Kompensationsmaßnahme für Columbuskaje fertiggestellt

„Nur“ Kajen und Hafenanlagen? Die Bremischen Häfen sind weit mehr: Allein 38  Prozent der zum Sondervermögen Hafen gehörenden Gesamtfläche machen heute ausgewiesene Naturschutzgebiete aus, die als Kompensation für die in den Häfen unvermeidlichen Eingriffe in die Natur geschaffen wurden.

An den Ufern der Unteren Lune ist nun ein weiteres Kompensationsprojekt umgesetzt worden: Dort sind in den vergangenen Monaten hinter der Uferlinie mehrere Seitengewässer geschaffen worden, die über Flutmulden an die Lune angeschlossen sind. Die so entstandene Seenlandschaft entlang des Flusses soll mit einer Gesamtwasserfläche von 6.600 Quadratmetern unter anderem als Laichgebiet für verschiedene Fischarten dienen. „Außerdem werden die Lebensraumbedingungen für andere Tierarten wie Amphibien, Reptilien, Vögel, Fischotter aufgewertet und zudem sind die kleinen Seen Bestandteil des FFH-Gebietes „Teichfledermaus-Gewässer im Raum Bremerhaven/Bremen“. Auch diese selten gewordene Tierart wird von der Maßnahme profitieren“, berichtet Thomas Wieland, der bei bremenports als Landschaftsarchitekt und Teamleiter Kompensation für das Projekt verantwortlich zeichnet.

Naturnah mit heimischem Bewuchs

Um möglichst vielen Arten einen verbesserten Lebensraum zu bieten, wurde über die Gewässer hinaus außerdem ein vielfältiger, naturnaher Übergang vom Wasser- zum Landbereich geschaffen – und mit selbstgeernteten Samen aus der unmittelbaren Nachbarschaft bepflanzt: „Anstatt mit irgendeiner Samenmischung zu arbeiten, haben wir uns vom Umweltressort den „Wiesefix“ ausgeliehen  – ein Gerät, das mittels einer rotierenden Borste die Samen von Gräsern lösen und einfangen kann.“, so Wieland. Im Ergebnis sieht die neue Seenlandschaft auch durch den heimischen Bewuchs bereits jetzt so aus, als sei sie schon immer dort gewesen – und wird dementsprechend gut von der Tierwelt angenommen: Graureiher, Silberreiher, Flussuferläufer sowie verschiedene Gänse- und Entenarten sind dort schon heute regelmäßige Stammgäste.

Das jetzt fertiggestellte Projekt dient der Kompensation des mittlerweile abgeschlossenen Neubaus der Columbuskaje in Bremerhaven. Allerdings sind bei dieser Maßnahme die Aufwertungen für Natur und Landschaft so groß, dass 45% der Fläche sozusagen „auf Vorrat“ für den Ausgleich zukünftiger Baumaßnahmen im Hafen genutzt werden kann.  Für die Herstellung der Gewässer mussten insgesamt. 20.000 Kubikmeter Bodenaushub bewegt werden, der als wichtiger Rohstoff nun andernorts benutzt werden wird: Der so gewonnene Kleiboden wurde zunächst am Luneplatendeich zwischengelagert und soll später für Deichbaumaßnahmen in Bremerhaven verwendet werden.

Quelle und Foto: bremenports




thyssenkrupp investiert in Rotterdamer Hafen

thyssenkrupp Steel investiert in die Modernisierung des Terminalbetriebs bei Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V. (EECV) im Rotterdamer Hafen. Mit der Investition eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags wird ein alter Seeschiffentlader gegen ein hochmodernes Modell ausgetauscht und stärkt so die Zukunft von EECV und thyssenkrupp Veerhaven. Der neue Entlader verbessert Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Sicherheit erheblich und soll voraussichtlich Ende 2025 in Betrieb gehen. Dies unterstreicht das Engagement von thyssenkrupp Steel für eine moderne Infrastruktur im Rotterdamer Hafen und die nachhaltige Versorgung von thyssenkrupp Steel sowie der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM).

Vier leistungsstarke Greiferkrane befördern am Terminal von EECV im Hafen Rotterdam Tag für Tag Eisenerz und Kohle für die Stahlerzeugung im Ruhrgebiet aus den Bäuchen der großen Massengutfrachter. Einer von ihnen ist in die Jahre gekommen und wird jetzt durch einen modernen, hocheffizienten Seeschiffentlader ersetzt. Die Höhe der von den Anteilseignern beschlossenen Investition liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Das Projekt ist ein starkes Signal für die Zukunft von EECV und thyssenkrupp Veerhaven, den beiden niederländischen Logistiktöchtern von thyssenkrupp Steel. Bei den Massenumschlagsanlagen der EECV sind die HKM auch als Anteilseigner beteiligt. Gemeinsam sorgen die beiden Unternehmen an 365 Tagen im Jahr für die Löschung von Seeschiffen sowie die Zwischenlagerung und den Transport von rund 24 Millionen Tonnen Eisenerz und Kohle für die Stahlherstellung in Duisburg.

Die erfolgreiche Arbeit der beiden Unternehmen wird – auch dank der Zustimmung aus Brüssel zur Förderung des Dekarbonisierungsprojektes „tkH2Steel“ durch den Bund und das Land Nordrhein-Westfalen – auch in Zukunft fortgesetzt. „Der Umschlag von Kohle geht ab 2027 schrittweise zurück, für die Herstellung von klimafreundlichem Stahl wird aber weiterhin Eisenerz gebraucht. EECV und thyssenkrupp Veerhaven transportieren damit zukünftig den Rohstoff für die neue Direktreduktionsanlage. Mit dem neuen Seeschiffentlader und der bewährten Schubbootflotte sorgen beide Unternehmen auch in den nächsten Jahrzehnten für eine sichere Verbindung zwischen dem Hafen Rotterdam und der dann grünen Hütte in Duisburg“, sagt Dr. Heike Denecke-Arnold, Chief Operations Officer von thyssenkrupp 

