Hafenerlebniszentrum heißt Portlantis

Das neue Hafenerlebniszentrum im Rotterdamer Hafen heißt Portlantis. Das gab die Port of Rotterdam Authority beim offiziellen Start der Bauarbeiten bekannt. Das Baugelände befindet sich in der Nähe des Badestrands der Maasvlakte 2 am Ende des Amaliahavens. Portlantis wird Ende 2024 der Nachfolger des Informationszentrums FutureLand und wartet mit einem umfassenderen und abwechslungsreicheren Angebot auf.

„Ich bin zufrieden mit diesem Namen! Er ist ausgefallen und spricht die Vorstellungskraft an. Kurz und deutlich. Er stellt den Bezug zum Hafen her und assoziiert, dass dies kein Ort wie jeder andere ist. Außerdem deutet er auf ein Ziel, eine Bestimmung hin, die besucht und erkundet werden kann. All das bewahrheitet sich im Hafenerlebniszentrum. Es wird eine inspirierende, einzigartige interaktive Ausstellung und ein Treffpunkt mitten im Hafen. Der Weg dorthin führt die meisten Besucher durch den über 40 km langen Hafen. Bei der Ankunft hat man also schon eine beeindruckende Erfahrung hinter sich“, so Allard Castelein, Generaldirektor der Port of Rotterdam Authority.

Inzwischen hat das Bauunternehmen G. van der Ven B.V. mit der Konstruktion von Portlantis begonnen. Das Gebäude wurde von den Architekten von MVRDV entworfen. Diese Rotterdamer Agentur ist bekannt für Rotterdamer Ikonen, wie De Markthal und Depot Boijmans Van Beuningen, sowie für zahlreiche Gebäude in aller Welt. Portlantis wird seine Tore voraussichtlich im Laufe des Jahres 2024 öffnen. Am Samstag, dem 17. Juni, wird der niederländische „Tag des Baus“ (Dag van de Bouw) gefeiert. Aus diesem Anlass wird den Besuchern auf dem Baugelände ein außergewöhnlicher Blick hinter die Kulissen gewährt. Interessierte können sich unter futureland.nl anmelden.

Auf einer Fläche von 3.500 Quadratmetern und fünf Etagen, beherbergt Portlantis auch das EIC, ein edukatives Informationszentrum, das sich mit dem Rotterdamer Hafen befasst. Dort werden Ausflüge und andere Aktivitäten organisiert, um Schülern/Schülerinnen und Studenten/Studentinnen den Hafen nahezubringen. Die neue, moderne Konstruktion bietet nicht nur Raum für eine ständige Ausstellung für verschiedene Besuchergruppen, wie unter anderem Lehreinstellungen, sondern verfügt auch über Büroräume, Konferenz- und Tagungsstätten, ein Geschäft und Gastronomie. Die große Panoramadachterrasse bietet einen 360-Grad-Ausblick auf die angrenzenden Hafenaktivitäten und das Meer. Das neue Gebäude wird mit einem eigenen Windgenerator und Solarmodulen ausgestattet. Im Zuge der Bauarbeiten wird auch das Umfeld des Gebäudes neu gestaltet: es werden Straßen, Fußwege, Parkplätze, ein Veranstaltungsgelände und eine Freilufttribüne angelegt.

Kossmanndejong ist für die Raumgestaltung und die Ausstellung verantwortlich. Im neuen Zentrum entdecken und erleben Besucher den Rotterdamer Hafen der Gegenwart und Zukunft. „In der interaktiven und modernen Ausstellung tauchen sie in die komplexe und dynamische Hafenwelt ein. Bei Portlantis kann man den Hafen erkunden und entdecken. Es wird allerdings auch darüber aufgeklärt, welche Bedeutung der Hafen für die Gesellschaft, unsere Wirtschaft, den Lebensraum und den Besucher selbst hat. Im Zentrum wird gezeigt, wie die Zukunft aussehen kann. Welche Innovationen und spannenden Entwicklungen es gibt. Auch große Veränderungen, wie die Energiewende und die Digitalisierung, werden ansprechend und verständlich erläutert und bekommen auf diese Weise eine Bedeutung“, erklärt Richard van der Eijk, Leiter Communications & External Affairs der Port of Rotterdam Authority.

Darüber hinaus entdecken Besucher im Zentrum die große Vielfalt von Berufen und Karrierechancen, die der Hafen zu bieten hat. Neben der Ausstellung für das allgemeine Publikum und Zielgruppen aus dem Bildungswesen, verfügt das Hafenerlebniszentrum über ausgezeichnete Einrichtungen, die vom (Hafen-)Gewerbe genutzt werden können.

FutureLand bleibt bis zur Öffnung von Portlantis dienstags bis freitags von 10.00 bis 17.00 Uhr und sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Von Mai bis einschließlich September sind Besucher auch samstags willkommen. FutureLand hat eine ganzjährige Programmplanung, darunter auch Rundfahrten und Bustouren. Das Informationszentrum wurde 2009 eröffnet, um Besucher über die Hintergründe und den Bau der Maasvlakte 2 zu informieren. Mit über 100.000 Besuchern jährlich war die Idee ein Riesenerfolg und es entstand der Bedarf an einem permanenten Hafenerlebniszentrum. FutureLand will seine Existenz mit einem attraktiven Programm und neuen Besucherrekordzahlen in großem Stil beenden.

