Positive Entwicklung in den Bremischen Häfen

Die positive Umschlagsentwicklung in den Bremischen Häfen setzt sich auch im dritten Quartal 2021 fort. So wurden im September 2021 in den bremischen Häfen knapp 415.000 TEU umgeschlagen. Insgesamt lag der Containerumschlag in den neun Monaten dieses Jahrs bei 3,8 Millionen TEU. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht das einem Umschlagplus von 10,2 Prozent.

Der Gesamtumschlag über die Kajen in Bremen und Bremerhaven lag bis Ende September bei 52 Millionen Tonnen und damit 7,5 Prozent über dem des Vorjahres. Der Umschlag setzt sich aus 45 Millionen Tonnen Stückgut und 7 Millionen Tonnen Massengut zusammen. Auch beim Umschlag von Fahrzeugen gab es ein Plus von 10,3 Prozent. Insgesamt sind in den ersten drei Quartalen 1,3 Millionen Autos über Bremerhaven transportiert worden.

„Es ist erfreulich, dass es in den Häfen weiter aufwärts geht“, so die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling. „Angesichts der erheblichen weltweiten Probleme in den Lieferketten, können wir hieraus noch keinen belastbaren Trend ableiten. Wir müssen weiter intensiv daran arbeiten, die Konkurrenzfähigkeit unserer Häfen zu verbessern.“

Quelle und Foto: bremenports GmbH & Co. KG




Pilotprojekt mit Langstreckendrohne

Ein Teil des Kais am Jangtsekanal in Rotterdam wurde jetzt in einen Drohnenhafen verwandelt, um eine Langstreckendrohne des niederländischen Unternehmens Avy vorzuführen. Im Laufe einer Woche wurden mehrere Drohnenflüge über die Häfen Amalia, Ariane und Alexia durchgeführt.

Getestet wurde auch die Kamera, die während der Drohnenflüge die Hafenaktivitäten und die Inspektion von Hafenanlagen – wie Kaimauern – des Hafenbetriebs Rotterdam im Auge behalten soll. Die Test- und Demowoche ist Teil des Innovationsprogramms „Drone Port of Rotterdam“ und entspricht dem Ziel des Hafenbetriebs, neue Technologien zu testen, die den Hafen sicherer, intelligenter und schneller machen.

Eine Baustellenhütte wurde als Kommandozentrale eingerichtet und eine Avy-Station auf dem Kai aufgestellt. Diese Andockstation ermöglicht einen autonomen Betrieb und einen sofortigen Einsatz.

Im Hafenkoordinationszentrum im Welthafenzentrum wurde eine Live-Ansicht der Drohnenbilder gemacht, um den Mehrwert der Drohnenbilder im Vergleich zu den Bildern von fest installierten Kameras im Hafen zu bewerten.

Für die Hafenmeisterei konzentrierte sich das Pilotprojekt auf Inspektionen auf See und auf Binnengewässern, wie z. B. Bunkerlagerung, Wasserverschmutzung, Umschlag an Bord, Zoneneinteilungen/Gefahrenstoffe, Umschlag von Land zu Land, Luftverschmutzung (Rauch/Ruß) und Reparaturen an Bord von Schiffen. Wenn eine Drohne beispielsweise einenoffenen Tankdeckel zeigt, könnte dies auf eine illegale Entgasung durch Schiffe hindeuten, und es könnte eine Untersuchung eingeleitet werden.

Bei dem Pilotprojekt setzte das niederländische Unternehmen Avy eine neue Art von Flugzeugdrohne ein. Diese Drohne kann größere Entfernungen und höhere Geschwindigkeiten zurücklegen, so dass der gesamte Hafen mit zwei oder drei Flugzeugen abgedeckt werden kann und die Drohne im Falle eines Zwischenfalls sehr schnell vor Ort sein kann. Das macht sie für die verschiedenen Aufgaben der Hafenmeisterei interessant: Bearbeitung von Zwischenfällen, intelligentere Patrouillen, Überwachung von Schiffsaktivitäten, Hafensicherheit und auch Verkehrsabwicklung.

Für interessierte Gäste wurden Vorführtermine eingebaut, die von vielen mit großem Interesse genutzt wurden: von Behörden wie der Lebensmittel- und Warenbehörde, von Bahn- und Netzbetreibern, aber auch von Logistikdienstleistern, Agenturen und Reedereien.

Die getestete Avy-Aera-Drohne kann auch gekühlte medizinische Güter transportieren. In Zukunft werden neue Entwicklungen geprüft und getestet, wie z. B. der Transport von Teilen und Frachtproben, damit diese in Zukunft auf Schiffen transportiert werden können.

Die Test- und Demowoche ist Teil des Innovationsprogramms „Drone Port of Rotterdam“, bei dem der Einsatz und die Nutzung verschiedener Drohnen getestet wird. Der nächste langfristige Drohneneinsatz wird Anfang 2022 folgen;über einen Zeitraum von fünf Monaten werden wöchentlich Flüge durchgeführt. Externe Parteien können ebenfalls Testanfragen für den Einsatz von Drohnen stellen. In der kommenden Zeit wird das neue Gerät Avy Aera V3 in Verbindung mit der Avy Docking Station eingesetzt. Dies bietet ein noch höheres Maß an Autonomie und kann mit schwereren Wetterbedingungen umgehen. Die Drohnenstation wird dann zu Testzwecken bei der Rotterdamer Lotsenstation am Pistoolhaven aufgestellt, um das Fluggebiet weiter zu vergrößern. Neu an dieser Operation ist die gemeinsame Nutzung desselben Luftraums durch Hubschrauber der Lotsen und Drohnen, was in Zukunft klar und sicher geregelt werden muss.

Quelle und Fotos: Port of Rotterdam




Kooperation ist der Schlüssel

Der globale Frachtverkehr ist heute unter Einbeziehung der Hafen- und Logistikstandorte für elf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Eine Veränderung bestehender Transportketten und Logistikprozesse wird international diskutiert und gefordert. Auf dem Weg zur Klimaneutralität hat die EU mit der Verabschiedung des European Green Deal eine Zielvorgabe gemacht. Bis 2050 soll Europa der erste klimaneutrale Kontinent werden.

