Wasserstoff-Projekt für die Hafenbahnen

Der Frage, wie sich der Betrieb der Rangierloks im Hafen klimaneutral umsetzen lässt,  widmet sich jetzt ein neues Verbundprojekt, bestehend aus sechs Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Der Startschuss zu dem innovativen Forschungs- und Entwicklungsprojekt erfolgt im Rahmen eines Kick-Off-Meetings, zu dem die Partner in Bremen zusammenkommen.

Die Kooperationspartner setzen sich zusammen aus den Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (evb), dem Smart Mobility Institute an der Hochschule Bremerhaven, dem Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen GmbH (IEKrW), Alstom, bremenports GmbH & Co. KG (bp) und der Hamburg Port Authority AöR.

Gemeinsam arbeiten die Projektpartner an dem Ziel, Rangierlokomotiven in Bremischen und Hamburger Hafengebieten auf den Betrieb mit Wasserstoff umzustellen. Dabei sollen die Voraussetzungen und Anforderungen für die Umstellung erforscht, die Bedingungen für die Betankung ermittelt sowie Sicherheits- und Rechtsfragen geklärt werden. Am Ende des Projektes steht ein konkreter Umsetzungsplan. Das Projekt soll einen wichtigen Beitrag leisten, die CO2-Neutralität im Hafen bis 2035 zu erreichen.

Während der Schienenpersonenverkehr bereits überwiegend  elektrifiziert ist und mit Ökostrom betrieben wird, können Rangierloks – speziell auch im Hafenkontext – nicht durch Oberleitungen elektrifiziert werden. Die leistungsstarken Rangierloks mit Batterien auszustatten, ist aufgrund ihres hohen Energiebedarfs nachteilig und aufgrund der verfügbaren Energiedichte, den Lebenszykluskosten und der Ladezyklen noch nicht möglich. Aus diesem Grund ist die Wasserstofftechnologie interessant für den Rangierbetrieb.

Die Loks können mit grünem, klimaneutralem Wasserstoff betankt werden. Die im Wasserstoff gespeicherte Energie wird zum Beispiel mit Brennstoffzellen oder durch direkte Verbrennung wieder in Strom umgewandelt. Dieser wird für den Antrieb  der Lok genutzt – ganz ohne Oberleitungen. Ziel ist es, eine möglichst energieeffiziente Lösung zu finden.

Die Ergebnisse des Projekts „sH2unter@ports“ sollen auf andere Häfen und Rangierbetriebe übertragbar sein. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung. Neben der klimafreundlichen Umstellung  des Rangierbetriebs  bietet die Umstellung der Loks auf Wasserstoff weitere Perspektiven für infrastrukturelle Änderungen beim Betrieb von Hafenanlagen mit grünem Wasserstoff.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt läuft voraussichtlich bis zum 31. Mai 2024 und wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Das Projektvolumen beläuft sich insgesamt auf über 1,2 Millionen Euro.

Quelle und Foto: bremenports




Nautische Jahreszahlen 2022 für Rotterdam

Der Hafenbetrieb Rotterdam verzeichnete 2022 mit 137 Unfällen einen leichten Rückgang gegenüber den 141 Unfällen im Vorjahr. 2022 liefen etwas mehr Seeschiffe in Rotterdam ein als 2021 (29.029 gegenüber 28.876), aber etwas weniger Binnenschiffe (97.459 gegenüber 98.469 im Jahr 2021).

Die nautischen Ergebnisse des vergangenen Jahres wurden von zwei Unfällen im Rotterdamer Hafen überschattet (einer Kollision eines Wassertaxis mit einem Rundfahrtboot und dem Kentern eines Binnenschiffs) bei dem ein Todesopfer zu beklagen war. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der nautischen Jahreszahlen für 2022, die der Staatliche Hafenmeister René de Vries präsentierte.

„Angesichts des tödlichen Unfalls im Hafen können wir mit den Ergebnissen des vergangenen Jahres natürlich nicht zufrieden sein“, so der Hafenmeister, der seine Tätigkeiten in diesem Jahr selbst mit 6,39 von 10 Punkten (nautischer Sicherheitsindex) bewertete. „Wir versuchen immer, eine 7 zu erreichen. 137 Unfälle erscheinen viel, aber bei den meisten davon handelt es sich um Parkschäden. Der Unfall mit dem Wassertaxi ist besorgniserregend. Wir warten noch auf die Ergebnisse und Empfehlungen, die der Sicherheitsuntersuchungsrat (Onderzoeksraad voor Veiligheid) nach Abschluss seiner Untersuchung vorlegen wird. Wir stellen aber fest, dass sich das Verkehrsaufkommen auf den Wasserwegen in der städtischen Region stetig erhöht. Darum versuchen wir nach Kräften, das Fahrverhalten in der Freizeit- und Fahrgastschifffahrt positiv zu beeinflussen.“

In diesem Zusammenhang wurde zunächst die Aufsicht über das Fahrverhalten in der Freizeit- und Fahrgastschifffahrt intensiviert. Die festgestellten Gefahrensituationen werden regelmäßig gemeinsam besprochen. Die Abteilung Hafenmeister des Hafenbetriebs hat das Verkehrsmanagement nun versuchsweise um Kameraüberwachungspersonal erweitert. In der kommenden Zeit wird das von der Seehafenpolizei, der Zollbehörde und dem Hafenbetrieb genutzte Kameranetzwerk im Hafen- und Industriegebiet von 220 auf 280 Kameras erweitert.

