Erste Kandidaten für NextGen District

Der NextGen District im Hafen von Antwerpen, das ehemalige 88 Hektar große General Motors-Gelände, wird in einen Hotspot für Kreislaufwirtschaft umgewandelt. Hier werden ausgediente Produkte ein zweites oder drittes Leben erhalten, kreislauffähige Kohlenstofflösungen erforscht und Experimente mit erneuerbaren Energien durchgeführt.

Der Hafen von Antwerpen hat sich bewusst dafür entschieden, dieses große Areal in der Nähe von Europas größtem Chemie-Cluster für die Kreislaufwirtschaft zur Verfügung zu stellen und damit einen Beitrag zum Übergang zu einer klimaneutralen Gesellschaft zu leisten. Um nationale und internationale Investoren anzuziehen, wurde im Oktober 2020 eine Marktbefragung gestartet, deren erste Runde nun abgeschlossen ist. Infolgedessen wurden Gespräche mit einer Reihe von Kandidaten, die die vordefinierten Kriterien erfüllen, im Hinblick auf die Erteilung einer Konzession aufgenommen.

Die Kandidaten sind allesamt Vorreiter auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft. Einige können schon vorgestellt werden:

Biondoil ist ein Pionier in der Entwicklung von Biokraftstoffen und Biochemikalien der zweiten Generation. Das Unternehmen möchte auf dem NextGen-Gelände eine Raffinerie errichten.

Laupat Industries wandelt Altreifen in neue Rohstoffe um, wie zum Beispiel grünes Öl, Stahl und Wasserstoff. Das CO2-freie und energieneutrale Projekt erreicht damit eine Materialverwertung von mindestens 95 Prozent.

Auch Novali gehört zu den Anwärtern auf einen Platz auf dem Gelände. Das Unternehmen entwickelt und produziert die nächste Generation von Lithium-Batterien für die Automobilindustrie und die stationäre Energiespeicherung.

Ein weiterer Kandidat ist Triple Helix‘ Molecules as a Service (THX MaaS). Ihr Projekt, SurePUre, ist eine Pilotanlage für das Recycling von Polyurethanschaum und PET-Schalen, die in Polyole umgewandelt werden.

In den kommenden Wochen werden mit allen Kandidaten Gespräche geführt, in denen die beteiligten Betriebe ihre Argumente vertiefen müssen. Bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird, werden die Projekte nicht nur auf Machbarkeit, sondern auch auf Zukunftsorientierung, Innovationswert, Klimawirkung und Agilität geprüft.

Nachdem nun die erste Runde der Marktbefragung abgeschlossen ist, wird der Hafen von Antwerpen am 10. Juni die zweite Runde dieser Befragung auf seiner Webseite starten. Durch die Arbeit mit verschiedenen Umfragen erhalten möglichst viele Unternehmen, die in der „New Economy“ tätig sind und mit den neuesten und sich weiterentwickelnden Technologien arbeiten, die Möglichkeit, sich zu verschiedenen Zeitpunkten zu bewerben. Weitere Interessenten werden gebeten, ihre Projektvorschläge bis zum 20. Oktober 2021 einzureichen. Es gelten weiterhin die gleichen Bedingungen wie bei der ersten Befragungsrunde: innovative Akteure, die der Kreislaufwirtschaft Impulse geben wollen. Das Programm richtet sich speziell an Kandidaten mit Kernaktivitäten in der Kreislaufwirtschaft und in der Fertigungsindustrie mit dem Schwerpunkt auf der Energiewende. Nach dem Sommer wird es außerdem eine Befragung für NextGen Demo geben, die sich an Parteien richtet, die Platz für eine innovative Pilotanlage suchen.

Jacques Vandermeiren, CEO Hafen von Antwerpen: „Der Hafen von Antwerpen will und muss eine führende Rolle bei der Energiewende übernehmen. Der Hafen von Antwerpen ist Heimat des größten Chemie-Clusters in Europa. Wir möchten dieses Cluster beim Übergang zu einer kohlenstoffneutralen und zirkulären Wirtschaft stärken, verankern und unterstützen. Ziel ist es, dass NextGen District zu einem Zentrum für Innovation und Austausch in der Kreislaufwirtschaft heranwächst und die nächste Generation mit Sauerstoff versorgt. Die Projekte der ausgewählten Kandidaten spiegeln unsere Ambition perfekt wider: Innovation, Mut und Kreislaufwirtschaft.“

Hafenschöffin Annick De Ridder: „Mit dem NextGen District möchten wir viele neue Arbeitsplätze schaffen, die weiter zum nachhaltigen Wachstum unseres Hafens beitragen werden. Dieses Testfeld für technologische und nachhaltige Innovationen, in dem Pionieren Raum zum Wachsen gegeben wird, wird zur Stärkung, Synergie und Diversifizierung der Hafenplattform beitragen. Außerdem ist dies der ideale Standort, um den Wandel im Antwerpener Chemie-Cluster zu beschleunigen. Auf diese Weise konzentrieren wir uns weiterhin auf den Mehrwert der Zukunft und damit auch auf unseren Wohlstand.“

Quelle und Grafik: Port of Antwerp




Anbindung Burchardkai komplett fertiggestellt

Eines der größten Infrastrukturprojekte der letzten Jahre für den Hamburger Hafen wurde erfolgreich und voraussichtlich unterhalb des Gesamtbudgets von 121 Millionen EUR fertiggestellt: die Verkehrsanbindung Burchardkai. Mit den abschließenden Gleisbauarbeiten zum Bahnhofsteil Mühlenwerder wurde das letzte von insgesamt vier Teilprojekten abgeschlossen.

