Klimaanpassung der Häfen als Daueraufgabe

Wie verwundbar sind die deutschen Seehäfen durch die Folgen des Klimawandels? Welche Konzepte und Maßnahmen müssen umgesetzt werden, um diesen Folgen zu begegnen? Mit dieser zentralen Fragestellung beschäftigt sich das von bremenports unterstützte Projekt PortKLIMA. Der Abschlussbericht des Projekts mit dem Titel – „Seehäfen und Klimawandel – Entwicklung und pilothafte Umsetzung von Bildungsmodulen zur Einbindung der Anpassung an den Klimawandel in Planung, Bau und Betrieb von Seehäfen in Deutschland“ ist jetzt vorgelegt worden.

Aufgrund ihrer Lage sind Seehäfen besonders von den Folgen des Meeresspiegelanstiegs betroffen. Aber auch Extremwetterereignisse wie extreme Hitze, Starkregen und Starkwind können den Betrieb der Häfen empfindlich stören. Ein wichtiges Instrument zur erfolgreichen Anpassung ist, das Ausmaß und die Folgen der individuellen Betroffenheit frühzeitig und bestmöglich abzuschätzen. Dies ist erforderlich, um notwendige Maßnahmen zu identifizieren und diese zur passenden Zeit umzusetzen. Ein Schwerpunkt dabei liegt auf baulichen und physischen Maßnahmen, wie der Anpassung von Hochwasserschutzsystemen. Aber auch die Schulung von Mitarbeitenden und institutionelle Maßnahmen, wie die Überprüfung von Sicherheitsvorschriften, können für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels mit wichtigen Impulsen unterstützen. In jedem Fall sind die in den kommenden Jahrzehnten erforderlichen Anpassungen an das sich ändernde Klima eine Daueraufgabe, deren Umsetzung nach Möglichkeit in die jeweiligen Hafenentwicklungsprojekte integriert werden sollte.

Um die Projektergebnisse in die Praxis zu integrieren, wurden Workshops mit Hafenplanerinnen und Hafenplanern bzw. Ingenieurinnen und Ingenieuren durchgeführt und die Ergebnisse in die studentische Lehre des Fachs Bauingenieurwesen an der Hochschule Bremen bzw. der Hochschule Wismar eingebunden.

Es wurden außerdem fünf Factsheets zu den Themen
(1) Grundlagen Klimawandel und Klimamodelle,
(2) Auswirkungen des Klimawandels – Gegenwart,
(3) Auswirkungen des Klimawandels – Zukunft,
(4) Seehäfen und Klimawandel – Entwicklung einer Anpassungsstrategie sowie
(5) Klimaschutz
erstellt.

Ein Großteil der im Projekt PortKLIMA erstellten Bildungsmaterialien ist auf der Internetseite des Projekts frei verfügbar.

Das Projekt PortKLIMA wurde in den vergangenen drei Jahren federführend vom Institut für Wasserbau der Hochschule Bremen durchgeführt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat das Projekt PortKLIMA im Rahmen des DAS-Förderprogramms „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ gefördert. An dem Projekt PortKLIMA waren außerdem die Hafenmanagementgesellschaften der Häfen Brake, Cuxhaven, Hamburg, Lübeck, Rostock und Wismar beteiligt.

Die Ergebnisse des Projekts PortKLIMA fließen in die Anpassungskonzepte für die Hafenanlagen in Bremen und Bremerhaven ein, die aktuell von bremenports im Rahmen der Klimaanpassungsstrategie Bremen/ Bremerhavenerstellt werden. Innerhalb der Strategie sollen resilienzsteigernde Maßnahmen und Projekte (insbesondere in der Hafenentwicklung, im Hafenbau und im Zusammenhang mit Kompensationsmaßnahmen) bis Ende 2022 identifiziert und vorbereitet werden. Gleichzeitig soll auf störungsunanfällige Transportketten (sowohl seeseits wie landseits) hingewirkt werden.