Über den allmählichen Rückgang der Unfallzahlen in der Freizeitschifffahrt äußerte sich der Hafenmeister zufrieden: während 2018 noch 14 Unfälle verzeichnet wurden, waren es 2022 nur noch 6. „Allerdings handelt es sich hier um eine besonders verletzliche Gruppe von Wasserstraßennutzern. Die Gefahr von Unfällen bleibt hoch. Darum führen wir mehr Inspektionen durch, verhängen mehr Bußgelder und sorgen für umfassende Aufklärung. So setzen wir weiterhin Wasserstewards ein, die den Besatzungen passierender Freizeitschiffe Informationen erteilen. Außerdem führen wir Themenwochen durch. Wir organisieren Webinars und beteiligen uns aktiv am Projekt „Zusammen auf dem Wasser“. Dabei handelt es sich um einen Kooperationsverbund, dem unter anderem Hafenbetriebe, die Polizei, Vertreter der Binnenschifffahrt und der Freizeitschifffahrt sowie der Touringclub ANWB angehören und der sich zum Ziel gesetzt hat, die Wasserstraßennutzer zu einer sicheren gemeinsamen Nutzung der Schifffahrtswege und Gewässer anzuhalten. Im vergangenen Jahr zählte der Hafenmeister 36 Freizeitschiffe, bei denen der Motor ausgefallen war. „Das sind viel zu viele. Wer sich in den am stärksten frequentierten und größten Hafen Europas wagt, muss sich gut vorbereiten. Dazu gehört auch eine sorgfältige Wartung des Motors.“

Der Hafenmeister sprach auch noch einige wichtige Entwicklungen im kommenden Jahr an:

  • Es wird eine Untersuchung zur Erweiterung des Generatorenverbots für stillliegende Binnenschiffe durchgeführt. Momentan sind Generatoren schon innerhalb der Stadt verboten, und es wäre wünschenswert, dieses Generatorverbot auf die anderen Hafenbereiche zu erweitern. Die 32 Landstromstationen mit 116 Anschlüssen, die derzeit in den Bereichen ohne Generatorverbot zur Verfügung stehen, werden nämlich kaum genutzt.
  • Ab Juli wird regelmäßig Methanol gebunkert. Inzwischen wurden die Rahmenbedingungen für einen sicheren Verlauf der Bunkerung mit den beteiligten Akteuren abgestimmt.
  • Ende 2022 gab der Hafenbetrieb bekannt, dass Bunkerschiffe künftig zur Verwendung eines Bunkermesssystems an Bord verpflichtet werden, damit genau festgestellt werden kann, wie viel Treibstoff den Seeschiffen geliefert wird.Der Hafenmeister wird 2023 beschließen, welche Bunkermesssysteme für den Rotterdamer Hafen geeignet sind und wann die Verpflichtung in Kraft tritt.
  • Diesen Monat hat der Hafenbetrieb im World Port Center ein Airspace Centre eingerichtet, das Erkenntnisse darüber sammeln soll, was zur Gewährleistung der Sicherheit des Drohnen-Luftraums benötigt wird, welche Auswirkungen das Drohnen-Verkehrsmanagement auf die eigene Organisation hat und welche Rolle der Hafenbetrieb künftig in diesem Zusammenhang spielen kann.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, Foto: Port of Rotterdam/ Kees Torn




bayernhafen führt umweltschonenden Kraftstoff HVO ein

bayernhafen geht beim Thema Nachhaltigkeit den nächsten Schritt und stellt sukzessive seine Umschlaggeräte auf den Kraftstoff HVO um. Der CO2 Ausstoß wird dadurch massiv verringert. Die Umstellung beginnt im Hafen Bamberg mit den beiden Liebherr Umschlagbaggern. Der LH110 ist bereits seit Ende Dezember erfolgreich mit HVO im Einsatz.

„Wir haben uns entschieden HVO nicht nur dem Diesel beizumischen, sondern zu 100% auf den umweltschonenderen Kraftstoff zu setzen. Wir wollen hier bewusst für unsere Branche und darüber hinaus ein Zeichen setzen, dass auch Schwergutmaschinen CO2 neutral betrieben werden können,“ so Klaus Hohberger, Mitglied der Geschäftsleitung bayernhafen.

HVO steht für Hydrotreated Vegetable Oils – umgangssprachlich für „hydrierte Pflanzenöle“. Diese Art von Biokraftstoff kann herkömmlichen Diesel zu 100% ersetzen und von einigen Maschinen- und Motorenherstellern liegen bereits die Genehmigungen zum Betrieb in bestehenden Motoren vor. „Einige Hersteller sind hier schon sehr weit. Bei Anderen bleiben wir hartnäckig an der Thematik dran. Da haben wir in Deutschland noch großes Potential. Die Mehrkosten von rund 10% zum Diesel holen wir eventuell sogar durch den geringeren AdBlue Verbrauch bei der Abgasreinigung wieder rein und betreiben unsere Maschinen dann nicht nur CO2 sondern auch kostenneutral im Vergleich zum Diesel“ ergänzt Klaus Hohberger.

Die Basis für HVO sind Pflanzenöle und pflanzliche Fette, die dann mit Wasserstoff synthetisiert werden. Durch die Nutzung von HVO werden die gesamten Schadstoffemissionen im Lebenszyklus einer Maschine um rund 75% reduziert. Der reine CO2 Ausstoß beträgt nur rund die Hälfte. Es wird lediglich emittiert, was die Pflanze vorher auch aufgenommen hatte. In diesem Bereich sind die Fahrzeuge dann klimaneutral. Rußentwicklung, Stickoxid- und Partikelemissionen sind deutlich reduziert, was den geringeren AdBlue Verbrauch bei der Abgasreinigung zur Folge hat.

Der Verbrauch der Umschlagbagger in Bamberg ist nahezu identisch zum Diesel. Das bedeutet eine Einsparung von etwa 23,7 Tonnen CO2 pro Jahr beim aktuellen Bedarf von 18.000 Litern Kraftstoff.

bayernhafen hat die Ausweitung der HVO Nutzung auf weitere Standorte bereits fest geplant und geht auch davon aus, dass der Mehrpreis durch eine weitere Verbreitung der HVO Nutzung stetig fällt.