Durch die umfangreiche Baumaßnahme hat die Hamburg Port Authority (HPA) nicht nur die Straßen- und Schienenanbindung des Container Terminal Burchardkai (CTB) erneuert, sondern auch neu konzipiert und so zur Ertüchtigung und Steigerung der Leistungsfähigkeit der veralteten Verkehrsinfrastruktur insgesamt beigetragen. Hiervon profitieren nicht nur das CTB, sondern sämtliche Umschlagsunternehmen in diesem Bereich des Hamburger Hafens.

Senator Michael Westhagemann, HPA-CEO Jens Meier und CTB-Geschäftsführer Ingo Witte gaben den Startschuss für die neue Anbindung.

Senator Michael Westhagemann: „Die neukonzipierte landseitige Verkehrsanbindung des Containerterminals am Burchardkai beschert dem Hafen mehr Leistungsfähigkeit und macht ihn in diesem Teil von – immerhin dem größten Industriegebiet Deutschlands – wetterfest für die Zukunft. Nur mit einer bedarfsgerechten und modernen Infrastruktur können die Güter den Hamburger Hafen reibungslos erreichen und verlassen. Ein funktionstüchtiges und ausreichend bemessenes Straßen- und Schienennetz ist für die Güterverkehre des Hafens unerlässlich.“

Jens Meier, CEO der HPA: „Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam das Projekt „Verkehrsanbindung Burchardkai“ erfolgreich abschließen können. Eine Baumaßnahme dieser Größe und Komplexität erfordert ein gutes Zusammenspiel aller Stakeholder, für das ich mich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bedanken möchte. Im vergangenen Jahr hat uns die Corona-Pandemie bei den beiden letzten Teilprojekten vor Herausforderungen gestellt, aber auch diese hat unser Team gemeinsam mit allen weiteren Beteiligten hervorragend gemeistert.“

Ingo Witte, Geschäftsführer HHLA Container Terminal Burchardkai: „Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für die sehr gute und abgestimmte Zusammenarbeit bei der Realisierung dieses, für den Burchardkai so bedeutsamen Projekts. Die optimierte Verkehrsanbindung ist ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Leistungsfähigkeit unseres Terminals im Hinterlandverkehr. Das gilt insbesondere für die verbesserte Bahnanbindung. Der Bedarf nach nachhaltigen Containertransporten auf der Schiene steigt weiter. Deshalb hat die HHLA den Terminalbahnhof am CTB bereits 2019 deutlich erweitert. Diese Kapazitäten können wir nun noch besser nutzen.“

Die HPA startete das Gesamtprojekt im Juni 2012 mit dem Neubau der Rugenberger Schleuse. Im Rahmen des Teilprojekts wurde die alte Südkammer der Schleuse aus dem Jahr 1913 außer Betrieb gesetzt und die nördliche Schleuse neugebaut. Die Bedienung erfolgt seit der Fertigstellung im Dezember 2015 per Fernbedienung aus der Ellerholzschleuse.

Im vierten Quartal 2013 startete mit der Instandsetzung der Straßenzüge Altenwerder Damm und Rugenberger Damm das zweite Teilprojekt. Hierbei handelte es sich um mehrere zeitlich versetze Bauabschnitte auf insgesamt einem Kilometer Länge. Dabei wurden die Straßen u.a. für die Zunahme des Schwerlastverkehrs vorbereitet, der Einmündungsknoten im Bereich der Finkenwerder Straße / Rugenberger Damm angepasst und ein zusätzlicher Parkstreifen gebaut. Die Inbetriebnahme erfolgte im dritten Quartal 2016.

Mit dem Einhub der letzten der vier zu erneuernden Waltershofer Brücken durch den Schwimmkran „Enak“ im Februar 2020 wurden nach der Fertigstellung des Neubaus der  Rugenberger Schleuse und dem Ausbau bzw. der Optimierung der Straßenzüge Rugenberger Damm und Altenwerder Damm die Voraussetzungen geschaffen, die Straßenanbindung und die Gleiskapazität zum Bahnhof Mühlenwerder zu optimieren. Trotz der Corona-Pandemie konnten alle Arbeiten plangemäß weiterlaufen.

Im Anschluss konnten die abschließenden Gleisbauarbeiten für den Bau eines dritten Gleises nach Waltershof (Mühlenwerder), die bereits im März 2016 begonnen hatten, fertiggestellt werden. In diesem Zusammenhang wurde ein zweites Anschlussgleis zum CTB geschaffen, welches vom Container Terminal Burchardkai finanziert wurde. Trotz der Corona-Pandemie gelang es dem Projektteam, dieses Teilprojekt im Juni 2021 termingerecht fertigzustellen und damit den Abschluss des Gesamtprojekts zu bilden.

