HGK Shipping setzt auf Zukunft mit Wasserstoff

Die HGK Shipping erweitert ihre Flotte erneut um zwei innovative Tankmotorschiffe. Mit dem Bau der beiden Typ C Tanker ist abermals die Werft Scheepsreparatiebedrijf De Gerlien van Tiem im niederländischen Druten beauftragt. Die Realisierung der Schiffskonzepte ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen und innovativen Ausrichtung der HGK Shipping-Flotte, die bereits mit der Gas 94 und der Synthese 18 über zwei Schiffe mit alternativem Antrieb verfügt und die mit den beiden Neubauten nun auch „H2 ready“ wird.

Getreu dem HGK Shipping-Leitsatz „Innovation & Sustainability“ spielt das Thema „Wasserstoff“ in der Unternehmensstrategie eine übergeordnete Rolle. Dies spiegelt sich nun erstmals deutlich in einem Schiffskonzept wider. Sowohl das Propulsionskonzept und das Power Management System als auch ein sogenannter „Void Space“ – d. h. ein Leerraum in den Mittelschiffen der beiden Neubauten, in welchen zukünftig Wasserstoffspeicherlösungen installiert werden können – belegen, dass das Konzept der HGK Shipping „H2 ready“ ist. Die neuen Schiffe sollen im Bereich Liquid Chemicals zum Einsatz kommen und sind speziell auf die hohen Kundenanforderungen an Nachhaltigkeit und Innovation in diesem Segment zugeschnitten.

Norbert Meixner, Business Unit Director Liquid Chemicals, HGK Shipping: „Mit diesen beiden Neubauten führen wir den Ausbau unserer Flotte auf ganz neuer Stufe fort. Wir sind überzeugt davon, dass Wasserstoff ein wichtiger, wenn nicht sogar der Energieträger der Zukunft sein wird. Entsprechend bereiten wir bereits heute unsere Schiffsdesigns so vor, dass sie künftig per Wasserstoff betrieben werden können. Darüber hinaus haben wir ebenfalls die Option, den Void Space alternativ, zum Beispiel für die Installation von Batterien, zu nutzen.“

Die Indienststellung der Flottenzugänge soll bereits im ersten Quartal 2023 erfolgen. Auch aufgrund dieser terminlichen Herausforderung hat man sich bei der HGK Shipping abermals für die Zusammenarbeit mit der niederländischen Schiffswerft De Gerlien van Tiem entschieden. Die Werft hat das nun vertraglich fixierte Neubaukonzept praktisch von der ersten Idee an, die im HGK Shipping Design Center entstand, begleitet.

„Ein niedrigwasseroptimierter Typ C Tanker mit speziellen Tanks zur Beförderung hochkorrosiver Medien, welcher ‚H2 ready‘ ist: Dass wir dieses zukunftsorientierte Konzept nun endlich realisieren können, ist für alle Kollegen im Design Center eine Bestätigung für den Weg, welchen wir seit nunmehr zwei Jahren kontinuierlich und zielorientiert gehen. Mit diesem außerordentlichen Projekt wollen wir in den kommenden Monaten die Basis für die spätere Realisierung eines Wasserstoffantriebs legen“, sagt Tim Gödde, Business Unit Director Ship Management, HGK Shipping.

Als langjähriger Partner der chemischen Industrie versorgt die HGK Liquid Chemicals verschiedene Industrien mit flüssiger Leicht- und Schwerchemie sowie mit nicht gefährlichen Flüssiggütern. Die Tankschiff-Flotte des Unternehmensbereichs befördert jährlich zusammen rund 6 Mio. Tonnen Flüssiggüter auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen, im nordwestdeutschen Kanalgebiet sowie in Belgien, Frankreich und den Niederlanden.

Quelle und Foto: HGK Shipping, die HGK-Gruppe zeichnete einen Vertrag mit der niederländischen Werft De Gerlien van Tiem B.V. für den Bau von zwei weiteren innovativen Tankmotorschiffen. Von rechts nach links: Eric Rietveld (Scheepsreparatiebedrijf De Gerlien van Tiem), Norbert Meixner, Tim Gödde und Andres Davids (HGK Shipping Group). 

 




Niedersachsens Seehäfen auf stabilem Niveau

Die neun niedersächsischen Seehäfen verzeichneten im ersten Halbjahr 2021 ein stabiles Umschlagsniveau mit 1 Prozent Zuwachs im Seeverkehr.  Die Hafengruppe schlug insgesamt rund 24 Millionen Tonnen Güter um. Die Auswirkungen der Corona-Krise spiegelten sich nicht im Umschlagsergebnis aller Hafenstandorte wider. Cuxhaven, Emden, Leer und Oldenburg mit deutlich positiver Entwicklung.

Innerhalb der niedersächsischen Seehafengruppe um Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven sind im ersten Halbjahr 2021 mit rund 24 Millionen Tonnen im Seeverkehr 1% mehr Güter umgeschlagen worden als im Vergleichszeitraum 2020 (+ 174.609 Tonnen).

