KIEL zieht trotz Mengenrückgang positive Jahresbilanz

Der Kieler Seehafen zieht positive Bilanz für 2022 mit 7,7 Millionen Tonnen Frachtvolumen und 2,2 Mio. Passagieren. Aufgrund von aktualisierten Eigengewichten liegt das Umschlagsergebnis damit leicht hinter dem Rekordergebnis von 2021. Eine starke Kreuzfahrtsaison und gute Entwicklungen auf den Skandinavien-Verkehren gleichen zweistellige Mengenrückgänge Richtung Baltikum aus. Über 2,2 Mio. Passagiere (1,4 Mio. Fährverkehr/ 836.000 Kreuzfahrt) zählte der Kieler Seehafen im vergangenen Jahr und schließt damit nur leicht hinter den Rekordzahlen aus 2019 (2,3 Mio.) ab. Die SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG verzeichnet insgesamt eine positive Geschäftsentwicklung für 2022.

Die Göteborg-Verbindung bleibt auf einem weiterhin hohen Frachtniveau – ähnlich wie im Vorjahr (Gesamtergebnis Fracht 2,3 Mio. Tonnen/nach alter Leergewichtsberechnung: 2,1 Mio. Tonnen). Auf der Oslo-Verbindung konnten in diesem Jahr zweistellige Mengenzuwächse verzeichnet werden (Gesamtergebnis Fracht 817.000 Tonnen/+27,24 %). Als Folge der EU-Sanktionsmaßnahmen gegen Russland wurde zum 10. Juli 2022 die Einfuhr von sibirischer Lärche am Ostuferhafen eingestellt, die mit einem Anteil von unter einem Prozent am Gesamtumschlag des Kieler Seehafens (2021) eine geringe Rolle spielte. Auf den Routen Richtung Baltikum (Gesamtergebnis Fracht 2,6 Mio. Tonnen/ nach alter Leergewichtsberechnung: 2,3 Mio. Tonnen) wurden niedrige zweistellige Mengenrückgänge verzeichnet, die auch für den bereinigten Mengenrückgang des Gesamtumschlags von 5,6 % im gesamten Hafen verantwortlich sind. Mit 3,4 Mio. Tonnen/nach alter Leergewichtsberechnung: 3,1 Mio. Tonnen) gehört der Ostuferhafen auch weiterhin zum stärksten Bereich im Kieler Umschlagsgeschäft. Positive Entwicklungen gibt es im Passagierbereich: Der Seetourismus hat sich mit 2.241.919 Fähr- und Kreuzfahrtpassagieren gegenüber dem Vorjahr (921.796) mehr als verdoppelt. Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG, macht deutlich: „Die breite Aufstellung des Unternehmens hat uns in den vergangenen Jahren gut durch herausfordernde Zeiten geführt und gleicht auch in diesem Jahr Rückgänge in gewissen Bereichen aus. Mein Dank gilt in dem Zusammenhang auch unseren 360 Beschäftigten, die in 2022 großartige Arbeit geleistet haben. Auch wenn das kommende Jahr sicher noch einmal herausfordernd wird, blicken wir optimistisch in die Zukunft.“

Auch die Entwicklung im Kombinierten Ladungsverkehr in 2022 war geprägt von den Rückgängen am Ostuferhafen. Trotz stabiler Mengenentwicklung am Schwedenkai und Norwegenkai, bleibt die Gesamtbilanz im Intermodalbereich hinter den Erwartungen. Mit 28.900 Ladeeinheiten (2022) entspricht das Ergebnis nicht der eigentlichen Langfristplanung des Unternehmens – avisiert waren 35.000 Ladeeinheiten für 2023. Viele Züge mussten darüber hinaus im vergangenen Jahr ausgesetzt werden oder hatten erhebliche Verspätungen, u.a. aufgrund von Netzproblemen. Nichtsdestotrotz blicke man insgesamt verhalten optimistisch auf die KV-Entwicklung in den kommenden Jahren, sagte Claus, denn grundsätzlich steige die Nachfrage der Kunden nach umweltfreundlichen Logistikprodukten.

Die vergangene Saison 2022 war mit 244 Anläufen die bisher stärkste Kreuzfahrtsaison des Seehafens mit einem Anstieg von 37 Prozent zur letzten Vor-Corona Saison 2019 (178 Anläufe). Die positive Entwicklung im Kreuzfahrtbereich hatte sich bereits über mehrere Jahre abgezeichnet, in denen der norddeutsche Seehafen in intensiven Planungen mit internationalen Reedereien war. Der Wegfall von St. Petersburg als Kreuzfahrtdestination spielte bei den Zuwächsen im Kieler Kreuzfahrtgeschäft keine Rolle (+9 Anläufe durch Umroutung/-11 Anläufe durch Stornierung). Für die aktuelle Saison 2023 sind bisher 218 Anläufe gemeldet. Dirk Claus: „Wir pendeln uns im Kreuzfahrtbereich auf einem guten Niveau zwischen 200 und 250 Anläufen ein. Unser Fokus wird auch in dieser Saison vor allem auf der Integration der Kreuzfahrtschiffe mit unserer Landstromanlage liegen. Wir rechnen mit der Versorgung von 60 bis 100 Anläufen.“

PORT OF KIEL gehört zu einem der führenden europäischen Seehäfen bei der Landstromversorgung von Passagierschiffen. So bezogen die Fähren von Color Line und Stena Line über das gesamte Jahr 2022 hinweg Landstrom in Kiel trotz volatiler Energiepreise. Neben den zwei bestehenden Anlagen wird aktuell eine weitere Anlage zur Versorgung von Kreuz- und Fährschiffen am Ostuferhafen durch die Siemens AG gebaut. Die Fertigstellung des 17-Millionen-EuroProjektes ist für das Ende der Saison 2023 avisiert. Damit würde PORT OF KIEL über eine der umfangreichsten Infrastrukturen im Bereich Landstrom in Europa verfügen und kann ab 2024 an allen Kreuzfahrt- und Fährterminals Ökostrom anbieten. Im Einklang mit der Umweltstrategie des Hafens, die Klimaneutralität bis 2030 vorsieht, investiert PORT OF KIEL in 2023 zusätzlich 2 Mio. € in den Bau von Photovoltaikanlagen. Die Anlagen, die für Gebäudedächer des Unternehmens vorgesehen sind, sollen langfristig bis zu 30 Prozent des Strombedarfs des Konzerns decken. „Wir sehen darin nicht nur die Antwort auf aktuelle Energiefragen, sondern einen wichtigen Schritt zur kontinuierlichen Reduktion der C02-Emissionen bis 2030.“, so Claus.

Quelle: Port of Kiel, Foto: Port of Kiel/ Tom Körber




Starke Entwicklung im Überseehafen

„Insgesamt 30,5 Millionen Tonnen Fracht wurden in der Hafenstadt Rostock im vergangenen Jahr umgeschlagen, womit exakt das Rekordergebnis aus dem Jahr 2021 erreicht wurde“, informiert der Leiter des Hafen- und Seemannsamtes Rostock, Hafenkapitän Falk Zachau.