Quelle und Grafik: bremenports GmbH & Co. KG,




Antwerpen digitalisiert Radarinfrastruktur

Die Radarinfrastruktur spielt eine wichtige Rolle bei der Lenkung des Schiffsverkehrs. In diesem Zusammenhang wurde vor kurzem ein Rahmenvertrag über die vollständige Digitalisierung und den Ausbau des Systems an Securitas vergeben.

Aufgrund seiner Lage im Hinterland und der damit verbundenen komplexen Anläufe ist der Betrieb der nautischen Kette für den reibungslosen Verkehr im Hafen von Antwerpen von entscheidender Bedeutung. In den letzten Jahren wurde daher stark in die digitale Vernetzung der Kettenpartner investiert, unter anderem durch mehr und besseren Datenaustausch. Im Hafen selbst hat Port of Antwerp 2021 mit der Einführung eines Schiffsverkehrsmanagements begonnen, um die Lenkung des Schiffsverkehrs hinter den Schleusen zu verbessern. In diesem Rahmen wurde kürzlich mit der Vergabe eines Rahmenvertrags zur Digitalisierung und zum weiteren Ausbau der gesamten Radarinfrastruktur ein Meilenstein erreicht.

Die 12 derzeitigen analogen Radaranlagen werden schrittweise ersetzt, und zusätzlich werden sieben Radaraufstellplätze eingerichtet. Ein IALA-konformer (International Association of Lighthouse Authorities) Vessel Traffic Service (VTS) ist das letzte Ziel, das bis zum ersten Quartal 2022 erreicht werden soll und drei Sektoren umfassen wird. Die Einführung des VTS ist in vollem Gange.

Die Digitalisierung dieser Radarinfrastruktur wird die Bemühungen um andere Innovationsprojekte weiter unterstützen und beschleunigen. Dies wird die Verbindung mit dem digitalen Zwilling APICA(Advanced Port Information and Communication Assistant) erleichtern. Dieser digitale Zwilling macht es möglich, verschiedene Echtzeitdaten zusammenzuführen und mithilfe von Data Science in verwertbare Informationen für eine Vielzahl interner und externer Interessengruppen zu verwandeln. Letztendlich ermöglicht dies eine Entwicklung vom Situationsbewusstsein über den Hafen hin zu einem vorausschauenden und steuernden Verhalten. Die Verknüpfung mit detaillierten Radardaten ist dabei ein wichtiger Baustein.

Der Rahmenvertrag wurde nach einem europäischen Ausschreibungsverfahren an den Integrator Securitas vergeben, das die Produkte des italienischen Radarherstellers ICSverwenden wird.

Hafenrätin Annick De Ridder: „Wir bereiten unseren Hafen auf den Welthafen der Zukunft vor, in dem Innovation und Digitalisierung entscheidend sind. Diese neue Radarinfrastruktur wird uns helfen, unseren Hafen effizienter zu verwalten und ist ein wichtiger Schritt zu einem noch sichereren und reibungsloseren Verkehr.

Patrick Delanghe, BU Technology Director Aviation & Maritime: „Securitas trägt dazu bei, die Welt sicherer zu machen. Wir bieten Sicherheitsdienstleistungen sowohl für das Festland als auch für die See- und Binnenschifffahrt. Wir freuen uns daher sehr, dass wir eine Weltreferenz wie den Hafen von Antwerpen bei der Integration eines VTS unterstützen können.“

Securitas ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Bewachung und Sicherheit. Securitas kombiniert Menschen, Technologie und Wissen, um effiziente, auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Sicherheitslösungen zu liefern. Mehr als 355.000 Beschäftigte sorgen in Privathaushalten, KMUs, Großunternehmen und im öffentlichen Sektor für einen Unterschied. In Belgien hat Securitas mehr als 6.600 Mitarbeiter.

Quelle und Foto: Port of Antwerp




Bremen: Hafengebühren steigen um zwei Prozent

Nach zwei Jahren ohne Erhöhung werden die Gebühren in den Bremischen Häfen im kommenden Jahr um zwei Prozent steigen.