Der Umschlag von Stückgütern belief sich dabei auf rund 3,18 Millionen Tonnen (2,85 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020), was einem Zuwachs von etwa 12% entspricht. Der Umschlag von Rund- und Schnittholz führte u. a. zu diesem positiven Ergebnis. Beim Umschlag von festen Massengütern wurde mit einem Volumen von 5,56 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2021 ein Rückgang verbucht (-10% / 6,17 Millionen Tonnen in 2020). Hierzu haben insbesondere geringere Mengen an Kohle beigetragen. Der Bereich der flüssigen Massengüter verzeichnete einen leichten Rückgang von 3% (11,96 Millionen Tonnen in 2021 / 12,30 Millionen Tonnen in 2020). Der Containerumschlag belief sich auf 302.734 TEU, was einem Plus von 36% gegenüber dem Vorjahr entspricht (222.397 im ersten Halbjahr 2020). Der Neufahrzeugumschlag über die niedersächsischen Seehäfen liegt mit 715.194 Fahrzeugen rund 28% über dem Niveau des Vorjahres (557.491 Neufahrzeuge im ersten Halbjahr 2020).

Der Seehafen Brake verzeichnete im ersten Halbjahr 2021 mit 2,51 Millionen Tonnen einen Rückgang von 9% (2,76 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Zurückzuführen ist dies u. a. auf fehlende Getreideimporte.  Im Stückgutumschlag wurden mit rund 1 Millionen Tonnen 8 % weniger im ersten Halbjahr 2021 umgeschlagen (1,1 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Positiv entwickelte sich hingegen der Umschlag von Forstprodukten (Holz).

Cuxhaven kommt im ersten Halbjahr 2021 auf ein Umschlagsergebnis von rund 1,18 Millionen Tonnen im Seeverkehr, was einem Plus von 23% gegenüber dem Vorjahr entspricht (0,96 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Einen Zuwachs gab es hier insbesondere beim Umschlag von Stückgütern. Mit rund 475.000 Tonnen im ersten Halbjahr 2021 wurde das Halbjahresergebnis aus 2020 um 26% übertroffen. Hierzu haben vor allem gestiegene Volumina im Holzexport beigetragen. Mit 160.458 umgeschlagenen Fahrzeugen in der ersten Jahreshälfte 2021 liegt das Volumen im Neufahrzeugumschlag rund 18% über dem Vorjahr (135.684 Fahrzeuge im ersten Halbjahr 2020).

Der Hafen Emden verzeichnete mit einem Seegüterumschlag von rund 1,94 Millionen Tonnen in der ersten Jahreshälfte einen Mengenzuwachs von 10% (1,76 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Positiv entwickelte sich der Stückgüterumschlag (+32%, 1,24 Millionen im ersten Halbjahr 2021 / 0,94 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Der Neufahrzeugumschlag von 554.736 Fahrzeugen liegt mit 32% im ersten Halbjahr 2021 über dem Niveau des Vergleichszeitraums (421.807 Fahrzeuge im ersten Halbjahr 2020).

Auch im ersten Halbjahr 2021 hat der Hafenstandort Leer die Auswirkungen der Corona-Pandemie nur leicht zu spüren bekommen. Im Gegenteil: Es wurden mit rund 161.000 Tonnen im kombinierten See- und Binnenverkehr rund 14% mehr Güter umgeschlagen als im Vorjahreszeitraum (140.983 Tonnen Güter im See- und Binnenverkehr kombiniert).

Der Seehafen Nordenham registriert für das erste Halbjahr 2021 einen Umschlagsrückgang von -6% auf 0,97 Millionen Tonnen (1,04 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Deutlich positiv entwickelte sich weiterhin der Umschlag im Bereich der Stückgüter (0,91 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2021 / 0,28 Millionen Tonnen 2020), insbesondere im Holzumschlag.

Der Oldenburger Hafen verzeichnete in der ersten Jahreshälfte ein seewärtiges Umschlagsvolumen von 46.501 Tonnen (+26% / 36.782 Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Im Binnenschiffsverkehr wurden 443.940 Tonnen Güter im ersten Halbjahr 2021 umgeschlagen (521.080 Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Insgesamt ergibt sich daher im kombinierten See- und Binnenverkehr ein Volumen von 490.411 Tonnen, was einem Minus von rund 12% entspricht (557.862 Tonnen Gesamtumschlag im ersten Halbjahr 2020).

Papenburg kommt im ersten Halbjahr 2021 mit 337.998 Tonnen im Seegüterverkehr auf einen Rückgang von 19% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (415.274 Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Der binnenseitige Umschlag im Papenburger Hafen verzeichnet einen Mengenrückgang von 26% (51.512 Tonnen im ersten Halbjahr 2021 / 69.650 Tonnen im ersten Halbjahr 2020).

Stade registriert für das erste Halbjahr 2021 mit 3,06 Millionen Tonnen ein Minus von 9% (Vorjahr 3,36 Millionen Tonnen). Positive Entwicklungen gibt es in Stade vor allem im Umschlag von flüssigen Massengütern. In diesem Ladungssegment wurden im ersten Halbjahr knapp 1,28 Millionen Tonnen über die Kaikanten bewegt (+12% / 1,14 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020).

Der Seehafen Wilhelmshaven erzielte mit einem Umschlagsvolumen von 14,17 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr ein Plus von 3% (13,72 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Zuwächse wurden hier bei den festen Massengütern generiert (+6%, 0,74 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2021 / 0,69 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Positiv entwickelte sich auch der Stückgüterumschlag: Im ersten Halbjahr 2021 wurden 3,37 Millionen Tonnen umgeschlagen (+30%, 2,60 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Am Containerterminal Wilhelmshaven wurden in der ersten Jahreshälfte 302.734 TEU (+36,1%, 222.397 im ersten Halbjahr 2020) bewegt.

„Die globale Corona-Pandemie beeinträchtigt nach wie vor in einigen Güterbereichen das Umschlagsergebnis. Aber mit Blick auf die insgesamt sehr positive Entwicklung im ersten Halbjahr – teils sogar über Vorkrisenniveau – erwarten wir für die zweite Jahreshälfte ein ähnlich stabiles Niveau“, so André Heim, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen GmbH.