Im Überseehafen ging mit 29 Millionen Tonnen der weitaus größte Teil der Rostocker Güter über die Kaikanten. Damit wurde der Umschlagrekord des Überseehafens aus dem Vorjahr um 300.000 Tonnen bzw. ein Prozent übertroffen.

Nach Auskunft des Rostocker Hafen- und Seemannsamtes wurden in den anderen Rostocker Häfen wie dem Fracht- und Fischereihafen sowie Chemiehafen im Jahr 2022 weitere 1,5 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen; 300.000 Tonnen weniger als im Vorjahr.

„Trotz vielfältiger Herausforderungen konnte das vorjährige Rekordergebnis nicht nur bestätigt, sondern im Überseehafen sogar noch einmal ausgebaut werden. Mit diesem hervorragenden Ergebnis haben die Häfen und Unternehmen links und rechts der Warnow im Jahr 2022 eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie auf Basis ihrer hohen Leistungsfähigkeit mit multiplen Krisen umgehen können. In der zweiten Jahreshälfte 2022 waren im Überseehafen die Inbetriebnahme des Autoterminals, die Freigabe der neuen Autobahnauffahrt und –abfahrt im südlichen Hafenbereich sowie der Beginn der Baggerarbeiten für die Seekanalvertiefung auf 16,50 Meter Meilensteine der Hafenentwicklung“, resümiert ROSTOCK PORT-Geschäftsführer Dr. Gernot Tesch.

„Als national und international beliebte Kreuzfahrtdestination sowie mit mehreren Fährlinien von und nach Dänemark und Schweden bleibt Rostock der bedeutendste deutsche Passagierhafen“, sagt Jens Scharner, Geschäftsführer der ROSTOCK PORT GmbH. Mit 2,5 Millionen Passagieren auf den vier Fährverbindungen von Scandlines, Stena Line, TT-Line und Hansa Destinations gab es einen enormen Zuwachs von 800.000 im Vergleich zum Jahr 2021. Auch die Kreuzschifffahrt erholte sich im Vergleich zu den beiden Vor-Corona-Jahren, erreichte aber im Gegensatz zum Fährpassagierverkehr noch nicht wieder das Niveau von 2019. Insgesamt gingen bei 139 Schiffsanläufen von 30 Kreuzfahrtschiffen 294.000 Seereisende in Warnemünde an und von Bord. Der seit Februar 2022 andauernde Russlandkrieg in der Ukraine beeinflusst auch den Ostseekreuzfahrttourismus und damit die Anlauf- und Passagierzahlen in etlichen baltischen Häfen negativ. Angemeldet waren für das Jahr 2022 mehr als 200 Anläufe in Rostocks Ostseebad.

Das Investitionsvolumen in die Infrastruktur des Überseehafens betrug im vergangenen Jahr 27,5 Millionen Euro. In diesem Jahr plant ROSTOCK PORT mit Investitionen von über 40 Millionen Euro.

Insgesamt gab es im Überseehafen Rostock im vergangenen Jahr 7.663 Anläufe von Fähr- und RoRo-, Tank-, Fracht- und Kreuzfahrtschiffen (2021: 7.551). Davon entfielen 5.958 Anläufe auf Fähr- und RoRo-Schiffe (2021: 5.733).

Der Schüttgutumschlag lag mit insgesamt 7,2 Millionen Tonnen vier Prozent über dem bereits sehr hohen Niveau des Vorjahres. Mit einem Jahresergebnis von 3,3 Millionen Tonnen bleibt Getreide die dominierende Schüttgutart im Überseehafen.

Der Umschlag von Flüssiggütern lag mit 3,45 Millionen Tonnen zehn Prozent über dem Vorjahresergebnis, was insbesondere auf die beginnenden, in Zukunft verstärkt durchzuführenden Rohölimporte zurückzuführen ist.

Mit 625.000 Tonnen lag der Umschlag von wertschöpfungsintensiven Stückgütern neun Prozent unter dem Vorjahr. Während die Verladung von Blechen, Brammen und Fahrzeugen zunahm, ging der Umschlag von Containern und Windkraftanlagen zurück.

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, wurde mit einem Umschlagergebnis von 17,7 Millionen Tonnen (-300.000 Tonnen bzw. -2 Prozent) knapp das Rekordergebnis des Vorjahres verpasst; und das nur auf Grund einer längeren Streiksituation in der finnischen Papierindustrie zu Beginn des Jahres 2022. So wurden im letzten Jahr 378.000 Papier, Zellulose und Sperrholz im Überseehafen umgeschlagen und damit 327.000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Überseehafens Rostock betrug im vergangenen Jahr 61 Prozent.

Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten Lkw-Einheiten nahm zu: von 407.000 im Jahr 2021 auf 410.000 im vergangenen Jahr, ein Zuwachs von einem Prozent. Die Anzahl umgeschlagener Trailer stieg etwas stärker an: von 161.000 um fünf Prozent auf knapp 169.000 im zurückliegenden Jahr.

Der Fährreiseverkehr erholte sich nach den pandemiebedingten Reiseeinschränkungen in den Jahren 2020 und 2021. Die Anzahl der zwischen Nordeuropa und Rostock beförderten Pkw und Wohnmobile betrug 628.000: ein Plus von 46 Prozent. Das Ergebnis des letzten Vorkrisenjahres 2019 wurde sogar um 74.000 Pkw und Wohnmobile übertroffen.

Die Beförderung von Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg sank von 27.100 Einheiten im Jahr 2021 auf 18.100 im vergangenen Jahr. Die zeitweise Streckensperrung Anfang 2021 auf dem Großen Belt in Dänemark sorgte im vorletzten Jahr für einen mengensteigernden Sondereffekt im Überseehafen.

Das Unternehmen Rostock Trimodal, Terminalbetreiber für den Umschlag intermodaler Ladeeinheiten im Überseehafen Rostock, schlug im Jahr 2022 über 130.000 Einheiten (+8 Prozent) um. Mit dem jährlichen Fahrplanwechsel im Dezember verkehren aktuell wöchentlich 41 Intermodalzüge von und nach Verona (16) in Italien, von und nach Bratislava (6) in der Slowakei, von und nach Bettembourg (3) in Luxemburg, von und nach Curtici (2) in Rumänien über Dresden (7), von und nach Herne (6) und Halle (1) in Deutschland.

