Was für ein Saftladen

Der Bau der nagelneuen Fabrik von innocent im Rotterdamer Hafen hat seinen höchsten Punkt erreicht. Innocent baut im Rotterdam Food Hub eine CO2-neutrale Smoothie- und Saftfabrik, die auch den Namen der „Blender“ (Mixer) trägt.

Die Stahlkonstruktion für die Fabrik und das automatisierte Lagerhaus wurde inzwischen errichtet. Die Mauern und das Dach beginnen sich abzuzeichnen. Zudem wurden sechs Safttanks von je 250.000 Liter Inhalt installiert. Die Rotterdamer Niederlassung des Unternehmens ist intensiv mit der Einstellung weiterer Mitarbeiter beschäftigt und wird schließlich Arbeitsplätze für rund 200 Personen bieten. Inzwischen sind ungefähr 40 eingestellt worden und bereits tätig.

Der Bau des „Blender“ soll Ende des Sommers 2021 abgeschlossen sein und über eine Produktionskapazität von 400 Millionen kleinen Flaschen pro Jahr verfügen. Anfang September 2021 sollen die ersten Smoothies vom Band rollen.

Das starke Bestreben des Hafens, Europas führende Agrofood-Drehscheibe zu bleiben – und seine Bereitschaft, in diese Position zu investieren – machen Rotterdam zu einer ausgezeichneten operativen Basis für in diesem Sektor tätige Unternehmen.

Damit dieses Wachstum ermöglicht werden kann, wurde in der Nähe der Maasvlakte der Rotterdam Food Hub eingerichtet. Dieses 60 Hektar umfassende und über eine optimale nautische Infrastruktur verfügende Industriegebiet wurde speziell dazu eingerichtet, Agrofood-Unternehmen Platz für zukünftiges Wachstum zu bieten.

Die Entwicklung des Rotterdam Food Hub hat, zusätzlich zum Bau des Standorts von innocent, in der vergangenen Zeit mehr Gestalt angenommen. Für das Gebiet wurde ein voll funktionsfähiger Straßenzugang geschaffen. Durch die Lage der Straße wird der Food Hub sozusagen „zweigeteilt“ und lassen sich die nördlichen und südlichen, noch zu vergebenden.

Darüber hinaus wurde mit dem Bau einer Kläranlage begonnen, die für die Abwässer aus dem Betriebsablauf von innocent geeignet ist, gleichzeitig jedoch auch für alle anderen Abwässer aus dem Gebiet genutzt werden kann. Zudem wird im nächsten Jahr ein zusätzliches Umspannwerk gebaut, von dem aus Anschlüsse für alle anderen Agrofood-Kunden bereitgestellt werden.

„Wir möchten das Wachstum unserer Kunden im Agrarlebensmittelbereich gerne weiter unterstützen“, erläutert Emile Hoogsteden, Geschäftsführer für Handel des Hafenbetriebs Rotterdam. „Der Rotterdam Food Hub bietet dafür ideale Voraussetzungen: So liegen nicht nur die großen Deepsea-Containerterminals auf der Maasvlakte einen Steinwurf entfernt, sondern werden auch dem Rotterdam Food Hub mehrere Liegeplätze für Seeschiffe zur Verfügung gestellt, die speziell für gekühlte Ladung eingerichtet sind.“ Außerdem werden dort Liegeplätze für Binnenschiffe eingerichtet und die Lager direkt an den Kais errichtet, sodass gekühlte und gefrorene Ladung schnell gelagert, bearbeitet oder transportiert werden kann. „Im Agrarlebensmittelbereich arbeiten wir mit verderblicher Ware und kommt es also auf Tempo an“, so Hoogsteden. „The fastest route to freshness“ ist ein Versprechen, das in Rotterdam eingelöst wird und das für den Kunden zur Hauptsache führt: die Frischegarantie.

Quelle: Port of Rotterdam, Foto: Topview Luchtfotografie, die im Rotterdam Food Hub gelegene CO2-neutrale Fabrik von innocent aus der Luft. 




Neuer Arbeitsdirektor der Eurogate-Gruppe

Die Gesellschafter der EUROGATE-Gruppe, BLG LOGISTICS und EUROKAI, haben Christian Lankenau als neuen Arbeitsdirektor in die Gruppengeschäftsführung der EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG berufen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2021 folgt er in dieser Funktion auf Ulrike Riedel, die zum 1. Juli 2020 als Arbeitsdirektorin in den Vorstand der BLG LOGISTICS wechselte und bis 31. Dezember 2020 die Aufgaben der Arbeitsdirektorin der EUROGATE-Gruppe interimistisch fortführt. In seiner neuen Funktion ist Christian Lankenau zukünftig verantwortlich für Personal, Recht und Revision.

Christian Lankenau, Jahrgang 1977, absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann und studierte Betriebswirtschaftslehre an den Hochschulen Bremen, Leeds und Caen mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Nach seinem Studium war er zwischen 2004 und 2011 in verschiedenen Funktionen bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Bremen und Chicago tätig. Ab 2011 wechselte er als kaufmännischer Leiter zum NTB North Sea Terminal Bremerhaven, dessen Geschäftsführer er am 1. Juli 2017 wurde.