Quelle: Seaports of Niedersachsen, Foto: Seaports of Niedersachsen/ FalconCrestAir, der Standort Emden




Größtes Containerschiff der Welt in Hamburg

Am Mittwoch, den 8. September 2021, lief das Megamax-Containerschiff Ever Ace mit dem Abendhochwasser gegen 19 Uhr erstmals den Hamburger Hafen an.

Die Ever Ace ist mit einer Stellplatzkapazität von 23.992 TEU aktuell das größte Containerschiff der Welt. Mit einer Länge von 400 m und einer Breite von 61,5 m kann der Megacarrier 28 TEU mehr aufnehmen als der Vorgänger „HMM Algeciras“.
Die taiwanische Reederei Evergreen Marine hat das Großschiff bei der südkoreanischen Werft Samsung Heavy Industries bauen lassen. Die Ever Ace verließ die Werft Ende Juli mit dem Ziel Qingdao. Die Werft wird noch weitere fünf Schiffe dieses Typs bauen.

„Der Anlauf des weltgrößten Containerschiffs, der Ever Ace, zeigt eindrucksvoll, dass der Hamburger Hafen seine Hausaufgaben gemacht hat. Insbesondere mit der Anpassung der Fahrrinne und der Verbreiterung der Begegnungsbox können die größten Containerschiffe mit mehr Containern den Hamburger Hafen sicherer anlaufen und auch wieder verlassen. So bleibt der Hamburger Hafen ein attraktiver Hub in Europa“, sagt Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing.
Die von den nautischen Dienststellen Hamburgs und des Bundes vorgenommene Freigabe der neuen Tiefgänge erfolgt in zwei Stufen. Bereits während der aktuell geltenden ersten Stufe können Containerschiffe die durch die Fahrrinnenanpassung gewonnenen Tiefgangsverbesserungen zu etwa 50 Prozent ausnutzen. Je nach Größenklasse erhöhen sich die Tiefgänge um 0,3 m bis 0,9 m Mit der finalen Freigabe wird zum Ende des Jahres gerechnet.

Die Ever Ace wird zwischen Nordeuropa und Asien eingesetzt. Das Containerschiff fährt auf der Route NEU6 der Ocean-Alliance, bei Evergreen läuft die Route unter dem Namen China-Europe-Mediterranean Service (CEM). In der Rotation werden Hamburg, Felixstowe, Rotterdam, Colombo, Tanjung Pelepas, Kaohsiung, Qingdao, Shanghai, Ningbo, Taipei, Yantian, Tanjung Pelepas, Rotterdam, Felixstowe und Hamburg angelaufen.
Bereits auf der Jungfernfahrt hat die Ever Ace auf dem Weg von Asien nach Europa einen Rekord bei der Menge der transportierten 20-Fuß-Standardcontainer (TEU) eingestellt. Nach Informationen des Branchendienstes Alphaliner transportierte das Großschiff eine Containermenge von 21.718 TEU. Damit übertrifft die Ever Ace die alte Marke der CMA CGM Jacques Saadé um 285 Container.

Quelle: HHM, Foto: HHM / Hasenpusch Productions




IHK Schleswig-Holstein zur maritimen Wirtschaft

Big Data, Automatisierung, emissionsfreie Schifffahrt, Häfen 4.0, Offshore-Energie – an Zukunftsfeldern mangelt es der maritimen Wirtschaft nicht. Umso größer ist das Potenzial für Digitalisierung: Gemeinsam mit Unternehmen und Fachleuten hat die IHK Schleswig-Holstein ein Positionspapier zur digitalen Transformation in der maritimen Wirtschaft vorgelegt und es im Rahmen des 3. Maritimen Parlamentarischen Abends vorgestellt.

„Unsere maritime Wirtschaft hat durch die Tradition und ihre große Vielfalt beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft – allerdings nur, wenn wir die Digitalisierung auch ernsthaft vorantreiben. Wir müssen datengetriebene Geschäftsmodelle entwickeln und auch unsere Haltung zum Datenschutz grundlegend ändern, sonst werden wir aus dem Fahrwasser der anderen überhaupt nicht mehr rauskommen“, sagt IHK-Vizepräsident Klaus-Hinrich Vater.

Zwar sei der Investitionswille in den Unternehmen vorhanden, es bedürfe aber der richtigen Rahmenbedingungen und innovativer, unbürokratischer Konzepte, um international nicht abgehängt zu werden. Die Verknüpfung von digitalisierten Daten und die Echtzeitkommunikation auf See und mit dem Land eröffne ganz neue Geschäftsfelder. In der Hafenlogistik verkürze die Digitalisierung Wartezeiten. Echtzeitdaten aus der Meerestechnik und Aquakultur böten die Chance auf neue Erkenntnisse. Vater: „Die Herausforderungen für Schiffbau, maritime Dienstleistungen, Häfen und Verwaltungen sollten wir nicht als Hindernis, sondern als eine Chance betrachten. Glasfaser und Hochleistungsmobilfunk müssen aber zügig ausgebaut werden. Hier brauchen wir eine hohe Investitionsbereitschaft. Die Infrastruktur darf nicht länger das digitale Nadelöhr sein.“