Die Raumgebühren in Bremen wurden zuletzt zum 1. Januar 2019 um durchschnittlich zwei Prozent angehoben. Im Jahr 2020 war dann aufgrund schlechter Wirtschaftsprognosen, dem anstehenden Brexit und dem Handelskonflikt zwischen den USA und China von einer Erhöhung abgesehen worden, auch danach gab es keine Anpassung der Gebühren. 2021 wurde, um den Hafenkunden in der Pandemie entgegen zu kommen, auf eine Erhöhung verzichtet.

Nach der im November erfolgten Zustimmung des Hafenausschusses der bremischen Bürgerschaft tritt die entsprechende Regelung für die Erhöhung um zwei Prozent nun zum 1. Januar 2022 in Kraft. Da es sich bei den Hafengebühren um öffentlich-rechtliche Gebühren handelt, sind diese nach den Vorgaben der EU marktangemessen und transparent zu gestalten.

Dazu die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling: „Die Gebühren dienen zu einem wesentlichen Teil der Finanzierung der Kosten für die Herstellung, Instandhaltung und Unterhaltung der bremischen Häfen und damit dem Erhalt der Konkurrenzfähigkeit zu anderen Häfen.“

Auch in der Zukunft investiert Bremen weiter stark in seine Häfen, so die Senatorin: „In den beiden kommenden Jahren haben wir 56,4 Millionen Euro für Investitionen in den Häfen eingeplant und 58,3 Millionen Euro für deren Unterhaltung. Die jetzige Erhöhung ist angemessen und angesichts der deutlichen Zunahme des Hafenumschlags auch für unsere Hafenkunden vertretbar.“

Quelle und Foto: Senatorin für Wissenschaft und Häfen




Festlegung Hafentarife Rotterdam bis 2024

Nach konstruktiven Beratungen haben Deltalinqs, die Vereinigung der Rotterdamer Schiffsmakler (VRC) und der Hafenbetrieb Rotterdam eine Einigung über die Hafentarife für die nächsten drei Jahre erzielt. Die Zinssätze entsprechen der Inflation und den jüngsten Entwicklungen auf dem Markt. Die Tarife gelten sowohl für die Binnenschifffahrt als auch für die Seeschifffahrt.

Die Indexierung der Hafentarife für 2022 beläuft sich auf 2,5 Prozent. Für die folgenden Jahre liegen die Zahlen bei 2,4 bzw. 2,3 Prozent. Die Hafenbehörde bietet außerdem eine Reihe von Ermäßigungen für Hafengebühren an, unter anderem für nachhaltige Schiffe und häufige Besucher. In der letztgenannten Kategorie werden zwei Verordnungen angepasst.

Deltalinqs, die Wirtschaftvertretung im Mainport Rotterdam, vertritt mehr als 95 Prozent aller Logistik-, Hafen- und Industrieunternehmen im Hafen von Rotterdam. Victor van der Chijs, Vorsitzender von Deltalinqs: „Investitionen in einen effizienten und nachhaltigen Hafen aus den Hafengebühren sind ein Muss für unsere Wettbewerbsposition.“

Kees Groeneveld, Vorsitzender des VRC, fügt hinzu: „Um dies zu konkretisieren, wird diskutiert, wie der Austausch von Daten und die weitere Digitalisierung noch gezielter genutzt werden können, um die Effizienz des Hafens zu steigern. Portbase wird dabei eine zentrale Rolle spielen“.

„Auch wir sind mit dem Ergebnis zufrieden, vor allem weil es in guter gegenseitiger Abstimmung erzielt wurde“, sagte Allard Castelein, Präsident und CEO des Hafenbetriebs Rotterdam. „Damit schaffen wir Tarife und Rabatte pro Segment, die im Vergleich zu den anderen Häfen wettbewerbsfähig sind, die die Marktentwicklung in dem jeweiligen Segment abbilden und die die sozialen Kosten und Nutzen widerspiegeln. Die Tatsache, dass sie für die nächsten drei Jahre festgelegt sind, schafft auch Klarheit und Stabilität.