Michael Blach und Thomas Eckelmann, Vorsitzende der Gruppengeschäftsführung von EUROGATE, sagten anlässlich der Berufung: „Die EUROGATE-Gruppe in Deutschland durchlebt eine schwierige Zeit und steht vor großen Herausforderungen für die Zukunft. Ein Wechsel auf der Position des Arbeitsdirektors in einer solchen Phase ist nicht einfach, zumal Ulrike Riedel hier hervorragende Arbeit geleistet hat und noch immer leistet. Wir danken ihr daher sehr herzlich für ihre Leistungen, ihren Einsatz und auch ihre Bereitschaft, trotz der Doppelbelastung die Geschicke von EUROGATE bis zum Jahresende aktiv mitzugestalten.

Gleichzeitig freuen wir uns darüber, dass es uns gelungen ist, mit Christian Lankenau einen Nachfolger zu verpflichten, der mit seiner Erfahrung als Terminal-Geschäftsführer von NTB und seiner Kenntnis der Strukturen der EUROGATE-Unternehmensgruppe die wichtigen arbeits- und sozialpolitischen Themen unserer Zeit nahtlos aufnehmen und fortführen kann. Christian Lankenau hat sich darüber hinaus in seiner aktuellen Funktion bereits als vertrauensvoller und zuverlässiger Ansprechpartner für die Sozialpartner bewiesen. Er ist der Richtige für diese Aufgabe und wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit.“

Der Prozess der Nachbesetzung in der Geschäftsführung von NTB ist bereits gestartet.

Quelle und Foto: Eurogate




Hamburgs Hafen auf Wasserstoff vorbereiten

Zusammen mit der städtischen Gesellschaft Gasnetz Hamburg bereitet die Umweltbehörde eine klimaneutrale Energieversorgung großer Industriebetriebe im Hafen vor. Das Projekt läuft unter dem Titel „Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz“, kurz: HH-WIN.

Ein Wasserstoffnetz mit zunächst 45 Kilometern Länge südlich der Elbe soll bis spätestens 2030 einen Großteil der Industrieunternehmen mit grünem Wasserstoff versorgen. Hierfür können nach der Errichtung eines ersten Teils immer größere Strecken der bestehenden Erdgasleitungen umgenutzt werden. Die Gasnetz Hamburg GmbH rechnet mit Investitionen von insgesamt knapp 90 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren.

In der ersten Ausbaustufe bis 2030 können Industrieunternehmen im Netzgebiet angeschlossen werden, die heute für rund ein Drittel des gesamten Hamburger Erdgasverbrauchs stehen. Daraus ergibt sich ein enormes Potenzial beim Klimaschutz: Durch die Ablösung der Erdgas-Energiemenge von derzeit jährlich rund 6,4 Terawattstunden mit grünem Wasserstoff sinkt Hamburgs gesamter CO2-Ausstoß rechnerisch um 1,2 Millionen Tonnen. Das entspricht einer Emissionssenkung von sieben Prozent – gemessen an sämtlichen Hamburger CO2-Emissionen. 6,4 Terawattstunden sind 6,4 Milliarden Kilowattstunden. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Hamburger Haushalt verbraucht pro Jahr lediglich rund 18.000 Kilowattstunden an Erdgas für das Heizen.

Umweltsenator Jens Kerstan: „Wenn große Hamburger Industriebetriebe ohne fossile Brennstoffe auskommen, kann unsere Stadt erhebliche Fortschritte beim Klimaschutz erzielen. Die städtische Gasnetz-Gesellschaft als öffentliches Unternehmen ist hier ein ganz entscheidender Akteur und Innovationstreiber. Hier zeigt sich erneut, dass Hamburg mit dem Rückkauf der Netzgesellschaften die Energiewende aktiv und klimafreundlich gestalten kann. Das nun vorgelegte Konzept für ein Hamburger Wasserstoff-Industrienetz schafft eine klare Grundlage für die Dekarbonisierung. Nur mit grünem Wasserstoff lässt sich der hohe industrielle Bedarf an Energie klimafreundlich decken. Wir wollen rechtzeitig für ein geeignetes Leitungsnetz sorgen, damit die Betriebe versorgt werden. Die Existenz eines Wasserstoffnetzes ist Voraussetzung für große Elektrolyseure. Mit dem Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur im Hamburger Süden stellen wir heute eine wichtige Weiche und senden ein Signal an den Bund und an die Wirtschaft, dass Hamburg sich ökologisch und ökonomisch richtungweisend aufstellt. Wir stehen in den Startlöchern für den Aufbau einer Hamburger Wasserstoffwirtschaft.“

Das Statement des Senators ist auch als Audiodatei verfügbar unter: static.hamburg.de/fhh/behoerden/audio/s_kerstan_audio_lpk201208.mp3

Wasserstoff (H2) ist zentraler Energieträger in den Strategien der EU und des Bundes. Die norddeutschen Bundesländer haben darüber hinaus eine eigene Wasserstoffstrategie verabschiedet. Nach aktuellen Ankündigungen der Politik sind in den nächsten Jahren große Mengen grünen Wasserstoffs aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu erwarten. In Hamburg sollen außerdem eigene Elektrolysekapazitäten im Hafen errichtet werden.