Der Ausbau der Verbindungsgleise Mühlenwerder mit dem zweiten Anschlussgleis für das Terminal CTB schafft im Netz der Hafenbahn die notwendigen Kapazitäten, um das Verkehrsaufkommen in Mühlenwerder um 40-50 Prozent zu steigern. Dies entspricht mindestens 75 täglichen Fahrten zu und von den Terminals CTB und Eurokombi.

Fakten
1. Teilprojekt „Waltershofer Brücken“
Baubeginn: Juli 2018
Einhub: 17.02.2020
Verkehrsfreigabe: 08/2020

2. Teilprojekt „Kapazitätserhöhung der Gleise“
Inbetriebnahme des 2. Gleises: 15.02.2021
Inbetriebnahme des 3. Gleises: 06.06.2021

3. Teilprojekt „Neubau Rugenberger Schleuse“
Baubeginn: 06/2012
Fertigstellung: 12/2015

4. Teilprojekt „Instandsetzung der Straßenzüge Altenwerder Damm und Rugenberger Damm“
Baubeginn: QIV/2013
Inbetriebnahme: QIII/2016

Quelle: Hamburg Port Authority AöR, Foto: HHM/Pape, HPA-CEO Jens Meier, Senator Michael Westhagemann und CTB-Geschäftsführer Ingo Witte (vl.n.r) gaben den Startschuss für die neue Anbindung.

 




Seehäfen: Abschluss von über drei Prozent

„Mit einer Erhöhung von über drei Prozent sind wir in den diesjährigen Lohntarifverhandlungen weit über die Belastungsgrenze der Betriebe hinaus gegangen. Die Corona-Krise hat bei vielen unserer Mitgliedsunternehmen die finanziellen Reserven aufgezehrt“, sagte die Verhandlungsführerin des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Ulrike Riedel, anlässlich der finalen Tarifrunde.

„Der hohe Abschluss ist für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen eine weitere Herausforderung. Jedoch wäre eine erneute Verzögerung oder ein Abbruch aus unserer Sicht weder im Interesse der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer gewesen. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen ist dieser Abschluss für die Betriebe nur schwer zu verkraften“, so Riedel weiter.

Ver.di forderte in harten Zeiten 5,9 Prozent mehr Lohn. Die nun erzielte Einigung liegt mit einer Erhöhung von über 3 % deutlich über Abschlüssen in anderen systemrelevanten Branchen. In Antwerpen, einem der wichtigsten Wettbewerbshäfen mit den größten Wachstumsraten, haben sich die Sozialpartner anstatt einer prozentualen Lohnsteigerung auf eine Einmalzahlung verständigt und damit den bestehenden Lohntarifvertrag ohne dauerhafte Kostenbelastung verlängert.

„Trotz der angespannten Wettbewerbssituation haben wir diesen hohen Abschluss getroffen. Der reibungslose Betrieb in den Seehäfen ist gerade in Pandemie-Zeiten essenziell. Auch deshalb waren wir bereit, über die Grenze des eigentlich möglichen hinauszugehen“, so Riedel.

Die Seehafenbetriebe spüren die Nachwirkungen der Corona-Krise weiterhin deutlich. Der Umschlag in den deutschen Seehäfen fiel im Jahr 2020 um – 6,4 % auf den Stand von 2010. Im Containerbereich fiel der Umschlag um fast – 7 %. Laut einer aktuellen Prognose des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) wird im laufenden Jahr nur die Hälfte des Einbruchs aus dem Jahr 2020 aufgeholt werden. Der Vorkrisenstand beim Umschlag wird demnach auch im Jahr 2024 noch nicht wieder erreicht sein.

Der ZDS schließt für seine 60 tarifgebundenen Mitglieder Tarifverträge für die etwa 10.000 Hafenarbeiter*innen in den deutschen Seehafenbetrieben ab. Nach sechs Verhandlungsrunden wurde am Mittwoch eine Einigung erzielt.

Quelle: Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe, Foto: HHM/Johanning




Waste-to-Chemicals künftig Waste-to-Jet

Das Rotterdamer Projekt „Waste-to-Chemicals“ wird in „Waste-to-Jet“ umgewandelt. Bei Waste-to-Chemicals ging es um die Vergasung von Mischabfällen zur Herstellung von nachhaltigem Methanol. Künftig wird als Endprodukt nachhaltiger Flugzeugtreibstoff entstehen.

Anlass hierfür sind die relativ günstigen Marktaussichten für nachhaltige Flugzeugtreibstoffe. Auf die Luftfahrt entfallen 3 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Durch Verwendung von nachhaltigem Flugzeugtreibstoff können diese Emissionen erheblich verringert werden. Die Investitionsentscheidung über das Waste-to-Jet-Projekt ist für Ende 2022 geplant.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Gleisfeld in Emden: 43 Prozent weniger Energieverbrauch

Licht aus beim Verlassen des Raumes, Heizung abdrehen beim Stoßlüften: Wir haben es selber in der Hand, den Verbrauch an Energie zu senken. Darüber hinaus unterstützen zunehmend „smarte“ Lösungen, Energie dann zur Verfügung zu stellen, wenn sie gebraucht wird. Gekoppelt mit digitalen Technologien und Sensorik können der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen deutlich gesenkt werden. Diesen Ansatz hat Niedersachsen Ports mit einem Pilotprojekt in Emden verfolgt.

