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Der kleine, zarte Bruder wird oft übersehen

Der Feld-Ahorn ist bei Stadtplanern und Ingenieuren beliebt. (Foto: A. Roloff/ www.baum-des-jahres.de)
Der Feld-Ahorn ist bei Stadtplanern und Ingenieuren beliebt.
(Foto: A. Roloff/ www.baum-des-jahres.de)

Der Feld-Ahorn ist „Baum des Jahres 2015“ – klein und knorrig aber dabei auch enorm widerstandskräftig

Der Feld-Ahorn (Acer campestre oder Maßholder) ist der Baum des Jahres. Damit haben sich die Fachleute für eine Art entschieden, die oft übersehen oder vergessen wird.

Für forstliche Nutzungen reichen die Stammstärken oft nicht aus. Das Holz ist zudem den  beiden „großen Brüdern“ Spitz- und Berg-Ahorn recht ähnlich, so dass es nicht unterschieden wird.
Wenn man dem Feld-Ahorn „im Feld“ in einer Hecke oder einem Knick begegnet, könnte man auf den Gedanken kommen, dass das überhaupt kein Baum ist. So fällt zunächst auf, dass er langsamer wächst als viele andere Baumarten und relativ klein und „knorrig“ bleibt im Vergleich zu Spitz- und Berg-Ahorn. 20 Meter Baumhöhe
werden selten und dann erst nach langer Zeit erreicht (im Wald schafft er es gelegentlich bis 25 Meter, da die Nachbarbäume ihn nach oben zwingen).

Zudem wächst der Feld-Ahorn meist mehrstämmig oder gar  strauchförmig. Häufig treten kleine Gruppen des Feld-Ahorns auf, die entweder aus verschiedenen Samen entstanden sind oder aus einem Baum mit mehreren Stämmen bestehen. Als Stadt- und  Straßenbaum macht der Feld-Ahorn gerade Karriere, da er mit 15
bis 20 Metern Höhe relativ klein bleibt, sich daher auch
für schmale Straßen und Gärten eignet, salz-, immissions- und ozontolerant ist, Bodenverdichtung, Hitze und intensive  Sonnenstrahlung erträgt und besonders trockenheitstolerant ist.
Deshalb ist er auch für die Befestigung von Böschungen und Wällen und Schallschutzhügeln beliebt.

Die jungen Blätter waren früher in Notzeiten zeitweise Sauerkraut-Ersatz. Bis heute dienen die Blätter aber als beliebtes Viehfutter.
Holz, Rinde und Blätter galten früher aber als heilkräftig gegen Schlangenbisse sowie Brand- und Frostbeulen. Auch gegen  Zahnweh und Augenfließen soll er helfen. Neuerdings wird seine
Wirkung als Krebstherapeutikum diskutiert. Außerdem lindert sein zwischen den Fingern ausgepresster Blattsaft den Juckreiz nach
Mückenstichen.