Quelle: Port of Rotterdam, Grafik: MVRDV, Artist impression von Portlantis




„Flachwassergebiet Kreetsand“ erfolgreich abgeschlossen

Die Hamburg Port Authority (HPA) hat jetzt im Beisein von Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard und Umweltsenator Jens Kerstan, das Pilotprojekt „Flachwassergebiet Kreetsand“ erfolgreich abgeschlossen. Nach rund zehnjähriger Bauzeit ist im Osten Wilhelmsburgs an der Norderelbe ein rund 30 Hektar großes, naturnahes gezeitenbeeinflusstes Flachwassergebiet entstanden, mit dem die Tideströmungen günstig beeinflusst und der Sedimenthaushalt in der Tideelbe und im Hamburger Hafen entlastet werden sollen.

Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Die Elbe ist eine vielbefahrene Wasserstraße und zugleich Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Dieses Projekt zeigt, dass sich beides nicht ausschließen muss. Im Rahmen der Maßnahmen, die für den Unterhalt der Schifffahrtsinfrastruktur nötig waren, konnten wir auch eine ökologische Verbesserung erreichen. Die Schaffung des Flachwassergebiets entlastet den Sedimenthaushalt in der Tideelbe und im Hamburger Hafen. Das hilft der Umwelt, das hilft dem Hafen – und Hamburg gibt ein gutes Beispiel ab!“

Umweltsenator Jens Kerstan: „Mit dieser Flachwasserbucht in Kreetsand haben wir ein Musterbeispiel in Sachen Renaturierung geschaffen, das ökonomischen und ökologischen Zielen gleichermaßen dient. Es dämpft nicht nur das Tidegeschehen, sondern schafft auch neuen Lebensraum. Fischlarven find hier künftig eine Kinderstube und Schutz vor starker Strömung. Lichtdurchflutetes Flachwasser fördert die Fotosynthese und bietet Fischen ein Refugium bei niedrigen Sauerstoffwerten in der Elbe und das Süßwasserwatt ist ein reich gedeckter Tisch für Wasservögel. Nicht zuletzt ist das Pilotprojekt Kreetsand auch ein gelungenes Beispiel für die behördenübergreifende Zusammenarbeit in Hamburg, bei der ein ehemaliges Spülfeld in einen naturnahen Zustand zurückgeführt wurde. Ich bin mir sicher, dass wir von dem dabei erlangten Knowhow in Zukunft noch profitieren werden.“

„Mit diesem Pilotprojekt sammelt die HPA wertvolle Erfahrungen, die in die zukünftige Entwicklung der Tideelbe einfließen können. So profitiert nicht nur der Hafen von dem Projekt, sondern es entsteht ein besonders schützenswerter Lebensraum, der Teil eines größeren Naturschutzgebiets an der Norderelbe wird“, sagt Friedrich Stuhrmann, Chief Commercial Officer der HPA.

Bereits 2009 hatte sich das Projekt als Exzellenz-Projekt im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Hamburg qualifiziert. 2014 folgten die Zertifizierung und Verleihung des ersten Preises als „Best Practice in Working with Nature“ durch die PIANC, einer der ältesten weltweit tätigen technisch-wissenschaftlichen Vereinigungen des Hafen- und Wasserstraßenbaus und der Schifffahrt.

Fakten
Planung: Genehmigungsverfahren 2010 – 2012
Ausführung: 2012 – 2022
Investitionsvolumen: knapp 80 Mio. €
Neue tidebeeinflusste Wasserfläche: ca. 30 ha
Tidevolumen: (Wasseraustauschmenge bei Flut und Ebbe): ca. 1 Mio. m³
Aushubboden: ca. 2 Mio. m³

 

Quelle und Foto: HPA




Future Proof Shipping: wasserstoffbetriebenes Containerbinnenschiff

In Rotterdam wurde jetzt die H2 Barge 1 zu Wasser gelassen. Das emissionsfreie Schiff von Future Proof Shipping (FPS) ist 110 Meter lang und wird mehrere Male pro Woche für Nike zwischen dem Rotterdamer Hafen und dem Inlandterminal von BCTN im belgischen Meerhout pendeln. Dies wird den jährlichen Ausstoß von Treibhausgasen erwartungsgemäß um 2.000 Tonnen CO2 reduzieren.

Der niederländische Minister für Infrastruktur und Wasserwirtschaft Mark Harbers war zugegen, um FPS-Gründer Huib van de Grijspaarde das besondere A-Zero-Emissionslabel (A0) auszuhändigen, mit dem ausschließlich emissionsfreie Schiffe ausgezeichnet werden. Future Proof Shipping (FPS) beabsichtigt, in den kommenden fünf Jahren eine Flotte von mehr als zehn emissionsfreien Binnen- und Shortsea-Schiffen zu bauen und zu nutzen.

Future Proof Shipping ist ein Partnerunternehmen von Condor H2, einem Projekt für die emissionsfreie wasserstoffbetriebene Binnen- und Küstenschifffahrt. Condor H2 arbeitet mit über 40 Partnern zusammen und wurde von einem Konsortium, an dem auch die Port of Rotterdam Authority beteiligt ist, Beginn dieses Monats auf dem World Hydrogen Summit präsentiert. Condor H2 will dafür sorgen, dass bis zum Jahr 2030 fünfzig emissionsfreie Schiffe unterwegs sind. Dadurch kann eine CO2-Reduzierung von insgesamt 100.000 Tonnen jährlich umgesetzt werden.