Welche Maßnahmen dafür im Hafen- und Transportsektor notwendig sind, um dieses Ziel zu erreichen, darüber diskutierten Experten auf Einladung der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) und Hafen Hamburg Marketing (HHM). 375 Teilnehmer folgten den Vorträgen und Fragerunden im Rahmen einer digitalen Veranstaltung unter dem Titel „Klimaneutral in die Zukunft – Was können wir tun?“.

Sebastian Jürgens, Sprecher der Geschäftsführung der LHG, moderierte gemeinsam mit Marina Basso Michael, verantwortlich bei HHM für die Marktentwicklung in der Ostseeregion und Europa, den fachlichen Austausch zwischen Experten und den aus Deutschland und dem Ausland zugeschalteten Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Mit unserer Veranstaltung möchten wir Anregungen in die Diskussion für klimafreundliche Transportketten und Häfen einbringen. Der Austausch zwischen Hafen- und Verkehrswirtschaft sowie der Wissenschaft bringt uns neue Ansätze und motiviert, die bereits erfolgreich begonnene Kooperation auf allen Ebenen auszubauen. Die LHG übernimmt dabei an der Schnittstelle Land-/Seeverkehr eine wichtige Rolle”, sagte Jürgens.

Auf erhebliche Optimierungspotenziale für mehr Nachhaltigkeit im Hafen der Zukunft ging Carlos Jahn vom Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen ein. Die Synchronisierung von see- und landseitigem Transport durch digitales Vernetzen der Logistikpartner sollte seiner Auffassung nach vorangebracht werden. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und der Nutzung großer Datenmengen lassen sich nach Ansicht von Jahn Wartezeiten reduzieren und Vorstauflächen in den Häfen effizienter nutzen. Einen großen Mehrwert zur Verbesserung der Routen- und Fahrplanoptimierung bei Schiffen liefern Daten in Echtzeit rund um das Schiff und seine Einsatzplanung. Die Reduzierung beim Treibstoffverbrauch, geringere Wartezeiten, weniger Flächenbedarf und angepasster Equipmenteinsatz zahlen sich am Ende auch für eine nachhaltigere Organisation im Hinterlandverkehr der Häfen aus.

Über die weitere Entwicklung bei Schiffsantrieben und den Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe in der Schifffahrt informierte aus Sicht der Reederei Stena Line, Erik Lewenhaupt. „Kraftstoffe wie Wasserstoff, Green Methanol und die zunehmende Elektrifizierung, sind Beispiele dafür, wie wir uns in Richtung einer grüneren Logistik bewegen können. Für kürzere Strecken wird zur Zeit Elektrifizierung bevorzugt, für die Langstrecke Green Methanol“, erläuterte Lewenhaupt. Um deren Einsatz voranzutreiben, werden nicht nur umfangreiche Investitionen für bestehende Schiffe benötigt, sondern auch eine Versorgungsinfrastruktur in den Häfen. Die Erneuerung von Flotten, die Nachrüstung von Motoren und die Steigerung der Effizienz sind notwendige Instrumente, die strukturelle Verbesserungen in der Logistikkette sicherstellen und den CO2-Fußabdruck senken werden. „Wir bei Stena Line wollen Vorreiter sein und setzen uns für eine nachhaltige Transportlogistik ein“, sagte Lewenhaupt.

Wie sich intermodale Transportketten im Zu- und Ablaufverkehr der Häfen umweltfreundlicher gestalten lassen, darüber informierte Jan Weiser von Kombiverkehr. Er machte deutlich, dass in dem von Kombiverkehr betriebenen intermodalen Netzwerk die Einsparung von 80 Prozent CO2 im Vergleich zum Transport auf der Straße erreichbar ist. Dabei helfe die Nutzung von „grünem“ Strom und die präzise Erfassung von Emissionen im Schienengüterverkehr. Kunden erhalten jetzt schon durch vorhandene Instrumente, wie z.B. den CO2-Rechner, alle Basisangaben zur Bewertung klimafreundlicher Transporte. Zusätzlich wünschte sich Weiser auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Güterverkehr eine bessere Standardisierung und Kranbarkeit von Sattelaufliegern. Darüber hinaus sei es notwendig, die Spediteure vom intermodalen Transport zu überzeugen. „Spediteure müssen in Richtung Schiene umdenken“, sagte er.

Zum Themenfeld Optimierungspotenziale beim Hinterlandverkehr auf der Schiene äußerte sich auch Jörg Ullrich, Geschäftsführer von European Cargo Logistics (ECL) und Nordic Rail Service (NRS). „Der Güterverkehr auf der Schiene muss bei Transportbuchungen für die Nutzer über einen One-Stop-Shop so einfach wie im Straßengüterverkehr werden. Bei Beibehaltung des Wettbewerbs streben wir Kooperationen zwischen Operateuren und Spediteuren an, die neue Verbindungsangebote auf der Schiene erleichtern“, so Ullrich. Neben der vertikalen Kooperation sähe ECL auch in der horizontalen Kooperation große Chancen, um durch Digitalisierung und offene Teilung der Transportdaten mehr Transparenz unter allen Beteiligten zu erreichen. „Der Hafen ist an der Schnittstelle Land-/Seetransport der Schlüssel in der Transportkette. Die Bündelung, Verwaltung und Steuerung aller Informationen und Daten entlang der Transportkette übernimmt zweckmäßigerweise ein sog. „Control Tower“. Er ist ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Entwicklung von intermodalen Transporten. Die Häfen als Schnittstelle der intermodalen Routen bieten sich für eine solche Funktion an”, führte Ullrich an.