„Der kombinierte Verkehr am Standort Rostock hat in den letzten fünf Jahren um etwa 50 Prozent zugelegt. Die zahlreichen Kundennachfragen zeigen uns ein gesteigertes Interesse an umweltfreundlichen Transportketten und das Potential der intermodalen Zugverkehre über den Hafenstandort Rostock. Um diesem Bedarf auch zukünftig gerecht zu werden, sehen wir im Ausbau der weiteren Intermodal-Kapazitäten einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Fähr- und RoRo-Netzwerkes. Gleichzeitig wird damit auch eine CO2-Reduzierung der über den Hafen Rostock laufenden Verkehre erreicht. Der große Vorteil Rostocks sind verfügbare Gleiskapazitäten im Hafen, die auch kurzfristig die flexible Erschließung zusätzlicher Umschlagkapazitäten ermöglichen“, sagt Dr. Gernot Tesch.

Projekte und Investitionen

Mit Fertigstellung der Straßenunterführung unter der Straße „Am Seehafen“ und dem einhergehenden Flächenverbund im südlichen Hafenareal schuf ROSTOCK PORT in den vergangenen beiden Jahren die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme des neuen Autoterminals am Hafeneingang. Ebenfalls fertiggestellt wurden mit Unterstützung der DB Netz zwei leistungsfähige Anschlussgleise für die durch den Investor Autolink geschaffenen Verkehrsflächen. Damit wurde eine weitere bahnseitige und umweltfreundliche Anbindung für Ladungsgüter über den Hafen realisiert. Der Betreiber des neuen Logistikterminals investierte zudem in zwei doppelstöckige Verladerampen an den Gleisenden und errichtete im letzten Jahr eine Pkw-Brücke über die Ost-West-Straße zum Liegeplatz 50. Das Unternehmen Autolink eröffnete das Pkw-Terminal im September 2022 und importierte bis zum Jahresende 6.680 Pkw.

Der Ersatzneubau der zwei ältesten Liegeplätze im Überseehafen Rostock, 31 und 32, wurde im April 2022 offiziell gestartet. Die ROSTOCK PORT GmbH ist Bauherrin des rund 22 Millionen teuren Hafeninfrastrukturprojektes, das bis zum Oktober 2023 abgeschlossen werden soll.

Die 62 und 58 Jahre alten Liegeplätze 31 und 32 auf der Ostseite von Pier II im Hafenbecken B werden auf einer Gesamtlänge von 400 Metern, einer Breite von 18 Metern und für eine Wassertiefe von 12,50 Meter neu gebaut. Die Kaianlage wird für eine Flächenbelastbarkeit von fünf Tonnen pro Quadratmeter ausgelegt und auf der gesamten Länge mit neuen Kranbahnschienen ausgerüstet, die eine Last von 30 Tonnen pro Meter aufnehmen können.

Die Liegeplätze 31 und 32 werden als Multifunktionsliegeplätze für den Umschlag sowohl von Projektladungen als auch Stück- und Schüttgütern gebaut.

Als Bestandteil des Fördervorhabens zur Verkehrsertüchtigung zweiter Abschnitt wurde im Frühjahr 2022 mit dem überfälligen Neubau eines etwa 500 Meter langen Abschnitts der viel befahrenen Ost-West-Straße im Überseehafen begonnen. Der Straßenkörper war durch die intensive Nutzung völlig verschlissen. In die umfangreichen Straßen- und Tiefbaumaßnahmen werden Baumaßnahmen öffentlicher Leitungsträger integriert und parallel durchgeführt. Dazu zählen die Neuverlegung von Trinkwasser- und Fernwärmeleitungen.

Eine Besonderheit der Maßnahme ist der Bau und die Verlegung eines großen Entwässerungskanals im Straßenkörper und unter zwei Bahnübergänge. Der Kanal wird bis an die Querkai von Liegeplatz 30 im Hafenbecken B geführt, um Flächen südlich der Ost-West-Straße für eine Nutzung durch eine entsprechend dimensionierte Vorflut erschließen zu können. Die Baumaßnahme wird sich bis in den Sommer 2023 erstrecken. Eine besondere Herausforderung des Vorhabens ist die Verkehrslenkung und Umleitung, um insbesondere die betriebsinternen Verkehre nicht unterbrechen zu müssen.

Auf Basis geleisteter Planungen durch ROSTOCK PORT und langwieriger Vorbereitungen realisierte die Autobahn GmbH seit Anfang 2022 den Neubau der Teilanschlussstelle Bundesautobahn A 19 – Industriehafen. Die neue und von ROSTOCK PORT finanzierte Anbindung wurde im Oktober 2022 für den Verkehr freigegeben.

Die 25 Jahre alte, etwa 120 Meter lange nördliche Steganlage an den Liegeplätzen 3 und 4 im Ölhafen Rostock wurde im Dezember letzten Jahres demontiert und durch eine neue beschichtete Stahlkonstruktion ersetzt. Die Stegkonstruktion dient als Zugang zu den Festmachereinrichtungen der beiden Liegeplätze. Die alte Stegkonstruktion, bestehend aus vier großen Stahlsegmenten mit Längen von jeweils knapp 30 Metern und vier kleinere Stahlsegmente mit Längen von drei bis acht Metern, wiesen starke Korrosionsschäden auf, so dass ein Ersatzneubau notwendig wurde. Die beiden Liegeplätze mussten dafür zwei Wochen für jeglichen Schiffsverkehr gesperrt werden. ROSTOCK PORT investierte knapp eine Millionen Euro in diese Baumaßnahme. An Liegeplatz 3 können Tanker von bis zu 260 Meter Länge und an Liegeplatz 4 von bis zu 230 Meter Länge mit Rohöl, Rohbenzin oder anderen Flüssiggütern be- oder entladen werden.

Im Sommer 2022 begann ROSTOCK PORT mit dem Ersatzneubau einer Straßenbrücke im Rostocker Großtanklager. Die Brücke auf dem Betriebsgelände des Großtanklagers im Überseehafen Rostock führt über eine Rohrleitungstrasse auf die Straße „Zum Tanklager“. Aufgrund zahlreicher konstruktiver Mängel, der unzureichenden Platzverhältnisse unter dem Überbau und der eingeschränkten Tragfähigkeit wurde ein Ersatzneubau der Brücke notwendig. Die neue Brücke entsteht südlich neben dem Bestandsbauwerk. Die geplante Bauzeit beträgt etwa ein Jahr und endet mit dem Abbruch der alten Brücke im Mai 2023. Die Baukosten betragen knapp eine Millionen Euro.

Im Juni 2022 beauftragte ROSTOCK PORT eine General- und Umweltplanung zur Errichtung eines Tiefenwasserliegeplatzes im östlichen Bereich des bestehenden Ölhafens. Auf Basis qualifizierter und beschleunigter Planungen soll schnellstmöglich eine Genehmigung zum Bau erreicht werden, um Liegeplatz 5 für zukünftige Energieimporte zu ertüchtigen und über Rostock ausreichende Mengen an erneuerbarer Energie zur Verfügung zu stellen. Die Bundesregierung fördert in den nächsten Jahren den Ausbau im Rahmen des Zukunftspakets PCK Schwedt und der Stärkung des Energiehafens Rostock mit bis zu 50 Millionen Euro.

