HGK Shipping Group nimmt Liquid Coaster für Covestro in Betrieb

Am 23. Oktober startet das Küstenmotorschiff „Amadeus Titanium“ zu seiner Jungfernfahrt vom niederländischen Moerdijk. Der Liquid Coaster stärkt ab sofort die Short-Sea-Flotte der HGK Shipping Group, die damit ihr Portfolio gezielt erweitern kann. Die „Amadeus Titanium“ wird im europäischen Short-Sea-Verkehr ausschließlich für den Kunden Covestro im Einsatz sein.

Aufgrund erwarteter Mengensteigerungen im Schiffstransport und um Kunden eine optimierte Versorgungssicherheit und Termintreue bieten zu können, hatte sich Covestro für die Zeitcharter eines Schiffes entschieden, das damit ausschließlich für die Verkehre des Unternehmens eingesetzt wird.

Im Rahmen eines mehrjährigen Vertrags ließ die HGK Shipping Group hierzu eigens einen Dry Bulk Coaster an die spezifischen Anforderungen des Chemieherstellers anpassen. Ausgestattet mit vier Spezialtanks kann die „Amadeus Titanium“ nun rund 2.000 Tonnen Salzsäure oder Natronlauge transportieren. Unter niederländischer Flagge wird der Liquid Coaster Kunden in ganz Europa bedienen.

„HGK Shipping ist ein starker Partner für die chemische Industrie. Wir entwickeln mit und für unsere Kunden Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft. Gemeinsame Projekte wie die ‚Amadeus Titanium‘ beweisen, dass wir das passende technische, logistische und operative Know-how dazu haben“, sagt Wolfgang Nowak, Vice President Commercial der HGK Shipping Group.

Die Tochterunternehmen der HGK Shipping Group sind bereits seit mehr als 80 Jahren für den heutigen Chemiekonzern Covestro tätig. So wird auch der Salzsäure-Binnenvorlauf von Deutschland zum Seehafen von mehreren Binnenschiffen von der HGK Shipping übernommen. Die HGK-Tochter Amadeus, die den neuen Liquid Coaster stellt, wird im Rahmen eines umfassenden Servicevertrages zudem die operative Abwicklung der Schiffslogistik für Covestro übernehmen.

Den Zuschlag für das Projekt erhielt die HGK Shipping Group aber aufgrund ihres maßgeschneiderten Ansatzes, ein bereits in Fahrt befindliches Schiff mit den richtigen technischen Parametern, etwa in Bezug auf Verbrauch und Geschwindigkeit, passend umzubauen. Im Vergleich zu einem Neubau, der 18 bis 24 Monate in Anspruch nimmt, ist dies eine zeiteffiziente und auch ökonomische Lösung. Ein weiterer Vorteil: Bei der Projektplanung und -umsetzung konnte die HGK Shipping Group auf das technische und operative Know-how in der Flüssigchemieschifffahrt und im Kurzstreckenseeverkehr zurückgreifen.

Der Umbau der ehemaligen „MV Bornholm“ zum Liquid Chemical Tanker „MV Amadeus Titanium“ erfolgte in der niederländischen Schiffswerft De Gerlien van Tiem in Druten und dauerte knapp sechs Monate. Die Klassifizierung wurde durch Bureau Veritas übernommen. Weitere Partner waren SARC BV (Stabilitätsberechnungen), Steuler-KCH GmbH (Gummierung), Ankerbeer b.v. (Engineering & Design), Willems Piping & Equipment BV (Piping), De Bock Maritiem B.V. (Technical Management im operativen Betrieb; Staffing, Maintenance, QHSE), Van der Zalm metaalindustrie BV (Tankbauer) und van Tiem Elektro BV (Elektrik).

Die HGK Shipping Group ist Teil der Häfen und Güterverkehr Köln AG. Die Flotte umfasst rund 400 Schiffe, inklusive Partikulieren. Das Transportspektrum reicht dabei von flüssigen chemischen Produkten und verflüssigten Gasen über Trockengüter bis zu Breakbulk.

Die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) ist die Logistikgesellschaft im Stadtwerke Köln Konzern. Vom einstigen Hafenbetreiber hat sich die HGK zu einer europaweit tätigen Gruppe für integrierte Transport- und Logistikdienstleistungen entwickelt. Zur HGK Gruppe gehören u.a. die HTAG (Häfen und Transport AG, 100 %), die neska-Gruppe (100 %) und die 50 %-Beteiligung RheinCargo GmbH & Co. KG, ein Joint Venture der HGK und der Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG. Die HGK-Gruppe betreibt über ihre Töchter und Beteiligungen u.a. den größten Binnenhafen-Verbund Deutschlands, eine der größten privaten Güterverkehrsbahnen, ein eigenes Streckennetz, Werkstattbetriebe sowie verschiedene spezialisierte Logistikunternehmen. Im Juli 2020 wurde die HGK Shipping GmbH gegründet und die europäischen Binnenschifffahrtsaktivitäten der Imperial Shipping Holding GmbH erworben. Durch diese Akquisition ist die HGK Gruppe nun auch eines der größten Binnenschifffahrtsunternehmen in Europa.

Quelle und Foto: HGK Shipping GmbH, Das Küstenmotorschiff „Amadeus Titanium“.




Rotterdam mit 8,8 Prozent weniger

Die Güterumschlagsmenge im Rotterdamer Hafen belief sich im dritten Quartal auf 103,4 Millionen Tonne. Insgesamt wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 322,3 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das sind 8,8 % weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Der Rückgang wurde vor allem beim Umschlag von Rohöl, Eisenerz, Kohle und Mineralölprodukten verzeichnet. Der Sektor Agrarmassengut verbuchte eine Steigerung. Der Rückgang beim Containerumschlag im Rotterdamer Hafen blieb gering.

Im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 verbuchten dahingegen viele Segmente deutlich steigende Mengen. Vor allem die Segmente Agrarmassengut, Eisenerz und Schrott, Biomasse und Roll-on / Roll-off fassten am Ende des dritten Quartals wieder Tritt und kehrten zu den Umschlagszahlen vor COVID zurück. Auch wurden im dritten Quartal beträchtlich mehr Container als im zweiten umgeschlagen:

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam, sagt dazu Folgendes: „Es ist jetzt zu früh, die Schlussfolgerung zu ziehen, dass wir die Talsohle durchschritten haben. Dennoch bin ich optimistisch, was die Wiederbelebung der internationalen Handelsströme und die Spannkraft der Wirtschaft betrifft, wobei das Tempo der Erholung selbstverständlich von den weiteren Entwicklungen rund um Covid-19 abhängt. Der Hafenbetrieb Rotterdam, die niederländische Regierung und Unternehmen in unserem Hafen können unsere Wirtschaft gemeinsam ankurbeln, indem sie rascher mit ihren Investitionen starten. So sichern wir in den Niederlanden Arbeitsplätze, sorgen wir für Wohlstand und setzen wir die Ökologisierung um.“

Zur schnellstmöglichen Überwindung des wirtschaftlichen Abschwungs und zur gleichzeitigen Ökologisierung des Hafens schlägt der Hafenbetrieb vor, eine Reihe von Investitionsprojekten zu beschleunigen. Diese Beschleunigung von Investitionsprojekten zwecks einer ökologisch nachhaltigen Ertragskraft, auch als Projekt Startmotor bezeichnet, kann Tausende struktureller Arbeitsplätze schaffen, Milliarden zum Bruttoinlandsprodukt beitragen und die CO2-Emissionen erheblich senken.