Auch Norbert Brackmann, maritimer Koordinator der Bundesregierung, beschreibt die digitale Infrastruktur als Grundvoraussetzung: „Vernetzung, Big Data, autonome Systeme und Robotik bilden die Basis für Bau, Betrieb und Wartung von Schiffen und maritimer Infrastruktur – onshore und offshore. Der Bund unterstützt mit seinen Förderprogrammen die Digitalisierung – auf See und in den Häfen. Das macht Schiffe und Logistik schneller und effizienter. Und ist gut für unsere Umwelt und das Klima.“ Gleichzeitig wachse die Bedrohung durch Cyberkriminalität. Diese stelle neue Anforderungen an den Sicherheitsrahmen. Brackmann: „Deutschland muss sich deshalb frühzeitig in internationale Abkommen und Standardisierungsprozesse einbringen.“

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz sieht in der Digitalisierung und den damit verbundenen Innovationen vor allem großes Potenzial: „Erst vor wenigen Tagen durfte ich bei der Hitzler-Werft in Lauenburg den Prototypen eines Offshore-Zubringers besichtigen, der mit einer einzigartigen Technologie den Seegang ausgleichen und damit beispielsweise den Crew-Wechsel auf hoher See auch bei schlechtem Wetter ermöglichen kann. Das ist hochinnovativ, chancenreich und zukunftsträchtig – ebenso wie die jüngste Entwicklung eines autonomen und emissionsfreien Boots auf der Schlei durch ein Schleswiger Start-up“, so Buchholz. Dies seien Themen, die vor allem die Werftenbranche auf ihr Radar nehmen müsse. „Denn auch im Bereich der Schifffahrt werden erneuerbare Energien und intelligente Antriebe eine Schlüsselrolle einnehmen – und genau da können wir vorn mitspielen und wieder auf die Überholspur kommen.“

Besonderer Bedeutung kommt dabei den Häfen als Schnittstellen und Testfeldern zu. „Die Häfen nehmen eine zentrale Rolle in der gesamten Transportkette ein. Das führt dazu, dass sich die Häfen immer mehr zu einer Datendrehscheibe entwickeln“, sagt Prof. Dr. Sebastian Jürgens, Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH. Die elektronische Datenkommunikation unter allen Akteuren der Transportkette finde heute nahezu in Echtzeit statt und sei unabdingbar, um die kurzen Umschlags- und Liegezeiten zu ermöglichen. Das trage dazu bei, die Abläufe, Prozesse und Flächennutzung im Hafen zu harmonisieren, neue Geschäftsprozesse in der Transportkette zu etablieren und die Folgeprozesse beim Kunden zu optimieren.

Sowohl beim Bau als auch bei der Konstruktion von Schiffen sei es notwendig, riesige Datenmengen zu bewegen, um Material und Informationen zusammenzubringen, betont Andreas Burmester von der Thyssenkrupp Marine Systems GmbH. „Ohne Digitalisierung würde es heute in Deutschland keinen Marineschiffbau mehr geben. Bei konventioneller Vorgehensweise mit Papier und Bleistift würden Projekte nicht mehr Jahre, sondern Jahrzehnte dauern“, sagt Burmester. Mit zunehmender Veränderung in der Gesellschaft forderten Mitarbeitende mehr Homeoffice. „Das ist heute und in Zukunft nur durch leistungsfähige und sichere IT-Infrastruktur möglich. Insofern handelt es sich um einen echten Wettbewerbsfaktor für Unternehmen aus dem Schiffbau.“

Die maritime Wirtschaft kann neben Schiffbau und Hafenwirtschaft mit vielen weiteren zukunftsweisenden Themen aufwarten. Nele Dageförde, Geschäftsführerin der TransMarTech Schleswig-Holstein GmbH, dazu: „Für mehr Innovationspotential in der maritimen Branche müssen wir erkennen, dass neben den klassischen Kernthemen Mobilität und Logistik die größten Potenziale in den Themen Meeressäuberung, Biomaterialien und Nahrungsmittel aus dem Meer liegen. Hier warten Herausforderungen mit globaler Reichweite darauf, gelöst zu werden. Wenn wir die vorhandenen Kompetenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft nutzen und uns für neue Wege der interdisziplinären Zusammenarbeit entscheiden, kann die maritime Wirtschaft in Schleswig-Holstein im internationalen Vergleich eine echte Vorreiterrolle einnehmen.“

Das Forderungspapier der IHK Schleswig-Holstein ist abrufbar unter www.ihk-sh.de/maritime-digitalisierung. Neben Problembeschreibungen sowie Daten, Zahlen und Fakten zur Digitalisierung finden sich darin Trends, aber auch Ideen, Projekte und Forderungen der Wirtschaft.

Quelle: IHK Schleswig-Holstein, Foto: BMWI/ Susanne Eriksson, Norbert Brackmann. Koordinator der Bundesregierung für die Maritime Wirtschaft

 




Zero Emission Services nimmt den Betrieb auf

Zero Emission Services (ZES) hat jetzt die Alphenaar in Betrieb, das erste niederländische Binnenschiff, das für den Antrieb austauschbare Energiecontainer einsetzt. Die Alphenaar verkehrt zwischen Alphen aan den Rijn und Moerdijk für die Brauerei HEINEKEN, den ersten Endkunden von ZES.

Damit wird die Inbetriebnahme des innovativen Energiesystems von ZES für die Binnenschifffahrt besiegelt. Bei den Energiecontainern – „ZESpacks“ genannt – handelt es sich um 20-Fuß-Standardcontainer, die mit Batterien gefüllt sind, die mit Ökostrom geladen werden. Die ersten beiden ZESpacks werden an der ersten Ladestation im CCT-Terminal in Alphen aan den Rijn geladen und ausgetauscht. ZES hat das Ziel, sich kurzfristig zu vergrößern und plant bis 2030 die Realisierung von 30 emissionsfreien Schifffahrtsrouten. Das Unternehmen wurde im vergangenen Jahr von ENGIE, ING, Wärtsilä und dem Hafenbetrieb Rotterdam, mit Unterstützung des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, gegründet und macht damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur emissionsfreien Binnenschifffahrt.

