Rekordjahr für TransFER Wolfurt – Rotterdam

Der Container-Shuttle der Rail Cargo Group zwischen dem österreichischen Wolfurt und Rotterdam wird am Jahresende 2021 mit über 18.500 per Bahn transportierten TEU eine Rekordzahl erreichen. „Eine Steigerung von mehr als 170 Prozent im Vergleich zur Anfangsphase.“

2016 startete die Rail Cargo Group die Verbindung mit 6.686 TEU in jenem Jahr. „Das seitdem zu verzeichnende Wachstum ist einerseits der Attraktivität des Güterzentrums selbst zu verdanken”, erläutert Bernhard Ebner, Business Unit Manager Intermodal bei dem österreichischen Unternehmen. „Andererseits konnten wir unsere Kunden von der Qualität und der Wirtschaftlichkeit unserer TransFER-Bahnverbindung Wolfurt–Rotterdam überzeugen. Westeuropa ist dadurch mit Wirtschaftszentren Süd- und Südosteuropas wie Koper und Triest verbunden. Darüber hinaus wird eine direkte Anbindung an weitere österreichische Terminals ermöglicht.“

Wolfurt liegt im Westen Österreichs an der Grenze zur Schweiz. Derzeit werden drei Rundläufe pro Woche angeboten. Zwei davon führen von Wolfurt via Kufstein in Österreich nach Rotterdam und zurück. Der dritte Rundlauf verbindet Rotterdam via Frenkendorf in der Schweiz mit Wolfurt. Ebner: „Nächstes Jahr planen wir zusätzliche Verbindungen von Frenkendorf und Niederglatt nach Wolfurt, mit direktem Service nach Rotterdam. Dabei fügen wir den Schweizer Importüberschuss mit dem Exportüberschuss der Vorarlberger Region zusammen. So eröffnen wir der Wirtschaft im Bodenseeraum mehr Transportwege für den Güterverkehr.“

„Wir transportieren Waren aller Art in beide Richtungen, wobei die Fracht meist aus Konsumgütern besteht“, fügt Ebner hinzu. „Sowohl die Schweiz als auch die Bodenseeregion sind robuste Wirtschaftsregionen und mit dem Rotterdamer Hafen als starker Partner sind sie an den Rest der Welt angebunden. Daher setzen wir für 2022 und 2023 auf ein weiteres Wachstum der Güterströme und bestätigen damit den Trend der letzten Jahre.“

Franz Zauner, regionaler Vertreter des Rotterdamer Hafens: „Wir freuen uns über einen so großartigen und wichtigen Partner wie Rail Cargo Group. In den vergangenen fünf Jahren haben die Containerströme von und nach Österreich über Rail stetig zugenommen.“

Quelle und Grafik: Port of Rotterdam




Quay Connect für den Export nach GB

Jährlich werden Waren im Wert von etwa 40 Milliarden Euro aus den Niederlanden in das Vereinigte Königreich exportiert. Seit dem Brexit ist das deutlich komplizierter und zeitintensiver geworden. Deshalb wurde ein neues Dienstleistungsangebot namens Quay Connect auf Naviporta – der unabhängigen Blockchain-Plattform für den Logistiksektor – entwickelt.

Dieses Dienstleistungsangebot ist einzigartig wegen des automatischen Informationsaustauschs mit den Zollbehörden in den Häfen des Vereinigten Königreichs. Es ermöglicht es den Exporteuren, den Export- und Zollablauf vollständig zu digitalisieren und zu straffen. Inzwischen wurde die erste Live-Lieferung durchgeführt, und es wurde errechnet, dass der Einsatz dieser Lösung zu Kosteneinsparungen von mindestens 30 % pro Zollabfertigung führt.

Quay Connect wurde von Blocklab initiiert und in Zusammenarbeit mit Azarc und British Telecom entwickelt. Dieses digitale Dienstleistungsangebot macht Gebrauch von der Blockchain-Infrastruktur der Naviporta-Plattform, an die alle beteiligten Parteien auf beiden Seiten der Nordsee angeschlossen sind. Die gemeinsame Nutzung der Blockchain-Technologie ermöglicht den sicheren und direkten Austausch von Daten mit den Zollbehörden (HM Revenue & Customs) im Vereinigten Königreich. So entsteht ein nahtloser und vollautomatischer Informationsfluss, der viel Zeit und Geld spart.