Quelle: Bayernhafen GmbH & Co. KG, Foto: bayernhafen / Michael Ziegler, bayernhafen Bamberg: Umschlag mit dem mit HVO betankten LH110 




Ludwigshafen und Mannheim sind zufrieden mit 2022

Die Häfen Ludwigshafen und Mannheim blicken auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2022 zurück: insgesamt wurden 13.244.767 Tonnen Güter wasserseitig umgeschlagen, davon 5,7 Millionen Tonnen Güter in Ludwigshafen und 7,5 Millionen Tonnen in Mannheim. Auf den wasserseitigen Containerumschlag entfielen insgesamt 1.484.095 Tonnen; davon 752.355 Tonnen in Ludwigshafen und 731.740 Tonnen in Mannheim.

„Die aktuellen Zahlen belegen die Bedeutung der Binnenhäfen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Häfen sind nicht nur das „Tor zur Welt“ für Import- und Exportgüter. Sie bieten der regionalen Wirtschaft ein umweltschonendes Logistikangebot. Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf das Schiff und die Bahn wird hier seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert. Die Binnenhäfen stehen damit für Arbeitsplätze, regionale Produktion, Handel und die sichere Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Gütern und Energie.“ Sagte am Mittwoch, den 25.01.2023, der Direktor des Hafens Mannheim Uwe Köhn.

„Für das Jahr 2023 haben sich beide Häfen vorgenommen, gemeinsam die ebenfalls umweltrelevanten Themen City-Logistik und den möglichen Einsatz von Wasserstoff weiter zu forcieren. Unsere stadtnahen Logistikflächen werden hier eine wichtige Rolle spielen können.“ blickt Franz Reindl, Chef des Hafens Ludwigshafen nach vorne.

Der wasserseitige Güterumschlag in den Mannheimer Häfen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 254.551 Tonnen (+3,50 Prozent) von 7.271.551 Tonnen auf 7.526.102 Tonnen Güter. Der wasserseitige Güterumschlag im Ludwigshafener Hafen fiel um 1.147.502 Tonnen von 6.866.167 Tonnen auf 5.718.665 Tonnen Güter (-16,71 Prozent).

Die Tonnage im Containerumschlagsverkehr in Ludwigshafen sank um 130.796 Tonnen auf 752.355 Tonnen. Das sind 14,8 Prozent weniger als im Vorjahr. In den Mannheimer Häfen sank die Tonnage von 853.740 Tonnen auf 731.740 Tonnen. Dies ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 14,24 Prozent. Ursache ist die Komplettsanierung einer Hafenbrücke, die als wichtige Zufahrt dient.

In welchen Gütergruppen der Umschlag am höchsten ist, hängt stark von den ansässigen Hafenunternehmen ab und ist daher in den Häfen sehr unterschiedlich. In Ludwigshafen machen die chemischen Erzeugnisse den größten Teil des Umschlags aus, gefolgt von Erdöl, Mineralöl, Mineralöl, -erzeugnisse, Gase. Die drittgrößte Gütergruppe sind Steine und Erden. In Mannheim wird der höchste wasserseitige Umschlag im Bereich „Feste mineralische Brennstoffe“, erzielt, gefolgt von der Gütergruppe „Andere Nahrungs- und Futtermittel“ sowie „Chemische Erzeugnisse“.

In den Gütergruppen entwickelte sich der wasserseitige Güterumschlag im Vergleich zum Vorjahr im Hafen Ludwigshafen wie folgt: Die Gütergruppe „Chemische Erzeugnisse“ verzeichnete einen Rückgang von 455.929 Tonnen auf 2.552.080 Tonnen (-15,16 Prozent). Die Gütergruppe „Erdöl, Mineralöl, -erzeugnisse, Gase“ sank ebenfalls von 1.824.768 Tonnen auf 1.552.035 Tonnen (14,95 Prozent). Die drittstärkste Gütergruppe „Steine und Erden“ sank um 121.122 Tonnen auf 800.423 Tonnen (-13,14 Prozent).

In Mannheim gab es in zwei Gütergruppen einen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr: Die Gütergruppe „Feste mineralische Brennstoffe“ stieg um 32,77 Prozent von 2.099.514 Tonnen auf 2.787450 Tonnen. Die Gütergruppe „Andere Nahrungs- und Futtermittel“ stieg um 2,59 Prozent von 1.581345 Tonnen auf 1.622.376 Tonnen. Einen minimalen Rückgang um 2,33 Prozent verzeichnet die Gütergruppe „Steine und Erden“ von 661.987 Tonnen auf 648.579 Tonnen.

Durch den Transport der Güter mit dem Binnenschiff tragen die Häfen aktiv zur Vermeidung von LKW-Verkehren und damit zur Reduzierung von Lärm und schädlichen Abgasen bei: Insgesamt haben die Häfen die Straßen und Brücken in den Stadtgebieten um etwa 3.750 Lastkraftwagen pro Tag, bei einer durchschnittlichen Ladung von rund 10 Tonnen pro LKW, entlastet.

Quelle und Foto: Staatliche Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim mbH Direktion




Nachhaltige Energie-Logistik in Wilhelmshaven

Um der rasant steigenden Nachfrage nach nachhaltig erzeugter Energie und dem damit verbundenen Bedarf nach ausgefeilten Logistikkonzepten für Lagerung und Transport der notwendigen Komponenten gerecht zu werden, bündeln deugro und NORDFROST ihre Stärken in einer Kooperation. Mit einem „Green Energy Logistics Hub“ soll die Energiebranche von und nach Wilhelmshaven land- und wasserseitig bedient werden.

Mit einem ganzheitlichen Konzept sollen vor allem Kunden aus der On- und Offshore-Windenergiebranche sowie netznahe Akteure aus den Bereichen Konverter-Stationen, Umspannwerke, Kabelgeschäft, Transformatoren, etc. angesprochen werden. Das neue Logistikzentrum wird vor allem die Region Zentraleuropa bedienen. Das gemeinsame Angebot umfasst den Umschlag und die Lagerung, die Konsolidierung und Kommissionierung von Komponenten, die Zustandsprüfung einschließlich Fotodokumentation, die Verpackung und das Stauen/Entladen von Containern, die Import-/Exportabfertigung sowie weitere logistische Dienstleistungen an den NORDFROST-Terminals in Wilhelmshaven.

