Startschuss für den Bau des nationalen Wasserstoffnetzes

Der Bau des nationalen Wasserstoffnetzes, das im Hafen von Rotterdam beginnt, wurde am 27. Oktober offiziell und feierlich eröffnet. Die Anwesenheit von König Willem-Alexander, Minister für Klima und Energie Jetten, dem Rotterdamer Bürgermeister Ahmed Aboutaleb und dem Kommissar des Königs unterstreichen die Bedeutung dieses Netzwerks für die Niederlande.

Das Netzwerk, das allen Wasserstofflieferanten und -abnehmern offensteht, wird schon bald 1.200 Kilometer lang sein und 5 niederländischen Industrieclustern Zugang zu grünem Wasserstoff verschaffen. Über den Delta Rhine Corridor wird es auch eine Verbindung nach Deutschland geben.

Der erste, mehr als 30 Kilometer lange Abschnitt führt vom Konversionspark auf der Maasvlakte nach Pernis. Im Konversionspark wird jetzt die erste von vier Wasserstofffabriken gebaut. Diese 200-MW-Wasserstofffabrik, Holland Hydrogen 1, stellt den grünen Wasserstoff mit Strom aus Offshore-Windparks her und wird voraussichtlich ab 2025 in der Lage sein, den ersten grünen Wasserstoff nach Pernis zu transportieren.

Mit seinen groß angelegten Speichermöglichkeiten bietet das Wasserstoffnetz zusätzliche Flexibilität bei der Versorgung mit grüner Energie. Das Netzwerk fördert auch die Entwicklung der Niederlande als europäisches Wasserstoff-Energiezentrum und das Wachstum des internationalen Wasserstoffmarktes. Darüber hinaus trägt es zur europäischen Energieunabhängigkeit bei.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, Rob Jetten, Minister für Klima- und Energiepolitik, König Willem-Alexander, Han Fennema, CEO Gasunie




Instabilität beeinträchtigt Port of Anwerp-Bruges

Nach neun Monaten verbucht der Port of Antwerp-Bruges einen Gesamtgüterumschlag von 204,4 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 6 % im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr entspricht. Die nach wie vor instabilen geopolitischen und wirtschaftlichen Verhältnisse führen weltweit zu einer geringeren Nachfrage nach Containertransporten, während die anderen Güterströme weiterhin ein wechselhaftes Bild zeigen. Dank der starken internationalen Position unseres vereinten Hafens, für den nachhaltiges Wachstum weiterhin Priorität hat, steigt der Marktanteil des Containersegments im Vergleich zu anderen Häfen der Hamburg-Le-Havre-Range.

Die Wirtschaft der Eurozone steht unter dem Druck stark gestiegener Zinssätze. Trotz des Rückgangs der Energiepreise bleibt auch die Weltwirtschaftslage unbeständig und die Zukunftsindikatoren deuten auf einen weiteren wirtschaftlichen Abschwung hin. Infolge dieses unsicheren Wirtschaftsklimas sind die Handelsströme in Containern weltweit rückläufig. Für den Port of Antwerp-Bruges bedeutet dies einen Rückgang des Containerumschlags in Tonnen um 6,5 % und in TEU um 6,8 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2022. Trotz des rückläufigen Containerumschlags stieg der Marktanteil des Port of Antwerp-Bruges in der Hamburg-Le-Havre-Range in der ersten Hälfte dieses Jahres um einen Prozentpunkt auf 30,6 %.

Der Stückgutverkehr hält sich trotz des schwachen wirtschaftlichen Umfelds relativ gut, und das Umschlagsvolumen entspricht dem der Zeit vor der Covid-Krise. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2022, der durch eine starke Erholung nach der Covid-Krise gekennzeichnet war, ist der Umschlag um 18,6 % zurückgegangen. Aufgrund des Rückgangs der europäischen Stahlproduktion und der geringeren Nachfrage ist der Stahlumschlag, die wichtigste Warengruppe innerhalb dieses Segments, um 17,6 % zurückgegangen.

Das Segment der trockenen Massengüter ist um 14,6 % zurückgegangen. Der Düngemittelumschlag, die größte Produktgruppe innerhalb des Trockenmassenguts, ist nach neun Monaten um 24,2 % zurückgegangen, zeigt aber seit dem Sommer einen Aufwärtstrend, der sich im letzten Quartal fortsetzen dürfte.
​Entgegen dem Spitzenwert aus dem Jahr 2022 ist der Kohleumschlag nun rückläufig (-36 %). Im Gegensatz dazu stieg der Umschlag von Sand und Kies um 7,4 %, während die Mengen von Eisenerz, Schrott und Nichteisenerzen um 70 %, 5 % bzw. 2 % zurückgingen.