„Mit der Planung von HH-WIN geben wir der entstehenden Hamburger Wasserstoffwirtschaft eine verlässliche Basis“, erklärt Udo Bottlaender, technischer Geschäftsführer von Gasnetz Hamburg. „Die Infrastruktur wird genau dort entstehen, wo der Bedarf an Wasserstoff am größten und der Nutzen für den Klimaschutz am höchsten ist. Die Detailplanung orientiert sich an den Zeitplänen der Akteure bei Industrie, Erzeugung und H2-Import. Wir haben die Bedarfe bei den großen Industriebetrieben ermittelt.“

Christian Heine, kaufmännischer Geschäftsführer von Gasnetz Hamburg, betont die wirtschaftlichen Aspekte der Planung: „Für die große Herausforderung, beim Klimaschutz einen wirksamen Hebel anzusetzen, ist HH-WIN eine äußerst wirtschaftliche Lösung. Nach der Anfangsinvestition von 90 Millionen Euro, bei der wir auf Fördermittel der Politik hoffen können, werden wir den weiteren Ausbau des Leitungsnetzes sehr kostengünstig und volkswirtschaftlich sinnvoll durch Umwidmung bestehender Infrastruktur hinbekommen. So profitieren Klima, Wirtschaft und unsere Kundinnen und Kunden gleichermaßen.“

Die heute beim Einsatz von Erdgas in Hamburg entstehenden Emissionen gehen bis 2030 um bis zu 34 Prozent zurück – sofern Hamburgs Industrie die Chance zum Energieträgerwechsel nutzt.

Ein Produktionsschwerpunkt für grünen Wasserstoff könnte in den kommenden Jahren in Schleswig-Holstein entstehen, da dort die Landesregierung eine umfassende Förderung beschlossen hat. Auch in den Niederlanden laufen Vorbereitungen für Produktion und Import. Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e. V. (FNB Gas) hat Anfang 2020 angekündigt, den Norden und den Süden mit einem leistungsfähigen Transportnetz für Wasserstoff zu verbinden. Gasnetz Hamburg will mit HH-WIN den Anschluss der Hamburger Industrie an die Wasserstoff-Fernleitung und weitere Einspeiser errichten, so dass die Hansestadt von Anfang an aktiv an der entstehenden Wasserstoff-Wirtschaft teilnehmen kann.

Um in den nächsten Jahren entstehende Wasserstoffprojekte einbinden zu können, hat Gasnetz Hamburg seine Planung hochflexibel gestaltet. Eine 100 Megawatt starke Elektrolyseanlage im Hafen kann ebenso als Einspeiser in das geplante Netz integriert werden, wie ein möglicherweise entstehendes Wasserstoff-Importterminal an der Elbe. Die Leistung der geplanten Leitungen hat Gasnetz Hamburg anhand von Verbrauchsprognosen ausgelegt. So sind die vorgesehenen Leitungen ausreichend für eine Kapazität von rund 3,3 Gigawatt Wasserstoff. Das erlaubt eine Wasserstofftransportmenge von rund 100 Tonnen pro Stunde – also das Transportvolumen von 100 Wasserstoff-Tank-Lkw. Auch für die H2-Mobilität bietet HH-WIN ideale Anschlussmöglichkeiten: Tankstellen für den Schwerlastverkehr und für Fahrzeuge und Schiffe in der Hafenlogistik lassen sich direkt an die geplante Wasserstoff-Infrastruktur anschließen.

Quelle: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), Foto: HHM / Michael Lindner




DVF: Häfen klimaneutral und wettbewerbsfähig aufstellen

Corona-Lockdowns, Schwächephase im Welthandel, rückläufige Umschlagsvolumina, Strukturwandel im Automobilsektor, bei Kohle und Stahl, wachsende Anforderungen durch Klimaschutz und Digitalisierung – es gibt aktuell keinen Mangel an Herausforderungen für die deutschen Häfen. Der Lenkungskreis Häfen/Schifffahrt des Deutschen Verkehrsforums hat sich in einer digitalen Sitzung mit Vertretern von Bund und Ländern über die Zukunftsstrategie für den Sektor ausgetauscht.

Frank Dreeke, Präsidiumsmitglied des DVF und Vorsitzender des Vorstands der BLG Logistics Group: „Wir erwarten im kommenden Jahr einen deutlichen Wiederaufschwung beim Transportaufkommen. Die deutschen Seehäfen sind gut aufgestellt. Aber der Wettbewerb verschärft sich weiter – nicht nur innerhalb der Nordrange, sondern auch mit Häfen im angrenzenden Ostseeraum und im Mittelmeer, wo sich internationale Investoren mit beträchtlichen Mitteln und politischer Unterstützung engagieren. Darum müssen wir an der Leistungsfähigkeit unserer Hafenstandorte weiterarbeiten – bei der Digitalisierung und beim Klimaschutz, aber auch beim Thema Verkehrsanbindungen.“

Die Fahrrinnenanpassung der Außenweser und die Weiterentwicklung der bereits älteren Teile des Bremerhavener Containerterminals bezeichnete Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Senatorin für Justiz und Verfassung der Freien Hansestadt Bremen, als Schlüsselprojekte. Sie plädierte außerdem für eine Neuauflage des Sofortprogramms Seehafenhinterlandverkehr durch den Bund und die Deutsche Bahn: „Bremerhaven ist als klassischer Eisenbahnhafen sehr stark aufgestellt. Die Abwicklung des Hinterlandverkehrs auf der Schiene bringt große Vorteile beim Klimaschutz, die wir ambitioniert weiter vorantreiben und voll ausschöpfen wollen.“ Die digitale Vernetzung, aber auch nachhaltige Kraftstoffe seien wichtige strategische Entwicklungsfelder für die Häfen. Dr. Schilling: „In den Bereichen Digitalisierung und Wasserstoff ist Bremen an einer intensiven Kooperation mit den Unternehmen interessiert.“