Der neue Seeschiffentlader wiegt wie sein Vorgänger rund 2.000 Tonnen, ist gut 60 Meter hoch, 30 Meter breit und hat eine Länge des Kranauslegers von rund 100 Meter. Mit diesen Kranabmessungen kann EECV die größten Massengutfrachter der Welt mit einer Produktivität von stündlich bis zu 2.600 Tonnen Eisenerz entladen. In Sachen Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz setzt der Kran neue Maßstäbe. Um mögliche Staubemissionen effektiv zu reduzieren, wird der Entlader mit einer Sprüh- und Vernebelungsanlage im Bereich des Bunkers ausgestattet. Die Lärmemissionen bleiben unterhalb der behördlich genehmigten Grenzwerte. Auch Arbeitssicherheit und Komfort für die Mitarbeiter werden deutlich verbessert. „Mit dem neuen Kran investieren wir in die Zukunft von EECV und in die Sicherheit der Rohstoffversorgung von thyssenkrupp Steel und HKM. Er eröffnet uns die Flexibilität, unser Geschäft weiterzuentwickeln, während wir den Abbau der Kohle vorantreiben“, fasst Frank Tazelaar, CEO von EECV und thyssenkrupp Veerhaven, zusammen. EECV wird in den nächsten Monaten den Lieferanten des neuen Entladers auswählen. Voraussichtlich Ende 2025 nimmt der neue Entlader dann den Betrieb auf.

Im vergangenen Jahr hatte thyssenkrupp Steel bereits begonnen, im Zuge ihrer grünen Transformation gemeinsam mit dem Hafen Rotterdam den Aufbau von Lieferketten für Wasserstoff auszuloten. Dieser wird in großen Mengen für die klimafreundliche Stahlherstellung gebraucht und könnte über Pipelinekorridore von Rotterdam nach Duisburg transportiert werden. Mit dem neuen Seeschiffentlader setzt thyssenkrupp Steel nun ein weiteres Zeichen für die Modernisierung und Zukunftsfähigkeit seiner Infrastruktur im Rotterdamer Hafen.

EECV betreibt seit 1970 im Europoort-Gebiet des Rotterdamer Hafens mit rund 300 Mitarbeitenden eine der größten und modernsten Massengutumschlagsanlagen Europas und den zweitgrößten Schüttgutterminal im Rotterdamer Hafen. Auf dem knapp 100 ha großen Terminal-Gelände heben die vier Seeschiffentlader an dem 1,1 Kilometer langen Seekai mit jedem Hub 30 bis 40 Tonnen Eisenerze und Kohle aus den Schiffen. Über Förderbänder werden die Rohstoffe anschließend zu den Lagerplätzen transportiert. Die Flotte der Schubfahrtreederei thyssenkrupp Veerhaven (ca. 200 Mitarbeitende) bringt die Rohstoffe für die Stahlerzeugung mit Schubleichtern und Binnenschiffen rund um die Uhr von Rotterdam über den Rhein nach Duisburg.

Quelle: thyssenkrupp AG, Foto: Frans van Keulen




Hamburger Hafen gewinnt Award als bester Seehafen Europas

Bereits zum vierten Mal in Folge ist es dem Hamburger Hafen gelungen, zum besten Hafen Europas gekürt zu werden. Auf der Gala der Fachzeitschrift Asia Cargo News in Singapur überreichte Alan Yip von Kerry Logistics den Asian Freight, Logistics und Supply Chain Award (AFLAS) in der Kategorie „Best Seaport – Europe an HHM-Repräsentantin Anne Thiesen.

In der finalen Wahl unter den vier nominierten Häfen Europas konnte der Hamburger Hafen die Häfen von Rotterdam, Antwerpen-Brügge und HAROPA hinter sich lassen. „Es freut uns sehr, dass uns die Leserinnen und Leser der Asia Cargo News zum sechsten Mal das Vertrauen ausgesprochen haben“, sagt Thiesen. Mit der diesjährigen Ehrung zum „Best Seaport – Europe“ hält der Hafen Hamburg sechs Awards dieser Kategorie in den Händen. So ging er in den Jahren 2015, 2016, 2020, 2021, 2022 und 2023 an den Hamburger Hafen. Zudem gewann der Hafen Hamburg im Jahr 2018 und 2019 den Award in der Kategorie „Best Global Seaport“.

Auch Axel Mattern, Vorstand bei Hafen Hamburg Marketing, ist stolz über den erneuten Gewinn des Awards: „Der Preis zeigt, dass unsere Leistungen trotz externer Herausfordungen weltweit anerkannt werden. Gleichzeitig ist er Ansporn für die Hafenwirtschaft weiterhin einen herausragenden Service zu bieten.“

Die Awards werden jährlich von Asia Cargo News ausgerichtet. Die 15.000 Leserinnen und Leser der Asia Cargo News und die Abonnentinnen und Abonnenten der E-News wählen die Preisträger. Die Awards sollen führende Dienstleister wie Flug- und Schifffahrtslinien, Flughäfen und Seehäfen sowie Logistik- und 3PL-Unternehmen und andere Fachleute der Branche würdigen, heißt es von Seiten der Asia Cargo News.

Die Nominierungskriterien legt jährlich der Veranstalter fest. Nach einer ersten Bewertung stellen sich die besten acht Nominierten in jeder Kategorie einer Endabstimmung. Die vier Besten in jeder Kategorie bilden abschließend die endgültige Auswahlliste. Asia Cargo News gilt als wichtige Informationsquelle für Fracht-, Logistik- und Lieferkettenunternehmen, die in Asien ansässig oder dort tätig sind.