Das Segment der flüssigen Massengüter verzeichnete einen Rückgang von 2,9 %. Der Umschlag von Flüssigbrennstoffen stieg um 8,7 %, was auf ein starkes Wachstum von 42,7 % beim Umschlag von Dieselkraftstoff zurückzuführen ist, während dieser bei Benzin (-3,7 %) und Naphtha (-22,7 %) zurückging. Der LNG-Umschlag (-6,7 %) ist ebenfalls rückläufig. Obwohl die Abfuhr von Chemikalien um 5,4 % gestiegen ist, führt ein Rückgang der Zufuhr (-18,3 %) zu einem Rückgang des Gesamtumschlags von Chemikalien um 11,5 %. ​ Die Wettbewerbsfähigkeit des Chemiesektors in Europa steht aufgrund der hohen Kosten für Energierohstoffe und Arbeitskräfte in Verbindung mit der geringen weltweiten Nachfrage unter Druck.

Der Roll-on-/Roll-off-Verkehr bleibt auf dem gleichen Niveau (-0,9 %). Der Umschlag von Transportmitteln wuchs um 8,9 % dank des erhöhten Umschlags von Neuwagen (+12,6 %) auf 2,67 Millionen Einheiten. Neben Transportmitteln wurden auch 7 Millionen Tonnen unbegleiteter Verkehr (ohne Container) auf RoRo-Schiffen umgeschlagen (-1,4 %). Der auf Irland entfallende Anteil steigt um 18,5 %, während der Verkehr vom und zum Vereinigten Königreich zurückgeht (-3,8 %).

In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 hat Zeebrugge 133 Kreuzfahrtschiffe und 351.000 Passagiere empfangen. Mit diesen Zahlen verspricht es ein Rekordjahr zu werden, da die Herbst- und Wintermonate traditionell verkehrsreichere Kreuzfahrtmonate sind als die Sommersaison.

In den ersten neun Monaten liefen 15.316 Seeschiffe den Hafen von Antwerpen und Zeebrugge an, ein Rückgang um 3,5 %. Die Gesamtbruttotonnage dieser Schiffe stieg um 4,4 % auf 496,3 Millionen BT.

Jährlich werden im Hafen über 300.000 Bewegungen von See- und Binnenschiffen durchgeführt. Dabei handelt es sich um einlaufende, auslaufende, sich innerhalb des Hafens bewegende oder nur durchfahrende Schiffe. Dank eines ausgedehnten Netzes von Radargeräten und Kameras kann der Port of Antwerp-Bruges diese Schiffsbewegungen ständig überwachen und so den Schiffsverkehr genau beobachten und die Wasserstraßen und Liegeplätze effizient und sicher kontrollieren.

Um seine Position als Welthafen zu festigen, müssen auch in Zukunft die größten Containerschiffe den Hafen anlaufen können. Dies erfordert einen Tiefgang von 16 Metern bei Einfahrt. Im Oktober stellte die MSC Tessa im Deurganckdok einen Tiefenrekord auf. Die Vergrößerung des Tiefgangs erhöht die Ladekapazität der Schiffe erheblich.

Der Hafen übernimmt auch eine Vorreiterrolle mit einem ehrgeizigen Klimaplan, um bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Neben der Ökologisierung seiner eigenen Flotte arbeitet der Port of Antwerp-Bruges mit Betrieben des Sektors an einer Vielzahl von Lösungen und Projekten, die für die Klimaneutralität unerlässlich sind, wie z. B. der Import von Wasserstoff und CCUS (Carbon Capture, Usage & Storage) oder die Abscheidung und der Transport von CO2, wofür im September das Joint Venture Fluxys C-Grid gegründet wurde.

Jacques Vandermeiren, CEO Port of Antwerp-Bruges: „Die anhaltenden wirtschaftlichen und geopolitischen Sorgen spiegeln sich seit mehreren Quartalen in den Zahlen wider. Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie steht aufgrund der hohen Kosten für Energierohstoffe und Arbeitskräfte in Verbindung mit der geringen weltweiten Nachfrage unter Druck. Die Indikatoren deuten noch nicht auf eine baldige Besserung hin, und der Containerumschlag wird auch im vierten Quartal noch durch gestrichene Abfahrten aus dem Fernen Osten beeinträchtigt werden. Wenngleich unser Umschlag weniger als der Durchschnitt in der Hamburg-Le-Havre-Range sinkt und wir Marktanteile gewinnen, müssen wir akzeptieren, dass 2023 kein Spitzenjahr sein wird.“