Beim trockenen Massengut zeigte sich im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Vorjahres ein Rückgang von 18,6 %. Innerhalb dieses Segments stieg, aufgrund eines höheren Verbrauchs in den niederländischen Kraftwerken, der Umschlag von Biomasse. Da Sonne, Wind und Gas mehr Elektrizität produzierten, sank der Umschlag von Kraftwerkskohle. Eine rückläufige Stahlproduktion – vor allem in Deutschland – verursachte eine Senkung beim Umschlag von Eisenerz und Kokskohle. Agrarmassengut verzeichnet, durch einen höheren Import, eine Steigerung.

Der Rückgang beim nassen Massengut (-10,4 %) in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 war hauptsächlich auf den geringeren Verbrauch von Rohöl in den Raffinerien zurückzuführen, die ihr Rohöl über Rotterdam befördern. Dies war hauptsächlich den sehr niedrigen Raffinationsgewinnspannen der letzten Monate zuzuschreiben. Diese geringen Raffinationsgewinnspannen wurden durch die sehr niedrigen Preise für die raffinierten Produkte, insbesondere Benzin und Kerosin, verursacht, die in den letzten Monaten in Europa, aufgrund von Covid-19, kaum nachgefragt wurden. Dies wiederum führte zu einem Rückgang des Umschlags von Ölprodukten, da weniger Handel betrieben wurde und die Produkte in ihren Lagertanks verblieben. Die LNG-Importe sind in den letzten Monaten aufgrund der hohen Gasreserven in Europa zurückgegangen. Beim sonstigen flüssigen Massengut stieg, dank der starken Position von Rotterdam in diesem Markt, der Umschlag von Biokraftstoffen. Der Umschlag von Chemieprodukten sank leicht, durch einen geringeren Antransport von Basisrohstoffen.

Die Containermengen sanken insgesamt in den ersten drei Quartalen 2020 um 2,1 Prozent in Tonnen und 4,7 % in TEU. Der Rückgang wurde dadurch verursacht, dass die Nachfrage nach Waren in Europa schneller als in China gesunken ist. Bislang sind in diesem Jahr die Importe aus Asien zurückgegangen, wohingegen die Exporte nach Asien gestiegen sind. Auch die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit Rotterdams beim Umschlag von Skandinavien und dem Baltikum nach China trug zu einem höheren Exportvolumen bei. Infolgedessen müssen weniger leere Container als in der Vergangenheit, als es mehr Importe aus Asien und weniger Exporte nach Asien gab, zurückgebracht werden. Angesichts der Anzahl der ausgefallenen Dienste und der Schwere der Covid-19-Krise war der Rückgang des Containerumschlags letztlich sehr gering.

Roll-on /Roll-off war in den ersten drei Quartalen einer der am stärksten betroffenen Güterarten, da der Personen- und Frachtverkehr von und nach Großbritannien rückläufig war. Nach einem sehr schwachen zweiten Quartal setzte im dritten Quartal eine starke Erholung ein. Dies lag zum Teil daran, dass im Hinblick auf den Ablauf der Brexit-Übergangsperiode am 31. Dezember 2020, bereits im dritten Quartal Vorräte angelegt wurden.

Hafeninfrastruktur von Weltklasse
Aus einem neueren Bericht der Vereinten Nationen geht hervor, dass der Transithafen Rotterdam die höchste Anzahl Anbindungen zu anderen Häfen hat. Große Fortschritte wurden bereits beim Bau der Container Exchange Route erzielt, die voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 für die Fahrzeugerprobung betriebsbereit sein wird.

Fortschritt bei der Energiewende
Im dritten Quartal wurden abermals Fortschritte bei der Ökologisierung der Energieversorgung erzielt. Der Hafenbetrieb Rotterdam ist als erster Hafen dem Hydrogen Council beigetreten, einer weltweiten Initiative von Unternehmen, welche die Energiewende durch den Einsatz von Wasserstoff fördern möchten. Tennet und Van Oord verlegen dicke Seekabel für die Anlandung von Elektrizität von Offshore-Windparken. Hiermit kann zu gegebener Zeit grüner Wasserstoff erzeugt werden, mit dem die petrochemische Industrie in Rotterdam große Fortschritte im Hinblick auf eine emissionsfreie Produktion machen kann.

Digitalisierung
Auch auf dem Gebiet der Digitalisierung werden Fortschritte gemacht. Dem Navigations- und Planungstool Navigate haben sich inzwischen 50 Reedereien angeschlossen. Inzwischen teilen 95 % aller niederländischen Binnenschifffahrts- und Schienenbetreiber ihre Daten direkt mit Navigate.
Das ehemalige Pilotprojekt Boxinsider des Hafenbetriebs Rotterdam ist in Händen von Portbase und wurde zu einer vollständig betriebsfähigen Anwendung mit dem Namen Cargo Tracker weiterentwickelt. Diese App ermöglicht es Unternehmen, alle Importbewegungen von Containern im Rotterdamer Hafen zu verfolgen. Im Falle einer Verzögerung erhalten sie eine automatische Meldung. Mit der Inbetriebnahme der App verstärkt Portbase seine Position als Datenplattform für Europa.
Es wurde ein erfolgreicher Test mit der Elektrizitätsplattform Distrodurchgeführt. Diese Plattform unterstützt Unternehmen im Hafen bei der Senkung der Energiekosten, indem zum einen lokal erzeugte Elektrizität besser genutzt und zum anderen Spitzen im Stromnetz reduziert werden. So wird ein Beitrag zur Klimazielsetzung für 2050, ein CO2-neutraler Hafen zu sein, geleistet. Die Funktionsweise der Plattform hat sich im Sommer
2020 bewährt und wird in den kommenden Monaten für die gewerbliche Nutzung vorbereitet.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam 

 




Weitere Digitalisierung in Antwerpen

Die Stadt Antwerpen, der Hafen Antwerpen sowie die Antwerpener Polizei und Feuerwehr entwickeln und testen aktuell ein privates 5G-Netz. Das Netz mit Namen ‚Minerva‘ wird derzeit von dem Technologieunternehmen iSea in Zusammenarbeit mit Ericsson aufgebaut und erprobt. Es ermöglicht den drei Partnern, ihre bestehenden digitalen Anwendungen weiterzuentwickeln und neue Anwendungen zu untersuchen.