In den letzten Monaten wurde Quay Connect von ABC Logistics und Fresh Produce Centre getestet. Die Pilotprojekte haben gezeigt, dass der Einsatz dieser Lösung unter anderem zu folgenden Ergebnissen führt. Diese sind:

  • Kostenersparnis von mindestens 30 %
  • schnellere und effizientere Abfertigung von Dokumenten und Waren (mindestens 20 % schneller)
  • reduzierte manuelle Abfertigung
  • geringere Fehleranfälligkeit bei Informationen
  • besserer Einblick in den Zustand der Ladung

Daco Sol, Programm-Manager für Logistik und Lieferkette bei Fresh Produce Centre sagt Folgendes dazu: ‚“Quay Connect bringt einen Durchbruch für den gesamten Sektor zuwege, vor allem aber für die Akteure, die frische Waren ins Vereinigte Königreich exportieren. Dieses digitale Dienstleistungsangebot sorgt für Vertrauen, Transparenz und mehr Effizienz in der Logistikkette, die auf den Export nach Großbritannien ausgerichtet ist.

ABC Logistics nutzt dieses neue digitale Dienstleistungsangebot nach einem erfolgreichen Pilotprojekt und ist damit der erste offizielle Kunde von Quay Connect auf der Naviporta-Plattform.

Derzeit wird das Dienstleistungsangebot in Richtung des Exports mehrerer Warenarten (Commodities) erweitert und für alle Häfen des Vereinigten Königreichs verfügbar gemacht. Auch hierzu haben sich bereits die ersten Kunden auf der Plattform angemeldet. Insbesondere arbeiten die Niederlande an einer Integration mit dem Port Community System namens Portbase. Dadurch kann die Dateneingabe weiter minimiert werden, was für niederländische Parteien auf dem englischen Markt zu weniger Arbeitsschritten, geringerer Fehleranfälligkeit und Bearbeitungszeit führt.

„Dank des Einsatzes neuer Technologien, gemeinsam mit dem Markt, machen wir den Hafen und die internationalen Handelsströme intelligenter und effizienter, wodurch alle Formen der Verschwendung – Zeit, Geld, Arbeitskräfte und Emissionen – minimiert werden.“ So äußerte sich Raoul Tan, Direktor Naviporta. Die vom Hafenbetrieb Rotterdam initiierte Naviporta-Plattform sorgt dafür, dass Logistik- und Finanzdaten auf transparente, effiziente und sichere Weise ausgetauscht werden können. In naher Zukunft werden neben Quay Connect neue Dienstleistungsangebote auf den Markt kommen, die es Verladern und Logistikunternehmen ermöglichen, ihre Lieferketten weiter zu optimieren.

Quelle und Video: Port of Rotterdam




WienCont profitiert von Leercontainerhandel

Die WienCont, das umschlagsstärkste Containerdepot Österreichs und Tochterunternehmen des Wien Holding-Unternehmens Hafen Wien, nutzt den während der Corona-Krise entstandenen Mangel an Leercontainern in Europa und kann seine für 2021 gesteckten Ziele erreichen.

Im Hafen Wien bietet die WienCont umfassende Dienstleistungen im Containergeschäft. Dazu zählen neben dem Containerumschlag auch die Lagerung, der Check und die Reparatur von Leercontainern sowie der Handel mit neuen und gebrauchten Containern. Zusätzliche Services wie z.B. Stuffing/Stripping, Lagerlogistik und Zolldienstleistungen werden ebenfalls geboten. Die Corona-Krise hat das Unternehmen vor Herausforderungen gestellt, gleichzeitig aber auch neue Chancen eröffnet.

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass die Auslastung der Leerdepot-Flächen im Terminal rückläufig ist, da sich die Ladeeinheiten 2021 wesentlich schneller gedreht haben – das heißt, Equipment aus dem Import wurde wesentlich schneller wiederbeladen, als dies normalerweise der Fall ist. Container-Reparaturen werden derzeit verstärkt in Fernost durchgeführt anstatt in Europa, was rückläufige Umsätze im Bereich der Containerreparatur mit sich bringt. Die Reeder nutzen billigen, freien Schiffsraum von Europa nach Asien und profitieren zusätzlich von niedrigen Reparaturpreisen – vor allem in China. Die WienCont profitiert vom Mangel einsatzfähiger Container in Österreich, indem sie Verlader*innen Leercontainer zum Verkauf bietet. Das Geschäft in diesem Bereich floriert trotz Krise.