Quelle und Foto; Port of Rotterdam




Siemons und de Leeuw leiten Port of Rotterdam Authority

Boudewijn Siemons (58) wird ab dem 15. Juli 2023 als Interims-CEO der Port of Rotterdam Authority fungieren. Vivienne de Leeuw (48) bleibt weiterhin CFO, ihre Amtszeit wurde um vier Jahre verlängert. Siemons zeichnet als COO des Hafenbetriebs zugleich für Infrastruktur und maritime Angelegenheiten verantwortlich. Bis zur Ernennung eines neuen CEO wird er beide Positionen bekleiden. Siemons tritt damit die Nachfolge von Allard Castelein an, der im Sommer nach fast einem Jahrzehnt als CEO zurücktreten wird.

Miriam Maes, Vorsitzende des Aufsichtsrats (SB), sagte: „Wir sind dankbar, dass Boudewijn Siemons und Vivienne de Leeuw die Leitung des Hafenbetriebs für die kommende Zeit gemeinsam übernehmen wollen. Der Prozess der Suche nach einem neuen CEO ist noch nicht abgeschlossen. Wir brauchen dafür mehr Zeit als bis zum 15. Juli, dem Ende der Amtszeit von Allard Castelein. Mit der Ernennung eines Interims-CEOs und der Verlängerung der Amtszeit der CFO stellen wir in der Zwischenzeit die Kontinuität des Vorstands sicher.“

Der Maschinenbauingenieur Boudewijn Siemons ist seit Oktober 2020 COO bei der Port of Rotterdam Authority. Davor verantwortete er bei Royal Vopak als Präsident die Region Nord- und Südamerika. Zuvor war er Mitglied der Geschäftsleitung dieses Unternehmens und in Europa, im Nahen Osten und in den Vereinigten Staaten tätig. Von 1998 bis 2006 hatte Siemons verschiedene Führungspositionen bei Royal VolkerWessels inne. Boudewijn Siemons begann seine berufliche Laufbahn 1987 bei der Königlichen Marine der Niederlande, wo er bis 1998 tätig war. Er studierte am Königlichen Marineinstitut und an der TU Delft.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Vivienne de Leeuw ist seit dem 1. Juli 2019 CFO beim der Port of Rotterdam Authority. Zuvor war sie CFO bei RTL Netherlands und CFO bei KPN Consumer Residential. Sie begann ihre berufliche Laufbahn 1999 und bekleidete leitende Positionen in den Bereichen Corporate Finance und Investor Relations u.a. bei Arthur Andersen/Deloitte und Unibail-Rodamco. Vivienne de Leeuw studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Maastricht.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam 




Flächen für die Energiewende

Für ein klimaneutrales Deutschland ist die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien unerlässlich. Im Zuge dessen wird in Deutschland der Ausbau der Windenergie an Land und auf See vorangetrieben. Die installierte Leistung der Windenergie an Land soll bereits bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu 2022 etwa verdoppelt und auf See fast vervierfach werden. Diese ambitionierten Ausbauziele der Bundesregierung, aber auch anderer EU-Staaten stellen eine große Herausforderung für Produktion, Installation, Betrieb und Logistik dar.

Die Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen hat daher in Kooperation mit Niedersachsen Ports eine Studie beauftragt, welche die Konformität der Häfen im Hinblick auf den Windenergieausbau untersucht, damit diese in den kommenden Jahren den bestmöglichen Beitrag zum Gelingen der deutschen Energiewende leisten können. Die Studie soll zur Nationalen Maritimen Konferenz, die Anfang September in Bremen stattfindet, vorgestellt und Eingang in die Nationale Hafenstrategie des Bundes finden. Erste Ergebnisse der Analyse haben Michael de Reese, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen und Dr. Dennis Kruse, Geschäftsführer der mit der Studienerstellung beauftragten Deutsche WindGuard GmbH auf der diesjährigen Messe „transport logistic“ in München in Anwesenheit des Niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies vorgestellt.

„Die Niedersächsischen Seehäfen sind bereit“, sagt Michael de Reese, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen. „Das Flächenpotential ist vorhanden. Wenn die Ausbauziele in der Windenergie bis 2030 erreicht werden sollen, müssen jetzt die politischen Investitionsentscheidungen getroffen werden, damit Umschlagsflächen auch kurzfristig entwickelt werden können.“ Man dürfe nicht auf zusätzliche Hafenkapazitäten bei europäischen Nachbarn wie in den Niederlanden oder Dänemark setzen, so de Reese weiter. Es sei damit zu rechnen, dass diese aufgrund von eigenen nationalen Ausbauzielen ausgelastet sein werden, die ähnlich ambitioniert wie in Deutschland seien.

„Wir erwarten, dass die Windenergiebranche künftig sowohl kurzfristig als auch langfristig einen deutlich höheren Bedarf an Hafenflächen haben wird, um die Ausbauziele on- und offshore zu erfüllen und den Bestand zu erhalten“, sagt Studienleiter Dr. Dennis Kruse, Geschäftsführer der Deutsche WindGuard. Faktoren seien u. a. hohe jährliche Zubauraten on- und offshore bereits ab dem Jahr 2025, wachsende Dimensionen der Windenergieanlagenkomponenten oder der zunehmende Rückbau älterer Windenergieanlagen zunächst onshore und danach offshore, so Kruse weiter. Da die Logistik insgesamt nicht zum Flaschenhals in der Wertschöpfungskette zur Erreichung der Ausbauziele werden dürfe, seien auch Kajen sowie die Hafenzufahrten und die Hinterlandanbindung Gegenstand der Untersuchung.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Schon heute sind unsere Häfen unter anderem als Hauptumschlagbasis, Produktionshafen, Lagerfläche oder Servicehafen ein wichtiger Teil der Wertschöpfungsketten der Windenergiebranche. Das ist neben den Chancen auf neue Ansiedlungen ein wichtiger Aspekt, denn wir sind nicht nur Durchleitungsland, wir werden von der Transformation unserer Wirtschaft und Energieversorgung zur Klimaneutralität durch neue Wertschöpfung gerade an unserer Küste maßgeblich profitieren.