Das private 5G-Netz erhöht die Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit der digitalen Anwendungen von Hafenbehörde, Polizei und Feuerwehr. Das Netz ist nicht von öffentlichen Anbietern abhängig und damit weniger anfällig für mögliche Störungen oder Überlastungen, beispielsweise während Groß- oder Massenveranstaltungen. Auf Basis einer durchgängigen europäischen Technologie, wird Minerva darüber hinaus eine optimale Abdeckung im Einsatzgebiet der drei Partner sicherstellen.

Die Antwerpener Feuerwehr hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Polizei und dem Hafen Antwerpen verschiedene digitale Anwendungen entwickelt, darunter Apps, Live-Streaming, Drohnen und andere Technologien. Dank des schnelleren, sichereren und zuverlässigeren Netzes können diese Entwicklungen gestärkt und beschleunigt werden. Die Partner sind daher sehr zufrieden:

Bart De Wever, Bürgermeister von Antwerpen: „Für die Stadt Antwerpen ist es von zentraler Bedeutung, über mobile Netzwerke zu verfügen. Als zukunftsorientierte Plattform spielen sie eine wichtige Rolle für die Digitalisierung des multidisziplinären Ökosystems des Hafens und der städtischen Polizei- und Rettungskräfte. Minerva kann den verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden und die Anwendungen im täglichen Betrieb unterstützen.“

Maarten Torfs, IKT-Direktor der Polizei Antwerpen: „Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung der Antwerpener Polizei sind wir auf ein sicheres, zuverlässiges und leistungsfähiges Netzwerk für mobile Daten angewiesen. Damit sind wir in der Lage, unsere verschiedenen digitalen Anwendungen, wie mobile Kameras und die FOCUS-App, vor Ort einzusetzen. Mit diesem Pilot-Netzwerk können wir unsere bestehenden digitalen Anwendungen weiterentwickeln und neue Anwendungen untersuchen.“

Eva Van Gerven, Leiterin Stabsdienste und Technik der Feuerwehr Antwerpen: „Echtzeit-Bilder und -Informationen aus den zentralen Anwendungen sorgen dafür, dass wir als Feuerwehr effizienter mit einer Notfallsituation umgehen können. Und das unmittelbar während der Anfahrt zum Einsatzort. Dieses Pilot-Netzwerk wird unsere Digitalisierung weiter stärken und unsere Arbeit im Einsatz verbessern“.

Annick De Ridder, Hafenschöffin des Hafens Antwerpen: „Das 5G-Pilotnetz mit Ericsson-Technologie deckt den gesamten Hafen ab. Es wird unseren künftigen Betrieb in den Bereichen Schifffahrt, Sicherheit und Ökologie unterstützen. Es bildet aber auch die ideale Grundlage für die Entwicklung von 5G-Hochgeschwindigkeits-Anwendungen für Automatisierung, Logistik, Sicherheit und Gefahrenabwehr. Als Hafenbehörde übernehmen wir eine Vorreiterrolle bei der digitalen Umgestaltung des Hafenökosystems und legen damit den Grundstein für neue Arbeitsplätze der Zukunft.“

Valentijn Vande Keere, CEO iSea: „iSea ist begeistert zu sehen, dass dieses Pilotprojekt dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Partnern und Diensten zu einem Erfolg geworden ist. Das Projekt eröffnet gute Perspektiven für die Entwicklung von lokalem Fachwissen und nachhaltigem Unternehmertum. Auch neue Arbeitsplätze werden durch neue Technologien wie 5G erschlossen werden“.

Quelle und Foto: Port of Antwerp




Wichtig für Wirtschaft, Klima und Beschäftigung

Eine Reihe von Projekten im Rotterdamer Hafen passt genau zu den aktuellen Herausforderungen der Regierung: Beschäftigung, wirtschaftliche Entwicklung und Nachhaltigkeit. Die Rotterdamer Projekte bieten mindestens 9.000 bis 15.000 strukturelle Arbeitsplätze, einen Beitrag zum BIP von mindestens Euro 7 Milliarden und eine Senkung um mindestens 10 Millionen Tonnen CO2 in der Atmosphäre. Rebel, ein Finanz- und Strategieberatungsunternehmen, hat die Auswirkungen dieser „Startmotor“-Projekte validiert.

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam, erläutert: ‚Wir wollen den Hafen nachhaltiger machen und gleichzeitig so schnell wie möglich aus der wirtschaftlichen Talsohle herauskommen. Dies kann durch die möglichst rasche Realisierung dieser Projekte erreicht werden. Die Startmotor-Projekte kurbeln weitere Investitionen an. Wenn die Regierung uns dabei hilft, können wir schneller auf einen nachhaltigen, wirtschaftlich lebenswichtigen Hafen hinarbeiten, der Arbeitsplätze und Wohlstand schafft. In dem Maße, in dem wir darin tatkräftiger als andere auftreten, werden wir mehr Investitionen von internationalen Unternehmen anziehen.‘

Die Corona-Pandemie stellt die niederländische Regierung vor die Herausforderung, der wirtschaftlichen Rezession entgegenzuwirken und die steigenden Arbeitslosenzahlen einzudämmen. Gleichzeitig ist es erforderlich, die Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten, die Klimaziele zu erfüllen und dafür zu sorgen, dass unsere Wirtschaft unseren Wohlstand langfristig stützen kann. Der Hafenbetrieb hat der niederländischen Regierung unter dem Namen „Startmotor“ ein Dutzend Projekte vorgelegt, die diesen Projekten konkrete Gestalt verleihen.

Wichtige Projekte in diesem Bereich sind die Entwicklung eines Wasserstoff-Clusters in Rotterdam, wozu ebenfalls die Produktion von blauem und grünem Wasserstoff und eine Wasserstoff-Transportpipeline gehören, mittels derer die Standorte für Produktion und Nutzung miteinander verbunden werden. Im Anschluss daran ist ein Pipelinebündel zwischen Rotterdam, Chemelot (Geleen) und Nordrhein-Westfalen für den Transport, vor allem von Wasserstoff und CO2, geplant. Dadurch kann die Industrie im Hinterland von Rotterdam nachhaltiger gestaltet werden und kann Rotterdam seine Position als Energiedrehscheibe Nordwesteuropas festigen. Ein drittes Kernprojekt ist Porthos, das CCS-Projekt zur Abscheidung und Speicherung von CO2 aus der Industrie unter der Nordsee. Mit CCS kann man in relativ kurzer Zeit zu relativ geringen Kosten vermeiden, dass viel CO2 in die Atmosphäre gelangt. Anhand dieser drei Projekte kann: – die Industrie in Rotterdam innovativ und nachhaltiger vorgehen, – der Hafen seine Position als nordwesteuropäische Energiedrehscheibe festigen sowie – der Industriekomplex einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.