„Die WienCont betreibt als Teil des mitteleuropäischen Top-Logistikzentrums Hafen Wien seit mittlerweile 40 Jahren einen der größten und modernsten trimodalen Containerterminals. Gerade in Zeiten der Pandemie ist die WienCont als infrastrukturrelevanter Versorgungsbetrieb der Stadt Wien von noch größerer Bedeutung“, betont Wien Holding-Geschäftsführer Kurt Gollowitzer.

„Dank großen Zugewinnen im Containerhandel und der erfreulichen Entwicklung des Standorts als wichtige Drehscheibe in den internationalen Intermodalnetzwerken werden wir auch unsere gesteckten Ziele für 2021 erreichen. Rückgänge in den Bereichen Container-Depot und Container-Reparatur können wir dadurch kompensieren“, so Monika Gindl-Muzik, neue Geschäftsführerin der WienCont.

Nahezu 450.000 TEU sollen bis Ende des Jahres im Hafen Freudenau umgeschlagen werden. Auch der Umschlag kranbarer und nicht kranbarer Trailer entwickelt sich derzeit prächtig. Daher sollen im Hafen Freudenau weitere Flächen für die Manipulation von Sattelaufliegern nutzbar gemacht werden.

Durch das Wachstum des Kontinental-Verkehrs steigt auch der Bedarf nach Gefahrgut-Handling stetig. Bei der WienCont können Gefahrgutcontainer dank einer eigens errichteten Gefahrgutwanne sicher im Hafen Wien umgeschlagen werden.

In den nächsten Jahren wird der Ausbau des Terminals als international attraktive Drehscheibe für den Intermodal-Verkehr weiter vorangetrieben, um den Anforderungen der Kund*innen und des Logistikmarktes auch in Zukunft gewachsen zu sein.

Quelle: Hafen Wien, Foto: Hafen Wien/ Steve Haider 




Mehr Landstrom in Rotterdam

Hafenbetrieb Rotterdam und die Stadt Rotterdam wollen, dass in der Container- Kreuzfahrt- und Flüssiggutbranche Landstrom angelegt wird. Die ersten Untersuchungen bei den Terminals von Hutchison Ports ECT Rotterdam (ECT), APMT2, Vopak und Cruiseport Rotterdam sind bereits in vollem Gange.

Diese Unternehmen sind eng an den Analysen beteiligt. Es soll überprüft werden, wie eine Landstromversorgung im Rotterdamer Hafen umgesetzt werden kann, um EO2-Emissionen und Luftverschmutzung zu reduzieren. Die Studie zur Einführung von Landstrom im Rotterdamer Hafen wurde unter anderem mit einer finanziellen Förderung von Seiten der EU ermöglicht.

„Wir wollen dem Landstrom in den kommenden Jahren einen starken Impuls geben“, erklärt Arno Bonte, Beigeordneter für Nachhaltigkeit, Luftqualität und Energiewende. „Wenn zukünftig auch Seeschiffe „aufgeladen“ werden können, während sie am Kai liegen, können verschmutzende Dieselmotoren ausgeschaltet werden. Das bringt bedeutende Umweltvorteile mit sich. Die Luftverschmutzung wird gesenkt und wir kommen unseren Klimazielen einen guten Schritt näher“.

„Der Hafenbetrieb will gemeinsam mit den Unternehmen und der Stadt Rotterdam die Energiewende im Hafen vorantreiben. Dabei spielt Landstrom eine bedeutende Rolle. Die Versorgung der Schifffahrt mit Landstrom ist ein komplexes Unterfangen, deswegen sind diese Analysen unverzichtbar“, erläutert Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam. „Das liegt unter anderem an dem hohen Stromverbrauch und der Tatsache, dass viele Seeschiffe noch nicht über die richtigen Anschlüsse an Bord verfügen, um Landstrom nutzen zu können. Bevor Reedereien also in die notwendigen Umbauten investieren, wollen sie sichergehen, dass ihre Schiffe auch in anderen Häfen Landstrom nutzen können. Deswegen entwickelt und plant der Hafenbetrieb die Landstromanlagen gemeinsam mit Häfen in Antwerpen, Bremen, Hamburg und Le Havre. Das soll zur Beschleunigung des Einsatzes von Landstrom führen.“

Mit Landstrom können Seeschiffe am Kai nachhaltiger mit Energie versorgt werden. Der Hafenbetrieb hat ausgerechnet, dass der gesamte Energiebedarf und -verbrauch von Seeschiffen im Hafen sich auf ca. 750-850 GWh beläuft. Das entspricht ungefähr dem Verbrauch von 250.000 Haushalten. Hiermit können also die Luftqualität, die Lebensqualität und das Klima wesentlich verbessert werden. Wenn die Schiffe am Kai „aufgeladen“ werden, können die Dieselgeneratoren ausgeschaltet werden. Das kommt der Luftqualität zugute und senkt die CO2-Emissionen.