Und der Blick auf die nationalen und europäischen Windenergieausbauziele zeigt: Die Bedeutung der niedersächsischen Häfen wird noch einmal deutlich zunehmen. Wir erwarten ab 2025 einen jährlichen Anlagenzubau von rund 2000 On- und Offshore-Windanlagen – etwa dreimal so viel wie heute. Die heute vorgestellte Studie beinhaltet die gute Nachricht, dass unsere Häfen das Potential haben, wichtiger Teil dieses dynamischen Prozesses zu sein.“

Die Potenzialanalyse und die Presse-Information der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen gibt es hier

Quelle und Foto: Seaports of Niedersachsen. v.l.n.r.: Dr. Dennis Kruse (Managing Director Deutsche WindGuard GmbH), Olaf Lies, (Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung) und Michael de Reese (Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen).




Kran im Rampenlicht

Auf dem Gelände von PSA Breakbulk in Antwerpen gibt es seit kurzem Verstärkung. Schon von weitem ist der neue hoch in den Himmel aufragende blaue Schwergut-Raupenkran Liebherr LR 1750 erkennbar. Zur Einweihung erhielt er sogar einen eigenen Namen.

Normalerweise ist die Namensgebung den Schiffen vorbehalten. Doch der von Felbermayr bereitgestellte Schwergutkran am Terminal PSA Breakbulk ist für den Standort so besonders, dass dieser auf der Einweihungsfeier einen eigenen Namen erhalten hat. Die Wahl fiel per Los aus den vorab eingereichten Vorschlägen auf Big Felb.

„Der Schwergutkran ist an diesem Standort ein Unikat und schließt eine Lücke beim Umschlag von Schwerlasten und überdimensionalen Ladungen zwischen 200 und 750 t“, präzisiert Steven Degrauw von PSA Breakbulk. Der Raupenkran ist mobil auf dem Terminal einsetzbar. Die maximale Ausladung beträgt 84 m, die maximale Hakenhöhe liegt bei 105 m. Um die Voraussetzungen für diesen Giganten zu schaffen, wurden zunächst über 1,5 Mio. EUR in eine verstärkte Bodenplatte (Bodendruckkapazität 95 t/m²) investiert. Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit dem HSL-Anteilseigner, der Felbermayr Gruppe, die auf Installationen und den Betrieb von schweren Kränen spezialisiert ist.

Big Felb ist gefragt am Terminal, oftmals ist er noch bis 23 Uhr im Einsatz. Einer der ersten Aufträge besteht aus dem Umschlag von 90 Bauteilen mit Gewichten zwischen 20 und 380 t von verschiedenen Sonderfahrzeugen auf das Schwergutschiff GPO Grace. Bestimmt sind diese für den ersten aufzubauenden Windpark in den USA.

Der neue Kran ist Bestandteil des Konzepts, das Terminal zu einer ganzheitlichen Logistikdrehscheibe für Großprojekte auszubauen. Unter dem Namen Project Cargo Ecosystem wird das Terminal zum One-Stop-Shop für Industriepartner. Diese können alle Dienstleistungen für die Unterstützung ihrer Großprojekte aus einer Hand erhalten. Dazu gehören Umschlag, Lagerung, Konsolidierung, Vormontieren und weitere Mehrwertdienstleistungen. „Das Eco in dem Produktnamen Project Cargo Ecosystem steht zum einen für die bevorzugten Branchen aus den Bereichen erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit, die wir mit unserer Dienstleistung erreichen wollen, als auch für den Anspruch, unsere Aktivitäten auf dem Terminal umweltbewusst zu gestalten“, erklärt Degrauw.

Heiko Brückner, CEO von Haeger & Schmidt Logistics, ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir seit der Gründung unseres Joint Ventures vor zwei Jahren die Projekt- und Schwergutkompetenz bei PSA Breakbulk stärken konnten. Durch die Investitionen in speziell ausgerüstete Hallen und den Felbermayr-Schwergutkran können wir unseren Kunden am PSA Breakbulk Terminal einen One-Stop-Shop anbieten, der in Antwerpen einzigartig ist. Die sich ergänzenden Dienstleistungen unserer Joint-Venture-Partner ermöglichen es uns, neue integrierte Transportlösungen unter dem Label Project Cargo Ecosystem zu entwickeln.“

Ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt zeigt beeindruckend, dass das neue Konzept und die Investitionen in die Spezialisierung am Standort in Antwerpen greifen. Kürzlich wurde eine gigantische Plattform für die Windenergie auf dem Gelände von PSA Breakbulk montiert und für den Seetransport vorbereitet. Das Aggregat hat sogar einen eigenen Namen: Baltic Eagle. Künftig soll die Giga-Steckdose die Energie von Windkraftanlagen in der deutschen Ostsee bündeln und 475.000 Haushalte mit grünem Strom versorgen.

PSA Breakbulk sorgte für den Terminalumschlag, die Durchführung der notwendigen technischen Arbeiten und die Materialversorgung von etwa 100 Auftragnehmern. Nach etwa zwei Wochen war die 4.550 t schwere, fünfstöckige Giga-Steckdose versandbereit.