Die Binnenschifffahrt spielt eine wichtige Rolle bei der Senkung der Umweltemissionen. Beim Verkehr ist die Binnenschifffahrt für 5 % der CO2-Emissionen in den Niederlanden verantwortlich. Dabei werden 11 % der gesamten niederländischen NOx-Emissionen durch die Binnenschifffahrt verursacht. Zur Erreichung der im Klimaschutzabkommen festgelegten Ziele hat sich der Green Deal von Seeschifffahrt, Binnenschifffahrt und Häfen das Ziel gesteckt, die Emissionen in der Binnenschifffahrt bis 2030 um 50 % zu reduzieren. Die Verwirklichung dieses Ziels erfordert den Übergang zu einem vollständig elektrisch betriebenen Verkehrsträger auf dem Wasser. ZES bietet die Lösung für die Umsetzung dieses Systemwechsels: ein komplettes Dienstleistungspaket, das auf austauschbaren Energiecontainern mit grüner Energie, einer frei zugänglichen Lade-Infrastruktur und einem Pay-per-Use-Bezahlkonzept für Schiffseigner basiert. Die Ladestationen können als Energieknotenpunkte fungieren, die das Netz bei Spitzenbelastungen stabilisieren können und an denen auch andere Fahrzeuge laden können. ZESpacks können, dank ihrer Mobilität, zur Energieversorgung und -speicherung an verschiedenen Orten eingesetzt werden, z. B. auf Baustellen und Festivals.

„Das von ZES auf den Markt gebrachte Energiekonzept trägt direkt zur Verringerung der Emissionen bei, indem es pro Schiff und Jahr etwa 1.000 Tonnen CO2 und 7 Tonnen NOx einspart. Außerdem erzeugen Schiffe, die mit ZES fahren, weder Feinstaub noch Lärm“, sagt Willem Dedden, CEO von ZES. Das Konzept umfasst auch die Organisation der notwendigen Ladeinfrastruktur und eine Pay-per-Use-Konstruktion, die es den Schiffsführern ermöglicht, nur für die Nutzung der Energie zu bezahlen. Die Investition in ZESpacks wird von ZES übernommen.Dieser Ansatz macht ZES sehr benutzerfreundlich und skalierbar. Dedden sagt dazu: „ZES bietet Behörden und Unternehmen eigentlich eine Fertiglösung in puncto Nachhaltigkeit.“ Eines dieser Unternehmen ist HEINEKEN, das zusammen mit dem Carrier CCT der erste Kunde von ZES mit einem Zehnjahresvertrag ist. ZES ist aus dem Projekt Groene Cirkels zur Realisierung eines klimaneutralen Container-Shuttles zwischen der Heineken-Brauerei in Zoeterwoude und dem Rotterdamer Hafen entstanden.

Dedden sagt dazu: „ZES leistet nicht nur einen direkten Beitrag zur Realisierung der emissionsfreien Binnenschifffahrt, sondern setzt auch einen Standard, der den Übergang zur emissionsfreien Binnenschifffahrt beschleunigt. Mit unserem ZESpack (einem 20-Fuß-Standardcontainer) und einem Standardanschluss (dem „Stecker“) legen wir das Fundament. In Kombination mit dem von ING konzipierten Finanzierungs- und Pay-per-Use-Paket bietet ZES den Schiffern eine niedrigschwellige, zukunftssichere Open-Access-Innovation. Das System der ZESpacks passt sich dem technischen Fortschritt an: Die heute verwendeten ZESpacks funktionieren mit Lithium-Ionen-Batterien, in Zukunft kann es aber auch Wasserstoff, Ammoniak oder etwas anderes sein. Der ZESpack passt immer zum Anschluss, und zwar unabhängig von der Art der im Container befindlichen Energie.“ Aus diesem Grund gibt ZES die Profile für den Stecker kostenlos frei, damit der Markt mit verschiedenen Anbietern von Energiecontainern zusammenarbeiten kann.

Wärtsilä, Lieferant der ersten ZESpacks, hat in den letzten Monaten an der Montage und Erprobung der Energiecontainer gearbeitet, die mit Sicherheits- und Kommunikationssystemen sowie 45 Batteriemodulen mit einer Gesamtkapazität von 2 MWh ausgestattet sind – das entspricht der Kapazität von etwa 36 Elektroautos. Der ZESpack wurde vollständig für ZES maßgeschneidert. Besonders einzigartig ist dabei die Austauschbarkeit der Container, die bisher stationäre Anlagen waren. Die ZESpacks werden an der ersten ZES-Ladestation im Alpherium, dem CCT-Containerterminal in Alphen aan den Rijn, mit zertifiziertem Ökostrom geladen. Diese von ENGIE entwickelte Ladestation wurde im April ausgeliefert. Im Juli wurde die Alphenaar umgerüstet und u. a. mit dem Standardstecker-Anschluss für die ZESpacks ausgestattet. Der erste erfolgreiche testbetrieb fand ende August statt. Mit dem Betriebsstart wird ZES in näher Zukunft Nutzererfahrungen sammeln, um schnellstmöglich einen komplett emissionsfreien Versand zu erreichen.