Aus Sicht von Ortwin Harms, Geschäftsführer bei der LHG, ist der Ausbau der Hafeninfrastruktur, die sich an geänderte Schiffsgrößen und Landstromnutzung anpassen muss, von großer Bedeutung. „Mit einer weiteren Optimierung der Lade- und Löschvorgänge und einer Anpassung der Hafen-Vorstauflächen wird der Personal- und Equipmenteinsatz bei der LHG weiter verbessert“, sagte Harms. Auch der Einsatz neuer Umschlaggeräte, die im Rahmen der weiteren Elektrifizierung einen Beitrag zur Nachhaltigkeit bringen werden, sei ein wichtiges Ziel der LHG, ergänzte er. Als Hafenumschlagbetrieb sei die LHG sehr daran interessiert, dass Gerätehersteller auf Elektrifizierung setzen und es von Seiten der Bundesregierung Fördergelder zur Entwicklung neuer Technologien geben sollte.

Basso Michael sagte zum Ende der gemeinsam mit der LHG organisierten Veranstaltung: „Der Hamburger Hafen mit seiner großen Zahl an Umschlag- und Verkehrsbetrieben sowie den Partnerhäfen in der Region entwickelt heute schon erfolgreich Maßnahmen, um den Seegüterumschlag und Seehafenhinterlandverkehr effizient und gleichzeitig umweltverträglich zu gestalten. Vor diesem Hintergrund verstehen wir Innovationen und technologische Exzellenz als zentrale Schlüssel, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln sowie ökologisch handeln und erfolgreich wirtschaften zu können. Auf lange Sicht ist die konsequent zu verfolgende Dekarbonisierung des Transportsektors der Schlüssel zu positiven Veränderungen.“

Quelle: Lübecker Hafen-Gesellschaft und HHM, Foto: HHM, Sebastian Jürgens, Sprecher der Geschäftsführung der LHG, moderierte gemeinsam mit Marina Basso Michael, verantwortlich bei HHM für die Marktentwicklung in der Ostseeregion und Europa, den fachlichen Austausch zwischen Experten.




Smartcontainer startet Bahnshuttle Rotterdam-Moskau

Die erste Fahrt des Smartcontainer-Shuttles Rotterdam-Moskau Realität wurde jetzt Realität. Zum ersten Mal seit 2005 gibt es nun eine direkte Bahnverbindung zur russischen Hauptstadt. Vorerst wird der Zug einmal wöchentlich hin- und zurückfahren.

„Der Handel zwischen den Niederlanden und Russland hat seit 2020 wieder zugenommen“, sagt Frank Donkers, Direktor von Smartcontainer. „Es besteht also durchaus ein Bedarf an zuverlässigem, nachhaltigem und kostengünstigem Containertransport. Mit unserem Shuttle-Service können wir das leisten.“

Vertreter der Botschaften von Russland, Weißrussland, Kasachstan und Armenien waren bei der Eröffnung anwesend. „Es ist großartig, den Start dieser Zugverbindung zwischen Rotterdam RSC und Moskau mitzuerleben“, ergänzt Gilbert Bal, Senior Business Manager Supply Chain & Logistics beim Hafenbetrieb Rotterdam. “Sie verbindet nicht nur Rotterdam mit Russland, sondern auch mit Weißrussland und Kasachstan. Darüber hinaus wird Rotterdam als Drehscheibe für Fracht von und nach dem übrigen Europa fungieren.

Der Shuttle Rotterdam-Moskau fährt donnerstags um 10.00 Uhr vom Rail Service Center Rotterdam ab. Sieben Tage später erreicht der Zug nach einem Zwischenstopp in Brest in Weißrussland sein endgültiges Ziel: die Bahnhöfe Selyatino und Vorsino in der Nähe von Moskau. „Von hier aus gibt es Anschlussverbindungen unter anderem nach Noworossijsk, St. Petersburg und in andere Städte. St. Petersburg, Wostotschny, Jekaterinburg, Noworsibirsk und China über die Grenzübergänge Sabaikalsk, Erlian und Naushki.“

Der Zug besteht aus zwanzig 90-Zoll-Waggons, die eine Kombination verschiedener Container aufnehmen können. Donkers: „Wir sind sehr flexibel, von Trockenladungen bis hin zu Tankcontainern. Damit lässt sich eine Menge bewegen. Im Westen haben wir bereits Buchungen für russisches verarbeitetes (Hart-)Holz, Getreide und andere Agrarprodukte. In Richtung Osten kann man an den Export von kompletten Gewächshausanlagen über die Container unserer Züge denken.“

Smartcontainer ist Teil des russischen multimodalen Integrators RUSCON, der zur Delo-Gruppe gehört, und verfügt daher über gute Kontakte und Kooperationen mit russischen Regierungsorganisationen, wie dem Zoll und dem Landwirtschaftsministerium. „Mit unserem bestehenden Netzwerk stehen wir in direktem Kontakt mit anderen eurasischen Ländern wie Weißrussland, Armenien, Kasachstan und Aserbaidschan. So können wir nicht nur eine sichere und dauerhafte Verbindung gewährleisten, sondern unseren Kunden auch die notwendige Flexibilität bieten. Zu den möglichen Stationen gehören Deutschland und Polen. Unser Ziel ist es, dass bis 2022 drei wöchentliche Containerzüge verkehren.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




MS Freya: Nachhaltige Schiffahrt als Ziel

In diesem Jahr gehen sowohl der greenports Award für die Kategorie „Umweltfreundlichstes Schiff“ als auch der Award für die Kategorie „Umweltfreundlichste Flotte“ an die Reederei Holwerda Shipmanagement. Das niederländische Unternehmen verfügt über eine 130jährige Erfahrung in der Schifffahrt und ist mit zehn Containerschiffen auf den Meeren unterwegs. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat Holwerda mit einem ESI (Environmental Ship Index) von jeweils 56,11 Punkten in beiden Kategorien mit dem Schiff MV Freya.