Um bei ECT (Amazonehafen), APMT2 (Amaliahafen) Vopak (Botlek) und beim Kreuzfahrtterminal (Wilhelminakade) Landstrom anlegen zu können, müssen vorbereitende Arbeiten ausgeführt werden. Dazu zählen unter anderem zahlreiche Analysen, detaillierte technische, ökologische und soziale Kosten-Nutzen-Studien sowie Ausschreibungs- und Genehmigungsverfahren. Anhand der Analysen soll vor allem überprüft werden, auf welche Weise Landstromanlagen in die täglichen Betriebsabläufe eingebunden werden können. Wichtige Aspekte sind in diesem Zusammenhang unter anderem die Größe der Anlage und der erforderliche Raum, der am Kai zur Verfügung stehen muss, sowie die weitere Integration in das vorhandene Elektrizitätsnetzwerk.

Die Analysen sollen 2023 abgeschlossen werden. In der nächsten Phase werden die Landstromanlagen auf Grundlage der Ergebnisse an den vorgesehenen Stellen im Hafen von Rotterdam installiert. Es wird erwartet, dass der Landstrom direkt nach Fertigstellung der Anlage bereits für mehrere dutzende Schiffsbesuche pro Jahr genutzt wird. Sobald mehr Schiffe für die Nutzung von Landstrom ausgerüstet sind und im Hafen mehr Anlegestellen über eine entsprechende Installation verfügen, wird es um mehrere hundert Schiffsbesuche pro Jahr gehen.

Im Hafen wird bereits seit über zehn Jahren in großem Umfang Landstrom für die Binnenschifffahrt genutzt. Der Terminal der Stena Line in Hoek van Holland verfügt im Rotterdamer Hafen über Landstromversorgung und Heerema wird nächstes Jahr offiziell eine Landstromanlage für seine Offshore-Schiffe auf der Landtong Rozenburg in Betrieb nehmen.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Port of Rotterdam/ Jan-Faehmel




Erstmals mehr als 15 Mio TEU in Rotterdam

Am Mittwoch, dem 22. Dezember, lief im Rotterdamer Hafen der 15-millionste TEU-Container ein. Dies ist das erste Mal, dass ein europäischer Hafen diese magische Grenze überschreitet.

Der Containerumschlag wurde durch den Covid-19-Ausbruch stark beeinträchtigt, erholte sich aber ab dem Herbst 2020 in Rotterdam schnell wieder.  In den ersten neun Monaten 2021 belief sich das Wachstum in TEU auf 7,8 %. Die Verbraucher lassen den Euro rollen, und die Wirtschaft erholt sich mit Volumen, die über denen von 2019 liegen. Aufgrund dieser starken Nachfrage in Kombination mit den verschiedenen Störungen (Suez, Coronaausbrüche in chinesischen Häfen), die 2021 stattfanden, bleibt der Druck auf die Logistikkette hoch. Dies führte auch zu anhaltend hohen Transportpreisen.

Der Umschlag in TEU wuchs schneller als der Umschlag in Tonnen. Das hatte mehrere Ursachen. Zu einem kleinen Teil war dieser Effekt auf die Zunahme des Umschlags von Leercontainern zurückzuführen; den größten Einfluss hatte jedoch der starke Rückgang des durchschnittlichen Gewichts der vollen Container. Die Transportpreise zogen in den vergangenen Quartalen stark an. Infolgedessen war der Transport von relativ schweren Gütern mit geringem Wert rückläufig. Dieser Effekt war bei Exportcontainern am stärksten, trat aber auch bei Importcontainern auf.