Quelle und Foto: HHM




Vertrag für MSC Gate Bremerhaven bis 2048 verlängert

Die EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG, Bremen, und Terminal Investment Limited (TiL), Genf, die Terminalbetreibergesellschaft der Mediterranean Shipping Company S.A. (MSC), Genf, haben den im Mai 2004 geschlossenen Vertrag zum gemeinsamen Betrieb des Containerterminals MSC Gate Bremerhaven GmbH & Co. KG (MSC Gate), Bremerhaven, für eine Laufzeit von mindestens 25 Jahren bis ins Jahr 2048 verlängert. Eine Neubewertung der Partnerschaft und Verhandlungen über Anpassungen des Vertrages zwischen den Gesellschaftern waren seinerzeit vertraglich mitgeregelt worden und wurden nun, wenige Monate vor dem 20-jährigen Bestehens des Joint Ventures, mit einem sehr positiven Ergebnis für MSC Gate und den gesamten Hafenstandort Bremerhaven abgeschlossen.

Michael Blach, Vorsitzender der Gruppengeschäftsführung von EUROGATE, sagte anlässlich der Unterzeichnung: „Mit dieser Vertragsverlängerung ist die Grundlage für die Fortsetzung der bislang erfolgreichen Zusammenarbeit gegeben. Das ist eine sehr gute Nachricht für Bremerhaven. Wir haben in den vergangenen knapp 20 Jahren gemeinsam viel erreicht. MSC Gate konnte sich als verlässlicher Terminalpartner im Netzwerk unseres Kunden MSC etablieren. Die Taufe der ‚MSC Michel Cappellini’, eines der neuesten und größten Schiffe der MSC-Containerschiffflotte, vor wenigen Wochen ist Beleg der Bedeutung des Terminals und des Standortes Bremerhaven für MSC. Das wollen wir gemeinsam fortführen und weiterentwickeln. Es laufen aktuell Gespräche hinsichtlich einer gemeinsamen zukunftsorientierten Modernisierung von MSC Gate. Dazu müssen die Anpassung der Kaje und der Außenweser zügig vorangetrieben werden, um im Wettbewerb weiter zu punkten.“

Ammar Kanaan, Chief Executive Officer von TiL, einer Tochtergesellschaft von MSC, sagte: „Die Verlängerung des Vertrages über die nächsten zweieinhalb Jahrzehnte zeugt von unserem Engagement für MSC Gate und für unsere Partnerschaft mit Bremerhaven. MSC Gate ist ein wichtiger Teil der Wachstumsstrategie von MSC. Mit der heutigen Ankündigung bauen wir auf dem soliden Fundament und der Erfolgsbilanz unserer seit 2004 bestehenden Partnerschaft auf. Wir freuen uns darauf, das Wachstumspotenzial des Hafens durch Investitionen in unsere Terminalinfrastruktur und vor allem in unsere Mitarbeiter weiter zu stärken.“

Florian Brandt, Geschäftsführer des MSC Gate Bremerhaven: „Der neue Vertrag ist ein starkes Signal und gleichzeitig Motivation, die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam mit TiL und MSC anzugehen und Bremerhaven voranbringen. Dafür haben wir in neue Containerbrücken und zuletzt 35 Straddle Carrier mit Hybrid-Antrieb investiert und prüfen aktuell gemeinsam alle Möglichkeiten zur weiteren Digitalisierung und schrittweisen Automatisierung des Umschlagsbetriebes, um künftig noch besser die Wünsche und Anforderungen unserer Kunden erfüllen zu können.“

Quelle: Eurogate, Foto: bremenports/ Luftfoto Scheer




Klima: Hafen Antwerpen-Brügge fördert Informationsaustausch

Auch wenn sie im Interesse aller liegt: Klimaneutralität entlang der Wertschöpfungskette ist kein Selbstläufer. Gerade energieintensive Industrien sind dabei auf innovative Lösungen, engagierte Partner und zuverlässige Infrastruktur angewiesen. Der belgische Hafen Antwerpen-Brügge profiliert sich seit Jahren als Industrie- und Logistikstandort für Unternehmen, die nachhaltige Lieferketten organisieren und bringt Akteure zusammen.

Diese Rolle übernahm der Hafen auch auf dem diesjährigen „Annual Meeting“ der European Petrochemical Association – EPCA, das vom 25. bis 28. September in Wien stattfand. Gemeinsam mit dem familiengeführten Transport- und Logistikunternehmen H.Essers war der Hafen am 27. September Gastgeber eines Panels, das sich multidisziplinär und interaktiv Fragen der Dekarbonisierung annahm.

Die rund 100 Gäste, Panel- und Diskussionsteilnehmer waren sich einig: Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Stellschrauben, wie Unternehmen innerhalb der EU Klimaneutralität fördern und mittelfristig erreichen können. Gerade die Optimierung von Logistikabläufen, alternative Antriebstechnologien und Kraftstoffe bergen hohes Einsparungspotenzial. Allen Ansätzen gemeinsam: Sie erfordern branchenübergreifende aktive Kooperation zwischen Kunden, Dienstleistern und Standorten bei der Entwicklung und Umsetzung von Ideen.

Pascal Vranken, CCO H.Essers: „Das Ziel der Reise ist bekannt: Wir wollen Klimaneutralität entlang der Liefer- und der Wertschöpfungskette erreichen. Dabei bin ich der festen Überzeugung: Das Glas ist halb voll. Wir müssen es nur gemeinsam anpacken und aktiv werden. So war H.Essers beispielsweise der erste Logistiker in Europa, bei dem emissionsärmere Transportoptionen mit dem Biokraftstoff HVO gebucht werden konnten. Als Partner der Industrie ist es unser Bestreben, die Zukunft der globalen Logistik zu verändern. Mit Veranstaltungen wie dieser multidisziplinären Paneldiskussion möchten wir unsere Kunden für solche Transportoptionen sensibilisieren und neue Kunden gewinnen, die ihre Lieferketten emissionsärmer gestalten wollen.“