Angesichts des enormen Gewichts konnte die Windenergie-Plattform nur bei Flut auslaufen, die Fahrrinne auf der Schelde war kurzzeitig für den übrigen Schiffsverkehr gesperrt. Etwa eine Woche dauerte es dann noch bis die Baltic Eagle an ihrem Bestimmungsort etwa 30 km vor der deutschen Ostseeküste verankert wurde.

Quelle: Haeger & Schmidt Logistics GmbH, Foto: PSA




Herausfordernder Start in das Jahr 2023 für HHLA

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) verzeichnete angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen, wirtschaftlicher EU-Sanktionsmaßnahmen sowie einer nachlassenden konjunkturellen Dynamik einen herausfordernden Start in das Jahr 2023. Die Umsatzerlöse des HHLA-Konzerns reduzierten sich in den ersten drei Monaten des Jahres um 5,6 Prozent auf 364,7 Mio. Euro (im Vorjahr: 386,2 Mio. Euro). Das Betriebsergebnis (EBIT) ging im Jahresvergleich um 57,3 Prozent auf 22,9 Mio. Euro zurück (im Vorjahr: 53,7 Mio. Euro).

Die EBIT-Marge belief sich auf 6,3 Prozent nach 13,9 Prozent im entsprechenden Vorjahresquartal. Ausschlaggebend für die rückläufige Umsatz- und Ergebnisentwicklung waren der nachfragebedingte Mengenrückgang im Containerumschlag, der Rückgang der Lagergelderlöse an den Hamburger Containerterminals sowie die Einstellung des seeseitigen Umschlags am Containerterminal in Odessa. Das Ergebnis nach Steuern und nach Anteilen anderer Gesellschafter sank um 87,7 Prozent auf 2,8 Mio. Euro (im Vorjahr: 22,8 Mio. Euro).

Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende: „Bereits Ende 2022 zeichnete sich eine deutliche Abschwächung in der Nachfrage logistischer Dienstleistungen ab. Geopolitische Spannungen, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die hohe Inflation und der entsprechende Konsumrückgang in Europa schlagen sich weltweit in einem wirtschaftlich schwachen Jahresauftakt nieder. Entsprechend unserer Erwartung fiel auch bei der HHLA das erste Quartal des Jahres bei Containerumschlag und -transport schwach aus. Für das zweite Quartal rechnen wir mit einer Belebung des Marktes. Ergebnisseitig hat sich der Intermodalbereich hingegen stabil entwickelt. Insgesamt hat sich die Strategie der HHLA bewährt, sich entlang der logistischen Wertschöpfungskette breit aufzustellen und ihr Netzwerk permanent zu erweitern. Ungeachtet der herausfordernden Zeiten setzt die HHLA ihre auf Nachhaltigkeit und profitables Wachstum ausgerichtete Strategie weiter konsequent um. Dafür haben wir im ersten Quartal das Netzwerk unserer Bahntochter Metrans ausgebaut, unsere Wasserstoffaktivitäten vorangetrieben und in innovative Lösungen über die HHLA Next investiert.“

Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik verzeichnete in den ersten drei Monaten einen deutlichen Umsatzrückgang um 5,9 Prozent auf 355,1 Mio. Euro (im Vorjahr: 377,5 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 62,5 Prozent auf 18,5 Mio. Euro (im Vorjahr: 49,2 Mio. Euro). Die EBIT-Marge sank um 7,8 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent (im Vorjahr: 13,0 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern und nach Anteilen anderer Gesellschafter belief sich auf 0,4 Mio. Euro (im Vorjahr: 20,3 Mio. Euro).

Im Segment Container ging der Containerumschlag an den HHLA-Containerterminals um 18,6 Prozent auf 1.416 Tsd. Standardcontainer (TEU) zurück (im Vorjahr: 1.740 Tsd. TEU). Das Umschlagvolumen an den Hamburger Containerterminals lag dabei mit 1.360 Tsd. TEU um 15,9 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres (im Vorjahr: 1.618 Tsd. TEU). Haupttreiber für diese Entwicklung waren die stark rückläufigen Volumina im Fahrtgebiet Fernost, insbesondere China. Positive Impulse aus dem nordamerikanischen Ladungsvolumen konnten diese nicht kompensieren. Bei den Zubringerverkehren (Feeder) lag die Mengenentwicklung ebenfalls stark unter dem Vorjahr. Neben den schwedischen und polnischen Verkehren waren insbesondere die Russlandmengen als Folge der EU-Sanktionen im Vorjahresvergleich stark reduziert. Die Feederquote am wasserseitigen Umschlag lag mit 18,1 Prozent moderat unter dem Niveau des Vorjahres (im Vorjahr: 21,2 Prozent).

An den internationalen Containerterminals ging das Umschlagvolumen um 53,9 Prozent auf 56 Tsd. TEU zurück (im Vorjahr: 122 Tsd. TEU). Ursache hierfür war der starke Rückgang der Ladungsmengen am Terminal in Odessa, nachdem dort Ende Februar 2022 der seeseitige Umschlag infolge des russischen Angriffskriegs auf behördliche Anweisung eingestellt worden war. Zudem blieben im ersten Quartal 2023 Extraanläufe am Containerterminal TK Estonia als Alternative zu russischen Häfen aus.

Die Umsatzerlöse im Segment gingen in den ersten drei Monaten 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 18,8 Prozent auf 175,8 Mio. Euro zurück (im Vorjahr: 216,4 Mio. Euro). Ursache hierfür war im Wesentlichen der Mengenrückgang sowie der Rückgang der Container-Verweildauer an den Hamburger Containerterminals, die sich im Vorjahreszeitraum als Folge der gestörten Lieferkette positiv auf den Umsatz ausgewirkt hatte.