ZES hat das Ziel, sich kurzfristig mit acht Schiffen, acht Ladestationen und vierzehn ZESpacks zu vergrößern. Das Unternehmen will 2030 30 emissionsfreie Schifffahrtsrouten realisiert haben, wodurch bis zu 360.000 Tonnen CO2und 2.800 Tonnen NOx eingespart werden können. Um gegenüber der mit fossilen Brennstoffen fahrenden Konkurrenz wirklich bestehen zu können, müssen die Behörden, die Häfen und Terminals sowie die Wirtschaft am gleichen Strang ziehen und sich gemeinsam engagieren. ZES arbeitet eng mit nationalen, regionalen und lokalen Behörden und fortschrittlichen Carriern wie BCTN zusammen, um die nächsten Schiffe unter Vertrag zu nehmen und das entsprechende Netz von Verladestationen aufzubauen, und zwar zunächst in Rotterdam, Moerdijk und Alblasserdam.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: ZES/ Ries van Wendel de Joode, Grafik: ZES




Freistellungsprozess für „German Ports“

Eine gemeinsame deutsche Lösung für den digitalisierten Freistellungsprozess von Importcontainern entwickeln die auf Port Community Systeme spezialisierten Dienstleister DAKOSY AG, Hamburg, und dbh Logistics IT AG, Bremen. Noch dieses Jahr sollen erste Reedereien und Spediteure an die Plattform angeschlossen werden, die künftig unter dem Label „German Ports“ vermarktet wird.

DAKOSY und dbh haben die Voraussetzungen geschaffen, um den Freistellungsprozess für Importcontainer in den deutschen Seehäfen Hamburg, Bremerhaven, Bremen und Wilhelmshaven zu standardisieren und digitalisieren. Sowohl prozessseitig als auch technologisch stehen den Beteiligten verschiedene Möglichkeiten offen, die Anwendung für den Freistellungsprozess zu nutzen.

So stellen DAKOSY und dbh den Anwendern erstmals die Blockchain-Technologie zur Verfügung. Die Eignung und Praxistauglichkeit der Blockchain für den Freistellungsprozess wurde bereits im Rahmen des IHATEC-Forschungsprojekts ROboB bestätigt. Ein weiterer Auslöser für die schnelle Umsetzung dieses Projekts ist das aktuell hohe Interesse der Carrier, den Freistellungsprozess zu digitalisieren.

Der Einstieg in den neuen Prozess ist für Carrier, Speditionen, Transporteure und Terminals gleichermaßen einfach. DAKOSY-Prokurist Dirk Gladiator berichtet: „Unsere Lösung für den digitalisierten Freistellungsprozess basiert auf existierenden Plattformen und Prozessen, die von den Beteiligten in den deutschen Seehäfen bereits umfassend genutzt werden.“ Die Anwendung wird sowohl im Hamburger als auch im Bremischen Port Community System zur Verfügung stehen. In Hamburg wird dies im Rahmen der Import Message Platform (IMP) geschehen, in den Bremischen Häfen und Wilhelmshaven innerhalb der Business Integration Platform (BIP).

„Parallel zu den bewährten Plattformen IMP und BIP bauen wir das Rahmenwerk für die Blockchain auf, um diese im nächsten Schritt als hybride Alternative zur Verfügung zu stellen. Die Testphase ist in Vorbereitung“, umreißt Holger Hübner, Bereichsleiter Port Solutions von dbh das Konzept und versichert, „die digitalisierte Freistellung erfüllt alle Anforderungen an die Sicherheit und Überprüfbarkeit der Identitäten.“

Bislang wird die Freistellung in der Regel nicht digital kommuniziert, sondern auf klassischen Wegen über Fax, E-Mail oder Telefon zwischen den Beteiligten verteilt. „Der manuelle Prozess verursacht bei allen Beteiligten einen hohen Aufwand, da die Akteure für jeden einzelnen Container bilateral in den Dialog treten müssen, um Berechtigungen und Leercontainerrückgaben zu organisieren“, erklären Hübner und Gladiator übereinstimmend.

Mit der Nutzung der bereits etablierten Plattformen IMP und BIP sowie der optionalen Erweiterung um die Blockchain sind jetzt die hohen Anforderungen an die Zugriffsberechtigungen und gesicherte IT-Prozesse gelöst. Bei der Freistellung handelt es sich um einen sensiblen Vorgang, da die Freistellreferenz den Inhaber zur Herausgabe des Containers mit oft beachtlichen Warenwerten berechtigt.

Quelle: DAKOSY und dbh, Foto: HHLA




6.500 Hafen-Scouts besuchten HHLA seit 2015

Die von der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) angebotenen Touren für Grundschüler durch den Hafen haben sich auch unter den Bedingungen der Corona-Pandemie großer Beliebtheit erfreut. So erkundeten im vergangenen Jahr 36 Schulklassen – unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen – das Hafenmuseum und den HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA).

Seit dem Start des Projekts im Jahr 2015 nutzten insgesamt 6.500 Grundschüler die Möglichkeit, sich über die Geschichte des Hafens und die betrieblichen Abläufe zu informieren. Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie wird die HHLA das Projekt auch in diesem Jahr gemeinsam mit dem Hafenmuseum Hamburg und dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung aktiv begleiten.