2019 wurde ein innovatives Beleuchtungskonzept an einem Gleisfeld im Hafen Emden realisiert. Der nun vorliegende Abschlussbericht bestätigt den Erfolg der Maßnahme: Im Vergleich zur einer Referenzanlage werden 43,1Prozent der CO2-Emissionen eingespart.

Für die Hafengesellschaft ein beispielhaftes Projekt, da mit dieser Technologie die ökologische, wirtschaftliche und die soziale Dimensionen der Nachhaltigkeit angesprochen werden. „Wir haben es geschafft, den CO2-Fußabdruck zu verringern und sparen zugleich Energiekosten. Besonders freut es mich, dass wir mit dem intelligenten Konzept auch für mehr Arbeitssicherheit sorgen konnten“, betont Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG.

Dank dieses Demonstrationsprojektes hat das Thema intelligente Energiebeleuchtung bei Niedersachsen Ports kontinuierlich Fahrt aufgenommen. Es wurden bis heute zahlreiche weitere LED Projekte realisiert. In der Nachhaltigkeitsstrategie hafen+ hat sich NPorts das Ziel gesetzt, bis 2025 100 Prozent der Beleuchtung auf LED umzustellen und da wo es sinnvoll ist, auch smarte Beleuchtungstechnologien einzusetzen. Dass die landeseigenen Häfen auf einem guten Weg sind zeigt auch, dass bis 2020 rund 20 Prozent der Beleuchtungspunkte bereits umgerüstet worden sind.

Eine Gleisfeldbeleuchtung ist im Rahmen des EU-INTERREG Projekts DUAL Ports realisiert worden. Das Projekt DUAL Ports zielt darauf ab, in Kooperation mit Häfen des Nordseeraums gemeinsam an Maßnahmen und Strategien zu arbeiten, um Häfen nachhaltiger und innovativer zu gestalten. Ein paralleles Beleuchtungsprojekt wurde im dänischen Hafen Vordingborg realisiert; ein weiteres Projekt befindet sich derzeit im belgischen Hafen Ostende in der Umsetzung.

Weitere Informationen zum Projekt und den Ergebnissen gibt es unter https://bit.ly/3oh4Idr

Quelle: Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG, Foto: NPorts/ Andreas Burman, Beleuchtung Gleisfeld in Emden




Verkehrsverlagerungen auf die Elbe nehmen zu

Volle Straßen sollen durch Verlagerungen auf andere Verkehrsträger entlastet werden. Neben dem Schienennetz nehmen in dem Zusammenhang auch die Binnenwasserstraßen weiter an Bedeutung zu. In Mitteldeutschland sorgt die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) dank zuletzt günstiger Wasserstände für einen deutlichen Zuwachs an Großverladungen auf die Elbe. Das Netzwerk Logistik Mitteldeutschland fördert die Zusammenarbeit der Akteure, um durch eine Zunahme Kombinierter Verkehre die unterschiedlichen Verkehrsträger optimal einzusetzen.

Die SBO konnte bis Mitte Mai etwa 20 Prozent mehr Großverladungen im Alberthafen Dresden-Friedrichstadt durchführen als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt fanden 16 Großverladungen mit dem SBO-Schwerlastkran LR 1600/2 statt. Zu den umgeschlagenen Gütern zählten vor allem Transformatoren, Turbinen, Motoren, Pressen und Behälter mit Stückgewichten von 40 bis 250 Tonnen. Die Güter wurden per Binnenschiff vom Hafen Dresden zu den Seehäfen Hamburg und Antwerpen transportiert. Anschließend ging es in die weite Welt nach Asien und Südamerika.

„Diese Verladungen zeigen, welchen Beitrag die Binnenhäfen mit ihrer trimodalen Infrastruktur zur Verkehrsverlagerung beitragen können, erklärt SBO-Vertriebsleiter und Vorstandsmitglied im Netzwerk Logistik Mitteldeutschland Frank Thiele und ergänzt: „Schwergewichtige und großvolumige Güter gehören auf direktem Weg in den nächstgelegenen Hafen. Das entlastet die Straßen und hat zudem noch nachhaltige Effekte. Für ein Binnenschiff sind diese Güter kein Problem. Voraussetzung ist natürlich eine schiffbare Wasserstraße. Damit leisten die sächsischen Binnenhäfen einen echten Beitrag zur Verkehrsverlagerung.“

„Wir haben in Mitteldeutschland hervorragend ausgebaute Infrastrukturen in den Bereichen Straße, Schiene, Wasser und Luft, die sich in vielen Fällen sinnvoll ergänzen lassen. Dabei spielen Umschlagplätze, wie die Binnenhäfen der SBO eine entscheidende Rolle, um Güterverkehre von der Straße auf die Schiene oder die Wasserstraße zu bringen. Das sorgt für Entlastung und einen insgesamt nachhaltigeren Warenverkehr“, sagt Toralf Weiße, Vorstandsvorsitzender im Netzwerk Logistik Mitteldeutschland.