„Nachhaltigkeit ist für die bremischen Häfen ein Auszeichnungsmerkmal. Wir haben 70 Prozent CO2-Reduktion geschafft und wollen den Hafenbetrieb mittelfristig CO2-neutral machen“, erklärte Robert Howe, Geschäftsführer, bremenports GmbH & Co. KG. Das Containeraufkommen und die Schiffsgrößen würden weiter wachsen. Für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bleibe daher der Ausbau der seewärtigen Zufahrt und der Verkehrsinfrastruktur im Hinterland entscheidend. Ziel von bremenports sei ein rechtskräftiges Baurecht für die Fahrrinnenanpassung der Weser in 2023.

Der Bund habe ein hohes Interesse an der Leistungsfähigkeit der deutschen Häfen, betonte Dr. Norbert Salomon, Abteilungsleiter Wasserstraßen und Schifffahrt im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Im Haushalt 2021 habe sein Haus fast 1,5 Milliarden Euro für die Wasserstraßen, zur Förderung von Antrieben und Schiffen, für die Digitalisierung in den Häfen und der Wasserstraßen sowie für andere Unterstützungsmaßnahmen im „nassen“ Bereich vorgesehen. Dr. Salomon betonte, dass die Umsetzung des Green Deal der EU auch für die Schifffahrt und die Häfen eine große Herausforderung werde, aber auch eine Chance darstelle: „Wir benötigen zügig eine Roadmap mit der Branche. Brückentechnologien wie LNG stehen zur Verfügung. Wir müssen jetzt in die Weiterentwicklung des Kraftstoffpfads einsteigen. Wasserstoff könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen.“

Quelle: DVF, Foto: bremenports




Keine Erhöhung der Hafentarife bei NPorts

Als Beitrag zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie verzichtet NPorts auf eine Erhöhung der Hafen- und Kajegelder zum 1. Januar 2021. Es werden lediglich kleinere Änderungen am Hafentarif vorgenommen.

Dies gilt für die folgenden Hafenstandorte: Brake, Cuxhaven, Emden, Stade, Wilhelmshaven, Baltrum, Bensersiel, Langeoog, Norddeich, Norderney, Wangerooge, Hooksiel, Fedderwardersiel und Großensiel.

Die ab dem 01.01.2021 gültigen Tarife sind auf der Internetseite unter https://www.nports.de im Downloadbereich des jeweiligen Hafens abrufbar.

Niedersachsen Ports ist Eigentümer und Betreiber von fünf Seehäfen, sieben Inselversorgungshäfen und drei Regionalhäfen an der deutschen Nordseeküste. Sitz der Gesellschaft ist Oldenburg. Mit den Niederlassungen in Brake, Cuxhaven mit Außenstelle in Stade, Emden und Wilhelmshaven managt Niedersachsen Ports die Hafeninfrastruktur in den großen Seehäfen des Landes Niedersachsen. Die Niederlassung Norden betreibt zudem die Versorgungshäfen für die Ostfriesischen Inseln. Somit bietet Niedersachsen Ports eine Vielzahl von Hafenstandorten aus einer Hand.

Quelle und Foto: Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG




Mittelfristprognose: Aufholbewegung ab 2021

Mit allen Corona-bedingten Vorbehalten versehen erwartet das Bundesamt für Güterverkehr einen kräftigen Wiederanstieg der gesamt- und branchenwirtschaftlichen Leitdaten des Güterverkehrsaufkommens 2021. Das geht aus der gerade veröffentlichten Gleitenden Mittelfristprognose Sommer 2020 des Bundesamtes hervor. Das Umschlagsvolumen in den deutschen Seehäfen würde nach einem spürbaren Rückgang 2020 bei einer Aufwärtsbewegung bis 2023 den Vorkrisenstand im Jahr 2024 erreichen.

Der Seeverkehr werde der Prognose zufolge im Jahr 2020 zum einen von dem schrumpfenden Welthandel mit entsprechenden Auswirkungen auf den Containerverkehr ausgebremst. Insgesamt erwartet das Bundesamt ein Minus um 7,2 % p. a. Im ersten Quartal habe sich die konjunkturelle Abschwächung vor Beginn der Pandemie ausgewirkt (- 4 %). Im zweiten Vierteljahr haben sich dann die Folgen der Pandemie realisiert (-15 %). Jedoch würde für den weiteren Verlauf des Jahres 2020 eine spürbare Erholung erwartet.

Im Jahr 2021 werde es im Seegüterverkehr zu einer klaren Aufholbewegung kommen. Die Belebung des Welthandels und des deutschen Außenhandels werde auf den Containerverkehr kräftig ausstrahlen, für den ein Zuwachs um 6 % veranschlagt werden könne. Für alle Massengutbereiche werde nach teilweise sehr starken Einbrüchen (z. B. – 55% bei Kohle) eine mehr oder minder große Zunahme zu erwarten sein. Für den Gesamtumschlag wird ein Plus in Höhe von 4,2 % p. a. prognostiziert. Das Niveau von 2019 werde 2024 wieder erreicht.