„Für 2022 erwarten wir, dass die extreme Belastung der Rotterdamer Containerterminals vorläufig noch anhalten wird. Dies ist eine Folge der Tatsache, dass die internationale Flotte der Containerschiffe sowie die Terminalkapazität nicht stark genug wachsen, um die große Nachfrage zu bedienen“, erklärt Emile Hoogsteden, kaufmännischer Geschäftsführer des Hafenbetriebs Rotterdam. „Der Hafenbetrieb wird weiterhin auf die Bedeutung der Digitalisierung, der Zusammenarbeit und der Datenteilung hinweisen und sie fördern, um dem weltweiten Druck auf die Logistikketten – heute und in der Zukunft – besser standhalten zu können.“

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Port of Rotterdam/ Jerry Lampen




De Reese an die Spitze der NHV gewählt

Die Niedersächsische Hafenvertretung e. V. (NHV) hat auf ihrer Mitgliederversammlung den Vorstand für die kommenden zwei Jahre gewählt. Michael de Reese, Cuxport GmbH, Cuxhaven, ist der neue Vorstandsvorsitzende der NHV.

Seine Kollegen im Vorstand, die im Amt bestätigt wurden, sind Uwe Jacob, Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, John H. Niemann, Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung e. V. und Michael Appelhans, Rhenus Midgard GmbH & Co. KG, Nordenham. Der ehemalige NHV- Vorstandsvorsitzende Karsten Dirks, EVAG Emder Verkehrs und Automotive Gesellschaft mbH, Emden, wurde in den Vorstand gewählt.

Als Vorstandsvorsitzender der NHV übernimmt Michael de Reese auch den Aufsichtsratsvorsitz der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen GmbH. Darüber hinaus hat die NHV Jan Müller, J. Müller AG, Brake, für den Seehafen Brake erneut in das Aufsichtsgremium der Seaports of Niedersachsen GmbH entsandt. Als Vertreterin für die kommunalen Seehäfen Leer, Oldenburg und Papenburg wurde Sabrina Wendt, Agentur für Wirtschaftsförderung der Stadt Papenburg, in den Aufsichtsrat der Seaports of Niedersachsen GmbH wiedergewählt.

De Reese ist zugleich Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen. Sie ist der politische Arm der niedersächsischen Seehäfen und vertritt   die   politischen    Interessen    der   niedersächsischen Seehafenwirtschaft gegenüber Land, Bund und EU.

Quelle: Seaports of Niedersachsen, Foto: Cuxport GmbH




Joint Venture für Autoterminal

Eine der weltgrößten RoRo-Reedereien, Hyundai GLOVIS, und BLG LOGISTICS, einer der führenden Automobillogistiker in Europa, haben eine strategische Partnerschaft für den Autoumschlag in Bremerhaven geschlossen. Nach den erfolgreichen Kooperationen im Geschäftsbereich CONTAINER mit Maersk Line (EUROGATE NTB North Sea Terminal Bremerhaven) und MSC (EUROGATE MSC Gate Bremerhaven) ist dies das erste Joint Venture im Automobilumschlag auf einem BLG-Seehafenterminal in Deutschland.

Im Rahmen des gemeinsamen Joint Venture „BLG GLOVIS BHV GmbH“ wird der Reeder Hyundai GLOVIS ab Januar 2022 in den nächsten Jahren den BLG AutoTerminal Bremerhaven als europäischen Hub für seine Automobiltransporte zwischen Asien und Europa einsetzen. Hyundai GLOVIS nutzt bereits jetzt Bremerhaven, u.a. für den Transport von Hyundai- und KIA-Fahrzeugen sowie Modellen anderer Automobilhersteller. Ziel des Joint Venture ist es, Volumen zu bündeln und somit die Logistikketten der Automobilhersteller unter Berücksichtigung von Laufzeit, Kosten sowie Umwelteinflüssen zu optimieren.

„Hyundai GLOVIS verfolgt eine klare Wachstumsstrategie, für die wir einen vertrauensvollen Partner benötigen. Die BLG hat ihre Zuverlässigkeit in der mehr als zehnjährigen Zusammenarbeit bewiesen“, sagt Tae Woo Kim, Managing Director, Hyundai GLOVIS Company.

Andrea Eck, Vorstand AUTOMOBILE bei BLG LOGISTICS, ergänzt: „Wir freuen uns sehr, in einem schwierigen Marktumfeld einen starken Partner an unserer Seite zu haben. Das sichert Volumen und stärkt den Hafenstandort Bremerhaven. Mit vereinten Kräften wollen wir strategische Weiterentwicklung betreiben und die Wettbewerbsfähigkeit Bremerhavens sichern.“

Die Transporte durch Hyundai GLOVIS von und nach Asien entsprechen aktuell rund einem Viertel des Umschlags am BLG AutoTerminal Bremerhaven, welcher mit 240 Hektar und über 1,7 Millionen umgeschlagenen Fahrzeugen pro Jahr zu den größten Autohäfen der Welt zählt. Er bleibt weiterhin als Universalhafen für alle Reeder offen.