Quelle und Foto: SBO, Verladung im Alberthafen Dresden




Digitale Dienste für die Binnenschifffahrt

Im Rahmen des Projekts IW-NET untersuchen die bremenports GmbH & Co. KG und das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), wie digitale beziehungsweise Online-Dienste die Binnenschifffahrt unterstützen und wettbewerbsfähiger machen könnten. Die Ergebnisse des Projektes sollen in den Bremische Häfen erprobt und evaluiert werden.

Bisher wurden Interviews mit verschiedenen Bremer Akteuren der Binnenschifffahrt, Infrastrukturbetreibern und Hafenbehörden durchgeführt. Nun streben wir einen länderübergreifenden Dialog zu dem Thema an und würden uns daher über weiteren Austausch mit Ihnen freuen. Als einen ersten Startpunkt hierfür, finden Sie anbei einen Auszug von bisher von uns anvisierte Funktionalitäten und Anforderungen an solche, digitalen bzw. Online-Dienste.

Um diese digitalen Dienste auf die praktischen Bedürfnisse der späteren Nutzer zuzuschneiden, werden die Erfahrungen von Personen benötigt, die an der Binnenschifffahrt unmittelbar beteiligt sind. Hierfür wurde eine kurze Umfrage erstellt.

Sollten Sie daher an der Binnenschifffahrt, als Besatzung an Bord oder als planendes Personal an Land beteiligt sein, können Sie gerne unter folgender Adresse an der Umfrage teilnehmen:

https://www.soscisurvey.de/IW-NET/

Quelle: IW-NET, Foto:




Wasserstoffbörse in Reichweite

Die Untersuchung des praktischen Aufbaus einer Wasserstoffbörse in den Niederlanden hat gezeigt, welche Produkte und Bedingungen zur Verwirklichung eines Handels mit Wasserstoff erforderlich sind. Dazu gehören die Zertifizierung von Wasserstoff, ein Index, der die Preise transparent macht, ein Spotmarkt und die Entwicklung von Handelsinstrumenten zum Ausgleich des physischen Wasserstoffnetzes und zur Speicherung von Wasserstoff. Dies geht aus Untersuchungen hervor, die Bert den Ouden im Auftrag von Gasunie und den Hafenbetrieben von Rotterdam, Amsterdam, Groningen und dem North Sea Port in Absprache mit Marktteilnehmern und Regierungsbehörden durchgeführt hat.

Durch die wachsende Nachfrage nach klimaneutralem Wasserstoff entsteht die Notwendigkeit eines gut funktionierenden Marktes und einer transparenten, effizienten Preisgestaltung. Eine Wasserstoffbörse kann beides erleichtern. Die neue Wasserstoffbörse erhält den Name HyXchange. In einem Folgeprojekt will HyXchange die ersten Handelsprodukte in Pilotprojekten und Simulationen unter weiterer Einbeziehung des Marktes testen.

Im September 2020 wurde eine erste Sondierung zum Aufbau einer Wasserstoffbörse vorgestellt. Der Sondierungsbericht bietet eine Vision für einen schrittweisen Aufbau einer Wasserstoffbörse, die parallel zum Wasserstoffmarkt und zur Entwicklung von Wasserstoffnetzen mitwächst. Daraufhin haben die vorstehend genannten Akteure die Initiative ergriffen, eine Anschlussstudie von Bert den Ouden, dem ehemaligen Direktor der niederländischen Energiebörse, durchführen zu lassen.

Die Hafenbetriebe der Städte Rotterdam, Amsterdam, Groningen sowie der North Sea Port sind alle an Wasserstoffinfrastrukturplänen für ihre Industrie und andere neue Initiativen in ihren Gebieten beteiligt. Gasunie arbeitet bereits seit einiger Zeit an Plänen für eine nationale Infrastruktur, um all diese Gebiete miteinander und mit der Wasserstoffspeicherung zu verbinden und den Import und Transit insbesondere nach Deutschland und Belgien zu ermöglichen und den Wasserstoff noch mehr Akteuren zugänglich zu machen. Eine Wasserstoffbörse nach dem Muster der Strom- und Gasbörsen kann als Katalysator für einen Markt für klimaneutralen Wasserstoff gute Dienste leisten. Darüber hinaus trägt sie zum wirtschaftlichen Wachstum eines Wasserstoffmarktes bei.

Im Rahmen des Projekts wurden viele weitere Analysen durchgeführt und die Möglichkeiten einer umfassenden Untersuchung unterzogen. Außerdem wurde eine große Gruppe von Marktteilnehmern in Form von Produktgruppen informiert und konsultiert, woraus sich wertvolle Anregungen ergeben haben. Die Ergebnisse lauten folgendermaßen:

Erstens: die Zertifizierung sowohl von grünem, kohlenstoffarmem als auch von importiertem Wasserstoff ist erforderlich, um ein größeres Volumen an Wasserstoff unterschiedlicher Herkunft über ein einziges Netz zu transportieren und gleichzeitig den Benutzern die Wahl zu lassen, welche Art von Wasserstoff sie kaufen möchten. Das kann man mit dem Strom- und Gassystem vergleichen, bei dem alles über das gleiche Netz läuft, Ökostrom und -gas jedoch zertifiziert sind, wodurch der Mehrwert für den Kunden erhalten bleibt. Im Vorgriff auf die Verordnungen will die Börseninitiative ein Wasserstoff-Pilotprojekt organisieren, um diesbezüglich Erfahrungen zu sammeln.