Die Gesprächspartner Deltalinqs, VRC und der Hafenbetrieb Rotterdam haben außerdem vereinbart, zu untersuchen, wie der Rotterdamer Hafen seine führende Rolle in der nachhaltigen Schifffahrt weiter ausbauen kann.

Die Hafenbehörde kündigte außerdem an, dass sie an einem neuen System für die Erhebung von Binnenhafengebühren arbeitet, das das derzeitige Webportal ab dem 1. Januar 2023 ersetzen wird. Dieses neue System bietet neben der manuellen Angabe auch die Möglichkeit der automatischen Angabe und ermöglicht eine nutzungsabhängige Bezahlung. Die Branchenorganisationen Centraal Bureau voor de Rijn- en Binnenvaart, Koninklijke BLN-Schuttevaer und die Algemeene Schippers Vereeniging sind an der Erneuerung dieses Systems beteiligt.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Neuer Umschlagbagger im bayernhafen Passau

Der bayernhafen Passau spielt durch seine Funktion des Leichterns eine Schlüsselrolle für die Schifffahrt auf der Donau. Denn für Schiffe, die von Südosteuropa und Österreich kommen, ist er der letzte Donauhafen vor dem nicht ausgebauten Abschnitt Vilshofen-Straubing.

Für diesen Donauabschnitt müssen Güterschiffe ihre Ladung an die jeweilige Abladetiefe anpassen, indem sie einen Teil ihrer Ladung auf ein weiteres Schiff umladen oder an Land zwischenlagern.

Zum Einsatz kommt dabei nun auch ein neuer Umschlagbagger Sennebogen 855 E Hybrid. Dieser ist ausgestattet mit einem modernen 231 kW Dieselmotor der Abgasstufe V und zusätzlichem Energie-Rückgewinnungssystem „Green Hybrid“. So entspricht die Maschine den modernsten Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.

Quelle und Foto: Bayernhafen GmbH & Co. KG




Seegüterumschlag 2022 wieder auf Vorkrisenniveau

Nach der vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) aktuell veröffentlichten Gleitenden Mittelfristprognose (Sommerprognose 2021) für den Güter- und Personenverkehr werden die pandemiebedingten Verluste im Seegüterumschlag des Vorjahres 2020 (- 6,4 %) im laufenden Jahr noch nicht kompensiert. Erst im Jahr 2022 soll es zu einer Überschreitung des Vorkrisenniveaus von 2019 kommen. Für das Jahr 2023 sei ein deutlich moderates Wachstum zu erwarten.

Laut BAG-Prognose werde es im Seegüterverkehr im laufenden Jahr 2021 zu einer klaren Aufholbewegung kommen. Die Belebung des Welthandels und des deutschen Außenhandels werde auf den Containerbereich (+ 5 %) kräftig ausstrahlen. Dagegen werde sich beim Umschlag von Fahrzeugen das kräftige Plus im ersten Halbjahr (+ 27 %) auf der Versandseite angesichts der gegenwärtigen Entwicklung der deutschen Automobilproduktion nahezu vollständig auflösen.

Bei den Massengutbereichen werde der Kohlesektor – nach mehreren Jahren mit starken Rückgängen – eine unerwartet kräftige Expansion verzeichnen, aufgrund des enormen Anstiegs der Gaspreise. Allerdings werde dies durch nochmals rückläufige Rohöleinfuhren zum Teil ausgeglichen, während die Einfuhr von Eisenerzen spürbar steige (+ 11 %).

Für den Gesamtumschlag wird für 2021 ein Plus von 3,8 % prognostiziert. Damit erfolge eine Kompensation von rund 60 % des letztjährigen Umschlagrückgangs, so dass der Seegüterverkehr im laufenden Jahr noch um etwa 2 % unter dem Vorkrisenniveau liege.