Vor diesem Hintergrund ging das Betriebsergebnis (EBIT) um 84,9 Prozent auf 5,7 Mio. Euro zurück (im Vorjahr: 37,8 Mio. Euro). Die internationalen Terminals TK Estonia und PLT Italy trugen jeweils positiv zur operativen Ergebnisentwicklung bei. Die EBIT-Marge sank um 14,2 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent (im Vorjahr: 17,4 Prozent).

Im Segment Intermodal reduzierte sich der Containertransport insgesamt um 5,4 Prozent auf 408 Tsd. TEU (im Vorjahr: 431 Tsd. TEU). Die Bahntransporte verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent auf 340 Tsd. TEU (im Vorjahr: 361 Tsd. TEU). Von dem Rückgang waren alle wesentlichen Relationen betroffen. Während insbesondere die norddeutschen Seehäfen starke Rückgänge verzeichneten, konnten einzig die Rotterdam-Verkehre auf vergleichsweise niedrigem Niveau deutlich zulegen. Die Straßentransporte verzeichneten einen moderaten Rückgang um 4,2 Prozent auf 68 Tsd. TEU (im Vorjahr: 71 Tsd. TEU).

Die Umsatzerlöse lagen mit 157,3 Mio. Euro um 13,4 Prozent über dem Vorjahreswert (im Vorjahr: 138,7 Mio. Euro) und entwickelten sich damit im Vergleich zur Transportmenge positiv.

Hintergrund hierfür war das im Verlauf des Vorjahres gestiegene Niveau der Transporterlöse, welches zeitversetzt an die gestiegenen Kosten im Leistungseinkauf, insbesondere die Energiekosten, angepasst werden konnte.

Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich im Mitteilungszeitraum auf 21,4 Mio. Euro (im Vorjahr: 21,6 Mio. Euro) und sank somit um 1,0 Prozent. Die EBIT-Marge ging um 2,0 Prozentpunkte auf 13,6 Prozent zurück (im Vorjahr: 15,6 Prozent). Ursächlich für die rückläufige EBIT-Entwicklung war im Wesentlichen der Rückgang der Transportmenge. Gegenläufig wirkte sich aus, dass das Vorjahresergebnis durch Sturmschäden im Februar und Störungen in den internationalen Transportketten belastet war.

Der Hamburger Markt für Büroflächen verzeichnete laut aktuellem Marktbericht von Grossmann & Berger in den ersten drei Monaten des Jahres trotz Anstieg der Leerstandsquote von 3,5 Prozent im Vorjahr auf aktuell 4,0 Prozent ein ausgewogenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Die HHLA-Immobilien in der historischen Speicherstadt und auf dem Fischmarktareal wiesen im ersten Quartal 2023 weiterhin eine stabile Vermietungsquote bei annähernder Vollvermietung aus.

Die Umsatzerlöse stiegen um 8,7 Prozent auf 11,6 Mio. Euro (im Vorjahr: 10,7 Mio. Euro). Neben gestiegenen Erlösen aus Umsatzmietvereinbarungen trugen vor allem höhere Mieterlöse aus neu entwickelten Objekten in der Speicherstadt zu der Entwicklung im ersten Quartal 2023 bei.

Den generierten Umsatzzuwächsen standen dabei ein geplanter temporärer Leerstand eines Objekts in der Speicherstadt nach Mieterwechsel sowie ein erhöhter Instandhaltungsaufwand gegenüber. Zudem stiegen die Abschreibungen durch Aktivierungen nach abgeschlossener Projektentwicklung. Das kumulierte Betriebsergebnis (EBIT) sank vor diesem Hintergrund leicht um 1,7 Prozent auf 4,3 Mio. Euro (im Vorjahr: 4,4 Mio. Euro).

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2023 sind grundsätzlich keine neuen Ereignisse von wesentlicher Bedeutung eingetreten. Die im zusammengefassten Lagebericht 2022 enthaltenen Angaben zum erwarteten Geschäftsverlauf 2023 besitzen daher weiterhin Gültigkeit.

Die wirtschaftliche Entwicklung der HHLA lag im ersten Quartal 2023 im Wesentlichen im Rahmen der Erwartungen. Jedoch führt die heterogene Entwicklung auf Segmentebene in den ersten drei Monaten zu einer Anpassung der Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

Aufgrund der konjunkturbedingt stark rückläufigen Entwicklung der Umschlagvolumina in den ersten drei Monaten des Jahres wird für den Teilkonzern Hafenlogistik beim Containerumschlag nunmehr von einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr ausgegangen (vormals: moderater Anstieg). Für das zweite Quartal 2023 wird eine Aufhellung der Lage mit entsprechender Mengenzunahme, insbesondere im Fahrtgebiet Fernost, erwartet. Beim Containertransport wird unverändert mit einem moderaten Anstieg gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Bei den Umsatzerlösen wird im Teilkonzern Hafenlogistik nunmehr von einem geringfügigen Anstieg ausgegangen (vormals: auf Niveau des Vorjahres). Diese Erwartung ist durch einen starken Anstieg (vormals: deutlicher Anstieg) der Umsatzerlöse im Segment Intermodal begründet. Für das Segment Container wird hingegen mengenbedingt von einem moderaten Rückgang ausgegangen (vormals: leichter Rückgang).