Ein zweiter Punkt für die Entwicklung einer Wasserstoffbörse ist ein Index, anhand dessen transparent gemacht wird, zu welchem Preis Wasserstoff gehandelt werden kann. In der Studie wurde ein Index formuliert, über den sich der Preis des Wasserstoffs sowie der Zertifikate, in Abhängigkeit von der Art der Erzeugung und dem Grad der damit erreichten CO2-Emissionsreduktion widerspiegelt.

Drittens ist ein Spotmarkt wichtig für die Entwicklung einer Wasserstoffbörse. Dieser wird erst als Marktsimulation eingerichtet. Sobald die Infrastruktur in einem Hafengebiet fertig ist und es mehrere Lieferanten und Kunden gibt, wird dies als lokaler Spotmarkt in die Praxis umgesetzt. Dieser Spotmarkt wird immer wichtiger, je mehr das nationale Wasserstoffnetz von Gasunie die Wasserstoffnetze der verschiedenen Hafen- und Industriegebiete miteinander verbindet. Ein solcher Spotmarkt bietet daher Spielraum für internationale Verbindungen im Wasserstoffhandel.

Im Endeffekt werden Handelsinstrumente benötigt, um das Netz auszugleichen und Wasserstoff zu speichern. Es ist wichtig, diese Mechanismen weiter zu untersuchen. Dies könnte auch Teil einer geplanten Marktsimulation sein.

Die Initiatoren wollen die Ergebnisse der Studie in Pilotprojekten und Simulationen ausarbeiten und so die Handelsplattform HyXchange Schritt für Schritt realisieren. Dieser Markt wird auch eine europäische Dimension aufweisen. Kürzlich hat Bert den Ouden im europäischen („Madrid“) Politikforum zur Gasregulierung, bereits einige, auf den Projektergebnissen beruhende Umrisse dieses Marktes vorgestellt.

Die Behörden spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Voraussetzungen für diese Entwicklung zu schaffen. Man denke nur an die Zertifizierung von grünem und CO2-armem Wasserstoff sowie an Wasserstoffimporte. Darüber hinaus wird angemerkt, dass die Ambitionen der Behörden auf dem Gebiet des Wasserstoffs groß sind, dass jedoch konkretere Instrumente erforderlich sind, um diese Ambitionen ausreichend zu realisieren. Es geht um ein Umfeld, in dem die Marktteilnehmer ermutigt werden, im Interesse einer schnellen und effizienten Energiewende zur Klimaneutralität hin in puncto Wasserstoff aktiv zu werden und damit zu handeln.

Quelle, Foto und Grafik: Port of Rotterdam




Starker Partner für Weiler Hafen-Logistik

Die Contargo GmbH & Co. KG hat im Rahmen des europaweiten Vergabeverfahrens von der Rheinhafengesellschaft Weil am Rhein den Zuschlag zur Übernahme des Umschlagsbetriebs am Container-Terminal erhalten. Die Umschlagsaktivitäten im Container-Terminal wird die Contargo Weil am Rhein GmbH ab dem 1. August übernehmen. Das Unternehmen will damit sein Dienstleistungsangebot in der Region erweitern und zusammen mit der Rheinhafengesellschaft die Weiterentwicklung des Hafens vorantreiben.

Der gesamte Hafen Weil am Rhein ist mit seinem Container-Terminal Knotenpunkt und Leistungszentrum für die trimodale Anbindung der südbadischen Wirtschaft. „Deshalb begrüßen wir die Übernahme durch einen so starken Partner wie Contargo“, betont Carlos Gingado, Geschäftsführer der Rheinhafengesellschaft Weil am Rhein mbH. „Die Rheinhafengesellschaft hat aus ihrem öffentlichen Auftrag heraus am Markt bisher lediglich Umschlagsleistungen am Container-Terminal Weil am Rhein angeboten und keine umfassenden Logistikdienstleistungen. Wirtschaftliches Wachstum und der Ausbau des Container-Terminals waren allein damit nicht möglich. Die Rheinhafengesellschaft, die Kunden des Container-Terminals sowie der gesamte Hafen Weil am Rhein werden vom umfangreichen Logistik-Netzwerk des Unternehmens Contargo profitieren“, so Gingado.

Die Contargo Weil am Rhein GmbH organisiert bereits seit vielen Jahren umfassende Containerlogistik per Binnenschiff und Bahn für Kunden aus dem südbadischen Raum. „Als ein wesentlicher, langjähriger Kunde am Container-Terminal Weil am Rhein war die Teilnahme an der Ausschreibung ein naheliegender Schritt zur weiteren Entwicklung der Contargo, dem Ausbau des integrierten Diensleistungsangebots und der Zusammenarbeit mit der Rheinhafengesellschaft“, sagt Holger Bochow, Geschäftsführer der Contargo in Weil am Rhein, Basel und im Elsass.