Annick De Ridder, Hafenrätin der Stadt Antwerpen und Vorstandsvorsitzende des Port of Antwerp-Bruges: „Um unsere Position als Welthafen zu sichern und aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, dass wir weiterhin die größten Containerschiffe empfangen können. Daher haben Container trotz des geringeren Umschlags nach wie vor absolute Priorität, was wir mit dem gebrochenen Tiefenrekord einmal mehr unter Beweis gestellt haben. Dies stärkt unsere Position als erster Anlaufhafen und verschafft uns einen Wettbewerbsvorteil. Auf diese Weise können wir unserer Rolle als Wirtschaftsmotor Flanderns weiterhin gerecht werden.“

Dirk De fauw, Bürgermeister der Stadt Brügge und stellvertretender Vorsitzender des Port of Antwerp-Bruges: „Die Wirtschaft und damit auch die Häfen stehen weltweit vor enttäuschenden Ergebnissen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die beiden sich ergänzenden Plattformen es uns ermöglichen werden, unsere Widerstandsfähigkeit unter Beweis zu stellen und unsere starke Position in der internationalen Logistikkette weiter zu stärken. Ein zukunftsfähiger Welthafen geht jedoch über den traditionellen Güterumschlag hinaus. Mittels eines ehrgeizigen Klimaplans übernehmen wir deshalb eine führende Rolle beim Übergang hin zu einer Kreislaufwirtschaft.“

Quelle und Grafik: Port of Antwerp-Bruges




Umschlag in Rotterdam sinkt bis zum dritten Quartal um 6,0 %

In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 verzeichnete der Rotterdamer Hafen beim Umschlag einen Rückgang von 6,0 Prozent. Insgesamt wurden 329,9 Millionen Tonnen gegenüber 351,0 Millionen Tonnen im Vergleichszeitraum 2022 umgeschlagen. Der Rückgang betraf vor allem den Umschlag von Containern und Kohle. Der Umschlag von Eisenerz und Schrott, Agribulk sowie LNG stieg dagegen an.

Der Rückgang des Gesamtumschlagvolumens ist eine direkte Folge des beschränkten Wachstums der Weltwirtschaft und geopolitischer Spannungen, die für ein sinkendes Welthandelsvolumen und eine rückläufige Industrieproduktion sorgen.

Boudewijn Siemons, CEO a.i. & COO Port of Rotterdam Authority: „Der Umschlag in den ersten neun Monaten ist erwartungsgemäß geringer als im Vorjahr, entspricht aber unseren Prognosen. Die Wirtschaft hat sich noch nicht erholt, und das belastet die Umschlagszahlen weiterhin. Trotz des Umschlagrückgangs investieren wir weiter in einen vitalen und klimaneutralen Hafen. Zu diesem Zweck haben wir im dritten Quartal einen wichtigen Meilenstein im Rahmen des CO2-Transport- und Speicherprojekts Porthos erreicht. Nach der positiven Entscheidung des Staatsrats im August wurde die endgültige Investitionsentscheidung im Oktober getroffen, sodass wir so bald wie möglich mit dem Bau beginnen werden. Dank Porthos werden bald 2,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aufgefangen und dauerhaft gespeichert.“

Insgesamt ging das Segment Trockenes Massengut in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 11,9 % zurück. Trotz sinkender Stahlproduktion stieg der Umschlag von Eisenerz und Schrott (6,8 %). In den letzten Monaten liefen die Hochöfen stabil und die Erzvorräte wurden wieder aufgefüllt. Der Kohleumschlag verzeichnete einen deutlichen Rückgang (-16,8 %), da unter anderem in den Kraftwerken weniger Kohle verfeuert wurde. Diese kämpfte gegen eine starke Konkurrenz durch Sonne, Wind und Gas. In den letzten Monaten waren deshalb mehrere Kohlekraftwerke stillgelegt worden.

Der Zuwachs bei Agribulk (40,7 %) und der Rückgang bei sonstigem trockenem Massengut (-53,6 %) sind durch administrative Korrekturen verzerrt. Ohne diese Verzerrung beträgt der Zuwachs im Agribulk-Segment 4,6 %. Dies ist vor allem auf die gestiegenen Soja-Importe aus Südamerika zurückzuführen. Der Umschlag von sonstigem trockenen Massengut ging nach Korrektur um -23,9 % zurück, weil die Nachfrage nach Rohstoffen für das Baugewerbe und die Industrieproduktion zurückging und diese Ladungen aufgrund der niedrigeren Containertarife wieder verstärkt in Containern transportiert wurden.