Die im November 2022 vorgestellten Eckpunkte des Energiefonds Mecklenburg-Vorpommern sind ein wichtiges Signal auch für den Energiehafen Rostock. Die von Bund und Land vorgesehenen finanziellen Mittel in Höhe von rund 218 Millionen Euro sind ein entscheidender Beitrag zur Umsetzung des Wasserstoffproduktionsprojektes „HyTechHafen Rostock“ in der neu gegründeten Gesellschaft „rostock Energy Port cooperation GmbH“. „Das bietet dem Hafen eine einzigartige Möglichkeit, sich zunächst als Wasserstofferzeugungsstandort und perspektivisch als Importhafen für grüne Energieträger zu entwickeln“, sagt Jens Scharner.

Mit der Landfläche zwischen Öl- und Chemiehafen steht im aktuellen Sondergebiet Hafen eine der letzten größeren, zusammenhängenden Flächen für die Hafennutzung zur Verfügung. Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock – vertreten durch das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, und Wirtschaft – bereitet zusammen mit ROSTOCK PORT die Aufstellung eines angebotsorientierten Bebauungsplanes für dieses naturschutzfachlich sensible Gebiet vor. Ein Aufstellungsbeschluss ist in der ersten Jahreshälfte 2023 geplant.

Die Nachfrage nach hafenaffinen Flächen in Kaikantennähe bleibt weiter hoch. Größere, zusammenhängende Flächen gehen im Überseehafen absehbar zur Neige. Ein Ausbau der durch die Seehafenwirtschaft generierten wirtschaftlichen Effekte ist möglich, wenn die Flächenknappheit überwunden wird. Die erfreulichen bisherigen Ansiedlungen und Ausbauvorhaben zahlreicher im Hafen etablierter Unternehmen konnte bis jetzt nur wegen der Verfügbarkeit von Flächen realisiert werden. Daher ist eine Intensivierung der Bereitstellung von hafenaffinen Flächen geboten, gerade auch mit Blick auf die vielfältigen Chancen der Energiewende.

Die Flächenvorsorge zur langfristigen Hafenentwicklung wird fortgeführt. Stadt- und Regionalplanung gestalten den Prozess der Neuaufstellung der vorbereitenden kommunalen Bauleitplanung – „Flächennutzungsplanung“ bzw. Neuaufstellung „Zukunftsplan“ der Hanse- und Universitätsstadt Rostock – sowie der Regionalplanung. ROSTOCK PORT erarbeitete mit vorgenannten Partnern, der IHK zu Rostock und der Wirtschaftsfördergesellschaft Rostock Business eine Kommunikationsstrategie, die in verschiedenen Gremien der Stadt sowie dem Hafenforum vorgestellt und deren Inhalte in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen. Weitere Informationen und Hintergründe: https://rathaus.rostock.de/de/startseite/325396

Im vergangenen Jahr wurden im Kreuzfahrthafen Warnemünde 294.000 Seereisende bei 139 Schiffsanläufen von 30 Kreuzfahrtschiffen registriert. Nach den letzten beiden stark von der Pandemie beeinträchtigten Saisons 2020 und 2021 konnte der Seereisetourismus im letzten Jahr wieder etwas Fahrt aufnehmen. Der seit Februar 2022 andauernde Russlandkrieg in der Ukraine hatte einen negativen Einfluss auf die Ostseerundreisen und damit die Anlauf- und Passagierzahlen in Warnemünde wie in vielen anderen Kreuzfahrthäfen in der nördlichen und östlichen Ostsee. Die durchschnittliche Passagierauslastung aller in Warnemünde angelaufenen Schiffe betrug 56 Prozent. Angemeldet waren noch im Januar 2022 für die letztjährige Saison mehr als 200 Anläufe in Rostocks Ostseebad.

25 Kreuzfahrtschiffe nutzten im vergangenen Jahr bei 113 Anläufen die direkte Schiffsabwasserentsorgung in das öffentliche Abwassernetz. Insgesamt wurden knapp 45.000 Kubikmeter Schiffsabwässer umweltfreundlich entsorgt.

Acht Kreuzfahrtschiffe bezogen bei 13 Anläufen umweltfreundlichen Landstrom von insgesamt rund 400.000 Kilowattstunden: „AIDAmar“, „AIDAsol“, „Celebrity Apex”, „Mein Schiff 4”, „Viking Jupiter”, „Viking Mars”, „Viking Star” und „Viking Venus”.

Für die diesjährige Warnemünde-Saison wurden von 22 Kreuzfahrtreedereien 133 Anläufe von 31 Kreuzfahrtschiffen angemeldet. Saisonbeginn ist am 14. April 2023 mit dem Anlauf von „AIDAdiva“, Saisonende am 28. Dezember mit dem Anlauf von „Spirit of Discovery“. Die Rostocker Reederei AIDA Cruises wird mit „AIDAdiva“, „AIDAmar“ und „AIDAsol“ insgesamt 65 Reisewechselanläufe in ihrem Basishafen Warnemünde absolvieren.

Quelle: rostock port, Foto: rostock port/ nordlicht




HHLA und Linde bauen Wasserstofftankstelle

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat im Rahmen ihres Clean Port & Logistics Innovationsclusters den Bau einer Wasserstofftankstelle bei Linde Engineering beauftragt. Die Tankstelle wird Teil des Testcenters für wasserstoffbetriebene Hafenlogistik auf dem Container Terminal Tollerort (CTT) im Hamburger Hafen.

Die Wasserstofftankstelle entsteht im Rahmen des Clean Port & Logistics Clusters der HHLA, um wasserstoffbetriebene Schwerlastfahrzeuge und Terminalgeräte zu betanken und im operativen Betrieb zu testen. Die HHLA wird die Tankstelle im Rahmen ihrer Clusteraktivitäten im Hamburger Hafen betreiben. Linde Engineering und HHLA schaffen somit eine zuverlässige Betankungsinfrastruktur für Schwerlastgeräte im Hamburger Hafen. Die Tankstelle soll 2023 in Betrieb genommen werden.

Das Herzstück der Tankstelle ist ein Ionischer Kompressor, der den Wasserstoff energieeffizient auf 450 bar hochverdichtet. Geräte wie Straddle Carrier, Leercontainerstapler, Gabelstapler, Reachstacker, Terminalzugmaschinen und Trucks können dann effizient mit Wasserstoff betankt werden. Darüber hinaus enthält die Tankstelle verschiedene Erweiterungsoptionen.

„Die Beauftragung von Linde Engineering zum Bau der Wasserstofftankstelle ist der nächste Meilenstein für unsere Wasserstoffaktivitäten im Clean Port & Logistics Clusters. Mit dem Bau der Tankstelle entsteht nun die benötigte Infrastruktur, um den Übergang zu einem emissionsfreien Schwerlastlogistik- und Hafenbetrieb zu beschleunigen und die Dekarbonisierung der Logistik weiter voranzutreiben“, erklärt Dr. Georg Böttner, Leiter HHLA Hydrogen Network.