Tom Hautekiet, CCO des Hafens Antwerpen-Brügge: „Der Hafen Antwerpen-Brügge sieht sich in einer Vorreiterrolle, um als Katalysator für die Klimaneutralität der gesamten chemischen Industrie in Belgien und Europa zu wirken. An unseren Standorten bündeln wir Initiativen, Investitionen und Projekte, die ein ‚Mehr für weniger‘ schaffen – Mehr Innovation für weniger Treibhausgasemissionen zum Beispiel. Unsere Position in der internationalen Logistikkette, die Infrastruktur und das Pipelinenetz sind entscheidend, um die Energietransition zu beschleunigen. Wir sind mehr als optimistisch, dass viele Maßnahmen, die Klimaneutralität fördern, nun schnell umgesetzt werden und damit in naher Zukunft in Betrieb gehen können.“

Aktuelle Projekte zur Klimaneutralität, die derzeit am Hafen Antwerpen-Brügge umgesetzt werden, reichen von Initiativen zur Bündelung von Schienenverkehren über Terminals zum Umschlag und der Lagerung von Ammoniak sowie den Ausbau europäischer Pipeline-Netzwerke für Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS) und Wasserstoff. Auch an den eigenen Stellschrauben dreht der Hafen, stellt etwa die Schleppboot-Flotte in Antwerpen und Zeebrügge auf alternative, emissionsarme Antriebe um.

Quelle: Hafen Antwerpen-Brügge, Foto: EPCA / Fotograf: Olivier Pirard, l. Pascal Vranken, CCO von H.Essers, und Tom Hautekiet, CCO des Hafens Antwerpen-Brügge




NRW-Binnenschifffahrt büßt 9,9 Prozent ein

Auch der Containerumschlag ging zurück (−19,6 Prozent). Bei 26,0 Prozent der im ersten Halbjahr 2023 auf den Binnenwasserstraßen des Landes beförderten Gesamttonnage handelte es sich um Gefahrgut.

In den nordrhein-westfälischen Binnenhäfen sind im ersten Halbjahr 2023 insgesamt 50,7 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen worden. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anlässlich des Weltschifffahrtstages am 28. September mitteilt, lag der Güterumschlag der Binnenschiffe damit um 9,9 Prozent unter dem Ergebnis des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Damit hat sich die rückläufige Entwicklung in der NRW-Binnenschifffahrt weiter fortgesetzt.

73,0 Prozent der umgeschlagenen Güter stammten im ersten Halbjahr 2023 aus folgenden vier Güterabteilungen: 14,9 Millionen Tonnen waren Erze, Steine und Erden (−2,7 Prozent), 9,9 Millionen Tonnen Kokerei- und Mineralölerzeugnisse (−12,9 Prozent), 7,1 Millionen Tonnen Kohle, rohes Erdöl und Erdgas (−12,0 Prozent) und 5,1 Millionen Tonnen chemische Erzeugnisse (−19,5 Prozent).

Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurden 13,2 Millionen Tonnen Gefahrgut transportiert; das waren 14,7 Prozent weniger als von Januar bis Juni 2022. Dabei handelte es sich um gut ein Viertel (26,0 Prozent) der insgesamt beförderten Tonnage.

Die bedeutendste Binnenwasserstraße in Nordrhein-Westfalen ist der Rhein. Drei Viertel (75,7 Prozent) der von Januar bis Juni 2023 beförderten Güter wurden in den Häfen an dieser Wasserstraße umgeschlagen. Auf den Plätzen zwei und drei rangierten das Westdeutsche Kanalgebiet (22,4 Prozent) und der Mittellandkanal (1,7 Prozent). Das Schlusslicht bildet das Wesergebiet (0,2 Prozent).

Je nach Wasserstraße wurden schwerpunktmäßig unterschiedliche Güter umgeschlagen: Auf dem Rhein und dem Mittellandkanal waren es am häufigsten Erze, Steine und Erden (36,1 Prozent aller auf dem Rhein bzw. 28,1 Prozent aller auf dem Mittellandkanal beförderten Güter) sowie Kokerei- und Mineralölerzeugnisse (14,3 Prozent bzw. 22,0 Prozent). Auf Binnenschifffen im Westdeutschen Kanalgebiet wurden vor allem Kokerei- und Mineralölerzeugnisse (37,4 Prozent) sowie Kohle, rohes Erdöl und Erdgas (25,2 Prozent) transportiert. Auf der Weser überwogen mit 49,5 Prozent landwirtschaftiche Erzeugnisse.

Im ersten Halbjahr 2023 wurden von allen in den NRW-Binnenhäfen umgeschlagenen Gütern etwa 434 700 TEU in Containern verschifft (−19,6 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum). Dabei wurden rund 211 700 TEU empfangen und etwa 223 000 TEU versendet.

Von Januar bis Juni 2023 wurden auf den NRW-Wasserstraßen rund 271 300 Container transportiert. Das waren 18,4 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Bei fast der Hälfte der Container handelte es sich um 40-Fuß Container (49,1 Prozent) gefolgt von 20-Fuß Containern mit 34,2 Prozent.

In Nordrhein-Westfalen wurde die Mehrzahl der Container (256 700, 94,6 Prozent) auf dem Rhein transportiert. 4,6 Prozent aller Container wurden im Westdeutschen Kanalgebiet und 0,8 Prozent im Mittellandkanalgebiet verschifft. Auf der Weser wurden keine Container transportiert.

Die beförderte Menge in Containern wird in sog. TEU gemessen. Ein TEU entspricht einem ISO-Container, der 6,058 Meter lang, 2,438 Meter breit und 2,591 Meter hoch ist.

Quelle und Grafik: IT.NRW




Klimaschonende Logistik mit HHLA Pure

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) erweitert das Portfolio ihres klimafreundlichen Produktes HHLA Pure. Ab heute baut die HHLA-Bahntochter Metrans das HHLA-Pure-Netzwerk in Europa signifikant aus und bietet ihren Kunden somit weitere Verbindungen zertifiziert klimaneutral an.