Die Aufholbewegung gelte auch für den gesamtmodalen Güterverkehr, für den bis 2023 ein Anstieg gegenüber 2019 um 4,5 % bis knapp 5 % erwartet wird. Im Straßengüterverkehr werde das Vorkrisenniveau im Jahr 2023 um rund 6 % übertroffen. Im Eisenbahnverkehr werde der Kombinierte Verkehr nochmals überdurchschnittlich stark wachsen und im Jahr 2023 bereits um 10 % bzw. 12 % über dem Vorkrisenstand liegen.

Für den ZDS zeigen die Prognosedaten, dass Bund und Länder dauerhaft und mit Nachdruck in die Infrastruktur für Verkehr und Kommunikation investieren und den Seehafenhinterlandverkehr stärken müssen.

Quelle: ZDS, Foto: HHM/ Lindner




Wohin geht die Reise der Containerschifffahrt?

Die Containerschifffahrt hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant entwickelt – Megacarrier mit einer Kapazität von über 20.000 TEU sind die neue Standardgröße im Asien-Europa Trade. Alle in der Überseeschifffahrt beteiligten Unternehmen mussten und müssen sich darauf einstellen, den Großcontainerschiffen und den damit verbundenen hohen Ladungsaufkommen gerecht zu bleiben.


Wie sind die Terminals in Hamburg für die Schiffsabfertigung von Großcontainerschiffen aufgestellt? Welche Vorteile bringt die Fahrrinnenanpassung der Elbe in Bezug auf Großcontainerschiffe? Wie positionieren sich Reedereien und welche Entwicklungen werden erwartet? Diese und weitere Fragen wurden bei der Auftaktkonferenz der Veranstaltungsreihe „Aktuelle Entwicklungen im Hamburger Hafen“ diskutiert.

Die Fahrrinnenanpassung war ein erster, aber nicht der einzige Schritt in Richtung Zukunft für den Hamburger Hafen. Sie ermöglicht den weltgrößten Containerschiffen, den größten deutschen Seehafen anzulaufen, bringt aber dennoch neue Herausforderungen in der Koordination und Navigation mit sich. Hier spielt die Digitalisierung eine große Rolle, sagt Ben Lodemann, Ältermann der Lotsenbrüderschaft Elbe. Insbesondere der Ausbau der Mobilen Kommunikation sei von größter Wichtigkeit, damit die Abstimmung der Lotsen untereinander sowie mit dem HVCC sichergestellt ist. Gerald Hirt, Geschäftsführer des HVCC, spricht in diesem Zusammenhang von einem großen „Hafenorchester“, in dem es auf das gute Zusammenspiel aller Akteure ankommt. Nur so könne die Begegnungsbox optimal genutzt und alle Großcontainerschiffe sicher in und aus dem Hafen gelotst werden.

Da Hamburg ein Hafen mit langer Revierfahrt ist, sind Schiffsanläufe immer mit höheren Kosten für Lotsen und engen Passagefenstern verbunden, die die Reeder in Kauf nehmen müssen. Für Nils Kahn, Geschäftsführer der MSC Germany, ist Hamburg dennoch ein wichtiger Standort. Besonders der attraktive Modal Split sowie exzellente Hinterlandanbindungen machen den Hamburger Hafen für MSC interessant. In den letzten Jahren hat MSC zum Beispiel in den Bereich carriers haulage investiert und könne dem Kunden so die gesamte Transportkette aus einer Hand anbieten.

Auch für Terminalbetreiber gewinnt der Hinterlandverkehr mit dem Wachstum der Containerschiffe an Bedeutung. Thomas Lütje, Direktor Vertrieb bei der HHLA, sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Größenentwicklung der Schiffe und der Kapazität des Hinterlandes. Für Jörn Kamrad, EUROGATE, sind daher auch der Ausbau des Schienen- und Terminalnetzes sowie intelligente Lagerungssysteme auf den Umschlagterminals von zentraler Bedeutung. Sowohl Investitionen in die Infra- und Suprastruktur als auch auch die Automatisierung der Prozesse auf den Terminals seien unabdingbar, betont Lütje. Das vollautomatisierte Container Terminal Altenwerder (CTA) diene als bestes Beispiel für ein zukunftsfähiges Terminal, das den Herausforderungen der Großcontainerschiffe gewachsen ist.

Referenten und Diskussionsteilnehmer sind sich einig, dass der Hamburger Hafen sich der Entwicklung der Containerschifffahrt erfolgreich anpassen kann. Mit der gebündelten Erfahrung, dem Fachwissen und der Bereitschaft zu neuen, innovativen Lösungen sei der Hamburger Hafen gut aufgestellt und in der Lage, sich den wachsenden Anforderungen zu stellen. Zusammenarbeit und Partnerschaftlichkeit stehen dabei an oberster Stelle.

Nach dieser erfolgreichen ersten Veranstaltung der Reihe „Aktuelle Entwicklungen im Hamburger Hafen“, moderiert durch Axel Mattern, freut sich Hafen Hamburg Marketing besonders auf die folgenden Diskussionsrunden.