bremenports-Geschäftsführer Robert Howe stellte den Preisträger anlässlich der „Sustainable Shipping“ -Konferenz zur Nachhaltigen Schifffahrt in Bremen öffentlich vor. „Die MV Freya hat insbesondere durch technische Lösungen im Bereich der Vermeidung von Stickoxiden überzeugt.“ Howe verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung in der Schifffahrt festzustellen sei. Die Zahl der Schiffe, die deutlich bessere Umweltwerte aufweisen als der Gesetzgeber fordert, sei kontinuierlich gestiegen. Zwar habe es durch die Verschärfung bei den Schwefelgrenzwerten im vergangenen Jahr einen Rückgang gegeben. „Insgesamt können wir durch die Auswertungen aber feststellen, dass die Reeder Anstrengungen für eine sauberere Schifffahrt unternehmen. Gleichwohl befinden wir uns hier auf einem sehr weiten Weg, der angesichts der Erfordernisse zum Klimaschutz noch deutlich schneller gegangen werden muss.“

Das im Jahr 2000 gebaute Containerschiff „Freya“ (IMO-Nummer 9219874, BRZ 5067t) fährt unter niederländischer Flagge. Die Freya ist zurzeit zwischen Hull in Großbritannien und Seebrügge in Belgien unterwegs. Das Schiff ist mit einem sogenannten SCR-Katalysator (SCR = selective catalytic reduction) ausgestattet, der die Stickoxidemissionen im Abgas reduziert. Dadurch erreicht es einen ESI von 56,11 Punkten. Außerdem sorgt das Design des Schiffsrumpfes für einen Beitrag zum Umweltschutz.

Bei der Vergabe des greenports-Awards in diesem Jahr gab es eine Reihe von Neuerungen. 2020 wurde der maximal zulässige globale Schwefelgrenzwert für Schiffskraftstoffe auf 0,5 Prozent gesenkt. Dies hatte zur Folge, dass sich die Durchschnittswerte der gültigen und gemeldeten ESI`s um ca. 15,5 % verringerten. Im zweiten Halbjahr 2020 wurde zudem der ESI-Noise eingeführt. Schiffe können zusätzliche ESI-Punkte bekommen, wenn sie einen Lärmmanagement-Report und Lärmmessungen nachweisen. Der ESI-Noise wurde in der diesjährigen Auswertung allerdings noch nicht berücksichtigt. Insgesamt sind die Schiffsanläufe in den Bremischen Häfen aufgrund der Corona-Krise in 2020 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 10% zurückgegangen. Daher wurde die Mindestanzahl der Anläufe, um den Preis zu gewinnen, gesenkt.

Bereits zum achten Mal werden die „greenports Awards“ von bremenports verliehen. Neben der öffentlichen Auszeichnung mit dem Award kompensiert bremenports symbolisch die CO2-Emissionen für einen Anlauf des Gewinnerschiffs in den bremischen Häfen. Dieses Jahr wurden für die „MV Freya“ 2 Tonnen CO2 kompensiert. Der Klimaschutzbeitrag wird von „DER KLIMAFONDS“ verwendet, um Maßnahmen zur CO2 Reduktion in gemeinnützigen, sozialen und kulturellen Einrichtungen zu fördern.

Die Grundlage für die Ermittlung der Gewinner bilden die Werte des Environmental Ship Index aus 2020, kurz ESI genannt. Der ESI ist ein internationaler Standard, der im Rahmen der World Port Climate Initiative (WPCI) von den Häfen der Nordwestrange entwickelt wurde. Der ESI setzt sich aus Teilbewertungen in Punkten für die Emissionen von Stickoxiden, Schwefeloxiden und Kohlendioxid zusammen und gewährt weitere Punkte sofern das Schiff über einen Landstromanschluss verfügt. Die ESI-Punktzahl bewegt sich zwischen 0 und 100, wobei null den Grenzwerten der IMO entspricht. Werte über null entsprechen damit einer Übererfüllung der gesetzlichen Vorgaben. Nach Einführung des verschärften Grenzwertes für den Schwefelgehalt in Schiffstreibstoffen sank die Anzahl der Schiffe, die einen ESI-Score melden konnten von insgesamt 6365 auf 4474 im April 2021. Seitdem „erholen“ sich die Zahlen und mittlerweile ist die Anzahl mit insgesamt 4684 gemeldeten Schiffen wieder leicht gestiegen.

Quelle und Foto: bremenports GmbH & Co. KG




Landstrom für Containerschiffe in Hamburg

Die Hamburg Port Authority (HPA) hat die Siemens AG mit dem Bau der ersten Landstromanlagen für Containerschiffe im Hamburger Hafen beauftragt. Diese sollen ab 2023 in einer ersten Testphase Containerschiffe während ihrer Liegezeit an den Terminals Burchardkai und Tollerort mit Ökostrom versorgen.

Auf den Terminals entstehen jeweils ein Entnahmepunkt aus dem öffentlichen Netz, eine Umformerstation sowie die jeweiligen Schiffsanschlusssysteme an der Kaimauer. Die Landstromanlagen werden nach der geltenden Norm IEC/IEEE 80005-1 (2019) errichtet und leisten bis zu 7,5 Megavoltampere (MVA) je Containerschiffsanschluss.

Der Auftrag an Siemens beinhaltet die Ausführungsplanung sowie Lieferung, Montage, Verkabelung und Inbetriebnahme aller für den Betrieb der Landstromanlagen notwendigen Anlagen- und Bauteile, den notwendigen Tiefbau und die Gesamtinbetriebnahme des Systems.

Das Projekt wird über die im November 2020 in Kraft gesetzte Verwaltungsvereinbarung zur Errichtung von Landstromanlagen gefördert, mit welcher der Bund den Ländern bis 2023 Finanzhilfen für die Errichtung von Landstromanlagen in See- und Binnenhäfen zur Verfügung stellt.