Die strategische Partnerschaft der beiden inhabergeführten Familienunternehmen mit zusammen fast 150 Jahren Erfahrung im Hafenumschlag und in der Projektlogistik schafft eine Vielzahl von Synergien für die Kunden. Mit der tideunabhängigen Erreichbarkeit von der Nordsee aus und der direkten Hinterland-Anbindung mit ampelfreiem Zugang zur Bundesautobahn bieten die Logistikkonzepte über Wilhelmshaven erhebliche Potentiale für Zeitersparnis und Effizienzsteigerung. Die örtliche Infrastruktur und die vorhandenen Kapazitäten garantieren einen optimalen Prozessablauf. Erweiterungsmöglichkeiten erhöhen die Flexibilität in der Lieferkette der Kunden.

Im Rahmen der Kooperation stellt die NORDFROST an ihren zwei Wilhelmshavener Hafenstandorten mit insgesamt 40 ha Grundstücksfläche rd. 150.000 qm für die gemeinsamen Hub-Aktivitäten zur Verfügung. Die überwachten und geschützten großen Logistikflächen verfügen über uneingeschränkten Zugang für Hochseeschiffe sowie eine direkte Hinterland-Anbindung an die deutsche Autobahn sowie das europäische Schienennetz.

Die NORDFROST wird für den Umschlag, die Lagerung und das Handling der Komponenten auf ihren Terminals mit eigenem Equipment wie Schwerlastkränen, Reachstackern sowie anderen Hebe- und Umschlaggeräten verantwortlich sein. Der Zugang zu weiterem speziellem Schwerlast- und Umschlagequipment ist auf Kundenwunsch und Projektumfang durch die beiden Partner gesichert.

Als weltweit führender Projektlogistiker bringt deugro seine langjährige Erfahrung von der Projektplanung und -vorbereitung über komplexe Transport-Engineering-Konzepte bis hin zur kompletten logistischen Abwicklung von Turn-Key-Projekten ein. Seit 2003 verzeichnet deugro einen track record von über 190 erfolgreich abgeschlossenen Projekten im Bereich Wind On- und Offshore in mehr als 40 Ländern.

deugro hat sich verpflichtet, die nachhaltige Energiewirtschaft weltweit zu fördern. Als Partner unterstützt deugro seine Kunden aktiv bei der Entwicklung und Bereitstellung innovativer Logistiklösungen in allen neuen und bestehenden nachhaltigen Energiebranchen. Dazu gehören Biomasse, Kohlenstoffabscheidung, Energie aus Abfall, Geothermie, Wasserstoff, On- und Offshore-Windkraft, Solarenergie sowie Wellen- und Gezeitenkraftwerke.

„NORDFROST und deugro bündeln ihre Stärken, um die nachhaltige Energiewirtschaft von und nach Wilhelmshaven zu bedienen. Wir freuen uns, mit der Entwicklung eines neuen Gateways nach Mitteleuropa und in die Nordsee unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten und unseren Kunden zu helfen, ihre Lieferketten zu sichern und weiter zu verbessern“, sagt Christian Schulz, Regional Sales Director – Europe, deugro.

Britta Bartels, geschäftsführende Gesellschafterin der NORDFROST, sagt: „In der strategischen Partnerschaft kombinieren wir unsere modernen Terminalanlagen mit der jahrelangen Erfahrung von deugro in der nachhaltigen Energiewirtschaft. Gemeinsam erfüllen wir die Anforderungen dieser Zukunftsbranche vollumfänglich, die am Energie- und Logistikstandort Port of Wilhelmshaven herzlich willkommen ist!“

„Wir freuen uns, gemeinsam mit NORDFROST dieses neue Kapitel zur Unterstützung der Ziele der COP27 aufzuschlagen – und das an Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen“, ergänzt Nils Sauerborn, Regional Tender Manager – Europe, deugro.

Alle Dienstleistungen sind ab sofort verfügbar und die erste Ladung wurde bereits in Wilhelmshaven umgeschlagen.

Quelle und Foto: Nordfrost




Innovationszentrum NextGen Demo ist bereit

Mit der Ankündigung der Kunststoffrecyclinganlage von PureCycle ist die Auffüllung des ersten Teils des NextGen District, des Hotspots für Kreislaufwirtschaft im Herzen des Antwerpener Hafengeländes, abgeschlossen, und der erste Spatenstich wird noch vor Jahresende in die Erde gesetzt. Heute startet der Hafen Antwerpen-Brügge ein zweites Ausschreibungsverfahren für die im Rahmen von NextGen Demo verfügbaren Grundstücke. Dieses Innovationszentrum ist Teil des NextGen District und richtet sich an Pioniere, die Raum und Unterstützung für die Erprobung ihrer Projekte suchen, bevor sie diese auf ein kommerzielles Niveau heben. Dank der Beiträge und Antworten im Anschluss an den ersten Aufruf Ende 2021 wurde das Angebot nun weiter verfeinert und auf die spezifischen Bedürfnisse der Demonstrationsteilnehmer zugeschnitten.

Der Hafen von Antwerpen-Brügge hat ein Gelände mit einer Gesamtfläche von 88 ha für NextGen District freigegeben, um einen Hotspot für die Kreislaufwirtschaft einzurichten. NextGen Demo ist eine Zone innerhalb dieses Clusters im Herzen der Antwerpener Industrie, in der Demonstranten neue Technologien und zirkuläre Demoprojekte, die aus dem Labor herausgewachsen sind, in größerem Maßstab und in einem industriellen Umfeld testen können, bevor sie zur Kommerzialisierung übergehen.