Rebel hat die wirtschaftlichen Auswirkungen der zwölf Startmotor-Projekte anhand eines Quick-Scans untersucht. Die Projekte werden kurzfristig die Beschäftigung, insbesondere im Bausektor, ankurbeln und strukturell mindestens 9.000 bis 15.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Die verschiedenen Projekte führen zu einem Beitrag zum BIP von mindestens Euro 7 Milliarden. Sobald die Projekte vollständig umgesetzt sind, wird es eine stärkere Wiederverwendung von Rohstoffen, weniger Lärm und mehr Sicherheit geben, zum Beispiel durch den Transport anhand von Pipelines. Zusammen können die Rotterdamer Projekte für etwa 25 % der gesamten nationalen Zielsetzung zur CO2-Reduktion bis 2030 sorgen.

Rebel benennt eine Reihe von Projekten, die als „Plattform-Investitionen“ bezeichnet werden, wie z. B. eine zentrale Wasserstoff-Pipeline im Hafengebiet. Es wird erwartet, dass eine solche öffentlich-private Erstinvestition zu einer Reihe von Folge-Investitionen von Unternehmen führen wird, da diese an die Pipeline angeschlossen werden. Abgesehen von der Wasserstoffinfrastruktur haben das CO2-Transport- und Speicherprojekt Porthos sowie Projekte in der Kreislaufwirtschaft (chemisches Recycling, Nutzung von CO2 als Rohstoff, Umwandlung von Abfall in Rohstoff für die chemische Industrie) eine derartige stimulierende Funktion.

Eine für das Rotterdamer Klimaabkommen (2019) durchgeführte Analyse ergab, dass öffentliche Investitionen in Höhe von Euro 1 bis 1,5 Milliarden bis 2030, hauptsächlich in die Energieinfrastruktur, bereits vor 2025 zu privaten Investitionen in Höhe von Euro 4 bis 5 Milliarden führen werden. Das ist ein Multiplikator von etwa vier: Für jeden Euro, den die Regierung investiert, investiert die Wirtschaft vier Euro.

Rebel stellt fest, dass der Hafenbetrieb mit den Startmotor-Projekten aktiv zu den wichtigsten nationalen Zielsetzungen in den Bereichen Klima, Wasserstoff, Kreislaufwirtschaft und Erreichbarkeit beiträgt. Diese sind in der nationalen Groei-agenda (Wachstumsagenda), dem Klimaatakkoord (niederländischen Klimaabkommen), der Wasserstoffvision, der Kreislaufwirtschafts-Agenda und dem Havennota (Hafenbericht) enthalten, die wiederum im Einklang mit internationalen Zielsetzungen wie dem Green Deal der EU und dem Pariser Abkommen stehen. Sie sind daher Bestandteil einer internationalen Entwicklung, die auf die Umwandlung und den Aufbau eines neuen Energie- und Rohstoffsystems abzielt.

Quelle und Foto: Port of Rotterdam




Kooperation für bedrohten Schierlings-Wasserfenchel

Die Stiftung Lebensraum Elbe hat im Deichvorland bei Kirchwerder 160 Exemplare des bedrohten Schierlings-Wasserfenchels gepflanzt. Die Aktion ist Teil einer von der MSC Foundation unterstützten Renaturierung.


Hamburg. An einem neu angelegten Priel im Deichvorland bei Kirchwerder Sande siedelt die Stiftung Lebensraum Elbe 160 Jungpflanzen des Schierlings-Wasserfenchels an. Weltweit kommt diese bedrohte Art ausschließlich an den Ufern der Tideelbe zwischen Geesthacht und Cuxhaven vor – und findet am neuen Priel ideale Standortbedingungen.

Die Pflanzaktion markiert den Abschluss einer Renaturierungsmaßnahme der Stiftung Lebensraum Elbe: Seit Juli wurden im Deichvorland vor dem Hower Hauptdeich ein Priel und ein Kleingewässer angelegt, die vielen teils bedrohten Arten eine Heimat bieten. Mit dem Projekt möchte die Stiftung Lebensraum Elbe die Elbe wieder besser mit ihrem Vorland verbinden.

Eine Förderung in Höhe von rund 250.000 Euro – rund 20 Prozent der gesamten Projektkosten – hat die MSC Foundation beigesteuert. Mit seiner Stiftung setzt das Unternehmen MSC weltweit Zeichen für den Gewässerschutz und die Wahrung des ökologischen Gleichgewichts.

„Ich danke MSC für dieses vorbildhafte Engagmenent und wünsche mir, dass viele große Hamburger Unternehmen dem Beispiel folgen und Mitverantwortung für das Ökosystem Elbe übernehmen“, sagt Dr. Elisabeth Klocke, Vorstand der Stiftung Lebensraum Elbe.

„Gern haben wir mit unserer Förderung des Projekts in Kirchwerder den Naturschutz an der Tideelbe unterstützt. Wir sehen es als unsere Pflicht an, vor allem in den Regionen, in denen wir tätig sind, für den Umweltschutz einzustehen“, so Nils Kahn, Geschäftsführer MSC Germany (Cargo) und Christian Hein, Geschäftsführer MSC Cruises.

Die Stiftung Lebensraum Elbe wurde am 11. Mai 2010 durch Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft gegründet. Die Arbeit der Stiftung ist legislatur- und parteiübergreifend.

Quelle und Foto: Stiftung Lebensraum Elbe, Schierlings-Wasserfenchel im Kirchwerder Deichvorland

 




Rotterdam expandiert auf dem RDM-Gelände

De Haas Rotterdam (DHR) nimmt seine derzeitige Werft auf dem Gelände RDM West wieder in Betrieb. Neben dem Gelände rund um das (ehemalige) Schiffshebewerk wird auch das in der Nähe befindliche Gelände von ca. 2 ha einer Nutzung zugeführt. Ein neues Schiffshebewerk namens Travelift mit 820 Tonnen wird das alte ersetzen, um die Schiffe trockenzulegen und zu transportieren. Zu diesem Zweck hat die Werft ein Bereitstellungsabkommen mit dem Hafenbetrieb Rotterdam (HbR) unterzeichnet.