„Mit dem Ausbau der Landstromversorgung für die Containerschifffahrt gehen wir einen wichtigen Schritt bei der Dekarbonisierung des Hamburger Hafens und tragen weiter dazu bei, die Luftqualität in der Stadt nachhaltig zu verbessern“, sagt Jens Meier, CEO der HPA. Um die festgelegten Ziele, vor allem in Bezug auf Stickoxide (NOx) einhalten zu können, kommt der Nutzung von Landstrom durch Seeschiffe während ihrer Liegezeit im Hamburger Hafen eine große Bedeutung zu.

„Wir freuen uns sehr, dass wir nach der erfolgreich umgesetzten Referenzanlage am Kreuzfahrtterminal Hamburg-Altona unsere Zusammenarbeit mit der HPA nun auch an den großen Containerterminals fortsetzen können. Damit unterstützen wir Hamburg, die Ziele des Luftreinhalteplans zu erreichen“, sagt Stephan May, Leiter Energieverteilungssysteme bei der Siemens AG.

Siemens hatte bereits die 2016 von der HPA eingeweihte Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe in Altona projektiert und geliefert. Weitere Informationen zu Landstromversorgungen unter: press.siemens.com/de/de/feature/landstrom und www.hamburg-port-authority.de.

Quelle: HPA, Grafik: Siemens, so könnte die erste Landstromanlage für Containerschiffe in Hamburg aussehen.




Rotterdam bereit sich auf Wasserstoffimport vor

Die ersten Unternehmen im Rotterdamer Hafen bereiten sich intensiv auf die Lagerung, die Verarbeitung und den Durchfluss von Wasserstoff vor. Dieser vielversprechende Energieträger soll Firmen den Übergang zur Klimaneutralität ermöglichen.

Das ist die wichtigste Ergebnis einer Studie über die Entwicklung von Wasserstoffimportterminals in Rotterdam, die vom Hafenbetrieb in Auftrag gegeben wurde. Der Hafenbetrieb hat sich mit zahlreichen Rotterdamer Unternehmen beratschlagt und schließlich verschiedene Forschungsanstalten mit der Durchführung von Teilstudien beauftragt, um die nautischen, sicherheitstechnischen, ökologischen und räumlichen Rahmenbedingungen zu ermitteln.

Der Rotterdamer Hafen verfügt über eine gute Ausgangsposition, um den Wasserstoff zu importieren, umzuschlagen und weiterzuleiten.

  • Die Nachfrage nach diesem relativ sauberen Energieträger wird weiterhin steigen und im Jahr 2050 erwartungsgemäß bei circa 20 Millionen Tonnen liegen, wovon 18 Millionen Tonnen importiert werden.
  • Rotterdam verfügt bereits über Erfahrungen mit dem industriellen Einsatz von Wasserstoff und dem Umschlag von Wasserstoffträgern, wie beispielsweise Ammoniak. Darüber hinaus kennt man sich im Hafen mit dem Umschlag von kalten Energiegasen, wie LNG (Flüssiggas), und Chemikalien, wie Methanol, aus. Diese Kenntnisse sind hilfreich für den Umgang mit den neuen Wasserstoffformen, die erwartet werden: flüssiger Wasserstoff sowie Ammoniak und flüssige organische Wasserstoffträger (Liquid Organic Hydrogen Carriers – LOHC). Die umfangreichen Tanklagerungskapazitäten und die in Rotterdam anwesende Infrastruktur für Wasserstoff(träger) machen den Hafen zu einem besonders attraktiven Standort für den Import. Unternehmen können vorhandene Anlagen für fossile Brennstoffe für Wasserstoff(träger) weiterentwickeln.
  • Alle Hafenbereiche von Pernis bis zur zweiten Maasvlakte verfügen über das nötige Potenzial, um Wasserstoff importieren zu können. Unter Berücksichtigung von räumlichen und sicherheitstechnischen Aspekten sowie aus ökologischer und nautischer Perspektive ist der Wasserstoffimport, abhängig von der Menge, in sämtlichen Hafenbereichen möglich. Vier Unternehmen aus den Sparten Raffinierung, Energie und Tanklagerung bereiten sich aktiv darauf vor, Wasserstoff zu importieren. Sie verfügen allem Anschein nach sowohl über die physischen Kapazitäten als auch über den genehmigten Anlageumfang, um Wasserstoff ab 2025 in verschiedenen Formen zu importieren, zu verarbeiten und zu exportieren. Darüber hinaus treffen mehrere Unternehmen Vorbereitungen, um anhand einer Umstellung ihres Produktportfolios physischen Raum und/oder Umweltraum freizumachen.
  • Der einzigartige nautische Zugang in Rotterdam sorgt dafür, dass die sichere Verschiffung von Wasserstoff nicht gefährdet wird.

Quelle, Foto und Grafik: Port of Rotterdam




Neue Verbindungen zwischen China und Hamburg

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Hamburgs größtes Hafenumschlag- und Logistikunternehmen, und Hafen Hamburg Marketing (HHM) repräsentierten den Hamburger Hafen auf der „China International Import Expo“ (CIIE). Im Fokus standen die vielfältigen Verbindungen zwischen China und Hamburg und nachhaltige Transportlösungen, die Hamburg zu bieten hat.

Die CIIE hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Treffpunkt für Vertreterinnen und Vertreter der Transport- und Logistikindustrie entwickelt. Etwa eine halbe Million Fachbesucherinnen und -besucher kamen vom 5. bis zum 10. November zur Messe in Hamburgs Partnerstadt Shanghai. Mit knapp 3.000 Ausstellern aus 127 Ländern und Regionen stieg die Zahl der Unternehmen im Vergleich zum vergangenen Jahr wieder

„Wir freuen uns, dass wir auf unserem gemeinsamen Stand mit der HHLA so viele interessierte Fachleute begrüßen konnten. Besonders der Besuch von Shanghais Vize-Bürgermeisterin ZONG Ming, dem Vize-Generalsekretär der Stadtregierung Shanghai GU Honghui, sowie ZHANG Xiaosong, Generaldirektor des Amtes für auswärtige Angelegenheiten der Stadt Shanghai, hat uns sehr geehrt. Auch das Wiedersehen mit TONG Jisheng, Vorsitzender von Orient International Holdings Co. Ltd. und Betreiber des Shanghai-Express-Zuges, hat uns sehr gefreut“, betonte Axel Mattern, Vorstand HHM, und ergänzt: „Nach angespannten ersten Monaten in diesem Jahr, die von der weltweit anhaltenden Pandemie geprägt waren, blicken wir nun zuversichtlicher in die Zukunft. Hierzu trägt auch ein sehr positives Ergebnis im Handel mit der Volksrepublik China im ersten Halbjahr bei.“

Im Seehafen Hamburg werden jährlich rund 2,4 Millionen Standardcontainer (TEU) im China-Verkehr umgeschlagen. Fast jeder dritte Container, der in Hamburger über die Kaikanten geht, hat sein Ziel oder seinen Ursprung in China, womit die Volksrepublik weiterhin der mit Abstand wichtigste Handelspartner des Hafens ist.