Die Erwartung für das Betriebsergebnis (EBIT) im Teilkonzern Hafenlogistik liegt weiterhin unverändert in der Bandbreite von 145 bis 175 Mio. Euro. Dabei wird davon ausgegangen, dass die angepasste Erwartung der Mengenentwicklung durch ein eingeleitetes Maßnahmenpaket zur Ergebnisstabilisierung teilweise kompensiert werden kann. Dabei wird innerhalb dieser Spanne im Segment Container weiterhin ein starker Rückgang und im Segment Intermodal ein moderater Anstieg des jeweiligen Segment-EBIT erwartet.

Für den Teilkonzern Immobilien wird unverändert mit einer Umsatzentwicklung auf dem Niveau des Vorjahres sowie einem deutlichen Rückgang des Betriebsergebnisses (EBIT) gerechnet.

In Summe wird auf Konzernebene ein geringfügiger Anstieg (vormals: auf Niveau des Vorjahres) bei den Umsatzerlösen erwartet. Ein Betriebsergebnis in einer Bandbreite von 160 bis 190 Mio. Euro wird weiterhin als möglich angesehen.

Investitionen auf Konzernebene werden unverändert in einer Bandbreite von 250 bis 300 Mio. Euro angestrebt. Davon entfällt mit 220 bis 270 Mio. Euro der wesentliche Teil auf den Teilkonzern Hafenlogistik.

Vor dem Hintergrund des andauernden Kriegs in der Ukraine und weiterer geopolitischer Spannungen sowie der Auswirkungen der hohen Inflation ist der Ausblick jedoch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.

Die Quartalsmitteilung gibt es hier

Quelle und Foto: HHLA




Emissionsfreie Binnen- und Shortsea-Schifffahrt

Die Port of Rotterdam Authority stellt gemeinsam mit der Provinz Südholland und über 40 Partnern ein ehrgeiziges Projekt für die emissionsfreie Binnen- und Shortsea-Schifffahrt unter Nutzung von Wasserstoff vor. Dank Condor H2 sollen im Jahr 2030 fünfzig emissionsfreie Schiffe fahren können. Auf diese Weise kann eine CO2-Reduktion von 100.000 Tonnen pro Jahr realisiert werden.

Condor H2 wird Wasserstoffspeicher und Brennstoffzellen mit einem Akkupack nach dem Pay-per-Use-Modell zur Verfügung stellen, damit Eigentümer ihre Schiffe mit überschaubaren vorausgehenden Investitionen emissionsfrei machen können. Der Wasserstoff wird in „Tankcontainern“ geliefert, die problemlos an Bord gebracht und schnell ausgetauscht werden können, sodass auch längere Fahrten möglich sind.

Um dieses Vorhaben umzusetzen, bringt das Projekt sechs Häfen und mehr als 40 Partner aus der gesamten Wertschöpfungskette an einen Tisch, von Wasserstofflieferanten über Händler und Technologieanbieter bis hin zu Schiffseigentümern. 2025 sollen die ersten Schiffe mit dem Condor H2-System auf der Strecke fahren.

„Wasserstoff wird in der Schifffahrt bereits getestet, aber jetzt ist die Zeit gekommen, um auf eine großangelegte Umsetzung hinzuarbeiten“ erklärt Nico van Dooren, Director New Business der Port of Rotterdam Authority. „Mit dem Angebot einer modularen, skalierbaren und bezahlbaren Lösung, sorgt Condor H2dafür, dass es sowohl technisch als auch wirtschaftlich möglich ist, die Schifffahrt auf den wichtigsten Strecken in Nordwesteuropa emissionsfrei zu machen.“

Das Condor H2-Projekt gehört zum RH2INE-Netwerk, einem Kooperationsverband zwischen Häfen, regionalen Behörden und Markteilnehmern am Rhein, von Belgien und den Niederlanden bis in die Schweiz.

„Die Fortschritte, die von den RH2INE-Partnern derzeit im Rahmen dieses zielgerichteten Netzwerks von gleichgesinnten Parteien erzielt werden, sind vielversprechend. Condor H2 ist in einem Netzwerk von führenden Unternehmen angesiedelt, die wachsen wollen und können“, sagt Jeannette Baljeu, Abgeordnete der Provinz Südholland.

Im Lenkungsausschuss von Condor H2 sind die Provinz Südholland, die Port of Rotterdam Authority, WaterstofNet und die Rabobank vertreten. Das Projekt wird außerdem von einer Reihe von Partnern aus der Industrie und Schifffahrt unterstütz, unter anderem: Air Products, Ballard, Blue H Engineering, bp, Concordia Damen, De Vlaamse Waterweg, DFDS, EICB, ENGIE, Eoly Energy, FinCo Fuel, Future Proof Shipping, H2Storage, HTS, INEOS, Linde, Marin, Maritieme Academie Harlingen, Naval Inland Navigation, Nedstack, Gemeente Nijmegen, North Sea Port, NPRC, NPROXX, Port of Duisburg, Port of Amsterdam, Port of Antwerp-Brugge, Provincie Noord Holland, Rotterdam Shortsea Terminal, Samskip, Schenk Tanktransport, Shell, STC, Theo Pouw, UMOE, VT Group, VITRITE Middelburg und Zepp Solutions

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Mannheim und Rotterdam kooperieren

Die Häfen von Mannheim und Rotterdam werden in den kommenden Jahren ihre Zusammenarbeit verstärken, um die Logistikkette zwischen den beiden Häfen nachhaltiger und digitaler zu gestalten. Um diese Pläne zu untermauern, haben Uwe Köhn, Hafendirektor des Mannheimer Hafens, und Matthijs van Doorn, Vice-President Commercial des Port of Rotterdam Authority, kürzlich eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Der Mannheimer Hafen hat eine strategische Lage entlang des Rheinkorridors und innerhalb einer starken Industrieregion, von der aus Massengut- und Containerströme von und nach Rotterdam transportiert werden.