Vielen Schülerinnen und Schüler ist die Bedeutung des Hafens für das Funktionieren der Wirtschaft nur im Ansatz bewusst. Deshalb haben die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), das Hafenmuseum und das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung das Projekt Hafen-Scouts vor sechs Jahren initiiert, um Hamburger Grundschülern den Hafen näher zu bringen. Im Rahmen eintägiger Exkursionen erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke hinter die Kulissen von Deutschlands größtem Seehafen. Sie lernen etwas über die historische Entwicklung des Hafens und wie sich der Arbeitsalltag verändert hat. Spielerische Wissenstests und spannende Geschichten, erzählt von ausgebildeten Guides, machen den Ausflug zu einem Erlebnis.

Die jungen Forscher beginnen ihre Entdeckungsreise im Hafenmuseum am Schuppen 50. Hier lernen sie Wissenswertes über den Hamburger Hafen kennen. Wie hat sich die Arbeit im Verlauf der Zeit verändert? Warum werden Containerschiffe immer größer? Wie viele Turnschuhe passen in einem Container? Diese und viele weitere Fragen sind Inhalte der Lernreise. Höhepunkt der Tour ist der Blick in einen von der HHLA umgebauter Container. Dieser veranschaulicht die Warenvielfalt und -mengen, die in den standardisierten Boxen über den Globus befördert werden. Die Schüler erleben im Inneren der Box, dass sie täglich mit Produkten zu tun haben, die per Container nach Deutschland gebracht werden.

Im Anschluss führt die Tour die Hafen-Scouts auf den hoch-automatisierten Container Terminal Altenwerder. Nachdem die Klassen bereits im Museum erfahren haben, welche Stationen ein Container auf einem Terminal durchläuft, erleben sie auf dem CTA hautnah, was Containerumschlag im großen Stil heute bedeutet. Auf den HHLA-Containerterminals werden jährlich Millionen von Containern umgeschlagen, die mit vielen Gegenständen des täglichen Lebens gefüllt sind. Der Hafen ist das wirtschaftliche Herz, Deutschlands größte Warendrehscheibe und der bedeutendste Arbeitgeber in der Region.

Auch in diesem Jahr werden die Touren nach den Sommerferien, wie geplant stattfinden. Zwar unter strengeren Hygienevorschriften und etwas ungewohnt aber dennoch mit rund 500 kleinen Forschern, die sich bald ausgebildete Hafen-Scouts nennen können.

Hans-Jörg Heims, Leiter Unternehmenskommunikation der HHLA, erläutert das Engagement des Unternehmens: „Es ist uns in diesem Jahr besonders wichtig, dass die Hafen-Scouts stattfinden. Nach wochenlangen Schulschließungen und Isolation, sollen die Schülerinnen und Schüler ein Highlight in ihrem Schuljahr erleben. Unter strengen Hygienemaßnahmen und Einhaltung von Sicherheitsabständen werden wir das Projekt durchführen. Die Kinder werden in kleinen Gruppen aufgeteilt und tragen einen Mund- und Nasenschutz. Das Programm findet überwiegend an der frischen Luft mit ausreichend Sicherheitsabstand statt. Wir freuen uns sehr, dieses Projekt auch weiterhin zu unterstützen. Die Begeisterung mit der die Kinder erfahrungsgemäß nach Hause fahren, ist für uns der schönste Lohn für unsere Anstrengungen.“

Martin Kelpe, Fortbilder am Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, betont: „Das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung unterstützt dieses Projekt mit großem Engagement. Das Projekt Hafen-Scouts liegt uns sehr am Herzen, da das Thema Lernen vor Ort eine wichtige Bedeutung für uns hat. Das Projekt Hafen-Scouts bietet den Kindern einen Einblick in die historischen und aktuellen Abläufe im Hamburger Hafen. Besonders zur jetzigen Zeit freut es uns, dass solche Projekte möglich sind. Den Schülerinnen und Schülern hat der erste Ausflug nach vielen Monaten besonders gutgetan.“

Das Projekt Hafen-Scout richtet sich an Hamburger Grundschulklassen. Die Inhalte der Exkursion sind für die teilnehmenden Klassen Bestandteil des Lehrplans. Sie werden im Unterricht intensiv vor- und nachbereitet. Die Lehrkräfte, die ihre Klassen für die Tagestouren anmelden, absolvieren im Vorfeld einen Einführungskurs. Während der Besichtigung des Museums werden die Schülerinnen und Schüler von eigens qualifizierten Pädagogen begleitet. Auf dem Terminal erläutern erfahrene und geschulte Guides die Abläufe.

Das Anmeldeverfahren für die Hafen-Scout-Touren wird über das Beratungsfeld Sachunterricht am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung organisiert. Interessierte Hamburger Lehrkräfte von 4. Klassen wenden sich bitte per E-Mail an Martin.Kelpe@li-hamburg.de. Anmeldungen für die Hafen-Scout-Touren im Frühjahr nächsten Jahres sind im Februar 2022 wieder möglich.

Quelle: HHLA, Foto: HHLA / Nele Martensen, die von der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) angebotenen Touren für Grundschüler durch den Hafen haben sich großer Beliebtheit erfreut. So erkundeten im vergangenen Jahr 36 Schulklassen – unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen – das Hafenmuseum und den HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA). Seit dem Start des Projekts im Jahr 2015 nutzten insgesamt 6.500 Grundschüler die Möglichkeit, sich über die Geschichte des Hafens und die betrieblichen Abläufe zu informieren.




HHLA beteiligt sich an H2Global-Stiftung

Um ihre Projekte im Bereich Wasserstoff-Technologie erfolgreich umsetzen zu können, wirkt die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) künftig aktiv in der neu gegründeten H2Global-Stiftung mit. „Wir wollen von Anfang an Teil dieser Stiftung sein, um unsere Expertise einzubringen, aber auch von den Erfahrungen anderer zu lernen“, erklärte Angela Titzrath anlässlich der Gründung der H2Global-Stiftung.