Im Rahmen der Messe veranstalteten HHLA, HHM und das Hamburg Liaison Office China (HLO) zum zweiten Mal den „German Logistics Roundtable“ als Präsenzveranstaltung, am 8. November. Unter anderem informierten HHM, HHLA, Eurogate, Rhenus Logistics China sowie DB Cargo die etwa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das vielfältige Leistungsangebot des Hamburger Hafens und dessen weltweite Verbindungen per Schiff und Bahn.

Entsprechend spielen auch die Eisenbahnverbindungen der Neuen Seidenstraße zwischen China und Europa eine wichtige Rolle auf dem Hamburger Messestand. „Aktuell werden wöchentlich 230 Verbindungen zwischen Hamburg und über 20 chinesischen Destinationen vermarktet – eine ideale Ergänzung zu den rund 15 Liniendiensten, die China und Hamburg jede Woche per See verbinden“, erläutert Mattern. Im vergangenen Monat erreichte der erste Zug aus Hamburgs Partnerstadt Shanghai das DUSS-Terminal in Hamburg-Billwerder.

Hamburgs Erster Bürgermeister, Peter Tschentscher, sieht in der neuen Containerzugverbindung eine weitere Stärkung der Handelsbeziehungen zwischen Hamburg und China: „Ich freue mich, dass nun erstmals mit dem „Shanghai-Express“ eine direkte Güterzugverbindung zwischen Hamburg und Shanghai in Betrieb genommen wurde. Hamburg und Shanghai sind seit 35 Jahren Partnerstädte. Wir kooperieren insbesondere im Handel und in der Wirtschaft, aber auch in Wissenschaft und Forschung, in Bildung und Kultur. Mit der neuen Containerzugverbindung rücken Hamburg und Shanghai enger zusammen. Sie ist eine wichtige Ergänzung für die deutsch-chinesischen Handelswege.“

Quelle und Foto: HHM, HHM-Repräsentantin Pan Hua (3 v.l.) und Lars Anke, HHLA (5 v.l.), begrüßten MA Fengmin, Vize-Generaldirektor der CIIE; ZHANG Xiaosong, Generaldirektor des Amtes für auswärtige Angelegenheiten der Stadt Shanghai; ZONG Ming, Vize-Bürgermeisterin der Stadt Shanghai; GU Honghui,Vize-Generalsekretär der Stadtregierung Shanghai und TONG Jisheng, Vorsitzender der Orient International (Holdings) Co. Ltd., auf dem Messestand.




Kontinuierliche Wissenentwicklung

Die Häfen stehen weltweit vor vielen Herausforderungen. Die Energiewende, die Digitalisierung und die neuen geopolitischen Verhältnisse sind Beispiele für Entwicklungen, die für die Verwalter und Manager von Häfen und für das Betriebsleben in den Häfen komplexe Fragen aufwerfen. Das erfordert eine kontinuierliche Wissensentwicklung.

Eine einzigartige Kooperation zwischen Rotterdamer Ausbildungsinstituten und dem Hafenbetrieb Rotterdam hat eine Antwort darauf und entwickelt Spitzenausbildungsprogramme für den internationalen Markt.

Die Partner in dieser Kooperation sind der Hafenbetrieb Rotterdam, dieRotterdam School of Management, das Erasmus Center for Urban, Port and Transport Economics (UPT) und STC International (Shipping and Transport College). Die Ausbildungsinstitute bringen neben ihrer langjährigen Erfahrung in der Entwicklung qualitativ hochwertiger Ausbildungsprogramme wissenschaftliche und praktische Kenntnisse in den Bereichen Hafenwirtschaft, strategisches und operatives Hafenmanagement und Führungsqualitäten mit. Der Hafenbetrieb Rotterdam bringt seine Erfahrung und sein Wissen aus der Entwicklung und Verwaltung eines der größten und modernsten Häfen der Welt ein.

In den Häfen und der Hafenwirtschaft sehen sich Manager auf allen Ebenen mit Herausforderungen und Entwicklungen konfrontiert, die sich zu beschleunigen scheinen. Die Rolle von Daten und IKT wird immer wichtiger und erfordert andere Qualitäten von den Mitarbeitern. Die Probleme werden immer komplexer und erfordern oft einen integrativen Ansatz, der über die Grenzen des „eigenen Bereichs“ hinausgeht. Darüber hinaus sind für die Änderung und Anpassung von Organisationen neue Formen an Führungsstilen erforderlich. Die sich in der Entwicklung befindlichen maritimen Ausbildungsprogramme zielen darauf ab, die modernsten Kenntnisse der Häfen mit den zugrunde liegenden wirtschaftlichen, geschäftsführenden und auch technischen Prinzipien zu verbinden. Das beinhaltet von der Kasuistik und von Fällen aus dem wirklichen Leben unterstützte Grundsätze bezüglich des Führungsstils, um Änderungen in der eigenen Organisation umsetzen zu können. Die verschiedenen Programme zeichnen sich durch eine spezifische Ausrichtung auf relevante Themen, eine bestimmte Zielgruppe wie z. B. Führungskräfte oder junge Fachkräfte sowie durch ihre Laufzeit und Form aus. Letzteres kann physisch, online oder eine diesbezügliche Kombination sein.