Das Segment flüssiges Massengut verzeichnete einen Rückgang von 2,4 %. Der LNG-Umschlag stieg leicht um 0,4 %, da mehr LNG importiert wurde, um russisches Pipelinegas zu ersetzen. In den anderen Segmenten ist ein leichter Umschlagrückgang zu verzeichnen. Der Rohölumschlag ging beispielsweise um 1,9 % zurück, da mehr Wartungsarbeiten in den Raffinerien stattfanden und dadurch weniger Rohöl angeliefert wurde.

Mineralölerzeugnisse gingen um 3,1 % zurück, da seit den Sanktionen gegen russische Ölerzeugnisse weniger Schweröl über Rotterdam transportiert wurde. Die Kategorien innerhalb des Segments der sonstigen flüssigen Massengüter (unter anderem Chemikalien, Biokraftstoffe, pflanzliche/tierische Öle und Fruchtsäfte) verzeichneten einen Rückgang um 3,5 %. Höhere Energiekosten und eine geringere Kapazitätsauslastung der Fabriken in Europa führten zu einem Abbau der vorhandenen Lagerbestände.

Die weltweite Nachfrage nach Gütern ist aufgrund von Inflation, begrenztem Wirtschaftswachstum, geopolitischen Spannungen und höheren Ausgaben für Dienstleistungen statt für Produkte immer noch niedriger als im Jahr 2022. Die Auswirkungen dieser Entwicklung lassen sich am Containerumschlag in Rotterdam ablesen. Das Containersegment verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Rückgang von 8,1 % beim Gewicht und 7,2 % bei der Anzahl der Container (TEU, twenty feet equivalent unit). Das Umschlagvolumen stieg im dritten Quartal 2023 um 8,1 %.

Auch der RoRo-Transport (-3,8 %) und der sonstige Stückguttransport (-13,7 %) gingen aufgrund geringerer Verbraucherausgaben, hoher Lagerbestände und niedrigerer Investitionen zurück. Infolgedessen sank der Gesamtumschlag im Breakbulk-Segment um 6,0 %.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Port of Rotterdam/  Martens Multimedia




HPA passt Entgelte ab Januar 2024 an

Aufgrund der weiterhin sehr hohen Inflation und gestiegener Preise hebt die Hamburg Port Authority (HPA) ab dem 1. Januar 2024 die Hafennutzungsentgelte im Mittel um 6,5 Prozent an.

Friedrich Stuhrmann, Chief Commercial Officer der HPA: „Unser Ziel ist, unseren Kunden im Hamburger Hafen eine leistungsfähige Infrastruktur bieten zu können. Um dies zu ermöglichen, ist mit Blick auf die Baupreisentwicklung eine Anpassung der Hafennutzungsentgelte notwendig.“

Mit den neuen Hafennutzungsentgelten vereinfacht die HPA auch die Tarifstruktur. Zum Beispiel entfällt die Mengenkomponente. Dies führt zu mehr Transparenz und weniger Aufwand auf allen Seiten. Weiter wird der bisher temporäre Quantumrabatt entfristet, ausgeweitet und im Volumen erhöht.

Gleichzeitig erhält die Umweltkomponente ein stärkeres Gewicht. Im Bereich der Binnenschifffahrt entfallen unter bestimmten Voraussetzungen befristet bis Ende 2028 wesentliche Entgelte, wenn entsprechende Schiffe ausschließlich mit umweltfreundlich erzeugtem Strom betrieben werden.

Quelle und Foto: HPA




Binnenhäfen sind essentiell für die Verkehrswende

„Binnenhäfen zwischen Wettbewerb und Transformation“ lautete das Motto der diesjährigen Jahrestagung des Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen e. V..

Rund 80 Teilnehmende aus der Binnenhafenwirtschaft, aus Verbänden, Politik und Verwaltung tauschten sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion, bei der Besichtigung von Innovationsprojekten im Berliner Westhafen der BEHALA sowie beim Netzwerkabend in der Turbinenhalle aus. Im Fokus der Diskussionen standen u. a. die Transformation der Häfen zu Hubs der Energiewende und der Kreislaufwirtschaft, aber auch die Stärkung multimodaler Transportlösungen und der Wettbewerbsfähigkeit der Binnenhäfen, etwa gegenüber Logistikzentren auf der grünen Wiese.

In einer Podiumsdiskussion mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr Oliver Luksic sowie den Bundestagsabgeordneten Mathias Stein (SPD, Koordinator der Parlamentarischen Gruppe Binnenschifffahrt) und Thomas Bareiß (CDU, Verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion) adressierten BÖB-Präsident Joachim Zimmermann (bayernhafen) und BÖB-Präsidiumsmitglied Jan Eckel (RheinCargo) klare Erwartungen an die Politik.