Die Anziehungskraft von NextGen District hat inzwischen weltweit Pioniere der Kreislaufwirtschaft und der Fertigungsindustrie angezogen, die dort „Altprodukten“ ein zweites oder drittes Leben geben. Das US-amerikanische Unternehmen Plug beispielsweise investiert in eine umweltfreundliche Wasserstoffanlage, Bolder Industries wird Autoreifen recyceln, Ekopak hat sich zu einer kreislauforientierten Wassernutzung verpflichtet und dank Triple Helix werden Polyurethanschaum und PET-Schalen zu neuen Rohstoffen recycelt. Darüber hinaus hat PureCycle letzte Woche eine Großinvestition in eine Anlage zum Recycling von Polypropylen (PP) bestätigt. ​ Damit ist der erste Teil des NextGen District fertiggestellt, und der Bau der Einrichtungen wird noch in diesem Jahr beginnen.

Für die Besetzung der NextGen Demo sucht der Hafen Antwerpen-Brügge Kandidaten (Start-ups und Scale-ups, Spin-off-Unternehmen und Pilotprojekte), die in der nachhaltigen und innovativen Chemie- und Energietechnologie tätig sind. Konkret geht es um Technologien in vier Bereichen: Waste-to-X (Chemikalien/Kraftstoffe), CCU (Carbon Capture & Utilisation), biobasierte Technologien und Technologien zur Speicherung erneuerbarer Energien und H2.

Das industrielle Hafennetzwerk mit globalen Top-Akteuren und das Ökosystem werden zu Synergien zwischen den Akteuren bei NextGen Demo, NextGen District und den anderen Hafenunternehmen beitragen. Darüber hinaus sind die erstklassige logistische Lage, die verfügbare periphere Infrastruktur, die maßgeschneiderte Beratung bei der Entwicklung auf ein kommerzielles Niveau und die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung zusätzliche Gründe für die Bewerber, sich zu bewerben. Darüber hinaus wurden das Konzept und das Angebot auf der Grundlage der Antworten auf die erste Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen Ende 2021 weiter verfeinert und auf die spezifischen Bedürfnisse der Demonstratoren zugeschnitten.

Der Hafen Antwerpen-Brügge veröffentlicht daher einen zweiten Aufruf an Pioniere der Kreislaufwirtschaft, ihre Projektvorschläge bis spätestens 31. März 2023 über die Website ​ einzureichen. Die Aufforderung gilt sowohl für Antragsteller, die sofort mit der Demonstration beginnen können, als auch für Antragsteller, die eine begrenzte Vorbereitung benötigen, bevor sie mit der Demonstrationsphase beginnen können. Nach der Bewertung der schriftlichen Projektvorschläge und einer mündlichen Erläuterung durch die Bewerber folgen die Verhandlungen und die Entscheidung über die Vergabe einer Konzession oder eine Vorbereitungsphase, gefolgt von der Unterzeichnung der Konzessionsvereinbarung oder der Absichtserklärung. ​

Weitere Informationen über den genauen Umfang, die Bedingungen und die technischen Spezifikationen finden Sie unter: NextGen Demo | Port of Antwerp-Bruges (portofantwerpbruges.com)

Jacques Vandermeiren, CEO Port of Antwerp-Bruges: „Die NextGen Demo ist der Ort schlechthin, an dem neue Technologien in das faszinierende Gefüge von Hafen und Industrie integriert werden. Die Vorführer erhalten hier den Raum, um zu wachsen und sich einem wertvollen Netzwerk von anderen Pionieren, Partnern und Kunden anzuschließen. ​ Wir haben unser Angebot verfeinert, so dass wir mehr denn je bereit sind, Pioniere aufzunehmen, die der Herausforderung gewachsen sind. Wir freuen uns daher auf innovative Projektvorschläge, die zur Kreislaufwirtschaft im Hafen und damit zum Übergang zu einer klimaneutralen Gesellschaft beitragen.“

Annick De Ridder, Hafenrätin der Stadt Antwerpen und Vorstandsvorsitzende des Hafens Antwerpen-Brügge: „Dieses Testfeld für technologische und nachhaltige Innovationen wird zur Stärkung, Synergie und Diversifizierung der Hafenplattform beitragen. Darüber hinaus handelt es sich um einen erstklassigen Logistikstandort zur Unterstützung des Wandels im Antwerpener Chemiecluster.“

Quelle und Grafik: Port of Antwerp-Bruges




Investition in saubere Transportzukunft

Mit der Inbetriebnahme des Black Forest Terminal (BFT) im Horber Industriegebiet Heiligenfeld ist am Dienstag der Güterverkehr in eine neue, klimafreundliche Ära gestartet. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann sprach vor fast 200 Gästen aus Wirtschaft und Politik davon, dass das Land durch die Drehscheibe für den kombinierten Güterverkehr „um eine attraktive Infrastruktur reicher“ geworden sei. Das BFT bezeichnete der Grünen-Politiker als „wertvolle Investition in eine saubere Zukunft“.

Mit dem Kombi-Terminal sei eine attraktive Umschlagmöglichkeit für den Güterverkehr in Betrieb gegangen, die Straßen und bestehenden Terminals im nördlichen Baden-Württemberg entlaste, betonte der Minister, der gemeinsam mit Michael Theurer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, und Investor Kurt Plathe aus Neubulach nach dem Einlaufen des ersten Containerzuges aus Hamburg den Startschuss für die wichtige Drehscheibe zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene gab. Baden-Württemberg könne bis 2040 im Güterverkehr nur klimaneutral unterwegs sein, so Hermann, wenn massiv Güter auf den klimafreundlichsten aller Verkehrsträger verlagert werden.

Theurer nannte das Kombi-Terminal ein „überzeugendes Beispiel dafür, wie es gelingen kann, umweltfreundliche Logistikketten aufzubauen“, denn „wir brauchen die Verlagerung auf die Schiene, um die Klimaziele zu erreichen“.