Das Portfolio wird in der kommenden Zeit ausgebaut. Die drei Bildungsparteien und der Hafenbetrieb Rotterdam arbeiten bereits seit einiger Zeit im Bereich Ausbildung in internationalen Häfen zusammen. Die ersten gemeinsamen Programme waren derPort Executive Leadership Circle und das Port Management Programme, die 2020 erfolgreich abgeschlossen, aber durch Corona bedingt vorübergehend nicht weitergeführt wurden. Im Jahr 2022 starten neue Ausgaben der bestehenden Ausbildungen. Darüber hinaus laufen Programme, in die die Partner in verschiedenen Formationen eingebunden sind. Die intensivere Zusammenarbeit, die aktuell realisiert wird, muss in den kommenden Jahren zu einem breiteren Angebot an maritimen Ausbildungsgängen führen, das nahtlos an die Nachfrage des internationalen Markts anknüpft.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Port of Rotterdam/ Guido Pijper




Umsatz und Ergebnis der HHLA steigen stark

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) verzeichnete in den ersten neun Monaten des Jahres eine starke Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Positiv wirkten sich insbesondere der temporär starke Anstieg der Lagergelderlöse als Folge einer längeren Verweildauer von Containern auf den Hamburger Terminals der HHLA aus. Ursache dafür sind die anhaltend gestörten globalen Lieferketten.

Darüber hinaus profitierte die HHLA von einem starken Anstieg der Containertransportmengen. Das Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) stieg vor diesem Hintergrund um 51,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 162,1 Mio. Euro. Im Teilkonzern Immobilien stieg das Betriebsergebnis (EBIT) trotz leicht rückläufiger Umsatzerlöse leicht an. In Summe stiegen die Umsatzerlöse des HHLA-Konzerns im Mitteilungszeitraum um 12,4 Prozent auf 1.078,9 Mio. Euro (im Vorjahr: 959,9 Mio. Euro).

Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende: „Die anhaltenden, teilweise massiven Schiffsverspätungen stellen uns im Betrieb vor große Herausforderungen. Wir sind uns jedoch unserer Verantwortung als Dienstleister der Industrienation Deutschland bewusst. Deshalb arbeiten wir auf unseren Anlagen an 7 Tagen der Woche rund um die Uhr mit Hochlast an Technik und Personal, um ungeachtet der Störungen in den globalen Produktions- und Lieferketten die Versorgung von Unternehmen und Verbrauchern sicherzustellen. Wir sind darauf eingestellt, dass die Beeinträchtigungen noch bis in das Jahr 2022 andauern werden. Eine genaue Prognose, wann sich die Lieferketten wieder normalisieren werden, ist angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie sowie witterungsbedingter Einflüsse nicht möglich.“

Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik verzeichnete in den ersten neun Monaten einen starken Umsatzanstieg um 12,8 Prozent auf 1.057,5 Mio. Euro (im Vorjahr: 937,4 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 56,7 Prozent auf 151,3 Mio. Euro an (im Vorjahr: 96,6 Mio. Euro). Die EBIT-Marge erhöhte sich um 4,0 Prozentpunkte auf 14,3 Prozent.

Im Segment Container stieg die Umschlagmenge an den HHLA-Containerterminals leicht um 1,6 Prozent auf 5.165 Tsd. Standardcontainer (TEU) (im Vorjahr: 5.086 Tsd. TEU). Das Umschlagvolumen der drei Hamburger Containerterminals lag mit 4.712 Tsd. TEU um 1,3 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres (im Vorjahr: 4.654 Tsd. TEU). Zur positiven Entwicklung der Ladungsmenge trugen maßgeblich die Fahrtgebiete Fernost sowie Nord- und Südamerika bei. Der Gewinn eines zusätzlichen Zubringerdienstes (Feeder) für den Ostseeraum im dritten Quartal trug dazu bei, dass die Mengen in den Zubringerverkehren im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr ein geringfügiges Wachstum ausweisen. Die Feederquote am wasserseitigen Umschlag lag im Betrachtungszeitraum mit 20,0 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.

Die internationalen Containerterminals in Odessa und Tallinn verzeichneten einen moderaten Anstieg im Umschlagvolumen von 4,8 Prozent auf 453 Tsd. TEU (im Vorjahr: 432 Tsd. TEU) und liegen damit wieder auf dem Vorpandemieniveau von 2019. Am jüngsten Containerterminal des HHLA-Netzwerkes in Triest wurden in den ersten neun Monaten 2021 noch keine Containerschiffe, sondern nur RoRo-Schiffe abgefertigt.

Die Umsatzerlöse im Segment erhöhten sich in den ersten drei Quartalen 2021 gegenüber dem Vorjahr stark um 13,1 Prozent auf 620,0 Mio. Euro (im Vorjahr: 548,4 Mio. Euro). Der leichte Mengenzuwachs von 1,6 Prozent wurde durch den Anstieg der Durchschnittserlöse stark übertroffen. Die Erlöse je wasserseitig umgeschlagenen Container stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,0 Prozent an. Ursache hierfür ist ein temporär starker Anstieg der Lagergelder aufgrund anhaltender Schiffsverspätungen. Vor diesem Hintergrund erhöhte sich das Betriebsergebnis (EBIT) trotz gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegener Mehraufwendungen als Folge der erhöhten Lagerlast um 57,2 Prozent auf 107,9 Mio. Euro (im Vorjahr: 68,7 Mio. Euro). Die EBIT-Marge stieg um 4,9 Prozentpunkte auf 17,4 Prozent.