„Wir freuen uns sehr, dieses zukunftsweisende Projekt mit unserer Technologie zu unterstützen. Das effiziente und vor allem sichere Betanken von unterschiedlichen Wasserstofffahrzeugen ist essenziell für einen nachhaltigen und gleichzeitig reibungslosen Hafenbetrieb“, betont Dr. Alexander Unterschütz, Executive Vice President Components, Linde Engineering.

Mit Clean Port & Logistics (CPL) hat die HHLA ein Innovationscluster zur Erprobung wasserstoffbetriebener Geräte in der Hafenlogistik gegründet. Ziel des Projekts ist es, zu untersuchen, wie Wasserstoff verlässlich zur Versorgung von Hafentechnik und -logistik eingesetzt werden kann. Gemeinsam mit Partnerunternehmen aus der ganzen Welt entwickelt die HHLA Lösungen, um wasserstoffbetriebene Schwerlastfahrzeuge und Terminalgeräte in kurzer Zeit zur Marktreife zu bringen und die für den Einsatz notwendigen Maßnahmen vorzubereiten. Die entwickelten Konzepte für Betrieb, Sicherheit, Reparatur, Wartung, Betankung und Versorgung werden dazu im praktischen Betrieb erprobt und optimiert. Kernstück des CPL Innovationsclusters ist ein Testcenter am HHLA Container Terminal Tollerort in Hamburg, auf dem wasserstoffbetriebene Geräte für den Hafenumschlag und Schwerlastverkehr im Betrieb erprobt werden können.

Das Cluster wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

Weitere Informationen gibt es unter Clean Port & Logistics

Quelle und Foto: HHLA, Beispiel einer Wasserstofftankstelle von Linde




bremenports sucht Gespräch mit Klimaaktivistinnen

Bremens Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling, hat ein  deutlich stärkeres finanzielles Engagement des Bundes für die deutschen Seehäfen gefordert. Anlässlich des Neujahrsempfangs der Hafenmanagementgesellschaft bremenports in Berlin sagte die Senatorin: „Klimaneutralität und Energiesicherheit sind ohne die Seehäfen nicht zu haben.“

Dazu brauche es neue Umschlagsanlagen für den Wasserstoffimport und für die Verschiffung der Offshore-Anlagen. Schilling: „Unsere Häfen sollen ja nicht nur klimaneutral sein, hier soll auch die Energie der Zukunft angelandet und in die auszubauenden Netze eingespeist werden, damit der Industriestandort Deutschland auch in 20 Jahren noch funktioniert. Ich halte es für elementar wichtig, nicht nur für die Häfen, sondern für die deutsche Volkswirtschaft insgesamt, dass dies in Berlin gehört und verstanden wird. Eine Transformation der Deutschen Wirtschaft in Richtung Klimaneutralität wird nur gelingen, wenn die Häfen entsprechend ertüchtigt und ausgebaut werden.“ Dies sei mit den Möglichkeiten der Landeshaushalte nicht zu leisten. „Deshalb muss der Bund mit einer neuen nationalen Hafenstrategie die Weichen für eine stärkere finanzielle Beteiligung an den Hafenlasten stellen.“

bremenports hatte den Neujahrsempfang unter das Thema Klimaneutralität und Nachhaltigkeit gestellt. bremenports-Geschäftsführer Robert Howe: „Wir setzen bei der Entwicklung des klimaneutralen Hafens auf einen engen Dialog mit den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.“ Vor diesem Hintergrund hatte bremenports zu der Diskussionsrunde Annika Rittmann von Fridays for Future und Dr. Kira Vinke als Leitern des Zentrums für Klima und Außenpolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik eingeladen. Als Logistikexperte komplettierte Professor Dr. Jan Ninnemann (HTC Hanseatic Transport Consultancy) die Diskussionsrunde, die von Radio Bremen Journalistin Hilke Theessen moderiert wurde.

„Wir müssen darauf achten, dass die Häfen angesichts der vielfältigen Herausforderungen wettbewerbsfähig bleiben“, so Jan Ninnemann. Angesichts der Ausbauziele für die Offshore-Windenergie seien erhebliche Investitionen in die Hafeninfrastruktur erforderlich. „Bremen hat sich bereits aufgemacht“, so bremenports-Geschäftsführer Robert Howe. Ziel sei es, gemeinsam mit den Unternehmen im Hafen bis spätestens 2035 klimaneutral zu werden. Darüber hinaus seien große Anstrengungen erforderlich, um die deutschen Häfen für den Import von Wasserstoff vorzubereiten.

Die Sprecherin von Fridays for Future, Annika Rittmann, erinnerte daran, dass die Schifffahrt selbst einen erheblichen Handlungsbedarf habe. Saubere Schifffahrt müsse erheblich schneller realisiert werden als derzeit vorgesehen.  Sie vermisse eine Strategie der Seehäfen, um gemeinsam mehr Druck auf die internationale Seeschifffahrt auszuüben.

Einig war sich die Runde, dass der Aufbau einer regenerativen Energieversorgung deutlich beschleunigt werden muss. „Es braucht klare ordnungspolitische Vorgaben, um die Ziele zu erreichen“, so Kira Vinke, die sich in ihrer Forschungsarbeit intensiv mit der Situation der Länder im globalen Süden befasst hat. Trotz der massiven Herausforderung habe Deutschland  Chancen, seinen Beitrag zum Klimaschutz zu erfüllen. Vinke: „Wir haben in Deutschland kein Anrecht auf Verzweiflung.“

Quelle und Foto: bremenports




Vopak setzt auf Wasserstoffimport in Rotterdam

Das Tanklagerunternehmen Vopak und das deutsche Wasserstoffunternehmen Hydrogenious starten ein Joint Venture für die Speicherung, den Transport und die Lieferung von Wasserstoff anhand des Wasserstoffträgers Benzyltoluol. Über LOHC Logistix verpflichten sich die Unternehmen zum Bau einer Fabrik in Rotterdam, die zunächst 1,5 Tonnen Wasserstoff pro Tag aus diesem Träger entnehmen kann.

Eine endgültige Investitionsentscheidung ist noch nicht getroffen worden. Hierfür muss unter anderem das Lizenzierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Beide Muttergesellschaften haben sich jedoch finanziell dem Projekt verpflichtet. Im Juni 2022 kündigte Vopak an, dass das Unternehmen bis 2030 eine (1) Milliarde Euro in neue Energie und nachhaltige Rohstoffe investieren wird.

Das LOHC-Technologie-Unternehmen LOHC Logistix hat sich zum Ziel gesetzt, die Wasserstofflogistik auf ein höheres Niveau zu bringen. Dazu wird die von Hydrogenious entwickelte LOHC-Technik eingesetzt.