Die HHLA-Vorstandsvorsitzende wurde im Rahmen einer online durchgeführten Wahl zur stellvertretenden Vorsitzenden des Stiftungskuratoriums gewählt.  „Ich freue mich über das Vertrauen der Mitglieder der Stiftung.“ Die HHLA beschäftige sich bereits intensiv mit den Möglichkeiten, die grüner Wasserstoff zur Erreichung ihrer Klimaziele biete. „Wir wollen mit unseren Aktivitäten dazu beitragen, dass sich der Hamburger Hafen zu einer Drehscheibe der Wasserstoff-Distribution entwickelt“, sagte Titzrath.

Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, nannte die Gründung der Stiftung ein „wirklich historisches Projekt” und fügte hinzu, dass „Deutschland weltweit führend bei der Wasserstofftechnologie werden muss, wenn wir unsere Nachhaltigkeitsziele erreichen wollen.“ Die Entwicklung von grünem Wasserstoff soll in Deutschland mit einem Gesamtvolumen von 20 bis 30 Milliarden Euro gefördert werden.

Die Stiftung H2Global vereint zahlreiche Akteure, die zur wirtschaftlichen Markteinführung von grünem Wasserstoff und dessen Derivaten beitragen möchten. Die H2Global-Stiftung soll ein speziell dafür entwickeltes Förderkonzept umsetzen.

Quelle: HHLA, Foto: HHLA/ Nele Martensen




Fördermittel für HHLA-Wasserstoffprojekt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird zur Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie erhebliche Fördersummen für drei Wasserstoff-Leitprojekte freigeben. Sie sollen über vier Jahre den Einstieg Deutschlands in eine Wasserstoffwirtschaft erleichtern. Dabei geht es um die serienmäßige Herstellung großskaliger Wasser-Elektrolyseure (H₂Giga), die Erzeugung von Wasserstoff und Folgeprodukten auf hoher See (H₂Mare) sowie Technologien für den Transport von Wasserstoff (TransHyDE).

In den Wasserstoff-Leitprojekten arbeiten über 240 Partner aus Wissenschaft und Industrie zusammen. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) gehört zu diesen Partnern und kann nun zusätzliche 2,3 Mio. Euro für die Erprobung neuer Transporttechnologien für Grünen Wasserstoff nutzen. „Eine wichtige Frage bei der Entwicklung der Wasserstofftechnologie ist die flächendeckende Verfügbarkeit dieses Energieträgers”, erklärt Dr. Georg Böttner, der das Wasserstoffprojekt der HHLA verantwortet. „Auch die HHLA sucht nach den besten Antworten auf diese Frage, und deshalb beteiligen wir uns an dem Leitprojekt TransHyDE.”

Nur selten wird Wasserstoff auch dort genutzt, wo er hergestellt wird. Diesem Problem widmet sich TransHyDE und will einen übergreifenden Ansatz zur Erzeugung, Transport und Nutzung von Wasserstoff entwickeln. Die HHLA untersucht gemeinsam mit weiteren Partnern dabei die unterschiedlichen Transportmöglichkeiten und ist an den TransHyDE-Projekten „Mukran“ auf Rügen und „Helgoland“ auf der gleichnamigen Insel beteiligt, bei denen der Transport von Wasserstoff in Hochdruckbehältern sowie über das Trägermedium LOHC (liquid organic hydrogen carriers) getestet wird.

Weiter Informationen zur Wasserstoffstrategie der HHLA gibt es hier.

Quelle und Grafik: HHLA




Hafen Wien kooperiert mit Helrom

Ziel der Kooperation zwischen Helrom und dem Hafen Wien ist, die Verkehrswende mit der Innovation Helrom Trailer Rail zu unterstützen und mehr Trailer auf der Schiene zu befördern. Mittlerweile verkehren wöchentlich drei Rundläufe zwischen Deutschland und Österreich.

Bislang lassen sich mehr als 90 Prozent der Trailer in Europa aufgrund technischer Barrieren nicht von der Straße auf die Schiene bringen. Noch immer legen die meisten Trailer Distanzen deshalb einzig auf der Straße zurück. Dank der horizontalen Verladetechnik von Helrom können diese erstmals bequem und einfach auf die Schiene umsteigen. Hierfür sind weder Krananlagen noch große Terminals notwendig, es können einfache Gleise in einem Hafen oder Terminal, ohne Kran, benutzt werden. Das macht den Intermodalverkehr großflächig umsetzbar.

Im Hafen Wien ist man stolz, diese Innovation von Anfang an unterstützt zu haben, um mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern und somit für eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen zu sorgen. „Wir sind bereits seit August 2020 im Probebetrieb, konnten seither rund 3.500 Trailer in Wien Freudenau umladen und mehr als 1.000 Tonnen CO2 durch den Transport auf der Schiene einsparen“, erläutert Doris Pulker-Rohrhofer, technische Geschäftsführerin des Hafen Wien.

Quelle: Hafen Wien, Foto: Hafen Wien/ Barbara Nidetzky, Hafen Wien startet Kooperation mit Trailer-Innovator Helrom – v.l.n.r. : Andrea Buchecker (Leiterin Verkauf Hafen Wien), Roman Noack (CEO Helrom), Doris Pulker-Rohrhofer (technische Geschäftsführerin Hafen Wien), Andreas Fehringer (Geschäftsführer WienCont), Bruno Weissmann (Director of Sales Helrom)