Die Erweiterung der Werft steht im Einklang mit der Politik des HbR, den Kunden entsprechende Schiffsreparaturmöglichkeiten anzubieten. Darüber hinaus möchte der HbR Studenten im technischen Bildungssektor auf dem RDM-Campus dazu ermutigen, sich für einen Arbeitsplatz im maritimen Sektor zu entscheiden.

Seit 2016, das heißt in der Zeit, in der DHR das Schiffshebewerk betrieb, war die Nachfrage nach der Werftanlage sehr groß. Besonders beliebt war das Schiffshebewerk bei der so genannten grauen Flotte (Schleppern, Patrouillenbooten, Lotsentendern, kleinen Pontons). Häufig muss man diese Schiffe zwecks Inspektion, Wartung und Instandhaltung schnell und für einen kurzen Zeitraum trockenlegen können. Vor allem für Schlepper gab es in Rotterdam kaum oder gar keine solche Möglichkeit; daher wichen die Schiffe zu diesem Zweck nach Antwerpen und Hamburg aus.

Nach einem Zwischenfall im April 2018, bei dem das Schiffshebewerk außer Betrieb genommen wurde, beschlossen der HbR und DHR gemeinsam, das Konzept der zentralen Anlaufstelle weiterzuentwickeln, einschließlich einer Erweiterung des Geländes. Mit dem Travelift 820 wird eine andere effizientere Art der Schiffstrockenlegung und des Schiffstransports eingeführt. Mit der Erweiterung der Werftanlagen auf dem RDM-Gelände wird es möglich sein, mehrere Schiffe gleichzeitig trockenzulegen sowie, mittels der neu einzurichtenden Liegeplätze an Pontons im Heysehaven, Schiffe im Wasser zu warten.

Man hat sich für ein völlig neues Schiffshebewerk mit dem Markennamen Travelift entschieden, das eine Kapazität von 820 t aufweist. Die Firma De Haas Maassluis hat auf ihrer Werft in Maassluis bereits gute Erfahrungen damit gesammelt. Das Schiffshebewerk Travelift wird wie ein Portalkran über den Stichhafen des ehemaligen Schiffshebewerks fahren, um die Schiffe so anheben zu können. Zu diesem Zweck werden auf und am Kai des Schiffshebewerks eine Reihe von konstruktiven Änderungen vorgenommen.

Geplant ist die Inbetriebnahme der neuen Anlage für das erste Quartal des Jahres 2022.

Die Firma De Haas Rotterdam wird von De Haas Maassluis (seit 1878) geleitet. Diese Werft ist sowohl auf den Schiffbau als auch auf die komplette Instandhaltung, Reparatur und Renovierung von Patrouillenschiffen, Rettungsschiffen (Save and Rescue, SAR), Unfallbekämpfungsschiffen (Incident Fighting Vessels, IBV) und anderen spezialisierten Schiffen in der Berufsschifffahrt spezialisiert.

Quelle: Port of Rotterdam, Emile Hoogsteden (Hafenbetrieb Rotterdam), links, und Govert de Haas (De Haas Rotterdam), rechts.




Jobgarant für die Region Köln

Rund 35.000 Arbeitsplätze sind derzeit in Köln und der Region direkt oder indirekt von den Häfen der Häfen und Güterverkehr Köln AG abhängig. Durch die Geschäfte in und um die Häfen entsteht eine Wertschöpfung, die im Jahr 2019 3,2 Milliarden Euro betrug. Das von den Kölner Häfen abhängige Steueraufkommen betrug im gleichen Jahr rund 250 Millionen Euro, von denen schätzungsweise 43 Millionen Euro bei der Stadt Köln verblieben. Zu diesen Ergebnissen kommt eine umfassende Studie der „PLANCO Consulting GmbH“, in der die „Regional- und gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Kölner Häfen“ untersucht wurde.

Köln ist seit je her eine Hafenstadt. Durch den Warentransport auf Europas wichtigster Wasserstraße und dem daraus resultierenden Handel gelangte Köln seit seiner Gründung zu Wachstum und Wohlstand. Auch die spätere industrielle Entwicklung der gesamten Region wäre ohne die Kölner Häfen nicht möglich gewesen. Eine Tatsache, die auch heute noch eine wesentliche Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit wichtiger Industriezweige in der Stadt und der umliegenden Region ist.

Uwe Wedig, Vorstandsvorsitzender der Häfen und Güterverkehr Köln AG, bringt es so auf den Punkt: „Entfallen die Häfen und deren Möglichkeit, sich zu entwickeln, entfallen wesentliche Grundlagen für wichtige Industriezweige und damit Arbeitsplätze in Köln und der Region. Die Kölner Häfen sorgen direkt und indirekt für Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Wertschöpfung in der Region. Ein Prozess, der sich noch verstärken wird, wie die PLANCO- Studie ergab. Wir sind froh, dass wir das nun auch auf der Grundlage fundierter Berechnungen und Erhebungsdaten belegen können.“

Durch die Befragung von Unternehmen mit direktem und indirektem Bezug zu den Häfen kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass rund 35.000 Arbeitsplätze von den Kölner Häfen abhängen. Etwa 16.000 Beschäftigte davon sind direkt hafenabhängig tätig, arbeiten in Segmenten wie Transport, Umschlag, Logistik oder in der hafenbezogenen Industrie. Über die Nachfrage von Investitionsgütern und Vorleistungen bei hafenabhängigen Betrieben sind weitere 10.000 Arbeitsplätze indirekt verbunden. Zusätzlich entstehen sogenannte induzierte Beschäftigungseffekte durch die Konsumausgaben der direkten und indirekten Beschäftigten mit rund 7.500 Arbeitsplätzen.

Mit rund 18.000 Arbeitsplätzen entfallen mehr als die Hälfte der Beschäftigungseffekte auf die Stadt Köln. Das heißt: Rund jeder 40. Arbeitsplatz in der Stadt Köln hängt von den Häfen ab. 8.200 hafenabhängige Personen sind in den angrenzenden Kreisen der Region Köln- Bonn beschäftigt und rund 8.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind hafenabhängig außerhalb der Region tätig. Für die Gutachter von PLANCO steht damit fest, dass ohne die Existenz der Kölner Häfen es zu einer signifikanten Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandorts käme.

Sie weisen auch darauf hin, dass man diesen Faktor im Wettbewerb der Standorte pflegen und entwickeln muss. „Weitere Einschränkungen oder Reduzierungen der Hafenstandorte in Köln würden sich unmittelbar auf die hafenabhängigen Wirtschaftszweige und damit die Arbeitsplätze auswirken“, hebt Gunnar Platz, Geschäftsführer der PLANCO Consulting GmbH hervor. Denn bei ihren Untersuchungen haben die Gutachter auch festgestellt, dass die intensive Verbindung der Kölner Häfen mit der regionalen Industrie zu einer starken hafenabhängigen Beschäftigungswirkung führt. Sie ist in Köln und der Region teilweise doppelt so hoch wie an vergleichbaren Standorten.