Ein LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carrier = flüssiger organischer Wasserstoffträger) ist eine Möglichkeit, den Transport und die Speicherung von Wasserstoff zu erleichtern, indem man ihn an eine chemische Verbindung, einen Wasserstoffträger wie beispielsweise eine Paste oder ein Öl, bindet. Ohne einen solchen Träger ist eine Temperatur von minus 253 °C für den Transport von Wasserstoff erforderlich. Zum Vergleich: Für LNG (Flüssiggas) liegt die Transporttemperatur bei minus 160 °C. Zudem erfordert die Speicherung von Wasserstoff ohne Träger solche Tanks, die einem sehr hohen Druck standhalten. Bei LOHC ist dies nicht erforderlich.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Direkter Bahndienst zwischen Basel, Zürich und Rotterdam

DP World hat eine direkte Bahnverbindung zwischen der Schweiz und dem Rotterdamer Hafen eingerichtet, um sein umfassendes europäisches intermodales Netzwerk weiter auszubauen und seinen Kunden noch nachhaltigere und robustere Transportlösungen zu bieten.

Der neue Dienst, der am 1. Januar 2023 startete, verbindet Rotterdam mit drei Rundläufen pro Woche mit Anläufen in Basel (Frenkendorf) und Zürich (Niederglatt).

Es ist der nächste wichtige Schritt für das Intermodal-Netzwerk von DP World, das aus zwölf Inlandterminals besteht: drei in Deutschland, vier in der Schweiz, zwei in Belgien und drei im Elsass in Frankreich. Damit werden zuverlässige trimodale Transportlösungen (über Straße, Schiene und Binnenschifffahrt) zwischen den europäischen Tiefseehäfen und dem Netz der Inlandterminals von DP World angeboten.

Dieser neue Service ist Teil der Vision von DP World, seine End-to-End-Logistikkapazitäten in Europa und darüber hinaus zu erweitern und zuverlässige, konsistente Dienstleistungen von der Fabrik bis zur Tür des Kunden anzubieten.

Rob Harrison, Interim Head of Freight bei DP World Europe, sagte: „Die direkte Bahnverbindung zwischen der Schweiz und Rotterdam ist ein sehr guter Start ins neue Jahr. Der neue Dienst bietet eine einzigartige Verbindung zum Rotterdam World Gateway und den anderen Tiefseeterminals in Bezug auf Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit.“

Neben der neuen Direktverbindung zwischen Rotterdam, Basel und Zürich, die in Zusammenarbeit mit Swissterminal eingerichtet wurde, erhöht DP World auch die Frequenz der Bahnverbindung zwischen der Schweiz und Antwerpen auf vier Hin- und Rückfahrten pro Woche ab Frenkendorf und zwei Hin- und Rückfahrten pro Woche ab Niederglatt.

Quelle und Foto: DP World




Port of Antwerp-Bruges im Jahr 2022 stabil

2022 war ein Jahr voller Herausforderungen für den Port of Antwerp-Bruges. Die geopolitischen Spannungen, die Energiekrise und die anhaltenden Störungen in den Lieferketten machten sich bemerkbar und sorgten neben Verschiebungen innerhalb der verschiedenen Güterströme vor allem im Containersegment für anhaltenden Druck. Dies wirkte sich auf den gesamten Güterumschlag aus, der im Jahr 2022 286,9 Millionen Tonnen Fracht erreichte. Das entspricht einem Rückgang von 0,7 % gegenüber dem Vorjahr. Der Zustrom neuer Investitionen und Projekte ist eine Bestätigung der Attraktivität des vereinigten Hafens und des Mehrwerts der beiden komplementären Hafenplattformen.

Die Herausforderungen waren vor allem im Containerverkehr zu spüren. Die weltweit beeinträchtigte Containerschifffahrt und die daraus resultierende Überlastung mit Spitzenaufkommen und Verspätungen haben das Volumen das ganze Jahr über unter Druck gesetzt. Darüber hinaus verursachte der Konflikt in der Ukraine einen Rückgang des Verkehrs mit Russland um 59 %. Und während sich die betrieblichen Herausforderungen an den Containerterminals und die Überlastung seit dem dritten Quartal langsam abschwächten, führten die hohen Energiepreise und die wirtschaftliche Unsicherheit zu einer verlangsamten Nachfrage nach Containertransporten. Aufgrund dieser schwierigen Bedingungen sank der Containerumschlag im Jahr 2022 um 8,6 % in Tonnen und um 5,2 % in TEU gegenüber dem starken Jahr 2021. Bezogen auf das Vor-Coronajahr 2019 ist dies ein Status quo.

Der Krieg in der Ukraine, die Sanktionen gegen Russland und die Energiekrise haben die Energielandschaft und -ströme in Europa stark verändert, was sich in einem starken Wachstum der Massengutfracht niederschlug. Der Umschlag von trockenem Massengut stieg 2022 um 13,8 %. Insbesondere der Kohleumschlag verzeichnete einen starken Anstieg (+210 %), der auf die stark gestiegene Nachfrage nach Kohle für die Stromerzeugung zurückzuführen ist. Düngemittel wiederum verloren 18,3 %, unter anderem aufgrund der Sanktionen gegen Russland und der stark gestiegenen Düngemittelpreise.

Das Flüssigmassengut-Segment wuchs um 10 %, was vor allem auf den starken Anstieg des LNG-Umschlags um 61,3 % zurückzuführen ist, einer Alternative zu fossilen Brennstoffen aus Russland. Zuwächse gab es auch bei LPG (+30%), Benzin (+7%), Diesel/Heizöl (+9,9%) und Naphtha (+7,5%). Der Chemieumschlag, der 2021 sein bisher bestes Jahr verbuchte, begann Mitte 2022 aufgrund der gestiegenen Energiepreise, die den europäischen Chemiesektor unter Druck setzten, zu sinken und endete mit einem leichten Rückgang von 1 % gegenüber 2021.

Der konventionelle Stückgutverkehr (+1,1 %) hat sich nach den Rekordzahlen von 2021 in der ersten Jahreshälfte gut gehalten, was auf das Wachstum des Stahlumschlags, der wichtigsten Warengruppe in diesem Segment, zurückzuführen ist. Ab dem dritten Quartal sank das angelandete Stahlvolumen infolge der nachlassenden Konjunktur.

Der gesamte Roll-on/Roll-off-Verkehr wies einen Anstieg um 6,5 % auf. Im Jahr 2022 wurden mehr als 3,26 Millionen Neuwagen umgeschlagen, was einem Zuwachs von 10,5 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Umschlag von „großen und schweren“ Fahrzeugen stieg um 9,6 %, während der Umschlag von Gebrauchtwagen und Lastwagen um 13,2% bzw. 17 % zurückging. Die unbegleitete Fracht (exklusive Schiffscontainer) nahm um 10 % zu, wovon ein großer Teil im Zusammenhang mit dem Vereinigte Königreich (+4,9 %) und Irland (+35 %) stand.