Mit dem Produkt HHLA Pure bieten HHLA und ihre Bahntochter Metrans ihren Kunden sowohl einen klimaneutralen Umschlag als auch Transport ihrer Waren und Güter von den Terminalanlagen im Hamburger Hafen bis ins europäische Hinterland. Ab dem 1. September wird Metrans die Seehäfen Gdansk, Rijeka, Rotterdam, Triest und Wilhelmshaven in das System für einen CO2-freien Transport aufnehmen. Zudem werden auch die Inlandterminals Duisburg in Deutschland und Indija in Serbien in das HHLA-Pure-Netzwerk integriert. Metrans hat das Angebot der Strecken somit mehr als verdoppelt und bietet nun insgesamt rund 340 Relationen über das HHLA-Pure-Netzwerk an. Im vergangenen Halbjahr hat Metrans bereits zwei Drittel ihres gesamten Containervolumens mithilfe von HHLA Pure klimafreundlich transportiert.

Peter Kiss, CEO der Metrans-Gruppe: „Mit der Erweiterung des HHLA-Pure-Netzwerks leisten wir einen weiteren wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und geben unseren Kunden noch mehr Möglichkeiten, ihre Container zertifiziert klimaneutral von den Seehäfen ins Hinterland zu transportieren.“

Bereits seit 2021 können im Rahmen von HHLA Pure alle Bahntransporte von und nach Hamburg, Bremerhaven und Koper CO2-frei abgewickelt werden. Die Erweiterung um weitere Relationen wurde im Zuge des diesjährigen Audits durch den TÜV geprüft und zertifiziert. Metrans setzt modernstes Equipment (E-Loks, Hybrid-Loks, moderne Leichttragwaggons und elektrische Kräne) und in Deutschland und Österreich Strom aus erneuerbaren Energien ein, um die transport- und umschlagbedingten CO2-Emissionen auf ein Minimum zu beschränken. Für jede Relation werden die verbliebenen CO2-Emissionen pro Standardcontainer (TEU) ermittelt und durch hochwertige Klimaschutzprojekte kompensiert.

Den klimaneutralen Umschlag bietet die HHLA ihren Kunden darüber hinaus an ihren Hamburger Container Terminals an. Der Container Terminal Altenwerder hat im August 2023 vom TÜV NORD erneut das Zertifikat für die Klimaneutralität des Unternehmens erhalten. Ziel ist es, bis zum Jahr 2040 im gesamten HHLA-Konzern klimaneutral zu produzieren. Dafür setzt die HHLA weiter auf die Entwicklung und den Einsatz technischer Innovationen.

Quelle: HHLA, Foto: Metrans/Ladislav Pesek




Rhenus Gruppe beteiligt sich an Rietlanden Terminals B.V.

Die Rhenus Gruppe hat eine 49,99-prozentige Beteiligung an den Rietlanden Terminals B.V. („Rietlanden“) erworben. Das Unternehmen betreibt zwei Terminals im Port of Amsterdam, dem viertgrößten Seehafen Europas. Rhenus hat ihren Anteil von dem derzeitigen Eigentümer JERA Global Markets erworben. Die restlichen 50,01 Prozent wird Rhenus im Jahr 2027 erwerben. Mit der Beteiligung stärkt die Rhenus Gruppe ihr europäisches Hafennetzwerk und baut die Terminals für eine kohlefreie Zukunft um.

Mit der 49,99-prozentigen Beteiligung an der Rietlanden Terminals B.V. wird Rhenus ihr umfangreiches Dienstleistungsportfolio in den Niederlanden um den Hafenumschlag und die Lagerung von Massengütern im Port of Amsterdam erweitern. Der viertgrößte Seehafen Europas ist ein bedeutender Logistikknotenpunkt mit zentraler Anbindung an alle wichtigen europäischen Märkte. „Wir freuen uns, Rietlanden Terminals in unserem bereits umfangreichen Terminalnetzwerk in Europa begrüßen zu dürfen. Der Zusammenschluss mit JERA Global Markets ist der folgerichtige Schritt, da wir dieselben Werte teilen“, sagt Michael Appelhans, Geschäftsführer der Rhenus Ports. JERA Global Markets bleibt der kontrollierende Mehrheitsgesellschafter der Rietlanden bis 2027.

Im Jahr 2017 gab der Port of Amsterdam seine Nachhaltigkeitsstrategie bekannt, die vorsieht, den Kohleumschlag bis 2030 zu beenden. Um die Zukunft der Terminals langfristig zu sichern, arbeiteten JERA Global Markets und Rietlanden gemeinsam an strategischen Optionen für die weitere Positionierung. Zentral dabei: Das Geschäft soll im Einklang mit den Unternehmenszielen und der Energiewende des Hafens stehen. „Wir sind zuversichtlich, dass die Rhenus Gruppe gut aufgestellt ist, um den Wert der Rietlanden Terminals zu maximieren, insbesondere ab 2030 und darüber hinaus, wenn der Kohleumschlag im Amsterdamer Hafen verboten sein wird“, sagt Justin Rowland, Chief Executive Officer von JERA Global Markets: „JERA Global Markets bleibt unseren Verträgen mit unseren Kunden in der ARA-Region verpflichtet und konzentriert sich darauf, weiterhin einen hohen Wert in unserer Geschäftspartnerschaft zu schaffen.“

Mit Rietlanden in Amsterdam wird Rhenus bis 2027 ihre Kapazität an Hafenterminalfläche in den Niederlanden verdoppeln und außerdem neue Kollegen begrüßen, die letztlich das wichtigste Asset des Unternehmens darstellen. „Diese Investition ist eine hervorragende Möglichkeit für künftiges Wachstum im Port of Amsterdam und für den weiteren Ausbau unserer Präsenz in den Niederlanden neben unseren Multifunktionsterminals in Rotterdam“, erklärt Peter van der Steen, Managing Director bei Rhenus Port Logistics in den Niederlanden. Rietlanden betreibt zwei auf Massengüter wie Schrott und Kohle spezialisierte Terminals und bietet darüber hinaus ergänzende Dienstleistungen von der Binnenschifffahrt bis zur Seefracht an.