Im kommenden Jahr 2022 werde die Aufwärtsbewegung im Containerverkehr anhalten. Zwar wachse der Welt- und der deutsche Außenhandel mit einer geringeren Geschwindigkeit. Jedoch dürften die derzeitigen Lieferengpässe im kommenden Jahr zu einem zusätzlichen positiven Basiseffekt führen. Für den Containerverkehr wird daher im kommenden Jahr mit einem höheren Wachstum als im laufenden gerechnet. Dagegen werde sich bei den Massengütern die diesjährige, außerordentlich günstige Entwicklung nicht wiederholen. Für den Gesamtumschlag ergebe sich daraus ein Anstieg um 3,3 %, also nur leicht unter dem des laufenden Jahres.

Für das Jahr 2023 sei ein deutlich moderates Wachstum zu erwarten. Dies gelte vor allem für die Ladungssegmente, die vom Außenhandel angetrieben würden, der stark an Dynamik verliere – mit Auswirkungen für den Containerverkehr. Bei den Massengutbereichen könne sowohl bei Stahl als auch bei Kohle noch ein leichter Anstieg erwartet werden. Für den gesamten Seegüterumschlag sei ein Wachstum von 1,6 % zu erwarten. Der Stand von 2019 werde um 2,5 % übertroffen.

Quelle: ZDS Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V., Foto: HHM/ Marc Ihle




Starke Zuwächse in der Schifffahrt

Während die Hafenwirtschaft und Schifffahrt deutliche Zuwächse beim Geschäftsklimaindex verzeichnen, sind die Einschätzungen beim Schiffbau verhalten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der IHK Nord, dem Zusammenschluss zwölf norddeutscher Industrie- und Handelskammern.


Am stärksten ist die konjunkturelle Lage aktuell in der Schifffahrt: Der Geschäftsklimaindex verzeichnet hier ein Plus von rund 44 Punkten und klettert damit auf 126,9 Punkte. 85 Prozent der befragten Reeder beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Dennoch sehen die Unternehmen Risiken bei der wirtschaftlichen Entwicklung: Drei Viertel sorgen sich um die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise, jedes zweite Unternehmen hat Schwierigkeiten, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden.

Nicht so stark wie in der Schifffahrt steigt der Geschäftsklimaindex in der Hafenwirtschaft von 104,5 auf 118,0 Punkte. Auch hier bezeichnen rund drei Viertel der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Allerdings sehen auch über 70 Prozent Risiken mit Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Wir fordern mehr Engagement der Politik beim Infrastrukturausbau der Hafenhinterlandanbindungen und der nautischen Zufahrten zu den deutschen Seehäfen“, so Prof. Norbert Aust, Vorsitzender der IHK Nord. „Wir brauchen mehr Tempo. Die Planungs- und Genehmigungszeiten für Bauprojekte dauern in Deutschland deutlich zu lang. Dieses Problem muss die neue Ampelkoalition in Berlin durch eine Planungsrechtsreform dringend anpacken“, so Aust.

Rückläufig ist der Geschäftsklimaindex beim Schiffbau. Er verliert rund neun Punkte im Vergleich zum Frühjahr 2021. Fast neun von zehn Betrieben sehen wirtschaftliche Risiken bei den Energie- und Rohstoffpreisen. Mehr als drei Viertel beklagen den zunehmenden Fachkräftemangel. Sieben von zehn Unternehmen sorgen sich um die Auslandsnachfrage. „Um die sehr schwierige Lage im Schiffbau zu überwinden, muss die Finanzierung von Schiffbauaufträgen von der Politik besser unterstützt werden“, betont Aust. Zudem fordert er, dass sich Bund und Länder flexibler und schneller bei der staatlichen Vergabe von Neubau- und Reparaturaufträgen zeigen.