Zu den Themen, die die Kooperation umfassen sollen, gehören die Möglichkeiten für den weiteren Ausbau des Hinterlandverkehrs über die Schiene und die Wasserstraße, die Transformation in einen emissionsfreien Verkehrskorridor für den Güterverkehr auf der Straße, dem Wasser und der Schiene, die weitere Steigerung der Zuverlässigkeit und Effizienz des Binnenschiffsumschlags an den Tiefsee- und Binnenterminals sowie der Wissensaustausch zwischen beiden Häfen, um auf einen transparenten digitalen Rheinkorridor hinzuarbeiten.

Im Hinblick auf die Energiewende werden beide Häfen prüfen, ob sie gemeinsam die Infrastruktur für den Transport alternativer erneuerbarer Energieträger fördern können, die entweder in den Häfen, im Hinterland und zwischen den Häfen entlang des Korridors produziert, importiert oder genutzt werden.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Port of Rotterdam/ Marc Nolte.Uwe Köhn (Hafendirektor Hafen Mannheim) und Matthijs van Doorn ( Vice-President Commercial Port of Rotterdam Authority)




Ganzzugkonzept auf Kurzstrecke

Ganzzugverkehre können auch auf einer Strecke bis 150 km die bessere Wahl gegenüber dem Lkw sein. Dies beweist ein Seehafenvorlaufkonzept auf dieser Distanz, das der Intermodaldienstleister Robert Kukla umgesetzt hat. Ein Hersteller aus Brandenburg konnte in der Folge seine Exporte auf diesem Wege steigern und die Rampenauslastung stabilisieren.

Am Anfang des Projekts stand der Auftrag eines namhaften Verladers, den Seehafenvorlauf von einem Hersteller aus Brandenburg in das 150 km entfernte Hamburg aus ökologischen Gründen von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Eine Bestandsaufnahme von Dirk Wessels, Geschäftsführer von Robert Kukla Hamburg, ergab weiteren Verbesserungsbedarf, auch abseits der gewünschten Verlagerung: „Die Rampenauslastung war wegen der Abhängigkeit von der Verkehrslage auf der Autobahn und der Verfügbarkeit der Leercontainer in den Seehäfen nicht optimal. Es konnten teilweise nur gut die Hälfte der 20 geplanten Beladungen täglich durchgeführt werden. Die Logistik wurde damit zeitgleich zum begrenzenden Faktor für die Fertigung.“

Das daraufhin entwickelte Konzept von Wessels setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Es beinhaltet zwei wöchentliche Rundläufe per Ganzzug zwischen Wittenberge und den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven – mit vollen Containern hin, und Leercontainern zurück. Die verbleibenden 50 km zum Hersteller werden mit zwei CNG betriebenen Lkw abgedeckt, die im Shuttle verkehren. Damit ist Transportlösung komplett nachhaltig.

Eine wesentliche Veränderung gab es in diesem Zusammenhang für das Seehafenleerdepot. „Dieses haben wir an das Terminal in Wittenberge verlegt, um die Verfügbarkeit der Leercontainer zu stabilisieren. Wenn es erforderlich ist, können wir jetzt auch innerhalb von drei Stunden gestellen“, sagt Wessels über die Flexibilität.

Mit bis zu 700 Stellplätzen für 40-Fuß-Container dient das von ElbePort Wittenberge betriebene Terminal auch als Zwischenlager. Denn Schiffsverspätungen führen immer wieder dazu, dass der Vorlauf der aktuellen Schiffsabfahrt angepasst werden muss.   „Das Leercontainerdepot in unmittelbarer Nähe ermöglichte auch eine optimierte Auslastung der Rampen und eine Einhaltung der gebuchten Slots“, beschreibt Wessels die zentrale Rolle. Im eineinhalb Stundentakt pendeln die zwei CNG betriebenen Lkw zwischen Wittenberge und dem Hersteller. Wegen der kurzen Distanz gibt es keine Verspätungen mehr und die vorhandenen Rampen können mit über 20 Beladungen pro Tag ausgelastet werden. Zuvor kamen die Leercontainer per Lkw direkt aus dem Seehafen und waren aufgrund von Staus an den Terminals im Seehafen und der Verkehrslage auf der Strecke nicht immer wie gewünscht rechtzeitig zur Beladung vor Ort.

„Der Engpass an der Rampe ist beseitigt“, freut sich Wessels. Somit konnte der Hersteller seine Exporte stabilisieren und planbarer wachsen. Dieses Ergebnis kann aus Wessels Sicht auch Vorbildcharakter für andere Kurzstreckenverkehre haben: „Dieses System hat sich als nachhaltige, stabile und belastbare Transportlösung bestätigt.“  Nach Wessels Schätzungen lohnt sich die Betrachtung solcher Konzepte mit einem eigenen Ganzzug auch auf kürzeren Strecken, da man zum einen die Leercontainer zur unmittelbaren Nähe des Herstellers auslagert und damit eine planbare Ladungskapazität realisieren kann. Alternativ sei es auch eine Möglichkeit, die produzierten Mengen verschiedener Hersteller in der gleichen Region zu bündeln.

Quelle: Robert Kukla GmbH, Foto: HPA/ Andreas Schmidt-Wiehoff