Quelle: HHM, Foto: HHM / Hasenpusch Productions, MSC Topaz auf dem Weg in den Hamburger Hafen




Größte Seehäfen mit Umweltzertifikat

Die Hafenstandorte Bremen und Bremerhaven haben erneut ihre unter deutschen Seehäfen vorbildliche Umweltleistung nach dem Managementstandard PERS (Port Environmental Review System) durch Lloyds Register in Amsterdam zertifizieren lassen.

„Wir nehmen unsere Verantwortung für die Umwelt ernst“, so die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling.  „Die ökologischen Belange spielen seit vielen Jahren beim Ausbau der Häfen sowie ihrer Unterhaltung eine zentrale Rolle. So haben wir beispielsweise erst im Juni die Schaffung eines breit angelegten zusätzlichen Angebots zur Landstromversorgung in den bremischen Häfen beschlossen. Bis zum Jahr 2023 sollen acht ortsfeste Landstromanlagen für die Seeschifffahrt und zwei zusätzliche Anschlüsse für die Binnenschifffahrt geschaffen werden. Zudem ist es ab 2021 für die Binnenschifffahrt verpflichtend, die bereits vorhandenen Landstromanlagen zu nutzen. PERS ist dabei ein hervorragendes Instrument, um die Häfen bei der Umsetzung eines Umweltmanagementprogramms gemäß den Empfehlungen der Europäischen Seehafen Organisation zu unterstützen. Bremen und Bremerhaven bestätigen als die größten deutschen Seehäfen mit Zertifikat ihre Vorreiterrolle als nachhaltige Häfen.“

„Wir sind stolz und erfreut, bereits zum fünften Mal unsere Leistungen im Umweltmanagement der Öffentlichkeit präsentieren zu können“, so bremenports-Geschäftsführer Robert Howe. „Ich bin sehr froh, dass alle Beteiligten auch in diesem Arbeitsbereich die Qualität der Bremischen Häfen unter Beweis gestellt haben“ so Howe. An der Zertifizierung sind neben bremenports auch das Hansestadt Bremische Hafenamt, die Umweltbehörde und das Hafenressort beteiligt. Howe: „Durch diesen gemeinschaftlichen Ansatz wird eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung ermöglicht und somit eine zukunftsfähige Entwicklung der bremischen Häfen auch mit Blick auf die Wirtschaft gefördert.“

Ein wesentlicher Bestandteil der Zertifizierung ist der Umweltbericht 2020, mit dessen Veröffentlichung erneut die hohe Transparenz der Kommunikation über Umweltanstrengungen unter Beweis gestellt wird. Neben der Fortführung der Umweltkennzahlen werden ausführlich gesetzliche und umweltpolitische Anforderungen vorgestellt.

Das Thema „Luftqualität“ bleibt weiterhin ein wichtiger Aspekt, sowohl für die Hafenmanagementgesellschaft in Bezug auf die eigene Schiffsflotte und den Fuhrpark als auch für die Unternehmen an den Hafenstandorten. Ein Sondermessprogramm „Kreuzfahrer“ der Senatorin für Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau kam zu dem Ergebnis, dass eine signifikante Beeinflussung der Luftqualität in Bremerhaven außerhalb des Hafenbereiches durch die Kreuzfahrtschiffe im Jahresmittel für die Schadstoffe Feinstaub und Stickoxide nicht nachweisbar ist. Auch zeigen die Untersuchungen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie, dass die europäischen Gesetzgebungen zum Einsatz von schwefelarmen Kraftstoff in der Schifffahrt zu über 99 Prozent in den bremischen Häfen eingehalten werden und damit die Grenzwerte der Luftschadstoffe zum Schutze der Gesundheit aller eingehalten werden können. Diese Beispiele zeigen nicht nur das konsequente Monitoring von Umweltaspekten, sondern belegen auch die gute Kooperation mit Stakeholdern im Hafen.

Die bremischen Häfen setzen auch ein Zeichen mit den Beispielen aus der Praxis. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Energie- und Kreislaufwirtschaft der Hochschule Bremen wurde eine Abfallbilanz für das Hafenquartier „Überseehafen“ in Bremerhaven als Grundlage zur Entwicklung von Kreislaufwirtschaftsansätzen aufgestellt. Auch sollen im Land Bremen abgestimmte Handlungsleitlinien zum Umgang mit Schiffsabwässern die Arbeit der zuständigen Institutionen und Kollegen vor Ort unterstützen. Und für das Projekt „Der CO2-neutrale Hafen Bremen/Bremerhaven“ wurde bremenports mit dem NordWest Award 2020 der Metropolregion Nordwest ausgezeichnet.
Der Umweltbericht 2020 sowie eine Broschüre mit Informationen zum Umweltmanagement sind unter www.bremenports.de und www.greenports.de veröffentlicht.