Quelle und Foto: BLG, Virtuelle Vertragsunterzeichnung mit Tae Woo Kim (Managing Director), Hyundai Glovis, und Andrea Eck, BLG LOGISTICS (Vorstand AUTOMOBILE)




Wilhelmshaven startet Automatisierung

Der EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven (CTW) wird den Containerumschlag in den kommenden Jahren vom manuellen Betrieb auf ein automatisiertes System umstellen. Das entsprechende Automatisierungsvorhaben startet im Januar 2022. Rund 150 Millionen Euro werden hierfür in den kommenden drei Jahren investiert. Bereits 2024 soll ein erster Schiffsliegeplatz automatisiert betrieben werden.

Michael Blach, Vorsitzender der Gruppengeschäftsführung von EUROGATE, sagte dazu: „Wir rechnen mittelfristig mit einem deutlichen Umschlagswachstum in Wilhelmshaven und damit sind für uns jetzt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung des Terminals gegeben. Dabei geht es uns aber um weit mehr als nur die Einführung neuer Technik. Wir wollen den ‚CTW 2.0‘ entwickeln – einen ausgebauten, erweiterten und leistungsstarken, automatisierten Terminal, dessen schlagkräftige Organisation an die neuen Erfordernisse des Betriebs angepasst ist.“

Im Rahmen des Automatisierungsvorhabens werden ab Januar 2022 zunächst Ausbaumaßnahmen an der vorhandenen Infrastruktur vorangetrieben, darunter die Erhöhung der bestehenden acht Containerbrücken und die Asphaltierung noch unbefestigter Flächen im Norden des Terminals. Die Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von zwei weiteren Containerbrücken ist für 2023 vorgesehen.

Derzeit werden das künftige Betriebsmodell sowie die dazu passenden Personalkonzepte erarbeitet. Mit dem zwischen den Einzelgesellschaften der EUROGATE-Gruppe und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di unterzeichneten ‚Tarifvertrag Zukunft‘ wurde bereits Ende 2018 der Grundstein dafür gelegt, die Folgen des Automatisierungsprozesses für unsere Mitarbeiter*innen sozial und mitbestimmt zu gestalten.

Michael Blach weiter: „Automatisierung ist eine unaufhaltsame Entwicklung in unserer Branche, der wir uns stellen und die wir als Chance begreifen, unsere Kundenorientierung und unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu steigern. Dadurch gewinnen wir an Umschlagsmenge, sichern somit Beschäftigung und schaffen neue, anspruchsvolle und zukunftsgewandte Arbeitsplätze.“

Quelle und Foto: EUROGATE




Erfolgreiche Erprobung von U-Space

Das U-Space Reallabor Hamburg ist abgeschlossen. Die zentrale Erkenntnis ist: Das U-Space-Konzept der EU funktioniert in der Praxis. Die aus dem Projekt resultierenden Handlungsempfehlungen für die Umsetzung künftiger U-Spaces1 werden aktuell durch den Fördergeber, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), geprüft und im kommenden Jahr vorgestellt. Das Reallabor wurde von der Droniq GmbH, und der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH umgesetzt.

Erprobt wurde insbesondere das Zusammenspiel der für einen U-Space obligatorischen U-Space-Dienste. Es gewährleistet die sichere und effiziente Einbindung von Drohnen in den urbanen Raum auch in Kombination mit der bemannten Luftfahrt.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Gute Nachrichten für die Zukunft der Mobilität! Die Praxistests im von uns geförderten bundesweit ersten U-Space-Reallabor wurden erfolgreich abgeschlossen. Die Tests haben gezeigt, wie ein gutes, sicheres und intelligentes Zusammenspiel zwischen bemannter und unbemannter Luftfahrt aussehen kann. Aus den Erkenntnissen haben die Projektpartner Handlungsempfehlungen für die Einrichtung von U-Space-Lufträumen in Deutschland
erarbeitet, die das Ministerium zurzeit auswertet. Damit kommen wir dem regulären Einsatz von Drohnen-Innovationen Made in Germany einen großen Schritt näher. Das ist wichtig, denn Drohnen sind smarte, schnelle und saubere Helfer. Sie stellen den Personentransport, die Logistik und die Versorgung ganz neu auf: Sie transportieren lebenswichtige Medikamente, Werkzeuge oder Pakete schnell, effizient und über weite Strecken. Drohnen versorgen auch ländliche und schwer erreichbare Gebiete, sie helfen bei der Inspektion von Produktionsanlagen und Infrastrukturen und unterstützen Rettungskräfte, den Katastrophenschutz und die Landwirtschaft.“