Die Rheinhafengesellschaft hat sich in den letzten vier Jahren durch Investitionen in die Infrastruktur auf diesen Schritt vorbereitet und wird diesen Entwicklungsweg für das Container-Terminal mit der Contargo fortsetzen. Darüber hinaus konzentriert sich die Rheinhafengesellschaft zukünftig in verstärktem Maße auf die Hafenentwicklung. Hierzu gehört die Weiterentwicklung des Massenguthafens, der Ausbau der Infrastruktur und die Verbandsarbeit auf regionaler- und Bundesebene. Dies entspricht dem wirtschaftlich und ökologisch orientierten Umgang mit dem öffentlichen Eigentum eines Binnenhafens.

Für Contargo ergeben sich durch das Pachten des Container-Terminals außerdem Synergien und Chancen für die Optimierung der aktuell knappen Umschlags- und Platzressourcen für das Containergeschäft, unter anderem auch für den Schweizer Standort der Contargo. Das Vorhalten der Container ist für die Im- und Exportcontainerströme der Region von zentraler Bedeutung. So wird das bestehende Angebot der Contargo deutlich unterstützt und ausgebaut. In diesem Sinne ergänzen die Kompetenzen und Aktivitäten am Container Center Weil am Rhein auch das Projekt Gateway Basel Nord.

Die Verpachtung eines Teils des Rheinhafens entspricht dem in den meisten deutschen Binnenhäfen gebräuchlichen sogenannten Landlord-Modell, bei dem der Hafenbetrieb an Dienstleister vergeben wird. Der Gemeinderat der Stadt Weil am Rhein, Hauptgesellschafterin des städtischen Tochterunternehmens, hatte der Ausschreibung für die Verpachtung 2016 grünes Licht gegeben und damit das gesetzlich geregelte Vergabeverfahren in Gang gesetzt. Der Zuschlag ging schließlich an den wirtschaftlichsten Bieter.

Mit einem Jahrestransportvolumen von 2,1 Mio. TEU (Twenty-foot Equivalent Unit), gehört Contargo zu den großen Container-Logistik-Netzwerken in Europa. Contargo integriert den Containerverkehr zwischen den Westhäfen, den deutschen Nordseehäfen und dem europäischen Hinterland. Das Unternehmen verfügt in Deutschland, Frankreich und der Schweiz über 24 Containerterminals. An sieben weiteren Standorten in Deutschland, den Niederlanden und Belgien ist Contargo mit Büros vertreten. Zudem betreibt das Unternehmen eigene Schiffs- und Bahnlinien. Die 1.158 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2020 einen Jahresumsatz von 513 Mio. Euro. Weitere Informationen sind unter www.contargo.net zu finden.

Die Rheinhafengesellschaft ist ein kommunales Unternehmen und auf deutscher Seite der erste öffentliche Hafen am Rhein nach der Schweizer Grenze. Die Stadt Weil am Rhein als Hauptgesellschafterin hält 90.2 Prozent Gesellschaftsanteile. Die Rheinhafengesellschaft betreibt in Weil am Rhein Umschlagsanlagen für Container und Massengüter. Im gesamten Hafengebiet werden durch die Rheinhafengesellschaft Flächen, Lagerhallen und Büros vermietet. Der wasserseitige Umschlag liegt bei 450.000 Tonnen im Jahr. Weitere Informationen sind unter http://rheinhafen-weil.de/ zu finden.

Quelle und Foto: Carlos Gingado (links), Geschäftsführer der Rheinhafengesellschaft Weil am Rhein und Holger Bochow (rechts), Geschäftsführer Contargo Weil am Rhein, Basel und Elsass




Hochburg der Wasserstoffwirtschaft

Dank einer ersten Zusage im Rahmen des Förderprogramms „Important Projects of Common European Interest (IPCEI)“ auf nationaler Ebene rückt Hamburg der Umsetzung seiner Klimaziele einen gewaltigen Schritt näher und kann gleichzeitig den Industrie- und Hafenstandort Hamburg zukunftsorientiert gestalten.

Zahlreiche Hamburger Unternehmen haben die Chance genutzt, bis zum 19. Februar 2021 über erste Projektskizzen ihr Interesse am „IPCEI Wasserstoff“ zu bekunden. Am 28. Mai 2021 haben Bundeswirtschaftsminister Altmaier und Bundesverkehrsminister Scheuer nun die erfreuliche Entscheidung verkündet, dass Hamburger Projekte mit einer Gesamtfinanzierungslücke an Investitionskosten von ca. 520 Mio. für den Notifizierungsprozess bei der Europäischen Kommission ausgewählt wurden. Die Stadt Hamburg wird im Rahmen einer vorab auf 30 Prozent festgelegten Kofinanzierung ebenfalls eingebunden werden.

Gefördert werden sollen Projekte mehrerer namhafter in Hamburg tätiger Unternehmen, die im Rahmen eines gemeinsamen Verbundantrages gegenüber dem Bund nicht nur die Schlagkraft der jeweiligen Einzelprojekte darstellen konnten, sondern auch, wie diese innerhalb einer künftigen Wasserstoffwertschöpfungskette ineinandergreifen können.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister: „Wasserstoff ist der zentrale Energieträger der Energiewende. Hergestellt aus erneuerbaren Energien kann er Kohle, Erdöl und Erdgas ersetzen – in der Industrie, als CO2-freier Treibstoff im Verkehr, als flexibler Energiespeicher und nachhaltiger Energieträger in vielen weiteren Bereichen. Hamburg ist eine Zukunftsregion für Wasserstoff in Deutschland. Mit der Aufnahme Hamburger Vorhaben in das IPCEI-Programm, kann die Dekarbonisierung in Industrie und Wirtschaft weiter Fahrt aufnehmen – das ist ein Gewinn für Hamburg und ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz im Norden. Ich gratuliere den beteiligten Unternehmen, wünsche ihnen viel Erfolg und bedanke mich beim Bund für die Unterstützung.“

Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft und Innovation: „Was für ein Tag. Was für eine tolle Nachricht. Es freut mich sehr, dass die Bundesregierung mit der Auswahl zahlreicher Hamburger Projekte das immense Potenzial würdigt, welches Hamburg und insbesondere der Hamburger Hafen mit seinem großen Industriegebiet im Bereich des Grünen Wasserstoffs birgt. Die zur Förderung ausgewählten Vorhaben des Hamburger Verbundantrags verfolgen einen gemeinschaftlichen Ansatz, entwickeln Hand in Hand Lösungsansätze für die ökologischen, wirtschaftlichen und industriepolitischen Herausforderungen im Hamburger Hafen – und sind verbunden mit einem überregionalen norddeutschen Wasserstoffnetz. Die Förderung wird dazu beitragen, Hamburg und Norddeutschland zu einer europäischen Keimzelle für Wasserstoff zu entwickeln, von der aus der Hochlauf einer modernen Wasserstoffwirtschaft vorangetrieben und so die gesamteuropäische Wirtschaftskraft gestärkt werden kann. Hamburg bildet die gesamte Wertschöpfungskette dafür ab und kann für viele internationale Regionen zur Blaupause werden. Ich beglückwünsche alle Partner zu diesem großen Erfolg.“

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Diese Entscheidung ist ein riesiger Erfolg für Hamburg. Es zahlt sich jetzt aus, dass der Senat, die städtischen Unternehmen und auch die Industrie die Chancen früh erkannt und Projekte mit Hand und Fuß geplant haben. Nahezu alle Projekte aus dem Hamburger Verbundantrag können mit einer großzügigen Millionen-Förderung durch den Bund rechnen und nun durchstarten – das ist eine Turbozündung für eine grüne Wasserstoffwirtschaft an der Elbe. Hamburg bekommt im Hafen ein Wasserstoff-Industrienetz und kann große Industriebetriebe mit grünem Wasserstoff für die Dekarbonisierung versorgen. Für den großen Elektrolyseur in Moorburg gibt es mehr Planungssicherheit und eine echte Perspektive. Hamburg kann mit diesen Projekten zeigen, wie eine klimaneutrale Industriezukunft aussieht und gelingt. Mit dem Wasserstoff-Industrienetz wird der Anschluss an die Wasserstoff-Fernleitung möglich. Damit Grüner Wasserstoff in großen Mengen verfügbar wird, müssen wir die Windenergie weiter ausbauen und auch auf Wasserstoff-Importe setzen.“

Neben Projekten mit den Schwerpunkten Metallurgie, Luftfahrt und Hafen befindet sich bei den ausgewählten Projekten auch das Projekt HH-WIN der Gasnetz Hamburg GmbH, mit dem das Hamburger Gasnetz durch ein rund 60 Kilometer langes reines Wasserstoffnetz ergänzt wird sowie mit Infrastrukturmaßnahmen benachbarter Bundesländer wie dem Projekt HyPerLink verknüpft werden soll. Ein wichtiger Bestandteil dieses Verbundes ist auch die Konversion des vom Netz gegangenen Kohlekraftwerks Moorburg hin zu einem wichtigen Produktionsstandort für Grünen Wasserstoff durch den von Shell, Vattenfall, Mitsubishi Heavy Industries und der kommunalen Wärme Hamburg GmbH geplanten skalierbaren Großelektrolyseurs mit 100+ MW Leistung. Dieser Großelektrolyseur ist so geplant, dass er kurzfristig und bedarfsgerecht realisierbar ist und so schon bald zum Erhalt und zur Zukunftsfähigkeit des Industrie- und Hafenstandortes Hamburg und der vielen davon abhängigen Arbeitsplätze beitragen kann.

Mit der räumlichen Konzentration der Industrie, der Nähe zwischen möglichen Produktions- sowie Importstandorten und Abnehmern von Wasserstoff und der zentralen Anbindung an die transeuropäischen Transportnetze bietet Hamburg ideale Voraussetzungen, um die Fördermittel bestmöglich einzusetzen und schon bald über eine Art „Wasserstoff-Starternetz“ zu verfügen, in das sich immer weitere Projekte einfügen lassen.

Mit IPCEI hat die Europäische Kommission ein Programm geschaffen, über das Ausnahmen vom strengen Verbot der staatlichen Beihilfen möglich sind. Ziel ist es, ein abgestimmtes Vorgehen zwischen EU-Staaten zu fördern und auf diese Weise schwerwiegende Marktstörungen zu beheben und besondere gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen. Das „IPCEI Wasserstoff“ soll unter Berücksichtigung der Zielsetzungen auf EU-Ebene zum Markthochlauf für Wasserstofftechnologien und -systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette beitragen.

Quelle: Behörde für Wirtschaft und Innovation, Foto: HHM-Lindner