Zeebrugge begrüßte im Jahr 2022 144 Kreuzfahrtschiffe mit 547.374 Passagieren, ein starker Anstieg im Vergleich zu 23 Schiffen und 75.854 Passagierbewegungen im Jahr 2021, als die Kreuzfahrtbranche durch Covid-19 weitgehend zum Erliegen gekommen war. Inzwischen sind bereits Calls bis 2026 und darüber hinaus gebucht worden.

Der Zustrom von Investitionen und neuen Projekten seit dem Zusammenschluss der Hafenplattformen von Antwerpen und Zeebrugge sind eine Bestätigung für die Wettbewerbsfähigkeit und den Mehrwert des vereinigten Hafens. Dank der Widerstandsfähigkeit beider Hafenplattformen konnten wichtige Schritte bei Projekten unternommen werden, die zum nachhaltigen Wachstum des Hafens und seiner Vorreiterrolle bei der Energiewende beitragen – Projekte, die im Jahr 2023 durch gemeinsame Anstrengungen mit Partnern weiter ausgebaut werden können. So wird die Wasserstoffstrategie, um den Hafen zu einer europäischen Wasserstoffdrehscheibe für den Import, die lokale Produktion und den Umschlag von grünem Wasserstoff und Wasserstoffträgern zu machen, weiter konkretisiert.

Die Fertigstellung des ersten Teils des NextGen District, dem künftigen Hotspot für die Kreislaufwirtschaft, ist nahezu abgeschlossen. Der erste Spatenstich wird 2023 erfolgen.  Im Rahmen der Ökologisierung der Flotte der Hafenbehörde werden der Hydrotug und der Methatug, die ersten mit Wasserstoff bzw. Methanol betriebenen Schlepper der Welt, vorgestellt. Derdigitale Zwilling, die digitale Kopie des Hafengebiets mit Echtzeitinformationen über Sensoren, Drohnen und intelligente Kameras, wird 2023 auf beiden Plattformen eingesetzt, um einen intelligenten, sicheren und reibungslosen Hafen zu schaffen.

Jacques Vandermeiren, CEO Port of Antwerp-Bruges: „2022 war wieder einmal ein ereignisreiches Jahr mit vielen logistischen und geopolitischen Herausforderungen. Als Welthafen stehen wir im Zentrum dieser Entwicklung und halten uns gut. Dank der beiden komplementären Plattformen sehen wir schon jetzt den Mehrwert der Fusion, und als vereinigter Hafen sind wir auch für künftige Herausforderungen gestärkt. Außerdem können wir mit unserer starken internationalen Position bei Herausforderungen wie der Energiewende etwas bewirken. Gemeinsam mit unseren Partnern und dank finanzieller Unterstützung wie beispielsweise der bedeutenden europäischen Förderung von 500 Millionen Euro für die Projekte Antwerpen und Kairois@C können wir unserer Vorreiterrolle gerecht werden und eine Klimawirkung erzielen, die weit über die Grenzen des Hafens hinausreicht.“

Annick De Ridder, Hafenschöffin der Stadt Antwerpen und Vorsitzende des Verwaltungsrats des Port of Antwerp-Bruges, sagte: „Trotz mehrerer großer Herausforderungen haben wir gemeinsam mit unseren Partnern unsere Widerstandsfähigkeit und Belastbarkeit unter Beweis gestellt. Wir sind unserer langfristigen Aufgabe, einen nachhaltigen Hafen zu bauen, treu geblieben. Denn wir müssen unseren Hafen als strategischen Trumpf in vollem Umfang pflegen und stärken. Deshalb setzen wir uns u. a. für wichtige Punkte wie das Stickstoffdossier, die PFAS-Verschmutzung und den immer dringenderen Bedarf an zusätzlichen Containerkapazitäten ein. Damit unser Hafen weiterhin seine Rolle als führender Wirtschaftsmotor Flanderns erfüllen kann und wir der nachhaltige Hafen sind, der Wirtschaft, Menschen und Klima in Einklang bringt.“

Dirk De Fauw, Bürgermeister der Stadt Brügge und Vizepräsident des Port of Antwerp-Bruges: „Die Tatsache, dass wir trotz der Herausforderungen im Jahr 2022 auch so viele Erfolge erzielt haben, macht mich sehr stolz. Zunächst einmal war das Jahr 2022 natürlich das Jahr der Fusion und damit ein historisches Jahr. Darüber hinaus haben wir mit dem Wasserstoffwerk Hyoffwind im Zeebrugge und dem Warmtenet Antwerpen Noord wichtige Durchbrüche auf dem Gebiet der Energiewende erzielt. Als Welthafen wollen wir jedoch mehr tun, als Wohlstand und Arbeitsplätze zu schaffen. Deshalb setzen wir uns in unserer Umgebung bewusst für eine nachhaltige Zukunft ein. Die Umgebungskommunikationskampagne „Seite an Seite“, die Verbindungsbrücke, die Umgestaltung von Fort Filips und die Tall Ships Races sind gute Beispiele dafür.“

Quelle und Foto: Port of Antwerp-Bruges




Stabilität bis Ende 2023 – moderates Wachstum ab 2024

Nach der vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) aktuell veröffentlichtenGleitenden Mittelfristprognose (Sommerprognose 2022) für den Güter- und Personenverkehr wird der Seegüterumschlag im laufenden Jahr sowohl von der stark nachlassenden Dynamik des Welthandels als auch vom Wegbrechen des Seeverkehrs mit Russland (9 % des Gesamtumschlags) getroffen. Durch klare Zuwächse bei Energieträgern könnten diese Einflüsse jedoch fast vollständig ausgeglichen werden. Für das Jahr 2023 ergebe sich daraus für den Gesamtumschlag eine Stagnation, erst im Jahr 2024 werde der Seeverkehr angesichts der Belebung des Welthandels auf den Wachstumspfad zurückfinden.

Der Seeverkehr sei im vergangenen Jahr 2021 von einer klaren Aufholbewegung geprägt gewesen. Der Güterumschlag habe um 4,7 % zugenommen, womit rund 70 % des vorjährigen pandemiebedingten Einbruchs hätten kompensiert werden können. Die Belebung des Welthandels und des deutschen Außenhandels habe auf den Containerverkehr ausgestrahlt. Hier sei zwar die Zahl der umgeschlagenen Standardcontainer (TEU) um gut 5 % gestiegen, die beförderte Gütermenge jedoch wesentlich schwächer (1,6 %). Dagegen habe der Umschlag von Kohle und von Rohöl eine ungeahnte Expansion verzeichnet.