In diesem Zusammenhang wird auch die Bedeutung der strategischen Entwicklung der HGK deutlich, die über ihre Beteiligung RheinCargo nicht nur Betreiber der Häfen ist, sondern durch weitere Tochterunternehmen optimale, integrierte Logistik- und Transportketten für wichtige Industriezweige in Köln und entlang des Rheins zur Verfügung stellt.

Die hafenabhängige Wertschöpfung – also die Gesamtwirtschaftsleistung der hafenabhängigen Unternehmen abzüglich der Vorleistungen – betrug im Jahr 2019 rund 3,2 Mrd. €. Die von den Kölner Häfen abhängig Beschäftigten erzielten 2019 ein Einkommen in einer Höhe von insgesamt 2,3 Mrd. Euro. Mit 1,3 Mrd. Euro entstehen mehr als die Hälfte der Einkom- men durch Arbeitsplätze in der Stadt Köln. Das hafenabhängige Steueraufkommen in der Stadt Köln beläuft sich auf insgesamt 250 Mio. Euro. Immerhin rund 43 Mio. € davon kommen nach den Berechnungen der Gutachter auch direkt bei der Stadt Köln an. Damit sind gut 2 Prozent der Gesamteinnahmen der Stadt Köln aus der Lohn- und Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer hafenabhängig.

Zurzeit ist die wirtschaftliche Situation in allen Wirtschaftsbereichen stark negativ von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt, so auch in den Bereichen Transport und Logistik. Auch in den Kölner Häfen macht sich das durch deutlich geringere Umschlagsmengen bemerkbar. Ungeachtet dessen wird unter Berücksichtigung der auf Grundlage der Verkehrsverflechtungsprognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur prognostizierten Wachstumsraten eine Steigerung des Umschlags in den Kölner Häfen von derzeit 10,9 Mio. Tonnen auf 11,8 Mio. Tonnen im Jahr 2030 erwartet. Ein Wachstumstreiber ist dabei insbesondere der Containerumschlag, der von 1,59 Mio. Tonnen im Jahr 2019 auf 2,15 Mio. Tonnen im Jahr 2030 steigen soll. Ebenfalls wird eine Zunahme beim Umschlag von chemischen Erzeugnissen erwartet.

Die Zahl der von den Kölner Häfen abhängigen Arbeitsplätze wird angesichts der prognostizierten Entwicklung um 3.000 auf rund 38.000 im Jahr 2030 zunehmen. Das hat weitere positive Auswirkungen zur Folge. So steigt die hafenabhängige Wertschöpfung um rund 600 Mio. € auf rund 3,8 Mrd. € im Jahr 2030. Das von den Kölner Häfen abhängige Einkommen der Beschäftigten steigt um 500 Mio. € auf 2,8 Mrd. € im Jahr 2030.

An dieser Stelle heben die Autoren der Studie hervor, dass durch zusätzliche Flächen, wie sie beispielsweise mit der Hafenerweiterung in Godorf einmal geplant waren, solch moderate Wachstumsraten noch einmal signifikant gesteigert werden könnten. „Die hohe ökologische Qualität der Versorgung über den Rhein ist mit Blick auf die Entwicklung der angrenzenden Industriecluster und die Herausforderungen der Energiewende ein echtes Pfund. Der Engpass sind die industrienahen Umschlagskapazitäten“, erläutert PLANCO-Geschäftsführer Platz eine Perspektive, die zusätzliche Flächenpotenziale in den Häfen für Köln mit sich bringen würde. Andersherum bringen weitere Einschränkungen des Hafenbetriebs, etwa durch heranwachsende Wohnbebauung und damit verbundenen Betriebshindernisse, Be- schäftigungsverluste mit sich.

„Die Studie verdeutlicht, welche außergewöhnliche Bedeutung die Häfen für Wohlstand und Lebensqualität der Stadt Köln und der Region haben. Wir verstehen uns bei der HGK als Architekten der Logistik, wir sind Dienstleister für wichtige Arbeitgeber der Region, die wiederum auf unser Logistik-Knowhow angewiesen sind. Darüber hinaus zeigen die Kennzahlen unsere Funktion als Beschäftigungsmotor. Daher gehe ich auch davon aus, dass allen politischen Kräften bewusst ist, wie wichtig einerseits die Absicherung und andererseits die Weiterentwicklung der Häfen und der HGK-Gruppe als Logistikpartner der Industrie ist“, urteilt HGK-Vorstandschef Uwe Wedig.

Quelle und Foto: HGK




Hafen Antwerpen: Erholung setzt sich fort

Der Gesamtgüterumschlag des Hafens Antwerpen ist nach den ersten neun Monaten des Jahres um 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Dank des Containerumschlags, der nach wie vor den Status quo beibehält und seit Juli wieder steigt, kann der Hafen Antwerpen die Verluste durch den Rückgang des Umschlags aller Güterströme begrenzen. Im Vergleich zu den meisten anderen Häfen in der Hamburg-Le Havre-Range hält sich der Hafen Antwerpen – trotz der Auswirkungen der Corona-Krise auf die globalen Produktions- und Logistikketten und die entsprechende weltweite Abnahme der Nachfrage – in diesen schweren Zeiten gut.

Nach einem Tief in Mai und Juni, verzeichnet der Containerumschlag seit Juli erneut höhere Volumen. So überschritt der Umschlag im September zum ersten Mal seit April wieder die 1-Million-TEU-Marke. Im dritten Quartal nahm vor allem der Containerverkehr nach Fernost sowie innerhalb Europas zu. Damit blieb der Containerverkehr auf Jahresbasis mit -0,2 Prozent in TEU gegenüber dem Vorjahr auf annähernd gleichem Niveau. Die Zahl der Blank Sailings ist seit August rückläufig. Die Reedereien organisieren auch außerhalb der regulären Fahrpläne zusätzliche Schiffsanläufe, die den Effekt der Blank Sailings weitgehend kompensieren.

Sowohl die weltweiten Handelsprobleme als auch die Corona-Krise wirken sich weiterhin deutlich negativ auf Güterströme im klassischen Breakbulk-Segment aus, insbesondere auf Stahl, der wichtigsten Gütergruppe in diesem Segment. Nach den stärkeren Monaten Juni und Juli kam es ab August zu einem erneuten Rückgang. Der konventionelle Fruchtumschlag nahm zwar zu, diese Volumen sind jedoch eher begrenzt. Im Ergebnis ist zum Ende des dritten Quartals der Gesamtumschlag von Breakbulk um 20,3 Prozent zurückgegangen.