Wirtschafts- und Innovationssenator Michael Westhagemann: „Mit dem U-Space-Reallabor in Hamburg wurde erstmals getestet, wie sich die Vorgaben der neuen europäischen U-Space-Verordnung in Zukunft mit Leben füllen lassen. Hamburg als UAM-Modellstadt (UAM: Unmanned Air Mobility), in der an den verschiedensten Projekten der unbemannten Luftfahrt gearbeitet und geforscht wird, ist dafür genau der richtige Standort, um sich den Herausforderungen der Koordination verschiedener Drohnen im untersten Luftraum zu stellen. Es wurden im Rahmen des Projekts zahlreiche Flugversuche und Simulationen durchgeführt und wir sind nun gespannt auf die detaillierte Auswertung.“

Zu den im U-Space zu erbringenden Diensten zählt unter anderem der Traffic Information Service. Dieser informiert Drohnenbetreiber über anderen Flugverkehr in der Nähe ihrer Drohne. Ein weiterer Dienst, der Flight Authorisation Service, stellt sicher, dass es zu keinen räumlichen und zeitlichen Überschneidungen autorisierter Drohnenflüge im U-Space kommt. Weitere obligatorische Dienste sind der Geo-Awareness Service für die Belieferung des Drohnenbetreibers mit Informationen über
den Luftraum und mögliche Beschränkungen sowie der Network Identification Service, der Identifizierungsdaten der UAS bereitstellt und an autorisierte Nutzer weitergibt.

Eine weitere im Rahmen des Reallabors gewonnene Erkenntnis: Zur schnellen und effizienten Abwicklung von Drohnenflügen im U-Space müssen die hierfür angewendeten Prozesse weitgehend automatisiert sein. Das betrifft unter anderem die Prüfung von Fluganträgen. Hier muss unter anderem sichergestellt werden, dass der durch einen Drohnenpiloten beantragte Flug sich nicht mit anderen Flügen überschneidet. Daneben bedarf es bei der Einrichtung von U-Spaces der Unterstützung der lokalen Behörden und der Berücksichtigung örtlicher Interessen. Diese müssen nicht nur bei der Einrichtung eines U-Space, sondern auch bei dessen Betrieb über die aktuellen Vorgänge informiert sein, um z. B. bei Rückfragen Dritter zum stattfindenden Drohnenflug auskunftsfähig zu sein.

Angeboten werden die U-Space-Dienste von einem U-Space Service Provider. Dieser koordiniert den Drohnenverkehr im U-Space. Diese Rolle übernahm die Droniq bei dem Projekt. Dafür nutzte sie das von ihr vertriebene und von der DFS entwickelte Verkehrsmanagementsystem für Drohnen (UTM). Die dafür benötigten Informationen stellte im U-Space Reallabor der Single Common Information Service Provider (SCISP) bereit. Dazu zählte unter anderem die Bereitstellung von Flugverkehrsdaten der bemannten Luftfahrt. Gemeinsam mit den Verkehrsdaten der Drohnen konnte so ein kombiniertes Luftlagebild zur Verfügung gestellt werden. Die Rolle des Common Information Service Provider hat im Reallabor die DFS übernommen.

„Wir haben im Reallabor gezeigt, dass sich ein U-Space überall umsetzen lässt: selbst in einer so anspruchsvollen Umgebung wie dem Hamburger Hafen“, sagt Droniq-CEO Jan-Eric Putze. „Droniq ist bereits jetzt U-Space ready. Damit unterstreichen wir unseren Anspruch, Deutschlands erster USpace Service Provider zu werden”.

„Der Common Information Service spielt in einem U-Space eine zentrale Rolle. Mit diesem Dienst werden relevante Informationen zur Verfügung gestellt, über die die DFS teils heute bereits verfügt – beispielsweise Geodaten. So entsteht ein komplettes Lagebild für den Drohnen-Piloten, das eine sichere Mission ermöglicht“, ergänzt Angela Kies, Leiterin Unbemannte Luftfahrzeugsysteme der DFS.