Quelle und Grafik: bremenports GmbH & Co. KG




Keine Grenzen für Stückgut in Rotterdam

Seit eh und je ist Stückgut eine Stärke des Rotterdamer Hafens. Im Jahr 2019 wurden 6,6 Millionen Tonnen über Rotterdam transportiert, und Stückgut ist nach wie vor eine der wichtigen Säulen des Seehafens. Zudem ist es ein Wachstumsmarkt, wie Twan Romeijn, Business Manager Breakbulk and Offshore Industry beim Hafenbetrieb Rotterdam, zu berichten weiß. „Vom und ins Hinterland finden Stahl, Forstprodukte, Nichteisenmetalle und HLPC – Heavy Lift and Project Cargo – zunehmend ihren Weg nach Rotterdam“, stellt er fest. Eine dieser Erfolgsgeschichten ist die des 150 Tonnen schweren Kristallisators, der kürzlich den Seehafen auf dem Weg in den Nahen Osten verlassen hat. „Ein einzigartiges Projekt, das beweist, dass es in Rotterdam keine Grenzen gibt“, sagt Romeijn.

Der Kristallisator wurde im Auftrag von GBT, einem Unternehmen aus der deutschen Stadt Marl, im Heavy Lift Centre von Broekman Logistics auf der Heijplaat in Rotterdam zusammengebaut. Die Full-Service-Logistik-Organisation ist auf See-, Straßen-, Schienen-, Luft- und multimodalen Transport spezialisiert und ist besonders stark in der Verarbeitung und Lagerung komplexer und schwerer Produkte und deren Transport mittels intelligenter Lösungen.

Unser Heavy Lift Centre war bei diesem Projekt ein absolutes Alleinstellungsmerkmal (Unique Selling Proposition – USP), sagt Joep Hoogsteden, Handelsvertreter bei Broekman Logistics. Broekman Logistics verfügt in Rotterdam über vier überdachte Hallen mit einer Grundfläche von bis zu 16.000 m2, einer maximalen Durchfahrthöhe von 25 Metern und einer Höhe von bis zu 17 Metern. Hoogsteden erläutert: „Hier können wir bis zu 700 Tonnen heben. Darüber hinaus ist das Heavy Lift Centre direkt mit einem Kai verbunden, der insbesondere für Offshore und Schwerlastfracht ausgelegt ist. Die geräumigen Becken dieses Hafens gewährleisten, dass selbst die größten Schiffe hier 24 Stunden am Tag ein- und auslaufen können. Es ist ideal für den Transport komplexer und schwerer Fracht von und zu Orten in der ganzen Welt.“

„Die Größe und der Standort des Heavy Lift Centre waren absolut entscheidend für unsere Wahl“, pflichtet Avdi Alicki, verantwortlich für den Einkauf bei der GBT-Gruppe, bei. Nach einer umfassenden Marktanalyse hat die GBT-Gruppe alle verfügbaren Alternativen geprüft. Die Entscheidung zugunsten von Broekman und Rotterdam beruhte auf strategischen Überlegungen, wie Alicki weiß: „Eine hervorragende Hafenanbindung, ausreichend Platz, die Verfügbarkeit der erforderlichen Krankapazität mit entsprechenden Kranhöhen, die Vereinbarung, alle Arbeiten – vom Stahlbau über das Strahlen und Lackieren bis hin zur Gummierung und Vulkanisation – in der Halle ausführen zu können, sowie die örtliche Nähe der GBT-Werft waren für uns die wichtigsten Triebfedern“.

Insgesamt zwölf Komponenten für den Kristallisator wurden per Binnenschiff und Straßentransport angeliefert. Der Zusammenbau nahm drei Monate in Anspruch. Danach hat Mammoet den Koloss mit einem 14-achsigen selbstfahrenden konventionellen Anhänger Schreurle K25 zum benachbarten Kai transportiert. Dort wurde er auf ein Schiff der Reederei SAL Heavy Lift gehoben, damit er seine Reise zum Endkunden in Jordanien fortsetzen konnte.

Das Projekt war komplex und technisch anspruchsvoll, wurde jedoch wie geplant durchgeführt. „Dies ist zum Teil der Einstellung und dem Service von Broekman zu verdanken; schnell, flexibel und unkompliziert“, sagt Alicki.

Laut Romeijn bietet das ausgedehnte Netzwerk mit Lieferkettenteilnehmern einen absoluten Mehrwert. „Charakteristisch für das Stückgutsegment ist die große Anzahl von Lieferkettenakteuren, die für die Vollendung eines Projekts erforderlich sind. Rotterdam verfügt über einen ausgezeichneten Cluster, in dem Kompetenz und Wissen unverkennbar vorhanden sind. Dieses Knowhow und die Fachkompetenz sind entscheidend; letzten Endes geht es häufig um sehr hochwertige Qualitätsprodukte“, erläutert der Business Manager.

Darüber hinaus sind die Hinterlandverbindungen, sowohl über die Straße als auch über Binnenschifffahrt und Schiene, optimal, und der Rotterdamer Hafen investiert kontinuierlich in neue Technologien, wie zum Beispiel die Digitalisierung, um die Lieferkette transparenter und effizienter zu gestalten. Auch investiert er in Lösungen, welche die Kette nachhaltiger machen. „Unser Ziel ist es, der größte und wichtigste Stückgut-Hafen in Europa zu werden“, sagt Romeijn. „Wir unterscheiden uns von anderen Seehäfen durch unsere No-Nonsense-Mentalität. Ein Geschäft ist wirklich ein Geschäft in Rotterdam, und wir sind bereit, diesbezüglich immer einen Schritt weiter zu denken. Wir nennen es größeres besseres Stückgut (Bigger Better Breakbulk)“.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam, Kristallisator bei Broekman Logistics im Rotterdamer Hafen




In Hamburg zeichnet sich die Wende ab

Der Rückgang beim Seegüterumschlag in Deutschlands größtem Universalhafen fällt mit acht Prozent im dritten Quartal deutlich geringer aus als im zweiten Quartal. Da verzeichnete der Hamburger Hafen noch ein Minus von 16,2 Prozent. Die weltweit spürbaren negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich damit weiterhin bei der Umschlagentwicklung im Hamburger Hafen.