Im Segment Intermodal stieg der Containertransport stark um 11,1 Prozent auf 1.254 Tsd. TEU (im Vorjahr: 1.129 Tsd. TEU). Dabei profitierten die Bahntransporte weiterhin stärker von der im zweiten Halbjahr 2020 einsetzenden Erholung des Ladungsaufkommens als die Straßentransporte. Die Bahntransporte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um beachtliche 14,0 Prozent auf 1.021 Tsd. TEU (im Vorjahr: 895 Tsd. TEU), wobei sich der Anstieg im isolierten dritten Quartal durch die bereits starke Mengenerholung im Vorjahresvergleichsquartal abschwächte. Das in den ersten neun Monaten erzielte Mengenwachstum war breit diversifiziert. Die Straßentransporte lagen in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld mit einer Transportmenge von 233 Tsd. TEU auf dem Niveau des Vorjahres (im Vorjahr: 234 Tsd. TEU).

Die Umsatzerlöse lagen mit 383,2 Mio. Euro um 9,9 Prozent über dem Vorjahreswert (im Vorjahr: 348,7 Mio. Euro). Gleichwohl blieb der Anstieg hinter der Entwicklung der Transportmenge zurück. Obwohl der vorteilhafte Bahnanteil am Gesamtaufkommen der HHLA-Intermodaltransporte von 79,3 Prozent auf 81,4 Prozent gesteigert werden konnte, verringerten sich die durchschnittlichen Umsatzerlöse je TEU aufgrund einer veränderten Struktur der Ladungsströme.

Vor dem Hintergrund der positiven Mengen- und Umsatzentwicklung stieg das Betriebsergebnis (EBIT) im Mitteilungszeitraum um 27,5 Prozent auf 79,5 Mio. Euro (im Vorjahr: 62,4 Mio. Euro). Hierin enthalten ist eine im dritten Quartal 2021 rückwirkend gewährte höhere Trassenpreisförderung in Höhe von rund 11 Mio. Euro.

Die HHLA-Immobilien in der historischen Speicherstadt und auf dem Fischmarktareal, die während der Corona-Pandemie von den starken Marktschwankungen auf dem Hamburger Markt für Büroflächen weit geringer betroffen waren, wiesen in den ersten neun Monaten des Jahrs eine stabile Entwicklung bei annähernder Vollvermietung aus.

Die Umsatzerlöse sanken im Berichtszeitraum leicht um 2,1 Prozent auf 27,6 Mio. Euro (im Vorjahr: 28,2 Mio. Euro). Die pandemiebedingt erst im Jahresverlauf wieder greifenden Umsatzmietvereinbarungen sowie ein geplanter Erlösrückgang im Zuge der Revitalisierung einer Immobilie konnten durch gestiegene Mieterlöse einzelner Objekte nicht vollständig kompensiert werden.

Trotz dieses leichten Umsatzrückgangs stieg das kumulierte Betriebsergebnis (EBIT) im Berichtszeitraum um 2,0 Prozent auf 10,5 Mio. Euro (im Vorjahr: 10,3 Mio. Euro). Neben einem leicht geringeren Instandhaltungsvolumen wirkten sich die im Zuge der Corona-Pandemie wertberichtigten Forderungen aus dem Vorjahr entlastend auf die Ergebnisentwicklung aus.

Die HHLA hat zuletzt im Rahmen einer Ad-hoc-Mitteilung am 20. Oktober 2021 ihre Umsatz- und EBIT-Erwartung für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Wesentlich für die Anpassung der Jahresprognose waren außerordentliche, nicht nachhaltige Ergebniseffekte im Teilkonzern Hafenlogistik. Die anhaltenden Störungen der globalen Lieferketten mit massiven Schiffsverspätungen führten zu temporär deutlich erhöhten Lagergelderlösen als Folge längerer Verweildauern von Containern auf den Hamburger Terminals der HHLA. Darüber hinaus trug eine rückwirkend gewährte höhere Trassenpreisförderung in Höhe von rund 11 Mio. Euro positiv zur Ertragsentwicklung im Teilkonzern Hafenlogistik bei.

Für den Teilkonzern Hafenlogistik wird unverändert mit einem moderaten Anstieg im Containerumschlag sowie einem deutlichen Anstieg beim Containertransport im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. Die HHLA geht nunmehr für das Geschäftsjahr 2021 von Umsatzerlösen im Bereich von 1.410 Mio. Euro aus (vormals: deutlicher Anstieg gegenüber Vorjahr). Die Prognose für das Betriebsergebnis (EBIT) im Teilkonzern Hafenlogistik wird vor dem Hintergrund der genannten außerordentlichen Ergebniseffekte für das laufende Jahr angehoben und bewegt sich im Bereich von 190 Mio. Euro (vormals: in der Bandbreite von 140 bis 165 Mio. Euro).

Für den Teilkonzern Immobilien wird sowohl für den Umsatz als auch für das Betriebsergebnis (EBIT) eine Entwicklung auf dem Niveau des Vorjahres erwartet (vormals: leichte Umsatzsteigerung).

Auf Konzernebene wird mit einem starken Umsatzanstieg gegenüber Vorjahr gerechnet. Die Umsatzerlöse werden im Bereich von 1.450 Mio. Euro erwartet. Die Prognose für das Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) wurde entsprechend der positiven Entwicklung im Teilkonzern Hafenlogistik angehoben. Sie liegt nun im Bereich von 205 Mio. Euro (vormals: in der Bandbreite von 153 bis 178 Mio. Euro).

Die anhaltenden Störungen der globalen Lieferketten haben im laufenden Geschäftsjahr zur Folge, dass sich für das Geschäftsjahr 2021 geplante Anlagenzugänge für Investitionen in den Segmenten Container und Intermodal in das Jahr 2022 verzögern werden. Für das Jahr 2021 wird nunmehr auf Konzernebene von Investitionen im Bereich von 200 Mio. Euro (vormals: im Bereich von 250 bis 280 Mio. Euro) ausgegangen. Davon entfallen rund 175 Mio. Euro auf den Teilkonzern Hafenlogistik (vormals: 220 bis 250 Mio. Euro).

Quelle: HHLA, Foto: HHLA / Thies Rätzke, Container im automatisierten Blocklager auf dem Hamburger Container Terminal Altenwerder.