Das 6.5 Hektar große Terminal im Amerikahaven wird gemeinsam mit einem langjährigen Vertragspartner für den Umschlag von Schrott genutzt. Das Terminal im Afrikahaven ist auf den Umschlag und das Mischen verschiedener Kohlesorten spezialisiert. Die Lagerkapazität beträgt 1,4 Millionen Tonnen auf einer Fläche von 30 Hektar. Darüber hinaus verfügt das Terminal über einen Gleisanschluss mit einer Ladekapazität von sechs Zügen pro Tag. „Wir bauen das Terminal im Afrikahaven zu einem Multi-User-Terminal mit Schwerpunkt auf Lagerung und Umschlag von umweltfreundlicheren Massengütern um“, sagt Peter van der Steen.

 

 




duisport und Rotterdam kooperieren bei Wasserstoff

duisport und der Rotterdamer Hafen kündigen den nächsten Schritt ihrer Partnerschaft an und betonen ihre Führungsrolle bei der Entwicklung europäischer Wasserstoff-Transportketten. Eine gemeinsam in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie unterstreicht die Bedeutung der beiden Häfen bei der Bedienung der wachsenden Nachfrage der Industrie nach Wasserstoff und seinen Derivaten sowie bei der Vermittlung zwischen Politik, Industrie und zukünftigen Akteuren auf dem Wasserstoffmarkt.

OCI Global, der börsennotierte niederländische Weltmarktführer für Ammoniak, Methanol und Wasserstoff, arbeitet mit beiden Häfen zusammen, um zu zeigen, dass der geplante Wasserstoffkorridor zwischen Rotterdam und duisport bereits vorhanden ist und gute Voraussetzungen bietet, um die hohe Nachfrage aus dem Industriecluster im Ruhrgebiet nach kohlenstoffarmem und erneuerbarem Wasserstoff zu decken.

OCI Global und der Hafen von Rotterdam haben bereits eine langjährige Partnerschaft und arbeiten gemeinsam an einer Reihe von Initiativen zur Dekarbonisierung. OCI Global betreibt das einzige Ammoniak-Importterminal im Rotterdamer Hafen und ist auf dem Weg, seine Durchsatzkapazität zu verdreifachen, um der steigenden Nachfrage nach Ammoniak als sauberem Brennstoff für schwer abbaubare Sektoren wie die Stahlindustrie gerecht zu werden. OCI betreibt auch ein Methanol-Importterminal und kündigte Anfang des Jahres zwei neue Partnerschaften für grünes Methanol im Rotterdamer Hafen an: mit Unibarge zur Entwicklung des weltweit ersten mit grünem Methanol von OCI HyFuels betriebenen Bunkerkahns mit Doppeltreibstoff und mit X-Press Feeder Lines zur Lieferung von grünem Methanol für ihre neu gebauten Methanolschiffe mit Doppeltreibstoff für gemeinsame Feeder. Beide Projekte werden im nächsten Jahr in Betrieb genommen. Im vergangenen Monat hat OCI im Rotterdamer Hafen das weltweit erste mit grünem Methanol betriebene Containerschiff der Reederei A.P. Moller – Maersk mit grünem Methanol betankt.

In der Machbarkeitsstudie wird hervorgehoben, dass in Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2045 ein deutlicher Anstieg der Nachfrage nach kohlenstoffarmem Wasserstoff auf mehr als 3 Millionen Tonnen pro Jahr erwartet wird. Auch die Nachfrage nach Methanol werde mit mehr als 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr deutlich steigen. duisport und der Rotterdamer Hafen wollen deshalb stärker zwischen Politik und Wirtschaft vermitteln, um Angebot und Nachfrage besser aufeinander abzustimmen und notwendige Investitionen und Subventionen zu beschleunigen. Unterstützt werden sie von der von duisport mitbegründeten Wasserstoff-Initiative „Hy.Region.Rhein.Ruhr e.V.“, der sich nun auch der Rotterdamer Hafen angeschlossen hat.

Um die erwartete Nachfrage zu decken, müssen geeignete Flächen bereitgestellt und die entsprechende Infrastruktur ausgebaut werden. Die Studie betont, dass die erste Wasserstoffpipeline zwischen den beiden Häfen bis 2027 fertiggestellt werden sollte, um die wachsende Nachfrage nach grünem Wasserstoff in Nordrhein-Westfalen mittelfristig zu decken. Wasserstoffderivate-Pipelines und Pipelines für den Export von CO2 sollen folgen. Auch die Binnenschifffahrt und der Schienenverkehr bleiben wesentliche Elemente, um die Wasserstoffketten in Gang zu bringen und die ersten Importe zu ermöglichen. Laut der Studie werden letztlich mehrere Wasserstoff-Pipelines benötigt, um den Bedarf in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus zu decken.

Der größte Seehafen Europas – der Rotterdamer Hafen – und der größte Binnenhafen der Welt – duisport – sind bereits seit Jahrzehnten durch Schienen-, Binnenschiffs-, Lkw- und Pipelineverbindungen miteinander verbunden. Die bestehende Zusammenarbeit wurde im vergangenen Jahr durch eine Absichtserklärung zur Digitalisierung und Energiewende erweitert, um gemeinsam die Möglichkeiten für Transporte von grünem Wasserstoff, Methanol und Ammoniak auszuloten.

Beide Häfen ergreifen bereits Maßnahmen, um die notwendige Infrastruktur zur Unterstützung der Wasserstoffwirtschaft aufzubauen. Ein zentraler Baustein für eine belastbare Versorgung der Industrie ist der Ausbau der Tanklagerkapazitäten für Wasserstoffderivate in Duisburg. duisport hat kürzlich angekündigt, im Duisburger Hafen ein Lager für Tankcontainer mit grünen Energieträgern und ein Tanklager für flüssige erneuerbare Kraftstoffe und Rohstoffe wie Ammoniak zu bauen. Der Betrieb einer ersten Wasserstoff-Elektrolyseanlage zur lokalen Produktion von grünem Wasserstoff ist für Mitte 2025 geplant.