Eine Übersicht der Ergebnisse der Konjunkturumfrage gibt es hier. (PDF-Datei · 73 KB)

Quelle und Grafik: IHK Nord




LHG-Tochter erweitert Netzwerk

Im Lübecker Hafen steigen die Mengen, die auf dem Schienenweg befördert werden. Zum Wachstum trägt auch die LHG-Tochter European Cargo Logistics (ECL) bei. Die Spedition mit Schwerpunkt intermodale Verkehre hat Ende November einen weiteren Italienverkehr gestartet. Das neu angeschlossene Terminal steht in Melzo, nahe bei Mailand. Der norditalienische Industriestandort ist zunächst zweimal wöchentlich mit Lübeck und somit zahlreichen Ostseehäfen verbunden.


Das ECL-Netzwerk wächst stetig. Die Hauptrennstrecken im Portfolio mit insgesamt 27 Abfahrten pro Woche und Richtung sind die Verbindungen von und nach Verona, ebenfalls Norditalien, sowie Ludwigshafen und Duisburg. „Der Trend geht immer mehr zu klimafreundlichen Transporten, und er hilft uns natürlich sehr dabei, unser Verbindungsnetz auf der Schiene kontinuierlich weiter auszubreiten und zu verdichten“, stellt ECL-Geschäftsführer Jörg Ullrich fest. „Global agierende Spediteure fragen gezielt neue Linien bei uns an. Gemeinsam lässt sich viel auf die Beine stellen.“

Zuletzt hatte ECL die Fühler in Richtung Baltische Staaten ausgestreckt. Mit einem lettischen Partner betreiben die Lübecker seit Kurzem eine Verbindung zwischen Liepāja und Riga. Somit können sie Transportketten anbieten, die zum Beispiel von Süditalien bis in die lettische Hauptstadt führen.

Quelle: Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH, Foto: Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH/ Lars-Kristian Brandt




Duisport und IHK begrüßen Koalitionsvertrag

Duisport-Chef Markus Bangen und IHK-Präsident Burkhard Landers befürworten bei ihrem ersten Treffen viele Aussagen aus dem Koalitionsvertrag, wie die Hafeninfrastruktur zu stärken. Der nächste Schritt sei, einzelne Punkte auszuarbeiten und Ziele verbindlich festzulegen.

Der neue Duisport-CEO Markus Bangen und IHK-Präsident Burkhard Landers haben am Mittwoch (1. Dezember) über die im Koalitionsvertrag vereinbarten Aussagen diskutiert. Die vereinbarten Punkte greifen in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur und Planungsbeschleunigung viele Forderungen der Niederrheinischen IHK auf, etwa zusätzliche Mittel für die Verkehrsinfrastruktur, Sanierung und Ausbau der Schleusen oder die Modernisierung der Binnenschifffahrtsflotte. Viele Fragen aber blieben offen, stellen Bangen und Landers fest: Wie genau werden Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur erhöht und abgesichert? Wie stark soll der Schifffahrtsanteil im Güterverkehr gesteigert werden? Wie soll die Planungsdauer von Infrastrukturprojekten halbiert werden?

Beide plädieren für eine Stärkung des Duisburger Hafens. Duisport-Chef Bangen: „Die Transportmengen bei der Binnenschifffahrt insbesondere in den klassischen Montan-Segmenten gehen zurück. Diesen Trend müssen wir umkehren. Dafür muss der Hafen als europäische Logistik-Drehscheibe weiter ausgebaut werden. Auch eine Verbesserung der Bahninfrastruktur, intakte Straßen und Wasserstraßen gehören dazu.“ IHK-Präsident Landers lobt besonders das Ziel der Ampelkoalition, die Dauer der Verfahren von Infrastrukturprojekten zu halbieren. „Sollte dies gelingen, wäre das ein großer Schritt für die Beschleunigung der wichtigen Verkehrsinfrastrukturprojekte an Rhein und Ruhr. Das hilft unserem Logistikstandort im Wettbewerb.“

Quelle: Niederrheinische IHK, Foto: Niederrheinische IHK/Hendrik Grzebatzki, Duisport-Chef Markus Bangen trägt sich im Beisein von IHK-Präsident Burkhard Landers (r.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger ins Goldene Buch ein.