BÖB-Präsident Joachim Zimmermann: „Die aktuell erarbeitete Nationale Hafenstrategie ist aus unserer Sicht ein gutes Instrument, die Belange der Hafenwirtschaft zu bündeln und die Wettbewerbsfähigkeit der Häfen durch gezielte Maßnahmen zu stärken. Die Binnenhäfen haben gemeinsam mit unseren Partnerverbänden hierzu über 100 Maßnahmen in den Prozess eingebracht. Hier benötigen wir ein geschlossenes Vorgehen von Bund und Ländern beim Bürokratieabbau bei Genehmigungsverfahren für Planung, Errichtung und Betrieb von Lager- und Umschlagseinrichtungen.

Essenziell ist für uns ein stärkeres Engagement des Bundes und der Länder bei Erhalt, Sanierung und Ausbau unserer Hafeninfrastrukturen. Hier geht es uns um eine Bund-Länder-Förderung für Kai- und Uferanlagen als Grundvoraussetzung für Umschlag über die umweltfreundliche Wasserstraße. Damit schaffen wir die infrastrukturelle Grundlage in den Binnenhäfen für eine stärkere Nutzung des Verkehrsträgers Binnenschifffahrt und eine nachhaltige Sicherung des Industriestandortes Deutschland. Mit dem Schienengüterfernverkehrsnetzförderungsgesetz (SGFFG) gibt es bereits ein solches Förderinstrument für Hafenbahnen. Unser Vorschlag schafft mehr Wettbewerbsgleichheit für die umweltfreundlichen Verkehrsträger Bahn und Binnenschifffahrt.

Wir haben hierzu einen Vorschlag unterbreitet, der mit der Bundesfinanzverfassung konform geht und sich an bestehenden Instrumenten, wie der Landstromförderung, orientiert. Eine Verfassungsänderung wäre zur Umsetzung dieses Vorschlages nicht notwendig. Der Förderbedarf beläuft sich bundesseitig auf zunächst ca. 4 Mio. Euro in den kommenden zwei Jahren. Anschließend würden für die nächsten zwei bis fünf Jahre ca. 31 Mio. Euro jährlich und für die kommenden fünf bis zehn Jahre und 37 Mio. Euro pro Jahr benötigt.

Das ist deutlich weniger als die Beträge, die aktuell für eine auskömmliche Finanzierung der Seehafenlasten gefordert werden, aber mindestens so dringlich und notwendig. Wir appellieren daher dringlich an die Bundespolitik: Bei allen Diskussionen über die Seehafenlasten darf die Infrastruktur in den Binnenhäfen nicht vergessen werden! SPD, FDP und Grüne haben im Koalitionsvertrag versprochen: ‚Der Bund bekennt sich zu seiner Verantwortung für die notwendigen Hafeninfrastrukturen.‘ Dieses Versprechen gilt es jetzt einzulösen.“

Quelle und Foto: BÖB




Richard Schroeter repräsentiert den Hafen Antwerpen-Brügge

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2023 hat der Hafen Antwerpen-Brügge Richard Schroeter (59) zu seinem neuen Repräsentanten für Deutschland und die Schweiz ernannt. Zusammen mit Elmar Ockenfels, der seit 2016 als Repräsentant des Hafens Antwerpen-Brügge in Deutschland und der Schweiz agiert, vertritt er damit künftig die Belange des belgischen Hafens gegenüber der verladenden Wirtschaft und der Logistikbranche in Deutschland und der Schweiz. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf dem Ausbau des Netzwerks im Bereich Energiewende liegen.

„Der Hafen Antwerpen-Brügge bietet enorme Potenziale für die Versorgung der deutschen Industrie mit Rohstoffen und umweltfreundlichen Energieträgern. Die Vernetzung mit Akteuren entlang der Wertschöpfungskette und der zukunftsgerichtete Ausbau der intermodalen Verbindungen im Hinterland sind essenziell, um diese Potenziale zu heben. Ich freue mich darauf, den Hafen mit meiner Erfahrung auf diesem Weg zu unterstützen und damit meinen Teil zur Förderung des Wirtschaftsstandortes Deutschland und klimaneutralen Lösungen beitragen zu können“, sagt Schroeter.

Richard Schroeter ist ein international erfahrener Logistik-Manager, der während seiner bisherigen beruflichen Laufbahn bereits umfassende Kenntnisse in den Bereichen Seefracht, Binnenschifffahrt und intermodale Verkehre erworben hat. Der gebürtige Kölner und gelernte Speditionskaufmann übernahm unter anderem für verschiedene Unternehmen und Reedereien leitende Funktionen in Japan, Australien, Singapur und Hongkong. In den vergangenen Jahren war er zudem bei namhaften Unternehmen wie Imperial Logistics International, Duisburg, Rhenus Freight Logistics und MBS Köln als Managing Director tätig.