Gemeinsam mit der Stadt Duisburg und dem Kraftwerk Essen soll darüber hinaus derzeit das erste Wasserstoff-Schulungszentrum in der Region gebaut werden. Ab 2025 können dann Mitarbeitende für die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette ausgebildet werden, um den wachsenden Bedarf an Fachkräften zu decken.

Im Hafen von Rotterdam wurden mehrere Projekte für Wasserstoff-Importterminals und die lokale Wasserstoffproduktion angekündigt, darunter die Erweiterung des Ammoniak-Terminals von OCI Global und der Bau eines 200-MW-Elektrolyseurs durch Shell. Es wurde Platz für mehrere Elektrolyseure reserviert, die grünen Wasserstoff aus Windenergie in der Nordsee erzeugen sollen. Der Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie hat kürzlich beschlossen, in das nationale Wasserstoffnetz zu investieren, dessen Bau in Rotterdam beginnen wird.

Rotterdams Vizebürgermeister Robert Simons: „Die Beziehung zwischen dem größten Binnenhafen duisport und dem größten Seehafen Rotterdam zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit bei der Energiewende für die Industrie in Nordwesteuropa ist.“

Martin Murrack, Duisburgs Stadtdirektor und zuständiger Dezernent für den Hafen: „Mit der Beteiligung an diesem weiteren Wasserstoffprojekt stellt der Duisburger Hafen einmal mehr eindrucksvoll seine Innovationskraft und Ausstrahlung unter Beweis. Nirgendwo ist der Strukturwandel von einer von Kohle und Stahl dominierten Schwerindustrie hin zu einer grünen Technologie so spürbar und dringlich wie hier im Ruhrgebiet. Deshalb ist es für Duisburg besonders wichtig, dass von hier aus entsprechende Impulse dieser Schlüsseltechnologie ausgehen, um den Weg zur Dekarbonisierung von Wirtschaft und Industrie zu unterstützen.“

Boudewijn Siemons, Interims-CEO und COO des Rotterdamer Hafens: „Diese Studie bestätigt die wichtige Rolle, die beide Häfen als Drehscheiben, Vermittler und Treiber der Energiewende spielen. Sie zeigt, welche zukunftsweisenden Aktivitäten in beiden Häfen erforderlich sind, um die Wasserstoffwirtschaft der Zukunft aufzubauen.“

duisport-CEO Markus Bangen: „Wir wollen Anbieter, Nutzer und politische Akteure an einen Tisch bringen, um konkrete Lösungen für einen nachhaltigen Weg der Wasserstoffproduktion und -nutzung zu entwickeln. So leisten wir einen wirkungsvollen Beitrag zur Aktivierung des Marktes und zur Beschleunigung der Energiewende.“

Ahmed El-Hoshy, CEO von OCI Global: „Als börsennotiertes niederländisches Unternehmen mit Partnern und Kunden in ganz Europa freuen wir uns über die Zusammenarbeit mit duisport und unserem langjährigen Partner, dem Rotterdamer Hafen, um die Wasserstoff-Wertschöpfungskette in Europa weiter auszubauen. Die Zusammenarbeit zwischen Häfen und Industrie sowie mit Regulierungsbehörden und anderen wichtigen Akteuren ist entscheidend, um die Wasserstoffwirtschaft anzukurbeln und die Energiewende voranzubringen.“

Quelle: duisport, Foto: duisport / krischerfotografie, wollen gemeinsam die Wasserstoffwirtschaft der Zukunft aufbauen (v.l.): Boudewijn Siemons (CEO a.i. & COO Port of Rotterdam Authority), Robert Simons (Hafenbeigeordneter der Gemeinde Rotterdam), Martin Murrack (Stadtdirektor Stadt Duisburg) und Markus Bangen (CEO duisport)

 




Die Zukunft der Häfen gestalten

Der Hafen Antwerpen-Brügge war Gastgeber des 9. chainPORT-Jahrestreffens, bei dem einflussreiche Persönlichkeiten aus der Hafenwirtschaft tagten, um sich mit den Herausforderungen und Perspektiven auseinanderzusetzen, die die Zukunft der Häfen weltweit bestimmen.


Jacques Vandermeiren, CEO des Hafens von Antwerpen Brügge und Gastgeber der diesjährigen chainPORT-Jahrestagung, erklärte: „In den letzten Jahren haben die Häfen immer wieder Krisen erlebt. Häfen sind Hebel für Veränderungen, und wir sind fest entschlossen, uns der Herausforderung zu stellen, Teil der zukünftigen Lösungen in den Bereichen Klimawandel, Energiesicherheit, Datenaustausch, Sicherheit und vieles mehr zu sein. Diese Situation erfordert, dass die Häfen Erkenntnisse und Erfahrungen austauschen und das Dienstleistungsniveau für unsere Hafenbenutzer erhöhen. chainPORT stärkt eindeutig diese Rolle“.

Auf der diesjährigen Veranstaltung gab es Keynotes von Microsoft, die tiefe Einblicke in den digitalen Wandel und die Herausforderungen boten, die den maritimen Sektor revolutionieren. Zu den wichtigsten Themen gehörten künstliche Intelligenz (KI), das industrielle Metaverse und Nachhaltigkeit. Myriam Broeders, CTO von Microsoft Belgien, teilte eine zum Nachdenken anregende Vision: „Die Häfen der Zukunft werden als interaktive Brücken zu neuen Horizonten dienen. Beim Navigieren durch die Strömungen der künstlichen Intelligenz und des industriellen Metaversums sollten wir uns daran erinnern, dass der Kompass zu dieser neuen Welt nicht nur Technologie ist, sondern Empathie und Menschen, die in die Lage versetzt werden, mehr zu erreichen und die menschliche Erfahrung zu bereichern, anstatt sie zu ersetzen.“

chainPORT hat sich mit der International Association of Ports and Harbors (IAPH) zusammengetan, um ein gemeinsames Projekt zu starten. Das Hauptziel ist die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses der kritischen Komponenten digitaler Hafeninfrastrukturen, um die Harmonisierung von Daten in der gesamten maritimen Lieferkette zu fördern. Die Hafenbehörden haben ihre neutrale Rolle genutzt, um die Zusammenarbeit beim Informationsaustausch zwischen Reedereien (DCSA ), Terminalbetreibern (TIC 4.0 ) und Port Community Systems (IPCSA ) zu stärken.