Die europäische U-Space Verordnung soll Anfang 2023 in nationales Recht überführt werden. Die von Droniq und der DFS im Rahmen des U-Space Reallabors gewonnenen Erfahrungen und die darauf basierenden Handlungsempfehlungen werden eine Grundlage für die nationale Umsetzung von U-Space-Lufträumen bilden. Die Ergebnisse werden im kommenden Jahr vorgestellt. Die ersten U-Spaces sollen perspektivisch ab 2023 in Deutschland entstehen.

Die Umsetzung des Reallabors erfolgte mit mehreren lokalen Projektpartnern. Dazu zählen die Hamburg Port Authority AöR (HPA), die HHLA Sky GmbH, die Behörde für Wirtschaft und Innovation Hamburg, Hamburg Aviation sowie das Projektkonsortium UDVeo. Bei der Realisierung der Drohnen-Flüge innerhalb der Kontrollzonen waren zudem die DFS Tower-Lotsen mit eingebunden. Das BMVI fördert mit knapp 500.000 Euro die Einrichtung des bundesweit ersten U-Space-Reallabors. Das Projekt ist Teil des von Bundesminister Scheuer im Mai 2020 vorgestellten Drohnen-Aktionsplans.

Quelle: Droniq GmbH und DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, Foto: Droniq




Erstes Containerschiff am PLT abgefertigt

Am italienischen HHLA-Mehrzweckterminal in Triest wurde das erste Containerschiff abgefertigt, die von CMA CGM befrachtete und operierte „OPS Hamburg“.

Zum ersten Mal hat ein Containerschiff den italienischen Mehrzweck-Terminal „Piattaforma Logistica Trieste“ (PLT) angelaufen. Die „OPS Hamburg“ wurde schnell und effizient abgefertigt. Das Schiff wird vom führenden Schifffahrts- und Logistikunternehmen CMA CGM betrieben und ist Teil von dessen TMX3-Dienst, der die Türkei wöchentlich mit der Adria verbindet.

Antonio Barbara, Geschäftsführer von HHLA PLT: „Wir haben uns sehr gefreut, die „OPS Hamburg“ an unserem Terminal zu begrüßen. Der Name des Schiffes ist zweifelsohne ein gutes

Omen, das an die Verbindung zwischen Triest und unserem Mehrheitsaktionär HHLA in Hamburg erinnert. Das Feederschiff weiht einen neuen regelmäßigen Dienst von CMA CGM ein – den TMX3, der die Türkei mit HHLA PLT Italien im Hafen von Triest verbindet. Dieser TMX3-Dienst ist ein wichtiger Schritt für unseren Terminal. Wir danken der CMA CGM-Gruppe dafür, dass sie sich für HHLA PLT Italy entschieden hat.“

Paolo Lo Bianco, Geschäftsführer von CMA CGM Italien: „Der TMX3-Dienst bietet eine der besten Transitzeiten zwischen der Westtürkei und der Nordadria – Italien und Slowenien – mit einer Fahrzeit von dreieinhalb Tagen zwischen Gemlik und Triest und vier Tagen zwischen Gemlik und Koper. Unser Service ist eine nachhaltige Alternative zum Lkw-Transport, die nicht nur den CO2-Ausstoß reduziert, sondern auch Transportdauer, Frequenz und Kosten optimiert. Intermodale Tür-zu-Tür-Lösungen, einschließlich 45-Fuß-PW-Container, ergänzen dieses Produkt“.

Der Mehrzweckterminal HHLA PLT ist ein wichtiger Bestandteil des italienischen Seehafens Triest und befindet sich in der Freihafenzone. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat eine Mehrheitsbeteiligung an dem Terminal erworben. Die 27 Hektar große Hafenanlage besteht aus einem Bereich für den Umschlag von verschiedenen Stückgütern und einem neu errichteten Bereich mit ausreichend tiefen Liegeplätzen für RoRo- und Containerschiffe.

Als Logistikknotenpunkt an der Ostsee-Adria-Linie ist Triest nicht nur sehr gut mit Mittel- und Osteuropa verbunden, sondern bietet auch Verbindungen bis in den Ostseeraum. PLT wird diese strategisch wichtige Position nutzen, um den umweltfreundlichen Schienenverkehr mit dem europäischen Hinterland zu stärken.

Quelle und Foto: HHLA