Terminal Osnabrück im Probebetrieb

Das Containerterminal am Osnabrücker Hafen hat den Probebetrieb aufgenommen. In der Anlage werden seit Anfang November die ersten Container zwischen Straße und Schiene umgeschlagen und Abläufe getestet.

Eigentümerin der Anlage ist eine Tochtergesellschaft der Osnabrücker und Dortmunder Stadtwerke (DSW21), Betreiberin ist die Container Osnabrück GmbH (CTOS). Die Akteure haben auf dem Video-Portal Vimeo indes einen Image-Film veröffentlicht, der die Hintergründe des Gemeinschaftsprojekts aufzeigt und die besondere wirtschaftliche Bedeutung herausarbeitet.

„Auf den Start des Probebetriebs haben wir lange hin gefiebert“, freut sich CTOS-Geschäftsführer Björn Tiemann. Ein Hellmann-Zug fährt täglich in die Anlage und wird von den Portalkränen be- und entladen. „Der Probebetrieb läuft allerdings noch eingeschränkt, da die Leit- und Sicherungstechnik bis dato fehlt“, erläutert Tiemann. Die Weichen können daher noch nicht vom Stellwerk gestellt werden, dies muss im Augenblick manuell geschehen. „Wir sammeln täglich wertvolle Erfahrungen und verbessern die operativen Abläufe, haben aber die ersten Züge pünktlich abgefertigt.“

Zum 1.1.2022 ist die offizielle Übergabe der Anlage von der TBOS (Terminalbesitzgesellschaft Osnabrück) als Bauherrin an die CTOS als Betreiberin geplant. Bereits im Januar sind weitere KV-Relationen von und nach Osnabrück angekündigt. Künftig werden bis zu 700 Meter lange Ganzzüge ins Terminal einfahren und be- und entladen. Ein Ganzzug ersetzt dabei etwa fünfzig LKW-Fahrten, reduziert so den Schadstoff-Ausstoß und ist ein enormer Treiber für mehr Nachhaltigkeit. Bis zu 150.000 Ladeeinheiten pro Jahr können und sollen über das Terminal von der Straße auf die Schiene umgeschlagen werden.

„Auch wir freuen uns, dass es endlich bald losgehen kann“, betont Hubert Jung, Verkehrsvorstand der Dortmunder Stadtwerke AG – DSW21. „Durch die Vernetzung der Standorte Dortmund und Osnabrück sind wir sehr gut für die stetig zunehmenden Ladeverkehre auf der Schiene gerüstet. Dies wird letztlich auch die Wettbewerbsfähigkeit des Dortmunder Logistik-Standortes weiter stärken.“

Der Osnabrücker Stadtwerke-Vorstand Dr. Stephan Rolfes stellt zudem die Bedeutung des Terminals für den Logistikstandort Osnabrück heraus: „Nicht nur unsere hier ansässigen Logistikunternehmen werden davon profitieren, sondern die gesamte Region.“

Weitere Informationen zum Containerterminal am Osnabrücker Hafen gibt es auf www.ct-os.de. Der dazugehörige Image-Film mit zahlreichen Statements und Hintergrundinformationen, der vom DSW21-Bewegtbild-Team erstellt wurde, ist nun auf dem Video-Portal Vimeo zu sehen: https://vimeo.com/630831837

Die Terminalbesitzgesellschaft OS (TBOS) GmbH & Co. KG ist Bauherrin des neuen Containerterminals am Hafen Osnabrück. Gesellschafter sind die DSW21 (49 Prozent) und die Stadtwerke Osnabrück (25 Prozent), die restlichen 26 Prozent der Anteile halten Osnabrücker Spediteure.

Die Container Terminal Osnabrück (CTO) GmbH ist Betreiberin der KV-Anlage. Gesellschafter sind die Logistikunternehmen Hellmann (41 Prozent), Koch International (5 Prozent) und Nosta (5 Prozent) sowie die TBOS (49 Prozent).

Quelle: Stadtwerke Osnabrück, Foto: TBOS / Uwe Lewandowski