Wim Dillen, International Development Manager des Hafens Antwerpen-Brügge: „Ich bin stolz darauf, dass wir heute unser 17-köpfiges Team von internationalen Repräsentanten mit Richard Schroeter erweitern können. Mit seinem Wissen und seiner internationalen Erfahrung wird er dazu beitragen, unsere Ambitionen in Bezug auf die Entwicklung der Handelsbeziehungen und die Energiewende in Deutschland zu verwirklichen.“

Quelle und Foto: Port of Antwerp-Bruges




BLG LOGISTICS testet Weserfähren für Autotransport

Am morgigen Dienstag testet BLG LOGISTICS den Transport von Pkw vom AutoTerminal zur neuen BLG-Lagerfläche Luneort mit einer Weserfähre. Verläuft der Test wie erwartet, werden Pkw zwischen AutoTerminal (ATB) und der Lagerfläche Luneort (Fähranleger an der Geeste) zukünftig auch mit der Weserfähre transportiert werden.

Seit dem 1. August 2023 hat BLG LOGISTICS Flächen auf dem stillgelegte Flughafen Luneort angemietet. Mit der neuen Außenfläche hat BLG eine zusätzliche Stellplatzkapazität von rund 6.000 Pkw geschaffen und damit die Produktivität auf der Wasser- und der Landseite verbessert. Bisher erfolgte die Umfuhr der Fahrzeuge zwischen ATB und Stellfläche ausschließlich per Lkw. Der Einsatz der Weserfähre ermöglicht eine Entlastung der Straße.

„Wir haben wie angekündigt verschiedene Optionen für einen emissionsärmeren Transport geprüft. Mit einer Fähre können wir zwischen 45 und 50 Pkw transportieren. Eine Fährfahrt hin und zurück entspricht etwa 16 Lkw-Fahrten, die pro Fährtransport entfallen“, erklärt Karsten Dirks, operativer Geschäftsführer am BLG AutoTerminal Bremerhaven. „Besser als der Wasserweg wäre lediglich der Transport per Bahn, aber leider wird das Gleis auf der Strecke noch bis Ende 2024 ertüchtigt und ist somit nicht befahrbar.“

Fällt das Ergebnis der Probeverladung so positiv aus wie von den Beteiligten erwartet, könnte eine Weserfähre wochentags ab 18 Uhr und am Wochenende Pkw statt Pendler befördern und damit die Belastung der Straße deutlich verringern. „Mit der Weserfähre haben wir einen starken Partner gefunden, der sich sehr für dieses Projekt engagiert. Auch die zuständigen Behörden haben sich sehr kooperativ gezeigt. Wir erwarten keine negativen Überraschungen bei der Probeverladung. Sobald unseren Kunden der Verladung ihrer Fahrzeuge auf die Fähre zugestimmt haben, könnten wir in den Regelbetrieb gehen“, erklärt Dirks.

Quelle und Foto: BLG Logistics




Hamburger Hafen wird zum Standort nachhaltiger Energie

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung mit zahlreichen Hafenunternehmen haben Senatorin Dr. Melanie Leonhard und Friedrich Stuhrmann, Chief Commercial Officer bei der Hamburg Port Authority (HPA), den Startschuss für die Initiative „Sustainable Energy Hub Hamburg“ gegeben.

Partner sind die Unternehmen Mabanaft, Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), EVOS, Air Products, Green Ports Hamburg, Hamburg Energiewerke, Gasnetz Hamburg, Shell, Holborn, H&R Schindler, LOTHER GRUPPE, Energie Hub Moorburg GmbH und Hamburg Green Hydrogen Hub. Ziel der Initiative ist zum einen die engere Vernetzung der Hafenunternehmen untereinander, zum anderen soll die Bedeutung des Hamburger Hafens als Energiehafen stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Wie zuletzt im Hafenentwicklungsplan 2040 vorgestellt, will der Hamburger Hafen die Chancen der Energiewende nutzen und sich zukünftig als „Sustainable Energy Hub“ positionieren. Dabei sollen priorisiert Unternehmen angesiedelt werden, die im Bereich nachhaltiger Energieträger tätig sind. Der Sustainable Energy Hub wird sich überwiegend in den Hafenteilen Neuhof, Hohe Schaar, Moorburg und Harburg mit großflächigen Industrie- und Umschlagsunternehmen und ausreichend Abstand zur Wohnbebauung und guter Netzinfrastruktur (Strom, Pipelines) abbilden. Keimzelle für die Realisierung sind die von der HPA erworbenen Flächen eines ehemaligen Tanklagers auf der Hohen Schaar. Hier sollen sowohl Lagerung, Verarbeitung und Raffinierung stattfinden, als auch relevante Zulieferbetriebe, Dienstleister und Fertigungsunternehmen von Anlagen und technischer Ausrüstung nachhaltiger Energieträger angesiedelt werden.