Investor Kurt Plathe zeigte sich „überwältigt von dem großartigen Interesse“ an dem Projekt. Politik und Behörden hätten das Vorhaben von Anfang an wohlwollend begleitet. Ausdrücklich erwähnte Plathe den früheren Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel, der dafür gesorgt habe, dass Zufahrtsweiche und Signaltechnik komplett von der Bahn finanziert werden. Mit dem Terminal, dessen Stahlkraft bis in die deutschen Seehäfen und zum Mittelmeer reiche, steige man in die Verkehrsstruktur der Zukunft ein, so Plathe. „Unterm Strich gibt es für die Bewältigung des Güterverkehrs nichts Nachhaltigeres als dieses Terminal“, betonte der Investor. Der Ausbau der Gäubahn und die Horber Brücke als Ortsumfahrung ergäben zusammen mit dem Terminal einen „Dreiklang mit hohem Mehrwert“. Das BFT sei ein Beweis dafür, dass die Verkehrswende im Güterverkehr, die von Parteien, Verbänden und Gesellschaft gefordert werde, umgesetzt werden könne, wenn alle an einem Strang ziehen. Jeder nicht gefahrene LKW-Kilometer spare im Schnitt 750 Gramm CO2 ein.

Das neue Terminal sei ein Verdienst des Pioniers Kurt Plathe, machte BFT-Geschäftsführer Richard Lagger deutlich. Im Vergleich zur Straße sei der Transport auf der Schiene umweltfreundlicher, platzsparender und effizienter, denn „ein LKW stößt 110mal so viel CO2 aus und braucht dreimal so viel Verkehrsfläche.“

Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger sprach von einem „Riesengewinn für die Region“ durch das „echte Klimaschutzprojekt“. Bis zu 18.000 Container jährlich werden nach den Worten von Sebastian Doderer, Geschäftsführer des Transportunternehmens Necoss, zusätzlich über die Schiene transportiert. Seit Dienstag verkehren zwei feste Zugumläufe pro Woche zwischen Horb und Hamburger Hafen. Jeder Zug kann bis zu 92 Container mitnehmen. Die Elektroloks fahren mit Strom aus erneuerbaren Energien der Stadtwerke Tübingen.

Quelle: Black Forest Terminal Horb, Foto:  Wolfgang Schlumberger, der erste Containerzug aus Hamburg läuft im Black Forest Terminal im Horber Industriegebiet Heiligenfeld ein. Aus dem Führerstand der neuen Necoss-Lok von Siemens winkt der Investor Kurt Plathe.




Errichtung der LNG-Import-Infrastruktur in Brunsbüttel

Anlässlich der Ankunft der FSRU (Floating Storage and Regasification Unit) „Hoegh Gannet“ in Brunsbüttel, fand heute eine offizielle Ankunftsfeier im Brunsbütteler Elbehafen statt. An dem Festakt nahmen, neben den Projektbeteiligten Morten Hoegh, Chairman der Reederei Hoegh, Dr. Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender der RWE AG und Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group, auch hochrangige politische Gäste wie Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein Daniel Günther und Energiewendeminister des Landes Schleswig-Holstein Tobias Goldschmidt teil.

Die inzwischen mehr als zehnjährigen Bemühungen um die Errichtung einer LNG-Import-Infrastruktur am Hafen- und Industriestandort Brunsbüttel mündeten heute in der Ankunft der FSRU, einem Spezialschiff, in dem tiefkaltes, verflüssigtes Erdgas erwärmt und zurück in den gasförmigen Zustand gebracht wird, im Brunsbütteler Elbehafen. Als privater Eigentümer und Betreiber des Hafens, stellt die Brunsbüttel Ports GmbH die notwendige Hafeninfrastruktur, an der die „Hoegh Gannet“ zukünftig liegen wird. In den vergangenen Monaten arbeitete das Projektteam unter enormem Zeitdruck daran, die erste von insgesamt zwei den Elbehafen betreffenden Phasen des komplexen Projektes schnellstmöglich zu realisieren. Um den Betrieb der FSRU im Brunsbütteler Elbehafen in dieser ersten Phase aufnehmen zu können, wurden nicht nur diverse bauliche Maßnahmen im Hafen umgesetzt, sondern auch eine drei Kilometer lange Anschlussleitung für die Einspeisung des Erdgases in das bestehende Gasnetz errichtet.

Geschäftsführer Frank Schnabel betont: „Wir haben hier in Brunsbüttel Dinge geschafft, die man früher für unmöglich gehalten hätte. Innerhalb kürzester Zeit hat unser Projektteam, in enger Zusammenarbeit mit diversen Projektpartnern, dem Bund, dem Land und den zuständigen Behörden, die Voraussetzungen für das Anlegen der FSRU im Brunsbütteler Elbehafen geschaffen. Dabei mussten wir unter enormem Druck zahlreiche Herausforderungen meistern. Nach zehn Jahren, in denen wir uns intensiv für LNG am Standort Brunsbüttel eingesetzt haben, machen wir nun gemeinsam einen großen Schritt in Richtung einer gesicherten und unabhängigen Gasversorgung.“

Auch Daniel Günther, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, hebt die außerordentliche Bedeutung dieses Meilensteins hervor: „In nur wenigen Monaten ist es gelungen, dieses Projekt zu realisieren und so einen Beitrag zur Energieunabhängigkeit Deutschlands zu leisten. Das ist eine Gemeinschaftsleistung, auf die wir in Schleswig-Holstein stolz sein können. Herzlichen Dank an alle, die an der Planung, Genehmigung und Fertigstellung für die Inbetriebnahme der FSRU mitgearbeitet haben. Mit dem schwimmenden Terminal in Brunsbüttel sichern wir unsere Gasversorgung und eröffnen uns zukünftig neue Möglichkeiten, beispielsweise den Wasserstoff-Import. Schleswig-Holstein wird seine Position als starker und verlässlicher Energiestandort damit weiter ausbauen.“

Zunächst liegt die FSRU noch am mittleren Liegeplatz der Pier im Elbehafen bis letzte Restarbeiten am Schiff abgeschlossen werden können. Nach Abschluss dieser Restarbeiten kann die FSRU an ihren für die erste Projektphase vorgesehenen, bestehenden Liegeplatz im Gefahrgutbereich des Hafens verholt werden. Daran knüpft die zweite Projektphase an, die auch einen Ausbau des Hafens vorsieht. Konkret wird in westlicher Verlängerung des bestehenden Gefahrgutliegeplatzes eine neue Pier, die sogenannte Jetty, planfestgestellt und gebaut, die dann als langfristiger Liegeplatz für die FSRU dienen soll. Diese langfristige Lösung ermöglicht es, den bestehenden Gefahrgutliegeplatz des Brunsbütteler Elbehafens wieder für bestehende operative Umschlagsaktivitäten zu nutzen.