Das Ergebnis im dritten Quartal gibt nach Einschätzung von Hafen Hamburg Marketing (HHM) Hoffnung, dass der zweistellige Umsatzrückgang gestoppt werden konnte. Er entstand insbesondere durch das Runterfahren vieler Wirtschaftsbereiche und eine schwächere Nachfrage beim Konsum. Im dritten Quartal ist nach Meinung von HHM wieder eine positive Aufwärtsentwicklung zu erkennen.

„Seit Juli sehen wir eine Stabilisierung in der Umschlagentwicklung und damit einen insgesamt geringeren Rückgang beim Seegüterumschlag des Hamburger Hafens. Die im Sommer gesunkenen Infektionszahlen und die daraufhin gelockerten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sowie das Auffüllen der Läger für das Weihnachtsgeschäft sind als Ursachen zu nennen“, erläutert Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing. Hervorzuheben sei, dass der Hamburger Hafen unverändert seine Umschlag- und Logistikservices 24/7 erbringt. „Die verlässliche Versorgung der Bevölkerung und Wirtschaft mit Gütern und Rohstoffen läuft auch unter den schwierigen weltwirtschaftlichen Bedingungen sicher“, betont Mattern und ergänzt: „Der Hafen ist mit seinen Umschlagterminals, Logistik- und Servicebetrieben sowie den Transportverbindungen mit dem Binnenland voll betriebsfähig.“

In den ersten drei Quartalen des Jahres wurden im Hamburger Hafen 93,2 Millionen Tonnen Seegüter an den Terminals geladen oder gelöscht. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Rückgang von 10,7 Prozent. Betroffen sind beide Hauptumschlagsegmente. Der Stückgutumschlag mit 65,2 Millionen Tonnen (-9,9 Prozent) und der Massengutumschlag mit 28 Millionen Tonnen (-12,4 Prozent) blieben beide deutlich unter dem guten Vorjahresergebnis. Im Segment Containerumschlag wurden in Hamburg in den ersten drei Quartalen insgesamt 6,3 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) über die Kaikanten gehoben. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Rückgang von 9,9 Prozent.

Beim Containerumschlag der zehn wichtigsten Handelspartner des Hamburger Hafens verlief die Entwicklung in den ersten drei Quartalen unterschiedlich. Vor allem der Mengenrückgang im seeseitigen Containerumschlag mit China (-11,3 Prozent), Hamburgs mit Abstand wichtigstem Handelspartner, konnte nicht durch positive Entwicklungen mit anderen Ländern ausgeglichen werden. Hinzu kommt, dass neben China auch Russland (-15,1 Prozent), Schweden (-11,8 Prozent), Südkorea (-11,8 Prozent), Dänemark (-3,4 Prozent) und Polen (-9,6 Prozent) zum Teil zweistellige Rückgänge im seeseitigen Containerumschlag aufweisen.

Zu den Handelspartnern mit einem Zuwachs im Containerverkehr zählen unter den Top Ten des Hamburger Hafens neben den USA (+0,1 Prozent) auch Singapur (+7,1 Prozent), das Vereinigte Königreich (+41,0 Prozent) und Malaysia (+5,5 Prozent). Für die im Ranking der Containerpartner Hamburgs an Position zwei folgenden USA konnte in den ersten drei Quartalen mit insgesamt 439.000 TEU noch ein Wachstum verzeichnet werden. „Die unverändert positive Containerverkehrsentwicklung mit den USA überrascht vor dem Hintergrund der dort durch Corona beeinträchtigten Wirtschaftsleistung und einer sinkenden Nachfrage. Die positive Entwicklung im Containerverkehr mit Großbritannien ist auf vermehrt durchgeführte Transporte von Leercontainern für den deutschen Markt und auf verstärkt stattfindende Lieferungen nach Großbritannien vor dem anstehenden Brexit zurückzuführen,“ erläutert Ingo Egloff, Vorstandskollege von Axel Mattern.

Der Rückgang beim Import fiel im Hamburger Hafen mit 14,4 Prozent stärker aus als der Rückgang beim Export (-5,5 Prozent). Auf der Importseite führten vor allem die gesunkene Stahlproduktion zu weniger Umschlag von Erz und Kohle. Dagegen entwickelte sich in den ersten drei Quartalen der Umschlag von Agribulk im Segment Sauggut positiv und erreichte ein Volumen von 5,6 Millionen Tonnen (+20,1 Prozent). Deutlich mehr Exporte von Getreide und Düngemittel sind hier vor allem die Ursache für die sehr gute Umschlagentwicklung.

„Wir werden das starke Vorjahresergebnis trotz der Erholung seit der Jahresmitte nicht mehr erreichen“, zieht Egloff ein Fazit. „Aber die Entwicklung ab Juli lässt hoffen, dass wir am Jahresende nur Verluste im einstelligen Bereich haben werden.“

Quelle und Foto: HHM