Umschlag, Herstellung, Distribution und Nutzung nachhaltiger Kraftstoffe und Energieträger stellen als Wachstumsmarkt eine große wirtschaftliche Chance für den Hafen dar. Schon heute ist der Hamburger Hafen selbst Energieproduzent und kann dies in Zukunft noch ausbauen. Darüber hinaus ist der Import von Energieträgern für die Versorgungssicherheit Deutschlands elementar. Wasserstoff und Wasserstoffderivate wie Methanol, e-Fuels, z. B. für die Hamburger Flugzeugindustrie und Schifffahrt, werden für den lokalen und deutschen Markt eingeführt werden.

Senatorin Dr. Melanie Leonhard: „Der Senat hat mit dem Hafenentwicklungsplan 2040 beschlossen, die Chancen und Herausforderungen der Energiewende zu nutzen und „Sustainable Energy Hub“ als tragende Säule des Universalhafens Hamburg zu entwickeln. Die Tatsache, dass so viele Unternehmen mitmachen zeigt, dass dies der richtige Weg ist.“

Friedrich Stuhrmann, Chief Commercial Officer bei der HPA: „Die HPA wird die Flächenentwicklung in einem Kerngebiet des Hamburger Hafens für Umschlag, Lagerung und Verarbeitung von Energieträgern vorantreiben. Wir wollen die Transformation Unternehmen Hamburger Hafen mit geeigneten Grundstücken und der räumlichen Bündelung von Zukunftsaktivitäten unterstützen.“

Quelle: Hamburg Port Authority AöR, Foto: HPA/Sebastian Engels, im Rahmen einer Auftaktveranstaltung mit zahlreichen Hafenunternehmen haben Senatorin Dr. Melanie Leonhard und Friedrich Stuhrmann, Chief Commercial Officer bei der Hamburg Port Authority (HPA), den Startschuss für die Initiative „Sustainable Energy Hub Hamburg“ gegeben.




Ab 2035 soll der Überseehafen CO2-neutral betrieben werden

Die Vorplanungen haben bereits 2018 im Projekt „Sharc“ (Smart Harbor Application Renewable Integration Concept) begonnen – jetzt wird es im Überseehafen konkret: Bereits im Frühjahr 2024 soll ein Vorschlag für das zukünftige Konzept für den klimaneutralen Betrieb des Überseehafens stehen – anschließend könnte die dafür nötige Versorgungsinfrastruktur erstellt werden, um spätestens 2035 Ernst zu machen: Ab dann soll der Betrieb im Überseehafen vollständig Treibhausgas-frei laufen.

Wie sich das konkret umsetzen lässt und welche Überlegungen und Entscheidungen dafür nötig sind? Genau das ist Thema des Projekts „Klimaneutraler Überseehafen“, das jetzt auf Einladung von bremenports mit einer gemeinsamen Kickoff-Sitzung aller Beteiligten – von den ortsansässigen Hafen- und Umschlagsbetrieben, bis zu den Terminal- und Netzbetreibern – in die heiße Phase gestartet ist. Und das durchaus mit Tempo: Bereits im Frühjahr 2024 sollen Ergebnisse – konkret: ein komplettes Konzept und Design für die CO2-freie Energieversorgung im Überseehafen stehen, um anschließend in die Umsetzung zu gehen.

Auf dem Weg dahin werden nun zunächst die Energiebedarfe im Hafen, die bereits im Vorgängerprojekt Sharc ermittelt wurden, aktualisiert und detailliert festgehalten. Bestenfalls auf Basis stundengenauer Werte soll so das Jahr 2022 im Überseehafen, was den Verbrauch von Strom, Diesel, Öl, Gas und anderer Energieträger angeht, erfasst werden. Auf Basis dieser Daten und weiterer Parameter soll dann eine Art „digitaler Zwilling“ des Überseehafens entstehen, anhand dessen die verschiedenen Möglichkeiten zur Treibhausgas-freien Umstellung simuliert werden können. Denn die Auswahl der zur Umstellung zur Verfügung stehenden Energieerzeugungsmöglichkeiten sei groß, führte Dr. Cornelius Anger, von der Siemens Advanta Consulting, die das Projekt extern betreut, aus: „Welche Energieform – oder vielmehr, welcher Mix am Ende die sinnvollste Lösung für den CO2-neutralen Überseehafen ist, wird im weiteren Verlauf unter anderem anhand der Simulation und auf Basis der Gespräche, die wir mit allen Beteiligten führen, zu entscheiden sein. Denkbar ist erst einmal alles – von Biogas, über Photovoltaik oder Windenergie bis hin zu Großwärmetauschern, die das Weserwasser nutzen, um Hafengebäude zu beheizen.“