Neben der Realisierung des ambitionierten FSRU-Projektes, konnte die Brunsbüttel Ports GmbH im vergangenen Jahr mit seinen drei Brunsbütteler Häfen in der Elbe und dem Nord-Ostsee-Kanal einen Umschlagszuwachs von 13% und damit ein erfolgreiches Jahr verbuchen. Als leistungsstarke Güterdrehscheibe und wichtiger Energiehub mit bundesweiter Bedeutung spielt der Hafen- und Industriestandort Brunsbüttel somit eine Schlüsselrolle für die deutsche Energieversorgungssicherheit. Durch seine Lage sowohl im ChemCoast Park Brunsbüttel, dem größten zusammenhängenden Industriegebiet des Landes, als auch in der Metropolregion Hamburg bietet Brunsbüttel ideale Voraussetzungen für die Errichtung einer vielseitigen Energie-Import-Infrastruktur für LNG, aber auch für grüne Energieträger. Neben der Errichtung eines landseitigen LNG-Import-Terminals, wird in Brunsbüttel auch die Errichtung eines Ammoniak-Import-Terminals in unmittelbarer Nähe des Elbehafens geplant.

„Mit den Planungen für zahlreiche energiepolitische Projekte setzt Brunsbüttel aktuell völlig neue Maßstäbe. Im ersten Schritt haben wir die notwendige Infrastruktur aufgebaut, um LNG zu importieren. An die dabei erzielten Erfolge knüpfen wir nun an, um die Zukunft auch mit grünem Wasserstoff zu entwickeln,“ so Schnabel.

Quelle und Foto: Brunsbüttel Ports GmbH, (v.l.n.r.) Dr. Robert Habeck (Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz der Bundesrepublik Deutschland), Daniel Günther (Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Tobias Goldschmidt (Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein) und Frank Schnabel (Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH / SCHRAMM group) vor der „Hoegh Gannet“ im Brunsbütteler Elbehafen 




Nextlogic erreicht Marktreife

Die integrale Planung für die Abfertigung der Containerbinnenschifffahrt im Rotterdamer Hafen wurde offiziell eingeführt. Nach einer intensiven Pilotphase haben die Binnenschifffahrtsunternehmen, die Terminals und der Hafenbetrieb Rotterdam grünes Licht für Nextlogic gegeben. Nextlogic ermöglicht es, Binnenschiffe im Hafen schneller abzufertigen und hilft Terminals, ihre Kaianlagen optimal auszulasten.

Im Rahmen der integralen Planung übermitteln die Betreiber der Binnenschiffe Nextlogic im Voraus Informationen über die Besuche, die Umläufe und die Ladung jedes einzelnen Binnenschiffs. Die Terminals melden ihre verfügbaren Kaikapazitäten. Nextlogic gleicht diese Informationen miteinander ab und erstellt den bestmöglichen Zeitplan für jeden Beteiligten. Die Planung wird automatisch rund um die Uhr optimiert.

Ungefähr 60 Prozent der gesamten Abfertigung von Binnenschiffen im Rotterdamer Hafen wird bereits über Nextlogic integral geplant. Derzeit beteiligen sich vier Deepsea-Terminals und fünfzehn Lastkahn-Betreiber. Ein fünftes Terminal, die ersten Leerdepots und andere Binnenschiffbetreiber bereiten sich darauf vor, Nextlogic ebenfalls einzuführen.

Sijbrand Pot, Interim-Direktor Nextlogic: „Ich freue mich, dass es Binnenschiffbetreibern, Terminals und Nextlogic gemeinsam gelungen ist, die integrale Planung zu einem geregelten Dienst zu machen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein in diesem den gesamten Hafen umfassenden Innovationsprojekt. Unser ultimatives Ziel ist es, zusammen mit unseren Teilnehmern einen transparenteren, effizienteren Hafen zu schaffen, von dem alle profitieren.“

Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam: „Die integrale Planung von Nextlogic für die Container-Binnenschifffahrt ist ein perfektes Beispiel für die innovative digitale Zusammenarbeit in der Kette. Durch diese Zusammenarbeit können wir ein besseres Gleichgewicht zwischen der Seeseite und dem Hinterland schaffen und ein ausgewogeneres Logistiksystem aufbauen. Es macht den Rotterdamer Hafen intelligenter, nachhaltiger und damit attraktiver für Kunden.“

Maira van Helvoirt, Koninklijke Binnenvaart Nederland (KBN): „Nextlogic ist ein wichtiges verbindendes Element in der Hafen- und Binnenschifffahrtsgemeinschaft; gemeinsam arbeiten wir an der Verbesserung des Umschlags. Nach mehr als 40 Jahren bilateraler Vereinbarungen mit Terminals und Depots ist dies der Beginn einer ganz neuen Art der Zusammenarbeit für Betreiber und Schiffsführer.“

Thijs van den Heuvel, Vorstandsmitglied VITO, Verband der niederländischen Inlandsterminal-Betreiber: „Für VITO ist die integrale Planung der Weg zu einer optimalen Produktivität für alle im Rotterdamer Hafen. Je mehr Parteien sich in naher Zukunft anschließen, desto besser können alle davon profitieren.“

Rob Bagchus, Vorsitzender VRTO, Verbandes der Rotterdamer Terminalbetreiber, im Namen der angeschlossenen Terminals: „Etwa 40 Prozent des Hinterlandtransports der Rotterdamer Containerterminals erfolgt per Binnenschiff. Eine integrale Planung hilft sowohl der Binnenschifffahrt als auch den Terminals, die verfügbaren Kapazitäten zur effizienten Abwicklung der Binnenschifffahrt optimal zu nutzen.“

Vince Tunzi, Vorsitzender HCRA, dem Dachverband für Depots und Container-Reparaturbetriebe: „Die Einführung von Nextlogic ist eine spannende neue Entwicklung für unsere Mitglieder. Derzeit bereitet sich das erste Depot auf den Anschluss vor. Angesichts dessen, was wir auf dem Markt hören und sehen, erwarten wir von einer integralen Planung eine Menge Vorteile.“

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Danny Cornelissen




PureCycle baut erste Kunststoffrecyclinganlage in Antwerpen

PureCycle Technologies (NASDAQ: PCT) wird seine erste Polypropylen (PP)-Recyclinganlage in Europa im NextGen District des Port of Antwerp-Bruges errichten. Die neue Anlage wird eine Jahreskapazität von 59.000 Tonnen (130 Millionen Pfund) haben.