Aufbauend auf den bisherigen Ergebnissen bei der Harmonisierung und Standardisierung der beteiligten Parteien werden die Standardprozesse und -terminologie (IMO-GIA -Leitlinie über Just-in-Time-Ankünfte, von der IMO unterstützte (ITPCO )-Prozesskarte usw.) bezüglich der Zeitstempel beim Hafenanlaufverfahren zusammengeführt, um eine hohe Datenqualität, Standardisierung und einen reibungslosen Informationsfluss über Echtzeitkommunikationskanäle zu gewährleisten.

Darüber hinaus stellt das Projekt die Erfüllung der sich wandelnden Bedürfnisse der Beneficial Cargo Owners (BCOs) in den Vordergrund, die in der Zeit nach der Pandemie eine verstärkte Kontrolle und Transparenz ihrer Lieferketten anstreben.

Durch sorgfältige Zusammenarbeit und Koordination mit allen relevanten Interessengruppen setzt sich chainPORT dafür ein, die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten in Häfen zu verbessern.

„In enger Zusammenarbeit mit unseren strategischen Partnern ergreifen wir aktiv wesentliche Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Häfen und zur Optimierung der Lieferketten. Diese Bemühungen sind angesichts der komplizierten geopolitischen Lage und der wachsenden Komplexität im Bereich der Cybersicherheit noch dringlicher geworden. Häfen sind als kritische Komponenten unserer globalen Infrastruktur einer Reihe von Belastungen und Schwachstellen ausgesetzt. Unser vorrangiges Ziel ist es, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und somit den ununterbrochenen Fluss des globalen Handels zu gewährleisten“, sagt Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority und Mitbegründer von chainPORT.

S.E. Herman Van Rompuy, der emeritierte EU-Präsident, und James Appathurai, der für sich abzeichnende Sicherheitsherausforderungen bei der NATO zuständig ist, sprachen über das schwierige Umfeld, in dem Häfen heute operieren, und gingen dabei auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und sicherheitspolitische Trends ein; Themen, die unmittelbar mit Hafenaktivitäten verbunden sind.

Im Rahmen des Hauptprojekts von chainPORT beleuchtete die Geschäftsführerin von SeaBridge nv, Nadine Van Rompay, die Herausforderungen, die sich aus der wachsenden Regulierungslandschaft ergeben, an die sich BCOs halten müssen. Der Dialog unterstrich die Bedeutung der Datentransparenz für die Gewährleistung nahtloser Abläufe und die Notwendigkeit, Lieferketten durch Digitalisierung umzugestalten und zu optimieren.

Die Energiewende stand ebenfalls ganz oben auf der Tagesordnung, was durch einen Besuch in den Räumlichkeiten von Fluxys und eine Grundsatzrede von Raphaël De Winter, Direktor für Geschäftsentwicklung und Innovation bei Fluxys, unterstrichen wurde. Herr De Winter stellte fest, dass Häfen und Infrastrukturbetreiber an vorderster Front der Energiewende stünden, da sie über ein Dreigespann von Stärken verfügten: eine strategische Lage, eine gewaltige Schlagkraft und ein unermüdliches Engagement für Innovation. Durch ihre strategische Lage seien sie in das Gefüge der globalen Import- und Exportwertschöpfungsketten eingebunden und fungierten als Dreh- und Angelpunkt zwischen maritimen Hafenclustern und dem Hinterland.

„chainPORT ist nach wie vor eine treibende Kraft bei unseren Digitalisierungs-Bemühungen, und jetzt sehen wir, wie wichtig der Hafenbetrieb für die globale Gemeinschaft ist. Deshalb war die Dringlichkeit unserer Arbeit noch nie so groß wie heute“, sagt der stellvertretende Direktor des Hafens von Los Angeles, Michael DiBernardo. Die Dekarbonisierung der Seelieferkette ist ein weiterer wichtiger Faktor. Neben dem Austausch von Best Practices während der Jahrestagung von chainPORT unterstreicht auch die Entwicklung von Hafen-zu-Hafen-Initiativen – wie zum Beispiel grüne Frachtkorridore – die Notwendigkeit einer breiteren, hafenorientierten Zusammenarbeit.“

Die chainPORT-Jahrestagung ist nach wie vor eine zentrale Plattform für Hafenverantwortliche, um Wissen auszutauschen, über bewährte Verfahren zu beraten und gemeinsam an bahnbrechenden Lösungen zu arbeiten. Mit jedem Jahr bekräftigt sie das kollektive Engagement, die maritime Wirtschaft auf dem Weg in eine wohlhabende und nachhaltige Zukunft voranzubringen.

chainPORT ist eine multilaterale Partnerschaft der weltweit führenden Häfen mit dem Ziel, die neuesten technologischen Entwicklungen zu nutzen und die Vision eines intelligenten, vernetzten und digitalen Hafen-Ökosystems zu verwirklichen. Die Mitglieder engagieren sich für den Austausch von Wissen, Innovationen und die Förderung strategischer Themen. chainPORT wurde im April 2016 von den Hafenbehörden von Hamburg und Los Angeles in Zusammenarbeit mit dem Global Institute of Logistics initiiert. Die Initiative wird von den Häfen von Antwerpen-Brügge, Barcelona, Busan, Felixstowe, Göteborg, Indonesien, Montreal, Panama, Rotterdam, Singapur, Shanghai, Shenzhen und Tanger Med unterstützt.

https://www.hamburg-port-authority.de/de/chainport

Quelle und Foto: HPA