Auch im Automotive-Segment sind die Folgen der Krise weiterhin spürbar. Nach steigenden Volumen im Juni und Juli wurde im August, wie in jedem Jahr, erneut ein Rückgang verzeichnet. Im September gab es keine deutliche Erholung. Der Gesamtumschlag von Neufahrzeugen ist im Jahr 2020 um 30 Prozent und der von Gebrauchtfahrzeugen um 23,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen.

Der Umschlag von Dry Bulk schwankt von Monat zu Monat. Kaolin und Schrott sind stabil geblieben, die übrigen Produktgruppen sind jedoch zurückgegangen, darunter Düngemittel (-4,5 Prozent), die den größten Anteil trockener Massengutvolumen ausmachen. Der Kohleumschlag beträgt weniger als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies führte zu einem Rückgang des Dry-Bulk-Umschlags im Zeitraum Januar – September 2020 um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Liquid Bulk ging um insgesamt 5,7 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2019 zurück. Bei den Ölderivaten hat vor allem bei den Exporten, die stark unter der verringerten Nachfrage in Folge der Corona-Krise und des fallenden Ölpreises gelitten hatten, eine Erholung eingesetzt. Die Importe konnten sich durchgehend relativ gut behaupten. Der Export von Chemikalien stieg um 4,7 Prozent, während der Import um 7,5 Prozent sank, was zu einem Rückgang von insgesamt 3,8 Prozent führte.

Im Zeitraum Januar – September liefen 10.241 Seeschiffe Antwerpen an, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Minus von 5,3 Prozent entspricht. Die Bruttotonnage dieser Schiffe sank um 6,3 Prozent.

Um die Reedereien, Binnenschifffahrtsunternehmen und Konzessionäre im Hafen Antwerpen unter diesen schwierigen Umständen auch weiterhin zu unterstützen, beschloss die Hafenbehörde in Absprache mit Alfaport Voka und MLSO einen weiteren Zahlungsaufschub für Domänenkonzessionen sowie für Seeschifffahrts- und Binnenschifffahrtsabgaben zu gewähren.

Jacques Vandermeiren, CEO Hafen Antwerpen: „Die Auswirkungen des Stillstands der globalen Lieferketten durch die Corona-Krise bleiben weiterhin spürbar: Auch der bevorstehende Brexit sorgt für Unsicherheit auf dem Markt. Dank des erneut steigenden Containerverkehrs bleiben die Folgen für den Gesamtgüterumschlag in Antwerpen beschränkt. Ein Rekordjahr wie in den vergangenen sieben Jahren wird 2020 keinesfalls werden, aber dank unserer Widerstandsfähigkeit und des Containerumschlags können wir den Schaden begrenzen.“

Annick De Ridder, Hafenschöffin: „Unser Hafen behauptet sich besser als die meisten anderen, vergleichbaren Häfen in der Hamburg-Le Havre-Range. Die Flexibilität und Belastbarkeit des Hafens ist der großen Segmentvielfalt, seiner starken geografischen Reichweite und der Ansiedlung des größten integrierten Chemieclusters in Europa zu verdanken. Weltweit anerkannte Expertise und das Engagement aller unserer Männer und Frauen im Hafen sorgen heute dafür, dass wir zu 100 Prozent betriebsfähig und offen für die Wirtschaft sind – und das wird auch international aufgenommen.“

Quelle und Grafik: Hafen Antwerpen 




intensiver Austausch mit Wirtschaftsminister Dr. Buchholz

Am 13. Oktober 2020 empfing die Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel den schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz. Hintergrund der gemeinsamen Sitzung war der Austausch zu diversen Themen aus der Wirtschafts-, Verkehrs- und Energiepolitik, der üblicherweise traditionell auf dem jährlichen Brunsbütteler Industriegespräch (BIG) stattfindet.

Aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklungen und vor allem aufgrund der gestiegenen Fallzahlen in den letzten Wochen hat sich die Werkleiterrunde jedoch dazu entschieden, das BIG auf den 30. März 2021 zu verschieben. Besonders erfreulich ist, dass im kommenden Jahr sowohl Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz als auch Umweltminister Jan Philipp Albrecht gemeinsam als Ehrengäste am Brunsbütteler Industriegespräch teilnehmen werden.

Um mit der Politik auch in der Corona-Zeit im kontinuierlichen Austausch zu bleiben, hatte die Werkleiterrunde Minister Dr. Buchholz zu einem Gesprächstermin nach Brunsbüttel eingeladen. Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel, freut sich über den persönlichen Austausch: „Das Gespräch mit Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Buchholz unterstreicht ebenso wie der Besuch von Umweltminister Albrecht vor rund einem Monat die Bedeutung des ChemCoast Park Brunsbüttel für das Land Schleswig-Holstein. Auch in dieser besonderen Zeit ist es erforderlich, mit der Politik im kontinuierlichen Austausch zu bleiben. Damit der Industrie- und Hafenstandort Brunsbüttel auch während und nach den Corona-Zeiten wettbewerbsfähig bleibt, sind die wirtschafts-, verkehrs- und energiepolitischen Rahmenbedingungen wichtiger denn je.“

Der ChemCoast Park Brunsbüttel ist das größte zusammenhängende Industriegebiet Schleswig-Holsteins und beheimatet rund 4.500 Industriearbeitsplätze direkt am Standort. Um die Wachstumspotenziale nutzen zu können, muss die infrastrukturelle Anbindung des ChemCoast Park Brunsbüttel weiter verbessert werden. Seit vielen Jahren fordert die Werkleiterrunde den zweigleisigen Ausbau inklusive Elektrifizierung der Bahnstrecke vom Industriegebiet Brunsbüttel bis Wilster/Itzehoe, um die wachsenden Gütermengen auf die Schiene verlagern zu können. Straßenseitig liegt das Hauptaugenmerk auf der Weiterführung der A20 inklusive westlicher Elbquerung bei Glückstadt und auf dem dreispurigen Ausbau der Bundestraße 5 über Wilster hinaus bis nach Brunsbüttel. Ebenso sind die Fertigstellung der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel sowie der Ausbau des NOK und die Fahrrinnenanpassung der Unterelbe von großer Bedeutung für den Standort.