Dabeibesteht die Möglichkeit, den Betrieb in Zukunft zu erweitern, denn das 14 Hektar große Grundstück ist für vier Verarbeitungslinien mit einer Gesamtkapazität von ~240.000 Tonnen (~500 Millionen Pounds) pro Jahr geeignet. PureCycle befasst sich derzeit mit der Beschaffung von Rohstoffen und der Finanzplanung mit dem Ziel, bis Mitte 2023 einen endgültigen Zeitplan für das Projekt festzulegen. Mit dem Bau der Anlage wird nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens, voraussichtlich im Jahr 2024, begonnen.

NextGen District ist ein globales Zentrum für Unternehmen, die die Kreislaufwirtschaft voranbringen wollen. Das Gelände liegt am Port of Antwerp-Bruges, dem zweitgrößten Seehafen Europas. PureCycle erhielt den Zuschlag für den Konzessionsvertrag nach der letzten Runde des Ausschreibungsverfahrens von NextGen.

Wiebe Schipper, Vice President of European Operations bei PureCycle, merkte dazu an: „Die Ankündigung unseres ersten Standorts in Europa markiert die nächste Phase der Umsetzung der globalen Wachstumsstrategie von PureCycle. Wir freuen uns, unser Ultra-Pure Recycled (UPR)-Harz Kunden in Europa anbieten zu können, wo Unternehmen und Politik bei der Kreislaufwirtschaft eine Vorreiterrolle spielen. Die Lage im NextGen District wird es uns ermöglichen, bestehende Effizienzsteigerungen zu nutzen, mit anderen Innovatoren in diesem Bereich zusammenzuarbeiten und neue Partnerschaften zu schließen. Er fügte hinzu: „Wir möchten dem Port of Antwerp-Bruges dafür danken, dass er an unsere Mission glaubt und die nötige Unterstützung bietet, um dieses Projekt auf den Weg zu bringen. Unser Team bei PureCycle freut sich darauf, gemeinsam eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten.“

Jacques Vandermeiren, CEO des Port of Antwerp-Bruges, sagte: „Der NextGen District des Port of Antwerp-Bruges hat sich zum Ziel gesetzt, einen Innovations-Hotspot zu schaffen, in dem Unternehmen gedeihen können, die sich dem Aufbau einer Kreislaufwirtschaft und der Entwicklung nachhaltiger Lösungen für einige der größten Klima- und Umweltherausforderungen der Welt verschrieben haben. Wir freuen uns, mit PureCycle bei diesem strategischen Projekt zusammenzuarbeiten, um diese Vision zu verwirklichen.“

PureCycle befindet sich bereits in aktiven Verhandlungen mit potenziellen Rohstoff- und Abnahmepartnern und geht davon aus, dass der kommerzielle Betrieb in seiner neuen europäischen Anlage aufgenommen werden kann, sobald der Bau der ersten Verarbeitungslinie abgeschlossen ist. Die neue PP-Reinigungsanlage wird nicht nur den europäischen Markt mit UPR-Harz von PureCycle beliefern, sondern soll in der Anfangsphase des Projekts auch 65 bis 70 neue Arbeitsplätze für die örtliche Bevölkerung schaffen. Das Projekt von PureCycle ist eine der größten Investitionen, die bisher im NextGen District angekündigt wurden. Lokale und europäische Subventionen und Zuschüsse sollen als wesentlicher Bestandteil der Projektfinanzierung in Anspruch genommen werden.

Der Ministerpräsident von Flandern, Jan Jambon, merkte an: „PureCycle hat Flandern als bevorzugten Standort innerhalb der EU für den Bau seiner ersten europäischen Recyclinganlage ausgewählt. Dies bestätigt, dass Flandern bei der Abfallsammlung und -verarbeitung weltweit führend ist, und stärkt unsere Position als führende Recycling-Drehscheibe noch mehr. Die Reinigungstechnologie von PureCycle ist ein Wendepunkt in der Kreislaufwirtschaft und wird einen großen Einfluss darauf haben, dass die Kunststoffindustrie – und vor allem der Chemie-Cluster um den Port of Antwerp-Bruges – noch nachhaltiger wird. Als eine Region, die bei der Kreislaufinnovation Pionierarbeit leistet, sind wir sehr stolz darauf, diesen neuen Partner, der das Ökosystem stärkt, in Flandern willkommen zu heißen. Die Export- und Investitionsförderungsagentur Flanders Investment & Trade hat durch Teams in den USA und in Flandern eine führende Rolle in diesem Investitionsdossier gespielt. FIT unterstützt PureCycle auch bei der Gründung und Entwicklung seines Standorts und seiner Verankerung in Flandern.“

Mit dem Vorzeige-Recyclingwerk des Unternehmens in Ironton, Ohio, das voraussichtlich im ersten Quartal 2023 mit der Pelletproduktion beginnen wird, einem zweiten Werk in Augusta, Georgia, das sich im Bau befindet, und dem ersten PP-Recyclingwerk in Asien, dessen Eröffnung für 2025 geplant ist, expandiert PureCycle weltweit und baut seine Produktionskapazitäten aktiv aus.

Quelle und Foto: Port of Antwerp-Bruges