Der Gesamtumschlag werde im Jahr 2022 um – 0,7 % leicht sinken und werde von mehreren Sonderfaktoren geprägt. Die Russlandverkehre (knapp ein Zehntel des Gesamtumschlags) seien im ersten Halbjahr um 20 % gesunken, also noch nicht in dem nach Kriegsbeginn befürchteten Ausmaß, allerdings mit zunehmender Tendenz. Dies habe zu einer Absenkung des Gesamtumschlags von 2 % geführt. Hinzu kämen die anhaltenden Lieferengpässe, die sich im Welthandel und damit im Seeverkehr noch stärker auswirkten bei den Hinterlandverkehren in Deutschland. Deshalb sei für den Containerbereich im laufenden Jahr mit einem Rückgang zu rechnen. Dagegen entstehe bei Rohöl ein klarer expansiver Effekt. Russisches Rohöl, weit überwiegend per Pipeline nach Deutschland befördert, werde zum Teil durch Herkunftsländer ersetzt, deren Lieferungen über deutsche Seehäfen nach Deutschland gelangten. Zudem erhöhten sich die Importe von Steinkohle nochmals erheblich. Dem stehe allerdings ein ebenso klares Minus bei Mineralölprodukten gegenüber.

Im kommenden Jahr 2023 dürften die Lieferengpässe zu einem positiven Basiseffekt im Seeverkehr führen. Deshalb rechne die BAG-Prognose für den Containerverkehr im kommenden Jahr zumindest mit einer leichten Zunahme. Bei den Massengütern werde sich die diesjährige, außerordentlich günstige Entwicklung nicht wiederholen. Andererseits sei angesichts der Aussichten für Stahl und Mineralöl mit wesentlich geringeren Einbußen als in den Vorjahren zu rechnen. Für den Gesamtumschlag ergebe sich daraus eine Stagnation.

Für das Jahr 2024 werde aufgrund der Belebung des Welthandels insbesondere ein Wachstum im Containerbereich stattfinden. Bei den Massengütern müsse sodann wieder mit stärkeren Bremseffekten vor allem im Kohlesektor gerechnet werden. Saldiert geht die Prognose von einem moderaten Wachstum des Gesamtumschlags in Höhe von 1 % aus. Damit werde das Vorkrisenniveau (290 Mio. t) auch im Jahr 2024 noch um 1,5 % verfehlt. Der Höchststand, der vor der Weltwirtschaftskrise erreicht worden sei (317 Mio. t, 2008), sei deutlich weiter entfernt (10 %).

Quelle: ZDS Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V., Foto: HHLA




Mit Leidenschaft und Nachhaltigkeit für die bremischen Häfen

Sieben Gemeinschaftsstände auf internationalen Messen, acht Kundenempfänge im In- und Ausland, Kampagnen für Nachhaltigkeit und SmartPort-Aktivitäten, dazu mit der Konferenz der europäischen Seehäfen ein internationales Highlight: Das Marketingprogramm für die Bremischen Häfen ist im Jahr 2023 prall gefüllt.

Im Auftrag der Senatorin für Wissenschaft und Häfen verantwortet bremenports die Marketingaktivitäten der Bremischen Häfen und setzt dabei auf enge Zusammenarbeit mit der Hafencommunity. „Wir werden die Bremischen Häfen nachhaltiger machen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten. Das ist einer der Schwerpunkte unserer Hafenpolitik. Die verschiedenen nationalen und internationalen Veranstaltungen 2023 werden gute Gelegenheiten bieten, nicht nur dieses Thema deutlich herauszustellen und zu zeigen, dass wir uns vor der europäischen Konkurrenz nicht verstecken müssen“, sagt Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Wissenschaft und Häfen.

Los geht es bereits am 12. Januar mit einem Neujahrsempfang in Berlin. Und bereits diese Veranstaltung setzt einen klaren Schwerpunkt auf das Thema Nachhaltigkeit. In einer Podiumsrunde mit Vertreterinnen der Klimaschutzinitiativen und Wirtschaftswissenschaftlern wird diskutiert, wie Häfen einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels und zum Gelingen der Energiewende leisten können. Anmeldungen sind unter marketing@bremenports.de möglich.

Das Thema Nachhaltigkeit wird auch im weiteren Verlauf des Jahres ein deutlicher Schwerpunkt der Marketingaktivitäten sein. Als Höhepunkt ist dann im September eine Woche der Nachhaltigkeit in den Bremischen Häfen geplant. Hier sollen die Akteure im Hafen ihre jeweiligen Initiativen konkret vorstellen. „Das Hafenentwicklungskonzept  gibt uns den klaren Auftrag, den klimaneutralen und nachhaltigen Hafen zu schaffen. Wir wollen dies gemeinsam mit den Akteuren im Hafen mit großer Kraft vorantreiben und dies auch als Leistungsversprechen der Bremischen Häfen im Wettbewerb der Standorte offensiv positionieren“, so bremenports-Geschäftsführer Robert Howe.

Auch bei den Kundenveranstaltungen wird deshalb das Thema Klimaneutraler Hafen eine zentrale Rolle einnehmen. Die Veranstaltungen werden in Wien, Prag, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig stattfinden. In diesen Orten ist bremenports mit eigenen Repräsentanzen vertreten. Aus diesen Regionen werden in diesem Jahr auch jeweils Besuchergruppen in den bremischen Häfen erwartet.

Bei den Messen ragt in diesem Jahr die transport und logistic in München aus dem internationalen Kalender hervor. Im Mai werden sich auf dem Gemeinschaftsstand der Bremischen Häfen 20 Unternehmen der Hafenwirtschaft präsentieren. Internationale Messebeteiligungen sind darüber hinaus auch in den USA, Brasilien, Belgien und Singapore geplant.

Am 1. und 2. Juni werden 250 Repräsentanten der europäischen Häfen in Bremen erwartet. Dann findet im Parkhotel die Jahrestagung der European Seaport Organisiation (ESPO) statt, zu der zahlreiche Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Bremen erwartet werden. Auch hier werden Klimawandel und Nachhaltigkeit Schwerpunktthemen der Veranstaltung sein.

Nachdem im vergangenen Jahr der erste gemeinsame Empfang der deutschen Seehäfen in Berlin stattgefunden hat, ist für 2023 eine Ausweitung der Kooperation geplant. Deshalb ist mit den Marketingorganisationen der Häfen in Hamburg und Niedersachsen vereinbart, mit gemeinsamen Veranstaltungen die Kooperation der norddeutschen Häfen noch sichtbarer zu machen.

Neben dem vollen Veranstaltungskalender hat sich das bremenports-Marketingteam das Ziel gesetzt, dasdigitale Marketing der Häfen weiter auszubauen. Marketingleiter Ronald Schwarze: „Nach der Neuaufstellung der digitalen Angebote 2022 werden wir den Auftritt der Bremischen Häfen weiter optimieren und einer breiteren Zielgruppe bekannt machen. Hierzu werden wir in den relevanten Kanäle kontinuierlich präsent sein und spannende Hafengeschichten in unserem neuen E-Magazin auf www.bremenports.deveröffentlichen.“

Quelle und Grafik: bremenports 




Hafen Brake: Neuer Niederlassungsleiter

Christian Helten ist Leiter der Niedersachsen Ports Niederlassung Brake. Seit September 2022 wurde er von seinem Vorgänger Harald Ludwig eingearbeitet, jetzt trägt Christian Helten allein die Verantwortung für die Leitung des Weserhafens.