Der ChemCoast Park Brunsbüttel rüstet sich bereits heute für die Zukunft, aktuell investieren die angesiedelten Unternehmen hohe dreistellige Millionenbeträge in ihre Produktionsanlagen. Dies ist zum einen ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Brunsbüttel. Zum anderen tragen die Investitionen in moderne Produktionsanlagen und effiziente Produktionsverfahren auch maßgeblich dazu bei, die Umwelt weiter zu entlasten. Außerdem ist die Energiewende in Brunsbüttel beispielsweise mit dem Rückbau des Atomkraftwerkes und dem Ausbau der Windenergie hautnah spürbar. Kein anderer Industriestandort in Deutschland liegt so nah an den Erzeugungszentren für Erneuerbare Energien wie Brunsbüttel. Auch das geplante LNG Import- und Distributionsterminal sowie die Produktion von grünem Wasserstoff aus regenerativem Strom aus der Region sind wichtige Impulse, um weitere Unternehmen am Standort anzusiedeln. „Insbesondere die Verfügbarkeit von Energie in Form von elektrischer Energie, grünem Wasserstoff und LNG sind wichtige Impulse für weitere Ansiedlungen von Industrieunternehmen an unserem Standort. Hierfür benötigen wir politischen Rückenwind und entsprechende politische Rahmenbedingungen“, so Schnabel.

Der in der Region erzeugte und regenerative Windstrom ist ein einzigartiger Standortvorteil. Die Produktion von Wasserstoff bietet die Möglichkeit, den grünen Strom speicherfähig zu machen. Auch für die Industrie ist der grüne Wasserstoff besonders interessant, um die Nachhaltigkeit der Produktion weiter zu steigern. Hierfür ist es aus Sicht der Werkleiterrunde erforderlich, den für die Wasserstoff-Elektrolyse eingesetzten Strom größtenteils von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu befreien. Beispielsweise verfolgen die Raffinerie Heide und Holcim als Mitglieder der Werkleiterrunde gemeinsam mit weiteren Projektpartnern im Rahmen des Reallabors „Westküste 100“ das Ziel, eine regionale Wasserstoffwirtschaft im industriellen Maßstab abzubilden und zu skalieren. Das Konzept sieht vor, aus Offshore-Windenergie grünen Wasserstoff zu produzieren und die dabei entstehende Abwärme zu nutzen. Im Anschluss soll der Wasserstoff u.a. sowohl für die Produktion klimafreundlicher Treibstoffe für Flugzeuge genutzt als auch in Gasnetze eingespeist werden. Bei der Treibstoffherstellung ohne fossile Brennstoffe wird unvermeidbares CO2 aus der regionalen Zementproduktion für den Herstellungsprozess eingesetzt.

Auch die German LNG Terminal GmbH, Investor des geplanten LNG-Terminals in Brunsbüttel, erkundet aktuell gemeinsam mit RWE die Möglichkeiten von grünem Wasserstoff am geplanten LNG-Terminal. Schiffsseitige Wasserstoff-Anlieferungen und dessen Lagerung könnten die Wasserstoffproduktion vor Ort ergänzen. Das LNG-Importterminal könnte mit einem Einspeisepunkt für flüssigen Wasserstoff kombiniert werden. Bestehende Gasleitungen, die an das LNG-Terminal angeschlossen sind, eignen sich perfekt für die lokale Verteilung. LNG leistet bereits heute einen Beitrag zum Umweltschutz als umweltfreundlicher Treibstoff für die Schifffahrt durch erhebliche Emissionsreduzierungen.

„Mit den umfangreichen Investitionen, der Nutzung von LNG und grünem Wasserstoff sowie der Verbesserung der Verkehrsanbindung wird der ChemCoast Park Brunsbüttel ein dynamischer Industrie- und Hafenstandort der Zukunft. Die vielen Potenziale bieten die große Chance, gute Arbeitsplätze zu sichern und weitere zu schaffen“, so Schnabel abschließend.

Quelle und Foto: BrunsbüttelPorts GmbH, Ein Teil der Werkleiterrunde (physisch vor Ort, weitere Mitglieder der Werkleiterrunde haben per Videokonferenz teilgenommen) mit Minister Dr. Buchholz




duisport wächst in der Krise

Die Containerverkehre der Duisburger Hafen AG (duisport) liegen leicht über dem Vorjahr. „Dies ist eine erfreuliche, aber keinesfalls selbstverständliche Entwicklung in Anbetracht der aktuellen Lage“, betont duisport-Chef Erich Staake. „Entscheidend ist, dass wir diese positive Entwicklung bis zum Ende des Geschäftsjahres bestätigen können. Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen.“

Zum Halbjahresabschluss lag duisport noch knapp unter den Vorjahreswerten. Aufgrund der dynamischen Entwicklungen im dritten Quartal konnten Rückgänge in der ersten Jahreshälfte kompensiert werden. duisports Warenverkehr liegt im sogenannten TEU-Bereich (Twenty-foot Equivalent Unit/deutsch Zwanzig-Fuß-Standardcontainer), nun zwei Prozent über dem Vorjahreswert. Das war aufgrund der Pandemie nicht zu erwarten.

Die Operations im Duisburger Hafen funktionieren trotz Corona-Krise zu 100 Prozent. Auf das erhöhte Warenaufkommen im Schienenverkehr war das Unternehmen exzellent vorbereitet. Mit zusätzlich mobilisierten Lagerflächen und raschen Lösungen für den Weitertransport funktioniert der wichtigste Logistik-Hub in Europa auch in Krisenzeiten. Gleichzeitig wurden entstehende Marktchancen genutzt: Bereits im April wurde das Schienenangebot um weitere chinesische Partnerdestinationen erweitert. Die langfristig aufgebauten Kooperationen mit chinesischen Partnern sorgten für einen Attraktivitätsschub. Noch nie verkehrten mehr Güterzüge zwischen duisport und chinesischen Destinationen als in diesem Jahr. Duisburgs Ruf als wichtigster europäischer Zielpunkt für den chinesischen Güterverkehr auf der Schiene wurde gerade in Pandemiezeiten weiter gefestigt. Inzwischen läuft rund ein Drittel des gesamten Handelsvolumens per Güterzug zwischen Europa und China über das Logistik-Drehkreuz Duisburg. „Das Verkehrsaufkommen über die Neue Seidenstraße hat sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt und definiert bereits knapp acht Prozent des gesamten Containerumschlags der duisport-Gruppe“, so Erich Staake. „Auch der maritime Warenverkehr mit China weist erfreuliche Zuwachsraten auf.“

Der Gesamtgüterumschlag im laufenden Jahr wird, aufgrund der stark rückläufigen Kohleverkehre und einem schwachen Stahlgeschäft, etwa vier bis fünf Prozent unter dem Vorjahreswert abschließen.

Quelle: duisport, Foto: duisport/ Hans Blosse, der Containerumschlag der duisport-Gruppe steigt trotz wirtschaftlicher Herausforderungen über Vorjahresniveau. © Hans Blossey