Dass dies alles andere als trivial ist, wurde schon in der Kickoff-Sitzung deutlich. So soll – anders als im Vorgängerprojekt Sharc – nunmehr auch die Landstromversorgung der Containerriesen mitgedacht werden. Keine Kleinigkeit, wenn man bedenkt, dass schon eins dieser Schiffe sozusagen den „temporären“ Anschluss einer mittelgroßen Kleinstadt mit mehreren Tausend Einwohnern an das Hafen-Stromnetz bedeutet. Eine besondere Herausforderung ist zudem das Thema „Mobilität im Hafen“: Schon im Projekt Sharc war deutlich geworden, dass hier angefangen von den Van-Carriern bis zur Hafeneisenbahn rund 70 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Hafens anfallen – auch dies wird eine echte Herausforderung bei der Umstellung darstellen.

„Ja, wir haben noch einiges an Weg vor uns“, betont auch Dr. Lars Stemmler, der das Gesamtprojekt bei bremenports leitet. Gleichwohl sei aber klar: „Das, was wir hier jetzt gemeinsam mit den Umschlags- und hafenbetrieben tun, ist eben kein Forschungsprojekt mehr. Wir wollen am Ende umsetzen, was wir hier entwickeln und letztlich ein neues Energiesystem für den gesamten Hafen schaffen.“ Und dabei gehe es durchaus eben auch um Tempo: „Einerseits lassen uns die bedrohlichen Klimaszenarien keine Wahl, andererseits ist 2035 letztlich schon übermorgen, wenn man bedenkt, wie umfangreich dieser Transformationsprozess im Überseehafen sein wird, und letztlich wollen wir zudem unserer Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz im Hafen nicht verlieren“, so Stemmler abschließend.

Quelle und Foto: bremenports




Mass Flow Meter Bunkermesssystem ab 2026 vorgeschrieben

Ab 1. Januar 2026 ist die Verwendung eines Bunkermesssystems für Bunkerschiffe in den Häfen Antwerpen-Brügge und Rotterdam vorgeschrieben. Ab diesem Zeitpunkt müssen Bunkerschiffe in beiden Häfen über ein zertifiziertes System verfügen, das genau angibt, wie viel Kraftstoff sie an Seeschiffe liefern. Mit dieser Maßnahme wollen die Hafenbehörden den Bunkermarkt in Antwerpen, Zeebrügge und Rotterdam transparenter, effizienter und zuverlässiger gestalten.

Ende letzten Jahres hatten beide Häfen bereits angekündigt, dass sie zertifizierte Bunkermesssysteme an Bord von Bunkerschiffen verbindlich vorschreiben würden. Dies ist eine Konsequenz unabhängiger Untersuchungen in Antwerpen, Zeebrügge und Rotterdam, die regelmäßige Mengenprobleme auf dem Bunkermarkt aufzeigten.

In den letzten Monaten haben die Häfen Konsultationen mit verschiedenen Interessengruppen durchgeführt, um alle Bedürfnisse und Wünsche zu ermitteln. Gemeinsam legten die Parteien einen realistischen Stufenplan für die Einführung des Bunkermesssystems fest. Darüber hinaus mussten die praktischen Aspekte der Einführung dieses Systems vor dem Hintergrund des unterschiedlichen Rechtsrahmens in Belgien und den Niederlanden hinreichend geprüft werden.

Derzeit sind 40 von 170 Bunkerschiffen in Rotterdam, Antwerpen und Zeebrügge mit einem Bunkermesssystem ausgestattet. Die Hafenbehörden sind sich daher bewusst, dass diese Maßnahme erhebliche Auswirkungen auf den Bunkermarkt haben wird. Die Frist bis 1. Januar 2026 gibt den verschiedenen Unternehmen der Bunkerkette genügend Zeit, sich auf die Maßnahme einzustellen. Diese künftige Verpflichtung wurde bereits in die Lizenzen für Bunkerschiffe im Hafen von Antwerpen-Brügge aufgenommen. Die Genehmigung für Bunkerunternehmen in Rotterdam wird noch einer Änderung unterzogen.

Auf der ARACON-Konferenz am 19. und 20. Oktober werden die beiden Häfen über die Fortschritte berichten.

Quelle und Foto: Port of Antwerp-Bruges