klare Lösung für den Schwerlastverkehr ist, und unser mutiges Engagement für die Zukunft der grünen Logistik und der sauberen Energie“.

Annick De Ridder, Vizebürgermeisterin der Stadt Antwerpen und Vorsitzende des Verwaltungsrats Port of Antwerp-Bruges: Unsere beiden Lkw-Parkplätze im Hafen von Antwerpen, Goordijk und Ketenis, werden von Milence mit 15 Hochleistungs-Ladegeräten für Elektro-Lkw ausgestattet. Damit werden diese Lkw-Parkplätze zu einem wichtigen Bindeglied für den Transport von Elektro-Lkw. Gleichzeitig wird eine wichtige Hürde für in- und ausländische Spediteure beim Umstieg auf Elektro-Lkw beseitigt. Der Straßentransport ist und bleibt wichtig für unseren Hafen, für die schnelle und pünktliche Lieferung sehr spezifischer Produkte und für die „letzte Meile“. Unser Hafen ist der wirtschaftliche Motor Flanderns. Je nachhaltiger und in diesem Fall elektrischer dieser Motor läuft, desto besser!

Quelle und Grafik: Port of Antwerp-Bruges




Resilienz hat keine Telefonnummer

Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie zerbrechlich Frieden und Freiheit sind. Die Nationen stehen unter Druck und sind mit vielfältigen Bedrohungen konfrontiert, die eine umfassende, gesamtgesellschaftliche Herangehensweise erfordern. Gesellschaften müssen sich auf Angriffe auf ihre Infrastruktur, ihr politisches System, ihre Regierung und vor allem auf ihren sozialen und nationalen Zusammenhalt vorbereiten und ihre Widerstandskraft erhöhen. In unserer komplexen Welt erfordert diese Erhöhung der Widerstandsfähigkeit Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis zwischen verschiedenen Akteuren und Interessengruppen.

Vom 28. bis 30. November 2023 entwickelten und bauten mehr als 350 Teilnehmer ein Netzwerk von Experten aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Militär, Soziales, Infrastruktur und Informationstechnologie auf, um ein besseres gemeinsames Verständnis für die durch hybride Bedrohungen entstehenden Probleme zu erreichen. Das dreitägige „Common Effort Training Event 2023“ (CETE23) war eine hervorragende Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen, Ideen auszutauschen, Fachwissen zu teilen und ein besseres Verständnis zwischen Sicherheitskräften und zivilen Partnern zu fördern. Die Stadt Hamburg stellte die Plattform zur Verfügung.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die sektor- und ressortübergreifenden Auswirkungen von Angriffen auf kritische Infrastrukturen und letztlich auf die Resilienz staatlicher Strukturen und Gesellschaften. Hamburg diente als lebendes Labor. Mit seiner kritischen Infrastruktur und als Stadtstaat bot Hamburg einen Mikrokosmos, in dem komplexe Zusammenhänge und wechselseitige Auswirkungen auf resiliente Strukturen simuliert werden konnten.

Da „Resilienz keine Telefonnummer hat“, was in den Diskussionen angesprochen wurde, „ist es umso wichtiger, einander zu treffen, bevor man einander braucht“ – ganz nach dem zentralen Motto der Common Effort Community.

Seit mehr als zehn Jahren bietet Common Effort eine Reihe von Veranstaltungen zur Förderung und Umsetzung des Umfassenden Ansatzes an, der 2011 vom Deutsch-Niederländischen Korps 1 initiiert wurde. Ziel des Comprehensive Approach ist es, die Ressourcen der Diplomatie, der Sicherheitspolitik, der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe über Ressort-, Ministerial- und Institutionsgrenzen hinweg zu koordinieren und zu maximieren.

Die Aktivitäten werden von der Common Effort Community vorangetrieben, einem Netz von mehr als 60 militärischen und zivilen Organisationen aus Regierung, Industrie und Nichtregierungsorganisationen, hauptsächlich aus den Niederlanden und Deutschland.

Quelle: HPA, Foto: Common Efforts




Erster wasserstoffbetriebener Schlepper der Welt

Premiere im Hafen von Antwerpen: Der Port of Antwerp-Bruges und CMB.TECH setzen ab sofort auf den Hydrotug 1. Als weltweit erster wasserstoffbetriebener Schlepper nimmt er seinen Dienst im Antwerpener Hafengebiet auf. Die neue Technologie ist ein wichtiger Baustein innerhalb der Strategie des Hafenbetreibers, die Flotte umweltfreundlicher zu machen mit dem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Zudem unterstreicht der Hydrotug 1 die internationale Führungsrolle von CMB.TECH bei der Umstellung auf Schiffe, die mit umweltfreundlichen Kraftstoffen betrieben werden.

Der Hydrotug 1 ist der erste Schlepper der Welt, in dessen Verbrennungsmotoren Wasserstoff in Kombination mit herkömmlichem Kraftstoff verbrannt wird. Auf dem Schiff werden zum ersten Mal die V12-Doppelbrennstoffmotoren von BeHydro mit mittlerer Drehzahl eingesetzt – jeder mit einer Leistung von zwei Megawatt und unter Verwendung der neuesten EU-Abgasnachbehandlung der Stufe V. Die Motoren ermöglichen es, saubere Kraftstoffe für das Schiff zu nutzen. Als Ergebnis verringern sich der herkömmliche Kraftstoffverbrauch und die damit verbundenen Emissionen im Gesamtzyklus des Schleppers um 65 Prozent. Der Hydrotug 1 kann 415 Kilogramm komprimierten Wasserstoff in sechs an Deck installierten Druckbehältern speichern. Damit gleicht er die Emissionen von 350 Autos pro Jahr aus.

„Wasserstoff ist einer der Schlüssel zu einer Wirtschaft und Gesellschaft mit minimalen Klimaauswirkungen. Als solcher ist er einer der Rohstoffe, Energiequellen und Kraftstoffe der Zukunft“, kommentiert Jacques Vandermeiren, CEO Port of Antwerp-Bruges. „Port of Antwerp-Bruges will sein Potenzial voll ausschöpfen und engagiert sich als aktiver Pionier in der Wasserstoffwirtschaft auf europäischer Ebene. Mit dem Hydrotug 1, dem weltweit ersten wasserstoffbetriebenen Schlepper, wollen wir eine Quelle der Inspiration und ein Beispiel für andere Häfen sein.“

„Der Hydrotug 1 ist das größte wasserstoffbetriebene Schiff der Welt und es ist ‚Made in Europe‘. Wir sind froh und dankbar, den Port of Antwerp-Bruges als Partner zu haben“, erklärt Alexander Saverys, CEO von CMB.TECH. „Der Port of Antwerp-Bruges setzt sich ebenso wie CMB.TECH dafür ein, die Schifffahrt zu dekarbonisieren und skalierbare Technologien vorzustellen. Der Hydrotug 1 ist ein weiterer großer Schritt auf dem Weg zu einer kohlenstofffreien Schifffahrt und beweist, dass es in Antwerpen, Belgien und Europa eine lebendige Energiewendeindustrie gibt.“

„Der Port of Antwerp-Bruges will sich als Tor für grüne Energie in Europa positionieren, wobei der Schwerpunkt auf Wasserstoff als nachhaltigem Kraftstoff für Schiffe liegt“, resümiert Annick De Ridder, Hafenrätin der Stadt Antwerpen und Vorstandsvorsitzende des Port of Antwerp-Bruges. Sie ist zuständig für den Hafen, die Stadtentwicklung, die Raumplanung und das Kulturerbe, sowie Vorsitzende des Verwaltungsrats des Port of Antwerp-Bruges. De Ridder weiter: „Der Hydrotug 1 ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung dieses Ziels, da er sowohl mit Wasserstoff als auch mit herkömmlichem Kraftstoff betrieben werden kann und damit das Potenzial für einen Übergang zu sauberer Energie in der Schifffahrtsindustrie aufzeigt.“

Spezifikationen des Hydrotug 1

  • Abmessungen: Breite über alles: 12,5 m, Länge über alles: 30 m, Seitenhöhe: 5 m, Tiefe der Propeller: 5,9 m
  • Insgesamt sind 415 kg komprimierter Wasserstoff in 54 Einzelflaschen des Typs 3 in 6 Druckbehältern an Deck untergebracht
  • 2 x 2MW V12-Doppelbrennstoffmotoren von BeHydro mit EU-konformer Nachbehandlung Stufe V (SCR und Partikelfilter)
  • 65 Tonnen Pfahlzug
  • Klassifizierung durch Lloyd‘s Register
  • Doppelter Rumpf
  • Volvo Penta D8 MG Stufe V für Nebenaggregate

CMB.TECH ist ein Schifffahrts- und Cleantech-Unternehmen, das große Marine- und Industrieanwendungen entwickelt, baut, besitzt und betreibt, die mit Wasserstoff oder Ammoniak betrieben werden können. CMB.TECH bietet seinen Kunden auch Wasserstoff- und Ammoniakbrennstoffe an, entweder aus eigener oder externer Produktion.

BeHydro ist ein Joint Venture zwischen ABC und CMB.TECH. Dieses Joint Venture verbindet die Kompetenzen eines Herstellers von Vielstoffmotoren mit den Erkenntnissen eines Cleantech-Unternehmens, das mit Wasserstoff und Ammoniak betriebene Anwendungen baut, besitzt, betreibt und entwickelt. Viele Branchen wie die Schifffahrt, der Schienenverkehr und die Stromerzeugung benötigen Technologien, um die Energiewende zu schaffen. BeHydro hat sich zum Ziel gesetzt, die Lösung für diese anspruchsvollen Branchen zu liefern.

Quelle und Video: Port of Antwerp-Bruges